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Dokumentenidentifikation DE3617086A1 26.11.1987
Titel Schichtwerkstoff für Verpackungszwecke, insbesondere zur Herstellung von Flaschenkapseln, und Verfahren zu seiner Herstellung
Anmelder Stanniolfabrik Eppstein GmbH & Co KG, Besserer + Ernst, 6239 Eppstein, DE
Erfinder Rehberg, Alfred, 6239 Eppstein, DE
Vertreter Seids, H., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 6200 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 21.05.1986
DE-Aktenzeichen 3617086
Offenlegungstag 26.11.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.11.1987
IPC-Hauptklasse B32B 15/00
IPC-Nebenklasse B65D 55/08   B65D 41/12   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Schichtwerkstoff für Verpackungszwecke, insbesondere zur Herstellung von Flaschenkapseln, dessen Kernschicht aus weichem Metall oder weicher Metalllegierung besteht und auf mindestens einer Seite eine Schicht aus härterem Metall bzw. härterer Metallegierung trägt. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von solchem Schichtwerkstoff.

Für Schichtwerkstoffe zu Verpackungszwecken und für Flaschenkapseln ist vielfach weichflexible Beschaffenheit erwünscht, damit sich ein solcher Schichtwerkstoff bzw. eine solche Flaschenkapsel an zu verpackende Gegenstände bzw. an den Flaschenhals anschmiegt. Dabei ist besonders erwünscht, daß keine scharfen Falten und Kanten entstehen und sich eine weiche, nachgiebige Griffigkeit ergibt. Solche Eigenschaften sind bei Stanniolfolie und Stanniolkapseln gegeben, sie werden auch annähernd mit Bleifolien und Bleikapseln erreicht, während die vielfach anstatt von Stanniol benutzten Aluminiumfolien und Aluminiumkapseln vielfach zur Bildung scharfer Falten und Kanten neigen und sich beim Anfassen wesentlich härter Anfühlen als die entsprechenden Produkte aus Zinn oder Blei.

Aus DE-OS 30 22 205 ist ferner ein Schichtwerkstoff bekannt, bei dem eine Kernschicht aus Blei oder Bleilegierung einseitig mit einer Aluminiumschicht abgedeckt ist. Diese Aluminiumschicht ist dafür vorgesehen, im Inneren einer aus dem Schichtwerkstoff hergestellten Flaschenkapsel die Bildung von Korrosionsprodukten des Bleis zu verhindern und auszuschließen, daß Blei und Korrosionsprodukte des Bleis zu dem Flaschenhals und dem ihn verschließenden Korbstopfen gelangen können. Es hat sich aber herausgestellt, daß diese Schutzmaßnahme mit Korrosions- und Abrieb- Schutzbelegung aus derzeit verfügbarem Kunststoff, insbesondere aus Gleitlack, ebensogut - wenn nicht besser - durchführbar ist, wie mit einer Aluminiumschicht. Andererseits hat es sich herausgestellt, daß der äußeren Oberflächengestaltung von Verpackungsteilen, beispielsweise Flaschenkapseln, mit den aus DE-OS 30 22 205 bekannten Möglichkeiten nicht voll Rechnung getragen werden kann, selbst dann nicht, wenn die Kernschicht aus Bleifolie beidseitig mit Aluminiumfolie kaschiert wird.

Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, einen verbesserten Schichtwerkstoff mit Kernschicht aus weichem Metall oder weicher Metallegierung und mindestens einer Schicht aus härterem Metall, beispielsweise Aluminium, Kupfer, Zinn o.dgl. für die Zwecke der Herstellung von Verpackungselementen, wie Flaschenkapseln, zu schaffen. Insbesondere soll der Aufdruck für Verpackungseinheiten in seiner Erscheinungsform wesentlich verbessert werden, wobei möglichst noch der Aufwand an Druckfarbe vermindert werden sollte. In ähnlicher Weise soll auch eine verbesserte Korrosions- und Abrieb-Schutzbelegung an dem Schichtwerkstoff vorgesehen werden. Bei alledem soll der typische, weich-flexible Charakter einer Folie aus weichem Metall oder weicher Metallfolie, beispielsweise einer Stanniolfolie möglichst weitgehend beibehalten bleiben bzw. erreicht werden.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine bedruckte Schichtwerkstoffbahn nit einer ca. 20 µm bis ca. 100 µm dicken Kernschicht aus dem weichen Metall bzw. der weichen Metallegierung und einer auf der einen Seite dieser Kernschicht angebrachten Druckträgerschicht geschaffen wird, die aus einer Folie aus dem härteren Metall bzw. der härteren Metallegierung mit geringerer Dicke als die Kernschicht gebildet ist und zumindest an der der Kernschicht gegenüberliegenden Seite eine glatte Oberfläche aufweist, auf der der jeweilige Aufdruck aufgebracht ist.

