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Dokumentenidentifikation DE3023400C2 05.11.1987
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Steuern der Arbeitsspaltweite bei der elektroerosiven Werkstück-Bearbeitung
Anmelder Inoue-Japax Research Inc., Yokohama, Kanagawa, JP
Erfinder Inoue, Kiyoshi, Tokio/Tokyo, JP
Vertreter Beetz sen., R., Dipl.-Ing.; Beetz jun., R., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Timpe, W., Dr.-Ing.; Siegfried, J., Dipl.-Ing.; Schmitt-Fumian, W., Privatdozent, Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 8000 München
DE-Anmeldedatum 23.06.1980
DE-Aktenzeichen 3023400
Offenlegungstag 08.01.1981
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 05.11.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.11.1987
IPC-Hauptklasse B23H 7/32

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Steuern der Arbeitsspaltweite und des Elektrodenvorschubs bei der elektroerosiven Bearbeitung von Werkstücken, bei welchem die Ist-Weite des Arbeitsspaltes während des Bearbeitungsvorganges von einer Meßeinrichtung erfaßt und in Meßsignale umgesetzt wird, aus denen eine Signalverarbeitungs-Einrichtung die Steuersignale für die von Motoren erzeugten relativen Vorschubbewegungen der Elektroden ableitet.

Aus der US-PS 40 71 729 ist ein Steuersystem bekannt, mit dem die relative Vorschubbewegung der Werkzeugelektrode gegenüber dem Werkstück entsprechend den sich ggf. schnell ändernden Bedingungen im Arbeitsspalt gesteuert werden kann. Zu diesem Zweck wird die Spannung über dem Arbeitsspalt in einer Meßeinrichtung erfaßt, deren Ausgangssignale in einem AD-Konverter digitalisiert und einem programmierbaren Rechner zugeführt werden. Dieser Rechner erzeugt die Steuersignale für die Vorschubmotoren der Werkzeugelektrode bzw. des Werkstücks.

Aus der DE-OS 26 15 304 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kontrolle der Funkenwirksamkeit einer Elektroerosionsmaschine bekannt. Die erzeugten Entladungen werden in erosive und nichterosive Entladungen unterteilt und jedesmal, wenn eine erosive Entladung stattfindet, wird ein logisches Signal erzeugt, dessen Dauer gleich der Dauer der erosiven Entladung ist. Die innerhalb eines bestimmten Zeitintervalls auftretenden logischen Signale werden gezählt. Daneben wird eine elektrische Größe ausgearbeitet, deren Wert der Frequenz der logischen Signale und der mittleren Dauer der erosiven Entladungen proportional ist. Der Zweck dieser Maßnahmen liegt darin, einer Bedienungsperson eine ständige Anzeige des Bearbeitungs- Nutzstromes zu geben. Eine selbsttätige Steuerung der Arbeitsspalt-Weite und/oder der Vorschub- bzw. Rückstellbewegungen der Werkzeugelektrode gegenüber der Werkstückelektrode ist nicht möglich.

Ferner ist eine Steuereinrichtung mit einem Spaltdetektor bekannt, dessen sich mit dem Spaltabstand änderndes analoges Ausgangssignal einem Diskriminator zugeführt und in diesem in ein digitales Ausgangssignal umgewandelt wird, das in einer vorgegebenen Beziehung zum Schwellwert steht. Es ergibt sich ein erster digitaler Zustand, wenn das Analogsignal den eingestellten Schwellwert überschreitet und ein zweiter digitaler Zustand, wenn das Analogsignal unter dem Schwellwert liegt. Die beiden digitalen Zustände bilden die Grundlage zur Erzeugung von Vorschubsignalen und von Rückstellsignalen und bestimmen die Zeitspannen, in denen den Antriebsmotoren für die eine oder andere Elektrode der jeweilige Signaltyp zugeführt wird. Der Schwellenwert kann empirisch entsprechend verschiedenen Soll-Spaltweiten eingestellt werden. Die Antriebsmotoren für die Vorschub- bzw. Rückstellbewegungen der Elektrode erhalten lediglich Impulse entgegengesetzter Polaritäten von unterschiedlicher Breite und fester Amplitude mit relativ steilen Flanken, wobei ein Wechsel der Impulspolarität ein sofortiges Umschalten des Motors und damit das schnelle Löschen eines Lichtbogens und Beendigung eines Kurzschlusses zur Folge hat. Der Spaltfühler spricht jedoch lediglich auf Änderungen einer Spaltvariablen an, die empfindlich auf nur momentane Spaltänderungen reagiert, welche von der Ist-Spaltweite verschieden sind. Derartige Zustände können beispielsweise durch unvollständig aus dem Spalt gespülte Feststoffpartikel hervorgerufen werden. Die Steuerung kann dann so ansprechen, daß die Elektrode vorgeschoben wird, bevor die Bearbeitungsentladung im gesamten Bearbeitungsbereich auftreten. Das Ergebnis dieses vorzeitigen Vorschubs ist eine unzureichende Materialentfernung in der vorgegebenen Bearbeitungsstellung, wodurch häufiger Kurzschlüsse auftreten können, die durch eine Rückstellbewegung der Elektrode beseitigt werden müssen.

