Die Erfindung betrifft einen Säuremelder für
Reinigungsanlagen, bei denen als Lösemittel Chlor- oder
Fluorkohlenwasserstoffe verwendet werden.
Zum Reinigen von Teilen aus Metall, Kunststoff, Glas und
Textilien werden als Lösemittel Chlor- oder
Fluorkohlenwasserstoffe eingesetzt. Diese Lösemittel neigen zur
chemischen Zersetzung, wobei sich Säure bildet. Die
Zersetzung kann verursacht werden durch hohe
Temperatur, durch Einwirken von ultraviolettem Licht, durch
Wasser, durch über die zu reinigenden Teile in die
Reinigungsanlage eingebrachten Säuren und Chloride.
Den vorgenannten Chlor- und Fluorkohlenwasserstoffen
sind Stabilisatoren beigegeben, die bewirken, daß die
abgespaltete Säure neutralisiert wird. Da der Anteil
der basisch wirkenden Stabilisatoren jedoch relativ
gering ist, sind diese nach einiger Zeit verbraucht,
was bedeutet, daß das Lösemittel zunehmend sauer wird.
In einem solchen Fall entstehen an den Metallteilen
der Reinigungsanlage erhebliche Schäden.
Um unzulässig kleine pH-Werte zu ermitteln, ist es
bekannt, als Säuremelder elektronische pH-Meßgeräte
einzusetzen. Der Fühler der pH-Sonde taucht hierbei in
Wasser ein, das mit dem Lösemittel gesättigt ist.
Infolge des hohes Lösemittelanteils im Wasser verändert
sich jedoch die Membran der Sonde, wodurch es zu
Fehlmessungen kommt. Es ist daher erforderlich, das
Meßgerät mittels einer Eichflüssigkeit ständig
nachzueichen. Eine solche Nacheichung ist jedoch im
Normalfall bei dem Benutzer der Reinigungsanlage nicht
gewährleistet.
Es besteht daher die Aufgabe, den Säuremelder so
auszubilden, daß eine sichere Meldung erfolgt, sobald das
Lösemittel sauer wird.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruches 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind
den Unteransprüchen entnehmbar.
Beim Eintauchen der beiden in der elektrolytischen
Spannungsreihe relativ weit auseinanderliegenden
Metallteile in das mit Lösungsmittel gesättigte Wasser wird
erreicht, das bei pH-Werten kleiner als 7 eine
elektrochemische Korrosion beim unedleren Metallteil auftritt.
Diese wird schon eingeleitet, wenn Chloride oder Fluoride
auftreten, die als Neutralisationsprodukt zwischen der
eingebrachten Säure und dem Stabilisator entstehen, durch
die das Wasser elektrolytisch wird. Die elektrochemische
Korrosion wird mit zunehmender Konzentration der in
der wässrigen Lösung vorliegenden Säure um so stärker.
Es handelt sich hierbei um einen sehr zuverlässigen
Säuremelder, der um so rascher anspricht, je höher
die Wasserstoffionenkonzentration in der wässrigen
Lösung des Lösemittels ist.
Die Zerstörung des unedleren Metallteiles durch
elektrochemische Korrosion, d.h. der Zeitpunkt, wo der
drahtförmige Bereich des unedleren Metallteiles zerstört ist,
ist einstellbar durch die Wahl des Abstands der beiden
Metallteile in der elektrolytischen Spannungsreihe
und der Dicke des drahtförmigen Bereichs des unedleren
Metallteils. Es kann somit exakt die
Wasserstoffionenkonzentration eingestellt werden, bei welcher der
Säuremelder anspricht.
Ein Ausführungsbeispiel wird nachfolgend anhand der
Zeichnung näher erläutert. Diese zeigt eine
Seitenansicht des Säuremelders mit zugehöriger Schaltung.
Der Säuremelder weist einen Kopf 1 auf, der
beispielsweise auf den Wasserabscheider der Reinigungsanlage
einschraubbar ist. An diesem Kopf 1 ist ein Bügel 2
befestigt. Dieser Bügel 2 weist an seinem unteren
abgebogenen Ende eine Befestigungsbohrung 3 auf. Weiterhin
ist am Kopf 1 ein Stift 4 befestigt, der ebenfalls eine
Befestigungsbohrung 5 aufweist. Am Kopf 1 sind Bügel 2
und Stift 4 voneinander elektrisch isoliert. Zwischen
den Befestigungsbohrungen 3, 5 ist eingehängt ein Bauteil,
bestehend aus einem relativ langen Zinkdraht 6, der
über eine Klemme 7 verbunden ist mit einer wendelförmigen
Zugfeder 8 aus Edelstahl . Ist das aus den Teilen 6, 7
und 8 bestehende Bauteil in die Befestigungsbohrungen
3, 5 eingehängt, dann steht der Zinkdraht 6 unter einer
Zugspannung. Der Bügel 2, der Stift 4 und die Klemme
7 werden bevorzugt aus einem Metall gewählt, das in
der elektrochemischen Spannungsreihe nahe, bevorzugt
etwas über Edelstahl liegt. Es kann sich hierbei um
eine Eisen-Nickel-Verbindung handeln.
Der Bügel 2 , der Zinkdraht 6, die Klemme 7 und die
Edelstahlfeder 8 tauchen in den Wasserabscheider ein,
dessen Wasser mit Lösungsmittel gesättigt ist.
Der Bügel 2 und der Stift 4 sind angeschlossen an einen
Stromkreis, der die Sekundärwicklung 9 eines
Transformators 11 und eine Relaisspule 10 umfasst. Über den
Transformator 11 liegt der Stromkreis beispielsweise
an einer Wechselspannung von 24 Volt. Fließt durch die
Relaisspule 10 ein Strom, dann ist dessen Relaiskontakt
12 geöffnet.
Wird die Flüssigkeit, in die der Bügel 2, der Zinkdraht
6, die Klemme 7 und die Edelstahlfeder 8 eintaucht ,
sauer, dann findet beim Zinkdraht 6 eine elektrochemische
Korrosion statt, die um so stärker ist, je niedriger
der pH-Wert ist. Ab einem bestimmten Korrosionsgrad wird
der Zinkdraht 6 aufgetrennt, wobei durch die Feder 8
eine sichere Trennung der beiden Drahthälften erfolgt.
Dadurch wird der Stromkreis unterbrochen und die
Relaisspule 10 stromlos, so daß der Relaiskontakt 12 schließt
und damit beispielsweise eine Signallampe 13 bestromt
wird, die im Stromkreis des Relaiskontakts 12 liegt.
Der Zinkdraht 6 muß nicht notwendigerweise Teil eines
Stromkreises sein. Es genügt auch, daß er unter einer
Zug- oder Druckkraft steht und bei seiner Auftrennung
mechanisch eine elektrische Kontaktvorrichtung
geschlossen wird, die den Alarm auslöst.