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Dokumentenidentifikation DE2948585C2 05.11.1987
Titel Stuhl
Anmelder Center for Design Research and Development N.V., Willemstad, Curaçao, Niederl. Antillen, NL
Erfinder Ambasz, Emilio, New York, N.Y., US
Vertreter Wuesthoff, F., Dr.-Ing.; Frhr. von Pechmann, E., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Behrens, D., Dr.-Ing.; Goetz, R., Dipl.-Ing. Dipl.-Wirtsch.-Ing., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 03.12.1979
DE-Aktenzeichen 2948585
Offenlegungstag 26.06.1980
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.11.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.11.1987
Free division/divided out on the grounds of lack of unity 29541784
IPC-Hauptklasse A47C 3/12
IPC-Nebenklasse A47C 7/40   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Stuhl mit einem Sitzteil, einem unteren Rückenlehnenteil und einem oberen Rückenlehnenteil aus jeweils einem harten, hochschlagfesten Kunststoff, bei dem der Sitzteil und der untere Rückenlehnenteil einstückig zu einer schalenförmigen Sitz-Rückenlehneneinheit miteinander verbunden sind und das obere Rückenlehnenteil um eine quergerichtete waagerechte Achse, die etwa in Höhe der anatomischen Rückenmitte eines auf dem Stuhl sitzenden erwachsenen Menschen verläuft, aus einer aufrechten Normalstellung entgegen einer elastischen Vorspannung nach hinten bis in eine Kippendstellung schwenkbar ist, wobei das obere Rückenlehnenteil einen nach unten über die Achse vorspringenden Stützabschnitt aufweist.

Ein derartiger Stuhl ist bekannt (DE-OS 26 24 492). Dieser vom Schalenkonzept geprägte Stuhl führt anders als bei einer Trennung von Sitz und Lehne mit Abstand zwischen beiden Teilen zu einer vorteilhaften, im wesentlichen lückenlosen Abstützung der Wirbelsäule. Durch die Verschwenkbarkeit des oberen Rückenlehnenteils wird auch bereits dem Mangel eines üblichen Schalenstuhls entgegengewirkt, der zwar für eine bestimmte Sitzhaltung ziemlich bequem ist, jedoch nicht berücksichtigt, daß eine bestimmte Sitzhaltung während längerer Zeit nicht ohne Ermüdung beibehalten werden kann. Beim bekannten Stuhl ist der untere Rückenlehnenteil mit einer gegenüber dem Sitz verringerten Breite ausgeführt und durch eine Sicke im wesentlichen starr mit dem Sitzteil verbunden. An seinem oberen Ende geht der untere Rückenlehnenteil wiederum mittels einer Versteifungssicke einstückig in den oberen Rückenlehnenteil über. Diese Versteifungssicke soll eine Art Gelenk bilden, um das das obere Rückenlehnenteil nach hinten schwenkbar ist. Dabei sind weder besondere Federn noch Anschläge vorgesehen, welche die aufrechte Stellung bzw. die hintere Kippendstellung vorgeben. Vom oberen Rückenlehnenteil ragen zwei seitliche Lappen nach unten über die Versteifungssicke hinaus und bilden so den nach unten vorspringenden Stützabschnitt.

Bei dieser bekannten Ausbildung ist es nachteilig, daß im Interesse der Verschwenkbarkeit des oberen Rückenlehnenteils die gelenkartige Versteifungssicke zwischen den beiden Rückenlehnenteilen einen im wesentlichen geradlinigen Verlauf haben muß und sich dementsprechend auch nur über einen Teil der Stuhlbreite erstrecken kann. Dementsprechend ist auch das über den Sitzteil aufragende schmale untere Rückenlehnenteil ohne Krümmung in Querrichtung ausgeführt. Daher ist die Abstützung in einem Bereich oberhalb des Sitzteils nur unvollkommen, zumal auch die herabragenden Lappen des oberen Rückenlehnenteils in merklichem Abstand oberhalb des Sitzteils enden und dies wegen der Vorwärtsschwenkung beim Zurückkippen des oberen Rückenlehnenteils auch müssen. Schließlich ist es auch ungünstig, daß die Federkraft, die dem Rückwärtsschwenken des oberen Rückenlehnenteils entgegenwirkt und im Sinne einer Rückstellung in die aufrechte Ausgangsstellung wirksam ist, durch den Werkstoff der Rückenlehnenteile und deren Formgebung bestimmt wird. Dadurch ergeben sich Einengungen hinsichtlich der Gestaltung, was einer optimalen Abstützung und Anpassung an die anatomischen Gegebenheiten zuwiderläuft.

Dementsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Stuhl der Schalenbauart so auszubilden, daß nicht nur ein Wechsel der Sitzposition möglich ist, sondern auch eine insgesamt bequemere Veränderung der Sitzhaltung innerhalb eines vorgegebenen Vestellbereichs ohne störende Vorspannkräfte und eine verbesserte Abstützung und damit Annehmlichkeit in den verschiedenen Sitzpositionen erreicht wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das obere Rückenlehnenteil als vom unteren Rückenlehnenteil getrenntes Teil ausgeführt ist, und daß das untere und das obere Rückenlehnenteilan jeder Seite komplementäre Aufnahmekörper aufweisen, die an ihren einander zugewandten Enden offen sind zur Aufnahme von jeweils einem zugehörigen Verbindungsgelenk, bestehend aus einem oberen Verbindungsteil und einem unteren Verbindungsteil, einer Achse als Schwenkverbindung zwischen den Verbindungsteilen, einer Feder und Anschlaggliedern, welche vertikale Normalstellung und die Kippendstellung des oberen Rückenlehnenteils bestimmen.

