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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Verwendung von speziellen porösen Membranen zum Entwachsen von pflanzlichen Ölen. Die erfindungsgemäße Verwendung einer porösen Membran eignet sich nicht nur zum Entwachsen von pflanzlichen Ölen, sondern auch zur Entfernung eines Wachses zusammen mit einem Phospholipid, freien Fettsäuren und Wasser aus rohen pflanzlichen Ölen.

Es ist allgemein bekannt, daß rohe pflanzliche Öle ein Wachs, ein Phospholipid, eine freie Fettsäure, ein Pigment, Wasser und dergleichen enthalten. Das Wachs trübt das Öl und verschlechtert seinen Geschmack. Das Phospholipid trübt das Öl, verschlechtert seinen Geschmack und erzeugt einen unerwünschten Geruch. Die freie Fettsäure verschlechtert seinen Geschmack und erzeugt einen unerwünschten Geruch. Das Pigment bewirkt ein unerwünschtes Aussehen, und Wasser beschleunigt die Oxidation des Öls, die ihrerseits seinen Geschmack verschlechtert und seinen unerwünschten Geruch vorbringt.

Daher müssen bei der Herstellung von eßbaren pflanzlichen Ölen diese Substanzen entfernt werden. Üblicherweise werden bei der Herstellung eines eßbaren pflanzlichen Öls in großtechnischem Maßstab die vorstehend genannten und erwünschten Substanzen im allgemeinen aus dem rohen pflanzlichen Öl nach den folgenden Verfahren entfernt: Zunächst werden das Phospholipid und die freie Fettsäure gleichzeitig oder getrennt durch Zentrifugieren vom rohen pflanzlichen Öl abgetrennt. Das in dieser Weise behandelte pflanzliche Öl wird unter Verwendung einer säureaktivierten Bleicherde oder dergleichen entfärbt. Das entfärbte pflanzliche Öl wird dann gekühlt, um die Kristallisation des im entfärbten pflanzlichen Öl enthaltenen Wachses zu ermöglichen. Das gekühlte entfärbte pflanzliche Öl wird filtriert, um das Wachs vom pflanzlichen Öl zu entfernen. Das entwachste pflanzliche Öl wird dann durch Trocknen in Vakuum oder dergleichen dehydratisiert. Von den vorstehend genannten Stufen zur Raffination von pflanzlichen Ölen ist die störendste und unangenehmste Stufe das Entwachsen des pflanzlichen Öls. Nachstehend wird eine ausführliche Erläuterung der üblichen Entwachsungsverfahren gegeben.

Das Entwachsen von pflanzlichen Ölen wird üblicherweise durch Filtration unter Verwendung eines Filterhilfsmittels durchgeführt. Im allgemeinen wird ein Filterhilfsmittel, z. B. Perlit, dem gekühlten pflanzlichen Öl zugesetzt, und das erhaltene Gemisch wird mit Hilfe eines Rotationsfilters, einer Filterpresse oder eines Blattfilters der Filtration unterworfen, wobei als Filtermittel ein Filtertuch, ein Metallgewebe oder Drahtgewebe oder dergleichen verwendet wird. Bei einem solchen Filterverfahren treten verschiedene Nachteile auf, auf die nachstehend eingegangen wird. Zunächst wird die Permeationsgeschwindigkeit des pflanzlichen Öls mit dem Ablauf der Zeit durch Verstopfen des Filtermittels durch das Wachs und dergleichen geringer. Dieses Verstopfen findet häufig statt. Jedes Mal wenn Verstopfung des Filtermittels stattfindet, muß die Filtrationsapparatur auseinandergenommen werden, um das Filtermittel zu reinigen. Diese Arbeit erfordert zahlreiche Arbeitskräfte und sehr viel Zeit. Daher kann eine hohe Produktionsleistung zur Gewinnung des entwachsten Öls nicht erreicht werden. Da zweitens das pflanzliche Öl am Filterhilfsmittel adsorbiert wird, wird die Ausbeute am entwachsten Öl verringert. Drittens wird eine große Menge von Filterhilfsmitteln als Ausschuß gebildet. Die Beseitigung des als Abfall anfallenden Filterhilfsmittels bringt ein weiteres Problem mit sich. Viertens muß die Filtrationsapparatur selbst in einem bei niedriger Temperatur enthaltenen Raum aufgestellt werden. Daher ist eine hohe Energiemenge erforderlich. Aus den vorstehend genannten Gründen ist ein wirksames Entwachsungsverfahren in der Technik erwünscht. Ferner sind, wie bereits erwähnt, komplizierte Stufen erforderlich, um das pflanzliche Öl zu raffinieren. Daher ist auch eine Vereinfachung der Stufen zur Raffination der pflanzlichen Öle erforderlich. Von der Anmelderin wurden umfangreiche und eingehende Untersuchungen mit dem Ziel durchgeführt alle vorstehend genannten Mängel, die bei den üblichen Verfahren auftreten, zu beseitigen. Als Ergebnis wurde von der Anmelderin gefunden, daß Wachse, die in pflanzlichen Ölen enthalten sind, ohne Verwendung eines Filterhilfsmittels wirksam entfernt werden können, wenn eine poröse Membran mit ganz bestimmten Oberflächeneigenschaften als Filtermittel gebraucht wird, und daß bei der Filtration eines rohen pflanzlichen Öls, das ein Phospholipid, eine freie Fettsäure und Wasser sowie ein Wachs enthält, mit Hilfe der vorstehend genannten porösen Membran das Phospholipid, die freie Fettsäure und das Wasser zusammen mit dem Wachs aus dem rohen pflanzlichen Öl in einem solchen Ausmaß entfernt werden können, daß keine üblicherweise angewendeten Stufen zur Entfernung des Phospholipids, der freien Fettsäure und des Wassers erforderlich sind. Der Erfindung liegen diese neuen Feststellungen zugrunde.

Gegenstand der Erfindung ist demgemäß die Verwendung von porösen Membranen zum wirksamen Entwachsen von pflanzlichen Ölen gemäß obigen Patentanspruch.

