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Dokumentenidentifikation DE3532926A1 26.03.1987
Titel Sicherheitsfußhaken
Anmelder Löhr, Edgar, Dipl.-Agr.-Ing., 8990 Lindau, DE
Erfinder Löhr, Edgar, Dipl.-Agr.-Ing., 8990 Lindau, DE
DE-Anmeldedatum 14.09.1985
DE-Aktenzeichen 3532926
Offenlegungstag 26.03.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.03.1987
IPC-Hauptklasse B62M 3/16
IPC-Nebenklasse B62M 3/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft Sicherheitsfußhaken zur Zug- und Schubkraftübertragung für Tretfahrzeuge. Fußhaken sind zur optimalen Kraftübertragung bei Tretfahrzeugen unentbehrlich. Das gebräuchliche System dazu, der Zehenbügel mit Spannriemen in Verbindung mit einer Fußplatte, birgt jedoch eine große Gefahr bei Stürzen oder plötzlichen Stops, da sich der Fahrer oft nicht mehr rechtzeitig vom Pedal lösen kann. Man ist daher seit längerem bestrebt, Sicherheitsfußhaken zu entwickeln, die entweder aktiv vom Fahrer oder automatisch, bei zu hoher Belastung, gelöst werden können. Beispiele aus jüngerer Zeit sind folgende Patente und Gebrauchsmuster:

DE 31 49 345 A1

DE 33 04 407 A1

DE 33 15 282 A1

EP 00 15 803 A3

EP 00 82 229 A1

GM 84 04 243

Das Funktionsprinzip der meisten dieser Lösungen ist ein Bajonettverschluß, der durch Drehen des Fußes betätigt wird. Allen bekannten Lösungen ist jedoch gemeinsam, daß sie entweder eines speziellen Schuhes oder aber, in der Mehrzahl der Fälle, eines an der Schuhsohle befestigten Gegenstückes bedürfen. Dies ist jedoch ein gewichtiger Nachteil im Bemühen, die Vorteile von Fußhaken breiteren Schichten von Radfahrern nahezubringen. Gerade der Alltagsradler wechselt oft zwischen den Fortbewegungsarten Gehen und Radfahren. Fußplatten an der Schuhsohle beeinträchtigen jedoch das Gehen stark. Ebenso werden Spezialschuhe, die ja im vorderen Sohlenteil sehr dick sind (Gebrauchsmuster 84 04 243), kein bequemes Gehen erlaubt.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein sicheres und einfaches Fußhakensystem zu schaffen, das mit den meisten Straßenschuhen ohne zusätzliche Anschraubteile benutzt werden kann.

Die einzige Bedingung, die die erfindungsgemäße Lösung an das Schuhwerk stellt, ist eine belastbare und mindestens 2-3 mm überstehende Sohle. Die Stabilität der allermeisten Schuhsohlen ist für die in der Praxis auftretenden Kräfte vollkommen ausreichend.

Die erfindungsgemäße Lösung sieht pro Pedal zwei Sohlenhaken (a) auf Hakenträgern (c) vor, die die Sohle seitlich und von oben umgreifen. Der innere, der Tretkurbel näherliegende Haken befindet sich um einen gewissen Abstand (dh) hinter, der äußere um einen bestimmten Abstand (dv) vor der Pedallachse (Z). Diese Abstände und der Abstand der Haken zueinander sind auf den jeweiligen Schuh abgestimmt und derart bemessen, daß der Schuh bei einer Drehung der Ferse nach außen, z. B. um ca. 20°-30°, freigegeben wird. Das Verriegeln geschieht entsprechend. Die Höhe der Eingriffskante (h) über dem Pedal muß der Schuhsohlendicke angemessen sein. Im einfachsten Fall sind die Haken in keiner Richtung verstellbar, doch bieten in ein, zwei oder drei Richtungen verstellbare Sohlenhaken den Vorteil, daß Schuhe unterschiedlicher Sohlendicke und -größe verwendet werden können. Sollte es dem Fahrer bei Stürzen nicht rechtzeitig gelingen, den Fuß aktiv zu lösen, genügt die Elastizität der Schuhsohle, um die Verbindung freizugeben. Hierbei sind Beschädigungen der Schuhsohle nicht auszuschließen. Um dies zu vermeiden, können die Haken schwenkbar angeordnet sein und mittels eines Federsystems bei Überlastung auslösen oder ganz aus elastischem Material gearbeitet sein. Zur Schonung des Schuhes können die Sohlenhaken mit einem elastischen Material überzogen sein. Die Hakenträger (c) werden am Pedal gegebenenfalls verschieblich befestigt und sind somit zum Nachrüsten von Rennpedalen geeignet. Sohlenhaken, Hakenträger und Pedal können jedoch auch als eine funktionelle Einheit zusammengefaßt sein (Abb. 3). Bei Liegerädern stellt sich einerseits das Problem, daß laut Vorschrift der StvZO der Pedalreflektor senkrecht zur Fahrbahn angebracht werden muß, und andererseits das Pedal beim Anfahren in einer Position stehen muß, die ein leichtes Einsteigen in die Fußhaken ermöglicht. Dies wird dadurch gelöst, daß ein Pedalreflektor an einem abgewinkelten Ausleger den Schwerpunkt des Pedals entsprechend beeinflußt (Abb. 6). Auch an herkömmlichen Rädern ist eine stabile Schwerpunktlage vorteilhaft, da die Sohlenhaken dann stets einstiegsbereit nach oben weisen und nicht mit der Fahrbahn in Berührung kommen können. Dies kann durch ein zusätzliches Teil oder durch eine veränderte Gesamtkonstruktion erreicht werden.

