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Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Trocknen von Schüttgütern, insbesondere von Glassand, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie auf eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

Das Trocknen von Schüttgütern in einem Warmluftstrahl, insbesondere von Glassand, erfolgt fast ausschließlich in einer bis auf eine hohe Temperatur, beispielsweise durch Gasverbrennungswärme, erwärmten Luft. Die vorstehend genannten Methoden haben den Nachteil, daß der Einsatz von Luft mit niedriger Temperatur, z. B. von Luft, die aus der Kühlung der Ummauerung der Glasöfen gewonnen wird, oder von durch warmes Wasser aus einer die Schornsteinrauchgaswärme ausnutzenden Kesselanlage erwärmten Luft, erschwert wird. Die Notwendigkeit des Einsatzes von Luft mit hoher Temperatur ergibt sich aus der Tatsache, daß die Strecke, auf welcher das Gut mit der Warmluft in Kontakt steht, zu kurz ist, als daß das Gut auch bei niedrigerer Temperatur der Trocknungsluft getrocknet werden kann.

Die Erzielung einer effektiven Trocknung bei niedriger Temperatur der Trocknungsluft durch Erhöhung der Geschwindigkeit der Luft gegenüber den Teilchen des zu trocknenden Gutes ist auch erschwert, weil die Erhöhung dieser Geschwindigkeit durch Einführung größerer Luftmengen dazu führt, daß die durch die Luft eingeführte Menge an Wärme größer ist, als sich das aus der notwendigen Feuchtigkeitsabführung ergibt, und die Erhöhung der Geschwindigkeit durch Verminderung der Abmessungen des Trockners bewirkt, daß eine größere Leistung der Luftverdichtungsgebläse nötig ist. Die Verminderung der Temperatur der Trocknungsluft kann somit am einfachsten durch Verlängerung der Kontaktstrecke zwischen dem Gut und der Luft erzielt werden. Ein solches Verfahren ist in der polnischen Patentschrift Nr. 85 553 angegeben.

Diese Lösung besteht in der mehrmaligen Zuführung des zu trocknenden Gutes in denselben Luftstrahl durch Zusammenstellung einer entsprechenden Anzahl von Kammern mit Bodenauslauf des Gutes und einem Staubabscheider nebeneinander und durch deren Verbindung durch eine Trocknungsluftleitung in einer Reihenanordnung. Dieses Verfahren weist jedoch den Nachteil auf, daß die erforderliche Anzahl der Kammern für die gegebene Temperatur der Trocknungsluft die Größe übersteigt, die ökonomisch vertretbar wäre.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Trocknung des Gutes im wesentlichen mittels Abwärme erhitzter Trocknungsluft zu erreichen, ohne die Trocknungsvorrichtung vergrößern zu müssen.

Die Lösung besteht nach der Erfindung darin, daß das entgegengesetzt zu der Strömungsrichtung des Warmluftstroms in die Trockenkammer eingeführte Gut nach dem Abtrennen von der Luft und dem Herausführen aus der Trockenkammer teilweise in einem kontinuierlichen Strom zurück in dieselbe Trockenkammer geführt wird und der restliche Teil, der der im kontinuierlichen Strom zum Trocknen geförderten Frischgutmenge entspricht, als getrocknetes Gut entnommen wird, wobei das frische Gut mit dem bereits getrockneten Gut vermischt wird und beim Beginn des Trocknens die Gutentnahme von getrocknetem Gut aus der Trockenkammer für eine Zeit eingestellt wird, die von der erforderlichen Trocknungszeit des Gutes abhängt. Dank einer solchen Lösung wird die Strecke der Teilchen des Gutes im Warmluftstrom gegenüber der Strecke eines Durchgangs durch die Kammer vervielfacht. Außerdem wird durch die Verdichtung der Teilchen des Gutes in der Trockenkammer die Geschwindigkeit der Luft gegenüber dem Gut erhöht, wodurch die Trocknungsintensität erhöht und das Herunterfallen der Gutteilchen in der Kammer abgebremst und im Grenzfall sogar in einen Auftrieb verwandelt wird, wodurch die Zeit, die das Gut im Luftstrom verbleibt, verlängert wird.

In dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Warmluft außerdem innerhalb der Kammer in eine Zirkulationsbewegung versetzt, wodurch ein Teil der Luft in Richtung der Lufteintrittsöffnung zurückgeführt und dort mit der in die Kammer eingeführten Luft vermischt wird, wobei der restliche Teil über einen Staubabscheider nach außen abgeleitet wird. Diese Maßnahme bewirkt, daß zusätzlich eine Erhöhung der Geschwindigkeit der Luft gegenüber dem Gut ermöglicht wird, ohne die in die Kammer zugeführte Luftmenge zu erhöhen; es wird auch die Kontaktstrecke einer wesentlichen Luftmenge mit dem zu trocknenden Gut je nach angenommenem Zirkulationsgrad verlängert.

