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Dokumentenidentifikation DE3509965A1 25.09.1986
Titel Verfahren zur Einstellung von Verkehrsfunk-Empfängern
Anmelder ANT Nachrichtentechnik GmbH, 7150 Backnang, DE
Erfinder Ostermann, Bernd, Dipl.-Ing., 7150 Backnang, DE
DE-Anmeldedatum 20.03.1985
DE-Aktenzeichen 3509965
Offenlegungstag 25.09.1986
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.09.1986
IPC-Hauptklasse H03J 9/00
IPC-Nebenklasse H04H 1/00   

Beschreibung[de]

Verfahren zur Einstellung von Verkehrsfunk-Empfängern

Fahrzeuge, die mit Sende- und/oder Empfangseinrichtungen ausgestattet sind, müssen abhängig vom jeweiligen Standort die Sende- und/oder Empfangseinrichtung auf die in einem bestimmten örtlichen oder regionalen Bereich zu benutzenden Frequenzen einstellen, um mit einer anderen mobilen oder ortsfesten Sende- und/oder Empfangseinrichtung eine Verbindung aufzubauen.

So ist beispielsweise beim Empfang des sogenannten Verkehrswarnfunks die Einstellung des Empfängers auf die Frequenz des regionalen Rundfunksenders, welcher die Verkehrsinformation ausstrahlt, erforderlich. Wird der überdeckungsbereich dieses Senders verlassen, so muß der Empfänger auf die Frequenz eines anderen Senders umgestellt werden. Die Notwendigkeit der Umstellung wird heute üblicherweise aus dem Abfall der Feldstärke abgeleitet. Die Umstellung wird entweder manuell oder durch automatische Initialisierung eines Suchlaufes vorgenommen.

Da die von den Sendern ausgestrahlten elektromagnetischen Wellen nicht auf bestimmte Bereiche genau begrenzt werden können, überlappen sich die Überdeckungsbereiche der verschiedenen Sender. Dies hat zur Folge, daß sich ein Fahrzeug bereits im Zuständigkeitsbereich eines anderen Senders und damit gegebenenfalls auch in einem anderen Verkehrsfunkbereich befindet ohne dies zu bemerken. Um dem Fahrzeuglenker einen entsprechenden Hinweis auf den zuständigen Verkehrsfunkbereich bzw. den zuständigen Rundfunksender zu geben, sind an den Autobahnen Hinweistafeln mit dem Buchstaben des Verkehrsfunkbereiches und der Frequenz des Senders angebracht. Wegen des damit verbundenen finanziellen Aufwandes können nicht an allen Straßen in der erforderlichen Häufigkeit derartige Hinweistafeln aufgestellt werden und sie werden bei starkem Verkehr oft nicht wahrgenommen.

Die Erfindung beschreibt ein Verfahren, wodurch eine automatische Umstellung der Sende- und/oder Empfangsfrequenz einer Fahrzeugeinrichtung an beliebiger Stelle im Straßennetz veranlaßt werden kann.

Gelöst wird dies dadurch, daß auf und/oder in der Nähe der Fahrbahn - entweder passive Informationsquellen angeordnet sind, die von Fahrzeugsensoren abgetastet werden, um mit deren Kodierung die Einschaltung und/oder Einstellung der in diesem Bereich zu benutzenden Frequenz in der Fahrzeugeinrichtung zu bewirken, - oder aktive Informationsquellen angeordnet sind, die von einem Fahrzeug-Empfänger empfangen werden und die Sende-und/oder Empfangseinrichtung im Fahrzeug auf die jeweilige in diesem Bereich zu benutzende Frequenz einschalten und/ oder einstellen.

Die passive Informationsquelle wird beispielsweise durch in ihrem Reflexions-Leitfähigkeitsverhalten von der übrigen Fahrbahnoberfläche abweichenden Querstrichen gebildet. Die Kodierung der Information kann dabei durch die Breite eines oder mehrerer Striche und/oder deren Abstände erfolgen (sogenannte Balken-Kodierung).

Durch Hinzufügen von Prüfinformationen mittels zusätzlicher Bits oder Striche oder durch redundanten Aufbau der Kodierung kann die Erkennungssicherheit erhöht werden.

Ein über die Kodierung hinwegfahrendes Fahrzeug 6 tastet (wie in den Fig. 1 und 2 schematisch gezeigt) die Information ab, indem es von einer Quelle 1 Energie - vorzugsweise sichtbare Lichtenergie - auf die Fahrbahn F abstrahlt. Diese wird abhängig von den Reflexionseigenschaften der Fahrbahn bzw.

der aufgebrachten Streifen unterschiedlich stark reflektiert.

