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Dokumentenidentifikation DE3623405C2 18.08.1988
Titel Bogengreifer für bogenverarbeitende Maschinen
Anmelder Miller-Johannisberg Druckmaschinen GmbH, 6200 Wiesbaden, DE
Erfinder Weisgerber, Willi, 6222 Geisenheim, DE
Vertreter Roever, H., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 6800 Mannheim
DE-Anmeldedatum 11.07.1986
DE-Aktenzeichen 3623405
Offenlegungstag 04.02.1988
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 18.08.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 18.08.1988
IPC-Hauptklasse B65H 5/14
IPC-Nebenklasse B41F 21/10   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft einen Bogengreifer für bogenverarbeitende Maschinen, insbesondere für Ein- und Mehrfarben-Druckmaschinen beliebiger Druckverfahren sowie auch für Numeriermaschinen, Lackiermaschinen, Falzapparate und dergleichen. Zur Erzielung einer Austauschbarkeit eines oder mehrerer Bogengreifer ohne Demontage der Greiferspindel ist der Bogengreifer offen ausgebildet, umfaßt die Greiferspindel um max. 180° und wird durch einen offenen Mitnehmer, der mittels einer in die Greiferspindel eingeschraubten Schraube mit dieser fest verbunden ist, über eine auf einer Seite der Greiferspindel liegende Druckfeder und eine auf der anderen Seite liegenden Justierschraube fest und radial zentrierend gegen die Greiferspindel gedrückt, wobei zur axialen Zentrierung des Bogengreifers zwischen diesem und dem Mitnehmer in beiden Axialrichtungen wirksame Anlageflächen vorgesehen sind.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Bogengreifer für bogenverarbeitende Maschinen, insbesondere für Ein- und Mehrfarben- Bogendruckmaschinen beliebiger Druckverfahren, z. B. Bogenoffsetmaschinen, Bogenhochdruckmaschinen, Bogentiefdruckmaschinen, und für Numeriermaschinen, Lackiermaschinen, Falzapparate und dergleichen.

Im folgenden wird der Einfachheit halber von Bogendruckmaschinen gesprochen; die hier angestellten Überlegungen gelten aber auch für alle anderen bogenverarbeitenden Maschinen. Bei Bogendruckmaschinen werden die zu bedruckenden Bogen, also die sogenannten Druckträger, besonders bei Mehrfarbenmaschinen von einem Zylinder an den anderen mittels Greifersystemen übergeben und auf diese Weise von Druckwerk zu Druckwerk weitertransportiert. In jedem dieser Druckwerke wird eine andere Farbe auf den Druckträger gedruckt. Von der Druckzone des einen Druckwerks bis zur Druckzone des nächstfolgenden Druckwerks können mehrere solcher Zylindergreiferübergaben notwendig sein; bei der sogenannten Reihenbauweise sind in der Regel zwei oder vier Greiferübergaben vorgesehen. Es ist klar, wie wichtig eine einwandfreie Übergabe der Druckträger von Zylinder zu Zylinder ist, um eine gute Druckqualität zu gewährleisten, und die Erreichung dieses Ziels hängt in besonderem Maße von den Greifersystemen in den Zylindern ab. In dem kompletten Greifersystem, das aus der Greiferspindel mit Greiferspindellagern, den auf der Greiferspindel sitzenden Bogengreifern und den Greiferaufschlägen besteht, spielt dann der einzelne Bogengreifer eine entscheidende Rolle, weil er in großer Stückzahl in der Maschine vorhanden ist und die Gleichmäßigkeit in bezug auf die Haltekraft, die Lage der Greiferspitze zum Greiferaufschlag, das Tragbild der Greiferspitzenfläche und die Leichtgängigkeit auf der Greiferwelle gewährleistet sein muß. Um den Bogen ohne die geringste Verschiebung von Druckzone zu Druckzone zu transportieren, sind Greifersysteme von großer Stabilität und Präzision erforderlich. Insbesondere müssen die Bogengreifer untereinander sehr gleichmäßig sein. Man rechnet beim Offsetdruckverfahren beispielsweise mit einer notwendigen Zugkraft (das ist die Kraft, um den Bogen aus dem Druckspalt zu ziehen) von 1 kg pro cm Bogenbreite. Das bedeutet eine Kraft von etwa acht bis 10 kg pro Greifer, weil ja nicht jeder cm der Bogenbreite erfaßt werden kann. Auf keinen Fall darf der Bogen sich während des Druckvorganges und auf dem übrigen Transportweg im Greifer verschieben.

