PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3717216A1 08.12.1988
Titel Vorrichtung zum Fluidisieren von Schüttgütern, insbesondere von fein- und grobkörnigen Schüttgütern in Mischung
Anmelder VSR Engineering GmbH Fördertechnik, 4330 Mülheim, DE
Erfinder Rappen, Albert, Dipl.-Ing., 4330 Mülheim, DE;
Böhner, Wolfgang, Dipl.-Ing., 4006 Erkrath, DE
Vertreter Andrejewski, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Honke, M., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.; Masch, K., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 4300 Essen
DE-Anmeldedatum 22.05.1987
DE-Aktenzeichen 3717216
Offenlegungstag 08.12.1988
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.12.1988
IPC-Hauptklasse B65D 88/72
IPC additional class // B65G 53/50  

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Fluidisieren von Schüttgütern, insbesondere von fein- und grobkörnigen Schüttgütern in Mischung, und Abreinigen von staubförmigen Ablagerungen durch kontinuierliches oder diskontinuierliches bzw. stoßweises Ausblasen von Luft od. dgl. Gas.

Zum Fluidisieren von inhomogenen Schüttgütern, nämlich von fein- und grobkörnigen Schüttgütern in Mischung, ist ein in einen Speicherbehälter hineinragendes Luftzufuhr- und -verteilungselement bekannt, welches einem unten offenen Rohr entspricht. Das Luftzufuhr- und -verteilungselement ist an seinem einen Ende mit einem Luftstoßgerät verbunden, während sein anderes Ende frei beweglich ist und dadurch bei Zufuhr von Druckluft seitlich und/oder nach oben ausschlagen kann. Die expandierende Druckluft soll eine Doppelfunktion ausüben, nämlich einerseits das feinkörnige bzw. staubförmige Schüttgut fluidisieren und andererseits aus dem lediglich einseitig über ein Rohrstück mit dem Boden des Speicherbehälters verbundenen Luftzufuhr- und -verteilungselement ein schlagendes Druckluftwerkzeug machen, dessen Ausschlagweite durch einen Bügel begrenzt wird (vgl. DE-OS 34 24 875). Eine derartige Austragshilfe für schwerfließende Schüttgüter muß stets mit dem Boden des Speicherbehälters verbunden werden, wobei der Boden eben sein muß. Hinzu kommt, daß die Fluidisierungs- und Schlageffekte über die Ausblaslänge abnehmen, weil das Luftzufuhr- und -verteilungselement einen konstanten Querschnitt aufweist. Folglich nimmt besonders die Tiefenwirkung stark ab. Ferner kann sich Schüttgut unter den Bügel bzw. die Ausblaskanten setzen, so daß die angestrebten Effekte nicht eintreten.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Fluidisieren von Schüttgütern, insbesondere von fein- und grobkörnigen Schüttgütern in Mischung, und Abreinigen von staubförmigen Ablagerungen der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, die sich durch eine in ausbildungs- und einsatztechnischer Hinsicht besonders einfache Bauweise und hohe Funktionstüchtigkeit auszeichnet.

Zur Lösung dieser Aufgabe ist die gattungsgemäße Vorrichtung gekennzeichnet durch eine Schwertdüse mit einem sich über ihre Ausblaslänge um mindestens 1/3 verjüngenden Düsenquerschnitt und über die Ausblaslänge verteilten Ausblasöffnungen, deren Gesamtfläche in etwa der Abnahme des Düsenquerschnitts entspricht. Vorzugsweise verjüngt sich der Düsenquerschnitt über die Ausblaslänge bis unter 10% des Ausgangsquerschnittes. - Die Erfindung geht zunächst einmal von der Erkenntnis aus, daß selbst inhomogenes Schüttgut unterschiedlicher Körnung einwandfrei fluidisiert werden kann, ohne daß dazu das Schüttgut mechanisch bewegt bzw. mit einem ausschlagenden Werkzeug behandelt werden muß. Das gilt insbesondere dann, wenn die Ausblaseffekte über die Ausblaslänge erhalten bleiben, so daß konstante Tiefenwirkung gewährleistet ist. Dazu verjüngt sich bei der erfindungsgemäßen Schwertdüse der Düsenquerschnitt und ist ferner dafür Sorge getragen, daß die Gesamtfläche der Ausblasöffnungen der flächenmäßigen Abnahme des Düsenquerschnitts entspricht. Jedenfalls ist mit der erfindungsgemäßen Schwertdüse ein einwandfreies Fluidisieren selbst von feinkörnigen und grobkörnigen Schüttgütern in Mischung gewährleistet, obwohl die Schwertdüse nicht die Funktion eines schlagenden Druckluftwerkzeuges erfüllt und folglich auch nicht mit dem Untergrund des betreffenden Speicherbehälters verbunden werden muß. Dadurch wird der Einsatz der erfindungsgemäßen Schwertdüse erleichtert. Außerdem sind einfacher und funktionsgerechter Aufbau gewährleistet.

