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Dokumentenidentifikation DE3308032C2 19.05.1988
Titel Kochherd mit Backofen und Kochmulde
Anmelder Bosch-Siemens Hausgeräte GmbH, 7000 Stuttgart, DE
Erfinder Detterbeck, Heinrich;
Zimmermann, Kurt, 8225 Traunreut, DE
DE-Anmeldedatum 07.03.1983
DE-Aktenzeichen 3308032
Offenlegungstag 13.09.1984
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.05.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.05.1988
IPC-Hauptklasse F24C 15/30
IPC-Nebenklasse A47B 77/08   
Zusammenfassung Der Kochherd besteht aus einer, in einer Arbeitsplatte angeordneten Kochmulde und aus einem darunter angeordneten Backofen, der an der Kochmulde hängend und relativ verschiebbar gelagert ist. Erfindungsgemäß bilden Kochmulde und Backofen eine zusammenhängende Baueinheit, wobei die Kochmulde in eine frontseitig offene Führungsbahn zwischen zwei Arbeitsplatten bis zu einem Anschlag einschiebbar ist und der mitbewegte Backofen bis zum Anschlag an der Möbelfront verschiebbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Kochherd mit Backofen und Kochmulde gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.

Bei einem bekannten Kochherd dieser Art US 33 76 861) ist der Backofen mit der Kochmulde fest zu einer funktionsfertigen, d. h. fertig verdrahteten Baueinheit verbunden. Diese Baueinheit kann von der Frontseite her auf die Stirnkante zweier Arbeitsplatten horizontal in die Arbeitsstellung eingeschoben werden, wo sie hängend gelagert ist.

Bei einem bekannten Einbaukochgerät (DE-AS 26 47 156) ist an der Unterseite der in einen Ausschnitt einer Küchen-Arbeitsplatte eingesetzten Kochmulde wenigstens eine horizontale Führungsschiene angeordnet, mit der der unterhalb der Kochmulde liegende Einbaubackofen in der Weise verbunden ist, daß er in horizontaler Richtung relativ zur Kochmulde verschiebbar ist und durch sein Gewicht die Kochmulde gegen die Arbeitsplatte drückt. Zwar erhält man hierdurch eine lagemäßige Justierung von Kochmulde und Backofen, jedoch ist die Montage des Einbaukochgerätes insofern relativ aufwendig, als Kochmulde und Backofen als separate Baueinheiten ausgebildet sind und in aufeinanderfolgenden Arbeitsschritten in das Küchenmöbel eingebaut werden, wobei während dieser Montagearbeiten sämtliche elektrischen oder anderweitigen Verbindungen zwischen Kochmulde und Backofen hergestellt werden müssen, sofern eine funktionelle Verbindung zwischen Kochmulde und Backofen vorhanden ist, was im allgemeinen auch der Fall ist. Ganz ähnliche Schwierigkeiten ergeben sich bei anderen bekannten Ausführungen mit verschiebbarer Verbindung von Kochmulde und Backofen (DE-PS 22 04 837, DE-AS 14 54 260), da auch hier die Kochmulde in einen von der Arbeitsplatte allseitig begrenzten Ausschnitt von oben her eingesetzt werden muß und dann erst in einem separaten Arbeitsgang der Backofen in die Möbelnische eingeschoben werden kann. Bei einer weiteren bekannten Ausführung (AT 2 27 405) ist unterhalb der Arbeitsplatte ein Backofen einschiebbar, wobei dieser Backofen in Schienen hängend gelagert ist, die an Möbelteilen befestigt sind.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kochherd der im Oberbegriff des Patentanspruches 1 genannten Art so auszugestalten, daß unter Beibehaltung der Vorteile einer fertig verdrahteten und funktionsfertigen Baueinheit von Backofen und Kochmulde die einzelnen Geräteteile dennoch unabhängig voneinander an die Gegebenheiten des die Baueinheit aufnehmenden Küchenmöbels angepaßt werden können.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch die im Kennzeichnungsteil des Patentanspruches 1 angegebene Lehre zum technischen Handeln gelöst.