Aus der DE-OS 29 00 764 ist die Verwendung poröser Membranen für die Abtrennung von Öl aus ölhaltigen Flüssigkeiten bekannt. Hierbei ist besonders an die Beseitigung von Ölverschmutzungen in Gewässern sowie die Reinigung von ölhaltigen Abwässern gedacht. Ferner kann dieses Verfahren zum Regenerieren von Abfallöl sowie zum Rückgewinnen von Öl aus ölhaltigen Abfallflüssigkeiten eingesetzt werden. Hierbei wird durch die Verwendung einer speziellen Membran das Öl selektiv aus einer stabilen Emulsion herausgefiltert. Hieraus geht jedoch nicht hervor, daß es möglich ist, pflanzliche Öle zu entwachsen. Die DE-OS 25 21 074 betrifft ein Verfahren zur Raffination von Glyceridölen unter Verwendung einer semipermeablen Membran. Mittels dieses Verfahrens soll in erster Linie Phospholipid aus dem Rohöl entfernt werden. Weder die DE-OS 29 00 764 noch die DE-OS 25 21 074 lehren also, daß es möglich ist, mit den speziellen Membranen gemäß obigem Patentanspruch kristallisiertes Wachs sowie die weiteren Komponenten abzutrennen.

Als pflanzliche Öle, die gemäß der Erfindung zu behandeln sind, sind Sonnenblumenöl, Safloröl, Maisöl, Sesamöl, Rapsöl, Leinöl, Baumwollsaatöl, Reiskleieöl, Rizinusöl, Olivenöl, Tsubakiöl, Kokusöl, Palmöl, Perillaöl, Hanfsaatöl, Tungöl, Kapoköl, Teasaatöl und Sojabohnenöl zu nennen.

Für ein Verfahren unter Verwendung der erfindungsgemäßen Membran kommen von den vorstehend genannten pflanzlichen Ölen als Öle, die zu behandeln sind, rohe Öle, die ein Wachs, ein Phospholipid, eine freie Fettsäure und Wasser enthalten, sowie pflanzliche Öle in Frage, die Raffinationsstufen zur Entfernung von Phospholipiden, freien Fettsäuren und Pigmenten, die in den rohen pflanzlichen Ölen enthalten sind, in Frage. Von den vorstehend genannten pflanzlichen Ölen haben Sonnenblumenöl, Safloröl, Reiskleieöl, Maisöl, Sesamöl und Rapsöl einen hohen Wachsgehalt. Durch die erfindungsgemäße Verwendung einer Membran kann jedoch das Wachs von diesen pflanzlichen Ölen wirksam abgetrennt werden. Wie bereits erwähnt, können, wenn die zu behandelnden pflanzlichen Öle Phospholipide, freie Fettsäuren und Wasser sowie ein Wachs enthalten, diese Substanzen gleichzeitig entfernt werden. Daher kann auf die Stufen zur vorherigen Entfernung von Phospholipiden, freien Fettsäuren und Wasser in vorteilhafter Weise verzichtet werden.

Ein Gemisch eines pflanzlichen Öls und eines organischen Lösungsmittels wie Hexan oder Aceton oder z. B. Miszella, kann ebenfalls erfindungsgemäß behandelt werden. Ferner können pflanzliche Öle, die außer einem Wachs ein Phospholipid, eine freie Fettsäure und Wasser natürliche Verunreinigungen, z. B. Schwefelverbindungen, Peptide, Pigmente, Aldehyde und Ketone enthalten, behandelt werden. Ferner können pflanzliche Öle, die winzige Mengen von Fremdstoffen, die absichtlich oder unabsichtlich bei der Ölextraktionsstufe oder beim Raffinationsprozeß in das Öl gelangen, z. B. Alkalimetalle, Säuren, Metallionen und anorganische und organische feine Feststoffteilchen, enthalten, behandelt werden.

Im Rahmen der Erfindung ist es unerläßlich, daß die Temperatur des zu behandelnden pflanzlichen Öls auf etwa -10°C bis etwa 20°C eingestellt wird, um die Kristallisation eines größeren Teils des im pflanzlichen Öl enthaltenen Wachses zu ermöglichen. Wenn die Temperatur des zu behandelnden pflanzlichen Öls höher ist als 20°C, kann das pflanzliche Öl nicht ausreichend kristallisiert werden. Andererseits ist die unter Temperaturgrenze von etwa -10°C vom Standpunkt des Energieverbrauchs vorzuziehen. Die bevorzugte Temperatur, bei der ein größerer Teil des in dem zu behandelnden pflanzlichen Öl enthaltenen Wachses kristallisiert, variiert in Abhängigkeit von der Art des zu behandelnden pflanzlichen Öls. Wenn das zu behandelnde pflanzliche Öl Sonnenblumenöl, Maisöl, Sesamöl oder Rapsöl ist, beträgt die Wachskristallisationstemperatur vorzugsweise 0° bis 10°C. Wenn, wie bereits erwähnt, das zu behandelnde pflanzliche Öl ein Phospholipid, eine freie Fettsäure sowie ein Wachs enthält, können diese Stoffe gleichzeitig entfernt werden. Zur Entfernung des Phospholipids in einem großen Ausmaß wird der Zusatz einer Säure zum rohen pflanzlichen Öl bevorzugt. Zur weitgehenden Entfernung der freien Fettsäure wird der Zusatz eines Alkalimetalls zum rohen pflanzlichen Öl bevorzugt. Als Säure wird wenigstens eine Säure aus der aus Phosphorsäure, Schwefelsäure, Borsäure, Citronensäure, Oxalsäure und Essigsäure bestehenden Gruppe vorzugsweise verwendet, wobei Phosphorsäure besonders bevorzugt wird. Als Alkali wird vorzugsweise Natriumhydroxid oder dergleichen verwendet. Vorzugsweise wird die Säure in der 0,01-3,0fachen Menge des im rohen pflanzlichen Öl enthaltenen Phospholipids verwendet. Ebenso wird das Alkali in der 0,01-3,0fachen Menge der im rohen pflanzlichen Öl enthaltenen freien Fettsäure verwendet. Die Säure und das Alkali können dem zu behandelnden Öl vor, während oder nach der Einstellung der Temperatur des pflanzlichen Öls zugesetzt werden.

Nachstehend wird auf die charakteristischen Merkmale der erfindungsgemäß verwendeten Membran näher eingegangen.

Um ein raffiniertes pflanzliches Öl zu gewinnen, das im wesentlichen wachsfrei ist, muß eine poröse Membran mit einer ganz bestimmten Porengröße und bestimmten Oberflächeneigenschaften verwendet werden. Die gemäß der Erfindung verwendete poröse Membran hat einen mittleren Porendurchmesser (2 ≙) von 0,05-5 µm, vorzugsweise von 0,1-1 µm. Wenn der mittlere Porendurchmesser geringer ist als 0,05 µ, ist die Ölpermeationsgeschwindigkeit pro Membranflächeneinheit und pro Zeiteinheit gering, so daß eine große Membranfläche notwendig ist. Wenn der mittlere Porendurchmesser größer ist als 5 µm, steigt die Permeation des Wachses durch die Membran, so daß ein pflanzliches Öl, das im wesentlichen wachsfrei ist, nicht erzielbar ist.

