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Dokumentenidentifikation DE2919362C2 05.11.1987
Titel Drehpflug
Anmelder Steigerwald, Rudolf, 8857 Wertingen, DE
Erfinder Steigerwald, Rudolf, 8857 Wertingen, DE
DE-Anmeldedatum 14.05.1979
DE-Aktenzeichen 2919362
Offenlegungstag 27.11.1980
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.11.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.11.1987
Free division/divided out on the grounds of lack of unity 29545559
IPC-Hauptklasse A01B 3/421

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Drehpflug nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Insbesondere befaßt sich die Erfindung auch mit einer Drehantriebsvorrichtung für Drehpflüge, die mittels eines Hydraulikzylinders den Pflugbaum um eine mit dem Vordergestell verbundene Wendewelle von einer Arbeitsstellung in die andere in einem durchgehenden Hubweg des Hydraulikzylinders dreht.

Pflüge sollen trotz ihrer hohen Beanspruchung sowohl im Einsatz als auch während des Transportes möglichst leicht, variationsreich in der Bauweise und im Einsatz und entsprechend dem Einsatzzweck mit optimaler Funktion in der Arbeits- und Bedienungstechnik sein.

Die seither bekannte Pflüge und ihre Systeme weisen allerdings einige Nachteile auf. Bei Anbaudrehpflügen ist bis auf wenige Ausnahmen der Pflugbaum während der Drehung zur Drehachse fest fixiert, so daß einerseits große Schwungmomente frei werden und sinngemäß große Drehmomentkräfte erforderlich sind, um den Pflugbaum wieder in seiner Arbeitsstellung zu drücken und andererseits der Drehradius an der Peripherie der hinteren Pflugteile relativ groß wird, was zu Drehstörungen und Beschädigungen führt, wenn der Pflug den Boden berührt. Diese schlechten Eigenschaften übertragen sich auf das Aushubgestänge des Schleppers und somit des Schleppers selbst und können auch hier Beschädigungen hervorrufen.

Bereits bekannte Systeme arbeiten im Prinzip entweder über Hintereinanderschaltung von einem Schwenkzylinder und einem Drehzylinder am Pflugbaum, oder über eine Schwenkbewegung des Pflugbaumes in Abhängigkeit der Drehbewegung (DE 23 60 739A1 und DE 24 13 331A1). Beide Systeme benötigen einen Drehzylinder, der einerseits am Pflugkopf und andererseits am drehbaren Teil des Pflugbaumes bzw. Drehrahmens angelenkt sein muß. Dies erfordert einen großen Freiraum zwischen dem Pflugbock und dem zu drehenden Rahmen. Die einzige Verbindung ist hierbei nur die Wendewelle bzw. deren Lagerung. Die Beanspruchung dieser Wendewelle ist deshalb sehr groß und muß in der Herstellung aufwendig und teuer gebaut werden. Trotzdem sind Beschädigungen und Brüche an dieser Stelle keine Seltenheit. Außerdem wird die Wendewelle durch den senkrecht stehenden Drehwerkszylinder während dem Nulldurchgang noch zusätzlich belastet.

Das bisher bekannte hydraulisch hintereinandergeschaltete Schwenk-Drehsystem hat die Nachteile, daß nur mit zwei Hydraulikzylindern, von denen mindestens der Schwenkzylinder in doppel wirkender Ausführung sein muß, gearbeitet werden kann. Die stets erforderliche Hintereinanderschaltung der beiden Hydraulikzylinder, deren Umschaltung in der Regel über Überdruck erfolgt, bedingt eine zusätzliche Störanfälligkeit und Verteuerung. Außerdem wird durch die Umschaltung eine ruckartige Bewegung des Pflugbaumes und somit dessen Schwerpunktes von der Schwenk- zur Drehbewegung und umgekehrt erzeugt, was sich auf den gesamten Drehwerkmechanismus schädlich auswirkt.

