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Dokumentenidentifikation DE3625786A1 04.02.1988
Titel Kantenverfestigung an textilen Flächengebilden
Anmelder C. A. Delius & Söhne, 4800 Bielefeld, DE
Vertreter Hoefer, T., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 4800 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 30.07.1986
DE-Aktenzeichen 3625786
Offenlegungstag 04.02.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.02.1988
IPC-Hauptklasse D06C 25/00
IPC-Nebenklasse D03D 47/40   A41H 43/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Verfestigung von Kanten an textilen Flächengebilden, die aus Kette und Schuß oder Gewirken bestehen.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kantenverfestigung vorzusehen, die ein Ausfransen (Ausfasern) der Fäden in den kantennahen Bereichen verhindern soll.

Es ist bekannt, die Fäden der parallel zur Kante verlaufenden schmalen Zone durchgehend unter Wärme und/oder Druck zu verschmelzen (zu verschweißen), so daß die Fäden in der gesamten verschmolzenen Fläche verhältnismäßig gegeneinander starr festgelegt sind. Eine derartige Kantenverfestigung ist für verschiedene Verwendungszwecke der textilen Bahnen od. dgl. nicht sehr geeignet.

Die spezielle Aufgabe der Erfindung liegt daher darin, bei einem textilen Flächengebilde zwar die Fäden stellenweise zu verschmelzen, jedoch zwischen diesen Schweißzonen unverschweißte Streifen vorzusehen, die der parallel zur Kante verlaufenden Zone in mehrfachen Richtungen (sowohl parallel zur Kante als auch senkrecht dazu) eine stoffeigene Elastizität belassen. Weiterhin soll dabei die Verbindung der einzelnen Fäden im Randstreifenbereich innerhalb der Fläche liegen, so daß keine Verdickung des Flächengebildes in einer Rolle auftritt, die zu einer Faltenbildung neigen könnte.

Diese Aufgabe wird bei einem textilen Flächengebilde dadurch erreicht, daß im spitzen bzw. stumpfen Winkel gegenüber den zu verfestigenden Fäden wie Kette und Schuß mit diesen punktförmig verschweißte kurze Streifen vorgesehen sind, deren freie Enden sich überlappen.

Es ergeben sich dabei schmale Verschweißstreifen innerhalb der Fläche des textilen Gebildes, die zwischen sich elastische Streifen (unverschweißt) freilassen und damit eine vorteilhafte Elastizität der Kantenzone beibehalten.

Die schmalen Verschweißstreifen gewährleisten, daß jeder Faden - in gleichwelcher Richtung dieser zur Kante verläuft - zumindest an einem Punkt festgelegt ist, so daß kein Faden ausfasern kann.

Die Länge der verschweißten und damit auch der nichtverschweißten Streifen im Kantenbereich richtet sich nach der Garnart und deren Dicke (Garnstärke).

Wichtig und bevorzugt dabei ist, daß die Verschweißstreifen nur eine kurze Länge haben, so daß sie in ihrer Winkelstellung zur Kantenlängsrichtung sich mit ihren freien Enden überlappen und damit jeden Faden punktförmig nur festlegen, jedoch gleichzeitig die Bewegungsfreiheit der Fäden gegeneinander außerhalb ihres Bereiches nicht beeinträchtigen.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform können die Verschweißstreifen in etwa gleich großen Abständen voneinander parallel zueinander verlaufen, wobei ihr Abstand in Kantenlängsrichtung voneinander kleiner ist als ihre Länge, so daß sie sich - im spitzen oder stumpfen Winkel zur Kante stehend - mit ihren freien Enden überlappen.

Bei einer anderen bevorzugten Ausführungsform stehen die Verschweißstreifen senkrecht zueinander, so daß sie zickzackförmig an den Kanten in deren Längsrichtung sich erstrecken, jedoch endseitig sich nicht berühren, sondern sich überlappend im Abstand voneinander stehen.

Weitere Merkmale ergeben sich aus den Unteransprüchen. Der Schutz erstreckt sich nicht nur auf die Einzelmerkmale, sondern auch auf deren vorteilhafte Kombination.

Die Erfindung umfaßt neben Kanten auch sonstige Begrenzungen von textilen Flächengebilden.

