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Dokumentenidentifikation DE2501325C2 20.10.1988
Titel Verwendung von Gemischen aus Paraformaldehyd und Kristallsoda als lagerstabile, bei Raumtemperatur bis schwach erhöhter Temperatur keimtötende Vorwaschmittel
Anmelder Milbradt, Walter, 5650 Solingen, DE
Erfinder Milbradt, Walter, 5650 Solingen, DE
Vertreter Redies, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 4000 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 15.01.1975
DE-Aktenzeichen 2501325
Offenlegungstag 22.07.1976
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 20.10.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.10.1988
Addition 25128352
IPC-Hauptklasse A01N 35/02

Beschreibung[de]

Das Waschen der Desinfektionswäsche in Krankenhäusern und in gewerblichen Wäschereien wird bisher in der Weise vorgenommen, daß die verseuchte Wäsche zum Einweichen bzw. Vorwaschen und zum Lösen von Eiweiß und Blut im Wasser mit oder ohne Waschmittel kalt eingeweicht und vorgespült wird. Hiernach wird das Wasser, welches beim Einweichen mit aus der Wäsche stammenden Bakterien und Bazillen angereichert worden ist, in das Abwässersystem abgegeben. Erst nach dem Einweichen und Vorspülen zum Lösen von Eiweiß und Blut erfolgt der erste Waschgang. Es wird Wasser neu zur Wäsche zugegeben, und es wird nach Zugabe von Desinfektions- und Waschmittel auf ca. 50 bis 60°C erhitzt. Die Desinfektionswäsche wird bei einer Laufzeit von ca. 10 Minuten vorgewaschen. Dieser erhöhte Temperaturbereich mit einer Laufzeit von ca. 10 Minuten ist bei den derzeitigen Desinfektionsmittels für die Desinfektionswäsche zur Gewährleistung einer einwandfreien Desinfektion der Wäsche nötig. Ganz abgesehen davon, daß die heute meist verwendeten automatischen Waschmaschinen Waschgänge von nur wenigen Minuten haben, hat das Waschen bei so hohen Temperaturen wie 60°C den Nachteil, daß Eiweißprodukte auf der Wäsche dauerhafte Flecken hinterlassen. Ebenso wesentlich ist es, daß gegen diese Art des Waschens aber auch vom Standpunkt der Hygiene erhebliche Bedenken bestehen, weil die durch das Einweichen bzw. Vorwaschen gelösten Bakterien und Bazillen mit dem abgelassenen Einweichwasser in das Abwässersystem gelangen.

Die vorliegende Erfindung bezweckt eine Behebung der vorgeschilderten Mißhelligkeiten durch Verwendung von Gemischen aus 20 bis 80 Gew.-% Paraformaldehyd und 80 bis 20 Gew.-% Kristallsoda als keimtötendes Vorwaschmittel, welches beim Einweichen und Vorwaschen bei Raumtemperatur bis schwach erhöhter Temperatur angewandt innerhalb weniger Minuten nicht nur alle Keime tötet, sondern auch Eiweiß und Schmutz aus behandelter stark verschmutzter Wäsche löst und es zuläßt, daß das Einweich- und Vorwaschwasser nach dem Einweichen und Vorwaschen der Wäsche keimfrei in den Abfluß gegeben werden kann. Ein solches keimtötendes Produkt liegt in der leicht handhabbaren Pulverform vor und ist lagerstabil.

Das erfindungsgemäß zu verwendende pulverförmige keimtötende Vorwaschmittel besteht aus 20 bis 80 Gew.-% Paraformaldehyd und 80 bis 20 Gew.-% Kristallsoda.

Die bevorzugten erfindungsgemäß verwendeten Vorwaschmittel bestehen aus 50 bis 80 Gew.-% Paraformaldehyd und 50 bis 20 Gew.-% Kristallsoda.