Weitere erfindungswesentliche Merkmale sind im folgenden aufgeführt. So lehrt die Erfindung, daß die Ausblasöffnungen durch Ausblasschlitze im Bereich der maximalen Breite des Ausblasquerschnittes gebildet sind. Diese Ausblasschlitze sorgen dafür, daß die Druckluft über eine mehrfach tiefere als breite Ausblaslänge aus der Schwertdüse austritt. Die Ausblasschlitze können durch seitliche Keilausschnitte im Düsenschwert gebildet sein, wobei die beiden Schwerthälften mittels die zugeordneten Ausblaskanten verbindender Stege oder Schraubverbindungen zusammengehalten sind. Die Stege können als Materialstege, Stifte, Schweißnähte usw. in vorgegebenen Abständen unter Bildung des gewünschten Spaltabstandes bzw. Spaltmaßes angeordnet sein. Die Schraubverbindungen ermöglichen ein Gegeneinanderstellen der Schwerthälften und folglich eine Einstellung des Spaltmaßes für die Ausblasschlitze. - Nach einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist das Düsenschwert von zwei dachförmig abgekanteten Schwerthälften gebildet und weist einen rautenartigen Querschnitt auf. Es besteht aber auch die Möglichkeit, daß das Düsenschwert von zwei Halbrohren gebildet ist und die untere Rohrhälfte einen geringeren Radius als die obere Rohrhälfte aufweist. Nach einer weiteren abgewandelten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß das Düsenschwert eine obere dachförmig abgekantete Schwerthälfte oder ein Halbrohr als obere Schwerthälfte und eine konisch abgekantete Wanne als untere Schwerthälfte aufweist, wobei die obere Schwerthälfte die untere Schwerthälfte übergreift. In diesem Fall entsteht eine kippfeste Auflagefläche für das Düsenschwert bzw. die Schwertdüse. Stets werden die Ausblasschlitze zwischen der oberen Schwerthälfte und der unteren Schwerthälfte gebildet. Zweckmäßigerweise weisen die Ausblasschlitze elastische Dichtlippen an den Schlitzkanten auf, welche die Ausblasschlitze verschließen und sich lediglich bei Druckluftbeaufschlagung auf den jeweils gewünschten Spaltquerschnitt öffnen.

Nach einer abgewandelten Ausführungsform der Erfindung mit selbständiger Bedeutung ist vorgesehen, daß die untere Schwerthälfte von einem flachen langgestreckten Basisteil, z. B. Blechteil, mit konisch zulaufenden Seitenkanten und die obere Schwerthälfte von einem flexiblen Gewebe oder einer elastischen Gummi- bzw. Kunststoffmatte gebildet ist, deren Kanten durch einen umlaufenden Rahmen gehalten sind, wobei der Rahmen auf an dem Basisteil verankerten Führungsstiften bei Druckluftbeaufschlagung um ein vorgegebenes Spaltmaß von dem Basisteil abhebt. Bei dieser Ausführungsform ist zusätzlich eine mechanische Bewegung des Schüttgutes gewährleistet. Dabei kann das Gewebe als poröses Gewebe ausgebildet sein. Mechanische Schüttgutbewegung kann auch dann erreicht werden, wenn das Düsenschwert im Anschlußbereich an ein Blasrohr mit dem Untergrund elastisch verbunden ist, z. B. mittels Auflager bildender Gummielemente bzw. Gummi/Metallelemente. Endlich besteht nach einer anderen Variante der Erfindung die Möglichkeit, daß die Schwertdüse als konischer flexibler oder sich elastisch aufweitender Schlauch ausgebildet ist und der Schlauch gewebeartige feinporige Ausblasöffnungen oder über die Ausblaslänge verteilte Ausblaslöcher aufweist. Sofern mit einem feinporigen bzw. porösen Gewebe gearbeitet wird, trägt die durch das Gewebe austretende Druckluft zur Fluidisierung des Schüttgutes bei.

Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert; es zeigen:

Fig. 1 eine erfindungsgemäße Schwertdüse in perspektivischer Darstellung,

Fig. 2 das Düsenschwert des Gegenstandes nach Fig. 1 in Seitenansicht,

Fig. 3 einen Querschnitt durch den Gegenstand nach Fig. 2 mit Schraubverbindungen,

Fig. 4 eine abgewandelte Ausführungsform des Gegenstandes nach Fig. 2,

Fig. 5 eine weitere abgewandelte Ausführungsform des Gegenstandes nach Fig. 2,

Fig. 6 ausschnittsweise den Gegenstand nach Fig. 3 mit Dichtlippen,

Fig. 7 ausschnittsweise den Gegenstand nach Fig. 5 mit einer Dichtlippe,

Fig. 8 eine abgewandelte Ausführungsform des Gegenstandes nach Fig. 1,

Fig. 9 eine weitere abgewandelte Ausführungsform des Gegenstandes nach Fig. 1 und

Fig. 10 ein Auflager für den Gegenstand nach Fig. 1 im Anschlußbereich an ein Blasrohr.

In den Figuren ist eine Vorrichtung zum Fluidisieren von Schüttgütern, insbesondere von fein- und grobkörnigen Schüttgütern in Mischung, und Abreinigen von staubförmigen Ablagerungen durch kontinuierliches oder diskontinuierliches bzw. stoßweises Ausblasen von Luft od. dgl. Gas dargestellt. Bei dieser Vorrichtung handelt es sich um eine Schwertdüse 1 mit einem sich über ihre Ausblaslänge L um mindestens 1/3 verjüngenden Düsenquerschnitt Q und über die Ausblaslänge L verteilten Ausblasöffnungen 2, deren Gesamtfläche in etwa der Abnahme des Düsenquerschnitts Q entspricht. Der Düsenquerschnitt Q verjüngt sich über die Ausblaslänge bis unter 10% des Ausgangsquerschnittes. Die Ausblasöffnungen sind durch Ausblasschlitze 2 im Bereich der maximalen Breite B des Ausblasquerschnitts gebildet. Die Ausblasschlitze 2 können durch seitliche Keilausschnitte im Düsenschwert 3 gebildet sein. Die beiden Schwerthälften 3a, 3b sind entweder mittels die zugeordneten Ausblaskanten 4 verbindender Stege 5 oder mittels Schraubverbindungen 6 zusammengehalten. Das Düsenschwert 3 ist von dachförmig abgekanteten Schwerthälften 3a, 3b gebildet und weist einen rautenartigen Querschnitt auf.

Nach einer abgewandelten Ausführungsform ist das Düsenschwert 3 von zwei Halbrohren gebildet, wobei die untere Rohrhälfte 7a einen geringeren Radius als die obere Rohrhälfte 7b aufweist. Nach einer anderen Ausführungsform weist das Düsenschwert 3 eine obere dachförmig abgekantete Schwerthälfte 3a und eine konisch abgekantete Wanne 8 als untere Schwerthälfte auf, wobei die obere Schwerthälfte 3a die untere Schwerthälfte bzw. Wanne 8 übergreift. Stets können die Ausblasschlitze 2 elastische Dichtlippen 9 an den Schlitzkanten aufweisen.