Aufgabe der Erfindung ist es, die Spaltweite bzw. die relativen Vorschubbewegungen der Elektroden bei der elektroerosiven Bearbeitung von Werkstücken so zu steuern, daß sich die Bearbeitungsstabilität und der Wirkungsgrad verbessern.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 (Verfahren) und des Patentanspruchs 6 (Vorrichtung) gelöst.

Die erfaßten Signale können unter kontinuierlicher Überwachung der Vergrößerung der Spaltweite erzeugte Vorschubsignale sein, die einer Erregerschaltung des Vorschubmotors für die bewegliche Elektrode zugeführt werden. Das bei Erreichen des Zählerstandes bzw. Schwellwertes erzeugte Signal dient der Freigabe der Vorschubsignale, die erst dann der Erregerschaltung zugeführt werden können. Beim Zählen der Bearbeitungsentladungen wird eine Klassifizierung der Impulse in erosiv wirksame und erosiv unwirksame Impulse durchgeführt, so daß die erfaßte Anzahl der Impulse der Abtragungsleistung proportional ist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die Erfindung wird im folgenden der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 im schematischen Blockschaltbild eine Elektroden-Steuervorrichtung,

Fig. 2 den Teil einer Werkzeugelektrode und ein Werkstück mit dem Arbeitsspalt,

Fig. 3 eine bevorzugte Ausführung eines Entladungszählers,

Fig. 4 schematisch eine Steuervorrichtung einer Laufdraht-Erosionsmaschine.

Fig. 1 zeigt eine Senk-Erodiermaschine mit einer Werkzeugelektrode 1 und einer Werkstückelektrode 2, zwischen denen ein mit einer Bearbeitungs- bzw. Spülflüssigkeit gefüllter Arbeitsspalt G gebildet ist. Eine mit den Elektroden 1 und 2 verbundene Stromversorgung 3 liefert elektrische Impulse zum Erzeugen von zeitlich aufeinanderfolgenden elektrischen Entladungen im Arbeitsspalt. Mindestens eine Elektrode 1 bzw. 2 wird von mindestens einem Motor 4 bewegt, der ein Gleichstrommotor, ein Schrittmotor oder ein Druckmittel-Zylinder sein kann.

Die Steuervorrichtung enthält einen Spaltfühler 5 in Form eines einstellbaren Meßwiderstands 5a, der die Weite des Arbeitsspalts G überwacht und auf eine Arbeitsspaltvariable, wie die Arbeitsspaltspannung, den Arbeitsspaltstrom, den Widerstand oder die Impedanz pro Impuls oder entsprechend dem Mittelwert einer Impulsfolge anspricht. Die Ausgangssignale des Spaltfühlers werden in einem Vergleicher 6 mit einem voreingestellten Schwellwert verglichen, der ein Rückholsignal an einem ersten Ausgang 6a oder ein Vorschubsignal an einem zweiten Ausgang 6b erzeugt. Diese einem Verstärker 7 zugeführten Ausgangssignale können entweder digitale Impulse sein, die bei Über- oder Unterschreiten des Schwellwertes erzeugt werden und die Rückstell- oder Vorschubbewegung bestimmen, oder sie können Analogsignale sein, welche die Differenz zwischen dem Spaltsignal und dem Schwellwert in der entsprechenden Richtung wiedergeben. Der einen Sollwert der Arbeitsspaltweite darstellende Schwellwert wird im Vergleicher über einen Eingang 6c eingestellt. Der Verstärker 7 verstärkt die Ausgangssignale des Vergleichers 6 und setzt diese in geeignete Steuersignale für den Vorschubmotor der Werkzeugelektrode um. Je nach der Art des Vorschubmotors können die Steuersignale sowohl analog als auch digital sein. Wenn der Vorschubmotor 4 ein Schrittmotor oder ein Gleichstrommotor mit einem Codierer ist, kann das Steuersignal ein einziger Impuls oder eine Impulsfolge sein, von denen der Vorschubmotor 4 schrittweise angesteuert wird, um die Werkzeugelektrode 1 in einem oder mehreren Inkrementen von z. B. 1 µm zu verschieben. Auf diese Weise ist bei Auftreten eines Rückstell- oder Vorschubsignals an den Ausgängen 6a, 6b des Vergleichers 6 eine genaue Verschiebung in der betreffenden Richtung um eine Strecke erreichbar, die durch die Dauer eines einzigen Impulses, die Anzahl einer Impulsfolge oder durch das Zeitintegral des analogen Signals bestimmt ist. Dem vom Verstärker 7 abgegebenen Rückstell-Steuersignal folgt zweckmäßig ein Stellsignal, das die zurückbewegte Elektrode 1 in einer Stellung positioniert, in welcher der normale Erodierbetrieb von neuem begonnen werden kann.

