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Dokumentenidentifikation DE3229223C2 14.01.1988
Titel Kupplungsvorrichtung zur lösbaren Antriebsverbindung
Anmelder Netstal-Maschinen AG, Näfels, CH
Erfinder Krebser, Rudolf, Schübelbach, CH;
Kamm, Jakob, Mollis, CH;
Hösli, Konrad, Ennenda, CH
Vertreter Schmitt, H., Dipl.-Ing.; Maucher, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 7800 Freiburg
DE-Anmeldedatum 05.08.1982
DE-Aktenzeichen 3229223
Offenlegungstag 07.04.1983
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 14.01.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.01.1988
IPC-Hauptklasse B29C 45/47
Zusammenfassung Der Abtriebkolben (10) der Antriebsvorrichtung (6) ist mit einem Kupplungsgehäuse (11) versehen, in welchem ein im Sinne des Kuppelns federbelasteter und im Sinne des Entkuppelns druckmediumbelastbarer Kupplungskolben (16) geführt ist. Der Kupplungskolben (16) ist durch einen Mitnehmerbolzen (18) mit einem Spannkorb (19) verbunden. Durch die Federbelastung des Kupplungskolbens (16) wird der radial zwischen dem Kupplungsgehäuse (11) und einem Kopfteil (20a) des Schneckenschaftes (21) liegende Spannkorb (19) so deformiert, daß er durch Reibschluß das Kupplungsgehäuse (11) und den Schneckenschaft (21) so verbindet, daß sowohl Axialkräfte als auch Drehmomente von der An triebs vorrichtung (6) auf die Schnecke (2) übertragen werden können. Durch Druckmediumbelastung des Kupplungskolbens (16) entgegen der Federwirkung entspannt sich der Spannkorb und der Reibschluß wird aufgehoben, so daß die Plastifiziereinheit (1) ausgefahren werden kann. Die Kupplungsvorrichtung eignet sich besonders zur vollautomatischen Durchführung des Auswechselns der Plastifiziereinheit (1).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kupplungsvorrichtung zur lösbaren Antriebsverbindung der maschinenseitigen Antriebsvorrichtung mit der dreh- und axialbewegbaren Schnecke der auswechselbaren Plastifiziereinheit einer Spritzgießmaschine.

Derartige Kupplungsvorrichtungen sind bekannt und meist sehr einfach aufgebaut, d. h. zur Drehmomentübertragung sind üblicherweise Formschluß herstellende Mehrkant- oder Keilwellenprofile vorgesehen, während zur Übertragung axialer Zug- bzw. Druckkräfte meist Zuganker bzw. axiale Anschläge vorhanden sind. Aus der DE-OS 23 65 542 ist es bekannt, federbelastete Radialstifte in eine Eindrehung des Endteiles der Schnecke eingreifen zu lassen, um Axialkräfte übertragen zu können.

Das Lösen der Kupplungsteile muß dabei meist von Hand (mittels geeigneter Werkzeuge) erfolgen, will man nicht komplizierte, den Aus- bzw. Einrückvorgang mechanisch ausführende Vorrichtungen vorsehen. Eine Automatisierung dieser bekannten Kupplungsvorrichtungen ist aus diesem Grund unverhältnismäßig aufwendig.

Es besteht deshalb die Aufgabe, eine Kupplungsvorrichtung der eingangs erwähnten Art zu schaffen, bei der nicht nur jede Handbetätigung entfällt, sondern die auch mit relativ einfachen Mitteln eine vollautomatische Betätigung ermöglicht. Insbesondere soll das Auswechseln selbst, d. h. Ein- und Ausbau bzw. Her- und Wegtransport der Plastifiziereinheit der Spritzgießmaschine automatisiert werden können.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Kupplungsvorrichtung dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung des mindestens axiale Zugkräfte zwischen einem antriebsseitigen Kupplungsteil und dem dazu koaxialen Schneckenschaft übertragenden Kraft- oder Formschlusses Federmittel vorgesehen sind, die zur Aufhebung deds Kraft- oder Formschlusses hydraulisch außer Wirkung bringbar sind.