Der mittlere Porenradius ( ≙) wird durch die Formel

= [8Qηd/(ΔP · Pr)] 1/2

dargestellt, worin

Q die Flüssigkeitsdurchlässigkeit der porösen Membran in cm³/cm² · sec,

η die Viskosität der Flüssigkeit in Poise; Pa [1p = 0,1 Pas],

d die Dicke der porösen Membran in cm,

ΔP die Druckdifferenz zwischen einer Seite und der anderen Oberfläche der porösen Membran in N/m² und

Pr die Porosität der porösen Membran in % ist.



Die Porenradiusverteilung in der beim Verfahren gemäß der Erfindung zu verwendenden porösen Membran ist vorzugsweise so eng wie möglich. Beispielsweise stellt das Verhältnis &sub4;/&sub3; die Porenradiusverteilung dar, die vorzugsweise 1,5 oder weniger beträgt. Die &sub3; und &sub4;-Werte werden jeweils durch die folgenden Werte dargestellt:

&sub3; = ∫r³N(r)dr/r²N(r)dr

&sub4; = ∫r&sup4;N(r)dr/r³N(r)dr

Hierin ist r der Porenradius in der Oberfläche der porösen Membran und N(r) die Porenradius-Verteilungsfunktion, die laut Definition die Zahl der Poren angibt, die einen Porenradius haben, der in den Bereich von r bis r + dr fällt.

Die Werte von r und N(r) werden durch visuelle Beobachtung unter Verwendung eines Elektronenmeßmikroskops ermittelt.

Als einfache Methode zur Bestimmung der Porenradius-Verteilung ( ≙&sub4;/&sub3;) ist außer der Methode der visuellen Beobachtung unter Verwendung eines Elektronenmikroskops eine Methode zu erwähnen, die in "Kobunshi Ronbun Shu (Collected theses on polymers)" Vol. 34, Nr. 10, S. 737 (1977), herausgegeben von der Society of Polymer Science, Japan, beschrieben wird. Bei dieser Methode werden durch Messung der Gasdurchlässigkeit X&sub3; und X&sub4; aus dem Term des Flusses freier Moleküle bzw. dem Term des viskosen Fließens erhalten (worin Xi = ∫riN(r)dr). &sub4; kann aus der Formel &sub4; = X&sub4;/X&sub3; berechnet werden. Außerdem wird durch Ausnutzung der Porosität der porösen Membran und der Erscheinung, daß wenn ein Salz in der wäßrigen Lösung durch Diffusionspermeation in die poröse Membran gelangt, das Salz durch Eigendiffusion die Poren durchdringt, X&sub2; aus der folgenden Gleichung unter Verwendung der Permeationsmenge (J) des Salzes erhalten:

J = f · X&sub2; · Ds(dc/dx)

Hierin

Ds der Eigendiffusionskoeffizient,

c die Konzentration des Salzes und

x der Abstand von der Oberfläche der porösen Membran.



&sub3; kann aus der Formel &sub3; = X&sub3;/X&sub2; berechnet werden. Demgemäß kann die Porenradius-Verteilung ( ≙&sub4;/&sub3;) auch nach einer anderen Methode als der Methode der visuellen Beobachtung unter Verwendung eines Elektronenmeßmikroskops ermittelt werden. Andererseits kann der Wert von X&sub4; auch die durch die Annahme des viskosen Fließens (Hagen-Poiseuillesches Fließen) zu dem Zeitpunkt ermittelt werden, zu dem die Flüssigkeit die poröse Membran durchdringt, wie in "Kobunshi Ronbun Shu" Vol. 34, Nr. 4, S. 299 (1977), herausgegeben von der Society of Polymer Science, Japan.

Für die gemäß der Erfindung verwendete poröse Membran ist es ferner unerläßlich, daß sie an ihrer Oberfläche eine kritische Oberflächenspannung c) von weniger als 33 mN/m. Wenn die kritische Oberflächenspannung der porösen Membran 33 mN/m oder mehr beträgt und das zu behandelnde pflanzliche Öl Wasser enthält, dringt nicht nur Wasser zusammen mit dem Öl durch die Membran, sondern die Ölpermeationsgeschwindigkeit wird im Laufe der Zeit geringer. Es wird angenommen, daß der Grund für die Verringerung der Ölpermeationsgeschwindigkeit darin liegt, daß das in pflanzlichem Öl enthaltene Wasser die Poren der Membran verstopft. Die untere Grenze der kritischen Oberflächenspannung der im Rahmen der Erfindung verwendeten porösen Membran ist nicht entscheidend wichtig. Angesichts der Verfügbarkeit von Materialien mit niedriger kritischer Oberflächenspannung wird jedoch im allgemeinen eine poröse Membran verwendet, die an ihrer Oberfläche eine kritische Oberflächenspannung c) von weniger als 33 mN/m bis nicht weniger als 18 mN/m hat.

Als poröse Membranen, die an ihrer Oberfläche eine kritische Oberflächenspannung c) von weniger als 33 mN/m aufweisen, können poröse Membranen aus einer einzelnen Klasse von Harzen mit einer kritischen Oberflächenspannung von weniger als 33 mN/m verwendet werden. Geeignet sind auch poröse Membranen, die aus einem Polymer- oder Copolymergemisch von zwei oder mehreren Klassen von Komponenten hergestellt sind. Wenn im letzteren Fall die fertigen porösen Membranen eine kritische Oberflächenspannung von weniger als 33 mN/m haben, braucht ein Teil einer Harzkomponente nicht den vorstehenden genannten spezielleren Wert der kritischen Oberflächenspannung aufzuweisen. Ferner ist es auch möglich, eine gewünschte poröse Membran mit der vorstehend genannten kritischen Oberflächenspannung zu erhalten, indem die Oberfläche der porösen Membran mit chemischen Verbindungen durch Überziehen oder chemische Bindung modifiziert wird. Beispiele von Materialien, die zur Erzielung der gewünschten porösen Membranen verwendet werden können, sind die Polyolefine, z. B. Polyethylen, Polypropylen, Polybuten, Polyisobutylen, Polypenten, Poly(4-methylisopenten) und ihre halogen-substituierten Derivate mit wenigstens einem Fluoratom: Tetra-fluorethylen-Perfluoralkylvinylether-Copolymerisate; Copolymerisate von ethylenisch ungesättigten Kohlenwasserstoffen und/oder halogen-substituierten ethylenisch ungesättigten Kohlenwasserstoffen mit wenigstens einem Fluoratom. Zu den ethylenisch ungesättigten Kohlenwasserstoffen und ihren halogen-substituierten Derivaten gehören beispielsweise Ethylen, Propylen, Buten, Isobutylen, Penten, Hexen, Monofluorethylen, Vinylidenfluorid, Trifluorethylen, Tetrafluorethylen, Trifluorochloroethylen, Hexafluoropropylen. Geeignet sind auch Polymergemische, z. B. Kombinationen von Polyethylen mit Polypropylen, Polyvinylidenfluorid, Polytetrafluorethylen oder Polystyrol, Kombinationen von Polypropylen mit Polyvinylidenfluorid oder Polytetrafluoroethylen, Kombinationen von Polyvinylidenfluorid mit Polysulfon, Polyakrylnitril, Polyphenylenoxid oder Polytetrafluorethylen. Bevorzugt als Materialien für die gewünschten porösen Membranen werden beispielsweise Polyethylen, Polypropylen, Ethylen-Propylen-Copolymerisate, Polyvinylidenfluorid, Ethylen-Tetrafluoroethylen-Copolymerisate, Tetrafluoroethylen-Hexafluoropropylen-Copolymerisate, Tetrafluoroethylen-Perfluoroalkylvinylether-Copolymerisate und Gemische dieser Polymerisate.

