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Dokumentenidentifikation DE3733438A1 14.04.1988
Titel Flüssigkeitsgekühlte Scheibenbremse
Anmelder Akebono Brake Industry Co., Ltd., Tokio/Tokyo, JP;
Akebono Research and Development Centre Ltd., Hanyu, Saitama, JP
Erfinder Miyata, Katsuhiro, Fukaya, Saitama, JP
Vertreter Henkel, G., Dr.phil.; Feiler, L., Dr.rer.nat.; Hänzel, W., Dipl.-Ing.; Kottmann, D., Dipl.-Ing, Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 02.10.1987
DE-Aktenzeichen 3733438
Offenlegungstag 14.04.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 14.04.1988
IPC-Hauptklasse F16D 65/853
IPC-Nebenklasse B60T 5/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf flüssigkeitsgekühlte Scheibenbremsen für den Einbau in die Räder von Kraftfahrzeugen, insbesondere von Großkraftfahrzeugen, wie Lastkraftwagen und Omnibusse, für das zuverlässige Abbremsen solcher Großkraftfahrzeuge aus hoher Geschwindigkeit.

Im Hinblick auf den fortschreitenden Ausbau von Schnellfahrstraßen werden für Kraftfahrzeuge gewöhnlich Scheibenbremsen eingesetzt, weil diese im Vergleich zu Trommelbremsen eine hohe Wärmeabstrahlleistung bieten und zudem eine stabile oder gleichmäßige Bremskraft gewährleisten.

Die zunehmende Verwendung von Scheibenbremsen ist nicht nur auf dem Gebiet von Personenkraftwagen, sondern auch bei Großfahrzeugen, wie Omnibusse und Lastkraftwagen, speziell bei Rundreisebussen und Langstrecken-Lastkraftwagen, die häufig Schnellstraßen bzw. Autobahnen benutzen, zu beobachten.

An Scheibenbremsen für derartige Groß- oder auch Schwerfahrzeuge werden jedoch strengere Bremsanforderungen als im Fall von Personenkraftwagen gestellt. Alle für Personenkraftwagen vorgesehenen Scheibenbremsen, sofern nur ihre Größe erhöht wird, können, je nach den Bremsbedingungen, Wärme nur ungenügend abstrahlen, wodurch sich die Bremsleistung verringert.

Aus diesem Grund ist bereits eine Scheibenbremse vorgeschlagen worden (vgl. JP-Patentanmeldung (OPI) 1 07 132/80), bei welcher mittels einer Flüssigkeit die durch die Reibung zwischen den Bremsscheiben und den Statorplatten (stators) bei Bremsbetätigung erzeugte Wärme abgeführt wird.

Fig. 4 veranschaulicht den Aufbau einer bisherigen flüssigkeitsgekühlten Scheibenbremse.

Gemäß Fig. 4 ist eine Nabe 4 mittels eines keilverzahnten Abschnitts 3 am einen Ende einer Achswelle 2 angebracht, die ein an einem Fahrzeugaufbau befestigtes Achsgehäuse 1 durchsetzt. Die Nabe 4 ist dabei zusammen mit der Achswelle 2 relativ zum Achsgehäuse 1 drehbar.

Mehrere voneinander beabstandete Bremsscheiben (rotors) 8 sind mitdrehbar auf die Außenumfangsfläche eines ringförmigen Bremsenteils 7 aufmontiert, der mittels eines Stehbolzens 5 und einer Mutter 6 verankert ist. Die Bremsscheiben 8 sind dabei gegenüber der Achswelle 2 (axial) bewegbar.

Ein den gesamten Umfang der Bremsscheiben 8 umschließender Bremssattel 9 ist in der Nähe des Bremsenteils 7 befestigt. Der Bremssattel 9 besitzt einen im wesentlichen U-förmigen Querschnitt mit offener Innenumfangsseite, und er ist mit einem ringförmigen Tragflansch 11, der mittels eines Schraubbolzens 10 an der Außenumfangsfläche des Gehäuses befestigt ist, sowie mit einem einen L-förmigen Querschnitt aufweisenden, ringförmigen kubischen Körper 13 (annular cubic body) versehen, der dicht am Außenumfang des Tragflansches 11 befestigt ist. Der Tragflansch 11 oder der dadurch geformte kubische Körper 13 dient zur Halterung der Bremsscheiben 8 zwischen ersten und zweiten Ringwänden 14, 15.

