Anwendungsgebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Periskop zur Übertragung
optischer Signale aus dem Reaktionsraum von
Hochtemperatur-Reaktoren bzw. zur visuellen Beobachtung der
Vorgänge in solchen Reaktoren gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Die Erfindung ist insbesondere bestimmt für den Einsatz
in Verbindung mit Reaktoren, in denen unter erhöhtem
Druck Flammenreaktionen ablaufen. Ein bevorzugtes
Anwendungsgebiet sind dabei Reaktoren zur Vergasung
staubförmiger Brennstoffe unter hohem Druck, Reaktoren zur
Synthesegaserzeugung durch Partialoxydation von
flüssigen und gasförmigen Kohlenwasserstoffen unter Druck
sowie Druckbrennkammern von Gasturbinen oder
Kombi-Kraftwerken.
Charakteristik der bekannten technischen Lösungen
Bei einigen Verfahren zur Synthesegaserzeugung aus
festen Brennstoffen wird Kohlenstaub mit technischem
Sauerstoff in einer Flammenreaktion zu einem CO- und
H2-reichen Gas umgesetzt. Die sich nach Abschluß des
Umsatzes einstellenden Gastemperaturen liegen oberhalb
der Schmelztemperatur der mineralischen Bestandteile
des Brennstoffes, so daß flüssige Schlacke anfällt.
Eine typische Reaktionsendtemperatur ist z. B. 1500°C,
wobei in der Flamme selbst Temperaturspitzen von 2000°C
und mehr auftreten. Die Vergasung erfolgt vielfach
unter einem Druck von 0,5 bis 5 MPa. Nach gleichem
Grundprinzip verläuft die Synthesegaserzeugung durch
Partialoxydation von flüssigen und gasförmigen
Kohlenwasserstoffen, wobei Drücke bis 10 MPa üblich sind.
Für die Betriebsüberwachung solcher Reaktoren ist es
erforderlich, optische Signale aus dem Reaktionsraum
herauszuführen, um damit die im Reaktionsraum herrschenden
Temperaturen zu bestimmen und die Existenz einer Flamme
zu kontrollieren. Es ist weiter von Vorteil, wenn im
Reaktionsraum ablaufende Vorgänge wie die Ausbildung
der Flamme oder der Schmelzfluß der Schlacke an der Wand
des Reaktionsraumes oder in der Schlackeaustrittsöffnung
visuell, durch direkte Beobachtung oder über
Fernsehübertragung, überwacht werden können.
Mit DE OS 22 62 351 und DE OS 29 15 926 sind
Beobachtungseinrichtungen für Druckvergasungsreaktoren bekannt,
bei der eine Öffnung in der Reaktorwand durch ein
druckfestes Schauglas verschlossen ist, wobei die Öffnung
mit einem geeigneten Spülgas (Inertgas oder
rückgeführtes Synthesegas eigener Erzeugung) gespült werden kann.
Bedingt durch die unvermeidlich große Distanz zwischen
Schauglas und Reaktionsraum infolge feuerfester
Auskleidung des Reaktors bzw. Installation eines inneren
Kühlwandsystems für den Reaktionsraum ist bei einer solchen
Anordnung der Blickwinkel in den Reaktionsraum sehr
beschränkt. Er wird noch weiter dadurch eingeengt, daß
die außerordentlich intensive Strahlung aus dem
Reaktionsraum zu verhältnismäßig kleinen
Öffnungsdurchmessern zwingt, um eine Überhitzung des Beobachtungsstutzens
zu vermeiden.
Als entscheidender Nachteil dieser und ähnlicher
Anordnungen erweist sich jedoch, daß die
Beobachtungsöffnungen trotz Spülung sehr häufig durch Ansätze von Schlacke
eingeengt oder völlig verschlossen wurden. Die Entfernung
solcher Schlackenansätze zwingt bei unter erhöhtem Druck
betriebenen Reaktoren zur Außerbetriebnahme und
Entspannung des Reaktors.