Nach einem abgewandelten Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, daß die untere Schwerthälfte von einem flachen langgestreckten Basisteil 10, z. B. Blechteil, mit konisch zulaufenden Seitenkanten und die obere Schwerthälfte von einem flexiblen Gewebe 11 oder einer elastischen Gummi- bzw. Kunststoffmatte gebildet ist, deren Kanten durch einen umlaufenden Rahmen 12 gehalten sind. Der Rahmen 12 ist auf an dem Basisteil 10 verankerten Führungsstiften 13 geführt und hebt bei Druckluftbeaufschlagung um ein vorgegebenes Spaltmaß S von dem Basisteil 10 ab. Das Gewebe 11 ist als poröses Gewebe ausgebildet und folglich luftdurchlässig.

Die Schwertdüse 1 kann aber auch als konischer flexibler oder sich elastisch aufweitender Schlauch ausgebildet sein, wobei der Schlauch gewebeartige feinporige Ausblasöffnungen 14 und/oder über die Ausblaslänge L verteilte Ausblaslöcher 15 aufweist.

Stets besteht die Möglichkeit, daß das Düsenschwert 3 im Anschlußbereich an ein Blasrohr 16 mit dem Untergrund 17 elastisch verbunden ist, z. B. mittels Auflager 18 bildender Gummielemente bzw. Gummi/ Metallelemente.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Fluidisieren von Schüttgütern, insbesondere von fein- und grobkörnigen Schüttgütern in Mischung, und Abreinigen von staubförmigen Ablagerungen durch kontinuierliches oder diskontinuierliches Ausblasen von Luft od. dgl. Gas, gekennzeichnet durch eine Schwertdüse (1) mit einem sich über ihre Ausblaslänge (L) um mindestens 1/3 verjüngenden Düsenquerschnitt (Q) und über die Ausblaslänge (L) verteilten Ausblasöffnungen (2), deren Gesamtfläche in etwa der Abnahme des Düsenquerschnitts (Q) entspricht.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Düsenquerschnitt (Q) über die Ausblaslänge (L) bis unter 10% des Ausgangsquerschnittes verjüngt.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausblasöffnungen durch Ausblasschlitze (2) im Bereich der maximalen Breite (B) des Ausblasquerschnitts gebildet sind.
  4. 4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausblasschlitze (2) durch seitliche Keilausschnitte im Düsenschwert (3) gebildet sind und die beiden Schwerthälften (3a, 3b) mittels die zugeordneten Ausblaskanten (4) verbindender Stege (5) oder Schraubverbindungen (6) zusammengehalten sind.
  5. 5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsenschwert (3) von zwei dachförmig abgekanteten Schwerthälften (3a, 3b) gebildet ist und einen rautenartigen Querschnitt aufweist.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsenschwert (3) von zwei Halbrohren gebildet ist und die untere Rohrhälfte (7a) einen geringeren Radius als die obere Rohrhälfte (7b) aufweist.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsenschwert (3) eine obere dachförmig abgekantete Schwerthälfte (3a) oder ein Halbrohr als obere Schwerthälfte und eine konisch abgekantete Wanne (8) als untere Schwerthälfte aufweist, wobei die obere Schwerthälfte die untere Schwerthälfte übergreift.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausblasschlitze (2) elastische Dichtlippen (9) an den Schlitzkanten aufweisen.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die untere Schwerthälfte von einem flachen Basisteil (10), z. B. Blechteil, mit konisch zulaufenden Seitenkanten und die obere Schwerthälfte von einem flexiblen Gewebe (11) oder einer elastischen Gummi- bzw. Kunststoffmatte gebildet ist, deren Kanten durch einen umlaufenden Rahmen (12) gehalten sind, wobei der Rahmen (12) auf an dem Basisteil (10) verankerten Führungsstiften (13) bei Druckluftbeaufschlagung um ein vorgegebenes Spaltmaß (S) von dem Basisteil (10) abhebt.
  10. 10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe (11) als poröses Gewebe ausgebildet ist.
  11. 11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Düsenschwert (3) im Anschlußbereich an ein Blasrohr (16) mit dem Untergrund (17) elastisch verbunden ist, z. B. mittels Auflager (18) bildender Gummielemente bzw. Gummi/Metallelemente.
  12. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwertdüse (1) als konischer flexibler oder sich elastisch aufweitender Schlauch ausgebildet ist und der Schlauch gewebeartige feinporige Ausblasöffnungen (14) oder über die Ausblaslänge (L) verteilte Ausblaslöcher (15) aufweist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

  Patente PDF

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com