Verfahren zur Erzeugung von Koksgranulat
als Aufkohlungsaittel Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung
von Koksgranulat als Aufkohlungsmittel.
Für die Verarbeitung von Torf zu Koks oder zu Aktivkohle sind bisher
Verfahren in Anwendung, die vom Rohmaterial ausgehen, das in Soden gestochen oder
gepreßt naß im Feld ausgelegt wird, um dann durch Wind und Sonne während vieler
Monate getrocknet zu werden. Neben der Unsicherheit, die die Abhängigkeit von der
Witterung darstellt, bedingt dieser Prozeß einen hohen Aufwand für Feldvorbereitung,
Unterhaltung, Großflächenabbau und den Einsatz eines teuren Maschinenparks und umfangreichen
Personals.
Um die aufwendige Feldwirtschaft zu vermeiden, hat man Verfahren zur
Verarbeitung von nicht vorgetrocknetem Rohtorf vorgeschlagen, die entweder auf die
Verarbeitung von Torf zu Heizmaterial abzielen oder die Torf zu Hüttenkoks transformieren
wollen. Bei der Verarbeitung von naturfeuchtem Rohtorf zu Brennmaterial kommt es
auf die Gleichmäßigkeit der Wasserverteilung und die Struktur des Materials nicht
an. Wie in der DE-PS 532 874 ausgeführt ist, wird bei der bekannten Brenn-
stofferzeugung
aus Rohtorf zunächst naturfeuchter Torf mit hydrophobiertem Torf mit 12 % Restfeuchte
im Verhältnis 1 : 1,04 vermengt und nachfolgend dieses Gemenge auf einer Presse
auf eine Mischrestfeuchte vo'n 51,5 % gebracht. Das so gewonnene Zwischenprodukt
ließe sich zu einem Granulat, das zur Verkokung g-eeignet ist, nicht weiterverarbeiten,
da es ein Mischprodukt aus hydrophoben und feuchten Torfteilen ist. Bei den notwendigen
Trocknungsvorgängen verhält sich der hydrophobe Anteil völlig anders als der in
der Presse auf 65 bis 70 % Restfeuchtigkeit entwässerte andere Teil, so daß ein
solches Gemenge kein formbeständiges Granulat bilden kann.
Auch ein anderes, in der Literatur vorgesch-lagenes Verfahren zur
Nutzung von Rohtorf hat ein anderes Verfahrensziel und einen unterschiedlichen Verfahrensweg
aufgezeigt. Die DE-PS 16 71 382 behandelt die Erzeugung von Formkoks aus Rohtorf
für die Erzverhüttung und ist demgemäß auf einen grobstückigen Hüttenkoks angelegt.
Der Grundgedanke ist dabei die Abscheidung des Oberflächenwassers
und der Faserfraktion des Rohtorfes mit anschließender druckloser Verformung bei
82 % Restfeuchte. Dabei wird lediglich das Oberflächenwasser entfernt und der von
Fasern abgetrennte, 82 Z Restfeuchtigkeit enthaltende Torf drucklos zu Quadern verformt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Koksgranulat als Aufkohlungsmittel
zu erzeugen bzw. daraus Aktivkohle herzustellen, und ein Verfahren dafür bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren gelöst, bei
dem als Rohmaterial naturfeuchter Torf verwendet wird, dem ohne Zusatz von Trockentorf
oder ande-
rem Zusatzmaterial soviel Wasser entzogen ist, daß er
weniger als 30 % seiner Ausgangsfeuchtigkeit besitzt.
Zur Durchführung dieses Verfahrens wird vorgeschlagen, daß das gesamte
Torfmaterial ohne Abtrennung des Faseranteils und ohne Vermahlung unter hohem Druck
zu Granulat verpreßt wird.
Weitere Merkmale des Verfahrens ergeben sich aus den Patentansprüchen.
Bei dem Verfahren gemäß Erfindung kommt es darauf an, daß alle Torfpartikel
völlig gleichmäßig behandelt werden, gleich strukturiert sind, denselben Feuchtigkeitsgehalt
haben und nicht aus einem inhomogenen Gemenge mehrerer Komponenten bestehen.
Das Endprodukt des Verfahrens ist nicht Hüttenkoks, sondern ein Aufkohlungsmittel,
durch das der bisher verwendete Graphit ersetzt werden kann. Weiterhin soll aus
diesem Aufkohlungsmittel Aktivkohle hergestellt werden.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die gesamte Rohtorfsubstanz
ohne Faserfraktionierung, die praktisch unmöglich ist, noch viel weiter entwässert,
als bei den bekannten Verfahren. Dabei wird das eingebrachte naturfeuchte Rohmaterial
auf 25 % seiner Ursprungsfeuchtigkeit gebracht und es wird auf jeden Zusatz von
Trockentorf oder anderen Zusätzen verzichtet. Die Verformung erfolgt unter hohem
Druck zu einem Preßgranulat, das sich in der Stoffzusammensetzung, in der Festigkeit,
in der Größe und in der Restfeuchte wesentlich von den bekannten Produkten unterscheidet.
Während die Einbeziehung der Faserfraktion in das hier vorgeschlagene Verfahren
die Erzeugung eines festen,
formbeständigen Kleingranulats ermöglicht,
hat die vorgesehene weitere Entwässerung der Ursprungssubstanz den gewünschten Effekt,
daß mit dem Preßwasser aus dem Rohstoff Harz- und Gel-Anteile entfernt werden, die
dem hier angestrebten Zweck hinderlich wären.
Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird, ausgehend von nicht vorgetrocknetem
Rohtorf, ein feinkörniges, gleichförmiges Preßgranulat erzeugt, das nach Verkokung
als Aufkohlungsmittel dienen und in einem weiteren Prozeßschritt auch zu Aktivkohle
umgewandelt werden kann.
Dazu wird der naturfeuchte Rohtorf einer Presse zugeführt und dort
ohne jeglichen Zusatz auf eine Restfeuchte entwässert, die unterhalb 25 % der ursprünglichen
Feuchtigkeit liegt. Der so mechanisch entwässerte und von Harzen und Gelen weitgehend
befreite Torf wird mittels einer Hochdruckpresse zu einem Granulat verformt, dessen
Partikelgröße unter 20 mm liegt. Es ist nicht beabsichtigt, durch ein Mahl aggregat
das abgepreßte Material aufzumahlen. Gegebenenfalls können in einem Defibrator ohne
wesentliche Mahlgraderhöhung Faserbündel zu Einzel fasern defibriert werden. Im
Regelfall wird jedoch auf einen solchen Defibrator verzichtet und das abgepreßte
Material direkt zu Granulat verpreßt. Das Preßgranulat wird in einem Wirbelbett
einer Kurzzeittrockung unterworfen und gelangt dann in einen Koksofen, um hier zwischen
8500 und 950" C zu Koksgranulat verwandelt zu werden. Aus diesem Koksgranulat kann
dann in einer besonderen Aktivierungsstufe, durch Zugabe von Wasserdampf oder anderen
entsprechenden Substanzen Aktivkohle erzeugt werden.