Ein Drehpflug der eingangs beschriebenen Art ist aus der DE 23 10 497B2 bekannt. Bei diesem bekannten Drehpflug ist sowohl ein Drehzylinder zum Drehen des Drehpfluges als auch ein zweiter hydraulischer Zylinder zum Schwenken des Drehpfluges vor bzw. nach dem Drehen vorgesehen. Der Drehzylinder dient neben dem Drehen des Drehpfluges auch dazu, den Pflug in Arbeitsstellung also in ausgeschwenktem Zustand, in seiner Lage zu halten. Neben der Tatsache, daß damit zwei Antriebe erforderlich sind, kann daher der Drehzylinder auch nicht kleiner als in dem Fall ausgebildet sein, in dem ein Drehpflug in ausgeschwenktem Zustand gedreht wird.

Auch die DE 20 40 583B2 zeigt einen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Ein Einschwenken des Pflugrahmenschwerpunkts beim Drehen zur Wendewelle hin ist auf diesem Pflug nicht möglich.

Es ist Aufgabe der Erfindung, einen Drehpflug der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, bei dem die Drehung in Abhängigkeit von der Schwenkbewegung erfolgt und damit eine Antriebsvorrichtung eingespart wird.

Diese Aufgabe wird durch einen Drehpflug gelöst, der erfindungsgemäß gekennzeichnet ist durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1.

Das erfindungsgemäße Schwenk-Drehsystem besitzt vorzugsweise eine Hydraulik mit handbetätigter Umschaltung. Der Pflugbaum ist am Ende der Wendewelle schwenkbar gelagert und wird beispielsweise über einen liegenden Hydraulikzylinder, der einerseits am Pflugbaum und andererseits entweder am Pflugkopf, Pflugbock oder an der Wendewelle angelenkt ist, in die Fahrtrichtung geschwenkt, wobei der vordere Teil des Pflugbaumes von einer annähernd waagrechten Führung an der Wendewelle entweder unmittelbar unterhalb oder oberhalb vorbeigeführt wird. Dadurch ist in einem einzigen Hydraulikzylinder eine Schwenk- und Drehbewegung möglich und es wird eine günstige Drehkinematik erreicht, indem der Schwerpunkt des Pflugbaumes von der Drehung in den Bereich der Drehachse geschwenkt wird. Aufgrund der primären Schwenkbewegung des Drehwerkzylinders ist eine Schnittbreitenkorrektur des Pfluges während der Fahrt durchführbar. Bei entsprechend ausgebildetem Führungsmittelteil für das Pflugbaumvorderteil kann eine Drehung des Pflugbaumes über oder unter der Drehwelle gewählt werden. Das Drehwerk kann flach gebaut werden, und eine Verbindung des Drehwerkes zum Pflugbock ist nicht erforderlich.

Das Führungselement der Vorrichtung kann in mindestens drei Führungsteile geteilt sein, und die äußeren Führungsteile können am Übergangsbereich zum Führungsmittelteil vertikal drehbar am Pflugkopf gelagert sein. Das Führungsmittelteil kann kreisförmig ausgebildet und der Krümmungsmittelpunkt entweder oberhalb oder unterhalb symmetrisch zur Wendewellendrehachse angeordnet sein. Es kann ein doppelt wirkender hydraulischer Schwenk-Drehzylinder symmetrisch einerseits am Pflugbaum und andererseits an oder in der Drehwelle angelenkt sein.

Bei dem erfindungsgemäßen Drehpflug wird vorzugsweise eine Drehantriebsvorrichtung für Drehpflüge eingesetzt, die beispielsweise mittels eines Hydraulikzylinders den Pflugbaum um eine mit dem Vordergestell verbundenen Wendewelle von einer Arbeitsstellung in die andere in einem durchgehenden Hubweg des Hydraulikzylinders dreht. Der Hydraulikzylinder ist einerseits am Pflugkopf oder Pflugbock und andererseits an einem Rollenmittelpaar mit einem doppelzügigen flexiblen Zugmittel angelenkt, dessen zwei unbewegliche Enden in entgegengesetzter Richtung am Pflugkopf oder Pflugbock befestigt sind, dessen zwei Züge das Rollenmittelpaar gegenläufig umschlingen und dessen bewegliche Enden in entgegengesetzter Richtung über Umlenkrollenmittel entweder an einem Abrollelement, das drehfest mit dem Pflugbaum oder der Drehwelle verbunden sind, oder an einem am vorderen Ende des Pflugbaumes drehbar gelagerten Mitnehmer befestigt sind.

