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Dokumentenidentifikation EP0284974 10.11.1988
EP-Veröffentlichungsnummer 0284974
Titel Kraftschrauber mit Drehmomentbegrenzung.
Anmelder Kipfelsberger, Albert, 8070 Ingolstadt, DE
Erfinder Kipfelsberger, Albert, 8070 Ingolstadt, DE
Vertragsstaaten AT, CH, DE, FR, GB, IT, LI
Sprache des Dokument DE
EP-Anmeldetag 23.03.1988
EP-Aktenzeichen 881046106
EP-Offenlegungsdatum 05.10.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.11.1988
IPC-Hauptklasse B25B 23/145

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Kraftschrauber mit Drehmomentbegrenzung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Schraubverbindungen, insbesondere schwere Schraubverbindungen, müssen oftmals mit einem vorgegebenen Drehmoment angezogen werden. Dazu sind eine Reihe von Vorrichtungen, sogenannte Kraftschrauber, bekannt.

Ein bekannter Kraftschrauber (EP-OS 0 042 558) verwendet zur Drehmomentermittlung ein separates, verformbares Bauelement, das koaxial die Ausgangswelle des Kraftschraubers umgibt. Dieses drehelastische Verbindungsstück wird während des Schraubvorgangs mit zunehmendem Schraubmoment zunehmend tordiert und betätigt einen elastischen Schalter, wenn eine bestimmte Verformungsamplitude erreicht ist. Mit Hilfe dieses Schalters wird dann die Antriebseinrichtung abgeschaltet. Bei den nur sehr geringen Torsionswegen ist damit zu rechnen, daß eine mechanische Schalterbetätigung nur ungenau wirkt und damit die Drehmomentbestimmung ungenau ist. Weiter ist ein zusätzliches Bauelement erforderlich, das sowohl das Gewicht als auch die Kosten des Kraftschraubers erhöht. Dies trifft auch für die weitere, in der gleichen Schrift genannte, Ausführungsform zu, bei der auf dem drehelastischen Verbindungsstück Deh nungsmeßstreifen aufgebracht sind, die zu dem bekannten Aufwand und zu den Problemen bei Dehnungsmeßstreifenmessungen führen.

Aufgabe der Erfindung ist es demgegenüber, einen gattungsgemäßen Kraftschrauber mit Drehmomentbegrenzung und Luftmotorantrieb so weiterzubilden, daß die Nachteile des Standes der Technik nicht auftreten.

Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Gemäß Anspruch 1 wird als Antriebseinheit ein Luftmotor mit einer Druckluftzufuhr und einem Druckluftauslaß verwendet. Es hat sich gezeigt, daß als Maß für das vom Kraftschrauber abgegebene Drehmoment die Druckdifferenz zwischen der Druckluftzufuhr und dem Druckluftauslaß vorteilhaft verwendet werden kann. Für eine Drehmomentbestimmung wird somit nicht der Druckanstieg im Pneumatiksystem bzw. der Druckluftzufuhr bei steigendem Drehmoment herangezogen, sondern die am Luftmotor anliegende Druckdifferenz. Dadurch können Randeinflüsse, die die Drehmomentbestimmung beeinflußen könnten, wie unterschiedliche Betriebstemperaturen, unterschiedliche oder schwankende Drücke in der Zuluftversorgung, etc., weitestgehend ausgeschaltet werden, so daß eine einfache und relativ genaue Drehmomentbestimmung aus der Druckdifferenz möglich ist.

Zur Differenzdruckmessung können dazu die an sich bekannten Differenzdruckmesser, wie Membrandosen, piezoelektrische Aufnehmer, induktive Aufnehmer, etc. verwendet werden.

Ein solcher Differenzdruckmesser ist mit einer Vergleichereinheit verbunden, an der ein Differenzdrucksollwert vorgegeben ist und die einen Schaltausgang aufweist, der bei einem Anstieg der gemessenen Druckdifferenz auf den eingestellten Differenzdrucksollwert schaltet. Dieser Schaltausgang ist mit einer Schalteinheit verbunden, die den Kraftschrauber bei Erreichen des Differenzdrucksollwerts abschaltet.

