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Dokumentenidentifikation DE3608193C2 28.01.1988
Titel Abstreifvorrichtung zum Reinigen von Förderbändern
Anmelder VSR Engineering GmbH Fördertechnik, 4330 Mülheim, DE
Erfinder Rappen, Albert, Dipl.-Ing., 4330 Mülheim, DE
Vertreter Andrejewski, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Honke, M., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Masch, K., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 4300 Essen
DE-Anmeldedatum 12.03.1986
DE-Aktenzeichen 3608193
Offenlegungstag 01.10.1987
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.01.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.01.1988
Free division/divided out on the grounds of lack of unity 334;
3644934236449
IPC-Hauptklasse B65G 45/00
Zusammenfassung Es handelt sich um eine Abstreifvorrichtung zum Reinigen von Förderbändern, mit einer unterhalb des Förderbandes angeordneten Lagerachse für darauf montierbare Federarme mit endseitigen Schabeblättern, welche in vorgegebener Anstellung gegen das Förderband angedrückt sind. Die Federarme bestehen aus Parallellenkern aus federelastischem Werkstoff und sind in vertikaler Anstellung gegen das Untertrum angedrückt. Der Anstellwinkel beträgt in Vorlauf-Anstellung der Schabeblätter maximal bis zu 10°. Dadurch wird bei minimalem Verschleiß optimale und bandschonende Reinigungswirkung erreicht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Abstreifvorrichtung zum Reinigen von Förderbändern, mit einer unterhalb des betreffenden Förderbandes über die Bandbreite angeordneten Lagerachse für darauf montierbare Federarme mit einer Montagevorrichtung an einem Ende zum Anschluß an die Lagerachse und am anderen Ende Schabeblatthalter für Schabeblätter, wobei die Federarme aus federelastischem Werkstoff bestehen und die Schabeblätter in vertikaler Anstellung gegen das Untertrum andrücken.

Es sind Abstreifvorrichtungen zum Reinigen von Förderbändern bekannt, bei welchen die an den Enden der Federarme starr befestigten Schabeblätter in stechender Anstellung gegen das Untertrum des vorlaufenden Förderbandes angedrückt sind. Stechende Anstellung mit nach hinten und unten elastisch sich verdrehendem Schabeblatt und einer Drehachse im wesentlichen unterhalb der Abstreifkante ist insbesondere deshalb problematisch, weil infolge unterschiedlicher Reib- und Abstreifkräfte durch Bandgeschwindigkeit, Oberrauhigkeit oder Materialanklebung und -menge ein sogenannter stick-slip-Effekt zwischen Schabeblatt und Bandoberfläche auftritt, aus dem Rattermarken und schließlich Bandbeschädigungen resultieren. - Um diese Nachteile zu vermeiden und eine möglichst bandschonende Reinigungswirkung zu erzielen, wird daher bevorzugt eine schleppende Anstellung für die Schabeblätter verwirklicht, die sich mit einem sie haltenden Federarm um eine Drehachse verdrehen. Bei Reversierbändern wird diese schleppende Anstellung jedoch zu einer stechenden Anstellung mit den erläuterten Nachteilen, wenn das betreffende Förderband in umgekehrter Richtung läuft, also zurückläuft, durch ein zusätzliches Federgelenk ein Zurückkippen des Schabeblattes ermöglicht wird, wie das bei der Abstreifvorrichtung nach DE-PS 32 17 740 der Fall ist. - Ein weiterer Nachteil bei den bekannten Abstreifvorrichtungen ist darin zu sehen, daß die Federarme regelmäßig als Torsions-Federarme ausgebildet sind, d. h. unter Zwischenschaltung von Torsionsfedern an die Montagevorrichtungen für die Lagerachse angeschlossen sind. Insoweit handelt es sich um eine verhältnismäßig komplizierte Bauweise, welche Vormontage aus einzelnen Bauteilen erforderlich macht.

Es ist ferner eine Abstreifvorrichtung bekannt, bei der die Haltevorrichtung, der Federarm und das abstreifende Schabeblatt aus verschleißfestem, elastischen und homogenen Polyurethan bestehen. Durch elastisches Verbiegen des Federarms entsteht die Anpreßkraft für das Schabeblatt. Der Nachteil dieser Ausführungsform besteht darin, daß der Werkstoff einen Kompromiß zwischen dem Verschleiß- und Abstreifverhalten und der Federwirkung darstellt, die infolge bleibender Verformung nachläßt. Bei Verschleiß des Schabeblattes muß das ganze Abstreifelement ersetzt werden.