Am Arbeitsspalt G ist ein Entladungsfühler 8 in Form eines Fühlerwiderstandes 8a angeschlossen, der bei jedem Auftreten eines Bearbeitungsimpulses zwischen der Werkzeugelektrode 1 und der Werkstückelektrode 2 ein Fühlsignal abgibt. Ein einstellbarer Abgriff 8b des Fühlerwiderstands 8a ist an einen Diskriminator 9 angeschlossen, der ein Schmitt- Trigger oder ein anderes geeignetes Element sein kann. Der Diskriminator 9 unterscheidet zwischen wirksamen und unwirksamen Bearbeitungsimpulsen, wobei letztere Kurzschluß- oder Leerlaufimpulse umfassen. Bei jedem wirksamen Bearbeitungsimpuls im Arbeitsspalt G erzeugt der Diskriminator ein Impuls- Signal. Ein einstellbarer Schwellwert-Zähler 10 registriert die Impuls-Signale des Diskriminators 9. Wenn die aufgezählten Impulse den voreingestellten Schwellwert erreicht haben, gibt der Zähler ein Ausgangssignal ab und wird zurückgesetzt. Das Ausgangssignal wird einem Zeitgeber 11 zugeführt, der z. B. ein monostabiler Multivibrator sein kann, und einen Befehlsimpuls erzeugt, der einem UND-Glied 12 zugeführt wird. Das UND-Glied 12 weist einen mit dem Ausgang 6b des Vergleichers 6 verbundenen Eingang und einen zum Verstärker 7 führenden Ausgang auf. Der zweite Eingang 12b des UND-Glieds 12 ist mit dem Zeitgeber 11 verbunden, mit der Wirkung, daß die im Vergleicher 6 erzeugten Vorschubsignale nur dann zum Verstärker 7 gelangen können, wenn gleichzeitig das Befehlssignal des Zeitgebers 11 am UND-Glied 12anliegt.

Ein Spaltstrommesser 13 in Form eines Widerstands 13a ist mit der Stromversorgung 3, der Werkzeugelektrode 1 und der Werkstückelektrode 2 in Reihe geschaltet und erzeugt ein dem mittleren Bearbeitungsstrom im Arbeitsspalt G proportionales Spannungssignal. Der Spaltstrommesser 13 ist mit einer mehrstufigen Diskriminator- oder Schwellwertschaltung 14 verbunden, deren verschiedene Schwellwerte vorgegebenen Mittelwerten des Bearbeitungsstroms entsprechen. Sobald einer dieser Schwellwerte erreicht wird, werden entsprechende Schaltsignale einer dem Schwellwertzähler 10 zugeordneten Einstellschaltung 15 zugeführt, die eine Umschaltung des Zähler-Schwellwertes vornimmt.

Im Betrieb erzeugt die Stromversorgung 3 Bearbeitungsimpulse im Arbeitsspalt G. Die Werkzeugelektrode 1 wird in Richtung der Werkstückelektrode 2 durch den Verstärker 7 oder direkt dem Motor 4 zugeführte Steuersignale vorgeschoben, bis eine vorgewählte Bearbeitungsposition erreicht ist, in der die elektrischen Entladungen im Arbeitsspalt G erzeugt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt ist das UND-Glied 12 gesperrt, so daß die im Vergleicher 6 erzeugten Vorschubsignale nicht über den Verstärker 7 zum Vorschubmotor 4 gelangen können. Wenn die Spaltweite zu gering ist oder ein Kurzschluß im Arbeitsspalt G auftritt, erzeugt der Vergleicher 6 ein Rückstellsignal, das vom Ausgang 6a dem Verstärker 7 zugeführt wird, um die Werkzeugelektrode 1 zurückzufahren und die Spaltweite zu vergrößern.