Die Außenkanten von ringförmigen, voneinander beabstandeten Statorplatten oder -scheiben (stators) 19 sind jeweils an der Innenumfangsfläche einer kurzen zylindrischen Außenumfangswand 18 angebracht (fitted), welche die beiden Ringwände 14, 15 miteinander verbindet. Die Statorplatten 19 sind jeweils zwischen die Bremsscheiben, das Ende eines noch zu beschreibenden ringförmigen Kolbens 17 bzw. zwischen Bremsscheibe(n) 8 und ein an der Innenfläche der zweiten Ringwand 15 angebrachtes Abstandstück 47 eingesetzt.

Ein ringförmiger Zylinder 16 ist in der ersten Ringwand 14, die mit einem dem Außenumfang des Tragflansches 11 eng benachbarten Abschnitt versehen ist, so vorgesehen, daß der Zylinder 16 sich zur Innenfläche der ersten Ringwand 14 öffnet. In den Zylinder 16 ist ein ringförmiger Kolben 17 eingesetzt, der bei Beschickung des Zylinders mit Hydrauliköl bzw. Druckmittel gegen die Bremsscheiben 8 ausfahrbar ist.

Im Mittelbereich des Gehäuses 1, der mit dem Innenumfang eines von drei Wänden, d.h. erste und zweite Ringwand 14, 15 sowie Außenumfangswand 18, umschlossenen Raums 20 übereinstimmt, ist ein das Innere des Gehäuses 1 mit dem Raum 20 verbindender Öl-Speisedurchgang 21 vorgesehen, während in der den Außenumfang des Raums 20 abschließenden Außenumfangswand 18 ein Öl-Auslaßdurchgang 22 ausgebildet ist, der das Innere des Raums 20 mit der Außenseite verbindet. Eine Öl-Speiseleitung 23 verbindet den Auslaßdurchgang 22 mit dem Gehäuse 1.

Die Innenumfangskanten der Bremsscheiben 8 greifen jeweils in die Außenumfangsfläche des Bremsenteils 7 ein, während die Außenumfangskanten der Statorplatten (oder -scheiben) 19 jeweils in die Innenumfangsfläche der Außenumfangswand 18 eingreifen. Zudem sind Nuten (oder Durchgange) 24, 25 zur Verteilung des Kühlöls so ausgebildet, daß das Kühlöl, das die Innenumfangsabschnitte der Statorplatten 19 über im Bremsenteil 7 ausgebildete durchgehende Bohrungen 26 erreicht, zwischen den Statorplatten 19 und den Bremsscheiben 8 hindurch zum Auslaßdurchgang 22 strömt.

Wenn die bisherige flüssigkeitsgekühlte Scheibenbremse mit dem beschriebenen Aufbau für das Abbremsen eines Fahrzeugs betätigt wird, wird der im Tragflansch 11 vorgesehene Zylinder 16 mit Druckmittel (Bremsflüssigkeit) beschickt, um den im Zylinder 16 geführten Kolben 17 gegen die Bremsscheiben 8 auszufahren.

Der ausgefahrene Kolben 17 verkleinert den Zwischenraum zwischen seiner Stirnfläche (Kolbenboden) und der Innenfläche der zweiten Ringwand 15, wobei er die sich mit dem Rad mitdrehenden Bremsscheiben 8 und die Statorplatten 19 gegeneinander anpreßt, so daß damit der Bremsvorgang für das Anhalten der Drehung des Rads durchgeführt wird.