Dank der im Sinne der Kraft- oder Formschlußerzeugung selbsttätig wirkenden koaxialen Federmittel kann somit das Lösen dieses Kraft- oder Formschlusses hydraulisch durch axiales Belasten der Federmittel entgegen ihrer Kraftwirkung erfolgen, was sich durch entsprechende Steuerung in einfacher Weise automatisieren läßt.

Zweckmäßigerweise können die genannten Federmittel einen Kupplungskolben beaufschlagen, der in einem mit dem Antriebskolben der Antriebsvorrichtung fest verbundenen Kupplungsgehäuse geführt ist, und der seinerseits ein den Kraft- oder Formschluß mit dem Schneckenschaft bewirkendes Spannelement betätigt. Dabei kann das Spannelement über den federbelasteten Kupplungskolben zwischen Kupplungsgehäuse und Schneckenschaft einen Kraftschluß erzeugen, der sowohl Axialkräfte als auch Drehmomente zu übertragen vermag.

Das Spannelement kann ein zwischen einer Kopfpartie des Schneckenschaftes und einer Innenwand des Kupplungsgehäuses liegender Spannkorb sein, dessen Boden über einen koaxialen Mitnehmerbolzen mit dem Kupplungskolben verbunden ist. Es ist aber auch möglich, daß das Spannelement ein den Schneckenschaft umschließenes konisches Spannscheibenpaket ist, das über einen Druckring durch federbelasteten Kuppkungskolben axial belastet ist.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Spannelement über den federbelasteten Kupplungskolben den zur Übertragung von Axialkräften erforderlichen Kraft- oder Formschluß bewirkt, während zur Erzeugung des zur Drehmomentübertragung erforderlichen Kraftschlusses ein zwischen Schneckenschaft und Kupplungsgehäuse angeordneter Freilauf vorgesehen ist. Der Freilauf kann bei Stillstand der Schnecke gelöst und beim Drehen der Schnecke zwangsläufig gekuppelt sein.

Da in jedem dieser Fälle nur das Lösen der Antriebsverbindungen, nicht aber das Erzeugen des jeweiligen Kraft- oder Formschlusses eines durch Hydraulik zu bewerkstelligenden äußeren Eingriffs bedarf, ist eine wenig aufwendige und platzsparende Bauart der Kupplungsvorrichtung möglich.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Ansprüche 7 bis 9.

In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt; darin zeigt

Fig. 1 im Axialschnitt und schematisch die Plastifiziereinheit einer Kunststoff-Spritzgießmaschine mit Schneckenantrieb und einem ersten Beispiel der Kupplungsvorrichtung,

Fig. 2 einen Axialschnitt analog Fig. 1 mit einem zweiten Beispiel der Kupplungsvorrichtung,

Fig. 3 einen weiteren Axialschnitt analog Fig. 1 mit einem dritten Beispiel der Kupplungsvorrichtung, und

Fig. 4 einen weiteren Schnitt analog Fig. 1 mit einem vierten Beispiel der Kupplungsvorrichtung.