Durch die kontinuierliche Erzeugung von Bearbeitungsentladungen bei stillstehender Werkzeugelektrode wird die Spaltweite auf den geeigneten Wert vergrößert, wobei der Vergleicher 6 ein Signal zum Eingang 12a des UND-Glieds 12 abgibt. Gleichzeitig werden im Schwellwertzähler 12 die im Diskriminator 9 erfaßten wirksamen Spaltentladungen gezählt. Sobald die aufgezählte Impulsanzahl einen vom Stellglied 15 bestimmten Schwellwert erreicht hat, erzeugt der Zähler 10 ein Ausgangssignal zum Zeitgeber 11. Dieser Zeitgeber 11 erzeugt ein Verknüpfungssignal von vorgegebener Zeitdauer, das dem zweiten Eingang 12b des UND-Glieds 12 zugeführt wird und das noch am ersten Eingang 12a anliegende oder anschließend zugeführte Vorschubsignal zum Verstärker 7 freigibt. Die Ausgangssignale des Verstärkers 7 steuern über den Motor 4 die Vorschubbewegung der Werkzeugelektrode 1.

Wenn die Vorschub- oder Stellsignale für die Bewegungen der Werkzeugelektrode 1 Analogsignale sind, kann die Geschwindigkeit und die Strecke von den im Vergleicher 6 erzeugten und im UND-Glied 12 verknüpften Vorschubsignal bestimmt werden. Bei Verwendung von Digitalsignalen kann entweder ein einziger Impuls oder eine digitale Impulsfolge entsprechend dem im UND-Glied 12 verknüpften Vorschubsignal von dem Verstärker 7 erzeugt werden. Digitalisierte Impulssignale gewährleisten eine sehr präzise Positionierung, da Vorschubinkremente von 1 µm oder kleiner als Vorschubstrecken der Werkzeugelektrode 1 pro Steuerimpuls möglich sind. Bei Erreichen der optimalen Bearbeitungsposition werden im Arbeitsspalt G erneut Entladungen erzeugt, die vom zuvor rückgestellten Zähler 10 wieder aufgezählt werden.

Zweckmäßig wird der Schwellwert des Zählers 10 in Abhängigkeit von der Bearbeitungsposition der Werkzeugelektrode 1, z. B. von der Eindringtiefe der Werkzeugelektrode 1 in die Werkstückelektrode 2, eingestellt, und zwar so, daß der Schwellwert erreicht wird, bevor sich die Anzahl der wirksamen Entladungen aufgrund einer gesteigerten Ansammlung von Bearbeitungsprodukten, wie Werkstückpartikel, Späne, Teer oder Gase, im Arbeitsspalt G merkbar verringert hat. Bei relativ großem Bearbeitungsbereich werden eine entsprechend große Anzahl von Bearbeitungsentladungen zugelassen, bevor der Arbeitsspalt übermäßig verunreinigt wird. Demgegenüber tritt eine unzulässig große Verunreinigung im Arbeitsspalt bei kleineren Bearbeitungsbereichen zu einem früheren Zeitpunkt auf. Darüber hinaus wird der Schwellwert im Zähler 10 auch zweckmäßig in Abhängigkeit von den Bearbeitungsbedingungen und der Oberflächenrauhigkeit der bearbeiteten Flächen eingestellt. Eine Schruppbearbeitung erfordert einen höheren Bearbeitungsstrom als eine Feinbearbeitung. Daneben kann ein automatischer Erodierbetrieb stufenweise Änderungen des Bearbeitungsstroms erfordern.

Der Strommesser 13 dient daher zum Erfassen von Änderungen des Arbeitsstromes zwischen der Werkzeugelektrode 1 und der Werkstückelektrode 2. Bei einer stufenförmigen Änderung des Bearbeitungsstroms wirkt die Schwellwertschaltung 14 auf das Stellglied 15 ein, welche den Schwellwert des Zählers 10 entsprechend den erfaßten Änderungen des Bearbeitungsstroms, des Bearbeitungsbereichs, der Bearbeitungstiefe und/oder des Bearbeitungszustands verstellt. Wenn sich der Bearbeitungsstrom verkleinert, wird der Schwellwert des Zählers 10 vergrößert. Bei einem Stromanstieg wird dagegen der Schwellwert reduziert.

