Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft periodisch betriebene Herdwagenöfen,
bei denen das Einsatzgut nach der Wärmebehandlung auf
Umgebungstemperatur gebracht werden muß. Insbesondere betrifft
die Erfindung Glattbrandöfen der feinkeramischen Industrie mit
Prozeßtemperaturen von etwa 1400°C.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Bei periodisch betriebenen Herdwagenöfen für den
Prozellanglattbrand wird das Einsatzgut auf Prozeßtemperatur erhitzt
und danach auf angenähert Umgebungstemperatur abgekühlt. Die
erforderliche Kühlluft wird durch die Brenner in den Ofenraum
eingeblasen und über das Abgassystem abgeführt (Scholz, G.:
Senkung des Energiebedarfs durch den Einsatz von
Schnellbrand-Herdwagenöfen. Energieanwendung 30 (1981) 6, S. 220-221).
Die Kühlgeschwindigkeit ist von der Leistung des
Verbrennungsluftgebläses und des Transportsystems und von dem
Wärmeaufnahmevermögen der Luft begrenzt. Überdimensionierte
Verbrennungsluftgebläse müsssen eingesetzt werden. Die vom keramischen Scherben
her möglichen hohen Abkühlgeschwindigkeiten im oberen
Temperaturbereich können zur Erzielung einer kurzen Abkühlphase nicht
genutzt werden. Qualitätsprobleme hinsichtlich Weißgehalt und
Blasenbildung treten auf.
In der Patentliteratur wird eine Einrichtung zum Sprühabschrecken
im Muffelofen (DD 2 19 268) beschrieben. Dabei werden Rohre mit
Düsen zum allseitigen Abschrecken der Formkörper in die Muffel
eingefahren und gleichzeitig Abzugsöffnungen freigegeben. Dieses
für Kupfer und Aluminium und deren Legierungen angewandte
Verfahren genügt den Anforderungen für den Porzellanglattbrand
hinsichtlich gleichmäßiger Temperaturverteilung nicht.
Für kontinuierlich betriebene Tunnelöfen wurde von
Leisenberg, M. (DE 22 54 551) die Absenkung der Temperatur mittels
Wassereinspritzung vorgeschlagen, wobei das in die Kühlzone
gelangende Brenngut einer Sturzkühlung unterzogen wird. Dieses
Verfahren ist für kontinuierlich betriebene Anlagen geeignet,
da unter den fest installierten Düsen der glühende Besatz
bewegt wird und somit örtliche Unterkühlungen und extreme
Temperaturgradienten im Besatz verhindert werden. Für periodisch
betriebene Öfen, bei denen der Besatz sich während des gesamten
Brennzyklusses in Ruhe befindet, ist dieses Verfahren wegen der
Gefahr der örtlichen Unterkühlung und der damit verbundenen
erheblichen Temperaturdifferenzen im Besatz ungeeignet.
Ziel der Erfindung
Das Ziel der Erfindung ist die Verbesserung der Ökonomie von
periodisch betriebenen Wärmebehandlungsöfen, insbesondere von
Herdwagenöfen für den Porzellanbrand.
Darlegung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei periodisch
betriebenen Wärmebehandlungsöfen, insbesondere bei Herdwagenöfen für
den Prozellanglattbrand, durch Sturzkühlung mit Wasser die
Kühldauer und damit den Brennzyklus wesentlich zu verkürzen.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß in einem
Strahlungsbrenner mit radialer Flachflamme mit konzentrisch
angeordneten Luft- und Brenngaszuführungsrohren, einem
Drallkörper und einem sich kelchartig erweiternden Brennerstein zentral
in der Längsachse des Brenners ein Wasserzuführungsrohr
angeordnet ist und sich in oder in Strömungsrichtung unmittelbar nach
dem Drallkörper am Ende des Wasserzuführungsrohres eine
Wassersprühdüse befindet. Durch die erfindungsgemäße Kombination von
Strahlungsbrenner und Wassereindüsung und den damit geschaffenen
"Sturzkühlbrenner" wird beim Einsatz in periodisch betriebenen
Wärmebehandlungsöfen in der Kühlphase im oberen Temperaturbereich
Wasser so in den Luftstrom der Brenner eingedüst, daß dieses
von der Luft aufgenommen und über die Luftverdrallung radial
weitflächig mit der Luft parallel zur Wand weggeschleudert und
feinverteilt mit der Kühlluft weiträumig in den Besatz
eingesaugt wird. An der intensiven Sturzkühlung hat insbesondere der
mit der Wasserverdampfung verbundene hohe Wärmeentzug aus dem
Besatz Anteil, ohne daß örtliche Unterkühlungen und größere
Temperaturdifferenzen im Besatz während der Kühlphase auftreten.