Das Wesen der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß der Trockner einen vertikalen Förderer für das Schüttgut, z. B. einen Becherförderer aufweist, der mit seinem Einfülltrichter mit der Austrittsöffnung der Trockenkammer und mit seiner Austrittsöffnung mit der Einfüllöffnung im Deckel der Trockenkammer sowie dem Austrittsstutzen zur Entnahme des getrockneten Gutes verbunden ist, der mit einem Dosiergerät ausgerüstet ist. Im unteren Kegel der Trockenkammer ist ein Niveau- Anzeiger des Schüttgutes über der Austrittsöffnung der Trockenkammer angeordnet, der das Dosiergerät des Austrittsstutzens zur Entnahme des Gutes aus dem Trockner einschaltet. Außerdem besitzt die Trockenkammer innen im mittleren Teil eine vertikale Blende, hinter der die Eintrittsöffnungen oder eine Eintrittsöffnung für die Warmluft in die Trockenkammer angeordnet sind (ist). Die Eintrittsöffnung(en) weist (weisen) eine nach unten gerichtete Düse(n) auf. Die Einfüllöffnung im Deckel der Trockenkammer, die mit der Beschickungsvorrichtung des Trockners verbunden ist, und die, die mit der Austrittsöffnung des Förderers verbunden ist, sind oberhalb des Teiles der Trockenkammer angeordnet, der durch eine Blende von dem Teil abgetrennt ist, in welchem die Warmlufteintrittsöffnungen angeordnet sind.

Durch den Einsatz eines Becherförderers und der Verbindung seines Austritts mit der Trockenkammer und dem Austrittsstutzen mit einem Dosiergerät wird der Gutstrahl kontinuierlich in zwei Teile geteilt; ein Teil geht in die Trokkenkammer zurück und der andere wird nach außen abgeführt; dank dem Einsatz eines Niveau-Anzeigers wird die Ausgabe des Gutes aus dem Trockner am Anfang des Trocknungsprozesses eingestellt. Durch die Anordnung der Warmlufteintritte hinter einer Scheidewand wird bewirkt, daß die in den Trockner eintretende Luft die in der Trockenkammer befindlichen Luftteilchen mitreißt und diese nach unten unterhalb der Scheidewand und weiter nach oben, entgegengesetzt zu der Fallrichtung des Gutes in der Trockenkammer, zum Austritt und zurück hinter die Blende in Richtung zum Lufteintritt führt.

Die Mischung des Gutes erfolgt sowohl in der Trockenkammer infolge der Luftbewegung wie auch beim Austritt aus der Trockenkammer sowie im Förderer.

Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezug auf eine Zeichnung näher erläutert, auf der ein Trockner im Vertikalschnitt dargestellt ist.

Der Trockner weist eine Trockenkammer 1 auf, die unten in einen Kegel 2 übergeht und oben durch einen Deckel 4 überdeckt ist. Der Deckel 4 ist mit Einfüllöffnungen 5 und 10 sowie mit einem Luftaustritt 6 versehen. Neben der Trockenkammer 1 ist ein Becherförderer 7 und ein Staubabscheider 19 aufgestellt, der durch eine Rohrleitung mit dem Luftaustritt 6 verbunden ist. Über der Einfüllöffnung 5 ist ein Einfülltrichter 15 angeordnet, der mit einem Zellendosiergerät 14 versehen ist. Unter der Austrittsöffnung 3 der Trockenkammer 1 ist ein Schneckenförderer 20 eingebaut, der mit einem Einfülltrichter 8 des Becherförderers 7 verbunden ist. Die Einfüllöffnung 10 im Deckel 4 der Trockenkammer 1 ist mit dem Becherförderer 7 durch eine Einfülleitung 9 verbunden. Parallel zum Eintritt der Einfülleitung 9 ist am Austritt aus dem Becherförderer 7 ein Austrittsstutzen 11 angeschlossen, der mit einem Dosiergerät 12 versehen ist. Der Staubabscheider 19 ist mit seinem Austritt mittels eines Förderers 21 mit dem Einfülltrichter 8 des Becherförderers 7 verbunden. Innerhalb der Trockenkammer 1 ist im mittleren Teil eine vertikale Blende 16 angeordnet. Die Warmluft wird mittels eines Ventilators 22 durch eine Förderleitung durch eine Lufteintrittsöffnung 17 der Trockenkammer 1 zugeführt, wobei die Lufteintrittsöffnung 17 hinter der Blende 16 liegt. Die Lufteintrittsöffnung 17 ist am Ende mit einer Düse 18 versehen, die nach unten (zum Kegel 2) in die Trockenkammer gerichtet ist. Im Kegel 2 der Trockenkammer 1 ist ein Niveau-Anzeiger 13 angeordnet.

