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Dokumentenidentifikation DE3438946A1 24.04.1986
Titel Zubereitung zur Erhöhung der strukturellen Resistenz von Nutz- und Zierpflanzen und Verwendung derselben
Anmelder Kühne, Friedrich Wilhelm, Dr., 6900 Heidelberg, DE;
Elstner, Erich F., Dr., 8031 Gröbenzell, DE
Erfinder Kühne, Friedrich Wilhelm, Dr., 6900 Heidelberg, DE;
Elstner, Erich F., Dr., 8031 Gröbenzell, DE
Vertreter Eitle, W., Dipl.-Ing.; Hoffmann, K., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Lehn, W., Dipl.-Ing.; Füchsle, K., Dipl.-Ing.; Hansen, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Brauns, H., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Görg, K., Dipl.-Ing.; Kohlmann, K., Dipl.-Ing., Pat.-Anw.; Nette, A., Rechtsanw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 24.10.1984
DE-Aktenzeichen 3438946
Offenlegungstag 24.04.1986
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.04.1986
IPC-Hauptklasse A01N 61/00
IPC-Nebenklasse A01N 25/00   A01N 33/00   

Beschreibung[de]

Zubereitung zur Erhöhung der strukturellen Resistenz von

Nutz- und Zierpflanzen und Verwendung derselben (Zusatzanmeldung zu P 33 14 936) Die Erfindung betrifft eine Zubereitung zur Erhöhung der strukturellen Resistenz von Nutz- und Zierpflanzen und die Verwendung derselben.

Pflanzenkrankheiten, die durch Schaderreger ausgelöst werden, verursachen alljährlich die Vernichtung grosser Erntebestände. Dabei fungieren als Schaderreger an erster Stelle die Pilze, daneben Bakterien und Viren.

Die Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten kann durch Züchtung widerstandsfähiger Sorten, durch Dispositionsprophylaxe oder durch eine Infektionsprophylaxe und -therapie erfolgen.

Die am häufigsten angewendete Massnahme stellt die Infektionsprophylaxe dar, wonach entweder verhindert wird, dass der Erreger und der Wirt überhaupt zusammenkommen, oder, falls dies doch geschieht, der Erreger vor oder während der Keimung vernichtet wird. Die Massnahmen, um das Zusammentreffen von Erreger und Wirt zu erschweren, sind entweder indirekter oder direkter Natur, wobei letzteres auf einer aktiven Bekämpfung des Schaderregers beruht. Eine derartige Bekämpfung kann z.B. durch physikalische oder chemische Desinfektion erfolgen; am häufigsten kommt die Anwendung eines chemischen Schutzes der heranwachsenden Pflanze infrage. Dabei ist es in der Regel erforderlich, die gesamte Pflanzenoberfläche vorsorglich mit einem entsprechenden Giftstoff, einem Fungizid oder Bakterizid zu überziehen. Es ist hinreichend bekannt, dass die Anwendung derartiger Giftstoffe auf Dauer in der Natur zu grossen ökologischen Schäden führt.

Es besteht somit ein dringendes Bedürfnis, die Anwendung üblicher Pflanzenschutzmittel, die durchwegs starke Giftstoffe darstellen und das Grundwasser verseuchen bzw.

sich im Boden anreichern können, soweit wie möglich einzudämmen. Dafür ist es erforderlich, eine Substanz bzw.

eine Substanzenkombination zur Verfügung zu stellen, die sowohl bakterizide als auch fungizide Wirkung entfaltet und ausserdem den Wirt gegenüber dem eindringenden Erreger möglichst widerstandsfähig macht.

Die Mechanismen der Pflanzeninfektion, die sich je nach der Art des Erregers unterscheiden, sind bekannt. In diesem Zusammenhang wird auf die DE-OS 33 14 936.4 verwiesen.

Aus vorstehender Patentanmeldung ist die Verwendung eines Mittels aus einem wasserlöslichen Acrylpolymer, einem Vernetzungsmittel für das genannte Acrylpolymer und gegebenenfalls einer Initiatorsubstanz zur Erhöhung der strukturellen Resistenz von Nutz- und Zierpflanzen bekannt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es. eine Zubereitung zur Verfügung zu stellen, die sowohl "Hemmschwellen" gegen den Schaderreger schafft, darüber hinaus aber noch eine fungizide und bakterizide Wirkung entfaltet, um bereits von Mikroorganismen befallene Pflanzenteile zu desinfizieren. Dabei soll die Substanz mit antimikrobieller Wirkung keinen üblichen chemischen Giftstoff zur Pflanzendesinfektion darstellen, der infolge seiner Anreicherung im Boden und Grundwasser Nachteile mit sich bringt.