Durch die Möglichkeit, schon im Herstellungsbetrieb Kochmulden und Backofen als einstückige Montageeinheit auszubilden, ergibt sich insbesondere der Vorteil, daß sämtliche elektrischen und sonstigen Verbindungen zwischen Kochmulde und Backofen betriebsfertig vormontiert sein können. Auf diese Weise besteht beispielsweise die Möglichkeit, zwischen Kochmulde und Backofen-Schaltkasten Regler-Kapillarverbindungen vorzusehen, die den einzelnen Kochstellen zugeordnet sind. Durch die begrenzte relative Verschiebbarkeit zwischen Kochmulde und Backofen besteht keinerlei Gefahr, daß während der Montage diese an sich empfindlichen Kapillaren Schaden nehmen. Vorteile ergeben sich auch hinsichtlich der elektrischen Verbindung zwischen Kochmulde und Backofen, da aufgrund der vorgenannten relativ kleinen Verschiebewege nur sehr kurze Verbindungsleitungen benötigt werden. Der erfindungsgemäße Kochherd wird als Baueinheit an den Montageort angeliefert und kann auch von solchem Montagepersonal montiert werden, das für die Endmontage von elektrischen oder hydraulischen Verbindungen an sich nicht qualifiziert wäre. In jedem Falle gestaltet sich die Montage denkbar einfach, indem der Kochherd als Einheit zwischen die Arbeitsplatten bis zu einem vorgegebenen Anschlag eingeschoben wird und danach der Backofen relativ gegenüber der Kochmulde verschoben wird soweit, bis volle Flächenbündigkeit zwischen Backofenfrontseite und Möbelfront vorhanden ist. Die Lagegenauigkeit, z. B. Flächenbündigkeit von Kochmulde und Backofen, ergibt sich hierbei von selbst ohne weiteres Zutun, ohne weitere Justierarbeiten. Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Erfindung ist darin zu sehen, daß durch die hängende Lagerung des Backofens die Lagerstelle des Backofens oberhalb des Bedienbereiches, also oberhalb der Muffelöffnung liegt, so daß auch bei starker mechanischer Belastung des in die Ofenmuffel einschiebbaren Gargutträgers, z. B. eines sogenannten Backwagens, ein Kippen des Backofens nicht zu befürchten ist.

Eine vorteilhafte, relativ verschiebbare Kupplungsverbindung zwischen Kochmulde und Backofen ergibt sich gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung dadurch, daß in den vorzugsweise als Winkelschienen ausgebildeten und an Seitenwangen der Kochmulde befestigten Führungschienen langgestreckte Führungsöffnungen vorgesehen sind, in denen mittels Kupplungselementen, vorzugsweise mittels Bundlagerschrauben das Backofengehäuse hängend gelagert ist.

Die Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung dargestellten und nachstehend beschriebenen Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 die Draufsicht auf einen Kochherd und das ihn aufnehmende Küchenmöbel, in einer Zwischenstellung während des Einbauvorganges,

Fig. 2 eine Schnittdarstellung des Küchenmöbels gemäß Fig. 1,

Fig. 3 und 4 die Frontansicht und Schnittansicht des Kochherdes mit Küchenmöbel,

Fig. 5 eine Einzelheit von Küchenmöbel und Backofen in Schnittansicht gemäß Fig. 4.

