Beschreibung
Sicherheitsgurt-Rückhaltevorrichtung Die Erfindung betrifft
eine Sicherheitsgurt-Rückhaltevorrichtung, insbesondere in Kraftfahrzeugen, mit
einem Gurtaufroller und mit einer die Blockierung des Gurtbandes herbeiführenden,
mit dem Gehäuse des Gurtaufrollers verbundenen Klemmvorrichtung mit zwei Klemmbacken,
zwischen denen das Gurtband geführt ist.
Eine gattungsgemäße Rückhaltevorrichtung ist bereits aus der DE-AS
24 32 956 bekannt. Dabei wird das vom Gurtwickel des Gurtaufrollers ablaufende Gurtband
zweimal umgelenkt, wobei zwischen den Umlenkstellen die Klemmvorrichtung für das
Gurtband in der Art angeordnet ist, daß ein vom Gurtband infolge dessen Umlenkung
betätigter Hebel die bewegliche Klemmbacke trägt. Nach Sperrung des Gurtaufrollers
führt der Anstieg der Gurtauszugskraft im Unfallgeschehen zu einer entsprechenden
Verschwenkung des Klemmhebels mit Klemmung des Gurtbandes.
Mit einer derartigen Anordnung der Klemmvorrichtung und vor allem
mit deren Auslösung ist der Nachteil
verbunden, daß der Betätigung
der Klemmvorrichtung als Rückhaltung der mit dem Sicherheitsgurt angeschnallten
Person eine selbsttätige Sperrung des Gurtaufrollers vorangehen muß, da erst der
durch die Sperrung des Gurtaufrollers bewirkte Anstieg der Gurtauszugskraft zur
Betätigung des Klemmhebels mit selbstklemmender Wirkung führt. Durch diesen technisch
bedingten Umweg läßt sich nicht vermeiden, daß eine gewisse Länge des Gurtbandes
vom Gurtaufroller freigegeben wird, bevor dieser mit seinem Sperrsystem anspricht
und so auch die Klemmwirkung der Klemmvorrichtung einleitet, so daß infolge der
sowohl vom Gurtaufroller als auch noch von der Klemmvorrichtung freigegebenen Gurtbandes
eine Vorverlagerung der angeschnallten Person und damit deren gewisse Gefährdung
nicht verhindert werden kann.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße
Rückhaltevorrichtung derart zu verbessern, daß bei einem Unfall das Ansprechen der
Klemmvorrichtung ohne eine vorherige Freigabe an Gurtband deutlich beschleunigt
ist.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich einschließlich vorteilhafter
Ausgestaltungen und Weiterbildungen aus dem Inhalt der Patentansprüche, welche dieser
Beschreibung vorangestellt sind.
Mit der Erfindung ist zunächst der Vorteil verbunden, daß die auf
Fahrzeug- und Gurtbandbeschleunigungen unmittelbar ansprechende Klemmvorrichtung
auf entsprechende Vorgänge unmittelbar reagiert und ohne ein Nachlassen an Gurtband
dieses einklemmt und die angeschnallte Person somit ohne jede Verzögerung sichert.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist
darin zu sehen, daß der Gurtaufroller
als Steuerelement für die Betätigung und/oder Auslösung der Klemmvorrichtung nicht
mehr benötigt wird und daher ohne eigene, beim Gurtaufroller als bekannt vorauszusetzende
Sperrsysteme ausgebildet sein kann. Dies bedeutet gleichzeitig, daß der Gurtaufroller
als nicht mehr lastaufnehmendes Teil entsprechend leichter und auch aus weniger
tragfesten Materialien hergestellt sein kann. Je nach Anforderung kann es sich jedoch
bei Ausführung der Erfindung empfehlen, auf die Sperrsysteme des Gurtaufrollers
nicht zu verzichten, um im Normalbetrieb des Gurtaufrollers, das heißt ohne ein
Ansprechen der Klemmvorrichtung im Unfallgeschehen, eine sichere Rückhaltung zu
gewährleisten und für das Unfallgeschehen eine zusätzliche Sicherheitsreserve vorzuhalten.
Nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist der gesamte Gurtaufroller
als Pendel ausgebildet und zu diesem Zweck am Klemmvorrichtungsgehäuse aufgehängt
und mit der zu steuernden beweglichen Klemmbacke der Klemmvorrichtung mittels eines
Übertragungshebels verbunden. Dabei wirkt der Gurtaufroller als solcher als Pendel,
und zwar sowohl hinsichtlich der fahrzeugsensitiven als auch der gurtbandsensitiven
Steuerung des Ansprechens der Klemmvorrichtung. Erfolgen nämlich plötzliche Fahrzeugbeschleunigungen
mit entsprechenden Kräften, so führt die dadurch hervorgerufene Aus lenkung des
pendelnd aufgehängten Gurtaufrollers aus seiner Ruhelage zu einem Schließen der
Klemmbacken, wobei deren Form und synchrone Bewegungskoppelung bei gleichzeitig
anwachsender Gurtauszugskraft die Klemmwirkung servorartig verstärken. Ein Rückschwingen
des Pendels in die Normalstellung führt dann ent-
sprechend zu
einer Öffnung der Klemmbacke mit Freigabe des Gurtbandes. Erfolgt nun hinsichtlich
der gurtbandsensitiven Steuerung der Rückhaltevorrichtung ein plötzlicher zu starker
Auszug des Gurtbandes, so führt dies unter Berücksichtigung der den Gurtaufroller
in seiner Ruhelage haltenden Federkraft ebenfalls zu dessen Auslenkung und der dadurch
bewirkten Klemmung.
Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist das Pendel unmittelbar
mit einer beweglichen Klemmbacke verbunden, was bedeutet, daß damit nur eine fahrzeugsensitive
Steuerung des Ansprechens der Klemmvorrichtung erreicht ist. Ein plötzlicher Auszug
des Gurtbandes aus der Rückhaltevorrichtung hat nämlich dann auf die Bewegung des
Pendels keinen Einfluß. Daher ist bei diesem Ausführungsbeispiel eine zusätzliche
gurtbandsensitive Steuerung vorgesehen, welche in einer Verschiebbarkeit der Welle
des Gurtaufrollers auf die Klemmvorrichtung zu bei gleichzeitiger Verbindung der
Welle mit der beweglichen Klemmbacke besteht.
Ein zu starker Auszug des Gurtbandes führt somit zu einem Anheben
der Welle im Gehäuse, wobei ein an der Welle angeschlagenes Schubglied einen Betätigungshebel
für die beweglich gelagerte Klemmbacke dreht.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung wiedergegeben,
welche nachstehend beschrieben sind. Es zeigen: Fig. 1 eine Sicherheitsgurt-Rückhaltevorrichtung
in geschnittener Seitenansicht, Fig. 2 den Gegenstand der Fig. 1 in einer Draufsicht,
Fig. 3 die Rückhaltevorrichtung in einer Vorderansicht,
Fig. 4
ein anderes Ausführungsbeispiel der Rückhaltevorrichtung in einer schaubildlichen
Darstellung, Fig. 5 den Gegenstand der Fig. 4 in einem weiteren Ausführungsbeispiel.
Mit einem nicht dargestellten fahrzeugfesten Teil, vorzugsweise der
B-Säule eines Kraftfahrzeuges, ist über eine Befestigungsbohrung 10 ein Gehäuse
11 für die Klemmvorrichtung verbunden, an welchem ein Gurtaufroller 12 pendelnd
aufgehängt ist. Der Gurtaufroller 12 weist seinerseits ein Gehäuse 13 auf, in dem
eine Aufrollwelle 14 für das Gurtband 30 gelagert ist. Beidseitig der Welle 14 sind
Aufspulfedern 15 in entsprechend angeordneten Federhäusern 16 zugeordnet. An dem
Gurtaufrollergehäuse 13 ist an dessen Oberseite ein Halteteil 17 vorgesehen, welches
das Klemmvorrichtungsgehäuse 11 in einem Lagerloch 18 durchgreift. Das Halteteil
17 erweitert sich in seinem in das Klemmvorrichtungsgehäuse 11 reichenden Teil schwalbenschwanzförmig,
so daß sich dort eine Kalotte 19 ergibt.
