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Dokumentenidentifikation DE3712946A1 29.10.1987
Titel Monoazopigmente
Anmelder Sandoz-Patent-GmbH, 7850 Lörrach, DE
Erfinder Goldmann, Jürgen, Dr., Münchenstein, CH;
Lal Kaul, Bansi, Dr., Biel-Benken, CH
DE-Anmeldedatum 16.04.1987
DE-Aktenzeichen 3712946
Offenlegungstag 29.10.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.10.1987
IPC-Hauptklasse C09B 63/00
IPC-Nebenklasse C09B 29/50   C08K 5/23   
IPC additional class // C09B 67/20,67/36(C08J 3/20,C08K 5:23)(C08K 5/23,C08L 27:06)  

Beschreibung[de]

Es wurde gefunden, dass sich die verlackten Azopigmente der Formel I



worin

R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Halogen, C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy oder Nitro,

R3 Wasserstoff oder Halogen,

R4 Halogen und

Me ein zweiwertiges Metall bedeuten,

ausgezeichnet zum Färben von Kunststoffmassen und Lacken eignen.

In bevorzugten Verbindungen der Formel I bedeuten

R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Chlor, Brom, Methyl, Methoxy, Aethoxy oder Nitro,

R3 und R4 Chlor oder Brom, vorzugsweise Chlor und

Me Co, Ca, Sr, Ba, Mg oder Mn.

In insbesondere bevorzugten Pigmenten der Formel I bedeuten

R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Chlor, Methyl, Methoxy oder Nitro, vor allem Wasserstoff,

R3 und R4 Chlor und

Me Cobalt oder Mangan.

In bevorzugten Farbstoffen der Formel I ist die SO3--Gruppe in ortho- oder para-Stellung zur Azogruppe gebunden.

Die Herstellung der neuen Pigmente ist dadurch gekennzeichnet, dass man eine Azoverbindung der Formel II



mit dem Salz eines zweiwertigen Metalls, vorzugsweise einem Co-, Ca-, Sr-, Ba-, Mg- oder Mn-Salz, verlackt.

Die Verbindungen der Formel II sind aus bekannten Ausgangsverbindungen durch Diazotieren und Kuppeln, in Analogie zu bekannten Methoden, leicht herzustellen. Die Umsetzung einer Verbindung der Formel II mit dem Salz eines zweiwertigen Metalls findet vorzugsweise in wässriger Lösung oder Suspension, bei Temperaturen zwischen 60 und 90°C, insbesondere 75 bis 85°C, statt.

Die erfindungsgemässen Pigmente der Formel I eigenen sich ausgezeichnet zum Färben von Kunststoffmassen oder Lacken, worunter lösungsmittelfreie und lösungsmittelhaltige Massen aus Kunststoffen oder Kunstharzen verstanden werden (in Anstrichfarben auf öliger oder wässriger Grundlage, in Lacken verschiedener Art, zum Spinnfärben von Viscose oder Celluloseacetat, zum Pigmentieren von Polyäthylen, Polystyrol, Polyvinylchlorid, Kautschuk und Kunstleder). Sie können auch in Druckfarben für das graphische Gewerbe, für die Papiermassefärbung, für die Beschichtung von Textilien oder für den Pigmentdruck Verwendung finden.

Die erhaltenen Färbungen zeichnen sich durch ihre hervorragende Hitze-, Licht- und Wetterechtheit, Chemikalienbeständigkeit, ihre Migrier-, Ausblüh-, Ueberlackier- und Lösungsmittelechtheit, ihre Farbstärke und die sehr guten applikatorischen Eigenschaften, z. B. Flockulationsechtheit, Kristallisierechtheit und Dispergierechtheit aus.

In den folgenden Beispielen bedeuten die Teile Gewichtsteile und die Prozente Gewichtsprozente. Die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben. Ein Volumenteil entspricht dem Volumen eines Gewichtsteiles Wasser.

Beispiel 1

24,2 Teile 4-Amino-2,5-dichlorbenzolsulfonsäure werden bei 20 bis 22° 1 Stunde in 30 Teilen Wasser und 30 Volumenteilen Salzsäure gerührt, man vermindert sodann durch Aussenkühlung die Temperatur auf 0 bis 5°, fügt im Verlaufe von 15 Minuten 7,1 Teile Natriumnitrit, gelöst in 21 Teilen Wasser zu, wobei die Temperatur bei 0 bis 5° gehalten wird. Man rührt eine Stunde bei ca. 5° nach und zerstört sodann den Ueberschuss Natriumnitrit mit 0,2 Teilen Aminosulfonsäure.