Bekannt sind weiter periskopartige
Beobachtungsvorrichtungen z. B. für Dampferzeuger, Glasschmelzöfen und
metallurgische Öfen, bei denen in einem wassergekühlten
Mantel ein Linsensystem angeordnet ist, das außerdem
durch ein Spülgas vor dem Eindringen heißer Gase und
vor Verschmutzung geschützt werden soll. Vorteil eines
solchen Periskops ist, daß ein relativ großer
Blickwinkel von z. B. 50° erzielt wird. Bekannte Lösungen sind
allerdings ausschließlich für den Einblick in Anlagen
geeignet, die unter Normaldruck betrieben werden.
Dieser Typ von Beobachtungseinrichtungen entspricht auch
der mit DD WP 76 055 beschriebenen Vorrichtung, bei der
in der Achse eines Doppel-Rohr-Wassermantels ein
Linsensystem angeordnet ist und zwischen Linsensystem und
Wassermantel ein Spül- und Kühlgasstrom
aufrechterhalten wird. Vor der vom Feuerraum gesehenen ersten Linse
des Objektivs ist ein konischer Konfusor angeordnet,
durch den das Spülgas in den Feuerraum austritt. Die
Öffnung des Konfusors wirkt gleichzeitig als Blende
für die Optik, während das Verhältnis des Abstandes
zwischen Konfusoröffnung und erster Linse des Objektivs
zum Durchmesser dieser Linse den Blickwinkel bestimmt.
Es sind außerdem ähnliche Anordnungen bekannt, bei denen
der Öffnung des Konfusors noch ein Diffusor folgt,
dessen Öffnungswinkel so bemessen ist, daß der Blickwinkel
nicht eingeschränkt wird.
Weiterhin sind mit den Patentschriften US 29 59 090 und
DE-PS 12 20 632 optische Vorrichtungen zum Beobachten in
Räumen mit heißen Gasen bzw. heißen Gasen und
Staubpartikeln bekannt. In US 29 59 090 kommt dabei auch ein
kegelmantelförmiger Hohlkörper vor einer Frontlinse zum
Einsatz, die Spülgaszuführung zur zentralen
Blendenöffnung jedoch erfolgt über Einzelöffnungen an der
Peripherie der Frontlinse. Die Teilströme aus dem
Ringspalt und der zentralen Blendenöffnung lösen sich nach
kurzer Wegstrecke im Reaktionsraum voneinander, wobei
Rücksaugeffekte von Staub- und Schlacketeilchen auftreten.
Ähnliche Effekte sind auch bei einer Gasspülung gemäß DE-PS
12 20 632 zu erwarten.
Es hat sich gezeigt, daß die Übertragung des Prinzips
bekannter Periskope für die Beobachtung von Ofenräumen,
die unter Normaldruck stehen, auf die optische Überwachung
des Reaktionsraumes von z. B. Staubvergasungsreaktoren, die
unter hohem Druck arbeiten, durch entsprechende Anordnung
druckfester Sichtscheiben bzw. Linsen nicht zum Erfolg
führt. Bereits nach relativ kurzer Zeit kommt es zu
Schlackenansätzen an der gekühlten Stirnfläche des Periskops, die in
die Öffnung hineinwachsen und den Strahlengang einschränken
und schließlich ganz unterbinden. Es wurde weiter beobachtet,
daß trotz relativ hoher Spülgasbeaufschlagung leicht
flüchtige mineralische Bestandteile, aber auch Elementarschwefel
am Diffusor des Spülgasaustritts und am Objektiv
sublimieren und dadurch ebenfalls die Funktionstüchtigkeit des
Periskops einschränken.
Ziel der Erfindung
Ziel der Erfindung ist ein Periskop zur Übertragung optischer
Signale aus dem Reaktionsraum von Hochtemperatur-Reaktoren,
das für den Einsatz in Reaktoren, die unter hohem Druck
betrieben werden, geeignet ist, und das insbesondere auch
bei Einsatz in Reaktoren zur Vergasung von staubförmigen
Brennstoffen unter Druck frei von Störungen durch
Schlackenansätze und Verschmutzungen arbeitet.