Die bestimmten, Differenzdruckwerten zugeordneten, Drehmomentwerte werden zweckmäßig für eine bestimmte Kraftschrauberausführung durch Versuch ermittelt und eine entsprechende Kennlinie in der Vergleichereinheit abgelegt. Grundsätzlich entsprechen höheren Differenzdruckwerten höhere Drehmomentwerte.

Die Bedienung eines solchen Kraftschraubers ist damit sehr einfach, da der Kraftschrauber nach dem Einschalten so lange läuft, bis das vorgegebene Sollwertdrehmoment entsprechend einem eingestellten Differenzdruckwert erreicht ist und dort automatisch abschaltet.

Für die Messung des Differenzdrucks ist es nach Anspruch 2 zweckmäßig, von der Druckluftzufuhrleitung und der Druckluftauslaßleitung Luftleitungen zum Differenzdruckmesser zu führen. Der zweckmäßigste Abzweigpunkt für die Meßleitungen ist von der Art und Geometrie des jeweiligen Luftmotors abhängig und kann beispielsweise auch in den entsprechenden Arbeitsraumbereichen des Motors liegen. Die geeignetsten Abzweigungsorte für die Meßleitungen sind experimentell zu bestimmen.

Um die automatische Abschaltung des Kraftschraubers bei unterschiedlichen Drehmomentsollwerten durchführen zu können, wird mit Anspruch 3 vorgeschlagen, den jeweils zugeordneten Differenzdrucksollwert von Hand einstellbar zu machen, wobei die Einstellskala in Drehmomentwerten geeicht ist.

Eine besonders vorteilhafte Ausführung ergibt sich bei einer elektrischen Weiterverarbeitung des Differenzdruckwertes in einem Differenzdruckmeßumformer, der das Differenzdrucksignal in ein elektrisches Signal gemäß Anspruch 4 umformt. Es ist jedoch auch eine mechanische Ausführung möglich, bei der der Differenzdruckmesser mit einer nachgeschalteten mechanischen Vergleichs- und Schalteinheit verbunden ist.

Eine einfache und gewichtsgünstige Ausführung ergibt sich aber nach Anspruch 5, wenn die Vergleichereinheit einen elektrischen Vergleich durchführt und der Sollwert als elektri sches Signal durch ein Potentiometer vorgebbar ist.

Die Abhängigkeit zwischen dem gemessenen Differenzdruck und dem vom Kraftschrauber abgegebenen Drehmoment hängt von der Bauart und Geometrie des Luftmotors ab und wird in der Regel nicht linear sein. Solche Nichtlinearitäten können beispielsweise durch eine entsprechende nicht lineare Skala am Sollwerteinsteller berücksichtigt werden. Nach Anspruch 6 ist es aber vorteilhaft, den Sollwerteinsteller mit einer linearen Skala zu versehen und Nichtlinearitäten über eine Linearisiereinheit auszugleichen. Die Linearisiereinheit kann beispielsweise im elektrischen Meßumformer oder elektrischen Vergleicher als elektrische Einheit angebracht sein oder bei einer mechanischen Ausführung beispielsweise durch eine Kurvenscheibe realisiert werden.

Zur Abschaltung des Kraftschraubers beim Erreichen des vorgegebenen Sollwertdrehmoments wird nach Anspruch 7 vorteilhaft ein Schaltventil verwendet, das die Druckluftzufuhr abschaltet. Bei einer elektrischen Ausführung der Vergleichereinheit wird dazu zweckmäßig ein Magnetventil verwendet und bei einer mechanischen Ausführung ein entsprechend arbeitendes, mechanisch steuerbares Ventil.

Zum Einschalten (und Ausschalten) von Hand ist ein herkömmlich bekanntes, von Hand steuerbares, Schaltventil ohnehin in der Druckluftzuleitung vorgesehen. Für die automatische Abschaltung kann entweder dazu ein zweites Ventil vorgesehen sein oder auch das Handschaltventil verwendet werden. Dazu ist für dieses Ventil eine an sich bekannte elektrische oder mechanische Vorrangschaltung für die automatische Abschaltung gegenüber der Handschaltung vorzusehen.

