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Dokumentenidentifikation DE3427210A1 30.01.1986
Titel Verfahren zum Beizen der Oberflächen von Holz oder Holzwerkstoffen
Anmelder Janssen, Wilhelm, 4193 Kranenburg, DE
Erfinder Janssen, Wilhelm, 4193 Kranenburg, DE
Vertreter Stark, W., Dipl.-Ing. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 4150 Krefeld
DE-Anmeldedatum 24.07.1984
DE-Aktenzeichen 3427210
Offenlegungstag 30.01.1986
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.01.1986
IPC-Hauptklasse B27K 5/02
IPC-Nebenklasse B44C 1/16   B44D 2/00   B44D 5/00   

Beschreibung[de]

Verfahren zum Beizen der Oberfläche von Holz

oder Holzwerkstoffen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beizen der Oberfläche von Holz oder von Werkstoffen, wobei eine Beize auf die Oberfläche aufgetragen wird.

Beim Beizen von Holz soll die Färbung der Oberfläche verändert werden, ohne die Maserung und das Gefüge des Holzes oder Holzwerkstoffes zu verdecken. Maserung und Gefüge sollen in der Regel noch stärker hervorgehoben werden. Die Färbung oder Tönung der Oberfläche hängt von der verwendeten Beize ab. In der Praxis wird die Oberfläche des zu beizenden Holzes oder Holzwerkstoffes mechanisch behandelt, z.B. geschliffen.

Dann wird die Beize gleichmäßig aufgetragen.

Bisher war es allerdings nur möglich, die gesamte Oberfläche eines Werkstückes gleichmäßig zu behandeln.

Aufgabe der Erfindung ist es, das Verfahren so zu führen, daß damit gebeizte Muster oder Strukturen unterschiedlicher Tönung erzeugbar sind, insbesondere für Werkstücke, wie Möbel, Decken, Vertäfelungen und dergleichen.

Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die gesamte zu beizende Oberfläche mit einer gegen die Beize unempfindlichen Folie abgeklebt wird, daß aus der aufgeklebten Folie die zu beizende Fläche ausgeschnitten und der ausgeschnittene Teil der Folie entfernt wird, daß das Holz bzw. der Holzwerkstoff wenigstens im oberflächennahen Bereich erwärmt wird, daß dann die Beize aufgetragen wird und daß schließlich aus der Restfolie weitere zu beizende Flächen ausgeschnitten werden oder die Restfolie entfernt wird.

Überraschenderweise hat sich gezeigt, daß bei diesem Vorgehen auf der Oberfläche des Holzes oder Holzwerkstoffes auch Muster oder Strukturen unterschiedlicher Tönung erzeugt werden können, indem abschnittsweise jeweils nur die zuletzt freigelegte Oberfläche gebeizt wird. Dabei ist wichtig, daß das Holz oder der Holzwerkstoff wenigstens im oberflächennahen Bereich erwärmt wird, weil dadurch nicht nur die Haftung der Folie auf den abgedeckten Oberflächenbereichen und insbesondere im Randbereich der Folie verbessert wird, sondern auch die aufgetragene Beize sehr schnell trocknet, so daß sie nicht verlaufen und insbesondere unter die Folie laufen kann.

Zweckmäßig wird die zu beizende Oberfläche mit einer selbstklebenden Folie abgedeckt. Wenn bestimmte Muster oder Strukturen erzeugt werden sollen, kann es vorteilhaft sein, eine doppelseitig klebende Klebefolie zu verwenden und darauf eine Folie mit Schnittmuster aufzukleben. Mit einem Messer, welches längs der Linien des Schnittmusters geführt wird, können dann die jeweils zu beizenden Flächenbereiche exakt ausgeschnitten werden.

Die Haftung der aufgeklebten Folie wird verbessert, wenn die Folie zusätzlich auf die Oberfläche aufgepreßt wird. Das kann auch mit Druck und Wärme erfolgen, damit insbesondere im Randbereich der ausgeschnittenen Folie eine innige Haftung zwischen Kleber und Oberfläche erreicht wird.

Vorzugsweise sollte die Beize mit einem Lappen aufgetragen werden, weil dadurch gewährleistet ist, daß die Folie gleichmäßig und dünn aufgetragen wird.

Beim Beizen verschiedener Farbtöne sollten zunächst die dunkleren Farbtöne gebeizt werden, weil dann darauf verzichtet werden kann, die schon gebeizten Flächenbereiche noch einmal abzudecken, wenn die benachbarten Flächenbereiche gebeizt werden.