Bei der beschriebenen bisherigen flüssigkeitsgekühlten Scheibenbremse strömt jedoch das Kühlöl stets zwischen den sich mit dem Rad mitdrehenden Bremsscheiben 8 und den drehfesten Statorplatten 19 hindurch, so daß die aus den Bremsscheiben 8 und den Statorplatten 19 bestehenden Bremsenteile als eine Art Flüssigkeitkupplung wirken. Der von der Drehung der Achswelle 2 auch bei nicht betätigter Bremse herrührende Widerstand hat demzufolge einen ungünstigen Einfluß nicht nur auf die Antriebsleistung, sondern auch auf den Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs.

Aufgabe der Erfindung ist damit die Schaffung einer flüssigkeitsgekühlten Scheibenbremse, mit der unter Vermeidung der Mängel beim Stand der Technik eine Beeinträchtigung von Antriebsleistung und Kraftstoffverbrauch vermieden wird.

Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 gekennzeichneten Merkmale gelöst.

Die erfindungsgemäße flüssigkeitsgekühlte Scheibenbremse umfaßt, wie die bisherige Konstruktion, eine Bremsscheibe oder mehrere auf gegenseitigen Abstand angeordnete und auf eine Achswelle aufmontierte Bremsscheiben, die mit der Achswelle mitdrehbar, aber zu ihr axial verschiebbar sind.

Ein einen im wesentlichen U-förmigen Querschnitt mit offener Innenumfangsseite aufweisender Bremssattel (caliper) ist an einem nicht-drehbaren Teil in der Nähe des Bremsenteils so befestigt, daß er den gesamten Perimeter oder Umfang der Bremsscheiben umschließt.

Ein bei Bremsbetätigung in Richtung auf die Bremsscheiben ausfahrbarer Kolben ist in einen sich zur Innenfläche einer ersten Ringwand von zwei Ringwänden, die in diesem Bremssattel ausgebildet sind und zwischen deren gegenüberliegenden Innenflächen die Bremsscheiben drehbar gehaltert sind, öffnenden Zylinder eingesetzt.

In der hohlen zweiten Ringwand zirkuliert eine Kühlflüssigkeit. Jeweils eine Statorplatte ist zwischen der Stirnfläche des Kolbens und der Bremsscheibe bzw. zwischen den einzelnen Bremsscheiben, falls mehrere Bremsscheiben vorgesehen sind, gehalten. Die insgesamt ringförmig ausgebildete Statorplatte weist in ihrem Inneren einen Strömungsdurchgang für die Umwälzung der Kühlflüssigkeit auf und ist mit der Innenseite einer kurzen zylindrischen Außenumfangswand zur Verbindung der Außenumfangsränder von erster und zweiter Ringwand in der Weise zusammengepaßt (mated), daß die vorgesehene Flüssigkeitsabdichtung innerhalb und außerhalb des Strömungsdurchgangs erhalten bleibt.

Im Strömungsdurchgang jeder Statorplatte sind zudem Mittel zum Zuführen und Abführen der Kühlflüssigkeit vorgesehen, um die Umwälzung der Kühlflüssigkeit im Strömungsdurchgang innerhalb der Statorplatte zu erlauben.

Wenn die erfindungsgemäße Scheibenbremse betätigt wird, wird der in den Zylinder (in) der ersten Ringwand eingesetzte Kolben gegen die Bremsscheibe ausgefahren, wobei sich der Abstand zwischen der Stirnfläche des Kolbens und der zweiten Ringwand verkleinert. Dabei kommen die Seitenfläche(n) der einen oder mehreren Bremsscheibe(n), die Seitenfläche(n) der einen oder mehreren Statorplatte(n) und die Innenseitenfläche der zweiten Ringwand in starke Reibungsberührung miteinander, wodurch die Bremswirkung hervorgebracht wird.

Obgleich dabei die Oberflächentemperatur der einzelnen Bauteile aufgrund der Reibungswärme ansteigt, wird die Wärme augenblicklich von der Kühlflüssigkeit aufgenommen, welche den Kühlflüssigkeitsdurchgang in jeder Statorplatte sowie in der zweiten Ringwand durchströmt. Infolgedessen übersteigt die Temperatur an den in Reibungsberührung miteinander stehenden Grenz- oder Berührungsflächen zwischen Bremsscheibe(n) und Statorplatte(n) in keinem Fall eine Größe, bei der ein normaler Bremsvorgang nicht mehr möglich ist.

