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Dokumentenidentifikation DE2944515C2 14.01.1988
Titel Schachtförderanlage
Anmelder Westfälische Berggewerkschaftskasse, 4630 Bochum, DE
Erfinder Arnold, Hartmut, Dr.-Ing., 4630 Bochum, DE
Vertreter Betzler, E., Dipl.-Phys., 8000 München; Herrmann-Trentepohl, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 4690 Herne
DE-Anmeldedatum 03.11.1979
DE-Aktenzeichen 2944515
Offenlegungstag 14.05.1981
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.01.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.01.1988
IPC-Hauptklasse B66B 7/08
IPC-Nebenklasse B66B 5/08   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schachtförderanlage gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Die Erfindung ist insbesondere auf Förderanlagen in zu Tage gehenden Schächten anwendbar, kommt aber auch in Blindschachtförderungen in Betracht. Insbesondere eignet sich die Erfindung für höhere Förderleistungen in Schächten mit großen Teufen, wie sie im Untertagebergbau neuerdings geplant werden und im Steinkohlenbergbau z. Zt. bei ca. 1300 m liegen. In diesem Sinne handelt es sich um Schächte mit Teufen, die nicht mehr mit Stetigförderern, z. B. mit den in tonnenlägigen Schächten einsetzbaren Gurtbändern bestückt werden können oder bei denen bei solchen Fördermitteln erhebliche Probleme u. a. aufgrund des Eigengewichtes des Förderorganes oder des technichen Aufwandes auftreten würden.

Schachtförderanlagen der eingangs bezeichneten Ausbildung sind bekannt. Je nach Aufteilung der Schachtscheiben weisen sie z. B. vier nebeneinander angeordnete Trume für je eine Förderschale auf, der und einer weiteren ihr angeordneten Förderschale eine Treibscheibe und damit auch eine Fördermaschine zugeordnet ist. Bei zu Tage gehenden Schächten sind Treibscheibe und Fördermaschine auf einem Turm aufgestellt, um die Treibscheibe über den Trumen anordnen zu können. Diese Aufteilung ergibt sehr enge Abstände der Seilmitten in den Trumen und die Notwendigkeit, bei größeren Förderleistungen die Länge der Förderschalen zu vergrößern. Es sind aus der Gefäßförderung Längen von ca. 21,5 m bekanntgeworden, die eine entsprechende Sturzhöhe des Fördergutes jedenfalls beim Füllvorgang herbeiführen.

Um bei vorgegebenem Umschlingungswinkel der Treibscheibe die Seilmittenabstände auszugleichen, werden bei solchen Förderanlagen in den meisten Fällen unter den Treibscheiben Seillenkscheiben vorgesehen. Die Übertreibsicherung besteht dann in der Regel aus einem einen Übertreibweg bildenden Endabschnitt der Korbführung, an den sich eine Spurlattenverdickung und/oder ein oder mehrere Prellträger anschließen. Das führt zu der Notwendigkeit einer über den obersten Anschlägen der Förderschalen in einem ausgedehnten Schachtkopf vorgesehenen "freien Glocke", in der auch meistens noch eine Fangvorrichtung für die Förderschalen sowie gegebenenfalls Einrichtungen für die Überwachung der Oberseile vorgesehen sind.

Bei den als bekannt vorausgesetzten Schachtförderanlagen ergibt sich aus dem notwendigen Gewichtsausgleich der Oberseile durch die Unterseile ein entsprechend langer Unterseildurchhang, der in einem unter dem untersten Anschlag der Förderschalen angeordneten Schachtsumpf untergebracht werden muß. Die Länge dieses Schachtabschnittes vergrößert sich bei zunehmender Länge der Förderschalen, weil in ihm noch derjenige Teil des Fördergefäßes bzw. -korbes untergebracht wird, der nach unten über den untersten Anschlag in den Schacht vorsteht.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Schachtförderanlage der bezeichneten Art eine Verkürzung des Schachtkopfes und des Sumpfes zu ermöglichen.

Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe mit den Merkmalen des Patentanspruches 1 gelöst.