Dadurch wird erreicht, daß der Pflugbaum mit einem durchgehenden Hubweg des hydraulischen Schwenk-Drehzylinders von einer Arbeitsstellung in die andere gedreht werden kann. Ein Umschalten des hydraulischen Steuerventiles über die gesamte Drehbewegung ist nicht erforderlich. Das Drehwerk ist durch die günstigen Antriebseigenschaften unkompliziert, preisgünstig und störunanfällig. Diese Ausbildung der Drehantriebsvorrichtung eignet sich besonders für Aufsatteldrehpflüge. Die bei Aufsattelpflügen auftretende größere Belastung ist hier durch die Kräfteverteilung im Bereich des Pflugkopfes günstig, da stets ein Kräftedreieck gebildet wird zwischen Wendewelle (Zugkraft), Pflugbaumführung am Pflugkopf (Torsion) und Zugmittel für die Schwenk-Drehbewegung. Außerdem kann das Schwenk-Drehwerk für den Transport gleichzeitig als Hilfslenkung verwendet werden.

Bei Verwendung eines Abrollelementes eignet sich dieses besonders für Standard-Drehpflüge. Durch die unterschiedlichen Durchmesser des Abrollelementes kann die Belastung des Drehwerkzylinders über dem gesamten Drehvorgang nahezu konstant gehalten und somit gut ausgenutzt werden, obwohl die Drehmomentkennlinie des Pflugbaumschwerpunktes sinusförmig verläuft. Die Drehbeschleunigung des Pflugbaumschwerpunktes bleibt deshalb konstant, d. h. die Drehgeschwindigkeit hat zu Beginn und am Ende ihr Minimum und in der Mitte ihr Maximum ohne Unterbrechung, so daß der Drehvorgang äußerst ruhig und somit drehwerkschonend abläuft. Desweiteren ist die Drehrichtung des Pflugbaumes um die Wendewelle wählbar, indem das flexible Zugmittel auf die gegenüberliegende Seite des Abrollelementes gelegt wird. Es braucht keine Rücksicht genommen werden, ob zuerst Fall- und dann Antriebsdrehung folgt oder umgekehrt. Zusätzliche ist auf einfache Art und Weise eine automatische Drehwerksentriegelung durch Ingangsetzen des Drehwerkzylinders erreichbar. Bei Verwendung eines doppeltwirkenden Schwenk-Drehzylinders kann eine Seite an einem Hydro-Speicher angeschlossen werden, so daß schlepperseitig ein einfachwirkendes Hydraulik-Steuerventil ausreicht. Dasselbe ist erreichbar, wenn anstatt dem Hydrospeicher eine entsprechend ausgebildete Rückholfeder eingesetzt wird. In diesem Fall ist nur ein einfachwirkender Schwenk-Drehzylinder erforderlich.

Bei der Drehantriebsvorrichtung kann das Rollenmittelpaar zur Hubrichtung des Hydraulikzylinders zusätzlich in seitlicher Richtung freibeweglich geführt sein. Es kann ein Hydrospeicher an dem doppeltwirkenden Schwenk-Drehzylinder entweder an der Zugkraft- oder Druckkraftseite angeschlossen sein, oder ein einfachwirkender Schwenk-Drehzylinder mit einer der hydraulischen Kraft entgegenwirkenden Feder kombiniert sein.

Weitere bevorzugte Merkmale und Zweckmäßigkeiten der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Figuren. Von den Figuren zeigt

Fig. 1 im Aufriß einen Anbaudrehpflug, mit Schwenk-Drehvorrichtung;

Fig. 2 im Grundriß einen Anbaudrehpflug, kombiniert mit Schwenk- Drehvorrichtung;

Fig. 3 wie Fig. 2, jedoch Schwenk-Drehvorrichtung unmittelbar vor der Drehung;

Fig. 4 im Seitenriß (Schnitt) Pflugbock mit Pflugkopf und Führung der Schwenk-Drehvorrichtung;

Fig. 4a den Schwerpunktablauf des Pflugbaumes in Drehrichtung;

Fig. 5 wie Fig. 2 und 3, jedoch im Aufriß und nach halber Drehung des Pflugbaumes;

