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Dokumentenidentifikation DE3718695A1 17.12.1987
Titel Neue Fungizide und ihre Verwendung
Anmelder Sandoz-Patent-GmbH, 7850 Lörrach, DE
Erfinder Gisi, Ulrich, Wenslingen, CH;
Wiedmer, Hans, Therwil, CH
DE-Anmeldedatum 04.06.1987
DE-Aktenzeichen 3718695
Offenlegungstag 17.12.1987
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.12.1987
IPC-Hauptklasse A01N 47/38
IPC-Nebenklasse A01N 43/653   
IPC additional class // (A01N 47/38,43:653)  

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten in Pflanzen, mit Hilfe von

  • a) der Verbindung der Formel I



    im folgenden als "Verbindung A" bezeichnet
  • und b) der Verbindung der Formel II



    im folgenden als Prochloraz bezeichnet.

Verbindung A ist ein bekanntes Fungizid, wirksam bei der Bekämpfung von Pilzen in Nutzpflanzen, wie Getreide, beispielsweise Reis, insbesondere in Weizen und Gerste; sie besitzt eine ausgezeichnete Wirkung gegen Rostpilzen (wie Puccinia spp.) und gute Wirkung gegen Mehltaupilzen (wie Erysiphe), Septoria und Rhizoctonia.

Prochloraz ist bekanntes Fungizid mit guter Wirkung gegen Pseudocercosporella, Septoria, Pyrenophora, Mehltaupilzen und Pyricularia.

Es wurde nun gefunden, dass die Verwendung von Prochloraz in Kombination mit der Verbindung A besonders wertvoll ist bei der Bekämpfung von Pilzen. Die Kombination eignet sich insbesondere zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten in Getreide, und zwar über die ganze Saison aufgrund ihrer guten Wirkung gegen Fusskrankheiten, Aehrenkrankheiten und Blattkrankheiten. Die Wirkung der Kombination gegen Fusskrankheiten ist besonders ausgeprägt.

Die Erfindung betrifft demnach ein verbessertes Verfahren zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten in Pflanzen, insbesondere Getreide (inklusiv Reis), vorzugsweise in Weizen und Gerste und ist dadurch gekennzeichnet, dass man die Pflanzen mit einer fungizid wirksamen Gesamtmenge von der Verbindung A und Prochloraz behandelt. Dabei können die Aktivsubstanzen in Kombination oder getrennt appliziert werden. Das Verfahren zeichnet sich durch eine gute Pflanzenvertäglichkeit aus. Eine grösser als additive Wirkung wird u. a. gegen Septoria in Weizen und Helminthosporium in Gerste beobachtet.

Geeignete Applikationsmengen per Hectare zu behandelnde Fläche sind 50 bis 100 g, insbesondere 60 bis 80 g der Verbindung A, und 250 bis 500 g, insbesondere 300 bis 450 g Prochloraz. Das Gewichtsverhältnis der Verbindung A : Prochloraz liegt zweckmässig im Bereich von 1 : 2 bis 1 : 8, insbesondere von 1 : 3.5 bis 1 : 8, vorzugsweise von 1 : 3.75 bis 1 : 6. Beispiele geeigneter Gewichtsverhältnisse der Verbindung A : Prochloraz sind 1 : 3.75, 1 : 5 und 1 : 7.5. Die Aktivsubstanzen werden vorzugsweise in Sprayform, im allgemeinen unter Verwendung eines Applikationsvolumens von 0.05 bis 0.5 hl pro hectare, beispielsweise von 0.05 bis 0.1 hl für Flugzeugapplikation und von 0.2 bis 0.4 hl für konventionelle Bodenapplikation.

Die Erfindung betrifft auch fungizide Zubereitungen, die die Verbindung A und Prochloraz enthalten, zweckmässig im oben präzisierten Gewichtsverhältnis.

Die erfindungsgemässen Zubereitungen können nach bekannter Art vorgelegt werden, z. B. in der Form einer Doppelpackung, eines Emulsionskonzentrates, eines wasserdispergierbaren Pulvers oder eines wasserdispergierbaren Granulates, vorzugsweise als Emulsionskonzentrat. Diese Zubereitungen können nach bekannten Methoden, z. B. durch Mischen der Verbindung A und Prochloraz mit geeigneten Hilfsstoffen wie Verdünnungsmittel und gegebenenfalls weiteren Formulierhilfsstoffen wie Tensiden hergestellt werden.

