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Dokumentenidentifikation DE3722997A1 11.02.1988
Titel Gleitlageranordnung
Anmelder Volkswagen AG, 3180 Wolfsburg, DE
Erfinder Terp, Klaus, 3180 Wolfsburg, DE
DE-Anmeldedatum 11.07.1987
DE-Aktenzeichen 3722997
Offenlegungstag 11.02.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.02.1988
IPC-Hauptklasse F16C 33/74
IPC-Nebenklasse F16C 11/04   F16C 27/06   B60G 7/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Gleitlageranordnung der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Art.

Gleitlageranordnungen dieser Art werden eingesetzt, um ein erstes Bauteil in oder an einem zweiten Bauteil mit möglichst geringer Reibung dreh- oder schwenkbar zu lagern. Häufig müssen sie auch in der Lage sein, kleinere Axialverschiebungen durchzuführen, um z. B. Einbautoleranzen o. ä. ausgleichen zu können.

Ihr technisches Einsatzfeld ist sehr vielfältig.

Gleitlageranordnungen werden u. a. auch im Kraftfahrzeugbau benötigt, um z. B. radführende Schräg-, quer- oder Längslenker schwenkbar am Fahrzeugaufbau anzulenken.

Solche Gleitlageranordnungen müssen i. a. nur einen beschränkten Schwenkbzw. Verdrehwinkelbereich von etwa ± 20° und einen Axialverschiebungsbereich von etwa ± 5 mm besitzen. Sie sollen andererseits möglichst wenig Geräusche vom angelenkten Lenker auf den Fahrzeugaufbau übertragen und außerdem einfach zu montieren sein. Wegen der starken Verschmutzung, der diese Lager ausgesetzt sind, muß im übrigen eine wirkungsvolle Abdichtung ihrer Gleitfläche sichergestellt sein.

Demzufolge liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Gleitlageranordnung der im Oberbegriff des Patentanspruchs 1 genannten Art zu schaffen, die eine vergleichsweise geringe axiale Baulänge besitzt und nicht nur bestens geeignet ist, in einer verschmutzungsgefährdeten Umgebung, die z. B. bei einer Kraftfahrzeug-Radaufhängung vorliegt, funktionssicher zu arbeiten, sondern auch problemlos herzustellen und einfach zu handhaben und einzubauen ist.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind im Unteranspruch angegeben.

Erfindungsgemäß ist also auf dem Außenumfang der äußeren Lagerbuchse ein sich über deren Breite erstreckendes ringförmiges Gummielement aufvulkanisiert, an dessen Stirnseite ein als Dichtung für die Gleitfläche dienender dünnwandiger axialer Fortsatz angeformt ist, welcher etwa halbkreisförmig radial nach innen verläuft und mit seinem ringförmigen freien Ende in eine am Innenumfang der inneren Lagerbuchse angeordnete umlaufende Nut eingreift. Diese Dichtung liegt also nicht auf dem Außenumfang der inneren Lagerbuchse, sondern an deren Innenumfang an.

Anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles wird die Erfindung nachstehend näher erläutert.

In der Zeichnung zeigen in geschnittener Darstellung

Fig. 1 eine Gleitlageranordnung gemäß der Erfindung im eingebauten Zustand und

Fig. 2 die gleiche Lageranordnung im noch nicht eingebauten Zustand.

Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung als Anwendungsbeispiel für die Gleitlageranordnung einen kleinen Ausschnitt aus der Anlenkung eines radführenden Querlenkers eines Kraftfahrzeuges am Fahrzeugaufbau. Dargestellt ist nur eine der Anlenkstellen und davon nur die für das Verständnis der Erfindung notwendigen Teile.

Die Anlenkstelle besteht aus einem zylindrischen Zapfenteil 9 des im einzelnen nicht weiter dargestellten Querlenkers und einem zylindrischen Aufnahmeteil 8 des Fahrzeugaufbaus oder eines an diesem befestigten Fahrschemels bzw. Hilfsrahmens. Dieses Aufnahmeteil 8 kann z. B. eine Befestigungsschelle sein.

Zwischen dem Zapfenteil 9 und dem Aufnahmeteil 8 ist eine Gleitlageranordnung 1 angeordnet, deren radial innere erste Lagerbuchse mit 2 und deren radial äußere zweite Lagerbuchse mit 3 beziffert ist.

Während die ersten Lagerbuchse 2 unmittelbar auf den zylindrischen Zapfenteil 9 des Querlenkers aufgepreßt ist, ist die zweite Lagerbuchse 3 mit dem Aufnahmeteil 8 des Fahrzeugaufbaus bzw. dessen Fahrschemels unter Zwischenschaltung eines Gummielements 4 befestigt. Dieses dient zur Geräuschisolierung zwischen dem Querlenker und dem Fahrzeugaufbau und besitzt eine bestimmte Radialkennung, um die Achskinematik des Fahrzeugs in einem gewünschten Bereich zu halten.

Das Gummielement 4 erstreckt sich über die ganze Breite der zweiten Lagerbuchse 3 und ist auf deren Außenumfang anvulkanisiert. An einer Stirnseite des Gummielements ist ein dünnwandiger axialer Fortsatz 5 angeformt (einteilig angespritzt), der als Dichtung für die Gleitfläche zwischen den beiden Lagerbuchsen 2 und 3 dient. Er erstreckt sich - im Querschnitt - etwa halbkreisförmig oder C-förmig radial nach innen und ist mit seinem ringförmigen freien Ende 6, welches wulstförmig verdickt ist, in eine im Endbereich der ersten Lagerbuchse 2 angeordnete Innenumfangsnut 7 eingelegt.