Fig. 6 wie Fig. 5, jedoch im Grundriß;

Fig. 7 im Grundriß einen Aufsatteldrehpflug mit Schwenk-Drehvorrichtung un in einem Arbeitsgang durchgehender Drehung;

Fig. 7a im Seitenriß (Schnitt) den Pflugkopf von Fig. 7;

Fig. 8 wie Fig. 7, jedoch in entgegengesetzter Arbeitsstellung;

Fig. 9 im Seitenriß von Fig. 7 mit Führung der Schwenk-Drehvorrichtung;

Fig. 9a den Schwerpunktablauf des Pflugbaumes in Drehrichtung;

Fig. 10 im Seitenriß den Pflugkopf eines Anbaudrehpfluges mit Abrollelement;

Fig. 11 im Aufriß einen Aufsatteldrehpflug wie in Fig. 7 und 8, jedoch in Transportstellung;

Fig. 12 wie Fig. 11, jedoch im Grundriß;

Fig. 13 eine andere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Schwenk- Drehvorrichtung in Seitenansicht und

Fig. 14 eine Draufsicht auf die Ausführungsform nach Fig. 13.

A. Schwenk-Drehverfahren

Der Pflugbaum 1 ist am Ende der Drehwelle 4 über ein Lager 23 parallel zu den Pflugkörpern 2 schwenkbar gelagert und liegt am vorderen Ende des Pflugbaumes 1 über eine Rolle 24 in einer quer und leicht V-förmig zur Wendewelle 4 verlaufenden U-förmigen Führung 25a, b und 26 und wird von einem waagrecht liegenden Hydraulikzylinder 22, der einerseits in der Wendewelle 4 und andererseits im Pflugbaum 1 am vorderen Ende gelagert ist, in seiner Arbeitsstellung gehalten oder gegen einen Anschlag 27 gespreizt. Es entsteht bei anliegendem Pflugbaumvorderteil am Anschlag 27 ein Kräftedreieck, das die Zugkraft Pz des Pfluges gut auf den Pflugkopf 3 überträgt, so daß die auf Querbiegung beanspruchte Wendewelle 4 im gefährdeten Übergangsbereich zum Pflugkopf 3 entlastet wird (Fig. 2). Zur Drehung des Pflugbaumes 1 ist der Hydraulikzylinder 22 auf Zugkraft zu beaufschlagen, und der Pflugbaum 1 schwenkt längs zur Fahrtrichtung (Fig. 3). Nachdem Führungsmittelteil 26 kreisförmig um die Wendewelle 4 ausgebildet ist, kann sich der Pflugbaum 1 um die Wendewellenachse drehen, wenn der Schwerpunkt S über diese Wendewellenachse hinausgeschwenkt ist. Der Pflugbaum 1 dreht aufgrund seiner Eigenenergie langsam und weich nach unten (Fig. 5). Nach Überschreiten der Totpunktlage ist der Hydraulikzylinder 22 auf Druckkraft umzuschalten, so daß sich die Rolle 24 (in Fig. 4 als 242, gekennzeichnet) gegen das Führungsmittelteil 26, dessen Krümmungsmittelpunkt Kr26 über dem Wendewellenmittelpunkit liegt, abstützt und somit durch die Gegenkraft P24, ein Drehmoment auf den Pflugbaum 1 entsteht und dieser deshalb weiterdreht. Mit zunehmender Drehung erhöht sich zwar das Schwerpunktmoment, das Antriebsmoment jedoch gleichsam. Erreicht die Rolle 24 (243) die gegenüberliegende Öffnung der Führung 25b, ist die Drehung zum Großteil beendet, undder Pflugbaum 1 schwenkt in seine neue Arbeitsstellung. Die Drehung in entgegengesetzter Richtung erfolgt sinngemäß.

Anstatt der zweiten Zuleitung zu dem Hydraulikzylinder 22 kann ein Hydro-Speicher (nicht dargestellt) angeschlossen werden. Bei kleineren Pflügen bzw. kleinerem Kraftbedarf kann eine Feder 52 (Fig. 14) dem Hydraulikzylinder 22 parallelgeschaltet werden. Damit ist ein einfachwirkender Hydraulikzylinder ausreichend.

