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Dokumentenidentifikation DE2903754C2 25.02.1988
Titel Entstaubungsanlage
Anmelder Walther & Cie AG, 5000 Köln, DE
Erfinder Platz, Peter, 5000 Köln, DE
DE-Anmeldedatum 01.02.1979
DE-Aktenzeichen 2903754
Offenlegungstag 14.08.1980
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 25.02.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.02.1988
IPC-Hauptklasse B01D 47/06

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Entstaubungsanlage nach dem Oberbegriff des Hauptanspruches.

Beispielsweise in Naßelektrofiltern wird das Rohgas im Eintritt durch ein Sprühdüsensystem vollkommen gesättigt. Je nach Anwendungsfall sorgen zwei- bis dreireihig angeordnete Gasverteilerwände für eine Vorabscheidung, hauptsächlich jedoch für eine gleichmäßige Gasgeschwindigkeit über dem Gehäusequerschnitt.

Im anschließenden elektrischen Feld findet die eigentliche Gasreinigung durch das bereits bekannte physikalische Prinzip, Ionisation durch Koronaströme, statt.

Sowohl feinste Staubteilchen als auch die durch Kondensation entstandenen Aerosole in Form von feinsten Wassertröpfchen, werden mit sehr hoher Effizienz abgeschieden.

Ein kontinuierlicher Wassernebel sorgt dafür, daß die an den Niederschlagsplatten ankommenden Teilchen sofort abgespült werden. Durch diese Maßnahme ist gewährleistet, daß an den Inneneinbauten keine Ablagerungen stattfinden, die eine Verschlechterung der Abscheidegrade bzw. eine Stillegung der Anlage verursachen könnten.

Je nach dem geforderten Wirkungsgrad bzw. der Art der abzuscheidenden Stäube und Gase werden mehrere elektrische Zonen hintereinander angeordnet. Am Ende der letzten Zone ist ein Tropfenabscheider eingebaut.

Das abfließende Wasser wird über Austragungswannen einem Rezirkulationsbecken bzw. einer Wasseraufbereitungsanlage zugeführt.

Folglich wird bei derart bekannten Anlagen die Entstaubung mittels eines Flüssigkeitsnebels unterstützt. Zu diesem Zweck ist es bekannt (DE-OS 23 20 694/Fig. 8 und 9), Zerstäubungsdüsen anzuordnen, die in den Gaskanal od. dgl. hineinmünden und mit diesem fest verbunden sind.

Bei einem Luftwäscher ist es bekannt (DE-GM 17 42 053), Düsenrohre mit aufgesetzten Düsen in einen Staubluftkanal anzuordnen, wobei das Düsenrohr an einer Seite aus dem Staubluftkanal hervorragt.

Die bekannten Anlagen weisen den Nachteil auf, daß die Zerstäuberdüsen nur bei Stillstand der Anlage gewartet und gereinigt werden können.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, in einem Gaskanal od. dgl. eine Vorrichtung zum Eindüsen einer Flüssigkeit zu schaffen, die mit einfachsten Mitteln auch bei Anschluß mehrerer Flüssigkeitszufuhren während des Druckbetriebes einen Düsenwechsel ermöglicht, ohne daß bei Überdruckbetrieb Gas austritt bzw. bei Unterdruckbetrieb atmosphärische Luft angesaugt wird.

Diese Aufgabe wird durch Merkmale gelöst, die im Kennzeichnungsteil des Hauptanspruchs aufgezeigt sind.

Mit dieser Maßnahme wird ein einschubfertiges Rohrsystem, bestehend aus Düsenrohr mit Düsen geschaffen, das jederzeit ohne Betriebsunterbrechung ein- und ausgebaut werden kann, was selbst bei Über- oder Unterdruckbetrieb möglich ist. Das Düsenrohr ist innerhalb des Dichtungsgehäuses, einschließlich des Absperrventils verschiebbar. Es kann nach außen soweit herausgezogen werden, daß das Ventil geschlossen und damit das Düsenrohr vollständig dem Dichtungsgehäuse entnommen werden kann. Der Düsenwechsel erfolgt dann, beispielsweise bei Unterdruckbetrieb ohne Ansaugung atmosphärischer Luft. Dies ist insbesondere bei verschiedenen Prozessen mit Explosionsgefahr wichtig, weil mittels der erfindungsgemäßen Maßnahme eine Sauerstoffanreicherung innerhalb der Anlage vermieden wird.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im nachfolgenden näher beschrieben. Es zeigt

Fig. 1 das Rohrsystem mit dem Gaskanal im eingebauten Zustand,

Fig. 2 das Rohrsystem im ausgebauten Zustand,

Fig. 3 eine vergrößerte Darstellung aus Fig. 4 gemäß Punkt "A",

Fig. 4 eine weitere Ausführungsform,

Fig. 5 eine besondere Ausführungsform des Abdichtungsgehäuses.