Diese Aufgabe wird gemäss der Erfindung durch eine Zubereitung gelöst, die eine Kombination aus einem wasserlöslichen Acrylpolymer, einem Vernetzungsmittel für das genannte Acrylpolymer und gegebenenfalls einer Initiatorsubstanz sowie zusätzlich, vorzugsweise in getrennter Aufbewahrung einem sauerstoffaktivierenden System darstellt.

Unter der Bezeichnung "wasserlösliches Acrylpolymer" ist gemäss der Erfindung ein Polymer oder Copolymer zu verstehen, das durch Polymerisation einer alpha-,beta-ungesättigten organischen Säure erhalten worden ist. Beispiele derartiger ungesättigter Säuren umfassen vorzugsweise Acrylsäure und Methacrylsäure.

Weitere Monomere zur Herstellung des vorstehend genannten wasserlöslichen Polymers sind der DE-OS 33 14 936.4 zu entnehmen, auf die hier ausdrücklich Bezug genommen wird.

Dies gilt ebenfalls für die bevorzugten Molekulargewichte der gebildeten Polymerverbindung. In der genannten Patentanmeldung werden eine Reihe bevorzugter, u.a. im Handel erhältlicher Mittel beschrieben. Besonders geeignet ist das von der Firma Agro-K.Corp., Minneapolis, USA, unter dem Namen PRO-TEC vertriebene Produkt.

Als Vernetzungsmittel zur Bildung des wasserlöslichen Acrylpolymers eignen sich bifunktionelle und polyfunktionelle Materialien, die mit den funktionellen Gruppen der Acrylverbindung reagieren können. Als Vernetzungsmittel kann jedes hierfür geeignete Mittel, das über entsprechende funktionelle Gruppen verfügt, eingesetzt werden.

Beispielhaft sollen im folgenden einige besonders geeignete Vernetzungsmittel angegeben werden: Formaldehydharze, Epoxyharze und mehrwertige Metallionen.

Besonders geeignete Vernetzungsmittel sind weiterhin der vorstehend genannten DE-OS 33 14 936.4 zu entnehmen.

Der in der erfindungsgemässen Zubereitung gegebenenfalls verwendete Initiator stellt bevorzugt einen fotochemischen Initiator dar, insbesondere ein im UV-Bereich absorbierendes Agens. Es ist bevorzugt, dass die im UV-Bereich absorbierende Initiatorsubstanz im Wellenlängenbereich von 2.700 bis ca. 4.000 A absorbiert. Als besonders geeignete Initiatorverbindungen sind zu nennen: Ester von para-Aminobenzoesäure, Ester von substituierten para-Aminobenzoesäuren, Benzophenonderivate. Besonders bevorzugt ist die Verwendung von 2-Ethoxy-ethyl-p-methoxy-cinnamat als Initiatorsubstanz. Im Hinblick auf weitere geeignete Initiatorsubstanzen wird auf die vorstehend genannte Patentanmeldung Bezug genommen.

In der Teilkomponente der erfindungsgemässen Zubereitung, welche das wasserlösliche Acrylpolymer, das Vernetzungsmittel und gegebenenfalls die Initiatorsubstanz umfasst, ist die Zusammensetzung so zu wählen, dass das Mittel vor der Anwendung noch eine bestimmte Zeit gelagert werden kann. Besonders bevorzugt ist es, wenn das Mischungsverhältnis so eingestellt wird, dass eine nennenswerte Vernetzung und damit Erhöhung des Molekulargewichtes erst nach ca. 3 bis ca. 6 Tagen Lagerung bei Raumtemperatur eintritt. Auf diese Weise ist es möglich, die genannte Teilkomponente der erfindungsgemässen Zubereitung einige Zeit vor der Anwendung zu mischen und diese dann zusammen mit den weiteren Teilkomponenten in den darauffolgenden Tagen auf die Pflanzen aufzusprühen.

