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Dokumentenidentifikation DE3715467A1 17.11.1988
Titel Druckentlastungs- und Filtereinrichtung für kerntechnische Anlagen, insbesondere für Siedewasserreaktoren
Anmelder Siemens AG, 1000 Berlin und 8000 München, DE
Erfinder Engl, Werner, 8521 Heßdorf, DE
DE-Anmeldedatum 08.05.1987
DE-Aktenzeichen 3715467
Offenlegungstag 17.11.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.11.1988
IPC-Hauptklasse G21C 9/00

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Druckentlastungs- und Filtereinrichtung für kerntechnische Anlagen, insbesondere für den Sicherheitsbehälter von Siedewasserreaktoren, gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Eine solche Druckentlastungs- und Filtereinrichtung, allerdings für Druckwasserreaktoren, ist bekannt durch die Zeitschrift "Nuclear Engineering International", März 1987, Seite 37, obere Abbildung der rechten Spalte. Dort ist ein dreifach gestaffeltes Filter, bestehend aus einem Vorfilter, einem Feinfilter und einem Jodfilter schematisch dargestellt; Hinweise zur konstruktiven Ausbildung dieses Filters werden nicht gegeben.

Weiterhin ist eine gattungsgemäße Druckentlastungs- und Filtereinrichtung, allerdings für gasgekühlte Kernreaktoren, bekannt durch die DE-PS 32 12 265. Dabei ist eine schematisch angedeutete Filtereinheit einer Dreierkombination aus Wärmetauscher, Ablagerungsstrecke und Rekombinator nachgeschaltet. Nähere Angaben zur konstruktiven Ausbildung der Filterstrecke werden auch hier nicht gegeben.

Für Kernkraftwerke mit Druckwasserreaktor hat die Reaktor- Sicherheitskommission in ihrer Sitzung im Dezember 1986 aufgrund der bisherigen Ergebnisse der Phase B der deutschen Risikostudie Kernkraftwerke zur Reduzierung der Aktivitätsabgabe eine gefilterte Druckentlastung des Reaktorsicherheitsbehälters bei postulierten (aber im hohen Maße unwahrscheinlichen) Kernschmelzunfällen mit langsamem Druckaufbau im Reaktorsicherheitsbehälter vorgeschlagen. Sinngemäß wird eine gefilterte Druckentlastung auch für den Sicherheitsbehälter eines Kernkraftwerkes mit Siedewasserreaktor benötigt.

Durch die Erfindung soll eine der Forderung der Reaktor- Sicherheitskommission (RSK) auf optimale Weise rechnungtragende Druckentlastungs- und Filtereinrichtung geschaffen werden, welche insbesondere für Siedewasserreaktoren geeignet ist und welche nur ein kleines Bauvolumen benötigt, so daß sie auch in bestehenden Reaktorgebäuden untergebracht werden kann. Weitere Merkmale der Aufgabenstellung sind hohe Temperaturbeständigkeit des Filtermaterials und des Filterbehälters im Hinblick auf die im Vergleich zur einem Druckwasserreaktor höhere Gesamtzerfallswärme der herausgefilterten Partikelmassen, hoher Abscheidegrad bis hin zu kleinen Partikelgrößen von 1 µm und darunter sowie hohe Druckfestigkeit der Filterstrecke.

Erfindungsgemäß wird die gestellte Aufgabe mit einer Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Patentansprüchen 2 bis 9 angegeben.

Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile sind vor allem in Folgendem zu sehen: Der Filterkerzen-Druckbehälter benötigt nur ein kleines Bauvolumen. Für eine Standard-Siedewasser- Kernreaktoranlage von ca. 1200 MW werden nur vier Kerzenfilter- Druckbehälter von je etwa 0,7 m Durchmesser und 2 m Höhe benötigt. Die Keramik-Kerzenfilter lassen sich in Großserien preiswert herstellen; ihre Halterung gestaltet sich an einer Rohrplatte sehr einfach und im Bedarfsfalle auch auswechselbar. Es kann ein einziger Kranz von Filterkerzen genügen; die Filterkerzen können aber auch auf mehreren zueinander konzentrisch angeordneten Lochkreisen der Rohrplatte gehaltert werden, womit die Filterfläche auf einfache Weise vergrößerbar ist. Die Filterkerzen können aus porösen gebrannten Keramik- Zylindern mit Boden am unteren Ende bestehen. Noch günstiger ist es, ein vlies- oder gewebeförmiges Filtermaterial auf Keramikbasis zu verwenden, welches auf ein zentrales Stützrohr der Filterkerze als Filtermantel aufgebracht ist. Der Abscheidegrad eines solchen Filters ist für Aerosole 99,9%, bezogen auf 0,3 µm Partikelgröße. Die Korngrößenverteilung liegt im Bereich zwischen 1 bis 10 µm. Die Betriebsdrücke im Filtermedium können mehr als 15 bar betragen. Der Berstdruck der Kerzen liegt um 50 bar - ein Differenzdruck, der weit über den tatsächlich auftretenden Belastungen liegt. Der Druckverlust bei einem solchen Keramik-Filterkerzen- Druckbehälter ist kleiner als 0,5 bar (in der Naßphase). Wenn man eine Umgebungstemperatur von 100°C annimmt und eine maximale Oberflächentemperatur des Filterkerzen-Druckbehälters von 350°C, so muß im Hinblick auf die Nachzerfallswärme der zurückgehaltenen Partikel mit einer Kerzenoberflächentemperatur von 450 bis 500°C gerechnet werden. Die zulässige Temperatur an den Filterkerzen liegt aber weit darüber, und zwar bei ca. 1200°C. Durch die Berippung des im folgenden vereinfachend als Filter-Druckbehälter bezeichneten Keramik-Filterkerzen- Druckbehälters wird eine wirksame Abstrahlung der Wärme erreicht, und die hitzebeständige Auskleidung an der Innenseite der Bodenkalotte, ebenfalls aus einem keramischen Material, schützt die Behälter-Bodenkalotte gegen zu hohe Temperaturen.

Im folgenden wird ein in der Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert, woraus weitere Einzelheiten und Vorteile sowie die Wirkungsweise des Erfindungsgegenstandes hervorgehen. In der Zeichnung zeigt in größten Teils vereinfachter, schematischer Darstellung:

Fig. 1 in einem schematischen Aufriß einen Filter-Druckbehälter, der im Rahmen der Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach der Erfindung Verwendung findet.

Fig. 2 den Querschnitt nach der Linie II-II aus Fig. 1.

Fig. 3 anhand einer einzelnen Filterkerze ein Beispiel, wie die Vielzahl der Filterkerzen nach Fig. 1 ausgebildet und an der Rohrplatte gehaltert sein können.

Fig. 4 die gesamte Druckentlastungs- und Filtereinrichtung bei einer Siedewasser-Kernreaktoranlage mit zugehörigen Rohrleitungen und Armaturen sowie einem Kondensat-Tröpfchenabscheider für Einström- und Abströmleitung.

