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Dokumentenidentifikation DE3119539C2 20.10.1988
Titel Verfahren zum Behandeln von Kupferrohren
Anmelder Kabel- und Metallwerke Gutehoffnungshütte AG, 4500 Osnabrück, DE
Erfinder Hecht, Meinhard, Dipl.-Ing., 4507 Hasbergen, DE;
Körschgens, Kurt, 4500 Osnabrück, DE;
Sporing, Volker, Ing.(grad.), 4507 Hasbergen, DE;
Steinkamp, Walter, Dipl.-Phys.;
Wischmeyer, Georg, Ing.(grad.), 4500 Osnabrück, DE
DE-Anmeldedatum 16.05.1981
DE-Aktenzeichen 3119539
Offenlegungstag 09.12.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 20.10.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 20.10.1988
IPC-Hauptklasse B21C 9/00
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Behandeln von Kupferrohren, die durch Ziehen unter Verwendung von Ziehöl auf das Fertigmaß gebracht werden und abschließend weichgeglüht werden, wobei im Rohrinnern eine oxidierend wirkende Atmosphäre aufrechterhalten wird, wird das oxidierend wirkende Gas in genau dosierter Menge durch Regelung des Druckes oder der Menge kontinuierlich eingeleitet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Behandeln von Kupferrohren, die durch Pressen oder Walzen und nachfolgendes Ziehen unter Verwendung von Ziehöl auf das Fertigmaß gebracht werden und nach dem letzten Ziehvorgang erwärmt werden, um das Ziehöl zu verdampfen und das Rohr weichzuglühen, wobei die Ziehöldämpfe aus dem Innern durch Einleiten eines Gases ausgetrieben werden, bei dem einzelne Rohrlängen endseitig gasdurchlässig verbunden werden, jeweils ein Teilstück der Rohrlänge auf mehr als 600°C, vorzugsweise durch Widerstands- oder Induktiverwärmung im kontinuierlichen Durchlauf erhitzt, und in das Innere der Rohrlänge ein oxidierend wirkendes Gas eingeleitet wird.

Bei einem bekannten Verfahren (DE 29 28 084 A1) ist im Bereich des Ablauftisches für das Kupferrohr eine Pumpe vorgesehen, deren Ansaugleitung mit dem Ende des als Ringbund vorliegenden Kupferrohres mittels einer Schnellkupplung verbunden ist. Das Gebläse saugt die im Bereich der Glüheinrichtung entstehenden Ziehmitteldämpfe weitestgehend aus dem Innern des Kupferrohres ab. Das abgesägte Ende des Kupferrohres mündet in die freie Atmosphäre, so daß Luft in das Rohrinnere strömen kann und den durch den Zerfall des Ziehöls entstehenden elementaren Kohlenstoff im Bereich der Glüheinrichtung verbrennen kann.

In dem älteren deutschen Patent DE 30 18 036 C1 werden die Fertigungslängen nicht durch einen Sägeschnitt, sondern durch einen Scherenschnitt abgetrennt. Dadurch soll im Rohrinnern durch die Pumpe ein Unterdruck erzeugt und die Ziehmitteldämpfe, bevor sie in den Glühbereich gelangen, vollständig abgesaugt werden. Das Rohrende wird hierbei nicht vollständig geschlossen, so daß eine kleine Menge Luft in das Rohrinnere eintreten kann und zu einer leichten Oxidation der inneren Oberfläche des Rohres führt.

Infolge der über die Glühzeit unterschiedlichen Ansaugrohrlänge und der mehr oder weniger gasdichten Schnittstelle stellen sich im Glühbereich der Fertigungslinie instabile Betriebsbedingungen ein, die dazu führen, daß unkontrolliert sowohl Kohlenstoffrückstände im fertigen Rohr verbleiben als auch unterschiedliche Oxidschichtdicken entstehen können.

Der Erfindung liegt von daher die Aufgabe zugrunde, die bekannten Verfahren dahingehend zu verbessern, daß nunmehr Kupferrohre mit einer über die Länge annähernd gleich dicken korrosionsschützenden Kupferoxidschicht hergestellt werden können.

Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs erwähnten Art dadurch gelöst, daß das Gas in genau dosierter Menge durch Regelung des Druckes oder der Menge eingeleitet wird. Wesentlich ist, daß bei der Druckregelung ein konstanter Luftdruck bzw. Sauerstoffpartialdruck in der Glühzone des Kupferrohres eingestellt wird. Dies kann dadurch erzielt werden, daß der Ansaugunterdruck einer einlaufseitig angeordneten Pumpe in Abhängigkeit von der Ansauglänge gesteuert bzw. geregelt ist. Alternativ kann eine auslaufseitig angeschlossene Überdruckleitung entsprechend druckgeregelt oder -gesteuert werden. Wählt man die Mengenregelung, wird entweder eine konstante Luft- bzw. Gasmenge pro Zeiteinheit eingeblasen oder abgesaugt.