In der vorstehend genannten Teilkomponente der erfindungsgemässen Zubereitung liegt das wasserlösliche Acrylpolymer in einem Anteil von 80 bis 99 Gew.-%, das Vernetzungmittel im Bereich von 1 bis 15 Gew.-%, bevorzugt 1 bis 5 Gew.-%, und der Initiator in einer Menge von 0,0001 bis 0,20 Gew.-%, bevorzugt von 0,001 Gew.-%, bezogen auf das Feststoffgewicht der genannten Teilkomponente der erfindungsgemässen Zubereitung vor.

In der erfindungsgemässen Zubereitung liegt die vorstehend genannte Teilkomponente, die das Acrylpolymer etc.

umfasst, in Anteilen von 3 bis 30 %, vorzugsweise von 3 bis 15 %, besonders bevorzugt von 5 bis 10 %, vor.

Die erfindungsgemässe Zubereitung umfasst im weiteren ein sauerstoffaktivierendes System. Dieses sauerstoffaktivierende System liegt vorzugsweise in getrennter Aufbewahrung von dem Acrylpolymergemisch vor.

Als bevorzugtes sauerstoffaktivierendes System eignen sich stabilisierte Chloritmatrices. Diese Chloritmatrices entsprechen der allgemeinen Formel Cl02. n02 wobei n den Wert von 0,01 bis 0,25 annehmen kann. Stabilisierte Chloritmatrices finden u.a. auch Verwendung zur Deckung des biochemischen Sauerstoffbedarfes und insbesondere zur bakeriziden Wundreinigung, wobei der neuartige Sauerstoffkomplex bei lokaler bzw. topischer Verwendung in das Gewebe eidiffundiert, wo er durch Biokatalysatoren zu den physiologisch unbedenklichen Metaboliten Sauerstoff und Chlorid abgebaut wird. Als Beispiel werden Zubereitungen, die Tetrachlordecaoxid (TDCO) enthalten (Oxoferin (BI der Anmelderin) genannt.

Während in der Humanmedizin bevorzugt stabilisierte Chloritmatrices mit einem n-Wert von annähernd 0,25 verwendet werden, können in den Zubereitungen zur Erhöhung der strukturellen Resistenz von Nutz- und Zierpflanzen auch solche Chargen an Cl02. n02 mit einem n-Wert von 0,01 bis 0,1 eingesetzt werden.

Die Anwendung von stabilisierten Chloritmatrices in der bakteriziden Wundreinigung ist u.a. in der deutschen Patentanmeldung P 32 13 389.8 von Dr. Friedrich-Wilhelm Kühne beschrieben, worauf hier Bezug genommen wird.

Um den Wirkungseintritt und die Steuerung der Abgabe von aktiviertem Sauerstoff aus den stabilisierten Chloritmatrices in kontrollierter Weise noch zu verbessern, ist es vorteilhaft, der die Chloritmatrices enthaltenden Lösung eine Eisen-Porphyrin-Verbindung kurz vor dem Gebrauch zuzugeben. Es ist bevorzugt, die Chloritmatrix enthaltende Lösung und die Eisen-Porphyrin-Verbindung bis kurz vor dem Gebrauch voneinander getrennt aufzubewahren, um die Katalysatorwirkung nicht vorzeitig auszulösen. Als Eisen-Porphyrin-Verbindung können Hän-Protein-Verbindungen zum Einsatz gelangen. Hier ist insbesondere die Verbindung Hämoglobin zu nennen. Nach einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die Eisen-Porphyrin-Verbindung frei von einem Proteinanteil zugefügt, da der Proteinanteil die Freisetzung des aktivierten Sauerstoffes beeinflusst. Ein ähnlicher Abbau zu ökologisch unschädlichen Komponenten erfolgt bei der Anwendung auf Pflanzenteilen.

Daher ist eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung auf Zubereitungen, die Häm enthalten, gerichtet, wobei das Häm gegebenenfalls auch synthetisch durch Einbringung verschiedenartiger Substituenten in die ß,ß'-Stellungen der Pyrrolkerne in üblicherweise modifiziert sein kann.

Die Eisen-Porphyrin-Verbindung wird mit Vorteil in einer Menge von 1:10 bis 1:100 zu der stabilisierten Chloritmatrix eingesetzt. Je nach Anwendungszweck können aber auch geringere Mengen der Eisen-Porphyrin-Verbindung Einsatz finden. Gemäss der Erfindung ist es insbesondere bevorzugt, eine Lösung der stabilisierten Chloritmatrices, gegebenenfalls unter Hinzufügung einer Eisen-Porphyrin-Verbindung, zunächst auf die zu behandelnden Pflanzenteile aufzubringen, und dann in einem zweiten Schritt eine Lösung aus einem wasserlöslichen Acrylpolymer, einem Vernetzungsmittel für dasselbe und gegebenenfalls einer Initiatorsubstanz auf die vorbehandelten Pflanzenteile zu applizieren.