Nach Anspruch 8 wird vorgeschlagen, ein Magnetventil einzusetzen, das elektrisch durch Schaltimpulse ansteuerbare, bistabile Lagen für die Offen- und Geschlossenstellung aufweist. Dadurch wird erreicht, daß nur wenig Energie für die Umsteuerung des Magnetventils aufgebracht werden muß. Entspre chend klein kann ein dafür erforderlicher Akkumulator ausgelegt sein, der damit für zeitlich ausgedehntes Arbeiten dennoch im Gehäuse der Maschine Platz finden kann. Zudem wird damit erreicht, daß der Kraftschrauber wegen des kleinen Akkumulators auch in explosionsgeschützten Bereichen einsetzbar ist, da dieser beispielsweise in der Maschinenelektronik mit vergossen sein kann.

Eine besonders bevorzugte Ausführungsform ergibt sich gemäß Anspruch 9 dadurch, daß zur Bestimmung des vom Kraftschrauber abgegebenen Drehmoments zusätzlich zu dem ermittelten Differenzdruck auch die Drehzahl des Luftmotors herangezogen wird. Dies ergibt eine weitere Einflußgröße, die die Genauigkeit der Abschaltung erhöht. Der direkte Einfluß der Drehzahl kann je nach verwendetem Luftmotor und geometrischer Gegebenheiten unterschiedlich sein. Zur Berücksichtigung der Drehzahl werden das ermittelte Drehzahlsignal und das Differenzdrucksignal der Schalteinheit zugeführt. In der Schalteinheit sind empirisch und experimentell ermittelte Kenn- und Referenzgrößen bzw. Kenn- und Referenzfelder in entsprechenden Speichern abgelegt, aus denen bei einem bestimmten vorliegenden Drehzahlsignal und Differenzdrucksignal das zugehörige Drehmoment ermittelt und mit dem eingestellten Sollwertdrehmoment verglichen wird.

In einer einfacheren Ausführung ist es ausreichend, das Differenzdrucksignal und das Drehzahlsignal einer Verknüfungsschaltung zuzuführen, und dieses verknüpfte Signal in der Schalteinheit für einen Soll-Istwertvergleich bzw. einer Zuordnung zu abgelegten Kennfeldern zu verwenden.

Es hat sich gezeigt, daß in konkreten Ausführungen eine genaue Bestimmung des Drehmoments erhalten wird, wenn nach Anspruch 10 das Produkt aus dem Differenzdrucksignal und der Periodendauer ggf. mit einer weiteren Konstanten als sich bei Belastung änderndes Signal für eine Abschaltung herangezogen wird.

Die Anordnung wird besonders kompakt, einfach und auch preiswert dadurch, daß gemäß Anspruch 11 der ohnehin erforderliche Differenzdruckaufnehmer auch zur Bestimmung der Drehzahl herangezogen wird. Das Differenzdrucksignal schwankt in seiner Amplitude im Rhythmus der an den Aufnehmeröffnungen vorbeilaufenden Lamellen des Luftmotors. Die Frequenz des Differenzdrucksignals geteilt durch die Anzahl der Lamellen ist somit ein Maß für die Drehzahl des Luftmotors bzw. für dessen Periodendauer. Ein Drehzahlsignal kann auf übliche Art einfach dadurch erhalten werden, daß beim Druchgang des Signals durch eine Triggerschwelle (z.B. bei jeder negativen Flanke) Impulse erzeugt werden, die in einen Zähler mit einer Torschaltung und einem Zeitgeber eingezählt werden.

Nach Anspruch 12 sind alle elektrischen Teile in der Maschine enthalten und dort vergossen. Es sind somit keine externen Steuer- und Regeleinheiten notwendig und alle auf die Drehmomentfindung einwirkenden Einflüsse werden in der Maschine selbst berücksichtigt. Die Maschine ist zudem im explosionsgeschützten Bereich einsetzbar, da keine externe elektrische Versorgung notwendig ist.

Anhand eines Ausführungsbeispiels wird die Erfindung mit weiteren Einzelheiten, Merkmalen und Vorteilen näher erläutert.

