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Dokumentenidentifikation DE3526563A1 05.02.1987
Titel Säuremelder für Reinigungsanlagen
Anmelder Pero KG - P. Erbel, 8901 Königsbrunn, DE
Erfinder Erbel, Horst, 8900 Augsburg, DE
Vertreter Charrier, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 8900 Augsburg
DE-Anmeldedatum 25.07.1985
DE-Aktenzeichen 3526563
Offenlegungstag 05.02.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.02.1987
IPC-Hauptklasse C23G 5/04
IPC-Nebenklasse D06F 43/00   B08B 3/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Säuremelder für Reinigungsanlagen, bei denen als Lösemittel Chlor- oder Fluorkohlenwasserstoffe verwendet werden.

Zum Reinigen von Teilen aus Metall, Kunststoff, Glas und Textilien werden als Lösemittel Chlor- oder Fluorkohlenwasserstoffe eingesetzt. Diese Lösemittel neigen zur chemischen Zersetzung, wobei sich Säure bildet. Die Zersetzung kann verursacht werden durch hohe Temperatur, durch Einwirken von ultraviolettem Licht, durch Wasser, durch über die zu reinigenden Teile in die Reinigungsanlage eingebrachten Säuren und Chloride.

Den vorgenannten Chlor- und Fluorkohlenwasserstoffen sind Stabilisatoren beigegeben, die bewirken, daß die abgespaltete Säure neutralisiert wird. Da der Anteil der basisch wirkenden Stabilisatoren jedoch relativ gering ist, sind diese nach einiger Zeit verbraucht, was bedeutet, daß das Lösemittel zunehmend sauer wird.

In einem solchen Fall entstehen an den Metallteilen der Reinigungsanlage erhebliche Schäden.

Um unzulässig kleine pH-Werte zu ermitteln, ist es bekannt, als Säuremelder elektronische pH-Meßgeräte einzusetzen. Der Fühler der pH-Sonde taucht hierbei in Wasser ein, das mit dem Lösemittel gesättigt ist. Infolge des hohes Lösemittelanteils im Wasser verändert sich jedoch die Membran der Sonde, wodurch es zu Fehlmessungen kommt. Es ist daher erforderlich, das Meßgerät mittels einer Eichflüssigkeit ständig nachzueichen. Eine solche Nacheichung ist jedoch im Normalfall bei dem Benutzer der Reinigungsanlage nicht gewährleistet.

Es besteht daher die Aufgabe, den Säuremelder so auszubilden, daß eine sichere Meldung erfolgt, sobald das Lösemittel sauer wird.

Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen entnehmbar.

Beim Eintauchen der beiden in der elektrolytischen Spannungsreihe relativ weit auseinanderliegenden Metallteile in das mit Lösungsmittel gesättigte Wasser wird erreicht, das bei pH-Werten kleiner als 7 eine elektrochemische Korrosion beim unedleren Metallteil auftritt. Diese wird schon eingeleitet, wenn Chloride oder Fluoride auftreten, die als Neutralisationsprodukt zwischen der eingebrachten Säure und dem Stabilisator entstehen, durch die das Wasser elektrolytisch wird. Die elektrochemische Korrosion wird mit zunehmender Konzentration der in der wässrigen Lösung vorliegenden Säure um so stärker. Es handelt sich hierbei um einen sehr zuverlässigen Säuremelder, der um so rascher anspricht, je höher die Wasserstoffionenkonzentration in der wässrigen Lösung des Lösemittels ist.

Die Zerstörung des unedleren Metallteiles durch elektrochemische Korrosion, d.h. der Zeitpunkt, wo der drahtförmige Bereich des unedleren Metallteiles zerstört ist, ist einstellbar durch die Wahl des Abstands der beiden Metallteile in der elektrolytischen Spannungsreihe und der Dicke des drahtförmigen Bereichs des unedleren Metallteils. Es kann somit exakt die Wasserstoffionenkonzentration eingestellt werden, bei welcher der Säuremelder anspricht.

Ein Ausführungsbeispiel wird nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt eine Seitenansicht des Säuremelders mit zugehöriger Schaltung.