20,4 Teile 1-Phenylpyrazolon-3-carbonsäure werden in 100 Teilen Wasser von 50° und 4,0 Teilen Natriumhydroxid gelöst, durch sehr langsame Zugabe zu einer Mischung von 10 Volumenteilen Eisessig, 40 Teilen Natriumaetat, 150 Teilen Wasser und 150 Teilen Eis wieder (zu einer feinen Suspension) ausgefällt und das ganze, unter Kühlung auf 0 bis 5°, langsam mit der Suspension des Diazoniumsalzes versetzt. Die entstandene orangefarbene Suspension wird noch 4 Stunden bei 0 bis 5° und weitere 2 Stunden bei Raumtemperatur gerührt.

Zur Azofarbstoff-Suspension fügt man sehr langsam, unter Rühren, eine Lösung von 15,8 Teilen Mangansulfat in 100 Teilen Wasser, erhitzt auf ca. 80°, rührt 2 Stunden bei 80 bis 85°, filtriert heiss und wäscht das Pigment mit heissem Wasser, bis das Filtrat chloridfrei abläuft. Der erhaltene Presskuchen wird getrocknet und gemahlen.

An Stelle der Mangansulfat-Lösung kann auch die äquivalente Menge Magnesium-, Calcium-, Strontium- oder Bariumchlorid zur Verlackung verwendet werden, die so erhaltenen Pigmente sind in ihren Eigenschaften dem Mangankomplex sehr ähnlich.

In der folgenden Tabelle 1 sind weitere, erfindungsgemässe Farbstoffe, die analog zum 1. Beispiel hergestellt wurden, angegeben. Die Kupplungskomponente ist immer 1-Phenylpyrazolon-3-carbonsäure. Alle Farbstoffe von Tabelle 1 und Tabelle 2 geben in PVC eingearbeitet eine gelbe Nuance.

Tabelle 1


In der folgenden Tabelle 2 mit weiteren erfindungsgemässen, gemäss Beispiel 1 herstellbaren Farbstoffen sind die Substituenten gemäs Formel I angegeben.

Tabelle 2

Anwendungsbeispiel 1

0,05 Teile des Farbstoffs gemäss Beispiel 1 (Mn-Salz) werden mit 50 Teilen einer Mischung aus 65% Polyvinylchlorid und 35% Diäthylhexylphthalat und 2 Teilen Dibutyl-zinn-bis-thioglykolsäurehexylester auf einem Mischwalzwerk bei 150 bis 160° ca. 8 Minuten homogenisiert, zu einem Fell gewalzt und auf einem Kalanderwalzwerk geglättet. Das erhaltene, transparent gelbe Fell zeichnet sich durch eine sehr gute Lichtechtheit aus.

Anwendungsbeispiel 2

4 Teile des Mangankomplexpigmentes gemäss Beispiel 1 werden mit 96 Teilen einer Mischung aus

50 Teilen einer 60%-igen Lösung von Kokos-Aldehyd-Melaminharz mit 32% Fettgehalt in Xylol,

30 Teilen einer 50%igen Melaminharzlösung in Butanol,

10 Teilen Xylol und

10 Teilen Aethylenglykolmonoäthyläther

24 Stunden in einer Kugelmühle gemahlen. Die dabei erhaltene Dispersion wird auf Aluminiumblech gespritzt, 30 Minuten an der Luft trocknen gelassen und dann 30 Minuten bei 120° eingebrannt. Man erhält so einen brillant gelben Film mit ausgezeichneter Licht- und Wetterechtheit.

Gemäss den beiden Anwendungsbeispielen können auch alle übrigen in den Beispielen 1 bis 21 angegebenen Pigmente verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Verlackte Azopigmente der Formel I



    worin

    R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Halogen, C1-4-Alkyl, C1-4-Alkoxy oder Nitro,

    R3 Wasserstoff oder Halogen,

    R4 Halogen und

    Me ein zweiwertiges Metall bedeuten.
  2. 2. Verlackte Azopigmente der Formel I, gemäss Anspruch 1,

    worin

    R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Chlor, Brom, Methyl, Methoxy, Aethoxy oder Nitro

    R3 und R4 Chlor oder Brom, vorzugsweise Chlor und

    Me Co, Ca, Sr, Ba, Mg oder Mn bedeuten.
  3. 3. Verlackte Azopigmente der Formel I, gemäss Anspruch 1,

    worin

    R1 und R2 unabhängig voneinander Wasserstoff, Chlor, Methyl, Methoxy oder Nitro, vorzugsweise Wasserstoff,

    R3 und R4 Chlor und

    Me Co oder Mn bedeuten.
  4. 4. Verfahren zur Herstellung von Verbindungen der Formel I gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man eine Azoverbindung der Formel II



    mit dem Salz eines zweiwertigen Metalls, vorzugsweise einem Co-, Ca-, Sr-, Ba-, Mg- oder Mn-Salz, verlackt.
  5. 5. Verwendung der Verbindungen der Formel I als Pigmente zum Färben von Kunststoffmassen.






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