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Dokumentenidentifikation DE3533649A1 02.04.1987
Titel Übertrager
Anmelder Siemens AG, 1000 Berlin und 8000 München, DE
Erfinder Walter, Dieter, Dipl.-Ing. (FH), 8011 Kirchheim, DE;
Warreyn, Franz, Dipl.-Ing. (FH), 8911 Schwifting, DE
DE-Anmeldedatum 20.09.1985
DE-Aktenzeichen 3533649
Offenlegungstag 02.04.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.04.1987
IPC-Hauptklasse H01F 15/04
IPC-Nebenklasse H01F 19/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Übertrager mit einer zwischen den Übertragerwicklungen angeordneten geerdeten Schirmwicklung.

Die zwischen den Übertragerwicklungen angeordnete Schirmwicklung dient dazu, eine Kopplungsdämpfung zwischen die Übertragerwicklungen einzufügen, um so asymmetrische Störgrößen auf der Primär- bzw. Leitungsseite zu unterdrücken. Bei dieser Art der Schirmung tritt der Nachteil auf, daß aufgrund der Wicklungsinduktivität der Schirmwicklung die Schirmwirkung mit zunehmender Frequenz abnimmt und außerdem der Schirmstrom, da er nur in einer Richtung nach Erde fließen kann, eine Spannung in der Sekundärwicklung hervorruft, so daß die Schirmwirkung ebenfalls beeinträchtigt wird.

Es ist weiterhin bekannt, zwischen den Übertragerwicklungen einen geerdeten Folienschirm einzufügen. Mit einem derartigen Folienschirm werden gute Kopplungsdämpfungsgewinne vom Niederfrequenz- bis zum Hochfrequenzbereich mit bis zu 20 dB erreicht. Physikalisch wird durch den geerdeten Schirm die Kapazität zwischen den Wicklungen bis auf ca. ein Zehntel verringert. Nachteilig in der Praxis ist der Aufwand beim Zuschneiden und isolieren der Schirmfolien von Hand, so daß diese Maßnahme verhältnismäßig zeitraubend und damit teuer ist.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es einen Übertrager der eingangs genannten Art anzugeben, der leicht zu fertigen ist, und der sich durch eine gute Kopplungsdämpfung zwischen den Übertragerwicklungen auszeichnet.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine zusätzliche von der vorhandenen Schirmwicklung getrennte Schirmwicklung vorgesehen ist, und daß die zwei Schirmwicklungen jeweils derart mit Erdpotential verbunden sind, daß sich ihre Felder gegenseitig aufheben.

Durch die zweite Schirmwicklung wird bei der erfindungsgemäßen Beschaltung der beiden Schirmwicklungen erreicht, daß die Schirmströme in den beiden Schirmwicklungen gegensinnig nach Erde abfließen, so daß die Schirmwirkung nicht beeinträchtigt wird. Der Gewinn an Kopplungsdämpfung ist dabei über weite Frequenzbereiche erheblich höher als die Kopplungsdämpfung bei Verwendung eines Folienschirmes. Die Schirmwirkungsverluste, wie sie bei einfachen Schirmwicklungen bei hohen Frequenzen beobachtet werden, treten bis weit in den Kurzwellenbereich hinein nicht auf. Gleichzeitig können die Schirmwicklungen z. B. mit einem Wickelautomaten einfach und schnell eingebracht werden.

Eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Übertragers ist dadurch gekennzeichnet, daß die erste Schirmwicklung einen linken und die zweite Schirmwicklung einen rechten Wicklungssinn aufweist und beide Anfänge der Schirmwicklung geerdet sind. Bei dieser Ausführung haben die beiden Schirmwicklungen zwar einen unterschiedlichen Wicklungssinn, dafür ist jedoch nur ein einziger gemeinsamer Erdanschluß notwendig.

Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Übertragers ist dadurch gekennzeichnet, daß beide Schirmwicklungen den gleichen Wicklungssinn aufweisen und bei der ersten Schirmwicklung der Anfang und bei der zweiten Schirmwicklung das Ende geerdet ist. Bei dieser Ausgestaltung weisen die beiden Schirmwicklungen zwar jeweils den gleichen Wicklungssinn auf, es müssen aber zwei getrennte Erdanschlüsse ausgeführt werden. Ein zusätzlicher Vorteil bei dieser Ausgestaltung ergibt sich dadurch, daß die beiden den gleichen Wicklungssinn aufweisenden Schirmwicklungen bifilar gewickelt sind.