Darstellung des Wesens der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Periskop
zur Übertragung optischer Signale aus dem Reaktionsraum
von Hochtemperatur-Druckreaktoren zu schaffen, bei dem
durch geeignete Ausbildung der Spülung durch ein
gasförmiges Medium eine Beeinträchtigung oder eine
Unterbrechung des Strahlenganges durch Schlackenansätze,
Sublimation mineralischer Bestandteile und sonstiger Einwirkung
der im Reaktionsraum herrschenden Atmosphäre verhindert
wird und ein ausreichender Blickwinkel gewährleistet werden
kann. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der für die
Freihaltung von Öffnung und Linsen verfügbare Impuls der
Gasströmung, definiert als Produkt von Massenstrom und
Geschwindigkeit des Spülgases, umgekehrt proportional vom
Druck abhängig ist, wenn der Massenstrom bzw. der auf
Normbedingungen bezogene Volumenstrom und die geometrische
Anordnung konstant gehalten wird. Um den gleichen
Spüleffekt zu erreichen, müßte also mit zunehmendem Druck der
Spülgasmassenstrom erhöht werden. Es ist also eine weitere
Aufgabe der Erfindung, trotz hohen Betriebsdruckes von z. B.
3 MPa den optischen Durchblick mit relativ höheren
Spülgasmengen freizuhalten, um z. B. die Qualität des erzeugten
Gases nicht durch überhöhte Stickstoffmengen aus dem
Spülgas zu beeinträchtigen.
Gelöst wird diese Aufgabe durch die im kennzeichnenden
Teil des Anspruchs 1 aufgeführten Merkmale.
Gemäß vorliegender Erfindung ist das Periskop zur
Übertragung optischer Signale aus dem bzw. zum Einblick in den
Reaktionsraum von Hochtemperatur-Reaktoren, insbesondere
von Reaktoren, die unter erhöhtem Druck betrieben werden,
durch folgende Merkmale gekennzeichnet:
Ausgehend von dem bekannten Prinzip von Periskopen für
beispielsweise den Brennraum von Dampferzeugern, nach dem
eine Periskopoptik in der Achse eines rohrförmigen Mantels
angeordnet ist, sich zwischen Periskopoptik und Mantel ein
Zwischenraum befindet, der nach dem Reaktionsraum zu offen
ist, und dieser Zwischenraum mit einer Quelle für ein
Spülgas verbunden ist, deren Versorgungsdruck höher als der
Betriebsdruck im Reaktionsraum ist und bei dem auf eine
Frontlinse der Periskopoptik in Richtung des
Reaktionsraumes ein konischer Hohlkörper aufgesetzt ist, ist
erfindungsgemäß der auf die Frontlinse aufgesetzte konische
Körper in der Art eines beidseitig offenen Mantels eines
Kegelstumpfes ausgebildet, wobei die kleinere Stirnfläche
des Hohlkörpers dem Reaktionsraum zugekehrt ist und eine
Blendenöffnung für die Periskopoptik bildet, und wobei der
den Hohlkörper umgebende Teil der Innenseite des Mantels
koaxial zum Hohlkörper mit einer konischen Verjüngung
versehen ist, dessen Neigungswinkel, bezogen auf die Achse,
gleich oder größer ist, als der Neigungswinkel der
Außenseite des Hohlkörpers, so daß der genannte Zwischenraum
zwischen der Periskopoptik und dem Mantel in einem
kegelmantelförmigen Spalt mit konstanter oder sich nach der
Spitze zu verjüngender Spaltbreite übergeht, der in
Richtung Reaktionsraum eine Ringdüse für das Spülgas bildet,
und daß der Hohlkörper mit Verbindungsöffnungen versehen
ist, die den kegelmantelförmigen Spalt und den Innenraum
des Hohlkörpers gasdurchlässig verbinden.
Mit dieser Anordnung wird erreicht, daß ein Teil des über
den genannten Zwischenraum zugeführten Spülgases durch die
Verbindungsöffnung in den Innenraum des Hohlkörpers
eintritt und über die Blendenöffnung in den Reaktionsraum
strömt, daß aber ein weiterer Teil des Spülgases durch
die Ringdüse fließt und den erstgenannten Spülgasstrahl
aus der Blendenöffnung ringförmig umhüllt.