Bei einer Bogenrotations-Offsetdruckmaschine übernimmt der Druckzylinder des ersten Druckwerks den Bogen (Druckträger) von dem Bogenanlagesystem, führt den Bogen durch die erste Druckzone zwischen Gummizylinder und Druckzylinder und übergibt ihn im Tangentenbereich zwischen Druckzylinder und Transferzylinder an den Transferzylinder. Der gleiche Vorgang wiederholt sich von Zylinder zu Zylinder durch die ganze Maschine. In einer Sechsfarbenmaschine dieser Bauart sind also insgesamt 22 Greifersysteme, jedes mit einer Vielzahl von einzelnen Bogengreifern, vorhanden. Die Anzahl der Bogengreifer ist also sehr hoch. Da die Bogengreifer Verschleißelemente sind, müssen sie von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden. Wegen der Vielzahl von Bogengreifern ist es also von allergrößter Wichtigkeit, daß der Bogengreiferaustausch möglichst einfach und schnell möglich ist, und es ist erstrebenswert, daß diese Arbeit auch von weniger geschulten Arbeitskräften durchgeführt werden kann.

Von den bisher bekannten Bogengreiferkonstruktionen werden diese Anforderungen nicht erfüllt.

Die DE 23 07 126 C3 zeigt einen Greifer, der so aufgebaut ist wie 90% der üblichen Bogengreifer für Bogendruckmaschinen; er unterscheidet sich davon lediglich durch die Art und Weise der Veränderungsmöglichkeit der Haltekraft. Ein Nachteil dieser Konstruktion ist, daß hier ein Klemmstück auf die Greiferspindel mit seiner Bohrung geschoben werden muß, und das ist bei zehn bis zwanzig Bogengreifern auf einer Greiferspindel sehr umständlich. Die Greiferspindel selbst ist, über ihre Länge verteilt, in mehreren Lagerböcken gelagert, und daher müssen die Klemmstücke der Bogengreifer und die Lagerböcke in bestimmter Reihenfolge auf die Greiferspindel aufgefädelt werden. Der Greifer selbst umschließt das Klemmstück und muß ebenfalls mit seinen beiden Naben auf die Greiferspindel eingefädelt werden. Bevor der komplette Bogengreifer, der ja aus Klemmstück, Greifer, Druckfeder, Klemmschraube und Justierschraube besteht, eingefädelt wird, muß das Klemmstck zwischen die beiden Naben des Greifers eingesetzt und gemeinsam mit den fluchtenden Bohrungen auf die Greiferspindel geschoben werden. Hierzu muß die Greiferspindel aus dem Zylinder ausgebaut werden. Das wirkt sich bei der Notwendigkeit eines Austauschs aller oder einzelner Greifer recht nachteilig aus. Je nach den zu verarbeitenden Druckträgern und je nach Format sind die Intervalle, in denen die Greifer ausgetauscht werden müssen, mehr oder weniger groß; außerdem passiert es immer wieder einmal, daß ein einzelner Greifer durch Fremdeinwirkung defekt wird und ausgetauscht werden muß. In diesen Fällen kann, wegen der Umständlichkeit des Austauschs, nur ein Werksmonteur die Austauscharbeit ausführen, denn es müssen eine ganze Reihe von Arbeiten ausgeführt werden, zu denen nicht jeder Monteur in der Lage ist. Es müssen immerhin die Greiferspindel-Lagerböcke samt Greiferspindel mit Kurvenhebel, Spindelfederung usw. aus dem Zylinder ausgebaut werden, und bei einer Mehrfarbenmaschine können das bis zu 25 Druckzylinder und Transferzylinder sein, in denen allen die kompletten Greiferspindeln aus- und wieder eingebaut werden müssen. Die teure Maschine steht deshalb mitunter mehrere Tage still, und die Kosten eines Bogengreifer- Austauschs sind sehr hoch.