In Fig. 3 ist eine andere Zähleinheit 100 zur Erzeugung eines Verknüpfungssignals für das UND- Glied 12 dargestellt, die einen Zähler 101, einen Vergleicher 102, einen Speicher 103, z. B. einen Festwertspeicher (ROM), und eine Steuereinrichtung 104, z. B. einen Mikrocomputer oder eine Zentraleinheit (CPU),enthält. Der Zähler 101 kann ein einstellbarer Zähler, ein umschaltbarer oder ein AUF-AB-Zähler, ein Impulszähler oder ein anderes entsprechendes Bauelement sein. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel werden die Zählerstände des Zählers 101 über einen nicht dargestellten Decodierer dem Vergleicher 102 zugeführt. Wenn der Zählerstand mit einem im Speicher 103 enthaltenen voreingestellten Wert übereinstimmt, erzeugt der Vergleicher 102 einen Ausgangsimpuls zum UND-Glied 12. Das Einstellen des Speichers 103 kann manuell oder automatisch entsprechend den Änderungen des Bearbeitungsbereichs, der Bearbeitungstiefe, der Bearbeitungseinstellung erfolgen, die durch die Steuereinrichtung 104 bestimmt werden. Der Steuereinrichtung 104 (Mikrorechner oder CPU) können den Bearbeitungsverlauf kennzeichnende Daten in Form eines Programms eingegeben werden, um einen vollautomatischen Betrieb zu ermöglichen.

Fig. 4 zeigt die Anwendung der Erfindung bei einer Laufdraht-Erodiermaschine, in welcher der die Werkzeugelektrode bildende Laufdraht 201 kontinuierlich über Drahtführungen in Pfeilrichtung läuft. Ein im Arbeitsbereich der Laufdrahtelektrode 201 angeordnetes Werkstück bildet die Werkstückelektrode 202 und ist auf einem Werkstücktisch 204 montiert, der durch zwei Motoren in der X-Achse und der Y-Achse verschoben wird. Die Stromversorgung 3 ist elektrisch mit dem Laufdraht 201 und dem Werkstück 202 verbunden, um die Bearbeitungsimpulse im Arbeitsspalt G zu erzeugen. Die Motoren 205, 206 werden über eine Steuereinrichtung 207 angesteuert, die in eine NC-Steuerung integriert sein kann und über Ausgänge 207x bzw. 207y sowie über UND-Glieder 208 bzw. 209 mit den Motoren 205, 206 verbunden ist. Der Ausgang des UND-Glieds 208 führt zum Motor 205 und sein erster Eingang 208 ist mit dem Ausgang 207x der Steuereinheit 207 verbunden. Das UND-Glied 209 ist ausgangsseitig mit dem Motor 206 und mit seinem ersten Eingang 209a mit dem Ausgang 207y der Steuereinheit 207 verbunden. Die zweiten Eingänge 208b und 209b der UND-Glieder 208, 209 sind gemeinsam mit dem Ausgang des Zählers 10 verbunden. Wie bei der Ausführung nach Fig. 1 erzeugt der Zähler 10 ein Verknüpfungssignal beim Aufzählen einer vorgegebenen Anzahl von wirksamen Bearbeitungsentladungen, die zuvor im Diskriminator 9 von den unwirksamen Entladungen diskriminiert worden sind. Das Verknüpfungssignal wird über die Eingänge 208b, 209b den UND-Gliedern 208, 209 zugeführt, um die X- bzw. Y-Steuerimpulse den Motoren 205 bzw. 206 zuführen zu können. Dadurch wird jede Vorschubbewegung der Laufdrahtelektrode 201 aus jeder Bearbeitungsposition zur nächstfolgenden gewährleistet, nachdem die vorbestimmte Anzahl von wirksamen Entladungen registriert worden ist. Diese Anzahl bzw. der Schwellwert des einstellbaren Zählers 10 wird entsprechend der Werkstückdicke auf den jeweils optimalen Wert eingestellt. Auch bei dieser Bearbeitungsart kann der Schwellwert entsprechend dem gewünschten Bearbeitungsverlauf automatisch geändert werden.