Der Wert der kritischen Oberflächenspannung wird wie folgt gemessen: Wenn die poröse Membran aus einem homogenen Material hergestellt wird, entsteht bei Verwendung des gleichen Materials eine nicht poröse Membran, die als Probe für die Messung verwendet wird. Wenn die poröse Membran nicht aus einem homogenen Material hergestellt wird, aber an ihrer Oberfläche mit chemischen Verbindungen durch Überziehen oder chemische Bindung modifiziert wird, entsteht bei Verwendung des gleichen Materials eine nicht-poröse Membran, und, wenn sie dann an ihrer Oberfläche mit chemischen Verbindungen unter den gleichen Bedingungen modifiziert wird, wie sie für die Bildung der oberflächenmodifizierten porösen Membran angewendet werden, entsteht eine Probe für die Messung. Die kritische Oberflächenspannung c) wird definiert als Oberflächenspannung, die ausgeübt würde, wenn der Kontaktwinkel R = 0°. Die nach den vorstehend beschriebenen Verfahren hergestellte Probe wird auf ihren Kontaktwinkel unter Verwendung von Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Oberflächenspannung gemessen, und eine Oberflächenspannung, die ausgeübt würde, wenn der Kontaktwinkel R = 0°, wird durch Extrapolation berechnet. Der in dieser Weise erhaltene Wert ist die kritische Oberflächenspannung.

Vorzugsweise liegt die Porosität der für die Zwecke der Erfindung verwendeten porösen Membran im Bereich von 15-99%. Wenn die Porosität geringer ist als 15%, ist die Ölpermeationsgeschwindigkeit im allgemeinen niedrig, und wenn die Porosität höher ist als 95%, wird die Festigkeit der Membran geschwächt.

Übrigens wird die Porosität Pr durch die folgende Formel definiert:



Hierin steht ρa für das spezifische Gewicht der Membran ohne Poren und ρb für den Wert, der durch Dividieren des Gewichts der porösen Membran durch ihr Volumen ermittelt wird.

Die Dicke der für die Zwecke der Erfindung verwendeten porösen Membran liegt vorzugsweise im Bereich von 0,01-4 mm. Wenn die Dicke der porösen Membran geringer ist als 0,01 mm, ist ihre Festigkeit gering, und wenn ihre Dicke größer ist als 4 mm, wird die Ölpermeationsgeschwindigkeit verringert.

Die für die Zwecke der Erfindung verwendete poröse Membran kann eine flache Membran, eine gefaltete Membran, eine röhrenförmige Membran oder eine Hohlfaser sein. Die geeignete Form wird in Abhängigkeit von der vorgesehenen Verwendung gewählt. Um die Größe eines Moduls zu verringern und die Modulstruktur zu vereinfachen, wird vorzugsweise eine Hohlfasermembran verwendet.

Bei der erfindungsgemäßen Verwendung einer Hohlfasermembran liegt der Innendurchmesser vorzugsweise im Bereich 0,1-10 mm. Wenn der Innendurchmesser geringer ist als 0,1 mm, wird der offene Endteil der Hohlfaser mit dem Wachs oder dergleichen leicht verstopft, so daß keine guten Ergebnisse erzielbar sind. Wenn der Innendurchmesser größer ist als 10 mm, wird das Volumen des unter Verwendung der Membran hergestellten Moduls in unerwünschter Weise vergrößert.

Eine poröse Membran, die die vorstehenden Voraussetzungen erfüllt, kann nach einem bekannten Verfahren hergestellt werden. Geeignet sind beispielsweise ein Verfahren des Formens aus der Schmelze, wie es in GB-PS 20 06 513 beschrieben wird, ein Mikrophasen-Trennverfahren, ein Reckverfahren und ein Neutronenstrahl-Bestrahlungsverfahren.

Nachstehend wird auf das Verfahren und die Bedingungen zur Zufuhr des temperatur-eingestellten pflanzlichen Öls zur porösen Membran eingegangen.

Bei der erfindungsgemäßen Verwendung einer porösen Membran ist die prozentuale Menge des Pflanzenöls, das die Membran durchdringen soll, relativ zur Menge des der Membran zugeführten pflanzlichen Öls (nachstehend einfach als "Ölpermeation" bezeichnet) nicht entscheidend wichtig. Beispielsweise können 100% des der Membran zugeführten pflanzlichen Öls die Membran durchlaufen, oder ein Teil des der Membran zugeführten pflanzlichen Öls kann abgezogen werden, ohne daß es die Membran durchlaufen hat. Vom Standpunkt der Ausbeute an raffiniertem pflanzlichem Öl und des Energieverbrauchs wird jedoch eine Ölpermeation von 90% oder mehr bevorzugt. Ferner kann im Rahmen des Verfahrens gemäß der Erfindung eine sogenannte Filtrationsmethode mit Teilzirkulation angewandt werden, wobei ein konzentriertes Öl mit erhöhtem Wachsgehalt, das durch Konzentrierung unter Verwendung einer Membran erhalten worden ist, mehrmals mit der gleichen Membran in Berührung gebracht wird.

Der Filtrationsdruck zur Zeit der Berührung des temperatur-eingestellten pflanzlichen Öls mit der porösen Membran beträgt vorzugsweise 0,01-5 bar. Wenn der Filtrationsdruck niedriger ist als 0,01 bar, ist die Ölpermeationsgeschwindigkeit niedrig, und wenn der Filtrationsdruck höher ist als 5 bar, bricht nicht nur die poröse Membran leicht, sondern der Energieverbrauch steigt außerdem.