In der Zeichnung ist mit 1 die an einem Teil 2 des nicht näher dargestellten Maschinengestells abnehmbar befestigte Plasifiziereinheit bezeichnet. 3 ist die im Zylinder 4 der Einheit 1 drehbare und axial verschiebbare Schnecke, 5 ist der Einfülltrichter für das zu plastifizierende Kunststoffmaterial, und 6 ist die z. B. hydraulische Antriebsvorrichtung zum Rotieren und axialen Bewegen der Schnecke 3, während mit 7 generell die Kupplungsvorrichtung zwischen Antriebsvorrichtung 6 und Schnecke 3 bezeichnet ist. Die Antriebsvorrichtung 6 besitzt einen in einem ortsfesten Zylinder 8 axial bewegbaren Hohlkolben 9, in welchem die Abtriebwelle 10 der Antriebsvorrichtung 6 axial feststehend, aber drehbar gelagert ist. An einer Kopfscheibe 10a des Abtriebkolbens 10 ist ein Kupplungsgehäuse 11 befestigt, das mit der Kopfscheibe 10a einen Zylinderraum 12 begrenzt, der von einer koaxialen Endausnehmung 13 durch einen Quersteg 14 getrennt ist. In dem über eine Bohrung 15 der Abtriebwelle 10 mit einer Druckmediumquelle verbundenen Zylinderraum 12 ist ein Kupplungskolben 16 geführt, der durch eine am Quersteg 14 abgestützte Feder 17 belastet ist. Der Kupplungskolben 16 steht über einen durch den Quersteg 14 hindurch in die Ausnehmung 13 hineinragenden Mitnehmerbolzen 18 mit dem membranartigen Boden eines in dieser Ausnehmung 13 angeordneten Spannkorbes 19 in Verbindung, dessen Umfangsrand 19a an einer Schulter des Kupplungsgehäuses 11 abgestützt ist. In der gezeichneten Kupplungslage greift ein Satz von Zentrierbolzen 20a, die achsparallel vom Kupplungskopf 20 des Schneckenschaftes 21 wegragen, durch Bodenöffnungen des Spannkorbes 19 hindurch in entsprechende Bohrungen des Quersteges 14 des Kupplungsgehäuses 11. Der Schneckenschaft 21 ist mit einer Ringnut 22 versehen, mit welcher ein federbelasteter radial geführter Arretierbolzen 23 zusammenwirkt, der über einen Kanal 24 hydraulisch außer Eingriff bringbar ist.

Die Wirkungsweise der beschriebenen Kupplungsvorrichtung 7 ist dabei folgende: Bei der in Fig. 1 gezeichneten Kupplungslage der Elemente ist der Kupplungskolben 16 im Zylinderraum 12 von Druckmedium entlastet. Durch den die Kupplungskolben 16 voll belastende Feder 17 ist über den Mitnehmerbolzen 18 der Spannkorb 19 elastisch so deformiert, daß sein Umfangsrand 19a sowohl mit dem Kupplungsgehäuse 11 als auch mit dem Kupplungskopf 20 in fester Reibverbindung steht. Dieser Kraftschluß gestattet es, von der Antriebsvorrichtung 6 ein Drehmoment auf die Schnecke 3 zu übertragen, und ebenso können (bei außer Eingriff mit der Ringnut 22 gedrücktem Bolzen 23) Axialkräfte übertragen werden. Soll die Kupplung gelöst werden, genügt eine Belastung des Kupplungskolbens 16 durch Druckmedium entgegen der Feder 17; der Spannkorb 19 wird dadurch entsprechend entlastet und außer Reibschluß mit Gehäuse 11 und Kupplungskopf 20 gebracht. Dadurch ist es möglich (bei eingerastetem Bolzen 23), nach Lösen der Einspannung der Plastifiziereinheit 1 diese axial soweit zu verschieben, daß der Kupplungskopf 20 mit seinem Bolzen 20a vollständig ausgefahren ist, so daß die Plastifiziereinheit 1 nach oben aus der Maschine entfernt werden kann. Das Kuppeln erfolgt in umgekehrter Reihenfolge, d. h. nach dem Einfahren der Plastifiziereinheit 1 (mit durch den Bolzen 23 axial fixierter Schnecke 3 und durch Druckmediumbelastung des Kolbens 16 entspanntem Spannkorb 19) wird die Druckmediumbelastung des Kupplungskolbens 16 aufgehoben, so daß durch die Wirkung der Feder 17 der Spannkorb 19 den Reibschluß zwischen Kupplungsgehäuse 11 und Kupplungskopf 20 des Schneckenschaftes 21 wieder herstellt. Die Druckmediumzufuhr zu den Kanälen 15 und 24 läßt sich in einfacher Weise steuern, so daß der ganze Auswechselvorgang einschließlich Ein- und Auskuppeln ohne weiteres automatisiert werden kann.

