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Dokumentenidentifikation DE3218516C2 10.09.1987
Titel Abschalungsvorrichtung für Schlitzwandlamellen
Anmelder Philipp Holzmann AG, 6000 Frankfurt, DE
Erfinder Baumann, Theodor, Dipl.-Ing. Dr., 8045 Ismaning, DE;
Schreyegg, Otmar, Dipl.-Ing., 8192 Geretsried, DE
Vertreter Mitscherlich, H., Dipl.-Ing.; Gunschmann, K., Dipl.-Ing.; Körber, W., Dipl.-Ing. Dr.rer.nat.; Schmidt-Evers, J., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 17.05.1982
DE-Aktenzeichen 3218516
Offenlegungstag 24.11.1983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.09.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.09.1987
IPC-Hauptklasse E02D 5/18
IPC-Nebenklasse E02D 29/00   
Zusammenfassung Bei einer Abschalungsvorrichtung zur Fertigung von Schlitz wandlamellen bei der Herstellung der Wände unterirdischer Bauwerke soll bereits bei der Herstellung der Schlitzwände eine Maßnahme vorgesehen sein, durch die es möglich gemacht wird, erst nach Abschluß der Bauarbeiten in einfacher Weise eine Injektion von Dichtungsmasse optimal in mögliche Leckstellen einzubringen. Dies geschieht gemäß der Erfindung dadurch, daß die Abschalungsvorrichtung ein in der Bauwerkswand verbleibendes Beton-Fertigbauteil ist, das mindestens ein vertikal durchlaufendes, mit Verpreßventilen versehenes Injektionsrohr für das Verpressen von Leckstellen mit Dichtungsmasse aufweist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Abschalungsvorrichtung für die Fertigung von Schlitzwandlamellen bei der Herstellung der Wände unterirdischer Bauwerke, bei der die Abschalungsvorrichtung ein in der Bauwerkswand verbleibendes Beton- Fertigbauteil ist, das an mindestens einer der den Schlitzwandlamellen zugewandten Seitenwände eine vertikal verlaufende Einrichtung für das Verpressen von Leckstellen mit Dichtungsmasse aufweist. Eine solche Abschalungsvorrichtung ist aus der DE-AS 19 13 764 bekannt.

Bei der Herstellung unterirdischer Bauwerke mit einer Ausnutzung der Untergeschosse im Bereich unterhalb des höchsten Grundwasserspiegels, beispielsweise für Garagen, Technikräume, U-Bahnanlagen od. dgl. hat man festgestellt, daß die Schlitzwand der Baugrubenumschließung unter gewissen Umständen durchaus auch als endgültige Bauwerkswand ohne eine aufwendige Grundwasserisolierung dienen kann. Erforderlich ist jedoch bei der Herstellung einer solchen Bauwerkswand, daß die Betonierfugen an der Schlitzwandlamellengrenze weitgehend wasserdicht ausgeführt sind. Um dies zu erreichen, ist das Beton-Fertigbauteil nach der DE-AS 19 13 764 entwickelt worden, bei dem in den zum Zwecke einer guten seitlichen Verzahnung der Enden der Schlitzwandlamelle mit dem jeweils benachbarten Fertigbauteil kreisbogenförmig ausgerundeten Seitenflächen dieses Bauteils vertikal durchlaufende Rillen vorgesehen sind, die beim Herstellen der Schlitzwände während des Absenkens des Beton-Fertigbauteils durch eine Folie abgedeckt sind. In diesen Rillen soll später Zementleim oder dergleichen injiziert werden, der nach Ablösen der Folie von ihrer Auflage in die Arbeitsfuge eindringen und damit Leckstellen abdichten soll. Wie jedoch die Dichtungsmasse und an welche Stelle diese Masse nun in die besagten Rillen des Fertigbauteils eingeführt werden soll, darüber gibt die DE-AS 19 13 764 keine Auskunft. Mit einem einfachen Abdecken der Rillen mittels einer Folie läßt sich jedenfalls kein längerer Transport der Dichtungsmasse in der Rille und kein gezielter Austritt der Masse an der Leckstelle erreichen. Außerdem ist eine Abdeckfolie wenig geeignet, einerseits den rauhen Anforderungen standzuhalten und andererseits den Austritt der Dichtungsmasse gerade an einer bestimmten Leckstelle im Bereich der Arbeitsfuge zu ermöglichen. Hohe Drücke auf die Dichtungsmasse, die zum Ausfüllen auch enger Leckstellen im Fugenbereich unbedingt erforderlich sind, lassen sich in nur mit einer Folie abgedeckten Rille nicht übertragen.