Es zeigen

  • Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Längsansicht eines Kraftschraubers,
  • Fig. 2 eine schematische Ansicht eines Querschnitts durch einen Luftmotor des Kraftschraubers nach Fig. 1 mit den Elementen für eine Drehmomentbegrenzung,
  • Fig. 3 eine schematische Ansicht entsprechend Fig. 2, bei der zusätzlich ein Drehzahlsignal für die Drehmomentbegrenzung erfaßt ist,
  • Fig. 4 eine schematische Darstellung gemäß Fig. 3, bei der die Drehzahlermittlung über das Differenzdrucksignal erfolgt,
  • Fig. 5 eine schematische Darstellung des Amplitudenverlaufs des Differenzdrucksignals.

In Fig. 1 ist ein Kraftschrauber 1 dargestellt mit einem Luftmotor als Antriebseinheit, einem nachgeschalteten Getriebe 3, einem Stützfuß 4, einem Schraubkopf 5, einem Handgriff 6, einem Steuerteil 7 und einem Druckluftanschluß 8.

In Fig. 2 ist ein Querschnitt durch den Druckluftmotor 2 dargestellt, aus dem ein Rotor 9 mit in Schlitzen verschiebbaren Lamellen 10 zu ersehen ist, wobei sich die Lamellen 10 auf einer exzentrisch versetzten Lauffläche 11 abstützen. Dadurch werden Arbeitskammern 12 veränderlichen Volumens geschaffen, die mit Druckluft über eine Drucklufteintrittsöffnung 13 beaufschlagt werden können. Die Druckluft tritt nach einer Rotordrehung an der Druckluftaustrittsöffnung 14 wieder aus.

Die Druckluftzufuhr erfolgt über eine Leitung 15 bzw. über den Druckluftanschluß 8. In der Leitung 15 liegt ein über einen Handschalter 16 betätigbares Absperrventil 17 und dazu in Reihe (vor oder hinter dem Absperrventil 17) ein Magnetventil 18, mit dem die Leitung 15 ebenfalls absperrbar ist.

Die Druckdifferenz zwischem dem Druck der Luftzufuhr und dem Druck des Luftausgangs wird über zwei an den entsprechenden Stellen abzweigenden Meßleitungen 19 und 20 abgegriffen und über einen Differenzdruckmeßumformer 21 gemessen.

Der Meßumformer 21 setzt das Differenzdrucksignal in ein entsprechendes elektrisches Gleichspannungssignal um, das mit der Leitung 22 der Einheit 23 zugeführt wird. In dieser Einheit 23 ist eine Vergleichereinheit zum Vergleich des von außen einstellbaren Sollwerts (Potentiometer 24 in Fig. 1; Sollwertpfeil 25 in Fig. 2) mit dem Differenzdrucksignal (Lei tung 22) enthalten. Weiter ist eine Linearisiereinheit enthalten, die schematisch als Kurve 26 angedeutet ist. Weiter ist eine Kippschaltung enthalten, die bei Gleichheit des eingestellten Differenzdrucksollwerts bzw. Drehmomentsollwerts mit dem beim Schraubvorgang ansteigenden, gemessenen Differenzdruck schaltet. Dieses Schaltsignal wird über die elektrische Leitung 27 dem Magneten des Magnetventils 18 zugeführt, wodurch das Magnetventil 18 in seine Sperrstellung geschaltet wird.

Der dargestellte Kraftschrauber 1 hat folgende Funktion: Zum Anziehen (bzw. Lösen) wird der Kraftschrauber 1 mit seinem Schraubkopf 5 auf die Verschraubung gesetzt und der Stützfuß 4 an einem festen Gegenlager zur Anlage gebracht.

Zwischen dem Drucklufteintritt 13 bzw. zwischen den Leitungen 15, 20 und dem Druckluftaustritt 14 bzw. der Leitung 19 liegt kein Differenzdruck an, da die Druckluft zum Luftmotor 2 über das handbetätigbare Absperrventil 17 gesperrt ist. Daher ist über den Meßumformer 21 und die nachgeschaltete Elektronik das Magnetventil auf Durchgang geschaltet.