Für den mit der erfindungsgemäßen Lösung angestrebten
Effekt ist es wesentlich, daß im Gegensatz zu anderen
Anordnungen die sonst unvermeidlichen Rückstromzonen in der
Umgebung oder im Zentrum eines aus einer Öffnung
austretenden Gasstrahles für den aus der Blendenöffnung
austretenden Spülgasstrahl mit der erfindungsgemäßen Anordnung
durch Wechselwirkung mit dem aus der Ringdüse austretenden
Hüllstrahl vermieden werden können. Damit wird aber auch
die Gefahr vermieden, daß zähflüssige, klebfähige
Schlackepartikel oder mineralische Dämpfe durch Rückströmvorgänge
in die Nähe der Blendenöffnung transportiert werden und dort
zur Bildung von Ansätzen führen.
Es wurde in diesem Zusammenhang gefunden, daß den
Querschnittsrelationen von Blendenöffnung, Ringdüse und
Verbindungsöffnungen besondere Bedeutung zukommt.
Erfindungsgemäß beträgt der freie Querschnitt der genannten
Verbindungsöffnungen ein Vielfaches, beispielsweise das drei-
bis sechsfache, des freien Querschnittes der
Blendenöffnung und das Verhältnis des freien Querschnittes von
Blendenöffnung zu freien Querschnitt der Ringdüse ist zwischen
1 : 2 und 1 : 0,7 bestimmt.
Es wurde gefunden, daß ein besonders günstiger Effekt
erreicht wird, wenn der Spülgasströmung durch die genannte
Blendenöffnung eine Drallbewegung überlagert ist.
Erfindungsgemäß sind deshalb die Verbindungsöffnungen in Form
von Schlitzen längs von Mantellinien des den Hohlkörper
bildenden Kegelstumpfes ausgeführt, die den Hohlkörper
tangential durchdringen.
Bei einer weiteren Ausführung der Erfindung wird der
gleiche Effekt dadurch erreicht, daß die Verbindungsöffnungen
als Schlitze in Form von Ellipsensegmenten ausgebildet sind,
wobei der Neigungswinkel der Schlitze bezogen auf die Achse
des Hohlkörpers (12) größer ist als der Kegelwinkel des
Hohlkörpers (12), die vom Scheitelpunkt (24) der genannten
Ellipse ausgehenden Äste (25&min;, 25&min;&min;) des Ellipsenschlitzes
unterschiedliche Längen aufweisen und die Verteilung und
Anordnung der Schlitze rotationssymmetrisch ist.
Unter Scheitelpunkt wird zugleich der Punkt des
Ellipsensegmentes verstanden, der den geringsten Abstand von der
Grundfläche des den Hohlkörper bildenden Kegelstumpfes
bzw. von der Frontlinse aufweist. Durch den
Längenunterschied der beiden Äste des den Schlitz bildenden
Ellipsensegmentes läßt sich in gewissen Grenzen das Verhältnis von
Tangential- zu Axialgeschwindigkeit des Spülgasstromes in
der Blendenöffnung beeinflussen.
Bei einer bevorzugten Ausführung der Erfindung besteht die
Ringdüse aus einer Vielzahl gleichmäßig über einen
Kreisring verteilter Einzelöffnungen statt aus einem durchgehenden
Ringspalt, der mit Rücksicht auf das festgelegte Verhältnis
von freien Querschnitt der Blendenöffnung zum freien
Querschnitt der Ringdüse vielfach mit einer so kleinen
Spaltbreite ausgeführt werden müßte, daß die Gewährleistung
einer gleichmäßigen Spaltbreite und die Vermeidung
einseitiger Verstopfungen oder Verengungen problematisch ist.
Vorteilhafterweise werden die genannten Einzelöffnungen
durch Nocken voneinander getrennt, die im Bereich der
Ringdüse auf der Außenseite des Hohlkörpers angeordnet
sind, an der korrespondierenden Fläche des konisch
verjüngten Teils der Innenwand anliegen und so zugleich eine
Zentrierung des Hohlkörpers herbeiführen.
Eine Ausführungsform der Erfindung zeichnet sich dadurch
aus, daß die Außenseite des Hohlkörpers im Bereich der
Ringdüse stetig aus der konischen Form in einen
zylindrischen Teil übergeht. Der Vorteil dieser Anordnung ist
darin zu sehen, daß der Bereich, in dem die Spülgasstrahlen
aus Blendenöffnung und Ringdüse aufeinanderprallen, von der
Blendenöffnung weg verlegt wird. Das bringt einen
zusätzlichen Beitrag zur Vermeidung von Rückströmgebieten in der
Nähe der Blendenöffnung.