Ein weiteres sauerstoffaktivierendes System stellt das System zur physikalisch-chemischen Aktivierung von Triplett-Sauerstoff zu Singulett-Sauerstoff dar. Hier gelangt man durch fotodynamische Aktivierung bestimmter Pigmentmoleküle zu dem äusserst reaktiven Singulett-Sauerstoff, der ebenso wie der aus den stabilisierten Chloritmatrices freigesetzte Sauerstoff eine antimikrobielle Wirkung entfaltet. Bei der fotodynamischen Aktivierung durch bestimmte Pigmentmoleküle wird die durch eingefangene Lichtquanten erzeugte Anregungsenergie auf den Sauerstoff weitergegeben und seine ungepaarten Elektronen werden zu einem reaktiven "Dublett" mit antiparallelem Spin gepaart. Singulett-Sauerstoff stellt eine der aggressivsten Sauerstoffspezies dar.

Als Pigmentmoleküle eignen sich für die vorstehend genannte fotodynamische Aktivierung insbesondere die Substanzen Rose Bengal, Hypericin (Hypericum perforatum), das aus dem Johanniskraut gewonnen wird und ein Naphthochinon-Derivat darstellt, sowie das dem letzteren strukturverwandte Fagopyrin aus Buchweizen, die beide einen starken fotodynamischen Effekt zeigen. Im weiteren eigenen sich die folgenden Pigmente bzw. Farbstoffe: Cumarine, Hämatoporphyrin, Riboflavin und Indolderivate als Singulett-02-Generatoren.

Wie im Falle der antimikrobiellen Vorbehandlung durch stabilisierte Chloritmatrices ist es auch bei der Anwendung von Singulett-Sauerstoff vorteilhaft, in einem getrennten Verfahrensschritt eine entsprechende Vorbehandlung durchzuführen und anschliessend die Pflanzenteile mit der Acrylpolymerlösung zu behandeln.

Als weitere sauerstoffaktivierende Systeme dienen Wasserstoffperoxid, anorganische und organische Peroxide oder +++ Fe + Reduktionsmittel.

Als besonders bevorzugte Peroxide sind zu nennen: Benzoylperoxid, Sebacinsäureperoxid, sowie insbesondere anorganische Peroxide und besonders bevorzugt Wasserstoffperoxid.

Als geeignetes System Fe /Reduktionsmittel ist das System Fe+++-Salz + Ascorbinsäure anzuführen.

Im allgemeinen wird die erfindungsgemässe Zubereitung in einer Menge von 5 bis 500 l/ha auf die Pflanzen aufgebracht. Bevorzugt ist eine Applikation des Mittels in einer Menge von 50 1/pa.

Wie bereits vorstehend ausgeführt, ist es vorteilhaft, die Anwendung der erfindungsgemässen Zubereitung in zwei Schritten zu vollziehen, d.h. in einem ersten Schritt erfolgt die Applikation des sauerstoffaktivierenden Systems auf die zu behandelnden Pflanzenteile, worauf dann in einem zweiten Verfahrensschritt eine wässrige Lösung von Acrylpolymer, Vernetzungmittel und gegebenenfall Initiatorsubstanz auf die Pflanzen aufgebracht wird.

Die Apprikation der erfindungsgemässen Zubereitung erfolgt nach bekannten Methoden der Tauch- oder Sprühbehandlung; bevorzugt jedoch nach dem ULV- oder C-D-A-Verfahren. Hierzu wird auf die in der DE-OS 13 13 673 beschriebene Vorrichtung zum Versprühen von Flüssigkeiten und Suspensionen hingewiesen, wobei man kleine Tröpfchen von einer routierenden Schleuderscheibe als Sprühkegel schleudert, indem man während des Versprühens in einer im Inneren des Sprühkegels liegenden Zone einen zur Ausbildung einer den Sprühkegel verengenden Zentripetalströmung hinreichenden Unterdruck erzeugt.