Beim Öffnen des Absperrventils 17 mit Hilfe des Handschalters 16 gelangt Druckluft über die Leitung 15 in den Luftmotor 2, wodurch dieser mit hoher Rotationsgeschwindigkeit läuft und über das nachgeschaltete Getriebe 3 die Verschraubung anzieht. Je mehr die Verschraubung angezogen wird, desto größer wird die Gegenkraft auf den Rotor 9 des Luftmotors 2. Dadurch setzen der Rotor 9 bzw. die Lamellen 10 der anliegenden Druckluft einen größeren Widerstand entgegen, wodurch die Druckdifferenz zwischen Drucklufteintritt in den Motor und Druckluftaustritt aus dem Motor ansteigt und damit ein Maß für das vom Kraftschrauber 1 abgegebene Drehmoment ist.

Vor Beginn des Schraubvorgangs wurde das gewünschte Anzugsdrehmoment am Potentiometer 24 als Abschaltsollwert vorgegeben. Wenn die gemessene Druckdifferenz bzw. das entsprechende, elektrische Signal den Sollwert erreicht hat, wird das Magnetventil 18 beispielsweise durch einen Schaltimpuls, in seine Sperrstellung umgeschaltet. Dadurch wird die Luftzufuhr als Antriebsenergie unterbrochen und der Luftmotor 2 bleibt ohne nennenswerten Nachlauf stehen, wodurch der Kraftschrauber 1 (unabhängig von der Stellung des Ventils 17) abgeschaltet wird. Nach der automatischen Abschaltung wird von der Bedienperson dann das Absperrventil 17 von Hand in seine Sperrstellung gebracht und der Schrauber abgenommen.

Bei der dargestellten Ausführung mit einer automatischen Abschaltung der Energiezufuhr handelt es sich um ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel. Es ist jedoch ersichtlich, daß auch andere Abschaltungen mit dem gleichen Prinzip durchführbar sind, beispielsweise durch Schalten einer Kupplung im Getriebe.

In Fig. 3 ist zusätzlich ein Drehzahlaufnehmer 30 dargestellt, dessen Drehzahlsignal über die Leitung 31 zusätzlich zum Differenzdrucksignal (Leitung 22) der Einheit 23 zugeführt ist. Anhand der gemessenen Größen für den Differenzdruck und die Drehzahl wird in der Einheit 23 das abgegebene Drehmoment aus dort abgelegten Kenngrößen bzw. Kennfeldern ermittelt und mit dem eingestellten Drehmomentsollwert 25 verglichen.

In der strichliert eingezeichneten Ausführung wird das Drehzahlsignal nicht direkt der Einheit 23, sondern einer Verknüpfungsschaltung 32 zugeführt, ebenso wie das Differenzdrucksignal (Leitung 33). Das in der Verknüpfungsschaltung 32 ermittelte, verknüpfte Signal wird dann für einen Vergleich der Einheit 23 zugeführt. Da das Differenzdrucksignal in seiner Amplitude schwankt (sh. Fig. 5) ist es zweckmäßig, dieses Signal über eine Glättungseinheit 34 zu führen und somit einen mittleren Differenzdruck zu ermitteln.

In Fig. 4 wird die Drehzahl anstelle eines üblichen, induktiven, kapazitiven oder über Lichtimpulse arbeitenden Drehzahlaufnehmers unmittelbar über die Amplitudenschwankungen des Differenzdrucksignals ermittelt. In Fig. 5 ist schematisch dazu der Amplitudenverlauf des Differenzdrucksignals dargestellt.

Das Differenzdrucksignal wird einer Einheit 35 zugeführt, die im wesentlichen eine Triggerschaltung, eine Torschaltung mit Zeitgeber und einen Zähler enthält. Bei jedem Durchgang der negativen Flanke des Differenzdrucksignals (Punkte 36) wird ein Impuls erzeugt, der in einen durch einen Zeitgeber gesteuerten Zähler eingezählt wird, wobei die Zählgröße ein Maß für die Drehzahl des Luftmotors ist. In der hier dargestellten Ausführungsform wird die Drehzahlgröße und ein gemittelter Differenzdruckwert der Verknüpfungsschaltung 32 zugeführt, die eine Multiplikation dieser Größen durchführt und das ermittelte Produkt als veränderliche Größe für eine Abschaltung zur Verfügung stellt.

Zusammenfassend wird festgestellt, daß mit der Erfindung eine einfache, genaue und wirksame Drehmomentbegrenzung bei einem pneumatisch betriebenen Kraftschrauber möglich ist.