Der Filterkerzen-Druckbehälter FKD nach Fig. 1, im folgenden abgekürzt als Druckbehälter bezeichnet, ist ein langgestreckter, hohlzylindrischer Druckbehälter aus Edelstahl bzw. aus Stahl mit austenitischer Innenplatierung (nicht dargestellt). Das kalottenförmige Behälter-Oberteil 1, zugleich der Deckel, ist mit einem Ringflansch 1.1 im Bereich der achsnormalen Teilfuge a-a des Behälters FKD mit dem entsprechenden Ringflansch 2.1 des Behälterunterteils 2 druckdicht zusammengespannt, und zwar unter Zwischenlage einer Rohrplatte 3, von der eine äußere Ringpartie bzw. ein Ringflansch eingespannt ist und welche auf einem Lochkreis (vergleiche Fig. 2) eine Vielzahl von keramischen Filterkerzen 5 trägt, die sich von der Rohrplatte 3 nach unten in den Behälter-Unterteil 2 soweit erstrecken, daß die durch den Einströmstutzen 2.2 einströmenden Dampf-Gas-Gemische (siehe Strömungspfeile f1) noch eine ausreichend lange Anlaufstrecke haben, bevor sie in die Filterkerzen 5 eintreten. Die strichpunktiert angedeuteten Behälterflanschschrauben 4 sind über den Umfang der Ringflansche 1.1, 2.1 gleichmäßig verteilt. In Fig. 1 ist nur eine Filterkerze 5 in ihren äußeren Umrissen ganz dargestellt, die übrigen sind nur in der linken Hälfte der Fig. 1 strichpunktiert als Bündel 5&min; angedeutet. Zur Vergrößerung der Filterfläche könnten zu dem in Fig. 2 dargestellten Lochkreis noch weitere konzentrische zur Aufnahme der Filterkerzen 5vorgesehen sein. Das Unterteil 2 des Druckbehälters FKD weist einen hohlzylindrischen Mantel 2.4 und einen kalottenförmigen Bodenteil 2.3 auf. An der Innenseite der Bodenkalotte ist eine hitzebeständige Auskleidung 6 aus Keramikmaterial angebracht, die zum Schutze des Druckbehälters FKD und seines kalottenförmigen Bodens 2.3 vor Wärmeentbindung aus dem Teil der an den Filterkerzen 5 zurückgehaltenen Partikelmasse dient, welche von diesen zum Boden des Druckbehälters FKD fällt. Außen am Behältermantel 2.4, am Deckel 1 und an der Bodenkalotte 2.3 sind Kühlrippen 2.0 angeordnet, die angegossen oder angeschweißt sein können und der verstärkten Wärmeabstrahlung dienen. An den Behältermantel 2.4 ist außerdem Eintrittsstutzen 2.2 noch ein Kondensat-Auslaßstutzen 2.5 kurz oberhalb der Bodenkalotte 2.3 angeschlossen. Die Kondensat-Tröpfchen werden von dem einströmenden und gemäß Strömungspfeilen f1 umgelenkten Gemischströmen ausgeschleudert. Wie anhand von FIG 4 noch erläutert wird, kann ein externer Kondensat-Tröpfchenabscheider vorgesehen sein. Den Innenraum des Unterteils 2 kann man sich in einen Bodenraum 2a, einen darüber gelegenen Einströmraum 2b und in einen Kerzenraum 2c unterteilt denken. Zwischen den Räumen 2b und 2c wäre der interne Tröpfchen-Wasserabscheider angeordnet zu denken. Anhand der einzelnen ausgezogenen Filterkerze 5 ist auch die Durchströmung mittels Strömungspfeilen f1 symbolisiert; die Gemischströme strömen demnach den Mantel der jeweiligen Filterkerze 5 von außen an (ihr Boden 5.1 ist abgedichtet), durchströmen der hohlen Innenraum 5.2 der Filterkerze 5 und verlassen diesen durch einen Auslaßkanal 5.3, am oberen Ende der Filterkerze 5, so daß die Gemischströme in die Deckelkammer 1a überströmen und von dort durch den zentralen oberen Auslaßstutzen 1.2 des Deckels bzw. Oberteils 1 in die Abströmleitung 7 (Fig. 4) übertreten.