Zur Einstellung der Furchenneigung sind die äußeren Führungsteile 25a und 25b im Anschlußbereich des Führungsmittelteiles 26 schwenkbar gelagert. Der Übergang vom Führungsmittelteil 26 auf die äußeren Führungsteile 25a und b bleibt damit immer gleich. In Fig. 4 ist das rechte Führungsteil 25a auf waagrechte Pflugkörperstellung und das linke Führungsteil 25b auf maximale Querneigung eingestellt.

Zum besseren Vergleich des Schwenk-Drehvorganges zwischen den Stellungen des Schwerpunktes S und dem Pflugbaumvorderteil ist in Fig. 4a der Index an den Schwerpunktsbezeichnungen S0, S1, S2, S3, S4 mit denen der Rollenbezeichnungen in Fig. 4 - 240, 241, 242, 243 und 244 identisch. Des weiteren ist in Fig. 4a der Ablauf des Pflugbaumschwerpunktes S bei normalem starren Pflugbaum der Schwenk-Drehung gegenübergestellt. Die deutlich erkennbaren Energieunterschiede stellen den Vorteil des Schwenk- Drehsystems klar heraus.

B. Schwenk-Drehsystem ohne handbetätigter Umschaltung der Hydraulik

Das Schwenk-Drehverfahren ist wie unter A beschrieben identisch, lediglich der Antrieb erfolgt über ein flexibles Zugmittel 30, das am vorderen Pflugbaum 1 mittels eines beweglichen Mitnehmers 29 befestigt ist. Die anderen Enden des flexiblen Zugmittels 30 werden außen an den Führungsteilen 25a und b über Umlenkrollen 31a und b in den Pflugkopf 3 umgeleitet und umschlingen dort das Rollenpaar 32a und b, das am Ende des Hydraulikzylinders 22a gelagert ist, und sind in entgegengesetzter Richtung am Pflugkopf 3 befestigt.

Dieses Antriebsverfahren des Schwenk-Drehsystems eignet sich besonders für Aufsatteldrehpflüge. Deshalb ist am folgenden Beispiel in Fig. 7, 7a, 8, 9, 9a, 11 und 12 der Wendevorgang eines Aufsatteldrehpfluges beschrieben. Nachdem es für Aufsatteldrehpflüge zweckmäßiger ist, den Pflugbaum 1 über die Wendewelle 4 zu drehen, verlaufen die Führungsteile 25a, b und 26 oderhalb der Wendewelle 4.

Das Vorderteil des Pflugbaumes 1 wird über das flexible Zugmittel 30 mit konstanter Geschwindigkeit von einem Ende der Führung 25a zum anderen Ende der Führung 25b in einem durchgehenden Hubweg des Hydraulikzylinders 22a gezogen. Durch die Koppelung des Pflugbaumes 1 an der Wendewelle 4 über das Lager 23 erfolgt eine von der Schwenkbewegung abhängige Drehbewegung des Pflugbaumes 1 um die Wendewelle 4. Wie in Fig. 9 dargestellt, ist in der Rolle 24 die Drehlage der Pflugkörper 2, die stets eine Senkrechte zu der Wendewelle 4 bildet, als Strich symbolisiert. Der Ablauf der rolle 24 in Fig. 9 - 240, 241, 242, 243, 244 - zeigt die Änderung der Drehlage, die sich zu Beginn und am Ende der Schwenkbewegung nur gering ändert, aber im Mittelteil ihre maximale Drehgeschwindigkeit erreicht. Der Drehvorgang ist deshalb besonders weich und ruckfrei. Aufgrund der geringen Drehlagenänderung am Anfang und Ende der Schwenkbewegung des Pflugbaumes 1 ist über das Drehwerk gleichzeitig eine Schnittbreitenkorrektur des ersten Pflugkörpers 2 erreichbar, ohne daß sich die Querneigung der Pflugkörper 2 wesentlich ändert.

In Fig. 9 sind die maximalen Verstellmöglichkeiten der äußeren Führungsteile 25a und b dargestellt. Diese Einstellmöglichkeit ist erforderlich, damit die Pflugkörper 2 bei jeder Arbeitstiefe senkrecht zur Pflugsohle stehen.