Die Verwendung zweier seitlicher Gelenke, durch welche eine Rückenlehne verschwenkbar mit dem Sitz eines Stuhls verbunden ist, ist allerdings bekannt (DE-OS 25 59 196). Dort handelt es sich aber nicht um einen Schalenstuhl, sondern um einen Stuhl, bei dem zwischen dem sich im wesentlichen horizontal erstreckenden Sitz und der sich im wesentlichen vertikal erstreckenden Rückenlehne ein größerer Abstand vorhanden ist, was dem erstrebten Sitzkomfort abträglich ist. Im übrigen sind bei diesem Stuhl die Gelenke nicht direkt an den Sitz, sondern an einen aufragenden Tragrahmen angeschlossen. Die in faltenbalgartigen flexiblen Umhüllungsrohren angeordneten Gelenke werden durch eine Gummifeder oder durch eine beim Rückwärtskippen der Rückenlehnen auf Zug beanspruchte Schraubenfeder in die Ausgangsstellung vorgespannt.

Schließlich ist auch ein Stuhl in Schalenbauart mit einer vom Sitzteil getrennten Lehne bekannt, deren Unterkante sich konvex nach unten vorwölbt und daher zu einer im wesentlichen vollständigen Abstützung der Wirbelsäule beitragen kann (DE-AS 12 73 762). Hierbei ist der schalenförmige Sitzteil zu zwei Armlehnen hochgezogen, an denen die Rückenlehne über zwei seitliche Stäbe befestigt ist. Diese Verbindung weist jedoch keine Flexibilität oder Verstellbarkeit auf, so daß sich der Stuhl nicht an unterschiedliche Sitzhaltungen anpassen kann.

Durch die erfindungsgemäße Ausbildung mit einem getrennten oberen Rückenlehnenteil, das um eine von den beiden Verbindungsgelenken gebildete horizontale Achse zwischen zwei durch Anschläge bestimmten Stellungen verschwenkbar ist, wobei gesonderte Federn zur Vorspannung des oberen Rückenlehnenteils in die vertikale Normalstellung vorgesehen sind, wird ein Stuhl geschaffen, der sich nicht nur unterschiedlich weitem Zurücklehnen entsprechenden Sitzhaltungen anpaßt, sondern dabei auch noch jeweils der Forderung nach einer im wesentlichen vollständigen Abstützung der Wirbelsäule bzw. des Rückens entspricht. Dabei wird durch die beiden seitlichen Verbindungsgelenke eine stabile Konstruktion geschaffen. Die Federkraft bzw. elastische Vorspannung des oberen Rückenlehnenteils läßt sich unabhängig von dessen Werkstoff und Formgebung in einer der Bequemlichkeit am besten entsprechenden Weise festlegen und innerhalb des vorgegebenen Schwenkbereichs vergleichmäßigen. Dadurch verringern sich die auf das obere Rückenlehnenteil einwirkenden Belastungen, so daß weniger auf die Festigkeit geachtet werden muß und dafür mehr Wert auf eine Anpassung an die menschliche Anatomie und die Bequemlichkeit gelegt werden kann.

Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform ist der untere Rand des oberen Rückenlehnenteils in Querrichtung konvex nach unten gekrümmt. Mit dieser Gestaltung kann die Höhe des oberen Rückenlehnenteils in dessen mittlerem Bereich etwa gleich groß wie der überwiegende Teil des anatomischen Mittelrückens eines erwachsenen Menschen gemacht werden, also etwa von der Hüfte bis zu den Schulterblättern. Die Anordnung der Schwenkachse des oberen Rückenlehnenteils etwas über dem unteren Rand im mittleren Bereich ermöglicht es, daß sich der mittlere untere Abschnitt des oberen Rückenlehnenteils beim Rückwärtskippen nach vorn bewegt und so den Rücken eines in entspannter Haltung sitzenden Benutzers besonders gut stützt und zum Ausgleich der auf den oberen Rückenlehnenteil wirkenden Kräfte auf gegenüberliegenden Seiten der Schwenkachse beiträgt.

Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Stuhls, der mit geringem Kostenaufwand ohne Rahmenkonstruktion hergestellt wird, ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Fünf Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand von schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen

Fig. 1 bis 4 eine Vorder-, Seiten-, Drauf- und Druntersicht einer ersten Ausführungsform,

Fig. 5 eine Seitenansicht der Rückenlehne des in Fig. 1 dargestellten Stuhles, wobei ein Teil weggebrochen ist, um eine Ausführungsform eines Verbindungsgelenkes zum Verbinden des oberen mit dem unteren Rückenlehnenteil erkennen zu lassen,

Fig. 6 eine Fig. 5 ähnliche Seitenansicht bei zurückgekipptem oberem Rückenlehnenteil,

Fig. 7 eine Teilrückansicht der Stuhlrückenlehne, wobei ein Teil weggebrochen ist und ein anderer Teil geschnitten dargestellt ist, um das Verbindungsgelenk gemäß Fig. 5 und 6 erkennen zu lassen,

Fig. 8 den Teilschnitt 8-8 in Fig. 7,

Fig. 9 einen Schnitt dicht entlang der Innenseite des dem Betrachter zugewandten Endes der Stuhlrückenlehne mit einem Verbindungsgelenk in einer zweiten Ausführungsform in der Normalstellung,

Fig. 10 einen Fig. 9 ähnlichen Schnitt mit dem oberen Rückenlehnenteil in der Kippstellung,

Fig. 11 einen Teilschnitt durch das Verbindungsgelenk gemäß Fig. 9 und 10,

Fig. 12 den Teilschnitt 12-12 in Fig. 11,

Fig. 13 einen Teilschnitt durch ein Verbindungsgelenk einer dritten Ausführungsform in der aufrechten oder vertikalen Normalstellung,

Fig. 14 einen Fig. 13 ähnlichen Teilschnitt bei nach hinten gekipptem oberem Rückenlehnenteil,

Fig. 15 den Schnitt 15-15 durch das in Fig. 13 gezeigte Verbindungsgelenk,

Fig. 16 den Schnitt 16-16 in Fig. 15,

Fig. 17 einen Teilschnitt durch einen Stuhl einer vierten Ausführungsform mit einem Verbindungsgelenk in der Normalstellung,

Fig. 18 einen Fig. 17 ähnlichen Teilschnitt bei nach hinten gekipptem oberem Rückenlehnenteil,

Fig. 19 den Teilschnitt 19-19 in Fig. 17,

Fig. 20 den Teilschnitt 20-20 in Fig. 19,

Fig. 21 eine fünfte Ausführungsform in einem Schnitt dicht entlang der Innenseite des dem Betrachter zugewandten Endes der Stuhlrückenlehne mit einem Verbindungsgelenk in der Normalstellung,

Fig. 22 eine Fig. 21 ähnliche Ansicht, jedoch bei nach hinten gekipptem oberem Rückenlehnenteil,

Fig. 23 eine geschnittene Teilrückansicht der linken Seite der Stuhlrückenlehne gemäß Fig. 21 und 22,

Fig. 24 den Teilschnitt 24-24 in Fig. 23 und

Fig. 25 eine Seitenansicht des in Fig. 21 bis 24 dargestellten Verbindungsgelenkes, wobei Teile weggebrochen sind.