Die Druckträgerschicht kann dabei bevorzugt aus einer ca. 7 bis ca. 40 µm dicken Folie aus Aluminium oder Aluminiumlegierung gebildet sein. Es kommen jedoch auch Kupferfolien oder sonstige Metallfolien mit glatter Oberfläche in Betracht. Durch die Erfindung wird erreicht, daß einerseits der grundsätzliche Charakter des Schichtwerkstoffes durch die Kernschicht aus dem weichen Metall bzw. der weichen Metallegierung wie Zinn, Zinnlegierung, Blei oder Bleilegierung bestimmt wird, während andererseits die glatte Oberfläche der als Druckträgerschicht benutzten Metallfolie ein verbessertes Erscheinungsbild des Aufdruckes, insbesondere verbesserte farbliche Erscheinung ermöglicht. Dabei läßt sich der Aufdruck mit wesentlich geringerem Aufwand und geringerem Verbrauch an Druckfarbe, also wesentlich sparsamer herstellen.

Bei Benutzung solcher härteren Metallfolien, die eine Glanzseite und eine Mattseite aufweisen, kann wahlweise die glänzende Seite oder die matte Seite als die zu bedruckende Seite benutzt werden. Besonders empfiehlt es sich, die die Druckträgerschicht bildende Metallfolie über eine Klebstoffschicht mit der Kernschicht zu verbinden, also im wesentlichen auf die Kernschicht zu kaschieren.

An der der Druckträgerschicht abgewandten Seite kann die Kernschicht bevorzugt mit einer Korrosions- und Abrieb- Schutzbeschichtung versehen werden. Diese Korrosions- und Abrieb-Schutzbeschichtung kann in verschiedenster Art aufgebaut sein. Insbesondere empfiehlt es sich, daß die Korrosions- und Abrieb-Schutzbeschichtung eine Trägerschicht in Form einer Metallfolie aufweist, die auf der der Kernschicht entgegengesetzten Seite eine Funktionsschicht mit Kunststoffmatrix trägt. Es kann aber auch die Korrosions- und Abrieb- Schutzbeschichtung eine direkt auf der Oberfläche der Kernschicht aufgebrachte Funktionsschicht sein, die eine Kunststoffmatrix aufweist. Die Kunststoffmatrix der Funktionsschicht kann dabei aus Gleitlack gebildet sein, wobei man reinen Gleitlack benutzen kann. Es ist aber auch möglich, in diese Kunststoffmatrix aus Gleitlack noch die Abriebfestigkeit der Funktionsschicht erhöhende Teilchen einzulagern, die zugleich Pigmentteilchen für Metallfarbgebung, beispielsweise Kupferfarbe oder Zinnfarbe, sein können.

Die Herstellung eines solchen Schichtwerkstoffs läßt sich in einen erfindungsgemäßen Verfahren sicher und leicht durchführen. Hiernach soll eine vorgefertigte Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung, wie Blei, Bleilegierung, Zinn oder Zinnlegierung mit einer Dicke zwischen etwa 20 µm und etwa 100 µm mit einer zwischen etwa 7 µm und etwa 50 µm dicken, härteren Metallfolie mit glatter Oberfläche belegt und diese Metallfolie an ihrer freiliegenden Seite in einem Flexodruck-Verfahren oder einem Tiefdruck-Verfahren mit dem gewünschten Aufdruck versehen werden. Dieses Verfahren läßt sich in einfacher Weise umweltfreundlich und ohne Anfall wesentlicher Abfallmengen durchführen.