Die bisher verwendeten Mittel zur Wäschedesinfektion angewandten Vorwäschen von Krankenhauswäsche bestehen aus Polyphosphaten und aktivierbaren organischen Chlorverbindungen. Um eine sichere Desinfektion zu erreichen, muß die zu reinigende Wäsche ca. 10 Minuten bei einer Temperatur im Bereich von 50 bis 60°C behandelt werden. Es ist jedoch in den letzten Jahren bekannt geworden, daß der Gehalt der Abwässer an Polyphosphaten einen beträchtlichen nachteiligen Einfluß auf die Fauna und Flora der natürlichen Gewässer hat. Aus diesem Grund wird in einigen Ländern sogar ein Verbot der Verwendung solcher Polyphosphate in Erwägung gezogen. Es ist auch Aufgabe der vorliegenden Erfindung, diesen erheblichen Nachteil der vorbekannten, Polyphosphate enthaltenden Wäschedesinfektionsmittel zu überwinden.

Man hat auch schon versucht, desinfizierend wirkende quaternäre Ammoniumverbindungen, die selbst keine genügende Desinfektion der Krankenhauswäsche ergeben, mit anderen Produkten, nämlich nichtionogenen Waschmitteln zur Desinfektion von Krankenhauswäsche zu kombinieren. Diese Versuche sind jedoch bisher ohne Erfolgt geblieben. Überraschenderweise hat sich nun gezeigt, daß durch Kombination von Formaldehyd (wegen der angestrebten Pulverform des Waschmittels in Form von Paraformaldehyd) mit Kristallsoda eine so hohe Desinfektionswirkung erzielt wird, daß selbst stark verschmutzte und infizierte Wäsche, wie Krankenhausoperationswäsche sicher mit solchen Gemischen desinfiziert werden kann, und dies bei im Vergleich mit der Anwendungstemperatur vorbekannter Desinfektionsmittel erheblich geringerer Temperatur und auch in kürzerer Zeit. Dieses Ergebnis ist insbesondere im Hinblick auf die einfache Zusammensetzung des Waschmittels überraschend.

Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.

Beispiel 1

Es werden verschiedene Mengen Paraformaldehyd und Kristallsoda geeigneter Teilchengröße homogen miteinander vermischt:

  • a) 20 Teile Paraformaldehyd und 80 Teile Kristallsoda,
  • b) 50 Teile Paraformaldehyd und 50 Teile Kristallsoda,
  • c) 60 Teile Paraformaldehyd und 40 Teile Kristallsoda,
  • d) 80 Teile Paraformaldehyd und 20 Teile Kristallsoda.


Alle Gemische stellen riesel- und lagerfähige Produkte dar.

Beispiel 2

Das Produkt gemäß Beispiel 1c) wurde in einem Verhältnis von 1 : 500 zu dem kalten Einweichwasser in der Waschmaschine gegeben. Das Flottenverhältnis betrug 1 : 5. Schon nach 5minütiger Behandlung der stark verschmutzten Wäsche bei einer Temperatur von 35°C war die Waschlauge keimfrei, so daß das Einweichwasser bedenkenlos in das Abwässersystem abgegeben wurde.

Beispiel 3

Beispiel 2 wurde mit einem Lösungsverhältnis 1 : 400 wiederholt und auf stark verschmutzte Operationswäsche angewandt. Das angewandte Flottenverhältnis betrug 1 : 6. Nach 5 Minuten war die Waschlauge keimfrei.


Anspruch[de]
  1. 1. Verwendung von Gemischen aus 20 bis 80 Gew.-% Paraformaldehyd und 80 bis 20 Gew.-% Kristallsoda als lagerstabile, bei Raumtemperatur bis schwach erhöhter Temperatur innerhalb weniger Minuten keimtötend wirksame Vorwaschmittel.
  2. 2. Verwendung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Gemische aus 50 bis 80 Gew.-% Paraformaldehyd und 50 bis 20 Gew.-% Kristallsoda bestehen.
  3. 3. Verwendung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Vorwaschmittel in im Verhältnis von 1 : 300 bis 1 : 500 verdünnter wäßriger Lösung bei Temperaturen von 30 bis 35°C angewandt werden.






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