Der in Fig. 1 bis 4 dargestellte Stuhl hat eine von einem Sitz und einem unteren Rückenlehnenteil gebildete einstückige Sitz-Rückenlehnen-Einheit 10 und ein getrenntes oberes Rückenlehnenteil 12, die beide in Quer- und Längsrichtung außen so begrenzt sind, daß sie eine bequeme Stütze für das Gesäß und den Rücken eines auf dem Stuhl sitzenden Menschen bilden. Die Sitz-Rückenlehnen-Einheit 10 und das obere Rückenlehnenteil 12 sind, vorzugsweise als Spritzgußteile, aus einem harten, hochschlagfesten Kunststoff hergestellt, beispielsweise aus Polypropylen oder einem ABS- Copolymerisat. Das obere Rückenlehnenteil 12 ist am unteren Rückenlehnenteil 14 der Sitz-Rückenlehnen-Einheit 10 mit zwei elastischen Verbindungsgelenken angeordnet, von denen je eines an jeder Seite des Stuhles angeordnet und von einer balgähnlichen, flexiblen, dehnbaren, rohr- oder hülsenförmigen Hülle 16 umschlossen ist. Mehrere bevorzugte Ausführungsformen von Verbindungsgelenken sind in den Zeichnungen dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Gemäß Fig. 4 weist die Unterseite des Sitzes mehrere Versteifungsrippen 18 und vier kleine erhabene Beschläge 20 auf, in die Schrauben einschraubbar sind, mit denen sich am Stuhl beliebige aus einer Vielfalt von Gestellen in Form von Beinen oder mit einer Säule oder einem Balkenträger verwendbare Halterungen befestigen lassen. Die in Fig. 1 bis 4 dargestellten Beine 21 sind zum Beispiel aus Stahlrohren hergestellt und in die gezeigte Gestalt gebogen, die das Stapeln der Stühle ermöglicht.

Die quergerichtete waagerechte Schwenkachse, um die das obere Rückenlehnenteil 12 in bezug auf das untere Rückenlehnenteil 14 schwenkbar ist, verläuft etwa durch die Mitte der Hüllen 16 ist also etwa auf der Höhe der Mitte des anatomischen Mittelrückens eines auf dem Stuhl sitzenden Benutzers angeordnet. Von vorne oder hinten betrachtet ist der untere Rand des oberen Rückenlehnenteils 12 in Querrichtung konvex gekrümmt, wodurch der mittlere Abschnitt des Rückenlehnenteils 12 eine Höhe hat, die etwa gleich ist dem größten Teil des Mittelrückens eines erwachsenen Menschen, der sich etwa von der Hüfte bis zu den Schulterblättern erstreckt. Das obere Rückenlehnenteil 12 stützt somit den Rücken eines auf dem Stuhl sitzenden Benutzers gut ab. Der obere Rand des untere Rückenlehnenteils 14 ist entsprechend dem unteren Rand des oberen Rückenlehnenteils 12 gekrümmt, wobei zwischen denn sich gegenüberliegenden Rändern der Rückenlehnenteile 12 und 14 nur ein verhältnismäßig kleiner Zwischenraum von etwa gleichmäßiger Breite belassen ist. Die Lagebeziehung zwischen dem unteren Rand des mittleren Abchnittes des oberen Rückenlehnenteils 12 und der Schwenkachse des Rückenlehnenteils 12 trägt zum Ausgleichen der Kräfte bei, die beiderseits der Schwenkachse auf das obere Rückenlehnenteil 12 wirken, und stellt sicher, daß, wenn das obere Rückenlehnenteil 12 nach hinten schwenkt oder kippt (siehe Fig. 2), der untere Rand sich nach vorn bewegt und den unteren Rücken eines Benutzers mit stützt, wenn dieser auf dem Stuhl eine entspannte oder zurückgelehnte Haltung einnimmt.

Die Wände der Sitz-Rückenlehnen-Einheit 10 und des oberen Rückenlehnenteils 12 sind von ungefähr gleichmäßiger Dicke, können aber bei Bedarf zur Erhöhung der Festigkeit mit größerer Dicke ausgebildet werden. Bei Bedarf können zusätzlich aussteifende Rippen oder Flansche vorgesehen werden. Die Sitz-Rückenlehnen-Einheit 10 und das obere Rückenlehnenteil 12 sind je von einem Umfangsflansch umschlossen, der in gewissem Maße eine ästhetische Rolle spielt, aber auch zur mechanischen Festigkeit und Steifigkeit beiträgt.

Anhand der Zeichnungen werden nachfolgend fünf verschiedene Ausführungsformen von Verbindungsgelenken beschrieben. Jedes dieser Verbindungsgelenke ist jedoch so ausgebildet, daß es in komplementären Aufnahmekörpern 22 und 24 an jeder Seite des unteren und des oberen Rückenlehnenteils 14 bzw. 12 paßt. Die Aufnahmekörper 22 und 24 sind an ihren einander zugewandten Enden offen und haben ungefähr gleiche Abmessungen und Gestalt, insofern als sie eine Vorderwand 26 aufweisen, die von den Rändern einer Reihe von Rippen gebildet ist, um Kunststoff einzusparen und unter Schaffung einer profilierten Vorderfläche und einer wirkungsmäßig ebenen Rückfläche im Hinblick auf besseres und rascheres Formen und auf eine bessere Ausbildung der fertigen Außenbegrenzung gleichmäßige Dicken der Wände aus Kunststoff beizubehalten, eine Rückwand 28, die von der Öffnung zur Vorderwand 26 hin konisch verläuft, Seitenwände 30 und 32 und eine obere Wand 34, die im Falle der Aufnahmekörper 22 im unteren Rückenlehnenteil 14 eine untere Wand oder Boden bildet.