Ein weiterer Nachteil ist darin zu sehen, daß eine solche Greiferkonstruktion recht schwer ist, was sich bei Leistungssteigerungen durch die hohen Massenkräfte sehr nachteilig auswirkt. Die Greiferspindel mit den vielen kompletten Bogengreifern muß nämlich in nur wenigen Millisekunden eine Schwenkbewegung von ca. 20° ausführen. Bei der angestrebten weiteren Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit der Druckmaschinen kommt es daher auf die Reduzierung des Greifergewichts um jedes einzelne Gramm an, zumal sich ja das Greifergewicht aller in einem Greifersystem vorgesehenen Bogengreifer addiert.

Ein weiterer Nachteil dieser Konstruktion besteht darin, daß bei Veränderung der Haltekraft mittels der hierzu vorgesehenen Justierschraube sich auch die Einstellung der Greiferspitze zum Greiferaufschlag verändert, so daß dann diese Einstellung mit der Klemmschraube des Klemmstücks durch Lösen und Verdrehen des kompletten Bogengreifers erfolgen muß. Beim Wiederanziehen dieser Klemmschraube verändert sich die vorgenommene Einstellung wiederum, wenn auch minimal, aber doch schon zuviel. Es ist aber außerordentlich wichtig, daß alle Bogengreifer auf einer Greiferspindel genau zur gleichen Zeit auf den Druckträger und den darunter befindlichen Greiferaufschlag auftreffen und sich während der Bogenübergabe an den jeweils nächsten Zylinder auch genau gleichzeitig abheben, denn nur dann ist eine paßgenaue Bogenübergabe möglich.

Aus der DE-PS 6 70 298 ist ein auf einer verschwenkbaren Spindel lose angeordneter Bogengreifer für Druckmaschinen bekannt. Dieser weist bezüglich der Austauschbarkeit die selben Nachteile auf, wie sie vorstehend unter Bezug auf die DE 23 07 126 C3 geschildert wurden. Hinzu kommt, daß hier eine Einstellbarkeit der Greiferspitze zum Greiferaufschlag, auch Greiferauflage genannt, überhaupt nicht vorgesehen ist. Es ist aber fabrikatorisch unmöglich, die Vertiefung in der Greiferspindel und die Nutentiefe im Greiferrücken zur Lage der Bohrung derart genau herzustellen, daß die vielen Greifer, die auf einer Greiferspindel sitzen, an ihren Spitzen in einer Richtung stehen, zumal sich die Fertigungstoleranzen durch die große Übersetzung von dem Greiferaufschlag bis zur Greiferspitze in der Differenz vervielfachen. Eine Ausgleichsmöglichkeit fehlt gänzlich. Auch ist die hier vorgesehene Flachfeder und ihre Anordnung sehr ungeeignet, um eine wirklich genau definierte Kraft an der Greiferspitze auszuüben. Es wurde aber schon darauf hingewiesen, daß es sehr wichtig ist, daß jeder Greifer auf einer Greiferspindel mit genau derselben Kraft den Druckträger packt.

