PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3011209C2 08.09.1988
Titel Schachtförderanlage
Anmelder Westfälische Berggewerkschaftskasse, 4630 Bochum, DE
Erfinder Arnold, Hartmut, Dr.-Ing., 4630 Bochum, DE
Vertreter Betzler, E., Dipl.-Phys., 8000 München; Herrmann-Trentepohl, W., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 4690 Herne
DE-Anmeldedatum 22.03.1980
DE-Aktenzeichen 3011209
Offenlegungstag 01.10.1981
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 08.09.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.09.1988
Free division/divided out on the grounds of lack of unity 30510920
IPC-Hauptklasse B66B 15/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Schachtförderanlage mit zwei als Körbe oder Gefäße ausgebildeten Förderschalen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei derartigen Schachtförderanlagen erreicht man eine Verkürzung der Übertreibwege, weil man die Umlenkungen der Seile wenigstens teilweise in dem beschriebenen Spalt unterbringen kann und erzielt dadurch eine wesentliche Verminderung der Bauhöhe über dem Schacht und des unter dem befahrenen Teil des Schachtes liegenden Schachtsumpfes. Es ergibt sich außerdem die Möglichkeit, die aus Fördergefäßen bzw. -körben bestehenden Fördermittel in der Höhe zu verkürzen, indem man jeweils zwei Körbe bzw. Gefäße zu einer Einheit zusammenfaßt. Das beinhaltet die Möglichkeit einer erheblichen Leistungssteigerung der Förderanlage.

Eine Schachtförderanlage der eingangs genannten Art ist aus dem nicht vorveröffentlichten Stand der Technik (DE-OS 29 44 515) bekannt. Bei dieser Schachtförderanlage verläuft die den Seiltrieb enthaltene Ebene quer zur Längsrichtung der Förderschalen. Die Längsrichtung der Förderschalen ist die Richtung, in der die Förderschalen länger als in der dazu quer verlaufenden Richtung sind und deshalb die Schachtscheibe teilweise ausfüllen. In der Querrichtung füllen die Förderschalen zusammen mit anderen Einheiten der Schachtförderung die Schachtscheibe teilweise aus. Im Stand der Technik sind es demzufolge die Querwände, welche den Spalt begrenzen.

Da bekanntlich die Querabmessungen von Förderkörben nicht ausreichen, um wenigstens einen Förderwagen aufzustellen und deswegen die auf den Etagen der Förderkörbe verlegten Gleise stets in Längsrichtung der Förderkörbe angeordnet sind, kann demzufolge im Stand der Technik kein Durchschiebebetrieb stattfinden. Ein derartiger Durchschiebebetrieb wird jedoch aus den verschiedensten Gründen in der Praxis gefordert. Dazu müssen die Fördermittel, wie z. B. aus "Bergbaukunde" von Heise, Herbst, Fritzsche, Band 2, 7. Aflg., Ziff. 193, S. 529 und 530 bekannt, so ausgebildet und angeordnet seien, daß beim Aufschieben eines oder mehrerer Wagen, z. B. Förderwagen, auf einen Tragboden von einer Seite des Schachtes aus die auf dem Tragboden stehenden Wagen auf der anderen Seite des Schachtes durch die gegenüberliegende Öffnung der Förderschale ablaufen. Je nach Ausbildung der Hemmvorrichtung, die hinter dem Schacht oder auf dem Tragboden angeordnet ist, stimmen die Bewegungsrichtungen der Wagen im Füllort und auf der Hängebank überein oder sind einander entgegengesetzt. Durch die besondere Lage des Spaltes beim Gegenstand der DE-OS 29 44 515 wird aber ein Durchschiebebetrieb verhindert.

Der Erfindung liegt daher, ausgehend vom Gegenstand der DE-OS 29 44 515 die Aufgabe zugrunde, die Voraussetzungen für einen Durchschiebebetrieb zu schaffen.

Die Erfindung löst diese Aufgabe mit Hilfe der Merkmale des Anspruchs 1.

Man kann diese erfindungsgemäße Lösung in einer Schachtförderanlage verwirklichen, die in zwei nebeneinanderliegenden Fördertrumen je eine Förderschale mit dem dazugehörigen Gegengewicht enthält, wird sie aber zweckmäßig, d. h. im Hinblick auf die demgegenüber höhere Förderleistung mit einer einzigen Förderung aus einem Fördermittel und dem betreffenden Gegengewicht ausführen. Bei gegebener Breite der Förderwagen kann man dann jeden Tragboden u. U. mit mehreren parallelen Gleisen versehen, auf denen die Förderwagen nebeneinanderstehen. Da die Längswände der Förderschalen den Seilspalt begrenzen, der in der Seillaufebene liegt, ist der Durchschiebebetrieb in beiden zu einer Einheit zusammengefaßten Förderschalen gewährleistet.

Zweckmäßig teilt man gemäß Anspruch 2 die Schachtscheibe in beiden Fällen so auf, daß das Gegengewicht in der Schachtscheibe an einer Stirnseite der aus den Förderschalen bestehenden Einheit untergebracht ist und die Förderschaleneinheit in einem von dem Schachtzylinder umschriebenen Fördertrum untergebracht ist, wobei die Führungen der Einheit an den Außenlängsseiten der Förderschale angeordnet sind.

Im folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen dargestellt und näher erläutert.

Es zeigen

Fig. 1 in Seitenansicht eine Förderanlage gemäß der Erfindung,;

Fig. 2 eine Draufsicht auf den Gegenstand der Fig. 1;

Fig. 3 in der Fig. 1 entsprechender Darstellung eine abgeänderte Ausführungsform der Erfindung;

Fig. 4 in der Fig. 2 entsprechender Darstellung die Förderanlage gemäß Fig. 3.

Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 befindet sich die Hängebank auf der mit 1 bezeichneten Sohle. Auf der Sohle 1 ist ein Schachtgerüst 2 errichtet, dessen Stützen mit 3 und 3&min; bezeichnet sind. Der in Fig. 1 mit 4 bezeichnete Schacht ist im Querschnitt in der Draufsicht der Fig. 2 wiedergegeben. Die Schachtscheibe ist so aufgeteilt, daß sich ein mehreckiges Fördertrum 5 und ein Gegengewichtstrum 6 ergibt. Im Fördertrum läuft eine Einheit, die durch den Zusammenschluß von zwei Fördermitteln 7 bzw. 8 entstanden ist und mit 9 bezeichnet wird. Der Zusammenschluß erfolgt im wesentlichen über Riegel und einen Querträger 10 (Fig. 1), der zur Anlenkung der den allgemein mit 11 bezeichneten Seiltrieb bildenden Förderseile dient. Dazu gehört das Oberseil 12, das über zwei nebeneinanderliegende Seilrollenführungen 13 bzw. 14 gemäß der Darstellung der Fig. 1 nach rechts im oberen Teil des Fördergerüstes 2 abgelenkt ist, so daß es über eine Treibscheibe 15 laufen kann, die mit einem Getriebe 16 und einem Motor 17 auf einer Welle sitzt. Gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht das Oberseil aus zwei Einzelseilen 18, 19, für die auf der Treibscheibe 15 nebeneinanderliegende Seilrillen vorgesehen sind. Das Oberseil 12 ist mit einer besonderen Kausche 20 an den Querträger 10 angeschlagen. Sein anderes Ende ist über eine Kausche 21 bei 22 an ein Gegengewicht 23 angelenkt.

Zwischen den beiden Fördermittelhälften 7 und 8 befindet sich ein Spalt, der in der Seillaufebene verläuft und von den Innenlängswänden 24, 25 der beiden Fördermittelhälften begrenzt wird.

Wie insbesondere Fig. 1 erkennen läßt, ermöglicht dieser Spalt eine gestrichelt wiedergegebene obere Stellung 26&min;, der aus den Fördermittelhälften 7 und 8 bestehenden Einheit 9, in der sich die aus den Rollen bestehende Seilumlenkung 13 auf deren unteren Teil im Spalt befindet. Das gilt auch für einen Teil des Unterseildurchhanges, der jedoch in der Darstellung der Fig. 1 und 2 nicht wiedergegeben ist, wenn sich die Einheit in ihrer unteren Stellung befindet.

Da sich die Anlenkung der beiden Oberseile, die in der Draufsicht der Fig. 2 bei 30 und 31 wiedergegeben ist, unter dem Schwerpunkt der Einheit 9 befindet, ist die Lage der Einheit auch bei höheren Fördergeschwindigkeiten im wesentlichen stabil, so daß die Beanspruchung der Schachtführungen im zulässigen Rahmen gehalten werden. Diese Voraussetzungen sind in sämtlichen Ausführungsformen der Erfindung gegeben.

Die Schachtführung beim Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 und 2 liegt an den Außenlängsseiten 34, 35 der Einheit 9 bzw. der sie bildenden beiden Fördermittelhälften 7 und 8. Dort sind die üblichen Führungsschuhe 36, 37 für die senkrecht im Schacht verlegten Spurlatten 38, 39 befestigt. Die Führung des im Querschnitt rechteckigen Gegengewichts 23 liegt an dessen Schmalseiten 40, 41 und besteht ihrerseits aus entsprechenden Spurlatten und Führungsschuhen.

Wie die mit B und E in den Fördermittelhälften 7 und 8 angebrachten Pfeile andeuten, ist ein sogenannter Durchschiebebetrieb an der Hängebank und im Füllort möglich. Dabei werden Förderwagen oder materialtransportierende Wagen in Richtung des Pfeiles B aufgeschoben und schieben dabei die bereits auf den Fördermittelhälften 7 und 8 stehenden Wagen in Richtung der Pfeile E vor sich her, die in dieser Richtung ablaufen.

Das gleiche gilt für das Ausführungsbeispiel nach den Fig. 3 und 4. Dieses Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem nach den Fig. 1 und 2 nur durch die Umlenkung des Oberseiles 12 an je einer Umlenkscheibe 43 bzw. 44, welche den vorgegebenen Umschlingungwinkel des Oberseils 12 auf der Treibscheibe 15 herstellen.


Anspruch[de]
  1. 1. Schachtförderanlage mit zwei als Körbe oder Gefäße ausgebildeten Förderschalen, die eine gemeinsame Seilbefestigung für den aus wenigstens einem Unterseil und einem über eine Treibscheibe laufenden Oberseil bestehenden Seiltrieb aufweisen und zu einer Einheit verbunden sind, die mit einer weiteren Einheit oder einem Gegengewicht einer gemeinsamen Treibscheibe zugeordnet ist, wobei die Einbände der Seile sowie in der tiefsten Stellung der betreffenden Einheit der jeweilige Unterseildurchhang in einem von den Seiten der Förderschalen umschlossenen Spalt liegen, dadurch gekennzeichnet, daß der Spalt in der Längsrichtung der Förderschalen (7, 8), in der diese die Schachtscheibe teilweise ausfüllen, verläuft und von den inneren Längswänden (24, 25) der Förderschalen (7, 8) umschlossen ist.
  2. 2. Schachtförderanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gegengewicht (23) in der Schachtscheibe an der Stirnseite der Einheit (9) und in einem von dem Schachtzylinder (4) umschriebenen Fördertrum (5) untergebracht ist, wobei die Führungen der Einheit (9) an den Außenlängsseiten (34, 35) der Förderschale angeordnet sind.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com