Jedes der in Fig. 5 bis 25 dargestellten Verbindungsgelenke hat obere und untere, ungefähr rohrförmige Verbindungsteile, die in dem Maße einander etwa ähnlich sind, daß jedes eine Vorderwand, Seitenwände und eine Rückwand, oder Flansche, die eine Teilrückwand bilden, hat, welche an den entsprechenden Vorder-, Seiten- und Rückwänden 26, 30, 32 bzw. 28 der Aufnahmekörper 22 und 24 anliegen. Ungeachtet dieser Ähnlichkeiten bestehen bei den speziellen Verbindungsteilen der verschiedenen Verbindungsgelenke Unterschiede bei Einzelheiten, so daß ihnen verschiedene Bezugszeichen zugewiesen sind. Die vorstehende allgemeine Beschreibung trifft auf alle zu und wird daher nicht wiederholt. Die Verbindungsteile sind auch insofern einander ähnlich, als ihre Rohteile aus verhältnismäßig dickem Stahlblech geschnitten und dann zu etwa rohr- oder kastenförmiger Gestalt umgeformt werden. Jedes Verbindungsteil ist in seiner Stellung im Aufnahmekörper 22 bzw. 24 durch Kleben oder mit Verriegelungsnasen oder entsprechenden Befestigungshilfsmitteln verankert.

Das in Fig. 5 bis 8 dargestellte elastische Verbindungsgelenk 36 ist dem Verbindungsgelenk gemäß der US-PS 41 57 203 sehr ähnlich. Es hat ein oberes Verbindungsteil 38 und ein unteres Verbindungsteil 40, die von gleicher Ausbildung sind, ausgenommen daß gemäß Fig. 7 die oberen Ränder der Seitenwände vom unteren Verbindungsteil 40 nach innen gebogen sind, damit sie mit Überlappung an den unteren Rändern der Seitenwände vom oberen Verbindungsteil 38 aufnehmbar sind. Die beiden Verbindungsteile 38 und 40 sind durch eine Achse 42 gelenkig miteinander verbunden. Die Achse 42 trägt eine Federreaktionsplatte 44, die Schenkel aufweist, welche nach oben in das obere Verbindungsteil 38 und nach unten in das untere Verbindungsteil 40 eindringen. Zwischen jedem Schenkel der Federreaktionsplatte 44 und der Vorderwand des zugehörigen Verbindungsteils 38 bzw. 40 ist eine Druckfeder 46 mit einer mäßigen Vorlastkraft eingespannt. Die Druckfedern 46 sind Körper aus einem verhältnismäßig steifen Elastomeren, wie z. B. Neopren oder einem Polyurethan. Sie stützen sich an der Federreaktionsplatte 44 ab und halten durch Pressen gegen die Vorderwände der Verbindungsteile 38 und 40 das obere Rückenlehnenteil 12 in bezug auf das untere Rückenlehnenteil 14 elastisch in einer vertikalen oder aufrechten Stellung. Jede der Druckfedern 46 ist an der Federreaktionsplatte 44 durch Vorsprünge 47 befestigt, die in entsprechende Löcher in der Federreaktionsplatte 44 eingepreßt sind. Die aufrechte bzw. vertikale Endstellung wird bestimmt durch die Anlage der Flansche an der Rückseite jedes Verbindungsteiles 38 bzw. 40 an den Enden der Vorsprünge 47, die an der Rückseite der Federreaktionsplatte 44 herausragen, als Dämpfer wirken und das Berührungsgeräusch in der vertikalen Endstellung mildern.

Wenn sich ein Benutzer auf dem Stuhl mit zur Überwindung der Vorlastkraft der Druckfedern 46 des Verbindungsgelenkes 36 ausreichender Kraft zurücklehnt, geben die Druckfedern 46 nach und ermöglichen es dem oberen Rückenlehnenteil 12, in bezug auf die Sitz-Rückenlehnen-Einheit 10 nach hinten zu schwenken. Die hintere Endstellung wird bestimmt durch das Anstoßen der Federreaktionsplatte 44 an den freien Enden von Lappen 50, die durch Einschneiden der Vorderwände der Verbindungsteile 38 und 40 und Umbiegen der teilweise ausgeschnittenen Abschnitte nach hinten erhalten worden sind. Wenn das obere Rückenlehnenteil 12 von der nach hinten gerichteten Kraft entlastet wird, wird es von den Druckfedern 46 in die vertikale oder Normalstellung zurückgestellt.

Die Zwischenräume zwischen den Öffnungen der Aufnahmekörper 22 und 24 im oberen und unteren Rückenlehnenteil 12 bzw. 14, in denen Bauteile der Verbindungsgelenke 36 freiliegen, sind, wie weiter oben schon erwähnt, mit rohrförmigen, balgähnlichen, flexiblen und dehnbaren Hüllen 16 verschlossen, deren Querschnittsgestalt gemäß Fig. 8 an das Querschnittsprofil der Umfänge der Aufnahmekörper 22 und 24 angepaßt ist. Wie am deutlichsten in der vergrößerten Einzelheit in Fig. 7 zu erkennen, ähneln die Hüllen 16 Wellrohren. Sie sind aus einem elastischen flexiblen Kunststoff, wie z. B. Vinylnitril oder Neopren.