In der Kalotte 19 stützt sich mit seinem einen Ende ein Übertragungshebel
20 ab, welcher an einem Arm 21 beweglich an dem Klemmvorrichtungsgehäuse 11 gelagert
ist. Mit seinem anderen Ende greift der Übertragungshebel 20 an einer der beiden
im Klemmvorrichtungsgehäuse 11 drehbar gelagerten Klemmbacken 22, 23 an. Die Klemmbacken
22, 23 sind exzentrisch auf Stangen 24, 25 angeordnet, wobei die Stangen 24, 25
an ihren Stirnseiten Verzahnungen 26 aufweisen, die aufgrund eines gegenläufig gerichteten
Eingriffs eine synchrone Drehbewegung der Klemmbacken 22, 23 bewirken. Die Klemmbacken
22, 23 selbst sind vorzugs-
weise ballig ausgebildet, so daß nach
Auslösung der Klemmvorrichtung infolge der Exzenteranordnung der Klemmbacken eine
Selbstklemmung des Gurtbandes 30 eintritt und gleichzeitig eine gute Lastverteilung
der Klemmkräfte gegeben ist. Die nicht mit dem Übertragungshebel 20 gekoppelte Klemmbacke
23 ist mittels einer Feder 27 in ihrer Ruhelage gehalten, so daß damit auch eine
Entklapperung des Systems bewirkt ist. Weiterhin sind an- und ablaufseitig vor und
hinter den Klemmbacken 22, 23 Gurtbandführungen 29 angeordnet.
Wie sich aus der Figur 1 ergibt, sind Halteteil 17 de Gurtaufrollergehäuses
13 und zugehöriges Lagerloch 18 des Klemmvorrichtungsgehäuses 11 gegenüber der Längsmittenebene
des Gurtaufrollers 12 seitlich auf das Klemmvorrichtungsgehäuse 11 zu versetzt angeordnet,
und zwar in einem solchen Maß, daß sich ein Gleichgewicht der zwischen der im Mittelpunkt
der Welle 14 idealisiert anzuordneten Gewichtskraft des Gurtaufrollers 12 und der
Gurtauszugs- bzw. Gurteinzugskraft F1 ergibt, wobei die Ausgewogenheit des Pendel
systems in seiner Ruhelage durch die zwischen Gurtaufrollergehäuse 13 und dem fahrzeugfesten
Klemmvorrichtungsgehäuse 11 angeordnete Federn 28 verbessert wird.
Um ferner auch den in der Praxis häufig vorkommenden geneigten Einbaulagen
derartiger Rückhaltevorrichtungen in verschiedenen Fahrzeugen gerecht zu werden,
ist - wie aus Figur 3 im einzelnen ersichtlich - auch ein seitlicher Versatz von
Halteteil 17 und Lagerloch 18 längs der Wellenachse 14 des Gurtaufrollers 12 vorgesehen,
wobei ein dem jeweiligen Fahrzeug anzupassendes Bauteil 31 Verwendung findet. Um
die Klemm-
vorrichtung 22, 23 bei einer zum Beispiel um den Winkels
geneigten Einbaulage möglichst unverändert lassen zu können, ist der Übertragungshebel
20 am Klemmvorrichtungsgehäuse 11 verschiebbar angeordnet, so daß er jeder Veränderung
der Einbaulage folgen kann, wohingegen Bauteil 31 und Gurtaufrollergehäuse 13 in
an die Fahrzeugbedingungen angepaßter Form vorlegen müssen.
Die erfindungsgemäße Rückhaltevorrichtung gemäß den Figuren 1 - 3
arbeitet wie folgt: Kommt es infolge eines Unfallgeschehens zu starken Fahrzeugbeschleunigungen
oder -verzögerungen, so schwingt der Gurtaufroller 12 als Pendel aus seiner Ruhelage
aus, nachdem die Kraft der Federn 28 überwunden ist. Das Ausschwenken des Gurtaufrollers
12 führt zu einer Hubbewegung der Kalotte 19 im Halteteil 17, so daß der in der
Kalotte 19 gelagerte Übertragungshebel 20 eine derart gerichtete Hubbewegung erfährt,
daß er die mit ihm verbundene Klemmbacke 22 im Sinne von deren Drehung entgegen
dem Uhrzeigersinn ansteuert.