Durch das erfindungsgemäß vorgesehene Zusammenschließen der je zwei in einem Fördertrum angeordneten Förderschalen zu einer Einheit läßt sich die horizontale Länge der Einheiten vergrößern, welche für eine Vergrößerung der Förderleistung nutzbar ist, aber auch ohne Vergrößerung der Förderleistung durch den Spalt den Vorteil einer Verkürzung des Schachtkopfes und des Sumpfes ergibt. Beläßt man die horizontale Länge, so läßt sich die Leistung gleichwohl durch die größere Gesamtbreite der Einheiten steigern, in denen die Förderschalen zusammengefaßt sind. Diese größere Breite führt zu einer Vergrößerung der Seilmittenabstände. Dadurch kann man auf einer Umlenkung des Oberseiles unterhalb der Treibscheibe mit einer oder mehreren Seillenkscheiben in der Regel verzichten und erreich dadurch eine weitere Verkürzung des Schachtkopfes.

Mit den Merkmalen des Patentanspruches 2 läßt sich der Übertreibweg im Schachtkopf mit dem Ziel einer weiteren Verminderung der Länge des Schachtkopfes verkürzen, weil rechtzeitig ein Seilrutsch ausgelöst wird. Der Übertreibweg mit den nachgeordneten Prellträgern entfällt ganz bei Verwirklichung der Merkmale des Patentanspruches 3, wodurch die Länge des Schachtkopfes weiter vermindert wird.

In den so ausgebildeten Einheiten ermöglicht der mindestens einseitig offene Spalt das Treiben der Einheiten bis an die Treibscheibe und die Unterbringung jedenfalls einer beträchtlichen Teillänge des Unterseildurchhanges zwischen den vereinigten Förderschalen, um den Schachtsumpf zu verkürzen. Dadurch werden bei großen Teufen und hohen Förderleistungen erhebliche Investitionskosten gespart und u. a. Sturzhöhen des Fördergutes verkürzt, was sich in einer Schonung des Fördergutes auswirkt.

Benutzt man die Erfindung, um zwei Schachtförderanlagen eines Schachtes in diesem Schacht zusammenzulegen, so bietet die Vereinigung der Oberseile eine vereinfachte Seilüberwachung, die dann mit einem magnetinduktiven Meßwertgeber arbeiten kann, was einen hohen Rationalisierungsgrad des Förderbetriebes zur Folge hat. Außerdem verkürzen sich die für das Seileinkürzen und die Untersuchung der Seilenden insgesamt erforderlichen Zeiten entsprechend.

Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Ausführungsform näher beschrieben, die in der Zeichnung wiedergegeben ist; es zeigt

Fig. 1 die Aufteilung einer Schachtscheibe bei einer Förderanlage gemäß der Erfindung,

Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie II-II der Fig. 1 und

Fig. 3 schematisch und in abgebrochener Darstellung in der Fig. 2 entsprechender Darstellung die Einheiten in ihrer untersten und obersten Stellung im Schacht.

Die Schachtscheibe (1) ist kreisförmig und daher mit einem Ringausbau (2) versehen. Sie hat zwei Fördertrume (3 bzw. 4). Über dem Schacht liegt in Richtung einer der Hauptachsen der Scheibe ein Bühnenträger (5), auf dem die doppelt gelagerte Treibscheibenwelle (6) gelagert ist. Zwischen den beiden Lagern (7 bzw. 8) liegt eine Treibscheibe (9) mit mehreren Seilrillen (10) für ein aus mehreren Einzelseilen bestehendes Oberseil (12 ). Die Oberseile sind mit einem Einband (13) und einer Seilbefestigung (14) auf der Oberseite (15) eines Zwischenbodens (16) angebracht. Die Treibscheibenwelle (6) ist bei (11) an die Antriebswelle (17) eines Getriebes (18) gekuppelt, dessen Antriebswelle (19) von einem Motor (20) angetrieben wird.

In den Trumen befindet sich je eine Führung (21, 22) für eine Förderschale (23, 24); an den gegenüberliegenden Schachtstößen sind entsprechende Führungen (25, 26) für Förderschalen (27, 28) vorgesehen. Die Förderschalen können als Fördergefäße oder als Förderkörbe ausgebildet sein.

Wie sich insbesondere aus der Darstellung der Fig. 1 ergibt, sind je zwei Förderschalen (24, 27 und 23, 28) miteinander in einem Fördertrum (3, 4) horizontal ausgefluchtet. Sie weisen eine gemeinsame Seilbefestigung an dem beschriebenen Zwischenboden (16) auf, der für die Förderschalen (24, 27) vorgesehen ist; den miteinander vereinigten Förderschalen (23 und 28) ist dagegen ein Zwischenboden (37) zugeordnet, der dem Boden (16) entspricht. Demzufolge weisen sowohl der Boden (16) wie der Boden (37) an ihrer jeweiligen Unterseite (38) Befetigungen für den Einband (34 bzw. 29) eines Unterseiles (30) auf. Das Unterseil (30) hat einen Durchhang (31), der ständig vorhanden ist und dient zum Ausgleich des Gewichtes der Oberseile.