Die in Fig. 9 bis 12 dargestellten Verbindungsgelenke haben obere und untere Verbindungsteile 51 bzw. 52, die durch Niete 54 miteinander verbunden sind, wobei eine Unterlegscheibe die Niete 54 daran hindert, die beiden Verbindungsteile 51 und 52 so miteinander zu verblocken, daß ihre Gelenkbewegung unmöglich ist. Die Verbindungsteile 51 und 52 weisen zusammengehörende, nach innen sich erstreckende Flansche 56 und 58 auf, die an der Verbindungsstelle zwischen den Verbindungsteilen 51 und 52 aus den Vorderwänden nach innen gebogen sind. An den einander abgewandten Flächen der Flansche 56 und 58 sind Federn 60 aus einem Elastomeren angeordnet, die sich an jedem Ende an einer Zwischenscheibe abstützen, wobei die obere Feder 60 zwischen dem Flansch 56 und einem Bolzenkopf 62 und die untere Feder 60 zwischen dem Flansch 58 und einer Mutter 64 eingespannt ist. Der zugehörige Bolzen durchdringt Löcher in den Flanschen 56 und 58 und hält somit die Federn 60 in ihrer Stellung. Die Federn 60 stehen unter einer mäßigen Vorlast, welche die Flansche 56 und 58 gegeneinanderzieht und daher das obere Rückenlehnenteil 12 in der Normalstellung nachgebend festhält, um eine bequeme Stütze zu schaffen. Wenn eine auf das obere Rückenlehnenteil 12 wirkende, nach hinten gerichtete Kraft die Vorlastkraft in den Federn 60 überwindet, werden die Federn 60 zusammengedrückt und ermöglichen es dem Rückenlehnenteil 12, nach hinten zu kippen (siehe Fig. 10). Wenn das Rückenlehnenteil 12 von der nach hinten gerichteten Kraft entlastet wird, drücken die Federn 60 die Flansche 56 und 58 wieder zusammen. Der Endpunkt der Vorwärtsbewegung des oberen Rückenlehnenteils 12 in bezug auf das untere Rückenlehnenteil 14, also die Normalstellung des Rückenlehnenteils 12, wird durch das Aneinanderlegen der benachbarten Flächen der Flansche 56 und 58 bestimmt. Die Rückwärtskippbewegung des oberen Rückenlehnenteils 12 wird durch das Anstoßen der oberen und unteren Zwischenscheiben der Federn 60 an die Vorderwände der beiden Verbindungsteile 51 und 52 begrenzt (siehe Fig. 10).

Die Ausführungsformen gemäß Fig. 5 bis 8 und Fig. 9 bis 12 haben ein gemeinsames Prinzip, das darin besteht, daß die Kompressionskräfte zwischen den beiden Federn 46 bzw. 60 automatisch ausgeglichen werden. So nimmt bei der Ausführungsform gemäß Fig. 5 bis 8 die Federreaktionsplatte 44 in bezug auf die Achse jedes der Verbindungsteile 38 und 40 automatisch eine Schrägstellung ein, die etwa dem halben Schwenkwinkel entspricht, um die Federkräfte auszugleichen. Diese Beziehung gilt auch für die Ausführungsformen gemäß Fig. 9 bis 12 und Fig. 33 bis 37.

Das in Fig. 13 bis 16 dargestellte Verbindungsgelenk hat ein oberes Verbindungsteil 70 und ein unteres Verbindungsteil 72, die durch eine Achse 74 miteinander verbunden sind, welche Löcher in sich überlappenden Abschnitten der Seitenwände der Verbindungsteile 70 und 72 durchdringt. Das obere Rückenlehnenteil 12 wird normalerweise in der vertikalen Stellung durch eine mäßig vorgespannte Schenkelfeder 76 gehalten, welche eine auf die Achse 74 aufgeschobene Büchse 78 aus Kunststoff umschlingt und Schenkel 80 und 82 aufweist, die von ihr wegragen und an den Vorderwänden der Verbindungsteile 70 und 72 anliegen. Die vertikale Normalstellung des oberen Rückenlehnenteils 12 wird bestimmt durch die Anlage eines Ansatzes 84, der aus dem oberen Rand einer Seitenwand des unteren Verbindungsteils 72 nach innen gebogen ist, an einem elastischen, im wesentlichen U-förmigen Dämpfungsglied 86, das am oberen Verbindungsteil 70 mit kleinen Vorsprüngen 88 befestigt ist, die in entsprechende Löcher in den Wänden des oberen Verbindungsteils 70 eingepreßt sind (siehe Fig. 16). Das Dämpfungsglied 86 mildert Geräusche bei abrupten Bewegungen des oberen Rückenlehnenteils 12 in jede der Endstellungen und absorbiert die Energie dieser Bewegungen. Wie mit gestrichelten Linien in Fig. 14 dargestellt, weisen die hinteren Endanschlagglieder einen Ansatz 90 auf, der aus dem oberen Rand einer Seitenwand des unteren Verbindungsteils 72 nach innen gebogen ist, sowie den vorderen Abschnitt des Dämpfungsgliedes 86. Eine Beschreibung der Arbeitsweise dieser Ausführungsform ist nicht erforderlich.

Bei der in Fig. 17 bis 20 dargestellten vierten Ausführungsform hat das Verbindungsgelenk ein oberes Verbindungsteil 100 und ein unteres Verbindungsteil 102, die durch eine Achse 104 schwenkbar miteinander verbunden sind und normalerweise in der in Fig. 17 dargestellten vertikalen Stellung von einer Zugfeder 106 gehalten sind, die bei mäßiger Zugspannung zwischen Ansätzen 108 und 110 eingespannt ist, welche von den Vorderwänden der Verbindungsteile 100 und 102 nach innen gebogen sind. Da die Ausbildung der Anschlagglieder, die von Ansätzen am oberen Rand einer Seitenwand des unteren Verbindungsteils 102 gebildet sind, die gleiche ist wie bei der Ausführungsform gemäß Fig. 13 bis 16 und weiter oben schon beschrieben wurde, erscheint eine zusätzliche Beschreibung nicht erforderlich. Eine auf das obere Rückenlehnenteil 12 wirkende, nach hinten gerichtete Kraft, die zur Überwindung der Vorlastkraft in der Zugfeder 106 ausreicht, schwenkt das obere Rückenlehnenteil 12 um die Achse 104 nach hinten und vergrößert so die Zugspannung in der Zugfeder 106. Wenn der Stuhlbenutzer wieder eine aufrechte Haltung einnimmt, stellt die in der Zugfeder 106 gespeicherte Energie das obere Rückenlehnenteil 12 in die Normalstellung zurück.