Fig. 3 zeigt beispielsweise, wie eine einzelne Keramik-Filterkerze 5 ausgebildet und an der Rohrplatte 3 vorteilhaft befestigt werden kann. Diese grundsätzliche Ausbildung und Halterung ist bereits in der DE-OS 34 07 433 dargestellt; die hier gegebene Erläuterung kann deshalb kurz sein. Die Lochplatte 3 (vergleiche Fig. 2) weist Gewindelöcher oder -bohrungen 3.0 auf, in welche die Filterkerzen 5 mit dem Gewindestutzen 50.1 einer oberen Endkappe 50 so fest eingeschraubt sind, daß sich die Ringplatte 50.2 der Endkappe mit einer Ringschulter 50.3 gegen die Unterseite der Rohrplatte 3 druckdicht anlegt. Eine zusätzliche Abdichtung kann noch dadurch erreicht werden, daß in eine Ringnut der Ringplattenoberseite ein O-Ring 51 eingelegt ist, der sich im festgeschraubten Zustand der Filterkerze unter elastischer Deformation dichtend an die Rohrplatte 3 und die Wandungen seiner Aufnahme-Ringnut anlegt. Tragkörper der Filterkerze 5 ist ein inneres, als Ganzes mit 52 bezeichnetes Lochrohr aus Edelstahl, das mit der oberen Endkappe 50 z.B durch Schweißen starr verbunden ist und an seinem unteren Ende einen nicht gelochte Bodenwand 52.1 aufweist, an welcher die untere Endkappe 53 druckdicht angeschraubt ist mittels des zentrischen, die Bodenwand 52.1 und die untere Endplatte 53 durchdringenden Bolzens 54. Bevor aber diese untere Endkappe 53 befestigt wird, werden mehrere aus hochwärmebeständigem Faservlies bestehende Filterschichten, im vorliegenden Falle zwei, in zylindrischer Gestalt mit ihrem oberen Ende in die Ringnut 50.4 an der Unterseite der oberen Endkappe 50 eingefügt, und dementsprechend wird die untere Endkappe 53 mit einer passenden Ringnut 53.4 über die unteren Enden der beiden konzentrischen Filterschichten 55, 56 geschoben und gleichzeitig mit einer zentralen (nicht ersichtlichen) Bohrung über den Bolzen 54, wonach dann die Mutter 57 festgezogen werden kann. Dichtungsund Beilagscheiben des Bolzens 54 bzw. seiner Mutter 57 sind nicht dargestellt. Bei größerer Länge der Filterkerzen 5 können das Lochrohr 52 und die Filterschichten 55, 56 auch in einer achsnormalen Ebene in mehrere Abschnitte, dargestellt sind zwei Abschnitte 52a, 52b des Lochrohres 52 und 55a, 55b sowie 56a, 56b der Filterschichten, unterteilt werden. Diese Abschnitte werden durch einen Zwischenring 58, der mit den anliegenden Enden der beiden Lochrohrabschnitte 52a, 52b z.B. durch Schweißen verbunden ist, zusammengehalten. Er ist zu diesem Zweck mit einem im Querschnitt T-förmigen Kragen versehen, der beidseits die beiden ringförmigen Aufnahmenuten für die Filterschichten-Enden aufweist.

Der Auslaßkanal 5.3 der Filterkerze 5 wird durch eine Zentralbohrung der Endkappe 50 gebildet; diese ist an ihrem Gewindestutzen 50.1 noch mit einem Innenmehrkant 50.5 zum Ansetzen von Schraubwerkzeug versehen. Das Lochrohr 52 bzw. seine beiden Abschnitte 52a, 52b bestehen aus einem hochtemperaturbeständigen Edelstahl, ebenso die obere und untere Endkappe 50, 53 und die Teile 54, 57. Auch der O-Ring 51 muß hochtemperaturbeständig sein und besteht deshalb aus einem Material auf Keramikbasis.

Anstelle der dargestellten Halterung der Filterkerzen 5 an der Rohrplatte 3 wäre es z.B. auch möglich, keramische Filterkerzen mit einem oberen verstärkten Tragteil an den Tragflächen von konisch nach unten sich verjüngenden Bohrungen in der Rohrplatte 3 "einzuhängen" und den Tragteil dementsprechend als Ringkragen mit angearbeiteten unteren konischen Sitzflächen auszubilden, welche an den Tragflächen zentriert im Gleitsitz anliegen und von einer perforierten Druckplatte von oben elastisch gegen die Tragflächen gedrückt werden. Zwischen den konischen Trag- und Sitzflächen können noch temperaturbeständige Dichtungsringe eingelegt sein (nicht dargestellt).