Fig. 1 zeigt einen Teil einer Küchenzeile mit zwei Arbeitsplatten 1, die z. B. längs einer Stellwand aufgestellt sind und mit ihren Rückseiten 2 an der nicht dargestellten Stellwand anstoßen. An den einander gegenüberliegenden Stirnkanten 3 dieser Arbeitsplatten 1 (vergleiche Fig. 1, 3 und 4) sind praktisch in der gesamten Länge dieser Stirnkanten sich erstreckende streifenartige Lagerwangen 4 z. B. mittels Schrauben 5 befestigt. Der Abstand der beiden Stirnkanten 3 bzw. deren Lagerwangen 4 voneinander ist so gewählt, daß in die Lücke zwischen den Lagerwangen 4 eine allgemein mit 6 bezeichnete, in Fig. 1 nur schematisch dargestellte Kochmulde hineinpaßt. Die Lagerwangen 4 bilden eine horizontale Führungsbahn 7 für die Kochmulde 6, auf der die Kochmulde 6 in Richtung des Doppelpfeiles zur Rückseite 2 hin verschiebbar ist, wobei beim Ausführungsbeispiel die Lagerwangen 4 geringfügig die horizontale Oberfläche der Arbeitsplatten 1 überragen, wie Fig. 3 und 4 zeigt. Die Kochmulde 6 hat im Grundriß eine derartige Ausdehnung, daß die Baulänge 1 zumindest annähernd der Plattentiefe t der Arbeitsplatten 1 entspricht. Vorzugsweise hat mit Ausnahme des frontseitigen Bereiches die Kochmulde 6 in vertikaler Richtung eine Bauhöhe, die zumindest nicht wesentliche die Plattendicke der Arbeitsplatten 1 übersteigt. Besonders deutlich ist in den Fig. 1 und 2 gezeigt, daß unterhalb der Arbeitsplatten 1 Küchenmöbel 8, z. B. Unterbauschränke und dergleichen angeordnet sind, die den Arbeitsplatten 1 als Basis dienen. Diese Küchenmöbel 8 bestehen aus Fußteilen 9, einer senkrechten Möbelfront 10 sowie aus jeweils einer Nischenwand 11, welche Nischenwände die Einbaunische 12 seitlich begrenzen. Beim Ausführungsbeispiel stützt sich auf dem Fußteil 9 eine Grundplatte 13 ab, die die Einbaunische 12 nach unten hin begrenzt. Allgemein mit 14 ist ein Backofen, ein sogenannter Einbau-Backofen bezeichnet, der ebenfalls in Richtung des Doppelpfeiles in die Einbaunische 12 zur Rückseite 2 hin einschiebbar ist. Wie nachstehend noch näher erläutert, bilden Kochmulde 6 und Backofen 14 eine zusammenhängende transportfähige Baueinheit, wobei der Backofen 14 in Führungsschienen der Kochmulde 6 hängt und relativ gegenüber der Kochmulde 6 in Pfeilrichtung verschiebbar ist. Bei der Montage des Kochherdes wird diese Baueinheit in die Einbaunische 12 eingeschoben, wobei die Kochmulde 6 auf der Führungsbahn 7, d. h. auf den Lagerwangen 4 in horizontaler Richtung stufenlos nach hinten verschoben wird, bis zu rückseitigen Anschlägen 15, an denen die Kochmulde mit der rückwärtigen Kante anschlägt. Nach dem Einschieben der Kochmulde 6 in die korrekte, sich von selbst ergebende Montagestellung wird der Backofen 14 in der gleichen Richtung leicht verschoben, bis er z. B. mit beidseitigen Anschlagflanschen 16 an der Möbelfront 10 anschlägt, womit wiederum selbsttätig die korrekte Montagestellung erreicht ist, in welcher die Frontseite des Backofens 14 mit der Möbelfront 10 fluchtet. Diese relative Verschiebbarkeit des Backofens 10 gegenüber der Kochmulde 6 z. B. um den Stellweg a ist wichtig, da bei verschiedenen Küchenmöbeln der Rücksprung b zwischen Arbeitsplatte 1 und Möbelfront 10 verschieden groß ist. Durch die Relativverschiebung erhält man einen stufenlosen Ausgleich dieses Rücksprunges b (Fig. 2).

In den Fig. 3 und 4 ist der allgemeine Aufbau und die Gestalt von Kochmulde 6 und Backofen 14 verdeutlicht. Die Kochmulde 6 hat als Basis einen rahmenartigen Träger 17 mit seitlichen horizontalen Lagerstegen 18, mit denen sich die Kochmulde 6 auf den Lagerwangen 4 abstützt. In den Träger 17 ist eine z. B. aus Glaskeramik bestehende Kochplatte 19 eingesetzt, unterhalb derer sich nicht weiter dargestellte Heizelemente und dergleichen befinden.