Im folgenden werden Schaderreger aufgeführt, die mit Hilfe der erfindungsgemässen Zubereitung besonders erfolgreich bekämpft werden können: I. Pilze 1. Oomycetales: Plasmopara viticola, Phytophthora infestans, Pseudoperonospora humili, Phytophthora palmivora, Peronosporaceae an Zierpflanzen (falscher Mehltau).

2. Ascomycetes: Euascomycetes, wie Plactoscales, Erysiphales, z.B.

Erysiphe graminis, Uncinula necator, Sphaerotheca mors uvae, Sphaerotheca humili, Spaerotheca pannosa, Podosphaera leucotricha; Pyrenomycetales, wie Venturia inaequilis, Fusarium culmorum, Pseudopeziza tracheiphila, Mycophaerella musicola, Mycosphaerella graminicola, Leptosphaeria nodurum (Septoria nodu- rum).

3. Basidiomycetes: Phragmobasidiomycetes, wie Uredinales, Uromyces phaseoli, Uromyces pisi, Hemileia vastatrix, Uromyces cariophillinus, Puccinia purpurea, Puccinia arachit dis, Uromyces appendiculatis, Puccinia helianthi, Phakopsora pachyrhizi; Ustilaginales; sowie weiter Basidiummycetes, wie Cerospora caffeicola, Exobasi, dium vexans.

4. Deuteromycetes, wie Botrytis cinerea, Cerospora beticola, Alternaria, Septoria spp., Phoma lingam, Piricularia oryzae.

II. Pflanzenpathogene Bakterien Hier wird gemäss der Erfindung ebenfalls ein Schutz durch strukturelle Resistenzerhöhung erzielt, besonders auch bei Beschädigungen an der Pflanze.

Bevorzugte Wirtspflanzen, die mit Hilfe der erfindungsgemässen Zubereitung geschützt werden: Obstbestand, insbesondere Äpfel und Birnen, Getreide, Kartoffeln (kraut- und Knollen), Zurckerrüben, Erdbeeren, Weinreben und Trauben.

Besonders geeignet ist die Verwendung der erfindungsgemässen Zubereitung zum Schutz vor Fichten-Mehltau, Falschem Mehltau, Obstschorf, Rostkr-nkheiten, Kraut- und Knollenfäule der Kartoffel, zum Schutz vor der durch Caerospora verursachten Infektion der Zuckerrübe, dem durch Phoma lingam verursachtem Befall von Raps, dem Befall durch Pseudcaercosporella bei Getreide, dem Befall durch Phytophthora und Botrytis bei Erdbeeren, zum Schutz von Botrytis-Befall bei Weinreben.

Insbesondere eignet sich die erfindungsgemässe Zubereitung bevorzugt zum Schutz von Weinreben, Hopfen, Roggen, Weizen oder Gerste sowie zum Schutz von Saatgut (Samen) und Pflanzgut (Knollen, Klone, Zwiebeln, etc.). Besonders geeignet ist die Anwendung der erfindungsgemässen Zubereitung zur Vermeidung schädlicher Frosteinflüsse auf Pflanzen bzw. Pflanzenteile. Die Erhöhung der Frosttoleranz von Pflanzen erfolgt durch Ausschaltung der Eisnukleusbildung auf den Pflanzenoberflächen.

Im folgenden werden Versuche unter Verwendung der erfindungsgemässen Zubereitung beschrieben, die die Erfindung näher erläutern, diese jedoch nicht beschränken sollen.

Die für die Untersuchungen verwendeten Pflanzen (jeweils 6 Stück) wurden in Töpfen gezogen. Für jede Untersuchung dienten Pflanzen in 6 bis 10 Töpfen. Zum Einsatz kam bei den nachstehenden Versuchen das im Handel von der Firma Agro-K.Corp., Minneapolis, erhältliche Mittel "PRO-TEC", das sich zusammensetzt aus einem carboxylierten, hydrophilen Acrylpolymer, einem Vernetzungsagens sowie einer UV-absorbierenden Substanz. PRO-TEC wurde bei den Versuchen in wässriger Lösung bzw. Disperion in einer Konzentration von 7,5 % Feststoffgehalt angewendet.

Als sauerstoffaktivierendes System kamen Lösungen aus stabilisierten Chloritmatrices mit einem n-Wert von 0,10 zur Anwendung. Die Konzentration der wässrigen Lösung an stabilisierten Chloritmatrices betrug mindestens 10 mg/l.Der die Chloritmatrices enthaltenden Lösung wurde Häm in einer Konzentration von ca. 20 mg/l als Katalysator zur verbeserten kontrollierten Sauerstoffabgabe zugegeben.