Der Säuremelder weist einen Kopf 1 auf, der beispielsweise auf den Wasserabscheider der Reinigungsanlage einschraubbar ist. An diesem Kopf 1 ist ein Bügel 2 befestigt. Dieser Bügel 2 weist an seinem unteren abgebogenen Ende eine Befestigungsbohrung 3 auf. Weiterhin ist am Kopf 1 ein Stift 4 befestigt, der ebenfalls eine Befestigungsbohrung 5 aufweist. Am Kopf 1 sind Bügel 2 und Stift 4 voneinander elektrisch isoliert. Zwischen den Befestigungsbohrungen 3, 5 ist eingehängt ein Bauteil, bestehend aus einem relativ langen Zinkdraht 6, der über eine Klemme 7 verbunden ist mit einer wendelförmigen Zugfeder 8 aus Edelstahl . Ist das aus den Teilen 6, 7 und 8 bestehende Bauteil in die Befestigungsbohrungen 3, 5 eingehängt, dann steht der Zinkdraht 6 unter einer Zugspannung. Der Bügel 2, der Stift 4 und die Klemme 7 werden bevorzugt aus einem Metall gewählt, das in der elektrochemischen Spannungsreihe nahe, bevorzugt etwas über Edelstahl liegt. Es kann sich hierbei um eine Eisen-Nickel-Verbindung handeln.

Der Bügel 2 , der Zinkdraht 6, die Klemme 7 und die Edelstahlfeder 8 tauchen in den Wasserabscheider ein, dessen Wasser mit Lösungsmittel gesättigt ist.

Der Bügel 2 und der Stift 4 sind angeschlossen an einen Stromkreis, der die Sekundärwicklung 9 eines Transformators 11 und eine Relaisspule 10 umfasst. Über den Transformator 11 liegt der Stromkreis beispielsweise an einer Wechselspannung von 24 Volt. Fließt durch die Relaisspule 10 ein Strom, dann ist dessen Relaiskontakt 12 geöffnet.

Wird die Flüssigkeit, in die der Bügel 2, der Zinkdraht 6, die Klemme 7 und die Edelstahlfeder 8 eintaucht , sauer, dann findet beim Zinkdraht 6 eine elektrochemische Korrosion statt, die um so stärker ist, je niedriger der pH-Wert ist. Ab einem bestimmten Korrosionsgrad wird der Zinkdraht 6 aufgetrennt, wobei durch die Feder 8 eine sichere Trennung der beiden Drahthälften erfolgt. Dadurch wird der Stromkreis unterbrochen und die Relaisspule 10 stromlos, so daß der Relaiskontakt 12 schließt und damit beispielsweise eine Signallampe 13 bestromt wird, die im Stromkreis des Relaiskontakts 12 liegt.

Der Zinkdraht 6 muß nicht notwendigerweise Teil eines Stromkreises sein. Es genügt auch, daß er unter einer Zug- oder Druckkraft steht und bei seiner Auftrennung mechanisch eine elektrische Kontaktvorrichtung geschlossen wird, die den Alarm auslöst.


Anspruch[de]
  1. 1. Säuremelder für Reinigungsanlagen, bei denen als Lösemittel Chlor- oder Fluorkohlenwasserstoffe verwendet werden, dadurch gekennzeichnet, daß er aus zwei elektrisch leitend miteinander verbundenen Metallteilen besteht, die in der elektrolytischen Spannungsreihe relativ weit auseinanderliegen und die in eine wässrige Lösung des Lösemittels eintauchen, das unedlere Metallteil mindestens teilweise drahtförmig ausgebildet ist und unter einer mechanischen Spannung steht und eine Meldeeinrichtung vorgesehen ist, die ein Signal erzeugt, wenn das unedlere Metallteil in seinem drahtförmigen Bereich aufgetrennt wird.
  2. 2. Säuremelder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Metallteile etwa drahtförmig ausgebildet und in einen Bügel (2) eingespannt sind.
  3. 3. Säuremelder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das edlere Metallteil durch eine Zugfeder (8) gebildet wird.
  4. 4. Säuremelder nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Drähte (6, 8) an ihren einander benachbarten Enden durch eine Metallklammer (7) zusammengehalten werden, deren elektrolytisches Spannungspotential etwa gleich demjenigen des edleren Metallteils ist.
  5. 5. Säuremelder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Metallteile Teile eines Stromkreises sind, in welchem ein auf Stromunterbrechung ansprechender Schalter (10, 12) angeordnet ist.
  6. 6. Säuremelder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß im Stromkreis eine Relaisspule (10) angeordnet ist, deren Schaltkontakt (12) ein Warnsignal auslöst.
  7. 7. Säuremelder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Mikroschalter vorgesehen ist, der mit einem der Metallteile in Verbindung steht und der beim Auftrennen des unedleren Metallteils durch die Bewegung des mit ihm in Verbindung stehenden Metallteils infolge der Aufhebung der mechanischen Spannung betätigt wird.






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