Da andererseits zwischen Bremsscheibe(n) und Statorplatte(n) keine Flüssigkeit vorhanden ist, erzeugt die (jede) sich drehende Bremsscheibe bei nicht betätigter Bremse nicht den bei der bisherigen Konstruktion auftretenden Strömungswiderstand.

Im folgenden sind bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung im Vergleich zum Stand der Technik anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine in vergrößertem Maßstab gehaltene Schnittansicht eines dem Abschnitt A in Fig. 4 äquivalenten Teils einer flüssigkeitsgekühlten Scheibenbremse gemäß der Erfindung,

Fig. 2 einen Schnitt längs der Linie B-B in Fig. 1,

Fig. 3 eine Fig. 2 ähnelnde Darstellung einer anderen Ausführungsform der Erfindung und

Fig. 4 eine Längsschnittdarstellung einer bisherigen flüssigkeitsgekühlten Scheibenbremse.

Fig. 4 ist eingangs bereits erläutert worden.

Gemäß Fig. 1 sind zwei ringförmige Bremsscheiben 28 in einem gegenseitigen Abstand auf eine abzubremsende Welle 27, z.B. eine Kraftfahrzeug-Achswelle, derart aufmontiert, daß sie unter der Führung durch eine Keilverzahnung 29 der Welle 27 in deren Axialrichtung (gemäß Fig. 1 in waagerechter Richtung) etwas verschiebbar sind. Die Bremsscheiben 28 bestehen jeweils aus einer ringförmigen Metallbasis 28a sowie an deren beiden Seiten angebrachten Sintermetall- oder Kohlenstoff-Belägen 28b.

Ein einen im wesentlichen U-förmigen Querschnitt mit offener Innenumfangsseite aufweisender Bremssattel 32 ist mittels eines Schraubbolzens 31 an einer Traghalterung 30, die in der Nähe der abzubremsenden Welle 27 an einem Fahrzeugaufbau befestigt ist, so verankert, daß er die Gesamtfläche der beiden Bremsscheiben 28 umschließt.

Der Bremssattel 32 weist eine erste Ringwand 33 und eine zweite Ringwand 34 auf, welche die Bremsscheiben 28 zwischen sich einschließen. In der Innenfläche der dickeren ersten Ringwand 33, die bei in das Fahrzeug eingebauter Scheibenbremse näher zur Mittellinie hin liegt (d.h. an der rechten Seite gemäß Fig. 1 angeordnet ist), ist ein (ringförmig umlaufender) Zylinder 35 ausgebildet, in welchem ein ringförmiger Kolben 36 geführt ist, der seinerseits bei Zufuhr von Bremsflüssigkeit bzw. Druckmittel über eine Druckmittelzufuhröffnung 37 bei Bremsbetätigung gegen die Bremsscheibe 28 ausfahrbar ist.

Eine sich um den gesamten Umfang der zweiten Ringwand 34 erstreckende Ausnehmung 39 ist in der Außenseite (gemäß Fig. 1 linken Seite) der zweiten Ringwand 34 ausgebildet, die über eine Außenumfangswand 38 mit der ersten Ringwand 33 verbunden ist. Die Öffnung der Ausnehmung 39 ist durch eine ringförmige Abdeckplatte 40 verschlossen, so daß die zweite Ringwand 34 hohl ausgebildet ist. Die Abdeckplatte 40 ist mit je einer Flüssigkeit-Speise- und einer -Auslaßöffnung 41 bzw. 42 versehen. An die Öffnungen 41 und 42 ist jeweils das eine Ende eines Flüssigkeit-Speiseschlauches 43 bzw. eines -Auslaßschlauches 44 angeschlossen, so daß durch die durch die Abdeckplatte 40 verschlossene Ausnehmung 39 eine Kühlflüssigkeit umgewälzt werden kann.