Der Wasserbedarf ist dabei so gering, daß
Kondensationserscheinungen im Abgassystem nicht eintreten können.
Eine Leistungssteigerung der Anlage wird dadurch ermöglicht.
Außerdem wird eine sichere Beherrschung der Kühlkurve im oberen
Temperaturbereich bei normal dimensionierten Gebläsen möglich.
Eine Verminderung des Elektroenergiebedarfes für die
Antriebsleistung wird erreicht (für die Wassereindüsung ist der Netzdruck
ausreichend). Das extrem schnelle Durchfahren des
Höchsttemperaturbereiches in der Kühlphase von 1400 auf z. B. 1100°C wirkt
sich hinsichtlich Weißgehalt und Blasenbildung ausgesprochen
positiv auf die Qualität des gebrannten Porzellans aus.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel
erläutert werden.
Dafür zeigt
Fig. 1 Schnitt durch einen Strahlungsbrenner mit radialer
Flachflamme als Sturzkühlbrenner,
Fig. 2 Drallkörper (Draufsicht),
Fig. 3 Schnitt AA des Drallkörpers nach Fig. 2.
Das Brenngaszuführungsrohr 1 und das
Verbrennungsluftzuführungsrohr 2 eines Strahlungsbrenners mit radialer Flachflamme sind
konzentrisch angeordnet. Im Drallkörper 3 wird durch entsprechend
angeordnete Bohrungen die Luft schraubenförmig verdrallt. Sie
legt sich in bekannter Weise an den sich kelchartig erweiternden
Brennerstein 4 an. Im Brenngaszuführungsrohr 1 ist wiederum
konzentrisch ein Wasserzuführungsrohr 5 angeordnet, das durch
den Drallkörper 3 hindurchführt und das in Strömungsrichtung
unmittelbar nach dem Drallkörper 3 in eine Wassersprühdüse 6
mündet, die durch Distanzbleche 7 fixiert wird.
In der Kühlphase wird in den schraubenförmig verdrallten
Luftvolumenstrom, der vielfach verzweigt erzeugt wird und in dessen
Achsrichtung sich ein Unterdruck einstellt, das zur Sturzkühlung
verwendete Wasser (30 l/h · Brenner) eingedüst und eingesaugt
und weitgehend homogen mit der Luft vermischt. In der Kühlphase
sind das Mauerwerk und der Brennerstein intensiver Wärmestrahlung
ausgesetzt, so daß eine sofortige Wasserverdampfung eintritt,
wobei der umgewälzte Luftvolumenstrom die Verdampfungswärme
entzogen bekommt und abkühlt, wodurch der durch die Umwälzwirkung
begünstigte Wärmetransport aus dem glühenden Besatz heraus in
die Kühlluft durch die Erhöhung des treibenden Temperaturgefälles
stark begünstigt wird und die Sturzkühlung realisiert werden
kann, die eine wesentliche Verkürzung der Kühlphase ermöglicht,
ohne daß Unterkühlungen oder unzulässig hohe
Temperaturdifferenzen im Besatz auftreten. Eine erhebliche Verbesserung der
Ökonomie des Porzellanbrandes ist die Folge.
- Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
1 Brenngaszuführungsrohr
2 Luftzuführungsrohr
3 Drallkörper
4 Brennerstein
5 Wasserzuführungsrohr
6 Wassersprühdüse
7 Distanzblech