Die Bogengreiferkonstruktion nach der DE 27 25 035 C3 erfordert eine aufwendige und teure Ausbildung der Greiferspindel, weil außer den Gewindebohrungen für jeden Greifer (auf einer langen Greiferspindel sitzen ja je nach Formatbreite der Maschine bis zu 20 Bogengreifer) eine Fläche für die Abstützung der Verstellschraube, ein Ansatz oder eine Nut für die Abstützung des Bogengreifers erforderlich sind. Besonders ein Ansatz ist, weil die Greiferspindel dann aus einem Material herausgearbeitet werden muß, dessen Ausgangsdurchmesser gleich dem Abstand der Spitze des Ansatzes von der Mittellinie der Greiferspindel ist, in der Herstellung sehr aufwendig. Eine Befestigung dieser Ansätze als Einzelstücke an der Greiferspindel wäre ebenso kostspielig, weil ja alle Ansätze ganz genau miteinander fluchten müssen. - Bei dieser Konstruktion müssen die Lagerböcke der Greiferspindel geteilt ausgeführt werden, weil man eine Welle mit festen Ansätzen sonst nicht montieren kann. Das bedeutet ebenfalls eine beträchtliche Verteuerung der Gesamtkonstruktion. Die Abfederung des Bogengreifers über ein Tellerfederpaket ist recht problematisch, weil solche aus einzelnen Tellerfedern zusammengesetzte Tellerfederpakete für dynamische hochfrequente Bewegungen recht ungeeignet sind. Wenn auch der Federweg sehr gering ist, so ist doch eine Abnutzung nicht zu vermeiden. Ungünstig ist auch das Verhältnis der Angriffsstelle der Federkraft, bezogen auf die Entfernung bis zur Greiferspitze. Hier ist nämlich eine überaus große Federkraft notwendig, um an der Greiferspitze die erforderliche Haltekraft zu erreichen, die ja, wie schon erwähnt, etwa acht bis 10 kg an der Spitze beträgt. - Nachteilig ist hier auch die Befestigung des Bogengreifers an der Greiferspindel. Da nämlich mit derselben Schraube, mit der der Bogengreifer befestigt wird, auch die Federkraft eingestellt werden muß, kann diese Schraube nicht ganz fest angezogen werden, woraus eine große Unsicherheit resultiert, obwohl die Tellerfedern eine gewisse Konterwirkung ausüben. Es ist aber eine gleichmäßig dosierte Haltekraft für alle Bogengreifer schlecht einzustellen, weil die hierzu erforderliche Feinfühligkeit nicht gegeben ist.

Aus der DD 1 01 353 ist allerdings bereits ein Bogengreifer für bogenverarbeitende Maschinen bekannt, bei dem der offen ausgebildete Bogengreifer die Greiferspindel um etwas weniger als 180° umfaßt und durch einen offenen Mitnehmer über eine auf einer Seite der Greiferspindel liegende Druckfeder sowie eine auf der anderen Seite liegende Feder und eine Justierschraube fest gegen die Greiferspindel gedrückt wird. Allerdings werden hier pro Greifer zwei Federn benötigt, wobei die Herstellung einer Balance zwischen diesen beiden Federn recht schwierig herstellbar ist. Außerdem ist zwischen Greiferfinger und Greiferspindel ein Führungsring vorgesehen, der nur eine sehr unsichere seitliche Sicherung des Greiferfingers hervorrufen kann und beispielsweise bei Auftreten von Knautschern versagt. Der Mitnehmer verläuft hier über die ganze Länge, ist also allen Greiferfingern gemeinsam; dieser Mitnehmer ist ein im Querschnitt recht großes Teil und daher, auch wegen seiner Gesamtlänge, sehr schwer. Das ist von besonderem Nachteil, weil die bei den ja sehr schnellen Greiferöffnungs- und Greiferschließ-Bewegungen auftretenden Kräfte entsprechend sehr hoch werden. Die ganze Konstruktion ist ausgesprochen aufwendig und entsprechend teuer.

Ausgehend von dieser zuletzt geschilderten bekannten Konstruktion ist Aufgabe der Erfindung die Schaffung eines Bogengreifers, der ebenfalls ohne Demontage der Greiferspindel mit ihren Lagerböcken demontierbar und remontierbar ist, aber auf der Greiferspindel selbst um bis zu 180° zentriert, dennoch aber spielfrei gelagert ist, ein geringes Gewicht aufweist, im Greiferbiß (Greiferhaltekraft) feinjustierbar und somit mit einer genau vorbestimmten Haltekraft ausgestattet ist und wegen seiner leichten Demontierbarkeit und Remontierbarkeit spielend leicht auch von Nichtfachleuten ausgetauscht werden kann und somit alle geschilderten Nachteile der bekannten Bogengreifer ausschließt.