Durch die mittels der Verzahnung 26 vorgenommene Synchronsteuerung
der beiden Klemmbacken 22, 23 wird auch die zweite Klemmbacke 23 mitgedreht, und
aufgrund ihrer balligen Ausführung geraten beide Klemmbacken 22, 23 gleichzeitig
zur Anlage am Gurtband 30, wobei die gleichzeitig verstärkt wirkende Gurtauszugskraft
F1 zu einer sich weiterhin verstärkenden Selbstklemmung des Gurtbandes 30 führt.
Der pendelnd aufgehängte Gurtaufroller 12 wirkt somit in sich als ein sogenanntes
fahrzeugsensitives Steuer- und Blockiersystem, welches auf Fahrzeugbewegungen reagiert.
Als bei jedem bekannten selbstsperrenden Gurtaufroler weiterhin vorgesehenes
gurtbandsensitives Blockiersystem wirken die Federn 28 im Zusammenhang mit der
Abstimmung
der pendelnden Aufhängung im Gleichgewicht zwischen Gewichtskraft und Gurtaus- bzw.
einzugskraft.
Mit der beschriebenen Anordnung soll nämlich erreicht werden, daß
die Rückhaltevorrichtung auch bei einem schnellen Gurtauszu blockiert, indem ein
schneller Gurtauszug gleichzusetzen ist mit einer plötzlich ansteigenden Gurtauszugskraft
F1, welche nach Überschreiten der durch die Federn 28 vorgegebenen Ansprechschwelle
ebenfalls zu einer pendelnden Auslenkung des Gurtaufrollers 12 mit dem beschriebenen
Bewegungsablauf hinsichtlich des Einleitens der Klemmwirkung der Klemmbacken 22,
23 führt.
Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Figur 4
dargestellt. Dabei greift ein besonderes Fendel 35 unmittelbar an einem hebelartigen
Ansatz 36 einer Klemmbacke 22 an, so daß nun Klemmvorrichtungsgehäuse 11 und Gurtaufrollergehäuse
13 einstückig ausgebildet sein können. Das Pendelelement 35 überträgt so in der
bereits beschriebenen Weise sämtliche auf das Fahrzeug einwirkenden Beschleunigungs-
und Verzögerungskräfte unmittelbar auf die Klemmvorrichtung, wobei die Ausbildung
und Funktionsweise der Klemmvorrichtung 22, 23 als solche aus der Beschreibung des
Ausführungsbeispiels gemäß den Figuren 1 - 3 auf das vorliegende Ausführungsbeispiel
übertragbar ist.
Hinsichtlich der gurtbandsensitiven Blockierung ist vorgesehen, die
Aufrollwelle 14 im Gehäuse 13 parallel zur Ablaufebene des Gurtbandes 30 verschiebbar
zu lagern, so daß ein plötzlicher Gurtauszug zu einem Anheben der Welle 14 in Gurtauszugsrichtung
führt.
Auf die Welle 14 ist formschlüssig ein Schubglied 37 aufgeschoben,
welches die Linearbewegung der Welle 14 in eine Drehbewegung eines mit einer Klemmbacke
22
verbundenen Betätigungshebels 38 umsetzt. Auf diese Weise wird die plötzliche Gurtauszugskraft
durch das gurtbandsensitive System in eine Drehbewegung der Klemmbacken 22, 23 umgesetzt,
was aufgrund der beschriebenen Ausbildung und Anordnung der Klemmbacken 22, 23 zu
einer Einklemmung des Gurtbandes 30 führt. Die Festlegung der Ansprechschwelle für
diese gurtbandsensitive Steuerung erfolgt dabei durch eine Feder 39, welche zwischen
Welle 14 und Gehäuse 13 angeordnet ist, und so einerseits die Welle 14 in ihrer
Ruhelage hält und andererseits eine Verschiebung der Welle 14 aufgrund einer plötzlichen
Gurtauszugskraft erst bei Überschreiten der eingestellten Federkraft zuläßt.
Schließlich ist zur Führung der Pendel lagerung und als Anschlag für
die Drehbewegung der Klemmbacke 22 im Gehäuse 13 noch eine Distanzstange 40 vorgesehen,
auf der der Ansatz 36 zur Anlage kommt,so daß ein Durchdrehen der Klemmbacken 22,
23 verhindert ist.