Die Pflanzen wurden in einem bestimmten Vegetationsstadium mit Hilfe eines Handsprühers- in zwei Schritten bis zum völligen Bedecken der Pflanzen mit den vorstehend genannten zwei wässrigen Lösungen bzw. Dispersionen besprüht. Die zweite Sprühbehandlung mit dem Acrylpolymer erfolgte etwa 30 Minuten bis 1 Stunde nach der ersten Sprühbehandlung. Die Ergebnisse der mit der erfindungsgemässen Zubereitung in zwei Verfahrensschritten behandelten Pflanzen wurden mit Kontrollproben, die nicht behandelt, sondern lediglich dem Schaderreger ausgesetzt wurden, verglichen.

Versuchsbeispiel 1 Hierzu wurden insgesamt 60 Bohnenpflanzen (Phaseolus vulgaris), die zu einer Höhe von ca. 30 bis 50 cm gezogen worden waren, mit Uredospori von Uromyces phaseoli infiziert. Die Hälfte der Bohnenpflanzen war unmittelbar vorher mit der erfindungsgemässen Zubereitung in zwei Verfahrensschritten vorbehandelt worden. Die andere Hälfte der Pflanzen diente als Kontrolle.

Bereits nach 5 bis 7 Tagen zeigten die Kontrollpflanzen starken Pilzbefall. Die mit dem erfindungsgemässen Mittel behandelten Pflanzen waren nicht infiziert.

Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 in Abhängikeit von der Sporenkonzentration wiedergegeben.

Tabelle 1 Uredosori/cm2 Blattfläche "Sporenkonzentration" = 140 mg/400 ml H2O; die Kontrollpflanzen wurden nur mit Wasser behandelt.

Nr. behandelt unbehandelt 1 0 130 2 1 145 3 1 167 4 0 151 5 0 173 6 1 156 7 0 178 8 1 139 9 0 146 10 0 163 11 0 171 12 1 190 mung der Pilzinfektion ca. 99,8 t.

Die vorstehenden Vergleichsversuche in Tabelle 1 zeigen deutlich, dass mit Hilfe der erfindungsgemässen Zubereitung die strukturelle Resistenz der Bohnenpflanzen deutlich verbessert und das Eindringen des pathogenen Erregers nahezu vollständig verhindert wird.

Versuchsbeispiel 2 Es wurden weitere Untersuchungen mit Phaseolus vulgaris durchgeführt, wobei jedoch die Besprühung der Pflanzen mit der erfindungsgemässen Zubereitung (mindestens 10 mg/l stabilisierte Chloritmatrices, n = 0,10, in der ersten Behandlungsstufe; PRO-TEC: 7,5 % Feststoffgehalt, in der zweiten Behandlungsstufe) erst nach Befall und Inkubation durch den Shaderreger erfolgte.Ansonsten sind die Versuchsbedingungen mit denen von Beispiel 1 vergleichbar.

60 der unbehandelten Pflanzen wurden mit "Sporensuspension" (70 mg/400 ml) wie im vorhergehenden Versuch besprüht. Es wurde die übliche Inkubationszeit (mindestens 10 h) abgewartet, dann erfolgte Besprühen von 30 Pflanzen mit der erfindungsgemässen Zubereitung, wie vorstehend angegeben. Die übrigen Pflanzen dienten als Kontrolle.

Sämtliche der mit Sporensuspension besprühten Pflanzen bildeten Sporenlager von Uromyces phaseoli, Uredosori sowie Uredosporen au3.

Bei den mit der erfindungsgemässen Zubereitung nachträglich behandelten Pflanzen konnten die neu freigewordenen Sporen auf den gespritzten Blättern keine neuen Infektionen erzeugen. Im Gegensatz dazu bildeten sich bei den unbehandelten Pflanzen neue Infektionsherde durch die neu freigewordenen Sporen aus. Es konnte somit durch die Behandlung mit Hilfe der erfindungsgemässen Zubereitung nach der Primärinfektion die sekundäre Folgeinfektion abgewendet werden.