Durch das Unterknüpfen des als Dichtung dienenden Fortsatzes 5 unter die erste Lagerbuchse 2 ergibt sich im Vergleich zu solchen Anordnungen, bei denen die Dichtung auf dem Außenumfang dieser Lagerbuchse aufliegt, eine axial kurze Bauart.

Der dünnwandige Fortsatz 5 kann ohne Schwierigkeiten derart bemessen werden, daß beide Lagerbuchsen 2 und 3 gegeneinander in ausreichendem Maße sowohl axial verschoben als auch in Umfangsrichtung verdreht werden können.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist nur an einer der beiden Stirnseiten der Gleitlageranordnung durch den angeformten Fortsatz 5 eine integrierte Dichtung für die Gleitfläche der beiden Lagerbuchsen vorgesehen. Grundsätzlich kann aber auch an der gegenüberliegenden Stirnseite des ringförmigen Gummielements 4 ein dünnwandiger axialer Fortsatz als Dichtung für die Gleitfläche der beiden Lagerbuchsen angeformt werden.

Im Ausführungsbeispiel, in dem in einer verzahnten Innenbohrung des zylindrischen Zapfenteils 9 das verzahnte Ende eines Drehstabes 10 der Kraftfahrzeugfederung angreift, ist jedoch auf dieser Stirnseite der Gleitlageranordnung 1 ein separater Dichtungsbalg 11 vorgesehen, der mit seinem einen Ende am Außenumfang des Gummielementes 4 angreift und mit seinem anderen Ende am Drehstab 10 anliegt. Durch diesen Dichtungsbalg 11 wird somit sowohl eine Abdichtung der Gleitfläche zwischen den beiden Lagerbuchsen als auch der Verzahnung des Drehstabes sichergestellt.

Um die Werkzeugkosten gering zu halten, kann der dünnwandige axiale Fortsatz 5 des Gummielementes 4 auch zunächst in gestreckter Lage gefertigt werden, wie in Fig. 2 gestrichelt angedeutet und mit 5&min; bzw. 6&min; beziffert. Beim Einbau oder aber bereits bei der Vormontage der Gleitlageranordnung wird dieser Fortsatz dann aus seiner gestreckten Lage nach innen umgestülpt und mit seinem wulstartigen Ende in die Innenumfangsnut 7 eingelegt.

Die Gleitlageranordnung 1 kann mit Vorteil einbaufertig vormontiert werden, wie in Fig. 2 dargestellt. Dazu wird die äußere zweite Lagerbuchse 3 mit dem anvulkanisierten Gummielement 4 auf die innere erste Lagerbuchse 2 aufgeschoben und der dünnwandige - eventuell noch gestreckte Fortsatz 5 des Gummielementes nach innen umgestülpt und in die Innenumfangsnut 7 der inneren Lagerbuchse 2 eingeschoben. Um diese Dichtung (Fortsatz) in der gewünschten Position zu fixieren und die so vormontierte Gleitlageranordnung für den Transport und die spätere Montage an einem Auseinanderfallen zu hindern, wird in die erste Lagerbuchse eine Montagehülse 12 eingelegt, welche sich axial zumindest über den die Innenumfangsnut 7 enthaltenden Innenumfangsbereich der ersten Lagerbuchse 2 erstreckt, so daß das in die Innenumfangsnut 7 eingelegte ringförmige Ende des Fortsatzes 5 von außen von der inneren Lagerbuchse 2 und von innen von der Montagehülse 12 umschlossen wird. Wenn die innere Lagerbuchse 2 bei der Montage der Gleitlageranordnung 1 auf den zylindrischen Zapfenteil 9 des Querlenkers aufgepreßt wird, wird die Montagehülse 12 selbsttätig aus der Lagerbuchse 2 herausgeschoben.


Anspruch[de]
  1. 1. Gleitlageranordnung mit einer radial inneren ersten Lagerbuchse, einer radial äußeren zweiten Lagerbuchse und zumindest einer stirnseitigen umlaufenden Dichtung,

    dadurch gekennzeichnet, daß auf dem Außenumfang der zweiten Lagerbuchse (3) ein sich über deren Breite erstreckendes ringförmiges Gummielement (4) aufvulkanisiert ist,

    daß die Dichtung als an der Stirnseite des Gummielements (4) angeformter dünnwandiger axialer Fortsatz (5) ausgebildet ist, welcher - im Querschnitt - etwa C- oder halbkreisförmig radial nach innen verläuft,

    daß das ringförmige freie Ende (6) des Fortsatzes (5) wulstförmig verdickt und in eine endseitige Innenumfangsnut (7) der ersten Lagerbuchse (2) eingelegt ist

    und daß der Fortsatz (5) derart bemessen ist, daß beide Lagerbuchsen (2, 3) gegeneinander - begrenzt - sowohl axial als auch in Umfangsrichtung verschiebbar sind.
  2. 2. Gleitlageranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in die erste Lagerbuchse (2) eine Montagehülse (12) eingelegt ist, welche sich - das ringförmige Ende (6) des Fortsatzes (5) örtlich fixierend - axial zumindest über den die Innenumfangsnut (7) enthaltenden Innenumfangsbereich der ersten Lagerbuchse (2) erstreckt und welche beim axialen Aufpressen des Gleitlagers (1) auf einen zylindrischen Bauteil (9) selbsttätig aus der ersten Lagerbuchse (2) herausgleitet.






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