Dem gleichen Zweck dient nach der Erfindung eine
konusartige Erweiterung der Innenseite des Mantels zu einem
Diffusor, beginnend in Höhe der Blendenöffnung, wobei
ein stetiger Übergang der konischen Verjüngung in die
konusartige Erweiterung erfolgt. Mit diesem konusartigen
Diffusor wird erreicht, daß der aus der Ringdüse
austretende Spülgasstrahl sich nicht sofort von der Wand ablöst,
sondern an der Wand anliegend, nach außen abgelenkt wird,
so daß der Rückströmbereich weiter nach außen, von der
Blendenöffnung weg, verlegt wird.
Unter diesem Aspekt ist es zweckmäßig, den Krümmungsradius
der konusartigen Erweiterung möglichst groß zu wählen. Um
den Blickwinkel der Optik nicht zu beeinträchtigen, wird
allerdings erfindungsgemäß der genannte Radius so gewählt,
daß die Oberfläche des Diffusors außerhalb einer Kegelfläche
bleibt, die von den durch die Frontlinse und die
Blendenöffnung bestimmten (optischen) Randstrahlen begrenzt ist.
Der Mantel des Periskops einschließlich des Diffusors ist
mit einer bekannten Wasserkühlung versehen. Dabei bietet
es für die Gestaltung und die Intensität der Wasserkühlung
besondere Vorteile, wenn der Diffusor konusartig in die
Stirnfläche und schließlich in die zylindrische
Außenseite des Mantels übergeht. In bekannter Weise kann dann
mittels einer Leitwand im Wasserstrom des Mantels eine
Kühlwasserströmung erreicht werden, die nacheinander die
Innenseite des Mantels mit den konisch verjüngtem Teil,
den Diffusor, die Stirnfläche und die Außenseite des
Mantels kühlt.
Die konusartige Gestaltung vom Diffusor und Stirnfläche
erlaubt die Einhaltung gleichmäßiger Wandstärken und die
Vermeidung von Totwassergebieten gerade im Bereich
stärkster thermischer Belastung des Mantels, wodurch
gleichmäßige Temperaturgradienten in der Wand erreicht und
schädliche thermische Spannungen im Werkstoff vermieden
werden.
In der Regel wird die Periskopoptik aus einem Linsensystem
bestehen und die optischen Signale über ein druckfestes
Fenster nach außen geführt werden. Die Erfindung ist jedoch
in gleicher Weise anwendbar, wenn als Periskopoptik statt
eines Linsensystems voll oder teilweise ein Licht- bzw.
Bildleiter eingesetzt ist. In diesem Falle entspricht der
in der Beschreibung verwendete Begriff Frontlinse der Licht-
Eintrittsfläche in den Licht- bzw. Bildleiter. Schließlich
ist es auch möglich, innerhalb des Periskops einen
geeigneten Sensor (z. B. Fototransistor) oder eine Videokamera
zu installieren, die die von der Periskopoptik
übernommenen optischen Signale in elektrische Signale umwandelt,
die mittels entsprechender Kabeldurchführungen nach außen
übertragen werden.
Ausführungsbeispiel
Die Erfindung soll an den folgenden
Ausführungsbeispielen gemäß der Fig. 1 bis 5 erläutert werden.
Es zeigt
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein Periskop für einen
Hochtemperatur-Reaktor,
Fig. 2 einen Schnitt durch den Hohlkörper mit
Verbindungsöffnungen in Form tangential angestellter Schlitze,
Fig. 3 eine Frontansicht des Periskopes,
Fig. 4 einen Hohlkörper mit Verbindungsöffnungen als
Schlitze in Form von Ellipsenabschnitten,
Fig. 5 eine schematische Darstellung der geometrischen
Anordnung des konusartigen Diffusors.