Die Filtrationstemperatur zur Zeit der Berührung des pflanzlichen Öls mit der porösen Membran wird so gewählt, daß das bei der Einstellung der Temperatur kristallisierte Wachs des zu behandelnden pflanzlichen Öls sich nicht im pflanzlichen Öl löst. Im allgemeinen wird bei einer Filtrationstemperatur von -10°-40°C gearbeitet. Die bevorzugte Filtrationstemperatur variiert in Abhängigkeit von der Art des zu behandelnden pflanzlichen Öls. Wenn Sonnenblumenöl, Maisöl, Sesamöl oder Rapsöl als pflanzliches Öl behandelt werden soll, wird vorzugsweise eine Filtrationstemperatur von 0°-30°C angewendet.

Während der Filtration des temperatur-eingestellten pflanzlichen Öls wird die Ölpermeationsgeschwindigkeit im Laufe der Zeit gelegentlich geringer, bedingt durch den Ansatz von Wachs oder dergleichen auf der Oberfläche der Membran. In einem solchen Fall wird die Membran vorzugsweise einer Rückwaschbehandlung und/oder Spülbehandlung mit Hilfe eines Mediums von 30°-100°C unterworfen. Der hier gebrauchte Ausdruck "Rückspülung" bedeutet das umgekehrte Fließen eines Mediums durch die Membran. Der hier gebrauchte Ausdruck "Spülung" bezeichnet das Fließen eines Fluids mit hoher Geschwindigkeit auf der Oberfläche der Membran in einer Richtung parallel zur Oberfläche der Membran. Besonders im Falle einer Hohlfasermembran als poröse Membran kann die Ölpermeationsgeschwindigkeit leicht auf die ursprüngliche Permeationsgeschwindigkeit zurückgeführt werden, indem die Hohlfasermembran der Rückwaschbehandlung und/oder Spülungsbehandlung mit Hilfe eines Fluids von 30°C-100°C unterworfen wird. Bei der Rückwaschbehandlung und Spülbehandlung kann eine ausgezeichnete Wirkung in bezug auf Wiedererlangung der Ölpermeationsgeschwindigkeit erreicht werden, indem ein Medium von 30°C-100°C verwendet wird, weil die Rückwaschbehandlung und Spülbehandlung durchgeführt werden kann, während das auf der Oberfläche der Membran niedergeschlagene Wachs geschmolzen wird. Daher kann im Falle einer Temperatur des Fluids von weniger als 30°C ein ausgezeichneter Rückwasch- oder Spüleffekt nicht erreicht werden. Hinsichtlich der oberen Grenze der Temperatur des Fluids werden 100°C vom Standpunkt des Energieverbrauchs bevorzugt. Als Fluid eignen sich beispielsweise Flüssigkeiten, die aus Pflanzenölen bestehen, die die Membran durchlaufen, n-Hexan und Aceton, oder Gase aus der aus Luft, Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid, Argon und Helium bestehenden Gruppe. Gewöhnlich ist die Rückwasch- oder Spülbehandlung unter Verwendung eines Gases weniger wirksam als diese Behandlung unter Verwendung einer Flüssigkeit. Bei Verwendung eines Gases von 30°-100°C kann jedoch eine gute Wirkung in bezug auf Wiedererlangung der Ölpermeationsgeschwindigkeit erzielt werden. Daher werden vom Standpunkt der Einfachheit der Konstruktion der Rückwasch- und Spülvorrichtung, der Produktivität an entwachstem Öl und des Energieverbrauchs die vorstehend genannten Gase stärker bevorzugt. Vom Standpunkt der Wirtschaftlichkeit werden Stickstoffgas und Luft am meisten bevorzugt. Damit das Wachs und dergleichen, die auf der Oberfläche der Membran abgeschieden worden sind, durch die Rückwasch- und/oder Spülbehandlung vom Modul der Hohlfasermembran leicht entfernt werden können, wird vorzugsweise der Modul der Hohlfaser so angeordnet, daß die Längsachse des Moduls einen Neigungswinkel von 30° oder mehr relativ zur waagerechten Ebene hat oder senkrecht zur waagerechten Ebene steht. Dies wird besonders bevorzugt, wenn die Rückwasch- und/oder Spülbehandlungen unter Verwendung eines Gases durchgeführt werden.

Die erfindungsgemäße Verwendung von porösen Membranen beim Entwachsen von pflanzlichen Ölen eignet sich äußerst gut für die Herstellung von eßbaren pflanzlichen Ölen im großtechnischen Maßstab. Auf einige Vorteile gegenüber den üblichen Entwachsungsverfahren, bei denen ein Filterhilfsmittel verwendet wird, wird nachstehend eingegangen.

  • (1) Da erfindungsgemäß poröse Membranen, also keinerlei Filterhilfsmittel verwendet werden, wird ein großer wirtschaftlicher Vorteil erzielt; Ausbeute an entwachstem Öl ist hoch, und kein unangenehmer Abfall oder Ausschuß an Filterhilfsstoff wird gebildet.
  • (2) Wachse, Phospholipide, freie Fettsäuren und Wasser können gleichzeitig aus dem pflanzlichen Öl entfernt werden. Wenn daher das zu behandelnde Öl ein pflanzliches Öl ist, das diese Stoffe enthält, kann auf die Stufen der vorherigen Entfernung der Phospholipide, der freien Fettsäuren und des Wassers, die bei der Herstellung von eßbaren pflanzlichen Ölen in großtechnischen Maßstab unbedingt durchgeführt werden, verzichtet werden. Mit anderen Worten, eine erhebliche Vereinfachung der Stufen zur Raffination von pflanzlichen Ölen kann erreicht werden.
  • (3) Da erfindungsgemäß eine poröse Membran als Filtermittel verwendet wird, kann die Filtervorrichtung kompakt sein. Daher muß die Vorrichtung selbst nicht unbedingt gekühlt werden.


Wenn bei der erfindungsgemäßen Verwendung poröser Membranen die Rückwaschbehandlung und/oder Spülbehandlung intermittierend durchgeführt werden, können die folgenden weiteren Vorteile erzielt werden: Da der Betrieb, der die Stufe der Filtration des pflanzlichen Öls, den Abbruch der Filtration, die Rückwaschbehandlung und/oder Spülbehandlung der Membran und den Wiederbeginn der Filtration des pflanzlichen Öls einschließt und die Wiederholung dieser Stufe vollständig automatisch gestaltet werden kann, ist die kontinuierliche Verwendung der Membran für etwa ein Jahr oder mehr möglich. Dies ist für die Herstellung eines entwachsten Öls in großtechnischem Maßstab sehr vorteilhaft. Insbesondere ist der Ausbau der Filtervorrichtung zur Reinigung des Filtermittels in keinem Fall erforderlich. Der Ausbau der Vorrichtung ist nur erforderlich, wenn eine Beschädigung der porösen Membran festgestellt wird. Daher kann der Abbruch des Filterbetriebes für Stunden, der bei den üblichen Verfahren erforderlich war, ausgeschaltet werden.