Die in Fig. 21 bis 25 dargestellte fünfte Ausführungsform eines Verbindungsgelenkes zum Verbinden des oberen Rückenlehnenteils 12 mit dem unteren Rückenlehnenteil 14 der Sitz-Rückenlehnen-Einheit 10 ist den Verbindungsgelenken gemäß der US-PS 41 57 203 und dem vorstehend beschriebenen Verbindungsgelenk gemäß Fig. 5 bis 8 sehr ähnlich, weist aber eine Reihe wünschenswerter Verbesserungen auf. Das Verbindungsgelenk hat ein unteres Verbindungsteil 170, das im Aufnahmekörper 22 des unteren Rückenlehnenteils 14 der Sitz-Rückenlehnen-Einheit 10 aufgenommen ist, und ein oberes Verbindungsteil 172, das im Aufnahmekörper 24 des oberen Rückenlehnenteils 12 aufgenommen ist. Die beiden Verbindungsteile 170 und 172 sind von gleicher Ausbildung, was durch die Verringerung der Zahl der für das Verbindungsgelenk benötigten verschiedenen Bauteile einen Kostenvorteil darstellt. Wegen ihrer gleichen Ausbildung wird nur das untere Verbindungsteil 170 in Einzelheiten beschrieben.

Das Verbindungsteil 170 hat ein U-förmiges vorderes Bauteil 174 mit zwei Seitenwänden 174b und 174c . Die Seitenwände 174b und 174c weisen an ihrem zugehörigen oberen Ende einen etwa halbkreisförmigen Ansatz 176b bzw. 176a auf, in den ein Loch 178 gestanzt worden ist, dessen Rand nachfolgend zu einem kleinen, kreisringförmigen Flansch aufgestellt worden ist. Der Ansatz 176b ist gegenüber dem größeren Abschnitt der Seitenwand 174b nach innen versetzt, wodurch es möglich ist, die Ansätze 176b und 176a der oberen und unteren Verbindungsteile 172 und 170 in der in Fig. 35 gezeigten Weise mit sich deckenden Löchern 178 und sich überlappenden Ansätzen 176b und 176a zusammenzufügen (siehe Fig. 25). Die vier sich deckenden Löcher 178 sind von einem Schwenkzapfen durchdrungen, der die beiden Verbindungsteile 170 und 172 ums eine Achse 180 schwenkbar miteinander verbindet.

Die Vorderwand 174a des Verbindungsteils 170 hat einen durch Stanzen ausgebildeten zweistufigen Flansch 181, der nach innen wegragt und Sitze für eine kleinere innere Feder 182 und eine größere äußere Feder 184 bildet. In der Nähe des rückwärtigen Randes jeder Seitenwand 174b und 174c des vorderen Bauteils 174 sind durch Prägen nicht gezeichnete kleine, nach innen sich erstreckende Vorsprünge ausgebildet.

Das Verbindungsteil 170 ist ferner ein hinteres Bauteil 186 mit einer Rückwand 186a und zwei Seitenflanschen 186b und 186c, die sich im unteren Abschnitt der Gesamtlänge des Verbindungsteils 170 nach vorn erstrecken und in die unteren hinteren Abschnitte der Seitenwände 174b und 174c des vorderen Bauteils 174 eingreifen. In jedem Seitenflansch 186b und 186c des hinteren Bauteils 186 sind in seine Außenfläche durch Prägen mehrere Warzeneinsenkungen 188 ausgebildet, in welche die vorstehend erwähnten kleinen Vorsprünge an den Seitenwänden 174b und 174c des vorderen Bauteils 174 eingreifen. Diese Vorsprünge und die zugehörigen Warzeneinsenkungen 188 halten die vorderen und hinteren Bauteile 174 und 186 des Verbindungsteils 170 zusammen.

Die beiden Bauteile 174 und 186 können selbstverständlich auch mit Nieten oder anderen Befestigungshilfsmitteln oder durch Schweißen miteinander verbunden werden.

An der Rückwand 186a sind durch Einschneiden des oberen Randes und der Seitenränder und durch anschließendes Auswärtsbiegen zwei kleine Laschen oder Lappen 190 und 192 ausgebildet worden, die nach oben weisende Ränder oder Schultern bilden, welche in Ausnehmungen aufgenommen sind, die mit nach unten weisenden Schultern im Aufnahmekörper 22 des unteren Rückenlehnenteils 14 angeformt sind.

Das Verbindungsteil 170 wird in den Aufnahmekörper 22 durch einfaches Nachuntenpressen eingebaut; die Wand des Aufnahmekörpers 22 verformt sich elastisch, damit die Lappen 190 und 192 in den Aufnahmekörper 22 eindringen und schließlich in die entsprechenden Vertiefungen im Aufnahmekörper 22 einrasten und sich verriegeln können (siehe Fig. 21). Das Einbauen des Verbindungsteils 170 in den Aufnahmekörper 22 wird durch einen kleinen, nach außen gerichteten Vorsprung 194 erleichtert, der in jeder Seitenwand 174b und 174c des vorderen Bauteils 174 durch Prägen ausgebildet worden ist. Die Vorsprünge 194 halten das Verbindungsteil 170 seitlich zuverlässig in Stellung, unter Belastung eines seitlichen Zwischenraumes zwischen den Außenflächen der Seitenwände 174b, 174c vom Verbindungsteil 170 und den Innenflächen der Seitenwände vom Aufnahmekörper 22. Dieser Zwischenraum verhindert, daß sich das Verbindungsteil 170 beim Eindrücken festsetzt.

Zum Verbindungsgelenk gehört ferner ein Federreaktionsteil 196 mit einer Rückwand 196a und zwei Seitenflanschen 196b und 196c . Jeder Seitenflansch 196b und 196c ist mit einem Loch zur Aufnahme des Schwenkzapfens als Achse 180 versehen, an dem das Federreaktionsteil 196 schwenkbar angeordnet ist. Die Rückwand 196a hat mit den Flanschen 181 in den Vorderwänden 174a des Verbindungsteils 170 gleich ausgebildete obere und untere zweistufige Flansche 198, die Sitze und Halter für die hinteren Enden der Federn 182 und 184 bilden.