Beispiel 1
Die in Fig. 1 im Schnitt dargestellte periskopartige
Vorrichtung ist bestimmt zur Übertragung optischer Signale
aus dem Reaktionsraum eines Reaktors zur Vergasung von
Kohlenstaub unter einem Druck von 3 MPa. Im Reaktionsraum
herrschen Temperaturen von 1500°C und mehr, wobei die
Atmosphäre im Reaktionsraum durch noch unvollständig
vergaste Kohlenstaubpartikel und durch Schlackentropfen
verunreinigt ist.
Das Periskop besteht aus einem rohrartigen Mantel 1 mit
einer aus einem Linsensystem bestehenden Periskopoptik 2.
Es ist über eine Öffnung im Reaktorenmantel 3 durch eine
feuerfeste Auskleidung 4 hindurch in den Reaktionsraum 5
eingeführt und mit einem Flansch 6 druckdicht mit dem
Reaktormantel verbunden. Das Periskop ist durch ein
druckfestes Fenster 7, beispielsweise eine druckfest gefaßte,
besonders dicke Linse des Okulars abgeschlossen.
Zwischen Periskopoptik 2 und Mantel 1 bleibt ein
Zwischenraum 8 mit einem Spülgasanschluß 9, der - in der Figur
nicht dargestellt - mit einer Quelle für Spülgas verbunden
ist, die einen Versorgungsdruck von ca. 3,5 MPa, also
höher als der Druck im Reaktionsraum, aufweist.
Über Ausgleichslöcher 10 besteht Druckausgleich zwischen
dem Zwischenraum 8 und dem Innenraum der Periskopoptik 2.
Auf die Frontlinse 11 der Periskopoptik ist ein
Hohlkörper 12 von der Form eines dünnwandigen, hohlen
Kegelstumpfes aufgesetzt. Der Neigungswinkel, definiert als
Winkel zwischen einer Mantellinie des Kegelstumpfes und
der Achse, beträgt 25°. Damit wird ein Einblickwinkel in
den Reaktionsraum von etwa 50° erreicht. Bei einem optisch
wirksamen Durchmesser der Frontlinse von 20 mm beträgt der
lichte Durchmesser der den Reaktionsraum zugekehrten Öffnung
des Hohlkörpers 12, der sogenannten Blendenöffnung 13, 3 mm.
Der den Hohlkörper 12 umgebende Teil 14 der Innenseite des
Mantels 1 ist konisch verjüngt, wobei der Neigungswinkel
der konischen Verjüngung ebenfalls 25° beträgt. Der
Zwischenraum 8 geht deshalb in diesem Bereich in einen
kegelmantelförmigen Spalt 15 über, der reaktionsraumseitig in einer
Ringdüse 16 endet. Im Bereich dieser Ringdüse geht die
Außenseite des Hohlkörpers 12 in eine zylindrische Form
über, wie besonders aus Fig. 4 erkennbar ist. Aufgesetzte
Nocken 18 dienen der Zentrierung des Hohlkörpers 12 und
unterteilen gleichzeitig die Ringdüse 16 in eine Vielzahl
entlang eines Kreisringes verteilte Einzelöffnungen 16&min;.
Durch die Ringdüse 16 tritt ein Teil des über
Spülgasanschluß 9 eingeführten Spülgases in den Reaktionsraum aus.
Der andere Teil des Spülgases strömt durch Öffnungen 17 in
Form von vier tangential angestellten Schlitzen in der der
Frontlinse 11 zugekehrten breiteren Hälfte des Hohlkörpers 12
in dessen Innenraum ein. Die Anordnung der Schlitze wird
durch Fig. 2 verdeutlicht, die einen Schnitt durch
Hohlkörper 12 zeigt. Durch die tangentiale Anstellung der
Öffnungen 17 entsteht eine Drallströmung, die durch die
Blendenöffnung 13 in den Reaktionsraum 5 austritt. Die freie
Austrittsfläche der Ringdüse 16 beträgt 8 mm2, die Öffnungen
17 haben einen freien Querschnitt von zusammen ca. 30 mm2.