In Fig. 9a ist der Schwerpunktverlauf S des Pflugbaumes 1 dargestellt, wobei die Indexbezeichnung wieder identisch mit der Rolle 24 (Fig. 9) ist. Die Schwerpunktbezeichnung S0, S2 und S4 bezieht sich auf die Wendewelle 4 und S0, S2 und S4 auf den Erdboden. Letzteres ist maßgebend, welche Energie während des Drehvorganges frei wird bzw. aufgewendet werden muß. Der flache Schwerpunktverlauf bedeutet eine geringe Drehantriebskraft und schont somit das gesamte Drehwerk.

Das Rollenpaar 32a und b am Hydraulikzylinder 22a wirkt im Prinzip wie ein Flaschenzug. Es ist seitlich frei beweglich, um einseitige Verspannungen des flexiblen Zugmittels 30 zu vermeiden. Zusätzlich ist noch eine Ausgleichsfeder 33 vorgesehen.

Dieses Schwenk-Drehsystem ermöglicht bei Aufsatteldrehpflügen noch eine zusätzliche Lenkhilfe während des Transports, wenn die äußeren Führungsteile 25a und b waagrecht gestellt werden, die Drehwelle 4 in Drehrichtung gesperrt und das zweite Schwenklager 35 freigegeben wird (Fig. 11 und 12). Der Pflugbaum 1 ist jetzt waagrecht um das Schwenklager 35 und in den Führungsteilen 25a, b und 26 rollend zum Pflugkopf 3 parallel schwenkbar. Zur Lenkung kann entweder der Hydraulikzylinder 22a in Schwimmstellung gebracht werden und eine mechanische Lenkverbindung (nicht dargestellt) zwischen Zugachse 16 und Pflugbaum 1, oder eine hydraulische Lenkverbindung (nicht dargestellt) über einen an der Zugachse 16 angelenkten Geberzylinder und dem Hydraulikzylinder 22a als Servozylinder hergestellt werden, oder der Hydraulikzylinder 22a bleibt mit dem schlepperseitigen Steuerventil verbunden und die Lenkung erfolgt unabhängig vom Lenkeinschlag des Schleppers als Nachlenkung.

Für Anbaudrehpflüge ist neben dem beschriebenen Schwenk-Drehsystem noch eine preisgünstige Version für Standardpflüge möglich, indem anstatt der Schwenk-Drehvorrichtung für das felxible Zugmittel 30 auf der Drehwelle 4 ein Abrollelement 38 drehfest befestigt ist und Dreharretierung 45a und b für den Pflugbaum 1 vorhanden sind. Durch die flaschenzugartige Wirkung des Hydraulikzylinders 22a wird auch hier der Pflugbaum 1 von einer Arbeitsstellung in die andere ohne hydraulische Umchaltung gedreht. Ein Abrollelement 38 mit unterschiedlichen Durchmessern verbessert nicht nur die Drehkinematik, sondern auch die Kraftübertragung auf das Drehwerk. Die Dreharretierung 45a und b ist auf einfache Art und Weise über den Hydraulikzylinder 22a und dem flexiblen Zugmittel 30 automatisch zu entriegeln, indem die am Pflugkopf 3 befestigten Enden des flexiblen Zugmittels 30 umgelenkt werden und entsprechend der Drehrichtung an der Dreharretierung 45a oder b entweder auf der gleichen oder entgegengesetzten Pflugkopfseite in Entriegelungszugrichtung befestigt sind (nicht dargestellt). Eine Rückholfeder hält die Dreharretierung 45a und b in Verriegelungsstellung.

Zur Einleitung des Drehvorganges ist der Hydraulikzylinder 22a in die zu drehende Richtung zu bewegen. Über die Umlenkung des flexiblen Zugmittels 30 wird zunächst die Dreharretierung 45a oder b gelöst und dann die Drehung eingeleitet. Erreicht der Pflugbaum 1 die Endlage der neuen Arbeitsstellung, verriegelt sich der Pflugbaum 1 selbständig, da diese Dreharretierung 45a oder b am Lostrumm des flexiblen Zugmittels 30 ist.