Dazu bieten sich zwei unterschiedliche Möglichkeiten, nämlich

  • a) vorheriges Bedrucken der Metallfolie und späteres Aufbringen, vorzugsweise Aufkaschieren des mit Aufdruck und ggf. kratzfester Deckschicht versehenen Aufdruckträgers auf die vorgefertigte Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung oder
  • b) Bildung einer Bahn aus metallischem Schichtwerkstoff mit Schicht aus weichem Metall oder weicher Metalllegierung und einer härteren Metallschicht als Träger für den aufzubringenden Aufdruck und anschließendes Bedrucken dieser Schichtwerkstoffbahn.


Wenn eine Metallfolie als Druckträgerschicht benutzt wird, die eine glänzende Oberfläche und eine matte Oberfläche hat, besteht die Wahlmöglichkeit, je nach gewünschter Erscheinungsform des Aufdruckes entweder die glänzende oder die matte Oberfläche zu bedrucken und die jeweils andere Oberfläche an die Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung zu binden. Die Erfindung bietet auch - insbesondere in der oben angeführten ersteren Verfahrensweise - die Möglichkeit, die für die Bildung der Druckträgerschicht zu benutzende härtere Metallfolie einer zusätzlichen Vorbehandlung zu unterziehen, um beispielsweise eine gewünschte Oberflächenstruktur, beispielsweise eine Oberflächennarbung, Textilstoffstruktur oder dergleichen, in die Metallfolie einzuformen. Diese Behandlung zur Ausbildung besonderer gewünschter Oberflächenstrukturen wird man im allgemeinen vor dem Bedrucken der Metallfolie vornehmen. Nach dem Bedrucken kann die die Druckträgerschicht bildende Metallfolie bzw. die bedruckte Schichtwerkstoff-Bahn mit einer den Aufdruck abdeckenden durchsichtigen, kratzfesten Deckschicht, beispielsweise einer klaren Decklack-Schicht versehen werden.

Die Ausbildung und Anbringung einer Korrosions- und Abrieb- Schutzbelegung auf der anderen Seite der Kernschicht bzw. der Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung kann in analoger Weise wie das oben erläuterte Anbringen eines Aufdruckes bzw. einer Druckträgerschicht erfolgen. Auch hierzu bestehen mehrere Möglichkeiten:

  • a) Man kann eine Korrosions- und Abrieb-Schutzbelegung durch einseitiges Aufbringen einer Gleitlackschicht auf eine Metallfolie, vorzugsweise Aluminiumfolie, vorbereiten und dann diese vorbereitete Korrosions- und Abrieb-Schutzbelegung auf die Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung an den beiden freien metallischen Oberflächen kaschieren. Dies kann in der Weise erfolgen, daß eine Bahn von die Kernschicht bildender Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung, eine Bahn von den Aufdruck tragende Metallfolie und die vorbereitete Bahn von Korrosions- und Abrieb-Schutzbelegung fortlaufend und im wesentlichen gleichzeitig miteinander vereinigt werden.
  • b) Eine andere Möglichkeit zur Anbringung der Korrosions- und Abrieb-Schutzbelegung besteht darin, daß die Funktionsschicht dieser Belegung, beispielsweise in Form einer Gleitlackschicht, direkt auf die eine Oberfläche der die Kernschicht bildenden Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung aufgebracht, beispielsweise aufgestrichen, wird.
  • c) Man kann auch eine Folie aus für Korrosions- und Abrieb- Schutz geeigneten, ggf. mit pulverförmigem, die Abriebfestigkeit erhöhendem Material gefülltem Kunststoff direkt, d.h. ohne Zwischenlage einer metallischen Trägerfolie, auf der Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung anbringen, beispielsweise aufkaschieren.


In einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann eine Bahn von vorbereitetem Schichtwerkstoff mit Kernschicht aus weichem Metall oder weicher Metallegierung auf ihrer einen Seite mit einer als Druckträgerschicht aufkaschierten Metallfolie und auf der anderen Seite mit einer aufkaschierten oder aufplattierten Folie aus Metall, wie Kupfer, Zinn oder Aluminium versehen werden und dann fortlaufend an der freien Metalloberfläche der Druckträgerschicht in einem Flexodruck-Verfahren oder einem Tiefdruck-Verfahren mit einem gewünschten Aufdruck versehen und auf der zweiten freien Metalloberfläche fortlaufend mit einem Gleitlack beschichtet werden, dem pulverförmiges, die Abriebfestigkeit erhöhendes Material beigemischt ist. Dabei kann ggf. Farbpigment anstatt dieses Materials oder zusätzlich zu diesem Material dem Gleitlack beigemischt werden.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert.