Neben der Erzielung der Konstanz im Glühbereich ergeben sich noch weitere Vorteile, die darin bestehen, daß beim Abtrennen der Fertigrohrlängen die Größe der durch den Scherenschnitt entstehenden Lufteinlaßschlitze von untergeordneter Bedeutung sind. Es kann ggf. mit vollständig offenem Schnitt gefahren werden. Wird abgesaugt, so wird die kontinuierliche Änderung der Ansaugrohrlänge durch die Mengenregelung automatisch kompensiert.

Die Erfindung ist anhand eines in der Figur schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

Das in einem Ringbund 1 vorliegende Kupferrohr 2 wird von einem Ablauftisch 3 abgezogen und zunächst in einen Richtrollensatz 4 eingeführt. Hinter dem Richtrollensatz 4 ist eine Widerstandsdurchlaufglüheinrichtung 5 vorgesehen, in welcher das Kupferrohr 2 auf mindestens 600°C erwärmt wird. Das aus der Widerstandsdurchlaufglüheinrichtung 5 austretende Kupferrohr 2 kühlt langsam ab und wird mittels einer Strangpresse 6 mit einem nicht besonders bezeichneten aber bekannten Kunststoffmantel versehen. Hinter der Strangpresse 6 ist eine fliegende Säge 7 angeordnet, welche das ummantelte Kupferrohr in Handelslängen trennt. Die Handelslängen gelangen dann in einen nicht mehr dargestellten Förderrollengang und werden einer Wickelvorrichtung zugeführt.

Im Bereich des Ablauftisches 3 ist eine Pumpe oder ein Gebläse 8 vorgesehen, dessen Ansaugleitung 9 mit dem Ende 10 des Ringbundes 1 mittels einer Schnellkupplung 11 verbunden ist. Befindet sich in dem Ringbund 1 nur noch eine kurze Länge an Kuferrohr 2, so wird die Schnellkupplung 11 gelöst, die in der Fertigung befindliche Kupferrohrlänge mit einem neuen Ringbund mittels eines durchlässigen Stopfens zugfest verbunden und die Schnellkupplung an das neu zugeführte Ringbund 1 angeschlossen.

Das Gebläse 8 saugt die im Bereich der Widerstandsdurchlaufglüheinrichtung 5 entstehenden Ziehmitteldämpfe weitestgehend aus dem Innern des Kupferrohres 2 ab. Dadurch, daß das abgelängte Ende des Kupferrohres 2 in die freie Atmosphäre mündet, kann Luft in das Rohrinnere strömen und den anfallenden elementaren Kohlenstoff im Bereich der Durchlaufglüheinrichtung 5 verbrennen. Überschüssiger Sauerstoff führt zu einer Oxidschicht an der inneren Oberfläche des Kupferrohres 2.

Damit nun im Innern des Kupferrohres 2 stets eine ausreichende konstante Luftmenge vorhanden ist - dies gilt insbesondere für den Bereich der Durchlaufglüheinrichtung 5 - ist in der Ansaugleitung 9 ein Ventil 12 angeordnet. Dieses Ventil 12 wird über eine nicht mehr dargestellte Mengenreguliereinrichtung bzw. eine Druckreguliereinrichtung gesteuert. Dadurch ist in jedem Fall sichergestellt, daß auch bei Vergrößerung der in der Fertigungsanlage befindlichen Rohrlänge 2 im Innern des Kupferrohres 2 stets gleiche Bedingungen vorherrschen.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Behandeln von Kupferrohren, die durch Pressen oder Walzen und nachfolgendes Ziehen unter Verwendung von Ziehöl auf das Fertigmaß gebracht werden und nach dem letzten Ziehvorgang erwärmt werden, um das Ziehöl zu verdampfen und das Rohr weichzuglühen, wobei die Ziehöldämpfe aus dem Innern durch Einleiten eines Gases ausgetrieben werden, bei dem einzelne Rohrlängen endseitig gasdurchlässig verbunden werden, jeweils ein Teilstück der Rohrlänge auf mehr als 600°C vorzugsweise durch Widerstands- oder Induktionserwärmung im kontinuierlichen Durchlauf erhitzt, und in das Innere der Rohrlänge ein oxidierend wirkendes Gas eingeleitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Gas in genau dosierter Menge durch Regelung des Druckes oder der Menge eingeleitet wird.






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