In einem Gehäuse 1, das ein Abscheidergehäuse, ein Rohrgaskanal, ein Elektrofiltergehäuse od. dgl. sein kann, ist ein Rohrsystem 2 verschiebbar eingebaut. Das Rohrsystem 2 besteht im wesentlichen aus einem Düsenrohr 4 mit in das Rohrinnere eingelassenen Zerstäuberdüsen 3 sowie einem außerhalb des Gehäuses 1 angeordneten Abdichtungsgehäuses 5 mit einem Absperrventil 6. Das Rohr 4 ist einerseits in einem mit dem Gehäuse 1 verbundenen Gegenhalter 22 und andererseits mit einem verlängerten Ende 7 in dem Abdichtungsgehäuse 5 gelagert. Hierzu sind innerhalb des Gehäuses 5 angeordnete Dichtungsringe 11 vorgesehen, die auch bei geöffnetem Ventil 6 einen Durchtritt der Gase nach außen bzw. einen Eintritt atmosphärischer Luft in die Anlage hinein verhindern. An dem einen Ende des Rohres 4 ist ein Flansch 8 vorgesehen, der mit einem Flansch 9 des Gehäuses 5 verbindbar ist. Mit dem Flansch 8 ist eine Leitung 10 verbunden, mittels der die Flüssigkeit der Anlage zugeführt wird. Das gegenüberliegende Ende des Düsenrohres 4 ist mittels einer Platte 4a verschlossen. Die Zerstäuberdüsen 3 bestehen aus einem Düsenkopf 14 mit Düsenöffnungen 15. Die Düsenköpfe 14 sind mit einem Außengewinde versehen und in ein Innengewinde eines Düsenhalters 13 eingeschraubt, der wiederum mit einem in das Innere des Rohres 4 eingelassenen Düsenkasten 12 dicht verschweißt ist. Aufgrund dieser Ausgestaltung läßt sich das Rohr 4 mit den Düsen 3 nach Lösen der Flanschverbindung 8 und 9 über die Dichtungsringe 11 hinaus nach außen herausziehen, ohne daß der Betrieb der Entstaubungsanlage unterbrochen werden müßte. Insbesondere dann, wenn mehrere Düsenrohre 4 vorgesehen sind, können einzelne Rohre ausgebaut werden, während die übrigen voll in Betrieb bleiben. Bei einer Wartung, Reparatur oder Reinigung der Düsen 3 wird das Rohr 4 so weit aus dem Gehäuse 1 herausgezogen, bis das gehäuseseitige Ende des Rohres 4 sich innerhalb des Gehäuses 5 befindet, so wie es Fig. 2 darstellt. Das im Dichtungsgehäuse 5 verbleibende Ende 7 des Düsenrohres 4 sorgt für eine Abdichtung, so daß der Betrieb aufrechterhalten werden kann, ohne daß Gas nach außen bzw. Luft nach innen eintritt. Muß dagegen das gesamte Düsenrohr 4 ausgewechselt werden, dann kann das Ventil 6 geschlossen und damit das Rohr vollständig entfernt werden.

Die über die Leitung 10 zugeführte Flüssigkeit füllt das Innere des Rohres 4 aus, so daß diese über die Düsenhalter 13 und den Düsenköpfen 14 zu den Düsenöffnungen 15 gelangt und von dort in das Gehäuse 1 eingesprüht wird.

Anstelle der Dichtungsringe 11 läßt sich auch eine Flüssigkeitsdichtung anwenden, so wie es Fig. 5 zeigt.

Hier ist an das Gehäuse 5 eine Flüssigkeitszufuhrleitung 18 mit einem Ventil 20 angeschlossen und außerdem eine Rückführleitung 19 vorgesehen, die einerseits mit dem Gehäuse 5 und andererseits mit dem Gehäuse 1 verbunden ist. Innerhalb des Gehäuses 5 befinden sich in diesem Falle ringförmige Schikaneeinbauten 21, die trotz eines geringen Ringspaltes zwischen den Ringen 21 und dem Rohr 4 dafür sorgen, daß das über die Leitung 18 zugeführte Medium über die Leitung 19 in das Gehäuse gelangt und dabei nicht nur einen flüssigkeitsdichten Abschluß bewirkt, sondern darüber hinaus auch noch eine Flüssigkeitssäule 23 aufbaut. Diese Maßnahme ist insb. bei Medien anwendbar, die eine äußere Verschmutzung des Rohres 4 bewirken.

Das Ende 19a des Rohres 19 kann als Düse ausgebildet sein, um während der Wartung des Rohres 4 einen Teil der Eindüsung zu übernehmen. In diesem Falle müßte die Dichtungsflüssigkeit mit einer höheren Menge gefahren werden.