Der den Hohlkörper 12 umgebende Teil 14 der Innenseite des
Mantels 1 geht, beginnend in Höhe der Blendenöffnung 13 in
eine konusartig nach außen gekrümmte Fläche über, die nach
der Ringdüse 16 einen Diffusor 19 erzeugt und anschließend
die Stirnfläche 20 des Periskops bildet. Der Radius R dieser
konusartigen Fläche wird dabei so gewählt, daß der Blickwinkel
in den Reaktor nicht beeinträchtigt wird. Das bedeutet, daß
die Oberfläche vom Diffusor 19 außerhalb einer Kegelfläche
bleibt, die von den durch Frontlinse 11 und Blendenöffnung
13 bestimmten Randstrahlen 21 begrenzt wird, wie mit Fig. 5
erläutert ist.
Der Mantel 1 des Periskopes ist wassergekühlt und weist
dazu Stutzen 22 für die In- und Abführung des Kühlwassers
auf. Eine Leitwand 23 im wasserdurchflossenen Raum des
Mantels 1 erzwingt, daß die gesamte Kühlwassermenge an die
thermisch besonders belastete Stirnfläche 20 und den
Diffusor 19 herangeführt wird und ausreichende
Kühlwassergeschwindigkeiten erreicht werden. Die konusartige Gestaltung
von Diffusor 19 und Stirnfläche 20 bietet dabei günstigste
Voraussetzung für die intensive Kühlung.
Bei einer Beaufschlagung des Periskopes mit einer
Spülgasmenge von ca. 30 m3/h, gerechnet unter Normalbedingungen,
bzw. ca. 1 m3/h im Betriebszustand wird das Periskop im
Dauerbetrieb frei von Schlacken- und Staubansätzen gehalten,
die den Blickwinkel einschränken oder die Durchlässigkeit
der Optik vermindern. Vergleichsweise werden bei einer den
bisherigen Stand der Technik entsprechenden Ausführung mit
einer konischen Verjüngung (ohne Hohlkörper) und ebener
Stirnfläche bei gleichem Durchmesser der Blendenöffnung
von 3 mm und etwa gleichen Spülgasdurchsatz nur
Standzeiten von 6 bis 12 Stunden bis zum weitgehenden Verschluß
des optischen Weges durch Schlackenansätze und
Verschmutzungen erreicht.
Beispiel 2
Bei sonst gleicher Ausführung wie im Beispiel 1 sind die
Öffnungen 17 im Hohlkörper 12 gemäß Fig. 4 als Schlitze
in Form von Ellipsensegmenten im Hohlkörper 12 ausgebildet.
Die vom Scheitelpunkt 24 ausgehenden Äste 25&min; und 25&min;&min; des
Ellipsenabschnittes weisen unterschiedliche Länge auf.
Ausgeführt sind zwei solcher Schlitze, die rotationssymmetrisch
angeordnet sind.
Durch die unterschiedliche Länge der beiden Äste 25&min; und 25&min;&min;
des Schlitzes wird ein ähnlicher Drall der Spülgasströmung
im Innenraum des Hohlkörpers 12 erzielt, wie mit den
tangential angestellten Schlitzen von Beispiel 1. Es werden die
gleichen günstigen Betriebseigenschaften des Periskopes
erreicht.
Vorteilhaft ist die einfachere Fertigungsmöglichkeit für
diese Schlitze, die mittels eines dünnen Scheibenfräsers
eingeschnitten wurden. Die Schnittebene des Fräsers ist
dabei gegen die Achse des Hohlkörpers 12 um hier 45°
geneigt, während die Fräserachse in einer Ebene parallel
zur Achse des Hohlkörpers geführt wird, deren betrachteter
Abstand zur Fräserachse hier 12 mm beträgt.
- Aufstellung der verwendeten Bezugszeichen
1 Mantel
2 Periskopoptik
3 Reaktormantel
4 feuerfeste Auskleidung
5 Reaktionsraum
6 Flansch
7 druckfestes Fenster
8 Zwischenraum
9 Spülgasanschluß
10 Ausgleichsloch
11 Frontlinse
12 Hohlkörper
13 Blendenöffnung
14 Teil der Innenwand
15 kegelmantelförmiger Spalt
16 Ringdüse
16&min; Einzelöffnungen der Ringdüse
17 Verbindungsöffnung
18 Nocken
19 Diffusor
20 Stirnfläche
21 Randstrahlen
22 Stutzen
23 Leitwand
24 Scheitelpunkt
25&min;, 25&min;&min; Äste des Ellipsenabschnittes