Im zusammengebauten Zustand des Verbindungsgelenkes sind die beiden Federsätze zusammengedrückt, so daß sie zwischen dem Federreaktionsteil 196 und dem zugehörigen Verbindungsteil 170 bzw. 172 eine Kraft ausüben. Die Abmessungen und die Anzahl der im Verbindungsgelenk verwendeten Federn 184 und 184 sind von der Federkraft abhängig, die zum Halten des oberen Rückenlehnenteils 12 in der vertikalen Normalstellung gewünscht wird, jedoch haben vier verhältnismäßig kleine Federn wahrscheinlich eine größere Lebensdauer als zwei dieselbe Kraft erzeugende verhältnismäßig große Federn. Die Normalstellung des oberen Rückenlehnenteils 12 wird durch obere und untere Anschlagglieder 200 bestimmt, die vorzugsweise Platten aus relativ hartem Kunststoff oder Kautschuk sind und in zweckdienlicher Weise an der Rückwand 196a des Federreaktionsteils 196 angebracht sind. Die Platten dämpfen die durch Kraftwirkung hervorgerufene Rückstellung des oberen Rückenlehnenteils 12 in die Normalstellung und mindern das dabei entstehende Geräusch, wenn der Benutzer des Stuhles das nach hinten gekippte obere Rückenlehnenteil 12 plötzlich freigibt.

Wenn sich der Stuhlbenutzer nach hinten streckt oder entspannt, geben die Federn 182 und 184 nach und ermöglichen es dem oberen Rückenlehnenteil 12, um die Achse 180 des Schwenkzapfens der beiden Verbindungsteile 170 und 172 zu schwenken. Aufgrund der relativen Schwenkewegung jedes Verbindungsteils 170 und 172 in bezug auf das Federabstütz- bzw. Federreaktionsteil 196 (siehe Fig. 22), wird die Federkraft zwischen den oberen und unteren Federsätzen ausgeglichen, und beide Federsätze tragen in im wesentlichen gleichem Maße zur Gesamtkraft bei, welche dem Rückwärtskippen des oberen Rückenlehnenteils 12 entgegenwirkt. Die Rückwärtskippbewegung des oberen Rückenlehnenteils 12 wird durch Anschlagglieder begrenzt, die von den oberen und unteren, schrägen Vorderkanten an den Seitenflanschen 196b und 196c des Federreaktionsteils 196 gebildet sind und die sich beim Rückwärtskippen des oberen Rückenlehnenteils 12 in die Endstellung an die Vorderwände 174a der beiden Verbindungsteile 170 und 172 anlegen.

Wie bei den zunächst beschriebenen Ausführungsformen ist der Zwischenraum zwischen den beiden Verbindungsteilen 170 und 172 des Verbindungsgelenkes mit einer dehnbaren, balgähnlichen Hülle 202 verschlossen und geschützt. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die Aufnahmekörper 22 und 24 mit sich überlappenden, teleskopierenden Verlängerungsstücken auszubilden.