Anspruch[de]

Zubereitung zur Erhöhung der strukturellen Resistenz von Nutz- und Zierpflanzen und Verwendung derselben (Zusatzanmeldung zu P 33 14 936) Patentansprüche 1. Zubereitung zur Erhöhung der strukturellen Resistenz von Nutz- und Zierpflanzen, welche ein wasserlösliches | Acrylpolymer, ein Vernetzungsmittel für das genanne 1 Acrylpolymer und gegebenenfalls eine Initiatorsttstanz gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 der Patentanmeldung P 33 14 936.4 enthält, dadurch g e k e n n z e i c h i n e t , dass diese zusätzlich, vorzugsweise in getrennter Aufbewahrung, ein sauerstoffaktivierendes System umfasst.

2. Zubereitung gemäss Anspruch 1, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , dass diese als sauerstoffaktivierendes System stabilisierte Chloritmatrices umfasst.

3. Zubereitung nach Anspruch 2, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , dass diese ausserdem, vorzugsweise in getrennter Aufbewahrung, mindestens eine Fe-Porphyrin-Verbindung umfasst, wobei die stabilisierten Chloritmatrices und die Fe-Porphyrin-Verbindung kurz vor dem Gebrauch vereinigt werden.

4. Zubereitung nach Anspruch 3, dadurch g e k e n n -z e i c h n e t , dass die Eisen-Porphyrin-Verbindung eine Hämprotein-Verbindung darstellt.

5. Zubereitung nach Anspruch 3, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , dass das Fe-Porphyrin proteinfrei ist.

6. Zubereitung nach Anspruch 5, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , dass gegebenenfalls synthetisch modifiziertes Häm vorliegt.

7. Zubereitung nach einem oder mehreren der Ansprüche 3 bis 6, dadurch g e k e n n z e i c h n e t , dass die Eisen-Porphyrin-Verbinhung zu den stabilisierten Chlorimatrices in einem Verhältnis von 1:10 bis 1:100 vorliegt.

8. Zubereitung nach Anspruch 1, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , dass diese als sauerstoffaktivierendes System ein System zur physikalisch-chemischen Aktivierung von Triplett-Sauerstoff zu Singulett-Sauerstoff umfasst.

9. Zubereitung gemäss Anspruch 8, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , dass diese lichtdynamische Pigmente bzw. Farbstoffe umfasst.

10. Zubereitung gemäss Anspruch 9, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , dass diese ein Pigment bzw.

einen Farbstoff aus der Gruppe Rose Bengal, Hypericin, Cumarine, Hämatoporphyrin, Riboflavin, und/oder ein Indolderivat umfasst.

11. Zubereitung. gemäss Anspruch 1, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , dass diese als sauerstoffaktivierendes System H202, ein anorganisches oder organische-s Peroxid oder Fe und ein Reduktionsmittel umfasst.

12. Zubereitung nach Anspruch 11, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , dass diese als Peroxid Benzoylperosid oder Sebacinsäureperoxid umfasst.

13. Zubereitung nach Anspruch 11, dadurch g e -k e n n z e i c h. n e t , dass diese ein Fe(III)-Salz und Ascorbinsäure umfasst.

14. Verfahren zur Erhöhung der strukturellen Resistenz ioi Nutz- und Zierpflanzen, dadurch g e -k e n n z e i c h n e t , dass die Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 in der Weise auf die Nutz- und Zierpflanzen appliziert wird, dass die Pflanzen zunächst mit der Zubereitung, die das sauerstoffaktivierende System enthält, und dann mit der das Acrylpolymer, ein Vernetzungmittel und gegebenenfalls eine Initiatorsubstanz enthaltenden Zubereitung behandelt werden.

15. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zur Erhöhung der Frostresistenz von Nutz- und Zierpflanzen.

16. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zum Schutz von Nutz- und Zierpflanzen vor Mikroorganismen.

17. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zum Schutz von Nutz- und Zierpflanzen vor Pilzbefall.

18. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zum Schutz von Nutz- und Zierpflanzen vor Bakterienbefall.

19. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zum Schutz vor Fichtenmehltau.

20. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zum Schutz vor Obstschorf.

21. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zum Schutz vor Rostkrankheiten bei Nutz- und Zierpflanzen.

22. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zum Schutz von Weinreben.

23. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zum Schutz von Hopfen.

24. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zum Schutz von Roggen, Weizen oder Gerste.

25. Verwendung der Zubereitung gemäss den Ansprüchen 1 bis 13 zum Schutz von Saatgut und Pflanzgut.







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