Bei dem im übrigen dem Beispiel nach Fig. 1 analogen Ausführungsbeispiel ist anstelle eines Spannkorbes ein Paket von Spannscheiben 39 vorgesehen. Dieses Paket aus konischen, elastisch deformierbaren Spannscheiben 39 ist in einer abgesetzten Zylinderbohrung 33 des an der Kopfscheibe 10a des Abtriebkolbens 10 befestigten Kupplungsgehäuses 11 angeordnet und umschließt den bei montierter Einheit 1 diese Bohrung durchsetzenden Schneckenschaft 21. Auf einem über den Spannscheibenpaket liegenden Druckring 38 ist ein Kupplungskolben 36 abgestützt, der mit seiner Kopfpartie in einer erweiterten Zylinderkammer 32 des Kupplungsgehäuses 11 geführt ist. Diese Kopfpartie des Kupplungskolbens 36 ist einerseits durch eine an der Kopfscheibe 10a des Abtriebkolbens 10 abgestützte Feder 37 belastet, währed der auf der andern Kopfpartie liegende Zylinderraum über mit dem Kanal 15 in Verbindung stehende Querkanäle 15a in einem Verlängerungszapfen des Abtriebkolbens 10 und im Kupplungskolben 36 mit der Druckmediumquelle in Verbindung steht. Auch hier ist analog dem vorangehend beschriebenen Beispiel ein federbelasteter, durch Druckmedium über den Kanal 24 außer Wirkungslage drückbarer Arretierbolzen 23 im Eingriff mit einer Ringnut 22 des Schneckenschaftes 21.

Bei außer Wirkungslage gedrücktem Arretierbolzen 23 und vom Druckmedium entlastetem Kupplungskolben 36 sind die Spannscheiben 39 durch Wirkung der Feder 37 im Sinne des Flachpressens so belastet, daß sie zwischen Kupplungsgehäuse 11 und Schneckenschaft 21 eine kraftschlüssige Klemmverbindung herstellen, die sowohl axiale Zugkräfte als auch ein Drehmoment vom Antriebkolben 10 auf die Schnecke 3 zu übetragen gestattet. Zum Lösen dieser Kupplung genügt eine Druckmediumbelastung des Kupplungskolbens 36 (entgegen der Wirkung der Feder 37), um die Klemmwirkung der Spannscheiben 39 aufzuheben; nun kann bei eingerastetem Arretierbolzen 23 und nach Lösen der Einspannorgane (bei 2a angedeutet) der Plastifiziereinheit 1 der Schneckenschaft 21 durch axiales Verschieben der Einheit aus dem Kupplungsgehäuse 11 ausgefahren werden. Der Kupplungsvorgang erfolgt auch hier in umgekehrter Reihenfolge der genannten Schritte. Das zum Ein- und Auskuppeln erforderliche hydraulische Ent- und Belasten sowohl des Arretierbolzens 23 als auch des Kupplungskolbens 36 läßt sich ohne weiteres durch entsprechende Steuerung automatisieren, was auch hier den vollautomatischen Wechsel der Plastifiziereinheit ermöglicht.

Während bei den vorangehend beschriebenen Beispielen der Kraftschluß sowohl für die Axialkraftübertragung als auch für die Drehmomentübertragung durch ein- und dasselbe Federmittel (7 bzw. 37) mit zugeordnetem Spannelement (19 bzw. 39) erzeugt wird, bewirken beim Beispiel nach Fig. 3 diese Federmittel mit zugeordnetem Spannelement nur den zur Axialkraftübertragung erforderlichen Kraftschluß, während zur Drehmomentübertragung ein sogenannter Freilauf vorgesehen ist. Bei dieser Ausführungsart ist im (aus Herstellungsgründen mehrteiligen) Kupplungsgehäuse 11 eine mit einer inneren Konusnabe 11a des Gehäuses zusammenwirkende Spannzange 59 vorgesehen, die durch einen Blechring 58 mit dem Kupplungskolben 59 verbunden ist. Der Kupplungskolben 59 ist einerseits durch eine an der Kopfscheibe 10a des Abtriebkolbens 10 abgestützte Feder 37 und andererseits durch über den Kanal 15 und einen Verbindungskanal 15a dem Zylinderraum 52 im Gehäuse 11 zuführbares Druckmedium belastbar. Axial getrennt von der Spannzange 59 ist im Kupplungsgehäuse 11 ein am Schneckenschaft 21 angreifender Freilauf 60 angeordnet. Dieser an sich bekannte Freilauf besteht üblicherweise aus einem mit dem Schneckenschaft 21 drehverbundenen (aber axial relativ beweglichen) Innenring und einem am Kupplungsgehäuse 11 fixierten Außenring, wobei in Keilausnehmungen des Innenringes liegende federbelastete Kugeln beim entsprechenden Drehen des Schneckenschaftes und somit des Innenrings durch Auflaufen auf Keilflächen des Innenrings die beiden Ringe und somit Schneckenschaft und Kupplungsgehäuse durch Kraftschluß drehfest miteinander verbinden. Auch bei diesem Beispiel ist die Kupplungsvorrichtung bei eingesetzter Plastifiziereinheit 1 zwangsläufig eingerückt, wobei die über den Kupplungskolben 56 federbelastete und mit der Konusnabe 11a zusammenwirkende Spannzange 59 den Axialkräfte übertragenden Kraftschluß bewirkt, der durch Druckmediumbelastung des Kupplungskolbens 56 gelöst werden kann, während der Freilauf 60 den das Drehmoment übertragenden Kraftschluß zwischen Schneckenschaft und Kupplungsgehäuse bewirkt; da dieser letztgenannte Kraftschluß nur in Drehrichtung wirkt, braucht er zum axialen Trennen des Schneckenschaftes 21 vom Antriebkolben 10 nicht speziell gelöst zu werden.