Anspruch[de]
  1. 1. Stuhl mit einem Sitzteil, einem unteren Rückenlehnenteil (14) und einem oberen Rückenlehnenteil (12) aus jeweils einem harten, hochschlagfesten Kunststoff, bei dem der Sitzteil und der untere Rückenlehnenteil (14) einstückig zu einer schalenförmigen Sitz-Rückenlehneneinheit (10) miteinander verbunden sind und das obere Rückenlehnenteil (12) um eine quergerichtete waagerechte Achse (42; 54; 74; 104; 180), die etwa in Höhe der anatomischen Rückenmitte eines auf dem Stuhl sitzenden erwachsenen Menschen verläuft, aus einer aufrechten Normalstellung entgegen einer elastischen Vorspannung nach hinten bis in eine Kippendstellung schwenkbar ist, wobei das obere Rückenlehnenteil (12) einen nach unten über die Achse (42; 54; 74; 104; 180) vorspringenden Stützabschnitt aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das obere Rückenlehnenteil (12) als vom unteren Rückenlehnenteil (14) getrenntes Teil ausgeführt ist, und daß das untere und das obere Rückenlehnenteil (14, 12) an jeder Seite komplementäre Aufnahmekörper (22, 24) aufweisen, die an ihren einander zugewandten Enden offen sind zur Aufnahme von jeweils einem zugehörigen Verbindungsgelenk, bestehend aus einem oberen Verbindungsteil (38; 51; 70; 100; 172) und einem unteren Verbindungseil (40; 52; 72; 102; 170), einer Achse (Achse 42; Niete 54; Achse 74; Achse 104; Schwenkzapfen 180) als Schwenkverbindung zwischen den Verbindungsteilen (38; 40; 51; 52; 70; 72; 100; 102; 172; 170), einer Feder (Druckfeder 46; Feder 60; Schenkelfeder 76; Zugfeder 106; Feder 182, 184) und Anschlaggliedern (Vorsprünge 47; Flansch 56, 58; Ansatz 90; Anschlagglied 200 bzw. Lappen 50; Zwischenscheibe; Ansatz 84; Vorderkanten von Seitenflanschen 196b, 196c), welche die vertikale Normalstellung und die Kippendstellung des oberen Rückenlehnenteils (12) bestimmen.
  2. 2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Rand des oberen Rückenlehnenteils (12) in Querrichtung konvex nach unten gekrümmt ist.
  3. 3. Stuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Verbindungsteil (38, 40) des Verbindungsgelenks (36) eine Vorderwand hat, das Verbindungsgelenk (36) eine Federreaktionsplatte (44) aufweist, die um die Schwenkachse in bezug auf die Verbindungsteile (38, 40) schwenkbar ist, und daß die Feder von Druckfedern (46) aus einem Elastomer-Material gebildet ist, die in zusammengedrücktem Zustand zwischen den Vorderwänden der Verbindungsteile (38, 40) und der Federreaktionsplatte (44) angeordnet sind und an diesen anliegen.
  4. 4. Stuhl nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckfedern (46) einstückige, herausragende Vorsprünge (47) aufweisen, die in Löchern in der Federreaktionsplatte (44) aufgenommen sind.
  5. 5. Stuhl nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorsprünge (47) der Federn (46) Anschlagglieder für die Normalstellung bilden, die sich an Abschnitte der Rückwände der Verbindungsteile (38, 40) anlegen, und an den Vorderwänden der Verbindungsteile (38, 40) nach hinten ragende Lappen (50) vorgesehen sind, die sich in der hinteren Kippendstellung des oberen Rückenlehnenteils (12) an die Federreaktionsplatte (44) anlegen.
  6. 6. Stuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsteile (51, 52) Vorderwände mit komplementären, nach hinten herausragenden Flanschen (56, 58) haben, und die Feder von Druckfedern (60) gebildet ist, die zwischen den einander abgewandten Flächen der Flansche (56, 58) und Federhaltern (Bolzenkopf 62, Mutter 64) angeordnet sind und an ihnen anliegen, wobei die Federhalter (62, 64) miteinander verbunden sind und die Federn (60) so gegen die Flansche (56, 58) pressen, daß sie die Flansche (56, 58) aufeinander zu und die Verbindungsteile (51, 52) in die Normalstellung vorspannen.
  7. 7. Stuhl nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagglieder von den einander zugewandten Flächen der Flansche (56, 58) gebildet sind, die in der Normalstellung aneinander anliegen, und von Zwischenscheiben der Federhalter (62, 64), die in der Kippendstellung an den Rückflächen der Vorderwände der Verbindungsteile (51, 52) anliegen.
  8. 8. Stuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsteile (70, 72) Vorderwände aufweisen und die Feder eine Schenkelfeder (76) ist, die an einer die Verbindungsteile (70, 72) miteinander verbindenden Achse (74) angeordnet ist und deren Schenkel (80, 82) an den Vorderwänden der Verbindungsteile (70, 72) anliegen.
  9. 9. Stuhl nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsteile (70, 72) sich zum Teil überlappende Seitenwände aufweisen und die Anschlagglieder Ansätze (84, 90) an der Seitenwand eines Verbindungsteiles (72) sind, von denen der eine Ansatz (84) an der Vorderwand des anderen Verbindungsteils (70) anliegt, um die Normalstellung zu bestimmen, und der andere Ansatz (90) an einer Rückwand des anderen Verbindungsteils (70) anliegt, um die Kippendstellung zu bestimmen.
  10. 10. Stuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsteile (100, 102) Vorderwände haben und die Feder eine Zugfeder (106) ist, die unter Zugspannung an den zugehörigen Vorderwänden befestigt ist.
  11. 11. Stuhl nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsteile (100, 102) sich zum Teil überlappende Seitenwände haben und die Anschlagglieder Ansätze an der Seitenwand eines Verbindungsteils (102) sind, von denen der eine Ansatz an der Vorderwand des anderen Verbindungsteils (100) anliegt, um die Normalstellung zu bestimmen, und der andere Ansatz an einer Rückwand des anderen Verbindungsteils (100) anliegt, um die Kippendstellung zu bestimmen.
  12. 12. Stuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungsgelenk eine Federreaktionsplatte (Federreaktionsteil 196) aufweist, die an der Achse (180) schwenkbar angeordnet ist und obere und untere Schenkel hat, die in das zugehörige obere bzw. untere rohrförmige Verbindungsteil (172, 170) hineinragen, wenigstens eine Druckfeder (182, 184) in Form einer Schraubenfeder aus Metall, die zwischen der Vorderwand (174a) des oberen Verbindungsteils (172) und dem oberen Schenkel der Federreaktionsplatte (196) eingespannt ist, und wenigstens eine Druckfeder (182, 184) in Form einer Schraubenfeder aus Metall aufweist, die zwischen der Vorderwand (174a) des unteren Verbindungsteils (170) und dem unteren Schenkel der Federreaktionsplatte (196) eingespannt ist.
  13. 13. Stuhl nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Federreaktionsplatte (196) von U-förmiger Querschnittsgestalt ist und Seitenflansche (196b, 196c) hat, die sich zu den Vorderwänden (174a) der oberen und unteren Verbindungsteile (172, 170) hin erstrecken.
  14. 14. Stuhl nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagglieder für die Kippendstellung Vorderkanten an den Seitenflanschen (196b, 196c) der Federreaktionsplatte (196) sind, die sich an die Vorderwand (174a) des zugehörigen oberen bzw. unteren Verbindungsteils (172, 170) anlegen.
  15. 15. Stuhl nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlagglieder für die Normalstellung des oberen Rückenlehnenteils (12) von sich aneinander anlegenden Flächen der Federreaktionsplatte (196) und der Rückwände (186a) der Verbindungsteile (170, 172) gebildet sind.
  16. 16. Stuhl nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den als Anschlagglieder wirkenden hinteren Flächen der Federreaktionsplatte (196) und der Verbindungsteile (170, 172) Dämpfungsglieder (Anschlagglieder 200) angeordnet sind, welche die Berührungsgeräusche mindern, wenn die Federn (182, 184) das obere Rückenlehnenteil (12) in die Normalstellung zurückstellen.
  17. 17. Stuhl nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Aufnahmekörper (22, 24) an einer Innenfläche eine Vertiefung aufweist, die eine nach oben weisende, blockierende Schulter bildet, und daß eine entsprechende Wand (186a) jedes Verbindungsteils (170, 172) einen Ansatz (Lappen 190, 192) mit einem nach unten weisenden Rand hat, der an der blockierenden Schulter angreift und das Verbindungsteil (170, 172) im Aufnahmekörper (22, 24) sicher hält.
  18. 18. Stuhl nach einem der Ansprüche 12 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die oberen und unteren Verbindungsteile (172, 170) gleich ausgebildet sind und je eine Seitenwand (174b, 174c) aufweisen, die einen Abschnitt (Ansatz 176a, 176b) hat, der in der Nähe der Achse (180) in die gegenüberliegende Seitenwand des anderen Verbindungsteils eingreift.
  19. 19. Stuhl nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die aus den Aufnahmekörpern (22, 24) herausragenden Teile der Verbindungsgelenke (36) durch eine flexible, dehnbare, rohrförmige Hülle (16) geschützt sind.






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