In der "Schweizerischen Bauzeitung" 1968, Seite 97, Bild 1, ist ein lose in ein Bohrloch im Lockergestein des Baugrundes einsetzbares Manschettenrohr beschrieben, bei dem der Zwischenraum zwischen Bohrlochwandung und Manschettenrohr durch eine plastische Füllmasse (Tongelmasse) ausgefüllt ist. In vorbestimmten Abständen voneinander sind im Manschettenrohr Öffnungen vorgesehen, die von eng auf dem Rohr anliegenden Gummimanschetten abgedeckt sind. Soll nun das Lockergestein verfestigt werden, so wird das hierzu erforderliche Injektionsgut unter starkem Druck an den Enden der Gummimanschette ausgepreßt und durchbricht die das Manschettenrohr umgebende Füllmasse und gelangt in das Lockergestein.

Die Erfindung löst in Ausräumung der vorgenannten Nachteile die Aufgabe, eine Abschalungsvorrichtung für Schlitzwandlamellen der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der bereits bei der Herstellung der Schlitzwände Maßnahmen vorgesehen sind, durch die in einfacher Weise die zu injizierende Dichtungsmasse optimal in die Leckstellen eingebracht werden kann.

Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, daß nunmehr ohne Bohrarbeiten eine wirksame Injektion der Dichtungsmasse von einer zentralen Stelle aus in die undichten Betonierfugen zwischen dem Abschalungs-Fertigbauteil und der Schlitzwandlamelle durchgeführt werden kann und zwar vor allem dann, wenn das Injektionsrohr in der Mittellängsachse der Betonierfuge angeordnet ist.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben und nachstehend erläutert.

In der Zeichnung ist eine Ausführungsform der Erfindung beispielsweise dargestellt. Es zeigt

Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein Teilstück eines unterirdischen Bauwerks in einer längs einer Betonierfuge zwischen einem Abschalungs-Beton-Fertigbauteil und einer Schlitzwandlamelle gelegten Ebene,

Fig. 2 den Längsschnitt gemäß Fig. 1, jedoch mit einem anderen oberen Austritt eines Injektionsrohres aus der Schlitzwand,

Fig. 3 einen Ausschnitt des Abschalungs-Fertigbauteils als Ansicht auf die seitliche Oberfläche des Fertigbauteils in gegenüber Fig. 1 und 2 vergrößertem Maßstab,

Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV in Fig. 3,

Fig. 5 drei Draufsichten auf Teile einer Bauwerkswand, wobei in Fig. 5a eine Anfangslamelle, in Fig. 5b die Fortlauflamelle und in Fig. 5c die Endlamelle der Schlitzwand dargestellt ist.

Wie die Fig. 1 und 2 zeigen, weist ein unterirdisches Bauwerk 9 vier Untergeschosse, einen Boden 14, eine Decke 16 und eine seitliche Schlitzwand 17 auf, letztere besteht aus mit Abstand nebeneinander angeordneten säulenförmigen Abschalungs-Beton-Fertigbauteilen 11 und zwischen diesen angeordneten Schlitzwandlamellen 12, vgl. hierzu Fig. 5. Die Abschalungs-Fertigbauteile 11 verbleiben dabei als verlorene Schalungsteile in der fertiggestellten Schlitzwand 17. Aus den Fig. 1, 2 und 4 ist weiterhin zu erkennen, daß sich in den seitlichen Oberflächen 13 und 13a der Abschalungs-Fertigbauteile 11 je ein vertikal vom Bauwerksboden 14 bis zum obersten Geschoß 10 durchlaufendes und dort bei 5 und 6 aus der Bauwerksdecke 16 austretendes, mit Rückschlag-Verpreßventilen 2 versehenes Injektionsrohr 1 befindet. Diese Injektionsrohre 1 sind, wie die Fig. 5 zeigt, in der Mittellängsachse der Betonierfugen 7 und 8 zwischen dem Fertigbauteil 11 und den benachbarten Schlitzwandlamellen 12 angeordnet.

Durch diese besondere Anordnung der Injektionsrohre 1 ist sichergestellt, daß die von oben durch das Injektionsrohr 1 in die Betonierfugen 7 und 8 eingeführte Dichtungsmasse optimal in eine mögliche Leckstelle gelangt.