Anspruch[de]
  • 1. Kraftschrauber mit Drehmomentbegrenzung mit einer Antriebseinheit und einem nachgeschalteten Getriebe mit einer Ausgangswelle zum Aufstecken einer Schlüsselnuß,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß die Antriebseinheit ein Luftmotor (2) mit einer Druckluftzufuhr (8, 15, 13) und einem Druckluftauslaß (14) ist,

    daß ein Differenzdruckmesser (21) zum Messen der Druckdifferenz zwischen Druckluftzufuhr (15, 13) und Druckluftauslaß (14) vorgesehen ist, wobei die Druckdifferenz als Maß für das vom Kraftschrauber (1) abgegebene Drehmoment verwendet wird,

    daß die gemessene Druckdifferenz als Istwert mit einer vorgegebenen Druckdifferenz als Differenzdrucksollwert bzw. Drehmomentsollwert (24, 25) durch eine Vergleichereinheit mit Schaltausgang verglichen wird und

    daß beim Erreichen des Differenzdrucksollwerts der Kraftschrauber (1) durch eine Schalteinheit (23, 18) abgeschal tet wird.
  • 2. Kraftschrauber nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß von der Druckluftzufuhrleitung (15) bzw. Druckluftauslaßleitung und/oder von den entsprechenden Arbeitsraumbereichen (13, 14) des Luftmotors (2) Luftleitungen (19, 20) zum Differenzdruckmesser (21) geführt sind.
  • 3. Kraftschrauber nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, das die Abschalt-Druckdifferenz als Differenzdrucksollwert (24, 25) einstellbar ist, wobei die Einstellskala in zugeordneten Drehmomentwerten geeicht ist.
  • 4. Kraftschrauber nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Differenzdruckmesser ein Meßumformer (21) ist, der das Differenzdrucksignal in ein elektrisches Signal (Leitung 22) umformt.
  • 5. Kraftschrauber nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Vergleichereinheit (23) einen elektrischen Vergleich durchführt und der Sollwert als elektrisches Signal (Potentiometer 24) vorgebbar ist.
  • 6. Kraftschrauber nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß eine Linearisiereinheit zwischen dem Differenzdruckmesser (21) und der Schalteinheit (18) vorgesehen ist.
  • 7. Kraftschrauber nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schalteinheit ein mit der Vergleichereinheit verbundenes Schaltventil, insbesondere ein Magnetventil (18) in der Druckluftzufuhrleitung (15) ist.
  • 8. Kraftschrauber nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Magnetventil (18) je eine elektrisch durch Schaltimpulse ansteuerbare, bistabile Lage für die Offen- und Geschlossenstellung aufweist.
  • 9. Kraftschrauber nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bestimmung des vom Kraftschrauber abgegebenen Drehmoments weiter die Drehzahl des Luftmotors ermittelt wird und ein entsprechendes Drehzahlsignal und das Differenzdrucksignal gegebenenfalls über eine Verknüpfungsschaltung (32) der Schalteinheit (23) zugeführt sind.
  • 10. Kraftschrauber nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Verknüpfungsschaltung (32) eine Multiplikation des Differenzdrucksignals und der Periodendauer entsprechend einer Umdrehung des Luftmotors durchführt und dieses Produkt in der Schalteinheit für eine Abschaltung verwendet wird.
  • 11. Kraftschrauber nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ermittlung der Drehzahl des Luftmotors bzw. der Periodendauer der Differenzdruckgeber (21) bzw. das in seiner Amplitude entsprechend der Drehzahl periodisch sich ändernde Differenzdrucksignal verwendet wird, wobei beim Durchgang durch eine Triggerschwelle Impulse erzeugt werden, die in einen Zähler mit einer Torschaltung und einem Zeitgeber eingezählt werden und der Zählwert jeweils ein Maß für die vorliegende Drehzahl ist.
  • 12. Kraftschrauber nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß alle elektrischen Teile im Gehäuse des Kraftschraubers enthalten und dort vergossen sind, so daß keine externen Steuer- und Regeleinheiten notwendig sind und alle auf die Drehmomentfindung einwirkenden Einflüsse im Kraftschrauber selbst berücksichtigt sind und der Kraftschrauber im explosionsgeschützten Bereich einsetzbar ist.






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