Zwei ringförmige Statorplatten oder -scheiben 46, die jeweils einen innenseitigen Strömungsdurchgang 45 zum Umwälzen der Kühlflüssigkeit aufweisen, sind einerseits zwischen die Stirnfläche (Kolbenboden) 36a des im Zylinder 35 in der ersten Ringwand 33 geführten Kolbens 36 und die dem Kolben 36 benachbarte Bremsscheibe 28 bzw. zwischen die beiden Bremsscheiben 28 eingefügt.

Gemäß Fig. 2 sind im Inneren der jeweiligen Statorplatten 46 in bestimmten Abständen U-förmige Strömungsdurchgänge oder -kanäle 45a ausgebildet, die an beiden Enden an der Außenumfangsfläche der betreffenden Statorplatte münden. Die Außenumfangskanten oder -ränder der beiden Ringwände 33 und 34 sind gegeneinander angesetzt, wobei mehrere Ausnehmungen 48 intermittierend bzw. in Abständen in der Innenumfangsfläche der kurzen zylindrischen Außenumfangswand 38 ausgebildet sind, wobei die Außenumfangskanten oder -ränder der Statorplatten 46 in diese Ausnehmungen eingreifen. Infolgedessen sind die offenen Enden oder Mündungsenden benachbarter Strömungsdurchgänge 45a (über die Ausnehmungen) miteinander verbunden. Ein Abschnitt der Innenumfangsfläche der Außenumfangswand 38, die sich an der offenen Umfangskante jeder Ausnehmung 48 befindet, und ein Abschnitt der Außenumfangsfläche jeder Statorplatte 46 sind jeweils flach ausgebildet. Zwischen diese beiden Abschnitte sind jeweils O-Ringe 49 eingesetzt, um dabei Flüssigkeitsdichtheit in den Bereichen herzustellen, in denen die Strömungsdurchgänge 45a in die Aussparungen 48 übergehen.

Die beiden Enden des Strömungsdurchgangs oder -kanals 45 aus der Anzahl von Strömungsdurchgängen 45a, die jeweils in den Statorplatten 46 ausgebildet sind, und den mehreren abwechselnd aneinander anschließend in Reihe geschalteten Ausnehmungen 48 sind flüssigkeitsdicht mit einem Kühlflüssigkeit-Einlaß 50 und einem Kühlflüssigkeit-Auslaß 51 verbunden, die in der Außenumfangswand 38 ausgebildet sind, so daß die Kühlflüssigkeit durch den Strömungsdurchgang 45 in jeder Statorplatte 46 umwälzbar ist.

Gemäß den Fig. 1 und 2 sind Kühlflüssigkeit-Einlaß und -Auslaß 50 bzw. 51, deren Speise- und Auslaßschläuche 52 bzw. 53 an Öffnungen oder Bohrungen in der Außenumfangsseite der Außenumfangswand 38 angeschlossen sind, sowie die Öffnung im Innenumfang der Außenumfangswand 38 jeweils auf die Endöffnungen des Strömungsdurchgangs 45 ausgerichtet. Die Flüssigkeitsabdichtung zwischen beiden Öffnungen wird durch O-Ringe 54 gewährleistet, die zwischen der Innenumfangsfläche der Außenumfangswand 38 und der Außenumfangsfläche der betreffenden Statorplatte 46 angeordnet sind.

Gemäß Fig. 3, die eine andere Ausführungsform der Erfindung veranschaulicht, sind die beiden Endöffnungen des in der Statorplatte 46 ausgebildeten Strömungsdurchgangs 45 unmittelbar an biegsame Schläuche 55 angeschlossen. In diesem Fall sind die Ausnehmungen 48 bei der ersten Ausführungsform nicht in der äußeren bzw. inneren Umfangswand des Bremssattels 32, sondern in der Außenumfangsfläche jeder Statorplatte 46 ausgebildet. Die benachbarten Strömungsdurchgänge 45a kommunizieren miteinander innerhalb einer Abdeckplatte (eines Stöpsels) 62, die (der) in die Ausnehmung 61 eingeschraubt ist, in welcher die Enden benachbarter Strömungsdurchgänge 45a münden.