Statt der vorstehend beschriebenen UND-Glieder 12 bzw. 208, 209, die die Ausgangssignale eines Vergleichers bzw. eines Signalgenerators 6 bzw. 207 bei Erreichen einer vorgegebenen Anzahl an wirksamen Bearbeitungsimpulsen freigeben oder die ein logisches Produkt aus den Ausgangssignalen des Signalgenerators und des Entladungszählers für die Motoren 4 bzw. 205, 206 bilden, können gleichwertige Ergebnisse auch durch andere Bauelemente erzielt werden, bei denen ebenfalls das Ausgangssignal des Schwellwert-Zählers 10 bzw. 100 zum selektiven Aktivieren des Generators verwendet wird, und zwar in Abhängigkeit von mindestens einem die Spaltweite des Arbeitsspaltes G kennzeichnenden Parameter.

Das vorstehend im einzelnen beschriebene Vorgehen gewährleistet einen stabilen und wirksamen Bearbeitungsverlauf, weil die Werkzeugelektrode aus jeder Bearbeitungsposition nur dann kontinuierlich oder schrittweise vorgeschoben wird, nachdem eine vorgegebene Anzahl von im Arbeitsspalt wirksamen Entladungsimpulsen erzeugt und registriert worden ist, wobei sich die Bearbeitungszyklen wiederholen können.


Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zum Steuern der Arbeitsspaltweite und des Elektrodenvorschubs bei der elektroerosiven Bearbeitung von Werkstücken, bei welchem die Weite des Arbeitsspaltes während des Bearbeitungsvorganges erfaßt und in Meßsignale umgesetzt wird, aus denen Steuersignale für die relativen Vorschubbewegungen der Elektroden abgeleitet werden, dadurch gekennzeichnet,

    daß die elektrischen Entladungen zwischen den beiden Elektroden gezählt werden und

    daß bei Erreichen eines eingestellten Zählerstands ein Signal erzeugt wird, welches die Meßsignale zur weiteren Verarbeitung in die Steuersignale freigibt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Zählerstand als Schwellwert entsprechend dem Arbeitsbereich der Elektroden eingestellt wird.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwellwert bei sich während des Bearbeitungsvorganges änderndem Arbeitsbereich der Elektroden entsprechend geändert wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßsignale Digital-Signale sind.
  5. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßsignale Analog-Signale sind.
  6. 6. Vorrichtung zum Steuern der Arbeitsspaltweite und der relativen Vorschubbewegung zwischen der Werkzeugelektrode und der Werkstückelektrode einer Elektroerosionsmaschine, die eine Meßeinrichtung zum Erfassen von die Arbeitsspaltweite kennzeichnenden Betriebsparametern sowie eine Signalverarbeitungs-Einrichtung aufweist, welche aus den erfaßten Meßsignalen Steuersignale für die Vorschubmotoren mindestens einer der Elektroden erzeugt, dadurch gekennzeichnet, daß die Signalverarbeitungs-Einrichtung einen Schwellwertzähler (10, 101) zum Zählen der elektrischen Entladung aufweist, welcher bei Erreichen des eingestellten Schwellwertes ein Freigabesignal erzeugt, das in einer Schaltungsanordnung (12; 208, 209) die Meßsignale zur Steuerschaltung (7) der Vorschubmotoren (4, 205, 206) freigibt.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei digitalen Meßsignalen die Steuerschaltung (7) impulsförmige Steuersignale für die Vorschubmotoren (4; 205, 206) erzeugt.
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei analogen Meßsignalen, welche die algebraische Differenz zwischen einem Sollwert und einer abhängig von der Spaltvariablen veränderbaren Größe kennzeichnet, die Steuerschaltung (7) einen Verstärker für die Steuersignale der Vorschubmotoren (4; 205, 206) enthält.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Entladungszähler einen auf die von der Stromversorgung erzeugten lmpulse ansprechenden lmpulsdetektor (8), einen die wirksamen von den unwirksamen Bearbeitungsimpulsen trennenden Diskriminator (9) sowie ein voreingestelltes Zählglied zum Zählen der wirksamen Bearbeitungsimpulse aufweist.
  10. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein Stellglied (13) den Schwellwert des Zählers entsprechend des mittleren Bearbeitungsstroms im Spalt ändert.
  11. 11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, gekennzeichnet durch eine Programmspeichereinheit (104) zum Verstellen des Schwellwerts des Zählers (10, 101) entsprechend den aufeinander folgenden Daten einer vorgegebenen Folge.






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