Auch beim Beispiel nach Fig. 4 sind die zur Axialkraftübertragung einerseits und zur Drehmomentübertragung anderseits vorgesehenen Mittel der Kupplungsvorrichtung voneinander getrennt. Auch hier ist analog dem dritten Beispiel zur Drehmomentübertragung zwischen Kupplungsgehäuse 11 und Schneckenschaft 21 ein nur in Umfangsrichtung, nicht aber in Axialrichtung, Kraftschluß erzeugender Freilauf 60 vorgesehen. Im Zylinderraum 72 des Kupplungsgehäuses 11, der über den Kanal 15 im Abtriebkolben 10 mit der Druckmediumquelle in Verbindung steht, ist ein innen doppelt abgesetzter, mit Auflauframpe 76a versehener Kupplungskolben 76 geführt, der durch eine Feder 77 belastet ist. Der bei eingesetzter Plastifiziereinheit 1 in das Kupplungsgehäuse 11 ragende Schneckenschaft 21 ist im Bereich seiner Endpartie, die in eine Ausnehmung des Verlängerungszapfens der Kopfscheibe 10a des Abtriebkolbens 10 ragt, mit einer Ringnut 70 versehen, mit welcher im Kupplungskolben 76 liegende Spannkugel 79 zusammenwirken. In Kupplungslage drückt die Feder 77 den Kupplungskolben 76 mit seiner engeren Bohrungspartie über die Kugeln 79, so daß diese am Austreten aus der Ringnut 70 gehindert werden. Dadurch ist zwischen Kupplungsgehäuse 11 bzw. dem Kupplungskolben 76 und dem Schneckenschaft 21 eine formschlüssige Axialverbindung geschaffen, so daß vom mit dem Abtriebkolben 10 verbundenen Kupplungsgehäuse 11 axiale Zugkräfte auf die Schnecke 3 übertragen werden können. Durch Druckmediumbelastung des Kupplungskolbens 76 entgegen der Wirkung der Feder 77 gelangt die im Anschluß an die Rampe 76a erweiterte Bohrungspartie des Kupplungskolbens in den Bereich der Ringnut 70 des Schneckenschaftes 21, was ein Austreten der Kugeln 79 aus der Ringnut 70 ermöglicht. Der Formschluß zwischen Kupplungsgehäuse 11 und Schneckenschaft 21 ist damit aufgehoben und die Plastifiziereinheit 1 kann nach Ausrasten des Arretierbolzens 23 axial außer Eingriff mit der Kupplungsvorrichtung gebracht werden.