Mit der automatischen Verriegelung wird der Pflugbaum 1 sicher in seiner Arbeitsstellung gehalten, und der Hydraulikzylinder 22a bleibt drucklos.


Anspruch[de]
  1. 1. Drehpflug mit einer Wendewelle (4), die mit ihrem einen, vorderen Ende mit einem Pflugkopf (3) verbunden ist und an deren zweitem, hinteren Ende ein Pflugbaum (1) in einer in Arbeitsstellung vertikalen Schwenkachse (23) so gelagert ist, daß die Längachse des Pflugbaums gegenüber der Achse der Wendewelle um einen vorgegebenen Winkelbereich verschwenkbar ist und daß der Pflugbaum (1) um die Achse der Wendewelle (4) gedreht werden kann, dadurch gekennzeichnet, daß das im Bereich des Pflugkopfes (3) liegende vordere Ende des Pflugbaumes (1) in einem am Pflugkopf (3) befestigten Führungselement (25a, 25b, 26) annähernd horizontal geführt ist, das entweder unmittelbar unterhalb oder oberhalb an der Wendewelle (4) vorbeiläuft, und daß der Pflugbaum (1) während seiner Drehung um die Schwenkachse (23) einschwenkt, so daß die Drehung des Pflugrahmenschwerpunkts (5) um die Wendewelle (4) in Abhängigkeit der annähernd horizontalen Schwenkbewegung des Pflugbaums erfolgt.
  2. 2. Drehpflug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Führungselement (25a, 25b, 26) ein Führungsmittelteil (26) und äußere Führungsteile (25a, 25b), die am Führungsmittelteil (26) vertikal schwenkbar gelagert sind, aufweist.
  3. 3. Drehpflug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Hydraulikzylinder (22a), der den Pflugbaum (1) von einer Arbeitsstellung in die andere in einem durchgehenden Hubweg dreht, einerseits am Pflugkopf (3) oder einem damit verbundenen Pflugbock (5) und andererseits an einem Rollenmittelpaar (32a, b) mit einem doppelzügigen flexiblen Zugmittel (30) angelenkt ist, dessen zwei unbewegliche Enden in entgegengesetzter Richtung am Pflugkopf (3) oder Pflugbock (5) befestigt sind, dessen zwei Züge das Rollenmittelpaar (32a, b) gegenläufig umschlingen und dessen bewegliche Enden in entgegengesetzter Richtung über Umlenkrollenmittel (31a, b) entweder an einem Abrollelement (38), das drehfest mit dem Pflugbaum (1) der Drehwelle (4) verbunden ist, oder an einem am vorderen Ende des Pflugbaumes (1) drehbar gelagerten Mitnehmer (29) befestigt sind.
  4. 4. Drehpflug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Abrollelement (38) unterschiedliche Durchmesser aufweist, die zu Beginn und am Ende der Drehung des Pflugbaumes (1) ihr Maximum und bei halber Drehung ihr Minimum erreichen.
  5. 5. Drehpflug mit automatischer Drehwerksentriegelung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die unbeweglichen Enden des doppelzügigen flexiblen Zugmittels (30) entsprechend der gewählten Drehrichtung des Pflugbaumes (1) mit der Drehwerksarretierung (45a, b) in Entriegelungsrichtung verbunden sind.
  6. 6. Drehpflug nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß Pflugbaum (1) und Wendewelle (4) über eine zweite Schwenkachse (35) miteinander verbunden sind, die senkrecht zur Schwenkachse (23) und in Transportstellung senkrecht zum Boden verläuft, so daß die für die Drehung und Schwenkung vorgesehenen Führungsteile (24, 25a, 25b, 26) zur für eine Hilfslenkung vorgesehenen Transportschwenkung verwendbar sind.
  7. 7. Drehpflug nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur Transportschwenkung des Pflugbaumes (1) zur Hilfslenkung entweder der Pflugbaum (1) über ein Lenkgestänge mit der am Schlepper befestigten Zugachse (16) verbunden ist oder zwischen der Zugachse (16) und dem Pflugkopf (3) ein Geberzylinder angelenkt ist, der mit dem Schwenkzylinder (22a) hydraulisch verbunden ist.






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