Mit dem hierin verwendeten Ausdruck "Verdünnungsmittel" sind flüssige oder feste, in der Agrarwirtschaft akzeptable Hilfsmittel gemeint, die mit den Aktivsubstanzen vermischt oder kombiniert werden, um diese in eine leichter oder besser applizierbare Form zu bringen, bzw. zu der gewünschten Konzentration zu verdünnen. Beispiele solcher Verdünnungsmittel sind Talk, Kaolin, Diatomeenerde, Xylol und Wasser.

Insbesondere Formulierungen die in Form eines Spray appliziert werden, wie wasserdispergierbare Pulver oder Granulate enthalten zweckmässig Tenside wie Benetzungs- und Dispergiermittel, z. B. das Kondensationsprodukt von Formaldehyd mit Naphthalinsulphonat, ein Alkyl-arylsulfonat, ein Ligninsulfonat, ein Fettalkylsulfat, ein ethoxyliertes Alkylphenol und ein ethoxylierter Fettalkohol.

Im allgemeinen enthalten die Zubereitungen von 0.01 bis 90 Gewichtsprozente Aktivsubstanz, von 0 bis 20 Gewichtsprozente in der Landwirtschaft akzeptable Tensiden und von 10 bis 99.99 Gewichtsprozente Verdünnungsmittel, wobei die Aktivsubstanz aus der Verbindung A, Prochloraz und gegebenenfalls weiteren Wirkstoffen besteht.

Konzentrierte Zubereitungsformen enthalten im allgemeinen zwischen etwa 2 und 80 Gewichtsprozente, insbesondere zwischen etwa 5 und 70 Gewichtsprozente an Aktivsubstanz. Applikationsformen enthalten z. B. von 0.01 bis 45 Gewichtsprozenten an Aktivsubstanz.

Die Erfindung wird durch folgende Beispiele erläutert, worin die Teile in Gewichtsteilen und die Prozente in Gewichtsprozenten angegeben sind.

Zubereitung A B

Verbindung A (techn.; 95.5%) 6.2 8.2

Prochloraz (techn.; 97.4%) 29.7 29.7

Emulgator(1) 15.0 15.0

Losungsmittel(2) 49.1 47.1

Total 100 100



(1) z. B. ein Gemisch von 7 Teilen eines Gemisches von oxyethylierten Triglyceriden mit verzweigtem Ca Alkylarylsulfonat in iso-butanol und 8 Teilen von Tributylphenopolyglycol Aether. (2) z. B. ein Gemisch von 15 Teilen Propylenglycolmonoethylaether und 34.1 Teilen (Zubereitung A) oder 32.1 Teilen (Zubereitung B) Xylol.

Anspruch[de]
  1. 1. Verfahren zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten in Pflanzen, dadurch gekennzeichnet, dass man die Pflanzen mit einer fungizid wirksamen Gesamtmenge von

    1. a) der Verbindung der Formel I



    2. und b) der Verbindung der Formel II



      behandelt.

  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man von 50 bis 100 g der Verbindung der Formel II per Hectare Kulturfläche appliziert.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man von 60 bis 80 g der Verbindung der Formel I und von 300 bis 450 g der Verbindung der Formel II per Hectare Kulturfläche appliziert.
  4. 4. Verfahren nach Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man Getreide behandelt.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Weizen behandelt.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass man Septoria in Weizen bekämpft.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man Gerste behandelt.
  8. 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass man Helminthosporium in Gerste bekämpft.
  9. 9. Fungizide Zubereitung enthaltend die Verbindungen der Formel I und II.
  10. 10. Fungizid gemäss Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass es die Verbindungen der Formel I und der Formel II im Gewichtsverhältnis von 1 : 2 bis 1 : 8 enthält.
  11. 11. Fungizid gemäss Anspruch 10, worin das Gewichtsverhältnis im Bereich von 1 : 3.5 bis 1 : 8 liegt.
  12. 12. Fungizid gemäss Anspruch 11, worin das Gewichtsverhältnis im Bereich von 1 : 3.75 bis 1 : 6 liegt.






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