Diese Aufgabe wird nach der Erfindung dadurch gelöst, daß der Greiferfinger unmittelbar auf der angetriebenen Greiferspindel verdrehbar gelagert und in Form eines nach außen offenen Kastens ausgebildet ist, zwischen dessen Umfassungsflächen für die Greiferspindel bildenden Seitenwänden der für jeden Greiferfinger einzeln vorgesehene Mitnehmer zum größten Teil aufgenommen wird, wobei die Innenseiten dieser Seitenwände an dem Mitnehmer als Anlageflächen zur Festlegung der Axiallage des Greiferfingers dienen und im Boden des Kastens die Umfassungsfläche in ihrer Umfangsmitte unterbrochen ist und in diese Unterbrechung eine Leiste des Mitnehmers mit einer Teilumfassungsfläche für die Greiferspindel hineinragt, durch deren Mitte der Mitnehmer mittels einer Befestigungsschraube auf der Greiferspindel befestigt ist.

Bei der erfindungsgemäßen Konstruktion wird also der Greiferfinger mit seiner Umfangsfläche, die maximal die Form einer Halbschale aufweist, durch die Druckfeder und die Justierschraube spielfrei auf die Greiferspindel gepreßt und verhält sich dennoch als einzeln federnder Greifer, wenn beim gemeinsamen Schließen des kompletten Greifersystems der Druckträger erfaßt wird. Der Mitnehmer ist durch seine Befestigungsschraube auf der Greiferspindel in seiner Lage eindeutig festgelegt. Er stützt einerseits die Druckfeder ab, die den eigentlichen Greiferfinger auf die Greiferspindel drückt. Die in eine Gewindebohrung des Mitnehmers eingeschraubte Justierschraube dient zur Feinjustierung der Greiferspitze gegenüber dem Greiferaufschlag (der Greiferauflage). Die Federkraft der Druckfeder zwischen dem Mitnehmer und dem eigentlichen Greiferfinger verhindert, daß sich beim Schließen oder Öffnen des Greiferfingers die Zentrierung auf der Greiferspindel löst. Der Austausch eines oder mehrerer Greifer ist sehr einfach; es muß nämlich lediglich die Schraube, mittels derer der Mitnehmer an der Greiferspindel befestigt ist, heraus- oder später hineingedreht werden, und dies ist ohne Heranziehung eines Spezialmonteurs möglich, weil ja die Greiferspindellager und die Greiferspindeln selbst in der Maschine, d. h. also in dem sie aufnehmenden Zylinderkanal, verbleiben können.

Bei der geschilderten praktischen Ausführungsform der Erfindung ist es zweckmäßig, daß an den beiden Längsseiten des Mitnehmers vorstehende Leisten zur Festlegung der Axiallage des Greiferfingers vorgesehen sind. In diesem Falle ist es nämlich nicht erforderlich, die gesamten Längsseiten mit der für eine Anlagefläche erforderlichen Qualität zu bearbeiten, sondern lediglich die beiden wesentlich kürzeren Längsseiten der beiden vorstehenden Leisten.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind der Greiferfinger und der Mitnehmer auf der der Schließrichtung der Greiferspitze entgegengesetzt liegenden Seite der Greiferspindel angeordnet, und die Druckfeder liegt zwischen der Greiferspindel und der Greiferspitze, während die Justierschraube auf der anderen Seite der Greiferspindel, an den freien Enden der Greiferfinger und des Mitnehmers liegt.

In solchen Fällen, bei denen der Greiferspindel-Mittelpunkt näher an den Zylinderradius gelegt werden muß, so daß bei der vorstehend beschriebenen Ausführungsform der Mitnehmer und die Schraube aus dem Zylinderradius herausragen würden, was aber aus bestimmten Gründen nicht sein darf, kann die Erfindung in der Weise, unter Vermeidung des genannten Umstands, in der Weise verwirklicht werden, daß der Greiferfinger und der Mitnehmer auf der der Schließrichtung der Greiferspitze zugekehrten Seite der Greiferspindel angeordnet sind und die Justierschraube zwischen Greiferspindel und Greiferspitze, die Druckfeder dagegen auf der anderen Seite der Greiferspindel, an den freien Enden der beiden Teile (also des Greiferfingers und des Mitnehmers) liegt.