Bekanntlich kann das aus pflanzlichen Ölen abgetrennte Wachs für die verschiedensten Anwendungen, beispielsweise als Grundlagen von Kosmetika, verwendet werden. Da keinerlei Hilfsmittel mehr verwendet wird, kann ein Wachs, das unter erfindungsgemäßer Verwendung poröser Membranen von einem pflanzlichen Öl abgetrennt worden ist, in einfacher Weise gereinigt werden im Gegensatz zu einem Gemisch eines Filterhilfsmittels und eines Wachses, das von einem pflanzlichen Öl nach den üblichen Verfahren, bei dem die Verwendung eines Filterhilfsmittels unbedingt erforderlich ist, abgetrennt wird.

Die Erfindung wird durch die folgenden Beispiele ausführlicher erläutert. Bei den in diesen Beispielen beschriebenen Versuchen wurden die Eigenschaften einer Ölprobe in der nachstehend beschriebenen Weise bewertet.

1. Waschgehalt (1) Kalttest

Eine Ölprobe wurde auf 0°C gekühlt und 48 h bei 0°C stehengelassen mit der Ausnahme, daß bei dem in Beispiel 7 beschriebenen Versuch die Ölprobe 30 min bei 0°C stehengelassen wurde. Die Bildung einer Trübung im Öl wurde visuell beobachtet. Die Bildung einer Trübung im Öl deutet auf die Anwesenheit eines Wachses hin.

(2) Gas-Flüssigkeitschromatography (GLC)

Der Wachsgehalt einer Ölprobe wurde durch Gas-Flüssigkeitschromatography nach den Methoden bestimmt, die von W. Herbert Morrison und Mitarbeitern in J. A. O. C. S., 52 (1975) 148 beschrieben werden.

2. Phospholipidgehalt

Der Phospholipidgehalt einer Probe wurde nach der Lorenz-Methode. (A. O. C. S. (American Oil Chemists' Society) Ca 12-55).

3. Wassergehalt

Der Wassergehalt einer Ölprobe wurde nach der Methode von Karl Fischer bestimmt. (A. O. C. S. Ca 2e-55).

4. Farbe

Die Farbe einer Ölprobe wurde mit dem Lovibond-Tintometer unter Verwendung einer 133,4 mm (5,5 Zoll)-Glaskübette gemäß J. O. C. S. (The Japan Oil Chemists Society) 2.3.1b-7) bestimmt.

5. Säurezahl

Die Säurezahl einer Ölprobe wurde gemäß A. O. C. S. Cd 3a-63 bestimmt.

6. Peroxidwert (POW)

Der Peroxidwert einer Ölprobe wurde gemäß A. O. C. S. Cd 6-53 bestimmt.

7. Jodzahl

Die Jodzahl einer Ölprobe wurde gemäß A. O. C. S. Cd 1-25 bestimmt.

8. AOM (Active Oxygen Method)-Stabilität

Die AOM-Stabilität wurde gemäß A. O. C. S. Cd 12-57 ermittelt.

9. Abbau durch Licht

Eine Ölprobe wurde 4 h dem Licht aus einer Leuchtstofflampe mit einer Lichtintensität von 7000 Lux ausgesetzt. Für das in dieser Weise bestrahlte Öl wurde der POW und der Geruch durch Erhitzen wie folgt geprüft:

(1) POW

Der POW wurde nach der gleichen Methode, die unter Punkt 6 beschrieben wird, bestimmt.

(2) Geruch durch Erhitzen

Das dem Licht ausgesetzte Öl wurde auf 120°C erhitzt, und der Geruch des erhitzten Öls wurde mit dem Geruch des Öls, das nicht dem Licht ausgesetzt, jedoch auf 120°C erhitzt worden war.

10. Geschmack

Der Geschmack einer Ölprobe wurde organoleptisch durch Kosten bewertet.

Beispiel 1

20,0 Gew.-% eines Polyethylens von hoher Dichte, 56,4 Gew.-% Dioctylphthalat (DOP) und 23,6 Gew.-% feinteiliges Siliciumdioxid wurde in einem Kneter gemischt und in einer Mühle gemahlen. Das erhaltene Gemisch wurde als Schmelze zu einer Hohlfaser unter Verwendung eines Doppelschneckenextruders und einer Hohldüse gesponnen. Die Fasern wurden gekühlt und aufgewickelt. Die erhaltene Hohlfaser wurde in 1,1,1-Trichlorethan getaucht, um das DOP zu extrahieren und zu entfernen, worauf die Hohlfaser getrockent und in eine wäßrige Lösung getaucht wurde, die 40 Gew.-% Natriumhydroxid enthielt, um das feinteilige Siliciumdioxid in der wäßrigen Lösung zu lösen. Dann wurde die Hohlfaser mit einer verdünnten wäßrigen Lösung von Natriumhydroxid und dann mit Wasser gewaschen und getrocknet, wobei eine poröse Hohlfasermembran erhalten wurde.

Die Membran hatte einen Innendurchmesser von 1,5 mm, eine Dicke von 500 µm, einen mittleren Porendurchmesser von 0,12 µm, eine Porosität von 71% und eine kritische Oberflächenspannung c) von 31 mN/m.

Ein Modul mit einer effektiven Membranfläche von 5 m² wurde unter Verwendung dieser Hohlfasermembran hergestellt.

Sonnenblumenöl, das 0,26 Gew.-% eines Wachses enthielt und einer Behandlung zur Entfernung eines Phospholipids, einer freien Fettsäure und eines Pigments vom Öl unterworfen worden war (ein Öl, das der unmittelbar vorstehenden Behandlung unterworfen worden ist, wird nachstehend als "entfärbtes Öl" bezeichnet), wurde auf 5°C gekühlt, wodurch Waschkristalle ausgefällt wurden. Das in dieser Weise gekühlte, entfärbte Sonnenblumenöl wurde in den Modul eingebaut, der senkrecht zur waagerechten Ebene angeordnet war, worauf die Filtration bei einer Ölpermeation von etwa 100%, einer Filtrationstemperatur von 10°C und einem mittleren Filtrationsdruck von 2 bar durchgeführt wurde. Die Ölpermeationsgeschwindigkeit betrug unmittelbar nach Beginn der Filtration 60 l/h, nahm jedoch auf 35 l/h ab, nachdem die Filtration eine Stunde durchgeführt worden war. Der Modul wurde 2 min einer Rückwaschbehandlung unter Verwendung von Stickstoffgas von 55°C als Rückwaschmedium unterworfen. Nach dem Rückwaschen des Moduls wurde die Filtration wieder aufgenommen, wobei festgestellt wurde, daß die Ölpermeationsgeschwindigkeit zu dem im wesentlichen gleichen Wert, wie er unmittelbar nach Beginn der Filtration beobachtet wurde, zurückgekehrt war.