In allen beschriebenen Beispielen ist somit bei eingebauter Einheit die Kupplungsvorrichtung zwangsläufig aktiviert, d. h. die eingesetzten Federmittel stellen selbsttätig den zur Axialkraft- und Drehmomentübertragung erforderlichen Kraft- bzw. Formschluß her, während zum Ausrücken der Kupplung in einfacher Weise steuerbares Druckmedium dient. Die steuerbare Druckmediumbelastung ist somit ohne weiteres in die Steuerung des automatisch durchführbaren Entnehmens und Einsetzens der Plastifiziereinheit aus der bzw. in die Spritzgießmaschine integrierbar, so daß der ganze Auswechselvorgang automatisiert werden kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Kupplungsvorrichtung zur lösbaren Antriebsverbindung der maschinenseitigen Antriebsvorrichtung mit der dreh- und axialbewegbaren Schnecke der auswechselbaren Plastifiziereinheit einer Spritzgießmaschine, dadurch gekennzeichnet, daß zur Erzeugung des mindestens axiale Zugkräfte zwischen einem antriebsseitigen Kupplungsteil und dem dazu koaxialen Schneckenschaft übertragenden Kraft- oder Formschlusses Federmittel vorgesehen sind, die zur Aufhebung des Kraft- oder Formschlusses hydraulisch außer Wirkung bringbar sind.
  2. 2. Kupplungsvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die genannten Federmittel (17, 37, 57, 77) einen Kupplungskolben (16, 36, 56, 76) beaufschlagen, der in einem mit dem Antriebkolben (10) der Antriebsvorrichtung (6) fest verbundenen Kupplungsgehäuse (11) geführt ist, und der seinerseits ein den Kraft- oder Formschluß mit dem Schneckenschaft (21) bewirkendes Spannelement (19, 39, 59, 79) betätigt.
  3. 3. Kupplungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Spannelement (19, 39) über den federbelasteten Kupplungskolben (16, 36) zwischen Kupplungsgehäuse (11) und Schneckenschaft (21) einen Kraftschluß erzeugt, der sowohl Axialkräfte als auch Drehmomente zu übertragen vermag.
  4. 2. Kupplungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Spannelement ein zwischen einer Kopfpartie (20) des Schneckenschaftes (21) und einer Innenwand des Kupplungsgehäuses (11) liegender Spannkorb (19) ist, dessen Boden über einen koaxialen Mitnehmerbolzen (18) mit dem Kupplungskolben (16) verbunden ist.
  5. 5. Kupplungsvorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Spannelement ein den Schneckenschaft (21) umschließendes konisches Spannscheibenpaket (39) ist, das über einen Druckring (38) durch den federbelasteten Kupplungskolben (36) axial belastet ist.
  6. 6. Kupplungsvorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Spannelement (59, 79) über den federbelasteten Kupplungskolben (56, 76) den zur Übertragung von Axialkräften erfoderlichen Kraft- oder Formschluß bewirkt, während zur Erzeugung des zur Drehmomentübertragung erforderlichen Kraftschlusses ein zwischen Schneckenschaft (21) und Kupplungsgehäuse (11) angeordneter Freilauf (60) vorgesehen ist.
  7. 7. Kupplungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Spannelement eine mit dem Kupplungskolben (56) axial verbundene, den Schneckenschaft (21) übergreifende Spannzange (59) ist, die im Zusammenwirken mit einer Konusnabe (11a) des Kupplungsgehäuses (11) über den federbelasteten Kupplungskolben (56) den zur Axialkraftübertragung erforderlichen Kraftschluß erzeugt.
  8. 8. Kupplungsvorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Spannelement ein mit einer Ringnut (70) des Schneckenschaftes (21) zusammenwirkender Kranz von Spannkugeln (79) ist, die in Kupplungslage des federbelasteten Kupplungskolbens (76) im Bereich einer verengten Bohrung des letzteren liegen und so durch Formschluß Schneckenschaft (21) und Schneckengehäuse (11) axial verbinden, während bei ausgerückter Kupplung die Spannkugeln (79) im Bereich einer Bohrungserweiterung des Kupplungskolbens (76) liegen und so unter Aufhebung des Formschlusses radial außer Eingriff mit der Ringnut (70) des Schneckenschaftes (21) bringbar sind.
  9. 9. Kupplungsvorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Kupplungskolben (16, 36, 56, 76) entgegen der Wirkung der Federmittel (17, 37, 57, 77) über einen im Abtriebkolben (10) der Antriebsvorrichtung (6) vorgesehenen Kanal (15) mit Druckmedium beaufschlagbar ist.






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