Es zeigen:

Fig. 1 einen vergrößerten Querschnittsabschnitt des erfindungsgemäßen Schichtwerkstoffs in einer Ausführungsform;

Fig. 2 einen vergrößerten Querschnittsabschnitt des erfindungsgemäßen Schichtwerkstoffs in einer zweiten Ausführungsform;

Fig. 3 einen Ausschnitt 3-3 aus Fig. 1 in nochmaliger Vergrößerung;

Fig. 4 einen Ausschnitt 4-4 aus Fig. 2 in nochmaliger starker Vergrößerung;

und

Fig. 5 ein Schema für das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren des Schichtwerkstoffes in bevorzugter Ausführungsform.

Im Beispiel der Fig. 1 handelt es sich um einen bahnförmigen bedruckten Schichtwerkstoff 10, der sich besonders für die Herstellung von gewickelten Flaschenkapseln eignet. Hierzu wird der bahnförmige, bedruckte Schichtwerkstoff 10 in bekannter Weise verarbeitet, nämlich zu Kapselzuschnitten zerschnitten. Diese Kapselzuschnitte werden über Kapselformen gewickelt, mit einer axialen Kapselnaht versehen, insbesondere verklebt und mit einem Kapselboden versehen, der entweder als zusätzliches Element aufgebracht oder aus den Randbereichen des Kapselzuschnittes geformt wird.

In der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform hat der Schichtwerkstoff 10 eine Kernschicht 11 aus Zinn oder Zinnlegierung. Die Kernschicht 11 weist in diesem Beispiel eine Dicke von etwa 60 bis 80 µm auf. An der einen Seite trägt diese Kernschicht 11 eine Druckträgerschicht 12 aus Reinaluminium. Die Verbindung zwischen der Druckträgerschicht 12 und der Kernschicht 11 ist durch eine Klebstoffschicht 13 hergestellt, und zwar mittels eines reaktiven Kunststoffes, eventuell eines Zweikomponentenklebers oder Mehrkomponentenklebers. An der der Kernschicht 11 abgewandten Seite trägt die Druckträgerschicht 12 den jeweils gewünschten Aufdruck 14, der in bekannten Druckverfahren, beispielsweise Flexodruckverfahren oder Tiefdruckverfahren, bevorzugt als Mehrfarbendruck auf der Oberfläche der Druckträgerschicht 12 aufgebracht ist. Zum Schutz des Aufdrucks 14 ist dieser noch mit einem kratzfesten farblosen, durchsichtigen Decklack überdeckt, wie dies bei 15 angedeutet ist. Die Dicke der Druckträgerschicht 12 beträgt in diesem Beispiel etwa 20 µm. Die Menge des über dem Aufdruck 14 angebrachten Decklackes beträgt im dargestellten Beispiel etwa 2 bis 15 Gramm pro Quadratmeter, beispielsweise 5 Gramm pro Quadratmeter.

An der dem Aufdruck 14 angewandten Seite trägt die Kernschicht 11 eine Korrosions- und Abrieb-Schutzbeschichtung 16, die im Beispiel der Fig. 1 durch eine Aluminiumschicht 17 von etwa 10 µm Dicke und eine Funktionsschicht 18 gebildet ist, wie sie im folgenden in Verbindung mit Fig. 4 näher erläutert wird. Diese Funktionsschicht weist eine Kunststoffmatrix 21 auf, die unter Anwendung von Druck und Wärme an die Oberfläche der Aluminiumschicht 17 gebunden ist. Die aus der Aluminiumschicht 17 und der Funktionsschicht 18 gebildete Korrosions- und Abrieb-Schutzbeschichtung 16 ist mittels einer Klebstoffschicht 19 an die zweite Oberfläche der Kernschicht 11 gebunden. Dabei kann gleicher Kleber wie für die Klebstoffschicht 13 benutzt werden.