Außerdem kennt man eine Abstreifvorrichtung, bei welcher auf der Lagerachse lediglich ein einziger Federarm angeordnet ist, nämlich in der Ausführungsform einer Blattfeder. Insoweit handelt es sich um einen Federarm aus federelastischem Werkstoff, der im übrigen das Schabeblatt in vertikaler Anstellung gegen das Untertrum des betreffenden Förderbandes nur unter bestimmten Betriebsbedingungen andrücken kann. Problematisch ist diese Ausführungsform bei Reversierbändern (vgl. GB-PS 11 37 100).

Sämtlichen bekannten Abstreifvorrichtungen ist der Nachteil gemeinsam, daß sich die Anstellwinkel des Schabeblattes infolge Verschleiß oder wechselnder Abstreifkonturlinie laufend verändern und dadurch keine optimale Reinigung erreicht wird.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abstreifvorrichtung zum Reinigen von Förderbändern der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, bei welcher die Federarme dafür sorgen, daß selbst bei hoher Elastizität und Störkrafteinflüssen durch Bandbeschädigungen oder Verschleißerscheinungen die Stellung der Schabeblätter gegen das Untertrum des Förderbandes zur Reduzierung des Schabeblattverschleisses und Steigerung der Reinigungswirkung stets erhalten bleibt.

Diese Aufgabe löst die Erfindung bei einer gattungsgemäßen Abstreifvorrichtung dadurch, daß die Federarme zwischen Montagevorrichtung und Schabeblatthalter jeweils von einem Obergurt und einem im wesentlichen parallel dazu verlaufenden Untergurt gebildet sind, wobei sich der Schabeblatthalter mit dem betreffenden Schabeblatt in vertikaler Position anschließt. - Diese Maßnahmen der Erfindung haben zur Folge, daß die Stellung der Schabeblätter gegen das Untertrum stets erhalten bleibt. Dabei läßt sich die Elatizität der Federarme so einstellen, daß das Andrücken der abstreifenden Schabeblätter im wesentlichen senkrecht gegen das Förderband erfolgt und die Schabeblätter bei zurücklaufendem Förderband infolge Verbiegung des Ober- und Untergurtes in schleifende Stellung zum Förderband abkippt. Dadurch werden sowohl bei vorlaufendem als auch bei rücklaufendem Förderband optimale und bandschonende Reinigungswirkung sowie minimaler Schabeblattverschleiß erreicht. Selbst bei hoher Elastizität und Störkrafteinflüssen durch Bandbeschädigungen oder Verschleißerscheinungen bleibt die Winkelstellung der Schabeblätter zum Förderband konstant. Das gelingt mit verhältnismäßig einfachen Mitteln. Optimale Ergebnisse stellen sich bei einem 150 mm breiten Schabeblatt, einer Anpreßkraft von 50 N bis 150 N und einem Federweg von etwa 20 mm ein. Ferner sind die Federame bei der erfindungsgemäßen Abstreifvorrichtung in fertigungstechnischer und montagetechnischer Hinsicht besonders einfach ausgebildet. - Darin sind die wesentlichen durch die Erfindung erreichten Vorteile zu sehen.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind im folgenden aufgeführt. So lehrt die Erfindung, daß die Federarme, die Montagevorrichtungen und die Schabeblatthalter jeweils eine homogene Baueinheit aus hochfestem Kunststoff ggf. mit Faserverstärkung oder Federstahlverstärkung bilden. Der Erfindungsgedanke ist auch erfüllt, wenn lediglich die Schabeblatthalter aus Kunststoff ausgebildet sind und die Parallellenker aus Federstahl bestehen. Die Ausführungsform in Kunststoff ist in fertigungstechnischer Hinsicht besonders einfach, weil sie in einem Spritzwerkzeug hergestellt werden kann. Aufgrund der exakten Fertigungsweise mittels eines Spritzwerkzeuges können die Federarme bzw. Schabeblätter dicht bei dicht nebeneinander angeordnet werden, brauchen also nicht versetzt zu werden. - Vorzugsweise weisen Obergurt und Untergurt unterschiedliche Länge und/oder Elastizität auf, so daß sie sich bei Extrembelastungen, insbesondere auch bei rückwärts laufendem Förderband, verschieden verformen und das Schabeblatt seine Winkelstellung allenfalls so zum Förderband verändert, daß es leichter abgleitet und weniger dazu neigt, sich festzufahren. - Ferner können der Federarm und die Montagevorrichtung in beanspruchungskritischen Bereichen Verstärkungseinlagen aus Metall und/oder Schwächungszonen aufweisen, um die Stabilität oder Federwirkung zu erhöhen. Sie können auch ganz aus vorzugsweise federndem Stahl bestehen. Nach einem weiteren Vorschlag weisen die Schabeblatthalter Einsteck- bzw. Aufstecknuten und die Schabeblätter entsprechende Einsteck- oder Aufsteckfedern auf und sind dadurch auf die Schabeblatthalter ein- bzw. aufsteckbar. Dadurch lassen sich die Schabeblätter unschwer austauschen. Im einzelnen haben die Schabeblätter eine umgekehrt U-förmige Ausnehmung, wobei die U-Schenkel die Einsteck- oder Aufsteckfedern bilden, während die Schabeblatthalter 3 mm bis 10 mm breite Nuten mit einer oberen Querkante aufweisen, so daß die eingesteckten bzw. aufgesteckten Schabeblätter sowohl Vertikalkräfte als auch Biegemomente aufnehmen können. In diesem Zusammenhang ist vorgesehen, daß die Schabeblatthalter Rastnasen und die Schabeblätter Rastausnehmungen oder umgekehrt aufweisen und dadurch die ein- bzw. aufgesteckten Schabeblätter automatisch in gesteckter Position arretierbar sind, also aus dem Schabeblatthalter nicht herausfallen können. Im übrigen weisen die Schabeblatthalter so viel Spiel gegenüber den Schabeblättern auf, daß das jeweilige Schabeblatt um mindestens ± 10° quer zur Bandlaufrichtung verdrehbar ist.

Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert; es zeigen:

Fig. 1 eine erfindungsgemäße Abstreifvorrichtung mit Umlenktrommel und Förderband in schematischer Seitenansicht,

Fig. 2 einen Abstreifer für den Gegenstand nach Fig. 1 in Seitenansicht,

Fig. 3 den Gegenstand nach Fig. 2 in Frontansicht,

Fig. 4 den Gegenstand nach Fig. 2 in Draufsicht, und

Fig. 5 einen Schabeblatthalter für den Gegenstand nach Fig. 2.

In den Figuren ist eine Abstreifvorrichtung zum Reinigen von Förderbändern, insbesondere Reversierbändern, dargestellt, mit einer unterhalb des betreffenden Förderbandes 1 über die Bandbreite angeordneten Lagerachse 2 für darauf montierbare Federarme 3 mit an einem Ende der Montagevorrichtung 4 zum Anschluß an die Lagerachse 2 und am anderen Ende Schabeblatthalter 5 für Schabeblätter 6, welche in vorgegebener Anstellung gegen das Untertrum des Förderbandes 1 angedrückt sind. Die Federarme 3 bestehen aus federelastischem Werkstoff und sind in vertikaler Anstellung gegen das Untertrum angedrückt, wobei der Anstellwinkel in Vorlauf-Anstellung der Schabeblätter 6 allenfalls bis zu 10° beträgt. Die Federarme 3, die Montagevorrichtungen 4 und die Schabeblatthalter 5 bilden jeweils eine homogene Baueinheit aus z. B. Kunststoff oder Federstahl. Die Federarme 3 zwischen Montagevorrichtung 4 und Schabeblatthalter 5 sind jeweils von einem Obergurt 7 und einem im wesentlichen parallel dazu verlaufenden Untergurt 8 gebildet, wobei sich der Schabeblatthalter 5 mit dem betreffenden Schabeblatt 6 in vertikaler Position anschließt. Obergurt 7 und Untergurt 8 weisen unterschiedliche Länge auf, und können auch hinsichtlich der Elastizität und Querschnitt unterschiedlich eingestellt sein. Bei dem Ausführungsbeispiel ist der Untergurt 8 kürzer als der Obergurt 7. Nach einer abgewandelten Ausführungsform können Obergurt 7 und Untergurt 8 jeweils auch von einzelnen oder mehreren Federstahlstäben gebildet oder es können solche Federstahlstäbe in das Gurtmaterial eingebettet, bei der Kunststoff-Ausführungsform eingegossen sein.