Wie sich im einzelnen aus Figur 5 ergibt, kann alternativ zu dem in
Figur 4 beschriebenen Pendel das Pendelelement auch als ein bei herkömmlichen Gurtaufrollern
als fahrzeugsensitives Steuerorgan bereits bewährter Kugelsensor 45 ausgebildet
sein, bei welchem eine Kugel 47 in einer Kalotte 46 beweglich gelagert ist und dessen
Gehäuse 48 an einem der Schenkel des U-förmigen Gurtaufrollergehäuses 13 befestigt
ist. Auf der Kugel 47 liegt der Ansatz 36 mit einer Verlängerung 36a auf, so daß
ein Ausrollen der Kugel 47 aus ihrer Normallage in der Kalotte 46 zu einem Anheben
der Verlängerung 36a und damit des Ansatzes 36 führt, was schließlich in der bereits
beschriebenen Weise die Klemmbewegung der Klemmvorrichtung auslöst.
Wie nicht weiter dargestellt, kann insbesondere bei dem Ausführungsbeispiel
gemäß den Figuren 1 - 3 vorgesehen sein, die Pendelbewegung des Gurtaufrollers nicht
nur in die Betätigung der Klemmvorrichtung umzusetzen, sondern diese Bewegung auch
für eine Blockierung der Gurtaufwickelwelle 14 des Gurtaufrollers 12 umzusetzen,
indem geeignete Übertragungsglieder eine Verbindung zwischen einem Sperrglied für
die Gurtaufwickelwelle 14 und der Pendelstelle 17, 18 herstellen.
Wie weiterhin bereits angedeutet, kann es weiterhin zweckmäßig sein,
es zumindest hinsichtlich des als bekannt vorauszusetzenden gurtbandsensitiven Blockiersystems
bei einem herkömmlichen Gurtaufroller mit einem trägheitsgesteuerten Sperrglied
zu belassen, da auf diese Weise hinsichtlich der Gurtbandsensitivität der Rückhaltevorrichtung
die Abstimmung der Gleichgewichtslage von Gewichts- und Gurtkräften unter Einbeziehung
der mitwirkenden Federn 28 erleichtert ist.
Die in der vorstehenden Beschreibung, den Patentansprüchen, der Zeichnung
und der Zusammenfassung offenbarten Merkmale des Gegenstandes dieser Unterlagen
können sowohl einzeln als auch in beliebigen Kombinationen untereinander für die
Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich
sein.
Anspruch[de]
Patentansprüche 1. Sicherheitsgurt-Rückhaltesvorrichtung, insbesondere
in Kraftfahrzeugen, mit einem Gurtaufroller und mit einer die Blockierung des Gurtbandes
herbeiführenden, mit dem Gehäuse des Gurtaufrollers verbundenen Klemmvorrichtung
mit zwei Klemmbacken, zwischen denen das Gurtband geführt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß zur unmittelbaren Betätigung der Klemmvorrichtung (22, 23) ein zumindest mit
einer beweglich angeordneten Klemmbacke (22) verbundenes Pendelelement (12, 35)
vorgesehen ist.
2. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß
der Gurtaufroller (12) als ganzer als Pendel zur Betätigung der Klemmvorrichtung
(22, 23) eingerichtet ist.
3. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Aufrollergehäuse (13) mit darin gelagerter Gurtaufwickelwelle (14) an dem fahrzeugfesten
Klemmvorrichtungsgehäuse (11) mittels eines ein im Klemmvorrichtungsgehäuse (11)
ausgebildetes Lagerloch (18) durchgreifenden Halteteils (17) pendelnd aufgehängt
ist, wobei der Halteteil (17) mit der beweglichen Klemmbacke (22) verbunden ist.
4. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der Halteteil (17) des Gurtaufrollergehäuses (13) oberhalb des Lagerloches (18)
schwalbenschwanzförmig unter Bildung einer Kalotte (19) ausgebildet ist und daß
sich in der Kalotte (19) ein mit der beweglichen Klemmbacke (22) verbundener, am
Klemmvorrichtungsgehäuse (11) beweglich gelagerter Übertragungshebel (20) abstützt.
5. Rückhaltevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 - 4, dadurch gekennzeichnet,
daß das Lagerloch (18) im Klemmvorrichtungsgehäuse (11) zwischen der Ablaufebene
des Gurtbandes (30) und der Wirkungsebene der Gewichtskraft des Aufrollers (12)
derart angeordnet ist, daß ein Gleichgewicht zwischen der Gewichtskraft des Aufrollergehäuses
(13) und der Gurtbandkraft (F1) gegeben ist.
6. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß
das Aufrollergehäuse (13) mittels wenigstens einer fahrzeugfest eingespannten Feder
(28) in Ruhelage ortsfest gehalten ist.
7. Rückhaltevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 - 6, dadurch gekennzeichnet,
daß in Abhängigkeit von der Einbaulage der Rückhaltevorrichtung Lagerloch (18) und
Halteteil (17) seitlich aus der Mittenebene des Gurtaufrollers (12) versetzt angeordnet
sind.
8. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 4 und 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der am Klemmvorrichtungsgehäuse (11) gelagerte Übertragungshebel (20) entsprechend
seitlich verschiebbar angeordnet ist.
9. Rückhaltevorrichtung insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Pendel (35, 45) an einem Ansatz (36) der beweglich gelagerten Klemmbacke
(22) angreift.
10. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Pendel als eineüber eine Stange (41) am Ansatz (36) gelagerte Kugel (35)
ausgebildet ist.
11. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Pendel als Kugelsensor (45) mit einer Kalotte (46) und einer darin beweglich
angeordneten Kugel (47) ausgebildet ist, welcher mit seinem Gehäuse (48) an dem
Gurtaufrollergehäuse (13) befestigt ist.
12. Rückhaltevorrichtung nach einem der Ansprüche 9 - 11, dadurch
gekennzeichnet, daß die Welle (14) des Gurtaufrollers (12) in Richtung des durch
die Klemmvorrichtung (22, 23) geführten Gurtbandes (30) gegen die Wirkung einer
gehäuseseitig eingespannten Feder (39) verschiebbar gelagert ist.
13. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzUichnet,
daß an der Welle (14) ein Schubglied (37) angeordnet ist, welches zum Zusammenwirken
mit einem Betätigungshebel (38) für wenigstens eine beweglich gelagerte Klemmbacke
(22, 23) eingerichtet ist.
14. Rückhaltevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 - 13, dadurch
gekennzeichnet, daß die drehbar gelagerten Klemmbacken (22, 23) mittels einer an
ihren Stirnseiten angeordneten, ineinandergreifenden Verzahnung (26) im Sinne einer
gegeneinander gerichteten Synchronbewegung gekoppelt sind.
15. Rückhaltevorrichtung nach einem der Ansprüche 2 - 14, dadurch
gekennzeichnet, daß die Klemmbacken (22, 23) mit exzentrisch angeordneter Drehachse
(24, 25) im Gehäuse (11) der Klemmvorrichtung gelagert sind.
16. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet,
daß die einander zugewandten Oberflächen der Klemmbacken (22, 23) ballig ausgebildet
sind.
17. Rückhaltevorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet,
daß die Oberfläche der Klemmbacken (22, 23) mit einem, einen hohen Reibbeiwert aufweisenden
Belag versehen sind.
18. Rückhaltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 17, dadurch
gekennzeichnet, daß die Klemmvorrichtung (22, 23) am vom Gurtaufroller (12) ablaufenden
Gurtband (30) ohne Umlenkung desselben angreift.
19. Rückhaltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 18, dadurch
gekennzeichnet, daß das zur Betätigung der Klemmvorrichtung (22, 23) eingerichtete
Pendel (12, 35) zur Blockierung der Gurtaufwickelwelle (14) des Gurtaufrollers (12)
eingerichtet ist.
20. Rückhaltevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 19, dadurch
gekennzeichnet, daß der Gurtaufroller (12) in an sich bekannter Weise ein gurtbandsensitives
Sperrsystem mit einem vorzugsweise trägheitsgesteuerten, in eine Verzahnung des
Gurtaufrollergehäuses (13) eingreifenden Sperrglied aufweist.