Auf der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigt:

Fig. 1 den Kantenbereich eines Gewebes mit im spitzen (stumpfen) Winkel zur Kantenlängsrichtung parallel zueinander, im Abstand voneinander angeordnete Verschweißstreifen,

Fig. 2 eine abgeänderte Ausführung einerseits im spitzen Winkel zur Kantenlängsrichtung verlaufenden Verschweißstreifen, die andererseits senkrecht zueinanderstehend sich an ihren freien Enden überlappen.

Fig. 3 eine weiter abgeänderte Ausführungsform mit ebenfalls im spitzen Winkel zur Kantenlängsrichtung angeordneten Verschweißstreifen, die sich nicht überlappen, jedoch durch andere zusätzliche geometrische Formen eine Verfestigung jedes Fadens vorsehen.

Mit (10) ist ein textiles Flächengebilde wie Gewebe bezeichnet, das mit einer Längskante (11) ausgestattet ist. Die Kettfäden tragen das Bezugszeichen (12) und die Schußfäden das Bezugszeichen (13).

In einem schmalen, parallel zur Längskante (11) verlaufenden Randstreifen (14) von etwa 8 bis 12 mm Breite sind schmale und kurze Verschweißstreifen (15, 16, 17) (Fig. 1 bis 3) mittels Druck und/oder Wärme eingearbeitet, welche die Kett- und Schußfäden punktweise festlegen und somit ein kantenseitiges Ausfasern unterbinden.

Bei der Ausführung gemäß Fig. 1 liegen die Verschweißstreifen (15) unter einem spitzen Winkel von etwa 45° (bzw. einem entsprechenden stumpfen Winkel von etwa 135°) zu der Längskante (11) des Flächengebildes (10), und zwar parallel in einem Abstand voneinander, der etwa 2 bis 4 mm beträgt. Dabei zeigen die Verschweißstreifen (15) ebenfalls eine Breite von 2 bis 4 mm. Die Länge der schrägstehenden Verschweißstreifen in dem Randstreifen (14) beträgt etwa 10 bis 15 mm.

Bei der abgeänderten Ausführung gemäß Fig. 2 liegen die Verschweißstreifen (16) ebenfalls unter einem spitzen (stumpfen) Winkel zur Längskante (11) des Flächengebildes (10). Hierbei sind die Verschweißstreifen (16a, 16b) jedoch nur paarweise (16a) parallel mit jeweils dazwischen liegenden senkrecht etwa dazu stehenden Verschweißstreifen (16b), so daß sich eine Art Zick-Zack-Linie ergibt, wobei sich aber die schmalen und kurzen Verschweißstreifen (16) endseitig nicht berühren, sondern einen geringen Abstand zwischen sich freilassen. Die Enden der Verschweißstreifen (16) überlappen sich jedoch wechselweise.

Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 stehen jeweils zwei kurze Verschweißstreifen (17) dachartig zueinander. In dem Bereich der Spitze jedes Verschweißstreifenpaares (17) ist ein weiterer Verschweißstreifen (18) oder -punkt (19) eingeschaltet, so daß wie bei den Ausführungen gemäß Fig. 1 und 2 ebenfalls jeweils jeder Kett- und/oder Schußfaden (12, 13) punktförmig in der Flächenebene festgelegt ist, so daß kein Faden ausfasern kann.

Diese dritte Verschweißform kann strichförmig (18) oder punktförmig (19) beispielsweise ausgebildet sein. Wesentlich dabei ist, daß sich die einzelnen Verschweißfiguren (17, 18, 19) nicht berühren, sondern im Abstand voneinander stehen und flächenmäßig sich so überlappen, daß jeder Schuß- oder Kettfaden punktförmig festgelegt ist.

Bei allen Ausführungen ist ein Abstand zwischen den Verschweißstreifen (15, 16, 17, 18) oder sonstigen Verschweißfiguren (19), so daß sowohl in Richtung der Schußfäden als auch in Richtung der Kettfäden sowie auch gegebenenfalls diagonal dazu (als sogenannte Resultierende) eine gute Flexibilität bestehen bleibt. Diese Flexibilität, die auch bis zur Elastizität je nach verwendeten Garnen (Fäden) sich erweitern kann, ist ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Ausführungsformen; sie verhindert ein Einrollen oder Kräuseln der Randzone (14) jeder Längskante (11) eines Flächengebildes in der Form eines Gewebes, eines Gewirkes oder eines Wirrfaservlieses.

