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Dokumentenidentifikation DE3636633A1 11.05.1988
Titel Schneidwalze für in fallend geführten Abbaubetrieben des Untertagebergbaues eingesetzte Walzenmaschinen
Anmelder Gebr. Eickhoff Maschinenfabrik u. Eisengießerei mbH, 4630 Bochum, DE
Erfinder Horst, Hans-Dieter, Dr.-Ing., 4630 Bochum, DE
DE-Anmeldedatum 28.10.1986
DE-Aktenzeichen 3636633
Offenlegungstag 11.05.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 11.05.1988
IPC-Hauptklasse E21C 25/10

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schneidwalze mit einem zylinderischen Grundkörper, der mit sich über seine Länge erstreckenden schraubenlinienförmigen Mitnehmerleisten besetzt ist, für in fallend geführten Abbaubetrieben des Untertagebergbaues eingesetzte Walzenmaschinen.

Durch die DE-AS 27 01 886 ist eine Schrämmaschine bekanntgeworden, die bei fallendem Verhieb in steil gelagerten Flözen eingesetzt wird. Die Schrämwalze dieser Maschine ist als Kegelwalze mit zum Austragsende größerem Durchmesser ausgebildet und besitzt einen dem Einfallwinkel des Flözes angepaßten kegelstumpfförmigen Körper. Mit ihrer das Hangende freischneidenden Oberseite ist diese Schrämwalze parallel zur Hangendfläche eingestellt, so daß die hereingewonnene Kohle auf der Walzenunterseite auf einer zum Strebfördermittel abfallenden Fläche ausgetragen wird.

Weiterhin zeigt die DE-OS 35 11 573 bereits eine Schrämwalze für im Untertagebergbau eingesetzte Walzenschrämmaschinen, die einen sich in Austragrichtung verjüngenden, konischen Grundkörper aufweist. Im Schramtiefsten wird dieser Grundkörper von einem kegelstumpfförmigen Schlußring begrenzt, der dem Grundkörper seine kleinere Grundfläche zuwendet. Mitnehmerleisten gehen vom Schlußring aus und erstrecken sich schraubenlinienförmig über die Umfangsfläche des Grundkörpers. Die Umfangsfläche des Grundkörpers verjüngt sich mindestens um den Reibungswinkel, also gegenüber der Schrämwalzenachse um 5° bis 15°. Sie trägt die rechtwinklig auf ihr angeordneten Mitnehmerleisten, deren Steigung zum Austragende hin abnimmt und deren äußere Kante auf ihrer ganzen Länge konstanten Abstand zur Schrämwalzenachse hat.

Bei einer Schneidwalze, die in einem fallend geführten Abbaubetrieb das Liegende des Flözes freizuschneiden hat, verschlechtert sich der Haufwerksaustrag mit zunehmendem Einfallwinkel. Ursache ist die in Einfallrichtung auf die einzelnen Haufwerksteile einwirkende Hangabtriebskraft, die neben der Reibung den Bemühungen der Mitnehmerleisten der Schneidwalze entgegenwirkt, also den Haufwerksaustrag behindert.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schneidwalze zu schaffen, die sich besonders für Walzenmaschinen eignet, die das anstehende Flöz in fallend geführten Abbaubetrieben hereingewinnen und in solchen Betrieben den Haufwerksaustrag verbessert.