In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.

Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung auf einen Zylinderkanal mit in diesen eingebautem komplettem Greifersystem.

Fig. 2 zeigt eine perspektivische Explosionsdarstellung eines kompletten Greiferfingers nach der ersten Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 3 ist ein Querschnitt durch den kompletten Greiferfinger in der ersten Ausführungsform nach Fig. 2.

Fig. 4 ist eine Draufsicht auf Fig. 3.

Fig. 5 ist eine perspektivische Explosionsdarstellung eines kompletten Greiferfingers der zweiten Ausführungsform der Erfindung.

Fig. 6 ist ein Querschnitt durch den Greiferfinger der zweiten Ausführungsform nach Fig. 5.

Fig. 7 ist eine Draufsicht auf Fig. 6.

Gleiche Teile sind in allen Figuren der Zeichnung mit denselben Bezugsziffern bezeichnet, auch wenn sie sich bei den beiden Ausführungsbeispielen, die in der Zeichnung dargestellt sind, an verschiedenen Stellen befinden oder eine etwas andere Formgebung aufweisen.

Mit 1 ist ein Druck-, Transfer- oder sonstiger Zylinder, der einen Bogen übernehmen soll, bezeichnet. In der üblichen Zylindergrube 2 befindet sich eine Greiferspindel 3, die in mehreren Greiferspindellagern 4 gelagert ist. Auf der Greiferspindel 3 befinden sich die Greiferfinger 5, deren Greiferspitzen 6 mit Greiferaufschlägen 13 zusammenarbeiten und zu deren Befestigung an der Greiferspindel 3 gesonderte Mitnehmer 7 dienen, die mittels Schrauben 8 in je eine Gewindebohrung 11 in der Greiferspindel 3 eingeschraubt sind und somit den Mitnehmer 7 fest mit der Greiferspindel 3 verbinden. Zwischen dem Greiferfinger 5 und dem Mitnehmer 7 befindet sich jeweils eine Druckfeder 9 und eine Justierschraube 10, die in eine Gewindebohrung 14 des Mitnehmers 7 eingeschraubt ist. Der mit der Greiferspitze 6 zusammenarbeitende Greiferaufschlag ist mit 13 bezeichnet.

Der Greiferfinger 5 ist als nach außen hin offener Kasten ausgebildet. In den Seitenwänden 15 dieses Kastens sind um max. 180° herumgehende Umfassungsflächen 16 für die Greiferspindel 3 ausgebildet. Der Mitnehmer 7 wird zum allergrößten Teil zwischen diesen Seitenwänden 15 aufgenommen. Als Anlageflächen zur Festlegung der Axiallage dienen einerseits die Innenseiten der Seitenwände 15 und andererseits an den beiden Längsseiten des Mitnehmers 7 vorgesehene vorstehende Leisten 17, die an diesen Innenseiten der Seitenwände anliegen. Im Boden 18 des den Greiferfinger 5 bildenden Kastens ist die Umfassungsfläche 16 in ihrer Umfangsmitte unterbrochen, und in diese Unterbrechung 19 ragt eine Leiste 20 mit einer Teilumfassungsfläche 21 für die Greiferspindel 3 hinein. In der Mitte dieser Teilumfassungsfläche 21 liegt die Befestigungsschraube 8 für den Mitnehmer 7.

Bei dem ersten, in den Fig. 2 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind der Greiferfinger 5 und der Mitnehmer 7 auf der der Schließrichtung der Greiferspitze 6, die mit einem strichpunktierten Pfeil 22 gekennzeichnet ist, entgegengesetzt liegenden Seite der Greiferspindel 3 angeordnet, und die Druckfeder 9 liegt zwischen der Greiferspindel 3 und der Greiferspitze 6, während die Justierschraube 10 auf der anderen Seite der Greiferspindel 3, also an den freien Enden des Greiferfingers 5 und des Mitnehmers 7 liegt.