Die Filtration wurde insgesamt 12 h durchgeführt, und während des Filtrationsvorganges wurde die Rückspülung des Moduls mit Stickstoffgas von 55°C jeweils 2 min mit einer Häufigkeit von einmal pro Stunde durchgeführt. Während der Rückspülung des Moduls konnte die stabile Filtration mit einer mittleren Ölpermeationsgeschwindigkeit von 50 l/h durchgeführt werden. Das durchgelaufene Öl wurde der Gas-Flüssigkeitschromatography (GLC) zur Bestimmung des Waschgehalts unterworfen. Bei der Analyse durch GLC wurde gefunden, daß der Wachsgehalt des durchgelaufenen Öls etwa 0,003 Gew.-% betrug. Das durchgelaufene Öl wurde ferner dem Kältetest unterworfen, um die Anwesenheit eines Wachses festzustellen. Als Ergebnis wurde keine Trübung im durchgelaufenen Öl festgestellt. Aus diesen Ergebnissen ist es erkennbar, daß das durchgelaufene Öl im wesentlich wachsfrei war.

Vergleichsbeispiel 1

Unter Verwendung des gleichen Moduls, das bei dem in Beispiel 1 beschriebenen Versuch verwendet wurde, wurde das Entwachsen des entfärbten Sonnenblumenöls (50°C), wie es bei dem in Beispiel 1 beschriebenen Versuch verwendet wurde, in der gleichen Weise wie in Beispiel 1 durchgeführt mit dem Unterschied, daß das Sonnenblumenöl vor der Filtration nicht gekühlt wurde.

Das erhaltene durchgelaufene Öl hatte gemäß GLC-Analyse einen Wachsgehalt von 0,22%. Als Ergebnis des Kältetests wurde eine Trübung im durchgelaufenen Öl festgestellt. Diese Ergebnisse lassen erkennen, daß das Wachs nicht ausreichend entfernt werden konnte.

Beispiel 2

26,7 Vol.-% eines Ethylen-Tetrafluoroethylen-Copolymerisats, 60,0 Vol.-% Diocthylphthalat und 13,3 Vol.-% feinteiliges Siliciumdioxid wurden geknetet, gemahlen und als Schmelze unter Verwendung eines Doppelschneckenextruders und einer Hohldüse schmelzgesponnen. Das Extrudat wurde gekühlt und aufgewickelt. Die erhaltene Hohlfaser wurde in 1,1,1-Trichlorethan getaucht, um das Dioctylphthalat zu extrahieren und zu entfernen. Die Hohlfaser wurde getrocknet und in eine wäßrige Lösung getaucht, die 40 Gew.-% Natriumhydroxid enthielt, um das feinteilige Siliciumdioxid in der wäßrigen Lösung zu lösen. Die Hohlfaser wurde dann mit einer verdünnten wäßrigen Natriumhydroxid-Lösung und dann mit Wasser gewaschen und getrocknet, wobei eine poröse Hohlfasermembran erhalten wurde.

Die Membran hatte einen Innendurchmesser von 1,5 mm, eine Dicke von 500 µm, einen mittleren Porendurchmesser von 0,3 µm, eine kritische Oberflächenspannung c) von 26,5 mN/m und eine Porosität von 70%.

Ein Modul mit einer effektiven Membranfläche von 3 m² wurde unter Verwendung dieser Hohlfasermembran hergestellt.

Unter Verwendung des so hergestellten Moduls wurde das gleiche entfärbte Sonnenblumenöl, wie es in dem bei Beispiel 1 beschriebenen Versuch verwendet wurde, auf 5°C gekühlt und der Filtration unter den gleichen Bedingungen, die in Beispiel 1 beschrieben sind, unterworfen. Die Ölpermeationsgeschwindigkeit betrug unmittelbar nach dem Beginn der Filtration 42 l/h, nahm auf 24 l/h ab, nachdem die Filtration eine Stunde durchgeführt war. Der Modul wurde 2 min einer Rückwaschbehandlung unter Verwendung des Filtrats (50°C) als Rückwaschflüssigkeit unterworfen. Nach der Rückwaschbehandlung wurde die Filtration wiederaufgenommen, wobei festgestellt wurde, daß die Ölpermeationsgeschwindigkeit im wesentlichen auf den gleichen Wert, wie er unmittelbar nach dem Beginn der Filtration festgestellt worden war, zurückgekehrt war.

Die Filtration wurde insgesamt 12 h durchgeführt, und während des Filtrationsvorgangs wurde die Rückwaschbehandlung des Moduls mit dem Filtrat jeweils 2 min mit einer Häufigkeit von 1/h vorgenommen.

Das durchgelaufene Öl hatte gemäß der GLC-Analyse einen Wachsgehalt von 0,003 Gew.-%. Als Ergebnis des Kältetestes wurde keine Trübung im durchgelaufenen Öl festgestellt. Aus diesen Ergebnissen ist erkennbar, daß das durchgelaufene Öl im wesentlichen wachsfrei war.

Beispiele 3 bis 5

Die gemäß Beispiel 2 hergestellte poröse Hohlfasermembran wurde in einen Modul mit einer effektiven Membranfläche von 0,1 m² eingebaut. Drei Ölproben (A, B und C) wurden durch Behandlung eines rohen Sonnenblumenöls, dessen Eigenschaften in Tabelle 1 genannt sind, in der nachstehend beschriebenen Weise hergestellt:

Probe A

Das rohe Sonnenblumenöl wurde auf 5°C gekühlt.

Probe B

Dem rohen Sonnenblumenöl wurden, bezogen auf das Öl, 0,05 Gew.-% Phosphorsäure und 2 Gew.-% einer wäßrigen Natriumhydroxid-Lösung von 16°B} zugesetzt, worauf das Gemisch gerührt und dann auf 5°C gekühlt wurde.

Probe C

Das rohe Sonnenblumenöl wurde auf 5°C gekühlt. Dem gekühlten Öl wurden, bezogen auf das Öl, 0,05 Gew.-% Phosphorsäure und 2 Gew.-% einer wäßrigen Natriumhydroxid-Lösung von 16°B} zugesetzt, worauf das Gemisch gerührt wurde.