Die reflektierte Energie wird von einem Empfänger 2 aufgenommen und einer Auswerteeinrichtung 3 zugeführt. Die Auswerteeinrichtung erkennt aus den vom Empfänger 2 kommenden elektrischen Werten die Breite und/oder die Abstände und/ oder die Farbwerte der Streifen und bewertet deren Informationsinhalt. Über eine Anzeige- und Steuereinheit 4 wird die so gewonnene Information dem Fahrzeuglenker zur Anzeige gebracht und/oder zur Einstellung der Frequenz und/oder Modulationsart benutzt.

Zur Verbesserung der Auswertesicherheit, d.h. der Genauigkeit der Form-, der Breiten- und/oder Abstandsermittlung der Strich-Kodierung, wird der Auswerteeinrichtung 3 von der Wegstrecken- oder Geschwindigkeitsmeßeinrichtung 5 des Fahrzeuges die zur Messung erforderliche Information zugeführt. Dadurch wird auch bei diskontinuierlicher Fahrzeuggeschwindigkeit, die den zeitweiligen Stillstand des Fahrzeuges einschließt, eine Kodeerkennung sichergestellt.

Die durch den Kodeaufbau mögliche Erkennung der Fahrtrichtung kann vorteilhaft benutzt werden, um bei Überfahren desselben Kodes in der einen Richtung eine Einstellung der im Strichkode enthaltenen Frequenz zu veranlassen, in der anderen Richtung dagegen die Löschung dieser Einstellung zu bewirken.

Neben der festen Aufbringung der Strich-Kodierung, z.B. auf die Fahrbahn, besteht die Möglichkeit der bedarfsweisen Aufbringung z.B. durch flexible Matten oder Platten, auf welchen die jeweilige Information in Form einer entsprechenden Strich-Kodierung enthalten ist. Dies kann bei der kurzfristigen Einrichtung von örtlichen Frequenznutzungsbereichen von Vorteil sein.

Den bisherigen Betrachtungen lagen Kodestreifen zugrunde, die aufgrund ihres gegenüber ihrer Umgebung unterschiedlichen Reflexions- oder Absorptionsverhaltens erkennbar sind. Ebenso sind bei dem erfindungsgemäßen Verfahren aktive Informationsquellen anwendbar. Diese werden durch geeignete Funk-, Infrarot- oder Ultraschallsender gebildet, deren Frequenz und/oder Modulation vom Fahrzeug empfangen wird. Mittels einer geeigneten elektronischen Auswerte-Einrichtung wird die Einschaltung bzw. die Einstellung der für diesen Bereich zuständigen Verkehrsfunk-Frequenz bewirkt. Die erwähnten Sender können dabei z.B. direkt auf oder an den Verkehrszeichen am Fahrzeugrand angebracht werden. Sofern erforderlich werden sie mit einer autarken Stromversorgung, beispielsweise durch Solarzellen, ausgerüstet.

Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht die automatische Einschaltung und Einstellung der jeweils in einem örtlichen Bezirk zuständigen Verkehrsfunk-Frequenz des Verkehrsfunk-Empfängers im Fahrzeug ohne Zutun des Fahrzeughalters.

Außerdem wird die Bildung räumlich abgegrenzter Nutzungsbereiche beliebiger Größe für bestimmte Frequenzen und/ oder Modulationsarten ermöglicht.


Anspruch[de]

Patentansprüche: R l.)Verfahren zum Einstellen der Sende- und/oder Empfangsfrequenz für Sende- und/oder Empfangseinrichtungen in Landfahrzeugen, dadurch gekennzeichnet, daß auf und/ oder in der Nähe der Fahrbahn - entweder passive Informationsquellen angeordnet sind, die von Fahrzeugsensoren abgetastet werden, um mit deren Kodierung die Einschaltung und/oder Einstellung der in diesem Bereich zu benutzenden Frequenz in der Fahrzeugeinrichtung zu bewirken, - oder aktive Informationsquellen angeordnet sind, die von einem Fahrzeug-Empfänger empfangen werden und die Sende- und/oder Empfangseinrichtung im Fahrzeug auf die jeweilige in diesem Bereich zu benutzende Frequenz einschalten und/oder einstellen.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die passive Informationsquelle durch eine sogenannte Balken-Kodierung realisiert wird, die aus unterschiedlich angeordneten Strichen besteht.

3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als aktive Informationsquelle ein Funk-, Infrarot- oder Ultraschallsender dient, dessen Frequenz und/oder dessen Modulation zur Einstellung der jeweils für diesen Bereich zuständigen Verkehrsfunk-Frequenz benutzt wird.

4. Aktiver Strahler nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sender an den Verkehrszeichen angeordnet ist und gegebenenfalls eine autarke Stromversorgung (Solarzelle) aufweist.







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