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Dokumentenidentifikation DE3604099A1 13.08.1987
Titel Gipskarton-Holzplatte und Verfahren zu ihrer Herstellung
Anmelder Gyproc GmbH Baustoffproduktion u. Co KG, 8801 Steinsfeld, DE
Erfinder Vogt, Winold, Dipl.-Ing., 8803 Rothenburg, DE
Vertreter Buschhoff, J., Dipl.-Ing.; Hennicke, A., Dipl.-Ing.; Vollbach, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 5000 Köln
DE-Anmeldedatum 11.02.1986
DE-Aktenzeichen 3604099
Offenlegungstag 13.08.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.08.1987
IPC-Hauptklasse C04B 18/26
IPC-Nebenklasse C04B 28/14   C04B 24/18   E04C 2/26   
IPC additional class // (C04B 18/26,24:18)C04B 28:14  

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gipskartonplatte, insbesondere für Fußböden, mit einer oberen Kartonschicht, einer unteren Kartonschicht und einem Gipskern aus Halbhydratgips und Zuschlagstoffen.

Es ist bekannt, bei Fußbodenkonstruktionen Gipskartonplatten als Druckverteilungsplatten einzusetzen, die sehr rasch trocken verlegt und nach dem Einbauen und Ausrichten mit einem Fußbodenbelag belegt und begangen werden können. Sie haben jedoch gegenüber einem naß eingebauten Zementestrich den Nachteil einer geringeren Druck- und Biegezugfestigkeit in den Verbindungen. Auch hat sich die Oberflächenhärte der bekannten Fußbodenplatten aus Gips insbesondere dort nicht als ausreichend erwiesen, wo hohe punktförmige Lasten, wie Pfennigabsätze von Damenschuhen oder Rollen von Rollstühlen, auf die Fußbodenoberfläche einwirken.

Die zerstörende Wirkung von Stuhlbeinrollen beruht in erster Linie darauf, daß die Rollen eine hohe Punktlast und Friktion auf die obere Kartonschicht ausüben, wenn sie um eine zu ihrer Drehachse senkrechte Vertikalachse schwenken. Durch diese Kräftekombination wird zunächst die Gipskernoberfläche unmittelbar unter dem Karton zerstört, wodurch sich der Karton vom Kern löst. Anschließend wird die Gipskernoberfläche so zermahlen, daß Vertiefungen in der Fußbodenoberfläche entstehen und schließlich der gesamte Estrich zerstört wird. Um insbesondere eine höhere Brinellhärte bei Gipskartonplatten zu erzielen, ist vorgeschlagen worden, dem Gipskern Füllstoffe in Form von Sand oder feingemahlenem Kalkstein hinzuzufügen. Andere Vorschläge gehen dahin, dem Halbhydratgips Flugasche mit kugelförmiger Körnung zuzusetzen. Diese bekannten Füllstoffe haben jedoch den Nachteil, daß sie die Bindekraft des Gipses herabsetzen, mit der dieser an den die Platte oben und unten abdeckenden Kartonschichten haftet.

Neben Gipskartonplatten sind auch andere Platten aus Gips, wie Gipsfaserplatten und Gipsspanplatten, bekannt. Diese Platten haben keine Kartonabdeckung, sondern bestehen in der Regel aus einer einzigen Gipsschicht, die mit Zuschlagsstoffen wie Textil- und Papierfasern bei Gipsfaserplatten oder Gummen, Bruchstücken aus Stein, Gips- oder Holzspänen bewehrt sind (Gipsspanplatten).

Für die Herstellung von Gipsspanplatten werden gerissene Holzspäne verwendet, die durch Zerkleinerung von Weichholz entstehen und auch zur Herstellung von Zellulose weiterverarbeitet werden. Es hat sich jedoch gezeigt, daß auch diese bekannten Gipsfaserplatten und Gipsspanplatten keinen wesentlich höheren Widerstand gegen das Zermahlen entwickeln als Gipskartonplatten und insbesondere in ihrer Herstellung teurer sind als Gipskartonplatten.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Gipskartonplatte, insbesondere für Fußböden, zu schaffen und ein Verfahren zu ihrer Herstellung anzugeben, womit Gipskartonplatten mit hoher Brinellhärte und hohem Widerstand gegen das Zermahlen sehr einfach und mit verhältnismäßig geringen Kosten hergestellt werden können.

Die Gipskartonplatten nach der Erfindung sind im wesentlichen dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil der verwendeten Zuschlagsstoffe Hartholzspäne sind.

Es hat sich gezeigt, daß durch den Zusatz von Hartholzspänen nicht nur die Brinellhärte der Gipskartonplatten ansteigt, sondern auch ihre Druck- und Biegezugfestigkeit erheblich gesteigert wird. Auch wird der Widerstand gegen das Zermahlen so erhöht, daß die unter Zusatz von Hartholzspänen hergestellten Gipskartonplatten den Einbau einer Trockenestrichkonstruktion auch dort erlauben, wo der Boden mit Rollstühlen befahren wird und Damen mit Pfennigabsätzen unter den Schuhen herumlaufen.