Zur Lösung dieser Aufgabe geht die Erfindung von der eingangs erläuterten Schneidwalze aus und schlägt vor, die Mitnehmerleisten in Austragrichtung der Schneidwalze derart geneigt auf der Mantelfläche des Grundkörpers anzuordnen, daß sie mit der Mantelfläche einen Winkel von (90°-a) einschließen, wobei der Winkel (a) dem Einfallwinkel des hereinzugewinnenden Flözes entspricht und der Bereich zwischen den Mitnehmerleisten mit je einem Flächenabschnitt besetzt ist, der auf der Rückseite der Mitnehmerleiste vom Leistenfuß ausgeht, sich bis zur Vorderseite der nachfolgenden Mitnehmerleiste erstreckt und mit der Mantelfläche des Grundkörpers einen Winkel einschließt, der größer als der Einfallwinkel (a) des Flözes ist. Bei einer derart ausgebildeten Schneidwalze wird das sich zum überwiegenden Teil am Liegenden ansammelnde und hier von den Mitnehmerleisten erfaßte Haufwerk in Richtung auf das Strebfördermittel ausgetragen. Infolge der Neigung der Mitnehmerleisten gegenüber der Mantelfläche des Walzenkörpers wirkt bei diesem Vorgang auf die einzelnen Haufwerksteile nicht nur eine sie in Richtung auf das Strebfördermittel bewegende Komponente ein, sondern es ist gleichzeitig auch eine vertikale Komponente wirksam, die das Bestreben hat, das einzelne Haufwerksteil vom Liegenden abzuheben. Sie vermindert die Reibung des Haufwerks auf dem Liegenden und verbessert dadurch den Haufwerksaustrag. Darüber hinaus wird wegen der vorgeschlagenen Neigung der zwischen den Mitnehmerleisten befindlichen Flächenabschnitte der Haufwerksaustrag auch im oberen Schneidwalzenbereich verbessert, da hier die einzelnen Haufwerksteile auf zum Strebfördermittel abfallenden Flächenabschnitten liegen, was in Verbindung mit der auf sie einwirkenden Fliehkraft gleichfalls die Reibung reduziert und den Haufwerksaustrag auch in diesem Walzenbereich fördert.

Nach einem weiteren Erfindungsmerkmal sollte bei einer Schneidwalze, die mit einem sich zum Walzenkörper hin verjüngenden konischen Schlußring versehen ist, der Winkel, den die Mantelfläche des Schlußringes mit den Flächenabschnitten einschließt, 120° betragen. Ein in Richtung zum Austragende der Schneidwalze derart geneigter Schlußringmantel leitet das von den Schneidwerkzeugen des Schlußringes gelöste Gut den Zwischenräumen der Mitnehmerleisten auch dann wirkungsvoll zu, wenn die Schneidwalze in einem fallend geführten Abbaubetrieb eingesetzt ist.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in einer Abbildung dargestellt und im folgenden Beschreibungsteil näher erläutert.

Die Schneidwalze ist mit (1) bezeichnet. Sie ist für den Einsatz an Walzenladern bestimmt, die in fallend geführten Abbaubetrieben des Untertagebergbaus eingesetzt sind. Mit ihrem zylinderischen Grundkörper (2) umschließt sie das nicht dargestellte Untersetzungsgetriebe, das Teil des zur Höhenverstellung der Schneidwalze (1) dienenden, nicht dargestellten Maschinentragarmes ist. Abbaustoßseitig schließt ein Deckel (3) den Grundkörper (2) der Schneidwalze (1) ab. Weiterhin befindet sich ein Flansch (4) innerhalb des Grundkörpers (2), der in seiner quadratischen Ausnehmung (5) die entsprechend geformte Abtriebswelle des Untersetzungsgetriebes formschlüssig aufnimmt und mit dem Untersetzungsgetriebe durch in den Bohrungen (6) angebrachte, nicht dargestellte Schrauben verbunden ist.

Der über seinem Umfang mit Lösewerkzeugen (7) besetzte Schlußring (8) schneidet die Walze (1) im Bereich der Abbaufront (9) frei. Er besteht aus einer zum Grundkörper (2) der Schneidwalze (1) kegelstumpfförmig abfallenden Mantelfläche, von der die beiden schraubenlinienförmig um die ganze Länge des Grundkörpers (2) herumgeführten Mitnehmerleisten (10) ausgehen.