In Fig. 4 ist der Druckbehälter FKD innerhalb des Reaktorgebäudes RG untergebracht, zusammen mit dem Teil 7.1 seiner Abströmleitung 7 und den Teilen 8.2 bis 8.4 seiner als Ganzes mit 8 bezeichneten Einströmleitung. Zwischen den Leitungsteilen 8.3 und 8.4 ist ein Kondensat-Tröpfchenabscheider 9 eingeschaltet, dessen Kondensatauslaßleitung bei 9.1 angedeutet ist. Zwischen den Leitungsteilen 8.2 und 8.3 der Einströmleitung ist eine Absperrarmaturen-Anordnung vorgesehen, bestehend aus den beiden in Reihe zueinander liegenden motorgetriebenen und fernbetätigbaren Absperrventilen V1 und V2. Parallel zu dieser Reihenschaltung kann, wie gestrichelt angedeutet, eine Berst- bzw. Reißmembrane 10 als Bypaß geschaltet sein, welche im unerwarteten Falle des Klemmens beider Ventile V1, V2 bei vorliegendem Druckstoß dem zuströmenden Dampf-Gas-Gemisch einen Bypaß zur Verfügung stellt. Die Einströmleitung 8 ist durch die Stahlwand des das Containment C umgebenden Sicherheitsbehälters SB druckdicht hindurchgeführt (Durchführungsstelle D1) und ragt mit dem Leitungsende 8.1 in den Gasraum einer Kondensationskammer KK, welche bis zur Spiegelhöhe 11 mit Wasser gefüllt ist. Die nach innen durch horizontale obere und untere Ringwände 12a bzw. 12b und durch eine vertikale Mantelwand 12c begrenzte ringförmige Kondensationskammer KK dient zur Kondensation von Überschuß-Heißdampfmengen, welche aus dem Kühlkreislauf des (nicht dargestellten) Reaktordruckbehälters des SWR- bzw. BWR-Typs durch die am unteren Ende perforierten Kondensationsrohre 13 in das Wasserbad 11.0 eingeblasen werden und dabei kondensieren. Im (äußerst unwahrscheinlichen) Störfall des Kernschmelzens würden durch die Kondensationsrohre 13 auch die zusätzlich entstehenden Dampf-Gas-Gemische aus dem Containment in das Wasserbad 11.0 eingeblasen werden, und der dabei entstehende Überdruck wird dann durch die Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach der Erfindung gefiltert nach außen abgelassen, d.h. über die Einströmleitung 8 einschließlich Tröpfchen-Abscheider 9, den Filterkerzen- Druckbehälter FKD und die Ausströmleitung 7, welche durch eine Reaktorgebäude-Seitenwand 14 druckdicht hindurchgeführt ist (Durchführungsstelle D2) und als äußerer Leitungsteil 7.2 in den unteren Innenraum des Fortluftkamins AK geführt ist, in welchen sie über eine Entspannungseinrichtung EE in Form eines Drosselventils bzw. -aus Sicherheitsgründen - eine Mehrfach-Parallelschaltung von Entspannungsventilen, mündet.

Zur verstärkten Radio-Jod-Rückhaltung und zur weiteren Verbesserung des Rückhaltegrades sonstiger Schadstoffe kann der Abschnitt 7.1 der Abströmleitung 7 über eine Nachschalt- Filterstrecke nach vorhergehender Entspannung geleitet werden (nicht dargestellt). Eine solche Filterstrecke besteht normalerweise aus Aktivkohle- und aus Schwebstoff-Filtern. Innerhalb des Reaktorgebäudes RG sind solche Filterstrecken als Bedarfsfilter-Anlagen normalerweise ohnehin vorgesehen, wobei entsprechende Reserve- bzw. Stand-by-Filterstrecken als Nachschalt-Filterstrecken zum Filterkerzen-Druckbehälter FKD benutzt werden können. In Fig. 4 sind der Einfachheit halber Fundamente bzw. Auflagerkonstruktionen des Druckbehälters FKD des Tröpfchen-Abscheiders 9 und der übrigen Rohrleitungen und Armaturen nicht dargestellt.


Anspruch[de]
  1. 1. Druckentlastungs- und Filtereinrichtung für kerntechnische Anlagen,

    insbesondere für den Sicherheitsbehälter (SB) von Siedewasserreaktoren,

    zur Rückhaltung von Spaltprodukten, insbesondere spaltstoffbeladenen Aerosolen, welche in störfallbedingt postulierten heißen, unter Überdruck stehenden Dampf-Gas-Gemischen innerhalb des Sicherheitsbehälters enthalten sind, und zur Entspannung der gereinigten Gemischströme ins Freie, gekennzeichnet durch