Die Erfindung weist insbesondere folgende Vorteile auf:

- hohe Sicherheit

- jederzeit vom Fahrer schließ- und lösbar ohne Zuhilfenahme der Hände

- mit den meisten Straßenschuhen ohne Veränderung derselben benutzbar

- kein Anstoßen des herunterhängenden Fußhakens beim Anfahren

- technisch einfach

Das geometrische Funktionsprinzip und einige Ausführungsbeispiele sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im folgenden erläutert.

Zu Abb. 1 Beim Schwenken des Fußes um den Winkel wird die formschlüssige Kraftübertragung zwischen Sohlenhaken (a) und Schuhsohle (b) aufgehoben.

Zu Abb. 2 Bei dieser Ausführung handelt sich um Sicherheitsfußhaken nach den Ansprüchen 1-3 mit zwei Verstellrichtungen, einer Höhenverstellung und einer Seitenverstellung, die jedoch schräg zur Pedalachse verläuft (β). Die Sohlenhaken (a) sind auf Winkelblechen, den Hakenträgern (c), in Langlöchern verschieblich befestigt. Diese Winkelbleche sind ihrerseits mittels Schrauben mit den Rennpedalen verbunden. Die Sohlenhaken selbst bestehen aus Schrauben mit zu einem Haken gestalteten Kopf (e), der mit einer elastischen Schutzschicht (f) überzogen ist. Die Höheneinstellung (h) erfolgt über ein Nachstellen der beiden gekonterten Schrauben am Hakenfuß (g).

Zu Abb. 3 Hier ist ein Fußhaken nach den Ansprüchen 4 und 6 dargestellt. Sohlenhaken, Hakenträger und Pedal bilden eine Einheit. Die Sohlenhaken sind hier nicht verstellbar, der Schwerpunkt liegt unter der Pedalachse.

Zu Abb. 4 Dieses Ausführungsbeispiel zeigt einen Sohlenhaken mit Auslösemechanismus nach Anspruch 5. Der Hakenhopf (e) ist hierbei um die Achse (Y) beweglich, wird aber von der Feder (i) in Position gehalten. Die Vorspannung der Feder kann durch die Stellschraube (k), die sich am Hakenschaft befindet, reguliert werden. Beim Überschreiten einer bestimmten Kraft schwenkt der Hakenkopf aus und gibt den Schuh frei.

Zu Abb. 5 Dieser Sohlenhaken besteht zur Gänze aus elastischem Material und wird durch eine Schraube am Hakenträger befestigt. Die Elastizität des Materials ist so gewählt, daß ein Auslösen bei Überbelastung erfolgt.

Zu Abb. 6 Der hier gezeigte Sohlenhaken nach Anspruch 7 besitzt einen Ausleger, der einen Reflektor (1) trägt. Er ist in einem solchen Winkel befestigt, daß sich erstens der Reflektor seitlich neben dem Fuß und gut sichtbar senkrecht zur Fahrbahn befindet, zweitens der Schwerpunkt des Pedals so unter der Pedalachse liegt, daß ein einfaches Einsteigen bei Liegerädern möglich wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Sicherheitsfußhaken zur Zug- und Schubkraftübertragung für Tretfahrzeuge, dadurch gekennzeichnet, daß zwei am Pedal angebrachte Sohlenhaken (a) dergestalt über die Schuhsohle greifen, daß beim Herausdrehen der Ferse um einen bestimmten Winkel (α) nach außen die formschlüssige Kraftübertragung aufgehoben wird, wobei der innere, der Tretkurbel nähere Sohlenhaken um einen bestimmten Abstand (dh) hinter, der äußere um einen bestimmten Abstand (dv) vor der Pedalachse befestigt ist.
  2. 2. Sicherheitsfußhaken nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohlenhaken in ein, zwei oder drei Richtungen verstellbar sind, um dem jeweils verwendeten Schuh leicht angepaßt werden zu können.
  3. 3. Sicherheitsfußhaken nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß je ein Sohlenhhaken auf je einen Hakenträger (c) befestigt ist, der an handelsüblichen Rennpedalen angebracht werden kann.
  4. 4. Sicherheitsfußhaken nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohlenhaken, Hakenträger und das Pedal selbst eine konstruktive Einheit bilden (Abb. 3).
  5. 5. Sicherheitsfußhaken nach den Ansprüchen 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohlenhaken bei Überlastung auch ohne Herausdrehen des Fußes lösen, entweder durch ein Federsystem oder durch die Verwendung eines elastischen Materials.
  6. 6. Sicherheitsfußhaken nach den Ansprüchen 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Schwerpunkt durch Anbringung eines zusätzlichen Teiles oder durch eine konstruktive Änderung des gesamten Pedals soweit unter die Pedalachse verlagert, daß die Fußhaken immer zum Einstieg bereit nach oben weisen.
  7. 7. Sicherheitsfußhaken nach den Ansprüchen 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß am Pedal ein Reflektor, ggf. über ein Verbindungsteil, so angebracht ist, daß erstens die Reflektorebene sich senkrecht zur Fahrbahn befindet und zweitens durch die veränderte Schwerpunktlage des Pedals ein rasches und sicheres Einsteigen ermöglicht wird.
  8. 8. Sicherheitsfußhaken nach den Ansprüchen 1-7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sohlenhaken zur Schonung des Schuhwerks mit elastischem Material überzogen oder ganz aus diesem gearbeitet sind.






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