Im folgenden wird ein in der Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel erläutert; in den Figuren 1 bis 4 sind aufeinanderfolgende Verfahrensschritte beim Beizen eines Musters auf der Oberfläche einer Holzplatte dargestellt.

In Fig. 1 erkennt man eine Holzplatte mit im wesentlichen rechteckiger Grundfläche. Auf die Oberseite dieser Holzplatte ist zunächst eine doppelt klebende Klebefolie aufgeklebt worden.

Auf diese Klebefolie ist eine Schnittmusterfolie aufgeklebt worden, deren Muster drei ineinandergeschachtelte Rechtecke 1,2,3 unterschiedlicher Größe aufweist. Die Klebefolie und die Schnittmusterfolie besteht aus einem gegenüber den verwendeten Beizen unempfindlichen Material. Nach dem Aufkleben sind Klebefolie und Schnittmusterfolie unter Anwendung von Druck und Wärme fest gegen die Oberfläche der Holzplatte gepreßt worden.

Mit einem Messer oder geeigneten anderen Schneidwerkzeug wird die Schnittmusterfolie längs der Randlinien des inneren, kleinsten Rechtecks 1 ausgeschnitten und werden sowohl die Schnittmusterfolie als auch die Klebefolien von der Oberfläche der Holzplatte abgehoben. Ggf. wird die freigelegte Oberfläche noch von anhaftenden Kleberesten befreit.

Dann wird die Holzplatte insgesamt erwärmt und wird auf das so freigelegte Feld 4 mit einem Lappen die Beize aufgetragen. Die Erwärmung der Holzplatte stellt sicher, daß die Klebefolie an den abgedeckten Bereichen der Oberfläche, insbesondere dem Randbereich der Klebefolie und der Schnittmusterfolie festhaften und daß die Beize nicht unter diese Folie verlaufen kann.

Ferner gewährleistet die Erwärmung, daß die aufgetragene Beize schnell trocknet. Das Feld 4 ist dasjenige Feld, das am dunkelsten gebeizt werden soll.

Beim nächsten Arbeitsgang (Fig. 3) wird wiederum wie oben beschrieben vorgegangen. Die Schnittmusterfolie und die darunterliegende Klebefolie werden längs der Randlinien des mittleren Rechtecks 2 eingeschnitten und von der Oberfläche abgehoben.

Ggf. nach Reinigung der freigelegten Oberfläche und nach neuerlicher Erwärmung der Holzplatte wird mit einem Lappen eine hellere Beize auf das nunmehr freigelegte Feld 5 aufgetragen. Dabei ist es in der Regel unschädlich, wenn Teile der helleren Beize auf das bereits dunkler gebeizte Feld 4 gelangen. Die Konturen zwischen den Felder 4 und 5 bleiben randscharf.

Im nächsten Arbeitsgang (Fig. 4) wird der restliche Teil der Schnittmusterfolie und der Klebefolie entfernt und wird nach entsprechender Vorbereitung eine helle Beize auf das zuletzt freigelegte Feld 6 aufgetragen.

Nach dem beschriebenen Verfahren können Muster oder Strukturen unterschiedlicher Tönung an Möbeln, Vertäfelungen, Decken o.dgl. erzeugt werden, deren ästhetische Wirkung der von Intarsienarbeiten nahe kommt oder entspricht.

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Anspruch[de]

Ansprüche: 1. Verfahren zum Beizen der Oberfläche von Holz oder Holzwerkstoffen, wobei eine Beize auf die Oberfläche aufgetragen wird, dadurch gekennzeichnet, daß die gesamte zu beizende Oberfläche mit einer gegen die Beize unempfindlichen Folie abgeklebt wird, daß aus der aufgeklebten Folie die zu beizende Fläche ausgeschnitten und der ausgeschnittene Teil der Folie entfernt wird, das Holz bzw. der Holzwerkstoff wenigstens im oberflächennahen Bereich erwärmt wird, daß dann die Beize aufgetragen wird und daß schließlich aus der Restfolie weitere zu beizende Flächen ausgeschnitten werden oder die Restfolie entfernt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zu beizende Oberfläche mit einer selgstklebenden Klebefolie abgede-ckt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine doppelseitig klebende Klebefolie und darauf eine Folie mit Schnittmuster aufgeklebt wird.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die aufgeklebte Folie auf die Oberfläche aufgepreßt wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die aufgeklebte Folie mit Druck und Wärme auf die Oberfläche aufgepreßt wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Beize mit einem Lappen aufgetragen wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß beim Beizen verschiedener Farbtöne zunächst die dunkleren Farbtöne gebeizt werden.







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