Der im Schnitt dargestellten unteren Walzenhälfte entnimmt man, daß die Mitnehmerleisten (10) gegenüber der Achse (11) der Schneidwalze (1) um den Winkel (90°-a) geneigt sind. Dabei entspricht der Winkel (a) dem Einfallwinkel (a) des abzubauenden Flözes. Infolgedessen schließen die Mitnehmerleisten (10) mit dem Liegenden, auf welchem sich das gelöste Gut zum überwiegenden Teil ansammelt, einen Winkel von (90°+a) ein, wie die Abbildung deutlich zeigt. Unter diesem Winkel wirken die Mitnehmerleisten (10) auf das Haufwerk ein und schieben die einzelnen Haufwerksteile in Richtung auf das nicht dargestellte Strebfördermittel, das sich unterhalb des Walzenladers befindet. Bei diesem Vorgang werden - bedingt durch die Schräglage der Mitnehmerleisten (10) gegenüber der Walzenachse (11) die Haufwerksteile auch vom Liegenden abgehoben, so daß sich die Reibung zwischen dem Haufwerk und dem Liegenden vermindert. Diese Maßnahme wirkt der durch die Flözneigung bedingten Verschlechterung des Haufwerksaustrages entgegen.

Zwischen den Mitnehmerleisten (10) befindliche Flächenabschnitte (12) sorgen dafür, daß auch im oberen Umfangsbereich der Schneidwalze (1) Verhältnisse herrschen, die den Haufwerksaustrag begünstigen. Diese Flächenabschnitte (12) gehen, wie der geschnitten dargestellte Walzenteil zeigt, von der Rückseite der Mitnehmerleisten (10), und zwar von deren Fuß, aus und erstrecken sich bis zur Vorderseite der nachfolgenden Mitnehmerleiste (10). Mit der Mantelfläche des Grundkörpers (2) schließen sie einen Winkel ein, der im Ausführungsbeispiel gleich dem Einfallwinkel (a) des Flözes ist. Daher befinden sich die auf der Walzenoberseite zwischen den Mitnehmerleisten (10) befindlichen Haufwerksteile auf einer Fläche, die zumindest waagerecht verläuft, aber immer dann, wenn der Winkel größer als der Einfallwinkel (a) des Flözes gewählt wurde, schräg in Austragrichtung der Schneidwalze (1) abfällt.

Um auch im Bereich des Schlußringes günstige Einlaufverhältnisse für das zwischen die Mitnehmerleisten (10) eintretende Gut zu schaffen, sollte der Winkel, den der Flächenabschnitt (12) mit der Mantelfläche des Schlußringes (8) einschließt, 120° betragen.


Anspruch[de]
  1. 1. Schneidwalze mit einem zylindrischen Grundkörper, der mit sich über seine Länge erstreckenden schraubenlinienförmigen Mitnehmerleisten besetzt ist, für in fallend geführten Abbaubetrieben des Untertagebergbaues eingesetzte Walzenmaschinen, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitnehmerleisten (10) in Austragrichtung der Schneidwalze (1) geneigt auf der Mantelfläche des Grundkörpers (2) angeordnet sind und mit der Mantelfläche einen Winkel von (90°-a) einschließen, wobei der Winkel (a) dem Einfallwinkel des hereinzugewinnenden Flözes entspricht und der Bereich zwischen den Mitnehmerleisten (10) mit je einem Flächenabschnitt (12) besetzt ist, der auf der Rückseite der Mitnehmerleiste (10) vom Leistenfuß ausgeht, sich bis zur Vorderseite der nachfolgenden Mitnehmerleiste (10) erstreckt und mit der Mantelfläche des Grundkörpers (2) einen Winkel einschließt, der größer als der Einfallwinkel (a) des Flözes ist.
  2. 2. Schneidwalze nach Anspruch 1, die mit einem sich zum Walzenkörper hin verjüngenden konischen Schlußring versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Winkel den die Mantelfläche des Schlußringes (8) mit den Flächenabschnitten (12) einschließt, 120° beträgt.






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