Nachfolgend werden anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen die Erfindung näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 einen Übertrager mit zwei unterschiedlichen Wicklungssinn aufweisenden Schirmwicklungen,

Fig. 2 einen Übertrager mit zwei den gleichen Wicklungssinn aufweisenden Schirmwicklungen und

Fig. 3 die Anwendung der Erfindung bei einem Übertrager mit verschachtelten Übertragerwicklungen.

In Fig. 1 ist ein Übertrager, bestehend aus einer Primärwicklung ÜW1 und einer Sekundärwicklung ÜW2 dargestellt. Zwischen den beiden Übertragerwicklungen sind zwei Schirmwicklungen SW1 und SW2 angeordnet. Bei diesem Ausführungsbeispiel weist z. B. die Schirmwicklung SW1 einen "rechten" Wicklungssinn auf, während die Schirmwicklung SW2 einen "linken" Wicklungssinn aufweist. Die Anfänge und Enden der beiden Schirmwicklungen sind jeweils mit A bzw. E gekennzeichnet. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die beiden Wicklungsanfänge der Schirmwicklungen geerdet. Dadurch wird erreicht, daß die Schirmströme in den beiden Schirmwicklungen gegensinnig nach Erde abfließen.

Der Gewinn bezüglich der Kopplungsdämpfung ist dabei über weite Frequenzbereiche höher als bei der Anwendung eines Folienschirmes. Schirmwirkungsverluste, wie sie bei einfachen Schirmwicklungen bei hohen Frequenzen beobachtet werden, treten bis weit in den Kurzwellenbereich hinein nicht auf.

Ein anderes Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung zeigt Fig. 2. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel besteht der Übertrager aus der Primärwicklung ÜW1 und der Sekundärwicklung ÜW2. Die beiden Schirmwicklungen sind mit SW3 und SW4 bezeichnet, ihre Anfänge und Enden sind mit A bzw. E gekennzeichnet. Die beiden Schirmwicklungen SW3 und SW4 weisen in diesem Ausführungsbeispiel "gleichen" Wicklungssinn auf. Um trotzdem eine Kompensation der Schirmströme zu erreichen, ist bei der Wicklung SW3 das Ende und bei der Schirmwicklung SW4 der Anfang mit Erdpotential verbunden.

Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 ist es sehr vorteilhaft, die beiden gleichen Wicklungssinn aufweisenden Schirmwicklungen SW3 und SW4 bifilar zu wickeln, da sich in diesem Falle eine Materialersparnis für die Schirmwicklungen ergibt.

Fig. 3 zeigt die Anwendung der Erfindung bei einem Übertrager mit verschachtelten Primär- und Sekundärwicklungen. Die beiden Primärwicklungshälften sind mit ÜW3/1 und ÜW3/2 bezeichnet, die beiden Sekundärwicklungshälften, die z. B. bifilar gewickelt sein können, sind mit ÜW bezeichnet. Zwischen den jeweiligen Übertragerwicklungshälften sind jeweils zwei Schirmwicklungen vorgesehen, nämlich die Schirmwicklungen SW5 bis SW8. Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist davon ausgegangen, daß die beiden zusammengehörigen Schirmwicklungen jeweils wie im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 geschaltet sind und bifilar gewickelt sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Übertrager mit einer zwischen den Übertragerwicklungen angeordneten geerdeten Schirmwicklung, dadurch gekennzeichnet, daß eine zusätzliche von der vorhandenen Schirmwicklung (SW1) getrennte Schirmwicklung (SW2) vorgesehen ist und daß die zwei Schirmwicklungen (SW1, SW2) derart mit Erdpotential verbunden sind, daß sich ihre Felder gegenseitig aufheben.
  2. 2. Übertrager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Schirmwicklung (SW1) einen linken und die zweite Schirmwicklung (SW2) einen rechten Wicklungssinn aufweist und beide Anfänge (A) der Schirmwicklungen (SW1, SW2) geerdet sind.
  3. 3. Übertrager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß beide Schirmwicklungen (SW3, SW4) gleichen Wicklungssinn aufweisen und bei der ersten Schirmwicklung (SW4) der Anfang (A) und bei der zweiten Schirmwicklung (SW3) das Ende (E) geerdet ist.
  4. 4. Übertrager nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden den gleichen Wicklungssinn aufweisenden Schirmwicklungen (SW3, SW4) bifilar gewickelt sind.






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