Beim Ausführungsbeispiel weist der Träger 17 an der Frontseite nach unten gezogene Wangen 20 auf, zwischen denen sich ein schräggeneigtes Bedientableau 21 mit Schalterknebeln und dergleichen sowie evtl. noch Steuer- und Regeleinrichtungen befinden, die mit den Bedienorganen des Bedientableaus 21 in funktioneller Verbindung stehen. An Seitenwangen 22 der Kochmulde ist z. B. mittels Schrauben 23 jeweils eine in Form einer Winkelschiene ausgebildete langgestreckte Führungsschiene 23 befestigt, die mit langgestreckten, langlochartigen Führungsöffnungen 25 versehen ist. In diesen Führungsöffnungen 25 sind Kupplungselemente in Form von Bundlagerschrauben 26 verschiebbar gelagert. An diesen Bundlagerschrauben 26 sind die gegenüberliegenden Seitenwände 27 des Gehäuses des Backofens 14 eingehängt und befestigt. Damit ist der Backofen 14 z. B. um den Stellweg a gegenüber der Kochmulde 6 horizontal verschiebbar. Der Backofen weist innerhalb des vorgenannten Gehäuses eine Backofenmuffel 28 auf, die durch eine Backofentür 29 verschließbar ist. Hierzu wird auch auf Fig. 5 verwiesen. An der Frontseite hat das Backofengehäuse seitliche Anschlagflansche 30, die dieselbe Bedeutung haben wie die Anschlagflansche 16 gemäß Fig. 1. Beim Ausführungsbeispiel dienen als Anschlag für den Backofen 14 die frontseitigen Stirnkanten der senkrechten Nischenwände 11, an denen die Anschlagflansche 30 des eingeschobenen Backofens 14 anschlagen, wie Fig. 5 zeigt. Mittels Schrauben 31 kann der Backofen 14 in der Sollstellung gesichert werden. Als Anschlag für die horizontal verschiebbare Kochmulde können entweder Anschlagelemente 15 gemäß Fig. 1 oder aber die rückwärtige Stellwand des Aufstellungsraumes dienen. Die Fig. 3 und 4 zeigen deutlich, daß der Backofen 14 in den Führungsschienen 24 der Kochmulde 6 hängend gelagert ist, so daß zwischen der Backofenunterseite und der Grundplatte 13 ein kleiner Spalt verbleibt. Eine Flächenbündigkeit von Möbelfront 10 und Backofenfront wird dadurch erzielt, daß die frontseitigen Stirnkanten der Nischenwände 11 gegenüber der Möbelfront 10 zurückgesetzt sind (Fig. 5) und daß die Anschlagflansche 30 am Backofen ihrerseits um das Rücksetzmaß der vorgenannten Stirnkanten gegenüber der Backofenfront 32 zurückgesetzt sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Kochherd mit Backofen und Kochmulde, der als funktionsfertige Baueinheit in eine Einbau-Nische eines Küchenmöbels einschiebbar ist, wofür durch die Stirnkanten zweier voneinander beabstandeter Arbeitsplatten des Küchenmöbels eine Führungsbahn gebildet ist, auf der der Kochherd verschiebbar und hängend gelagert und bis zu einem Anschlag einschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß an der Unterseite der Kochmulde (6) Führungsschienen (24) angeordnet sind, in denen der Backofen (14) hängend gelagert ist und auf denen er anschlagbegrenzt um ein vorbestimmtes Maß gegenüber der Kochmulde (6) relativ verschiebbar ist.
  2. 2. Kochherd nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in den vorzugsweise als Winkelschienen ausgebildeten und an Seitenwangen (22) der Kochmulde (6) befestigten Führungsschienen (24) langgestreckte Führungsöffnungen (25) vorgesehen sind, in denen mittels Kupplungselementen vorzugsweise mittels Bundlagerschrauben (26), das Backofengehäuse hängend gelagert ist.
  3. 3. Kochherd nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Anschlag für den Backofen (14) die frontseitigen Stirnkanten von die Einbau-Nische (12) seitlich begrenzenden Nischenwänden (11) dienen, die gegenüber der Möbelfront (10) zurückgesetzt sind, und daß am Backofengehäuse seitliche Anschlagflansche (30) vorgesehen sind, die ihrerseits um das Rücksetzmaß der Stirnkanten gegenüber der Backofenfront (32) zurückgesetzt sind.






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