Der Trocknungsprozeß beginnt nach dem Einschalten des Ventilators 22 für die Warmluft und des Becherförderers 7 und dann des Dosiergerätes 14 des Einfülltrichters 15 der Trockenkammer 1. Das Dosiergerät, welches das getrocknete Gut austrägt, wird nach einer gewissen Zeit eingeschaltet, nachdem der Becherförderer 7 und der Kegel 2 der Trockenkammer 1 bis zu einem Stand gefüllt sind, bei welchem der Anzeiger 13 anspricht. Der Ventilator wird mit einer Warmluftquelle, z. B. der Abluft von der Kühlung der Ummauerung von Öfen oder mit in einem Wärmetauscher erwärmter Luft verbunden. Es ist selbstverständlich, daß, wenn die Temperatur der aus der Kühlung der Ummauerung der Öfen gewonnenen Luft zu niedrig ist, ein Nacherwärmen der Luft bis auf die erforderliche Temperatur erfolgt, z. B. in Wassererhitzern, am besten in den Erhitzern, die aus den Kesseln gespeist werden, welche die Schornsteinrauchgaswärme ausnutzen. Außerdem wird empfohlen, einen Vorwärmer für den Einfülltrichter 15 einzusetzen, um das Gut vor der Förderung in die Trockenkammer 1, insbesondere im Winter, vorzuwärmen.

Die Leistung des Trockners kann je nach der Feuchtigkeit des frischen Gutes geregelt werden, welches zum Trocknen zugeführt wird, indem die Drehzahl der Dosiergeräte 12 bzw./und 14 vermindert oder erhöht wird.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Trocknen von Schüttgütern, insbesondere von Glassand, bei dem das zu trocknende Gut kontinuierlich in einen durch eine Trockenkammer geführten Warmluftstrom eingebracht wird und durch das eigene Gewicht herunterfällt, dadurch gekennzeichnet, daß das entgegengesetzt zu der Strömungsrichtung des Warmluftstroms in die Trockenkammer eingeführte Gut nach dem Abtrennen von der Luft und dem Herausführen aus der Trockenkammer teilweise in einem kontinuierlichen Strom zurück in dieselbe Trockenkammer geführt wird und der restliche Teil, der der im kontinuierlichen Strom zum Trocknen geförderten Frischgutmenge entspricht, als getrocknetes Gut entnommen wird, wobei das frische Gut in der Trockenkammer mit dem bereits getrockneten Gut vermischt wird und beim Beginn des Trocknens die Gutentnahme von getrocknetem Gut aus der Trockenkammer für eine Zeit eingestellt wird, die von der erforderlichen Trocknungszeit des Gutes abhängt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die warme Luft innerhalb der Trockenkammer derart in eine Zirkulationsbewegung versetzt wird, daß ein Teil der Luft in Richtung der Lufteintrittsöffnung geleitet und mit der in die Trockenkammer eingeführten Luft vermischt und der restliche Teil über einen Staubabscheider nach außen geleitet wird.
  3. 3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 und 2, mit einer Trockenkammer, die unten in einem eine Austrittsöffnung aufweisenden Kegel mündet und oben mit einem Deckel versehen ist, der eine Öffnung aufweist, die mit einer ein Dosiergerät aufweisenden Beschickungsvorrichtung verbunden ist, und mit einem Abluftaustritt, der mit einem Staubabscheider verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß sie einen vertikalen Förderer (7) für das Schüttgut, der mit seinem Einfülltrichter (8) mit der Austrittsöffnung (3) der Trockenkammer (1) und mit seinem Ausgang über eine Einfülleitung (9) mit einer weiteren Einfüllöffnung (10) im Deckel (4) der Trockenkammer (1) und mit einem mit einem Dosiergerät (12) versehenen Austrittsstutzen (11) zur Entnahme des getrockneten Gutes verbunden ist, und einen im unteren Kegel (2) der Trockenkammer (1) angeordneten Niveau-Anzeiger (13) des Schüttgutes aufweist, der den Stand des oberhalb der Austrittsöffnung (3) der Trockenkammer (1) verbleibenden Gutes anzeigt und das Dosiergerät (12) im Austrittsstutzen (11) einschaltet.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Trockenkammer (1) im mittleren inneren Teil eine vertikale Blende (16) aufweist, hinter der eine oder mehrere Eintrittsöffnungen (17) für die Warmluft in die Trockenkammer (1) angeordnet sind, die mit nach unten gerichteten Düsen (18) versehen sind, wobei die Einfüllöffnung (5) im Deckel (4), die mit dem Einfülltrichter (15) verbunden ist, und die weitere Einfüllöffnung (10), die mit dem Ausgang des Förderers (7) verbunden ist, oberhalb des Teils der Trockenkammer (1) angeordnet sind, der durch die Blende (16) von dem Teil getrennt ist, in welchem sich die Warmlufteintrittsöffnungen (17) befinden.






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