Bei dem zweiten, in den Fig. 5 bis 7 dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Anordnung demgegenüber gerade umgekehrt getroffen. Hier liegen der Greiferfinger 5 und der Mitnehmer 7 auf der der Schließrichtung 22 der Greiferspitze 6 zugekehrten Seite der Greiferspindel 3, die Justierschraube 10 liegt zwischen der Greiferspindel 3 und der Greiferspitze 6 und die Druckfeder 9 liegt auf der anderen Seite der Greiferspindel 3, d. h. also an den freien Enden des Greiferfingers 5 und des Mitnehmers 7.

  • Liste der verwendeten Bezugsziffern

    1 Druckzylinder oder Transferzylinder

    2 Zylindergrube

    3 Greiferspindel

    4 Greiferspindellager

    5 Greiferfinger

    6 Greiferspitze

    7 Mitnehmer

    8 Schraube

    9 Druckfeder

    10 Justierschraube

    11 Gewindebohrung

    12 Axialführungsflächen

    13 Greiferaufschlag

    14 Gewindebohrung

    15 Seitenwände von 5

    16 Umfassungsflächen

    17 Leisten an 7

    18 Boden von 5

    19 Unterbrechung in 16

    20 Leiste an 7

    21 Teilumfassungsfläche an 20

    22 Schließrichtung von 6



Anspruch[de]
  1. 1. Bogengreifer für bogenverarbeitende Maschinen, wobei der Greiferfinger die Greiferspindel um maximal 180° umfaßt und durch einen Mitnehmer über eine auf mindestens einer Seite der Greiferspindel liegende Druckfeder und eine auf der anderen Seite liegende Justierschraube fest und radial zentrierend gegen die Greiferspindel gedrückt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Greiferfinger (5) unmittelbar auf der angetriebenen Greiferspindel (3) verdrehbar gelagert und in Form eines nach außen offenen Kastens ausgebildet ist, zwischen dessen, Umfangsflächen (16) für die Greiferspindel (3) bildenden Seitenwänden (15) der für jeden Greiferfinger (5) einzeln vorgesehene Mitnehmer (7) zum größten Teil aufgenommen wird, wobei die Innenseiten dieser Seitenwände (15) an dem Mitnehmer (7) als Anlageflächen zur Festlegung der Axiallage des Greiferfingers (5) dienen und im Boden (18) des Kastens die Umfassungsfläche (16) in ihrer Umfangsmitte unterbrochen ist und in diese Unterbrechung (19) eine Leiste (20) des Mitnehmers (7) mit einer Teilumfassungsfläche (21) für die Greiferspindel (3) hineinragt, durch deren Mitte der Mitnehmer (7) mittels einer Befestigungsschraube (8) auf der Greiferspindel (3) befestigt ist.
  2. 2. Bogengreifer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den beiden Längsseiten des Mitnehmers (7) vorstehende Leisten (17) zur Festlegung der Axiallage vorgesehen sind.
  3. 3. Bogengreifer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Greiferfinger (5) und der Mitnehmer (7) auf der der Schließrichtung (22) der Greiferspitze (6) entgegengesetzt liegenden Seite der Greiferspindel (3) angeordnet sind und die Druckfeder (9) zwischen Greiferspindel (3) und Greiferspitze (6), die Justierschraube (10) auf der anderen Seite der Greiferspindel (3), an den freien Enden dieser beiden Teile (5 und 7) liegt.
  4. 4. Bogengreifer nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Greiferfinger (5) und der Mitnehmer (7) auf der der Schließrichtung (22) der Greiferspitze (6) zugekehrten Seite der Greiferspindel (3) angeordnet sind und die Justierschraube (10) zwischen Greiferspindel (3) und Greiferspitze (6), die Druckfeder (9) auf der anderen Seite der Greiferspindel (3), an den freien Enden dieser beiden Teile (5 und 7) liegt.






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