Im Beispiel der Fig. 2 handelt es sich um einen Schichtwerkstoff 20, bei dem eine Kernschicht 11 aus Bleilegierung mit etwa 4 Gew.-% Zinngehalt durch Walzplattieren mit einer Druckträgerschicht 12 aus Metall beispielsweise Reinaluminium oder Kupfer verbunden ist, wobei die Dicke dieser metallischen Druckträgerschicht 12 etwa 10 bis 15 µm betragen kann. Ein so gebildetes Verbundband aus Kernschicht 11 und aufkaschierter Druckträgerschicht 12 wird an der freien Oberfläche der Druckträgerschicht 12 mit dem gewünschten Aufdruck 14 in einem bekannten Druckverfahren, beispielsweise Flexodruckverfahren oder Tiefdruckverfahren bedruckt und anschließend mit einer Decklackschicht 15 wie im Beispiel der Fig. 1 überdeckt. Der Aufbau der Druckträgerschicht 12 des Aufdruckes 14 und der Decklackschicht 15 ist vergrößert in Fig. 3 für das Beispiel der Fig. 1 gezeigt. Der gleiche Aufbau ist jedoch auch bei der Ausführungsform nach Fig. 2 gegeben mit dem Unterschied, daß die Klebstoffschicht 13 zwischen der Kernschicht 11 und der Druckträgerschicht 12 entfällt und durch eine beim Plattieren hergestellt direkte Metallbindung ersetzt ist.

Im Beispiel der Fig. 2 ist die Korrosions- und Abrieb- Schutzbeschichtung 16 nur durch eine Funktionsschicht 18 gebildet, die mittels einer Klebstoffschicht 19 ohne Zwischenlage einer Metallschicht an die Oberfläche der Kernschicht 11 gebunden ist.

Wie Fig. 4 zeigt, enthält die Funktionsschicht 18 eine Kunststoffmatrix, beispielsweise auf Polyesterbasis oder Polysulfonbasis. In diese Kunststoffmatrix 21 sind die Abriebfestigkeit erhöhende Kunststoffteilchen 22, beispielsweise Glas-Stapelfasern und Pigmentteilchen 23, eingelagert. Diese Pigmentteilchen können bevorzugt für Metallfarbgebung, beispielsweise die Farbgebung einer Zinnoberfläche, geeignet sein.

Gemäß Fig. 5 ist bei einer Ausführungsform für das Herstellungsverfahren des Schichtwerkstoffes vorgesehen, daß eine Folie 31 aus weichem Metall oder weicher Metallegierung, beispielsweise Zinn oder Blei mit etwa 4 Gew.-% Zinngehalt, beidseitig kaschiert wird, und zwar auf der einen Seite mit einem Aufdruckträger 32 und auf der anderen Seite mit einer Korrosions- und Abrieb-Schutzbelegung 16. Die weiche Folie 31 wird hierzu von einem Wickel 33 über eine Beleimungsstation 34 in der sie beidseitig mit reaktivem Kleber, beispielsweise Zweikomponentenkleber bestrichen wird, zur Kaschierstation 35 geführt, in der sie gleichzeitig mit dem Aufdruckträger 32 und der Korrosions- und Abrieb-Schutzbelegung 16 kaschiert wird. Das Kaschieren könnte auch getrennt mit oder ohne zwischenzeitlichem Aufwickeln und Lagern der einseitig kaschierten Folie 31 erfolgen.