Der Federarm 3 und/oder die Montagevorrichtung 4 können in beanspruchungskritischen Bereichen Verstärkungseinlagen aus Metall und/ oder angedeutete Schwächungszonen zur Erhöhung der Stabilität bzw. Federwirkung aufweisen. - Ferner besitzt der Schabeblatthalter 5 Einsteck- bzw. Aufstecknuten 15 und weisen die Schabeblätter 6 entsprechende Einsteck- oder Aufsteckfedern 16 auf, wodurch eine Steckverbindung zwischen Schabeblatthalter 5 und Schabeblatt 6 erreicht wird. Bei der dargestellten Ausführungsform weist das Schabeblatt 6 eine umgekehrt U-förmige Ausnehmung 17 auf, deren U-Schenkel die Einbzw. Aufsteckfedern 16 bilden. Außerdem ist vorgesehen, daß die Schabeblatthalter 5 Rastnasen 10 und die Schabeblätter 6 Rastausnehmungen 19 oder umgekehrt aufweisen, wodurch die Schabeblätter 6 in ein- bzw. aufgesteckter Position arretierbar sind. Die Schabeblätter 6 können als Stahlblätter mit einer Schabeleiste aus Oxidkeramik 20 ausgebildet sein.


Anspruch[de]
  1. 1. Abstreifvorrichtung zum Reinigen von Förderbändern, mit einer unterhalb des betreffenden Förderbandes über die Bandbreite angeordneten Lagerachse für darauf montierbare Federarme mit einer Montagevorrichtung an einem Ende zum Anschluß an die Lagerachse und am anderen Ende Schabeblatthalter für Schabeblätter, wobei die Federarme aus federelastischem Werkstoff bestehen und die Schabeblätter in vertikaler Anstellung gegen das Untertrum andrücken, dadurch gekennzeichnet, daß die Federarme (3) zwischen Montagevorrichtung (4) und Schabeblatthalter (5) jeweils von einem Obergurt (7) und einem im wesentlichen parallel dazu verlaufenden Untergurt (8) gebildet sind, wobei sich der Schabeblatthalter (5) mit dem betreffenden Schabeblatt (6) in vertikaler Position anschließt.
  2. 2. Abstreifvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Federarme (3), die Montagevorrichtungen (4) und die Schabeblatthalter (5) jeweils eine homogene Baueinheit aus beispielsweise Kunststoff, Kunststoff mit Federstahleinlagen oder Federstahl bilden.
  3. 3. Abstreifvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß Obergurt (7) und Untergurt (8) unterschiedliche Länge und/ oder Elastizität aufweisen und/oder jeweils aus mehr als einem Profil bestehen.
  4. 4. Abstreifvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Obergurt (7) und Untergurt (8) von Federstahlstäben gebildet oder soIche Federstahlstäbe in das Material der Montagevorrichtung (4) und Schabeblätter (6) eingebettet sind.
  5. 5. Abstreifvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Federarm (3) und die Montagevorrichtung (4) in beanspruchungskritischen Bereichen Verstärkungseinlagen und/oder Schwächungszonen aufweisen.
  6. 6. Abstreifvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Schabeblatthalter (5) Einsteck- bzw. Aufstecknuten (15) und die Schabeblätter (6) entsprechende Einsteck- und Aufsteckfedern (16) aufweisen und dadurch auf die Schabeblätter (5) ein- bzw. aufsteckbar sind.
  7. 7. Abstreifvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schabeblatthalter (5) federnd einrastende Rastnasen (18) und die Schabeblätter (6) Rastausnehmungen (19) oder umgekehrt aufweisen und dadurch die Schabeblätter (6) in ein- bzw. aufgesteckter Position arretierbar sind.
  8. 8. Abstreifvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schabeblatthalter (5) so viel Spiel gegenüber den Schabeblättern (6) aufweisen, daß das jeweilige Schabeblatt (6) um mindestens ± 10° quer zur Bandlaufrichtung verdrehbar ist.






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