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Dokumentenidentifikation DE3531514C1 09.04.1987
Titel Verfahren zur Zersetzung von Kunststoff- oder Lackrückständen durch Pyrolyse in einem Wirbelbett
Anmelder Daimler-Benz AG, 7000 Stuttgart, DE
Erfinder Kohler, Herbert, Dr.-Ing., 7014 Kornwestheim, DE;
Halbartschlager, Johann, Dipl.-Ing., 7000 Stuttgart, DE;
Aufschneider, Werner, Dipl.-Ing. (FH), 6719 Altleiningen, DE
DE-Anmeldedatum 04.09.1985
DE-Aktenzeichen 3531514
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.04.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.04.1987
IPC-Hauptklasse C08J 11/14
IPC-Nebenklasse C09D 9/00   

Beschreibung[de]

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Zersetzung von Kunststoff- oder Lackrückständen, insbesondere von polymeren Überzügen auf Metallteilen, durch Pyrolyse in einem Wirbelbett, wobei zur Inertisierung der Pyrolysegase in den Leerraum oberhalb des Wirbelbettes eine Flüssigkeit eingespritzt wird.

Verfahren zur Pyrolyse von Kunststoff- oder Lackrückständen zum Zwecke des besonders schonenden Entlackens von Metallteilen oder zur Aufarbeitung von Lackschlämmen sind seit Jahren bekannt (z. B. DE-PS 23 15 958 oder DE-PS 23 37 894).

Bei diesen Verfahren wird ein Wirbelbett aus Aluminiumoxid oder Sand benutzt, das durch Einblasen eines vorgeheizten sauerstoffhaltigen Gases, im allgemeinen Luft, über eine durchlässige Bodenplatte fluidisiert wird. Die zu entlackenden Metallteile oder der zu zersetzende Lackschlamm wird in dieses Wirbelbett gegeben und dort bei einer Temperatur, die im allgemeinen zwischen etwa 400 und 650°C liegt, zur weitgehenden Zersetzung der organischen Bestandteile belassen. Die Verschwelungsdauer der organischen Anteile des Lackes liegt je nach der Schichtdicke zwischen 2 und etwa 45 min. Die Pyrolyseabgase werden dann im allgemeinen einer Anlage zur thermischen Nachverbrennung zugeführt, in der die in ihnen noch enthaltenen brennbaren Bestandteile völlig zerstört werden. Um Explosionen in dem oberhalb des Wirbelbettes befindlichen Leerraum oder eine Überhitzung des Wirbelbettes durch eine in das Wirbelbett zurückschlagende Flammenfront zu vermeiden, wird dieser Raum durch Zugabe eines inerten Gases oder durch Einspritzen einer Flüssigkeit, insbesondere Wasser inertisiert. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, diese Inertisierung besonders wirtschaftlich durchzuführen.

Erfindungsgemäß wird hierfür vorgeschlagen, daß als Flüssigkeit für die Inertisierung der Pyrolysegase das bei der Entwässerung von Lackschlamm anfallende Abwasser verwendet wird.

In Lackspritzkabinen werden bekanntlich die Lacknebel aus der Kabinenabluft durch eine Wasserwäsche niedergeschlagen. Es entsteht eine Suspension von Lackteilchen in Wasser, der sogenannte Lackschlamm. Vor der Deponierung des Lackschlammes bzw. der Verbrennung oder der Pyrolyse muß der Lackschlamm soweit wie möglich von Wasser befreit werden, was im allgemeinen durch Dekantieren, Aufrahmen und dergleichen geschieht. Das von den Lackteilchen befreite Abwasser kann aber nicht ohne weiteres entsorgt werden, da es noch Lösemittel aus dem Lack gelöst enthält. Es ist daher eine relativ aufwendige Aufarbeitung des bei der Lackschlammkonzentrierung anfallenden Abwassers erforderlich.

Gemäß der Erfindung wird dieses Lackabwasser zur Inertiserung der Pyrolysegase in den Leerraum oberhalb des Wirbelbettes als Kühlflüssigkeit eingespritzt. Das Lackabwasser verdampft, kühlt und inertisiert die Pyrolyseabgase. In der nachfolgenden thermischen Nachverbrennung, in der die Pyrolyseabgase weiterbehandelt werden, wird auch der in dem Lackabwasser enthaltene Anteil an organischen Lösemitteln mitverbrannt. Auf diese Weise wird nicht nur das Lackabwasser preiswert entsorgt, sondern die organischen Bestandteile des Lackabwassers leisten auch noch einen zusätzlichen Beitrag zur Verbrennungswärme, so daß die thermische Nachverbrennung insgesamt energiekostengünstiger verläuft. Sofern bei der Pyrolyse der auf den Metallteilen befindlichen Lack- bzw. Kunststoffschichten oder bei der Pyrolyse des Lackschlammes saure Zersetzungsprodukte, wie HCl oder SO2, entstehen, ist es bekannt, diese Abgase durch Zugabe von alkalischen Feststoffen zum Wirbelbett zu beseitigen. Es hat sich gezeigt, daß eine besonders vollständige Reaktion der sauren Bestandteile erreicht werden kann, wenn die alkalischen Stoffe dem zur Inertisierung in den Leerraum oberhalb des Wirbelbettes eingespritzten Wasser zugesetzt werden. Als Alkalien werden insbesondere bevorzugt die Alkali- oder Erdalkalioxide, -hydroxide oder -carbonate sowie Ammoniak zugegeben. Dabei ist es natürlich erforderlich, daß nur solche Verbindungen ausgewählt werden, die auch wasserlöslich sind. Anstelle von Ammoniak können auch organische basische Verbindungen wie z. B. Amine, z. B. Methyl- oder Ethylamin, Ethanolamin und dergleichen Verwendung finden. Die Verwendung dieser Substanzen wird aber im allgemeinen aus Kostengründen nur in Ausnahmefällen erfolgen.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Zersetzung von Kunststoff- oder Lackrückständen insbesondere von polymeren Überzügen auf Metallteilen, durch Pyrolyse in einem Wirbelbett, wobei zur Inertisierung der Pyrolysegase in den Leerraum oberhalb des Wirbelbettes eine Flüssigkeit eingespritzt wird, dadurch gekennzeichnet, daß als Flüssigkeit das bei der Entwässerung von Lackschlamm anfallende Abwasser verwendet wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß dem Abwasser basische Stoffe, insbesondere Alkali- oder Erdalkali-oxide, -hydroxide oder -carbonate oder Ammoniak zugesetzt werden.






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