Zur Bildung des Aufdruckträgers 32 wird von einer ca. 7 µm bis 40 µm starken härteren Metallfolie, vorzugsweise aus Reinaluminium ausgegangen. Es kommt auch Kupferfolie oder Folie aus geeigneter relativ weicher Aluminiumlegierung in Betracht. Die Metallfolie 36 wird in diesem Beispiel durch eine Oberflächen-Formierstation 37 geführt, in welcher eine gewünschte Oberflächenstruktur in die Metallfolie 36 eingeformt, beispielsweise eingewalzt wird. Man könnte jedoch auch nach Wahl eine vom Herstellungsgang der Metallfolie 36 herrührende glänzende Oberfläche oder auch eine vom Herstellungsgang der Metallfolie 36 herrührende matte Oberfläche direkt zum Bedrucken benutzen. Hinter der Oberflächen-Formierstation 37 durchläuft die Metallfolie 36 eine Oberflächenreinigungsstation 38, um von dort in die Bedruckungsstation 39 zu gelangen. Diese Bedruckungsstation 39 kann eine bekannte Mehrfarben- Druckmaschine enthalten, die beispielsweise im Flexodruck- Verfahren oder in einem Tiefdruckverfahren arbeitet. Nach dem Trocknen des in einem dieser bekannten Druckverfahren hergestellten gewünschten Aufdrucks wird die bedruckte Metallfolie 36 durch eine Beschichtungsstation 40 geführt, in der der Aufdruck mit einer klaren Deckschicht versehen wird, beispielsweise mit einem kratzfesten Decklack, beispielsweise einem Decklack auf PVC-Basis. Die Beschichtungsstärke beträgt zwischen etwa 2 und 15 Gramm pro Quadratmeter.

Der so hergestellte Aufdruckträger 32 wird im Beispiel der Fig. 5 direkt zur Kaschierstation 35 zur Vereinigung mit der Bleifolie 32 geführt.

Wie in Fig. 5 gestrichelt angedeutet bei 43, könnte jedoch auch der fertiggestellte Aufdruckträger 32 zunächst aufgewickelt und auf Abruf zu einem späteren Kaschieren auf die weiche Folie 31 aus Blei, Zinn, Blei- oder Zinnlegierung gelagert werden.

Zur Bildung der Korrosions- und Abriebschutzbelegung 16 wird im Beispiel der Fig. 5 von einer Metallfolie 41, vorzugsweise aus weicher Aluminiumlegierung ausgegangen. Diese bahnförmige Metallfolie 41 wird fortlaufend durch eine Beschichtungsstation 42 geführt, in der die Funktionsschicht aus einem Gemisch aus Kunststoff, beispielsweise Polyethylen, Polyester oder Polysulfon mit pulverförmigem, die Abriebfestigkeit erhöhendem Material und Pigment auf die eine Seite der Metallfolie 41 aufgetragen und auf dieser gebunden und verfestigt wird. Die so gebildete zweischichtige Korrosions- und Abrieb-Beschichtung 16 wird im Beispiel der Fig. 15 direkt zu der Kaschierstation 35 zum Aufbringen auf die Folie 31 geführt. Wie in Fig. 5 gestrichelt dargestellt bei 44, könnte aber auch die so vorbereitete Bahn von Korrosions- und Abrieb- Schutzbeschichtung aufgewickelt und auf Abruf zum Aufkaschieren auf eine Folie 31 gelagert werden.

Im Rahmen der Erfindung kommen jedoch auch abgewandelte Verfahren zum Herstellen des Schichtwerkstoffes in Betracht. Beispielsweise könnte die Folie 31 vorweg mit einer Metallfolie 36 vereinigt, beispielsweise plattiert, werden. Diese Verbundbahn wäre dann in ihrer Gesamtheit durch die Oberflächen-Formierstation 37, die Oberflächenreinigungsstation 38, die Bedruckungsstation 39 und die Beschichtungsstation 40 zu führen. Anstelle der Kaschierstation 35 wäre dann eine zweite Beschichtungsstation 42 vorzusehen, in welcher die bedruckte Verbundbahn noch an ihrer freien Bleioderfläche mit einer Kunststoff-Funktionsschicht für Korrosionsschutz und Abriebschutz zu belegen wäre. In weiterer Abwandlung könnte auch unter Beibehaltung der oben erörterten übrigen Verfahrensweise von einer an beiden Seiten mit Folien aus anderem Metall kaschierten oder plattierten bahnförmigen Folie 31 aus Blei, Zinn, Blei- oder Zinnlegierung ausgegangen werden.