Ein gemäß Fig. 1 zwischen die Stirnfläche 36a des Kolbens 36 und die Statorplatte 46 eingefügtes Platten- oder Scheibenelement 56 besteht aus einem Wärmeisoliermaterial, um eine Übertragung der beim Bremsvorgang erzeugten Wärme der Statorplatte 46 auf die Bremsflüssigkeit im Zylinder 35 zu verhindern.

Gemäß den Fig. 2 und 3 greifen in in der Außenumfangsfläche jeder Statorplatte 46 ausgebildete Ausnehmungen 57 jeweils an der Innenumfangsfläche der Außenumfangswand 38 angeformte Vorsprünge 58 ein, so daß die betreffende Statorplatte 46 an einer Drehung innerhalb der Außenumfangswand 38 gehindert wird.

Weiterhin ist an der Innenumfangsfläche der Außenumfangswand 38 zwischen den beiden Statorplatten 46 ein Anschlag 60 zur Verhinderung einer Verschiebung der außenseitigen Statorplatte 46 (an der Fahrzeugaußenseite bzw. an der linken Seite gemäß Fig. 1) in Einwärtsrichtung angebracht.

Für die Betätigung der erfindungsgemäßen flüssigkeitsgekühlten Scheibenbremse wird dem Zylinder 35 in der ersten Ringwand 33 Hydrauliköl bzw. Bremsflüssigkeit, d.h. Druckmittel, zugeführt, um den im Zylinder 35 geführten Kolben 36 gegen die Bremsscheiben 28, d.h. gemäß Fig. 1 nach links, auszufahren. Dabei verkleinert sich der Zwischenraum oder Abstand zwischen der Stirnfläche 36a des Kolbens 36 und der zweiten Ringwand 34, so daß die an den beiden Seiten der beiden Bremsscheiben 28 befestigten Beläge 28b, die Seitenflächen der beiden Statorplatten 46 und die Innenfläche der zweiten Ringwand 34 in kräftigen Reibungseingriff miteinander gelangen und dabei die Bremswirkung hervorbringen.

Bei der Reibungsberührung zwischen den Belägen 28b, der Seitenflächen der Statorplatten 46 und der Innenfläche der zweiten Ringwand 34 steigt die Temperatur der Reibungsfläche (an den Oberflächen der Beläge 28b, den Seitenflächen der Statorplatten 46 und der Innenfläche der zweiten Ringwand 34) stark an. Die Reibungswärme wird jedoch schnell von der Kühlflüssigkeit aufgenommen, welche die Strömungsdurchgänge 45 in den Statorplatten 46 und die Ausnehmung 39 in der zweiten Ringwand 34 durchströmt, so daß dabei die Temperatur der Reibungsflächen der Bremsscheiben 28, der Statorplatten 46 und der zweiten Ringwand 34 in keinem Fall auf eine Größe ansteigt, bei der eine normale Bremswirkung nicht mehr erzielt werden kann.

Bei nicht betätigter Bremse ist der Kolben in den Zylinder 35 eingefahren, so daß der Abstand zwischen der Stirnfläche des Kolbens 36 und der zweiten Ringwand 34 vergrößert ist. Da in diesem Fall ein kleiner Zwischenraum zwischen den Oberflächen der Bremsbeläge 28b an den Bremsscheiben 28, den Seitenflächen der Statorplatten 46 und der Innenfläche der zweiten Ringwand 34 vorliegt, können sich die Bremsscheiben 28 ungehindert relativ zu den feststehenden Statorplatten 46 drehen, weil sich in diesem Zwischenraum keine Flüssigkeit befindet. Im Gegensatz zur bisherigen Konstruktion sind daher die sich drehenden Bremsscheiben 28 bei nicht betätigter Bremse keinem Reibungs- oder Strömungswiderstand unterworfen.

Die durch den Strömungsdurchgang 45 in jeder Statorplatte 46 und die Ausnehmung 39 in der zweiten Ringwand 34 umzuwälzende, für die Kühlung der Reibungsflächen dienende Flüssigkeit kann Wasser oder Öl sein. Bei Verwendung der für die Antriebsmaschine benutzten Kühlflüssigkeit (für Bremsenkühlung) wird die Bereitstellung dieser Kühlflüssigkeit vereinfacht.