Das dargestellte Abschalungs-Fertigbauteil 11 weist im wesentlichen einen rechteckigen Querschnitt auf, wobei in den einander gegenüberliegenden seitlichen Oberflächen 13 und 13a unterschiedliche Längsprofilierungen vorgesehen sind, wie Fig. 4 und 5 zeigen. Diese Profilierungen bestehen dabei in der Oberfläche 13 aus einer breiten Längsnut 18 mit kreisabschnittförmigem Querschnitt und in der anderen Oberfläche 13a aus drei schmalen Längsnuten 19 mit divergierenden Seitenwänden.

Im Grund der breiten Längsnut 18 und versenkt in der Oberfläche 13 befindet sich das Injektionsrohr 1, wobei im Bereich jedes Rückschlag-Verpreßventils 2 eine Aussparung 4 im Nutengrund vorgesehen ist, um die Funktionsfähigkeit des Verpreßventils 2 zu gewährleisten. Auf der gegenüberliegenden Oberfläche 13a des Abschalungs-Fertigbauteils 11 ist das Injektionsrohr 1 nur halb versenkt im Grund der mittleren schmalen Nut 19 verlegt. Beide Injektionsrohre 1 sind dabei mittels zwischen den Verpreßventilen 2 angeordneter Verankerungselemente 3 fest im Abschalungs-Fertigbauteil 11 gehalten.

Jedes Verpreßventil 2 ist dabei dadurch als selbsttätig wirkendes Rückschlagventil ausgebildet, daß an der betreffenden Stelle das Injektionsrohr 1 mit einer oder mehreren Öffnungen 20 versehen ist, die mittels einer dicht am Injektionsrohr 1 anliegenden Manschette 21 aus elastisch dehnbarem Werkstoff abgedeckt sind. Wie aus Fig. 1 und 2 zu entnehmen, sind die Verpreßventile 2 dabei in gleichen Abständen voneinander vom Boden 14 des Bauwerks 9 bis zum höchsten Grundwasserspiegel 15 angeordnet.


Anspruch[de]
  1. 1. Abschalungsvorrichtung zur Fertigung von Schlitzwandlamellen bei der Herstellung der Wände unterirdischer Bauwerke, bei der die Abschalungsvorrichtung ein in der Bauwerkswand verbleibendes Beton-Fertigbauteil (11) ist, das an mindestens einer der den Schlitzwandlamellen zugewandten Seitenwände eine vertikal verlaufende Einrichtung für das Verpressen von Leckstellen mit Dichtungsmasse aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß für das Verpressen von Leckstellen mindestens ein vertikal durchlaufendes, mit Rückschlag-Verpreßventilen (2) versehenes Injektionsrohr (1) in der seitlichen Oberfläche (13, 13a) des Fertigbauteils (11) versenkt angeordnet ist und daß die Rückschlag-Verpreßventile (2) in ausgekleideten Aussparungen (4) in der seitlichen Oberfläche (13, 13a) des Fertigbauteils (11) angeordnet sind, wobei jedes Rückschlag-Verpreßventil aus einer am Injektionsrohr abdichtend anliegenden Manschette (21) aus elastisch dehnbarem Werkstoff besteht, die an der betreffenden Stelle eine oder mehrere Öffnungen (20) in der Wandung des Injektionsrohres (1) abschließt.
  2. 2. Abschalungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Injektionsrohr (1) in der Mittellängsachse der Betonierfugen (7, 8) zwischen Fertigbauteil (11) und Schlitzwandlamelle (12) angeordnet ist.
  3. 3. Abschalungsvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Injektionsrohr (1) mittels zwischen den Verpreßventilen (2) angeordneter Verankerungselementes (3) im Fertigbauteil (11) befestigt ist.
  4. 4. Abschalungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückschlag-Verpreßventile (2) gleichmäßig über die Länge des Injektionsrohres (1) verteilt angeordnet sind.
  5. 5. Abschalungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückschlag-Verpreßventile (2) vom Boden (14) des unterirdischen Bauwerks (9) bis zum höchsten Grundwasserspiegel (15) am Injektionsrohr (1) angeordnet sind.
  6. 6. Abschalungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die vertikal angeordneten Injektionsrohre (1) am oberen Ende seitlich nach innen (5) aus der Schlitzwand (12) heraus in das oberste Geschoß (10) des Bauwerks (9) geführt sind.
  7. 7. Abschalungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die vertikal angeordneten Injektionsrohre (1) am oberen Ende (6) aus der Decke (16) des Bauwerkes (9) herausgeführt sind.






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