  • Bezugszeichenliste:

    10 Schichtwerkstoff

    11 Kernschicht

    12 Druckträgerschicht

    13 Klebstoffschicht

    14 Aufdruck

    15 Decklack

    16 Korrosions- und Abrieb-Schutzbelegung

    17 Aluminiumschicht

    18 Funktionsschicht

    19 Klebstoffschicht

    20 Schichtwerkstoff

    21 Kunststoffmatrix

    22 Kunststoffteilchen

    23 Glas-Stapelfasern/Pigmentteilchen

    31 Folie aus Blei oder Zinn bzw. -legierung

    32 Aufdruckträger

    33 Wickel

    34 Beleimungsstation

    35 Kaschierstation

    36 Metallfolie

    37 Oberflächen-Formierstation

    38 Oberflächenreinigungsstation

    39 Bedruckungsstation

    40 Beschichtungsstation

    41 bandförmige Metallfolie

    42 Beschichtungsstation

    43 evtl. Zwischenlagerung

    44 evtl. Zwischenlagerung


Anspruch[de]
  1. 1. Schichtwerkstoff für Verpackungszwecke, insbesondere zur Herstellung von Flaschenkapseln, dessen Kernschicht aus weichem Metall oder weicher Metallegierung besteht und auf mindestens einer Seite eine Schicht aus härterem Metall bzw. härterer Metallegierung trägt, gekennzeichnet durch, eine bedruckte Schichtwerkstoffbahn mit einer ca. 20 µm bis ca. 100 µm dicken Kernschicht (11) aus dem weichen Metall bzw. der weichen Metallegierung und einer auf der einen Seite dieser Kernschicht (11) angebrachten Druckträgerschicht (12), die aus einer Folie aus dem härteren Metall bzw. der härteren Metallegierung mit geringerer Dicke als die Kernschicht (11) gebildet ist und zumindest an der der Kernschicht (11) gegenüberliegenden Seite eine glatte Oberfläche aufweist, auf der der jeweilige Aufdruck (14) aufgebracht ist.
  2. 2. Schichtwerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckträgerschicht (12) aus einer ca. 7 bis ca. 40 µm dicken Folie aus Aluminium oder Aluminiumlegierung gebildet ist und die Kernschicht (11) aus Zinn oder Blei oder einer Metallegierung besteht, deren wesentlicher Bestandteil Zinn oder Blei ist.
  3. 3. Schichtwerkstoff nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Druckträgerschicht (12) aus einer ca. 10 bis ca. 50 µm dicken Folie aus Kupfer oder Kupferlegierung gebildet ist und die Kernschicht (11) aus Zinn oder Blei oder einer Metallegierung mit Zinn oder Blei als wesentlichem Bestandteil besteht.
  4. 4. Schichtwerkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die die Druckträgerschicht (12) bildende Metallfolie über eine Klebstoffschicht (13) mit der Kernschicht (11) verbunden ist.
  5. 5. Schichtwerkstoff nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kernschicht (11) an der der Druckträgerschicht (12) abgewandten Seite eine Korrosions- und Abrieb-Schutzbeschichtung (16) trägt.
  6. 6. Schichtwerkstoff nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrosions- und Abrieb-Schutzbeschichtung (16) eine Trägerschicht in Form einer Metallfolie aufweist, die auf der der Kernschicht (11) entgegengesetzten Seite eine Funktionsschicht (18) mit Kunststoffmatrix trägt.
  7. 7. Schichtwerkstoff nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrosions- und Abrieb-Schutzbeschichtung (16) eine direkt auf der Oberfläche der Kernschicht (11) aufgebrachte Funktionsschicht (18) mit Kunststoffmatrix aufweist.
  8. 8. Schichtwerkstoff nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffmatrix der Funktionsschicht (18) aus Gleitlack gebildet ist und in diese Kunststoffmatrix die Abriebfestigkeit der Funktionsschicht (18) erhöhende Teilchen (23) eingelagert sind, die zugleich Pigmentteilchen für Metallfarbgebung, beispielsweise Kupferfarbe oder Zinnfarbe, darstellen können.
  9. 9. Verfahren zur Herstellung von Schichtwerkstoff nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine vorgefertigte Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung, wie Blei, Bleilegierung, Zinn oder Zinnlegierung mit einer Dicke zwischen etwa 20 µm und etwa 100 µm mit einer zwischen etwa 7 µm und etwa 50 µm dicken Folie aus härterem Metall wie Aluminium, Aluminiumlegierung, Kupfer, Kupferlegierung belegt und diese Metallfolie an ihrer freiliegenden Seite in einem Flexodruck-Verfahren oder einem Tiefdruck-Verfahren mit dem gewünschten Aufdruck versehen wird.