Fig. 4 zeigt eine weitere Ausgestaltung des Erfindungsgedanken. Hier sind die Düsenhalter 13 der Düsen 3a und 3b mit einem weiteren Flüssigkeitsrohr 17 verbunden, das ebenfalls durch den Flansch 9 nach außen geführt ist. Die übrigen Düsen sind in der bisher beschriebenen Weise angeordnet. Am gehäuseseitigen Ende des Rohres 4 ist mit der Platte 4a ein Abflußstutzen 16 verbunden, der über eine nicht dargestellte Dichtung innerhalb des Gehäuses 1 nach außen geführt ist. Mit dieser Anordnung können nicht nur zwei verschiedene, sich nicht vertragende Flüssigkeiten dem Gehäuse 1 zugeführt werden, sondern darüber hinaus ist ein Flüssigkeitsdurchfluß durch das Rohr 4 gewährleistet, der bei hohen Temperaturen einen Kühleffekt bewirkt. Die dem Rohr 10 zugeführte Flüssigkeitsmenge ist entsprechend zu bemessen. Die eine Flüssigkeit wird über das Rohr 17 und die Düsen 3a und 3b und die andere Flüssigkeit über das Rohr 10 und die restlichen Düsen 3 in das Gehäuse 1 eingesprüht. Bei der Montage dieser Rohranordnung wird zunächst der Düsenhalter 13 mit dem Rohr 17 derart verschweißt, daß sich das Rohr 17 gemeinsam mit dem Düsenhalter 13 in das Düsenrohr 4 einschieben läßt. Hieran anschließend wird der Düsenkasten 12 zunächst mit dem Düsenhalter 13 und sodann mit dem Rohr 4 verschweißt.

Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß bei entsprechender Größe des Rohres 4 noch ein zweites Rohr 17 vorgesehen sein kann, um somit noch ein drittes oder auch ein weiteres Medium in das Gehäuse 1 einzusprühen. Die Düsen 3 können dann unter verschiedenen Winkeln zur Rohrachse angeordnet werden.

Selbst bei der Zuführung mehrerer flüssiger Medien in das Gehäuse 1 läßt sich das komplette Rohrsystem 2 während des Betriebes aus- und einbauen.


Anspruch[de]
  1. 1. Entstaubungsanlage mit einem oder mehreren in das Abscheidergehäuse der Anlage eingeführten Düsenrohren, denen mechanische Zerstäuberdüsen zur Zerstäubung einer in den Gasstrom geleiteten Flüssigkeit zugeordnet sind, insbesondere für Naßabscheider wie Naßelektrofilter, Venturiwäscher, Gaskühltürme, wobei die Düsenrohre über das Abscheidergehäuse nach außen verlängert und dort mit einer Flüssigkeitszufuhr verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen (3) in das Düsenrohr (4) soweit eingelassen sind, daß die Oberkante der Düsen (3) mit dem Außendurchmesser des Düsenrohres (4) bündig oder gering darunter liegt, und daß das außerhalb des Gehäuses (1) liegende Ende (7) des Düsenrohres (4) in einem mit einem Absperrventil (6) versehenen Dichtungsgehäuse (5) gelagert ist, wobei das Ventil (6) zwischen dem Dichtungsgehäuse (5) und dem Abscheidergehäuse (1) angeordnet ist, und daß das Dichtungsgehäuse (5) an der Innenseite mehrere hintereinander angeordnete Dichtungsringe (11) aufweist, die mit ihren kleineren Durchmessern das Düsenrohr (4) dicht umschließen.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das außerhalb des Gehäuses (1) liegende Ende (7) des Düsenrohres (4) mit einem Flansch (8) dicht verbunden ist, der mit einem Flansch (9) des Dichtungsgehäuses (5) verbindbar ist.
  3. 3. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die für die Flüssigkeitszufuhr erforderliche Leitung (10) mit dem Flansch (8) verbunden und das gegenüberliegende Ende des Düsenrohres (4) verschlossen ist.
  4. 4. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Dichtungsgehäuse (5) mit einer ein Regelventil (20) aufweisenden Flüssigkeitszulaufleitung (18) und mit einer Flüssigkeitsablaufleitung (19) versehen ist, die in das Abscheidergehäuse (1) hineingeführt ist.
  5. 5. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsenrohr (4) für jede Zerstäuberdüse (3) mit einem in das Rohrinnere hineingezogenen Düsenkasten (12) versehen ist, in dem die Düsenhalter (13) eingeschweißt sind.
  6. 6. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsenhalter (13) mit Innengewinde versehen sind, in die die Düsenköpfe (14) eingeschraubt sind.
  7. 7. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsenrohr (4) an der der Flüssigkeitszutrittsseite gegenüberliegenden Seite mit einem Abflußstutzen (16) versehen ist.
  8. 8. Vorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß in das Düsenrohr (4) ein weiteres Rohr (17) verlegt ist, das mit einem oder mehreren Düsenhaltern (13) flüssigkeitsdurchlässig verbunden ist.






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