Jede dieser Ölproben wurde dem in der oben beschriebenen Weise hergestellten Modul zugeführt. Die Filtration wurde bei einer Ölpermeation von etwa 100%, einer Filtrationstemperatur von 15°C und einem mittleren Filtrationsdruck von 0,9 bar durchgeführt. Die Menge jeder Ölprobe, die dem Modul zugeführt wurde, betrug eine Stunde nach Beginn der Filtration 0,38 l Probe A, 0,32 l Probe B und 0,31 l Probe C.

Für jedes erhaltene und durchgelaufene Öl wurden die Eigenschaften ermittelt. Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 1 genannt.

Die in Tabelle 1 genannten Ergebnisse zeigen, daß jedes der durchgelaufenen Öle im wesentlichen frei von Wachs, Phospholipid, freier Fettsäure und Wasser war. Ferner zeigt ein Vergleich der Ergebnisse für die Proben A, B und C, daß die Entfernung von Phospholipid und freier Fettsäure durch Zusatz einer Säure und eines Alkalis gesteigert werden kann.

Tabelle 1

Beispiel 6 und Vergleichsbeispiel 2

Das gemäß Beispiel 3 erhaltene durchgedrungene Öl wurde durch Zusatz von säureaktivierter Bleicherde entfärbt. Das entfärbte Öl wurde dann 1,5 h der Wasserdestillation bei 260°C unter einem Druck von 4 mbar unterworfen, wobei die Ölprobe P erhalten wurde.

Andererseits wurde das gleiche rohe Öl, wie es in den in Beispiel 3 bis 5 beschriebenen Versuchen verwendet wurde, der Degummierung oder Raffination (Entfernung von Phospholipiden) und der Entsäuerung (Entfernung von freier Fettsäures) nach einem üblichen Zentrifugierungsverfahren unterworfen. Das in dieser Weise behandelte Öl wurde auf 5°C gekühlt und dann durch Filtration unter Verwendung eines mit Perlit vorbeschichteten Filters entwachst. Das entwachste Öl wurde durch Trocknen im Vakuum dehydratisiert und der Entfärbung und Wasserdampfdestillation in der vorstehend beschriebenen Weise unterworfen, wobei die Ölprobe P&min; erhalten wurde.

Die Eigenschaften der beiden Ölproben P und P&min; wurden untersucht. Die erhaltenen Ergebnisse sind in Tabelle 2 genannt.

Aus den in Tabelle 2 genannten Ergebnissen ist es deutlich erkennbar, daß gemäß der Erfindung trotz des Weglassens der beim üblichen Verfahren zur Raffination von pflanzlichen Ölen durchgeführten Vorstufen des Degummierens, der Entsäuerung und der Dehydratisierung ein raffiniertes Öl erhalten werden kann, das Eigenschaften aufweist, die mit denen eines Öls, das nach dem üblichen komplizierten Verfahren raffiniert worden ist, vergleichbar sind.

Tabelle 2

Beispiel 7

Ein rohes Sesamöl, in dem die Anwesenheit eines Wachses durch den Kältetest bestätigt worden war, wurde auf 10°C gekühlt. Unter Verwendung des gleichen in Beispiel 1 beschriebenen Moduls wurde das gekühlte Sesamöl 12 h der Filtration bei einer Ölpermeation von etwa 100%, einer Filtrationstemperatur von 20°C und einem mittleren Filtrationsdruck von 2,7 mbar unterworfen. Die Rückspülung des Moduls mit Stickstoffgas von 45°C wurde 2 min mit einer Häufigkeit von l/h vorgenommen. Die mittlere Ölpermeationsgeschwindigkeit betrug 175 l/h.

Das Durchgedrungene Öl wurde dem Kältetest unterworfen. Als Ergebnis wurde keine Trübung im durchgedrungenen Öl festgestellt. Das Ergebnis zeigt, daß das durchgedrungene Öl im wesentlichen wachsfrei war.

Beispiel 8

Ein entfärbtes Maisöl, in dem die Anwesenheit eines Wachses durch den Kältetest bestätigt worden war, wurde auf 3°C gekühlt. Unter Verwendung des gleichen Moduls wie in Beispiel 2 wurde das gekühlte Maisöl 12 h der Filtration bei einer Ölpermeation von etwa 100%, einer Filtrationstemperatur von 5°C und einem mittleren Filtrationsdruck von 2,7 mbar unterworfen. Die Rückspülung des Moduls mit Stickstoffgas von 45°C wurde 2 min mit einer Häufigkeit von 1/h vorgenommen. Die mittlere Ölpermeationsgeschwindigkeit betrug 24 l/h.

Das durchgelassene Öl wurde dem Kältetest unterworfen. Als Ergebnis wurde keine Trübung im durchgelassenen Öl festgestellt. Das Ergebnis zeigt, daß das durchgelassene Öl im wesentlichen wachsfrei war.

Beispiel 9

Ein entfärbtes Rapsöl, in dem die Anwesenheit eines Wachses durch den Kältetest bestätigt worden war, wurde auf 8°C gekühlt. Unter Verwendung des gleichen Moduls wie in Beispiel 2 wurde das gekühlte Rapsöl 12 h der Filtration bei einer Ölpermeation von etwa 100%, einer Filtrationstemperatur von 8°C und einem mittleren Filtrationsdruck von 2,7 mbar unterworfen. Die Rückspülung des Moduls mit Stickstoffgas von 45°C wurde 2 min mit einer Häufigkeit von 1/h vorgenommen. Die mittlere Ölpermeationsgeschwindigkeit betrug 48 l/h.

Das durchgelassene Öl wurde dem Kältetest unterworfen. Als Ergebnis wurde keine Trübung im durchgelassenen Öl festgestellt. Das Ergebnis zeigt, daß das durchgelassene Öl im wesentlich wachsfrei war.


Anspruch[de]
  1. Verwendung von porösen Membranen, mit Poren, die sich durch die Membran von einer Seite zur anderen Seite der Membran erstrecken und die an ihrer Oberfläche eine kritische Oberflächenspannung c) von weniger als 33 mN/m und einen mittleren Porendurchmesser von 0,05 bis 5 µm aufweisen zur Abtrennung von kristallisiertem Wachs und sofern im Öl vorhanden, gleichzeitigem Abtrennen von Wasser, Phospholipiden und freien Fettsäuren aus auf eine Temperatur von minus 10°C bis 20°C eingestelltem rohem oder entfärbtem pflanzlichen Öl oder einem Gemisch aus pflanzlichem Öl mit einem organischen Lösungsmittel.






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