    1. - einen Druckbehälter (FKD) mit Behältermantel (2.4) sowie Deckel- (1) und Bodenkalotte (2.3) und mit wenigstens
      1. - einem Keramik-Filterkerzen-Einsatz (5, 5&min;, 3) in seinem Inneren,
      2. - einem Eintrittsstutzen (2.2) für den zu filternden Gemischstrom auf der Anströmseite der Filterkerzen (5),
      3. - einem Kondensat-Auslaßstutzen (2.5) im Bereich oder kurz oberhalb der Bodenkalotte (2.3);
    2. - ferner mit Kühlrippen (2.0), welche außen an dem Behältermantel (2.4), dem Deckel (1) und der Bodenkalotte (2.3) angebracht sind und
    3. - einer hitzebeständigen Auskleidung (6) an der Innenseite der Bodenkalotte (2.3) zum Schutz des Druckbehälters (FKD) vor Wärmeentbindung aus dem Teil der zurückgehaltenen Partikelmasse, welche von den Filterkerzen (5) zum Boden des Druckbehälters (FKD) fällt,
    4. - und an die Stutzen (2.2, 1.2) für Ein- und Austritt des Gemischstromes angeschlossene Rohrleitungen (8, 7) mit zugehörigen Absperr- und Entspannungs-Einrichtungen (V1, V2).


  2. 2. Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein langgestreckter hohlzylindrischer Druckbehälter (FKD) durch eine achsnormale Teilfuge (a-a) in seinem oberen Behälterbereich in ein Behälter-Oberteil (1) und -Unterteil (2) unterteilt ist, wobei beide Behälterteile mittels Ringflanschen (1.1, 1.2) dichtend zusammengespannt sind und, wobei in einem rohrplattenartigen, ein Lochfeld aufweisenden Einsatzteil (3) der mit einem Flansch zwischen Behälterober- und unterteil (1, 2) fixierbar ist, die langgestreckten Filterkerzen in Form eines Bündels oder eine Batterie hängend unter dichtender Auflage gehaltert sind, so daß sie in den Behälter-Unterteil hineinragen.
  3. 3. Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß dem die Filterkerzen enthaltenden Druckbehälter ein im Zuge der Einströmleitung eingeschalteter Tröpfchen-Wasserabscheider (9) vorgeschaltet ist.
  4. 4. Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß ihr Druckbehälter (FKD) und gegebenenfalls der Wasserabscheider (9) im Reaktorgebäude (RG) untergebracht sind, daß an den Eintrittsstutzen (2.2) des Druckbehälters eine Einströmleitung (8) angeschlossen ist, welche von der Kondensationskammer (KK) des Containments (C) zum Reaktorgebäude-Innenraum verlegt ist und die Wand des Sicherheitsbehälters (SB) dichtend durchdringt, und daß die an den Abströmstutzen (1.2) des Druckbehälters angeschlossene Abströmleitung (7) durch das Reaktorgebäude (RG) zum benachbarten Abluftkamin (AK) verlegt ist und in diesen über eine Entspannungseinrichtung (EE) mündet.
  5. 5. Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein innerhalb des Reaktorgebäudes (RG) verlaufender Abschnitt (8.2, 8.3.) der Einströmleitung (8) mit einer Absperrarmaturen-Anordnung (V1, V2) versehen ist.
  6. 6. Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Absperrarmaturen-Anordnung wenigstens zwei zueinander in Reihe liegende, motorgetriebene, fernbetätigbare Absperrventile (V1, V2) aufweist.
  7. 7. Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zur verstärkten Radio-Jod-Rückhaltung und zur weiteren Verbesserung des Rückhaltegrades sonstiger Schadstoffe die Abströmleitung (7) des Druckbehälters (FKD) über eine Nachschalt-Filterstrecke, bestehend aus einer Aktivkohle- und gegebenenfalls einer Schwebstoff-Filter-Strecke, geführt ist.
  8. 8. Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die im Reaktorgebäude (RG) vorhandene Bedarfsfilter-Anlage als Nachschalt-Filterstrecke, zumindest teilweise, mitbenutzt ist.
  9. 9. Druckentlastungs- und Filtereinrichtung nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch wenigstens eine Berstscheiben-Armatur (10), die in einem Bypaß zur Absperrarmaturen-Anordnung (V1, V2) eingeschaltet ist und im Überdruckfalle bei Klemmen der parallel liegenden Absperrventile in deren Schließstellung anspricht.






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