Die Ausnehmung 39 kann in mehrere Strömungsdurchgänge oder -kanäle unterteilt sein, indem eine Trennwand in der Mitte der Ausnehmung 39 vorgesehen wird, um die Kühlflüssigkeit zum Inneren der zweiten Ringwand 34 zu verteilen.

Aufgrund der beschriebenen Konstruktion und Wirkungsweise der erfindungsgemäßen flüssigkeitsgekühlten Scheibenbremse sind die sich mit den Rädern mitdrehenden Bremsscheiben keinem Widerstand von den drehfesten Elementen her unterworfen. Die erfindungsgemäße Scheibenbremse hat also keinen ungünstigen Einfluß auf Antriebsleistung bzw. Leistungsverhalten und Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs.


Anspruch[de]
  1. 1. Flüssigkeitsgekühlte Scheibenbremse für Kraftfahrzeuge, gekennzeichnet durch

    eine drehbare Achswelle,

    mindestens eine auf der Außenumfangsfläche der Achswelle aufmontierte Bremsscheibe, die gegenüber der Achswelle drehfest, aber über eine kleine Strecke axial verschiebbar ist,

    einen am Fahrzeugaufbau befestigten Bremssattel mit einer ersten Wand, einer der ersten Wand gegenüberliegenden zweiten Wand und einer dritten Wand, wobei der Bremssattel einen im wesentlichen U-förmigen, an der Innenumfangsseite offenen Querschnitt aufweist und den gesamten Umfang (perimeter) der Bremsscheibe umschließt, und wobei die zweite Wand hohl ausgebildet ist, so daß Kühlflüssigkeit durch ihren hohlen Bereich umwälzbar ist,

    eine an der Innenseite der ersten Bremssattel-Wand vorgesehene und bei Bremsenbetätigung betätigte Einrichtung zum Andrücken gegen die Bremsscheibe sowie

    mindestens eine im Öffnungsabschnitt des U-förmigen Bremssattels vorgesehene und letzterem gegenüber drehfest angeordnete Statorplatte oder -scheibe, die zur Hervorbringung einer Bremswirkung durch die Andruckeinrichtung gegen die Bremsscheibe andrückbar ist und in welcher mindestens ein Strömungsdurchgang, durch den die Kühlflüssigkeit umwälzbar ist, ausgebildet ist,

    sowie dadurch gekennzeichnet, daß die dritte Wand des Bremssattels mindestens eine Ausnehmung aufweist, welche den Strömungsdurchgang in der Statorplatte mit einem anderen Strömungsdurchgang derselben unter Aufrechterhaltung der vorgesehenen Flüssigkeitsdichtheit gegenüber Innen- und Außenseite des Strömungsdurchgangs verbindet.
  2. 2. Scheibenbremse nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zum Zuführen und Abführen der Kühlflüssigkeit zum bzw. vom Strömungsdurchgang in der Statorplatte.
  3. 3. Scheibenbremse nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlflüssigkeit-Zuführ- und -Abführeinrichtung mit je einem Kühlflüssigkeit-Einlaß und -Auslaß versehen ist, die in der Umfangswand (des Bremssattels) ausgebildet und flüssigkeitsdicht mit den jeweiligen Enden des Strömungsdurchgangs in der Statorplatte verbunden sind.
  4. 4. Scheibenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlflüssigkeit-Zuführ- und -Abführeinrichtung mit biegsamen Schläuchen versehen ist, die flüssigkeitsdicht an die Enden des Strömungsdurchgangs in der Statorplatte angeschlossen sind.
  5. 5. Scheibenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Andruckeinrichtung einen sich zur Innenfläche der ersten Wand öffnenden Zylinder und einen im Zylinder geführten Kolben umfaßt.
  6. 6. Scheibenbremse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bremsscheibe eine(n) ringförmige(n) Metallbasis oder -träger sowie aus Sintermaterial oder Kohlenstoff geformte (Brems-)Beläge, die an beiden Seiten der Metallbasis angebracht sind, aufweist.






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