Die Länge oder sonstige Ausbildung der Verschweißstreifen (15, 16, 17) oder sonstigen Verschweißfiguren (18, 19) richtet sich nach der Garnart und der Garnstärke (-dicke) sowie der Dichte des textilen Flächengebildes. Anstelle einer thermischen Verbindung der einzelnen Fasern oder Fäden kann auch eine chemische Verbindung vorgesehen sein, wobei darauf zu achten ist, daß keine Verdickung in der Randzone (14) auftritt. Die Verbindung soll immer innerhalb der Fläche des Gebildes (Anpassung an die Fläche) (10) liegen, um jegliche Verdickung zu vermeiden, die insbesondere beim Aufrollen einer langen Bahn sehr nachteilig ist (nachteilige Faltenbildung oder Verzug).

Bei Längskanten (11) die durch Längsschneiden einer Doppelbahn od. dgl. entstehen, ist es besonders vorteilhaft, die Verschweißstreifen gemäß Fig. 1 als Winkelstreifen (nicht dargestellt) auszubilden. Diese pfeilförmigen Winkelstreifen im Schnittbereich sind dann die Einzelstreifen (15) gemäß Fig. 1.

Es liegt im Rahmen der Erfindung, die Winkelstellung der einzelnen Verschweißstreifen je nach Gegebenheit zu variieren (z. B. bis 80° bzw. 100° einerseits und 10 bzw. 170°) gegenüber der Längsrichtung der Längskante (11).

Im Gegensatz zu dem vorbekannten Stande der Technik zeigen die verschiedenen Ausführungsmöglichkeiten der Erfindung einerseits eine gleichbleibende gute Flexibilität des Flächengebildes und andererseits nur eine geringe diese Flexibilität einschränkende Punktbefestigung der Fäden oder Fasern.

Die Herstellung der Verschweißstreifen oder -figuren ist zwar werkzeugmäßig intermittierend jedoch im Durchlaufverfahren bei hohen Durchlaufgeschwindigkeiten vorzunehmen.


Anspruch[de]
  1. 1. Kantenverfestigung an textilen Flächengebilden mit randseitigen schmalen, unter Wärme und/oder Druck verschweißten Zonen gegen Ausfransen, dadurch gekennzeichnet, daß im spitzen bzw. stumpfen Winkel gegenüber der Längskante (11) bzw. den zu verfestigenden Fäden wie Kette (12) und Schuß (13) mit diesen punktförmig verschweißte kurze Streifen (15, 16, 17) vorgesehen sind, deren freie Enden sich überlappen.
  2. 2. Kantenverfestigung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen (15, 16, 17) 6 bis 15 mm lang sind.
  3. 3. Kantenverfestigung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen (15, 16, 17) eine Breite von 2-4 mm aufweisen.
  4. 4. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen (15, 16) in einem Abstand voneinander parallel zueinander verlaufen.
  5. 5. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen (16, 17) unter einem etwa rechten Winkel zueinanderstehen.
  6. 6. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen (15, 16, 17) parallelogrammförmig ausgebildet sind.
  7. 7. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen (15), in einem Abstand von 2 bis 4 mm voneinander angeordnet sind.
  8. 8. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen im rechten Winkel zueinanderstehenden Streifen (17) zusätzliche parallel zur Längskante (11) verlaufende Streifen (18, 19) angeordnet sind.
  9. 9. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzlichen Streifen (18) rechteckförmig ausgebildet sind.
  10. 10. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzlichen Streifen (19) oval aussgebildet sind.
  11. 11. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzlichen Streifen (18, 19) im vorderen Winkelbereich der im Winkel zueinanderstehenden kurzen Streifen (16, 17) und parallel zur Längskante (11) angeordnet sind.
  12. 12. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die zusätzlichen Streifen eine Länge von 3-6 mm aufweisen.
  13. 13. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen (15, 16, 17, 18, 19) in einer randseitigen Zone von 8-12 mm Breite angeordnet sind.
  14. 14. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen sich endseitig überlappen.
  15. 15. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen (18, 19) eine Breite von 2 bis 5 mm aufweisen.
  16. 16. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen (15, 16, 17, 18) unter einem Winkel zwischen 40 und 50° gegenüber der Längskante (11) angeordnet sind.
  17. 17. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen unter einem Winkel zwischen 50 und 85° gegenüber der Längskante (11) angeordnet sind.
  18. 18. Kantenverfestigung nach den Ansprüchen 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die kurzen Streifen (15, 16, 17, 18) rechteckig ausgebildet sind.






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