Die beiden miteinander in einem Fördertrum ausgefluchteten Förderschalen (24, 27 bzw. 23, 28) bilden ihrerseits Einheiten, die mit (32 und 33) bezeichnet sind. Zum Zusammenschließen dienen Riegel (35, 36) (Fig. 2). Die beiden Einheiten (32, 33) werden gemeinsam von der Treibscheibe (9) angetrieben. Die Riegel sind im übrigen so angebracht, daß zwischen den Förderschalen (24, 27 und 23, 28) Spalte (39, 40) entstehen. In diesen Spalten sind, wie aus den Fig. 2 und 3 ersichtlich ist, die Einbände (13 und 34, sowie 29) der Ober- und Unterseile einschließlich ihrer Seilbefestigungen sowie der jeweilige Unterseildurchhang (31) in der tiefsten Stellung der betreffenden Einheit untergebracht. Oberhalb der Oberseileinbände sind als Übertreibsicherung Kunststoffleisten (42) angebracht, die entsprechend der Darstellung nach Fig. 3 beim Übertreiben zwischen das Treibscheibenfutter und die betreffenden Seile geraten und dort einen Seilrutsch auf der Treibscheibe erzeugen. Dieser führt dazu, das weiteres Übertreiben der Einheiten (32 bzw. 33) unterbunden wird.

Im übrigen weist der Träger (5) Fangklinken (45) auf, welche unter die Zwischenböden (37) fassen und ein Abstürzen der Einheiten (32, 33) verhindern, wenn der Seilrutsch auftritt.

Oberhalb der Seilscheibe (9) ist ein Sicherheitskissen (46) angeordnet, das als Puffer für die beiden Einheiten (32, 33) dient. Ihm entspricht ein Sicherheitskissen (47) im unteren Bereich des Schachtes.

Nicht dargestellt ist eine induktive Seilüberwachung, die in einem Arbeitsgang die Seilüberwachung im Zusammenwirken mit einem entsprechenden Meßwertaufnehmer feststellt. Aus den Darstellungen ist jedoch ersichtlich, daß Seilablenkscheiben nicht vorhanden sind. Die die Einheiten bildenden Förderschalen (24, 27 bzw. 23, 28) können an den verschiedenen Anschlägen gleichzeitig beschickt werden, so daß sich die Beschick- und Entladezeiten gegenüber den herkömmlichen Anlagen entsprechend verkürzen, was zu einer Erhöhung der arbeitstäglichen Förderleistung führt.


Anspruch[de]
  1. 1. Schachtförderanlage mit mehreren, als Körbe oder Gefäße ausgebildeten Förderschalen, die über wenigstens ein Unterseil und wenigstens ein über eine Treibscheibe laufendes Oberseil miteinander verbunden sind, wobei die Treibscheibe über dem Schacht angeordnet und eine Sicherung gegen Übertreiben der Förderschalen vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß je zwei miteinander in einem Fördertrum (3, 4) horizontal ausgefluchtete Förderschalen (24, 27; 23, 28) eine gemeinsame Seilbefestigung aufweisen und mit Riegeln zu einer Einheit (32, 33) verbunden sind, die mit einer weiteren Einheit einer gemeinsamen Treibscheibe (9) zugeordnet ist, wobei die Einbände (13; 34, 29) der Seile (12, 30), sowie der jeweilige Unterseildurchhang (31) in der tiefsten Stellung der betreffenden Einheit (33) in einem von den Rückseiten der Förderschalen (23, 28) umschlossenen Spalt (40) untergebracht sind.
  2. 2. Schachtförderanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb der Oberseileinbände (13) als Übertreibsicherung Leisten (42) angeordnet sind, die zwischen Treibscheibenfutter und Seil einen definierten Seilrutsch auf der Treibscheibe (9) erzeugen.
  3. 3. Schachtförderanlage nach den Ansprüchen 1 oder 2, gekennzeichnet durch Sicherheitskissen (46, 47) im Kopf und im unteren Teil des Schachtes (1).






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