  10. 10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß bei Verwendung einer eine glänzende Oberfläche und eine matte Oberfläche aufweisenden Folie aus dem härteren Metall diese Metallfolie an ihrer die matte Oberfläche aufweisenden Seite mit der Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung verbunden und an ihrer die glänzende Oberfläche aufweisenden Seite mit dem gewünschten Aufdruck versehen wird.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufdruck auf der die Druckträgerschicht bildenden Metallfolie angebracht wird, bevor diese Metallfolie mit der die Kernschicht bildenden Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung durch Kaschieren unter Benutzung von Klebmittel vereinigt wird.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Vereinigen der die Kernschicht bildenden Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung mit der bedruckten Metallfolie durch kontinuierliches Verbinden zweier Bahnen von beispielsweise etwa 0,9 m bis 1,0 m Breite durchgeführt wird.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine durch Kaschieren oder Plattieren vorgebildete Schichtwerkstoffbahn mit einer dickeren Schicht aus weichem Metall oder weicher Metallegierung und einer dünneren, härteren Metallschicht an der freiliegenden Oberfläche der dünneren, härteren Metallschicht in einem Flexodruck-Verfahren oder einem Tiefdruckverfahren mit dem gewünschten Aufdruck versehen wird.
  14. 14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die dünnere, härtere Metallschicht aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung, oder Kupfer oder einer Kupferlegierung gebildet und spätestens vor dem Bedrucken mit gewählter Oberflächenbeschaffenheit ausgebildet wird.
  15. 15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufdruck auf der den Druckträger bildenden Metallfolie bzw. Metallschicht mit einer durchsichtigen, kratzfesten Deckschicht, vorzugsweise einer klaren Decklack-Schicht versehen wird.
  16. 16. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß eine durch einseitiges Aufbringen einer Gleitlack-Schicht auf eine Metallfolie, vorzugsweise eine Folie aus Aluminium oder Aluminiumlegierung, vorbereitete Korrosions- und Abriebschutzbelegung an ihrer metallischen Oberfläche durch Kaschieren unter Benutzung von Klebmittel mit der die Kernschicht bildenden Folie aus weichem Metall oder weicher Metalllegierung vereinigt wird.
  17. 17. Verfahren nach Anspruch 11 und 16, dadurch gekennzeichnet, daß eine Bahn von die Kernschicht bildender Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung wie Zinn, Zinnlegierung, Blei oder Bleilegierung, eine Bahn von den Aufdruck tragender Metallfolie und eine vorbereitete Bahn von Korrosions- und Abrieb- Schutzbelegung fortlaufend und im wesentlichen gleichzeitig miteinander vereinigt werden.
  18. 18. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrosions- und Abrieb- Schutzbelegung durch direktes Aufbringen einer Gleitlackschicht auf die eine Oberfläche der die Kernschicht bildenden Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung gebildet wird.
  19. 19. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine einseitig mit einer Korrosions- und Abrieb- Schutzbelegung versehene, bahnförmige Folie aus weichem Metall oder weicher Metallegierung an ihrer freiliegenden Metalloberfläche fortlaufend mit einer bahnförmigen, bedruckten Metallfolie kaschiert wird.
  20. 20. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine Bahn von vorbereiteten Schichtwerkstoff mit Kernschicht aus weichem Metall oder weicher Metalllegierung mit einer als Druckträgerschicht auf der einen Seite aufkaschierten oder aufplattierten Metallfolie, wie Kupferfolie oder Folie aus Aluminium oder Aluminiumlegierung und auf der anderen Seite aufkaschierten oder aufplattierten Folie aus Metall, wie Kupfer, Zinn oder Aluminium, an der freien Seite der Druckträgerschicht fortlaufend in einem Flexodruck- Verfahren oder einem Tiefdruck-Verfahren mit einem gewünschten Aufdruck versehen und auf der dann noch freien Metalloberfläche fortlaufend mit einem Gleitlack beschichtet wird, dem ggf. pulverförmiges, die Abriebfestigkeit erhöhendes Material und bzw. oder Farbpigment beigemischt ist.






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