Es hat sich gezeigt, daß es besonders günstig ist, wenn die Hartholzspäne geschnittene Späne aus einer spanabhebenden Fertigung sind, beispielsweise Sägespäne, die im wesentlichen keine nach außen offenen Hohlräume haben. Am besten eignen sich als Zuschlagstoffe Eichenholzspäne mit einer Korngröße von 0,02 mm bis 5,0 mm.

Wenn der Anteil an Hartholzspänen 5-15 Gew.% des gesamten getrockneten Gipskernes beträgt, wird eine ausreichende Brinellhärte erreicht. Hierbei hat sich ein Anteil von 8 Gew.% als optimal erwiesen.

Beim Herstellen von Gipskartonplatten nach der Erfindung, bei dem Halbhydrat und Wasser mit Hartholzspänen vermengt und in bekannter Weise zu Gipskartonplatten weiterverarbeitet werden, wird zweckmäßig so vorgegangen, daß die Hartholzspäne in getrocknetem Zustand zugegeben werden. Hierbei soll der Feuchtigkeitsgehalt der Hartholzspäne zwischen 9 und 12 Gew.% liegen. Bei der Herstellung der Gipskartonplatten werden zweckmäßig Halbhydrat und Hartholzspäne miteinander vermischt, in Wasser eingestreut und mit diesem verrührt. Es ist aber auch möglich, die Hartholzspäne in einen Gipsbrei aus Halbhydrat und Wasser einzurühren. Um die Verarbeitbarkeit zu verbessern, kann dem Gemenge aus Halbhydrat, Hartholzspänen und Wasser auch ein Verflüssiger, beispielsweise Lignosulfat oder Natrium-Naphthalin-Sulfonat, zugegeben werden.

Die nach der Erfindung als Zuschläge zugegebenen Hartholzspäne sind als Abfallstoffe von Sägewerken, Parkettfabriken oder anderen holzverarbeitenden Betrieben in großer Menge vorhanden und wohlfeil erhältlich. Sie ermöglichen deshalb eine besonders kostengünstige Herstellung von Gipskartonplatten hoher Brinellhärte und Druckfestigkeit. Da insbesondere Eichenholzspäne nach dem Einbau der Platten Feuchtigkeit nur in äußerst geringem Maße aufnehmen oder abgeben, besteht keine Gefahr, daß die hiermit hergestellten Gipskartonplatten nach ihrem Einbau stark quellen oder schwinden. Vielmehr haben diese Platten eine hohe Formbeständigkeit, die sie in besonderer Weise als Druckverteilungsplatten in trocken aufgebauten Fußbodenkonstruktionen geeignet erscheinen läßt.

Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, sondern es sind mehrere Änderungen und Ergänzungen möglich, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Beispielsweise kann der Anteil an Hartholzspänen auch noch verändert werden. Ferner können Hartholzspäne entweder in abgestufter Körnung oder auch solche mit im wesentlichen gleicher Korngröße verwendet werden. Natürlich hängt die verwendete Gipsmenge von der Menge der eingesetzten Zuschlagstoffe ab, und es kann durchaus zweckmäßig sein, auch mehlfeine Hartholzstäube als Zuschläge zu verwenden, insbesondere wenn die Gipskartonplatten nach der Erfindung für andere Verwendungszwecke, z.B. für Wandbauplatten, eingesetzt werden sollen.


Anspruch[de]
  1. 1. Gipskartonplatte, insbesondere für Fußböden, mit einer oberen Kartonschicht, einer unteren Kartonschicht und einem Gipskern aus Halbhydratgips und Zuschlagstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil der Zuschlagstoffe Hartholzspäne sind.
  2. 2. Platte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartholzspäne geschnittene Späne aus einer spanabhebenden Fertigung sind, die im wesentlichen keine nach außen offenen Hohlräume haben.
  3. 3. Platte nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartholzspäne Eichenholzspäne sind.
  4. 4. Platte nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Korngröße der Hartholzspäne 0,02 mm bis 5,0 mm beträgt.
  5. 5. Platte nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil an Hartholzspänen 5 bis 15 Gew.%, vorzugsweise 8 Gew.%, des gesamten, getrockneten Gipskernes beträgt.
  6. 6. Verfahren zum Herstellen von Gipskartonplatten nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem Halbhydrat und Wasser mit Zuschlägen vermengt und in bekannter Weise zu Gipskartonplatten weiterverarbeitet werden, dadurch gekennzeichnet, daß als Zuschläge Hartholzspäne mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 9 bis 12 Gew.% zugegeben werden.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß Halbhydrat und Hartholzspäne miteinander vermischt, in Wasser eingestreut und mit diesem verrührt werden.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Hartholzspäne in einen Gipsbrei aus Halbhydrat und Wasser eingerührt werden.
  9. 9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß dem Gemenge aus Halbhydrat, Hartholzspänen und Wasser ein Verflüssiger, z.B. Lignosulfonat oder Natrium-Naphthalin- Sulfonat, zugegeben wird.






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