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Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Mittel zum Erhöhen der Keimfähigkeit von Orchideasamen bei asymbiotischen Aussaaten.

Das asymbiotische Verfahren, welches überwiegend für das Keimen von Orchideasamen angewendet wird, ist bis jetzt noch nicht voll universell anwendbar. Samen einer Reihe von Orchideaarten keimen sehr schwierig oder überhaupt nicht. Eine teilweise Besserung wird durch eine Desinfektion der Samen erzielt, wo es auch zu einem Beeinflussen der Hülle der Embrya kommt. Jedoch auch dann keimen Samen mancher Arten nicht oder sie keimen nur dann, falls im Kultivationsmedium gewisse Vitamine, allfällig auch andere Stoffe vorhanden sind, die in den Boden allein oder zusammen mit natürlichen Komponenten zugeführt wurden, zum Beispiel Kokosmilch, Bananenmahlgut, Birkenmilch und dergleichen.

Aufgabe der Erfindung war es, diesen erwähnten Nachteil zu beheben. Diese Aufgabe wird wie aus den vorstehenden Ansprüchen ersichtlich gelöst. Der Wirkstoff ist die N-(4&min;-Dimethylaminobenzyliden)-4-aminobenzoesäure oder deren cytophysiologisch tolerantes Salz, welche in die Media für die asymbiotische Aussaat in einer Konzentration von 10-6 bis 10-2 g für ein Liter des Mediums beigefügt werden.

Der Hauptvorteil des erfindungsgemäßen Mittels ist der Umstand, daß es den Prozentsatz der Keimfähigkeit von Orachideasamen bei asymbiotischer Aussaat erhöht und in einer Reihe von Fällen ein Keimen von Abarten ermöglicht, deren reife Samen sonst überhaupt nicht keimen.

Ein weiterer Vorteil beruht darin, daß die N-(4&min;-Dimethylaminobenzyliden)-4-aminobenzoesäure oder deren cytophysiologisch tolerante Salze leicht zugänglich sind. Als stabile chemische Verbindungen ist es möglich, sie eindeutig reproduzierbar zu dosieren, im Unterschied zu natürlichen Komponenten, deren Wirkungsweise meist von Zubereitungsverfahren, Bedingungen und Dauer des Lagerns und allfällig von weiteren Faktoren abhängt.

Vergleichsbeispiel 1

Reife Samen von Orchis morio L. wurden über zwanzig Minuten in einer wässrigen Lösung von Natriumhypochlorit geschüttelt und in einen Boden folgender Zusammensetzung gesät (in g/l). 0,216 KH2PO4, 0,245 MgSO4×7H2O, 0,150 KCl, 0,132 (NH4) 2SO4, 0,022 CaCl2, 0,192 Zitronensäure, 1,0 Pepton, 10,0 Glukose, 8,0 Agar, dessen pH durch 1M-KOH auf den Wert 5,2 zubereitet wurde. Die Saat wurde im Dunkeln bei einer Temperatur von 15 bis 20°C gelagert. Nach 140 Tagen nach dem Säen wurden keine Kennzeichen eines Keimens festgestellt.

Beispiel 2

Reife Samen von Orchis morio L. wurden auf die gleiche Art desinfektiert und ausgesät, wie in Vergleichsbeispiel 1 angegeben, in denselben Boden, zu welchem ein Sulfat der N-(4&min;-Dimethylaminobenzyliden)-4-aminobenzoesäure in einer solchen Menge zugefügt wurde, daß dessen Konzentration im Boden 1.10-4 g/l betrug. 140 Tage nach der Aussaat keimten ca. 40% der Samen und die Sämlinge bildeten Blätter einer Länge von 5 bis 10 mm.

Beispiel 3

Reife Samen von Orchis morio L. wurden auf die gleiche Weise desinfektiert und ausgesät, wie in Beispiel 1 angegeben, in denselben Boden, in welchen ein Sulfat der N-(4&min;-Dimethylaminobenzyliden)-4-aminobenzoesäure in einer solchen Menge zugegeben wurde, daß seine Konzentration im Boden 1.10-2 g/l betrug. Nach 60 Tagen wurden erste Zeichen des Keimens festgestellt; nach 140 Tagen waren die Protocorma abgestorben.

Beispiel 4

Reife Samen von Orchis morio L. wurden auf die gleiche Weise desinfektiert und ausgesät wie in Beispiel 1 und in denselben Boden, in welchen N-(4&min;-Dimethylaminoberzyliden)-4-aminobenzoesäure in einer solchen Menge zugegeben wurde, daß dessen Konzentration im Boden 1.10-4 g/l betrug. 140 Tage nach der Aussaat keimten etwa 45% der Samen und die Sämlinge bildeten Blätter mit einer Länge von 5 bis 10 mm.

Beispiel 5

Reife Samen von Orchis morio L. wurden auf die gleiche Weise desinfektiert und ausgesät wie in Beispiel 1 in denselben Boden, zu welchem in Kaliumsalz der N-(4&min;-Dimethylaminobenzyliden)-4-aminobenzoesäure in einer solchen Menge gegeben wurde, daß seine Konzentration im Boden 1.10-4 betrug. 140 Tage nach dem Aussäen keimten etwa 40% der Samen und die Sämlinge bildeten Blätter mit einer Länge von 5 bis 10 mm.

Vergleichsbeispiel 6

Reife Samen von Cypripedium calceolus L. wurden durch Schütteln in einer 1% wässrigen Lösung von Natriumhypochlorit über vierzig Minuten desinfektiert und in den gleichen Boden wie in Beispiel 1 ausgesät. Die Saat wurde im Dunkeln bei einer Temperatur von 15 bis 20°C gelagert. 200 Tage nach der Aussaat wurden keine Anzeichen eines Keimens festgestellt.

Beispiel 7

Reife Samen von Cypripedium calceolus L. wurden auf die gleiche Weise wie in Beispiel 6 desinfektiert und ausgesät in denselben Boden, in welchen ein Sulfat der N-(4&min;-Dimethylaminobenzyliden)-4-aminobenzoesäure in einer solchen Menge zugefügt wurde, daß seine Konzentration im Boden 1.10-4 g/l betrug. Nach 200 Tagen nach der Aussaat keimten etwa 10% der Samen und die Protocorma erreichten eine Länge von 1 bis 1,5 mm.

Beispiel 8

Reife Samen von Cypripedium calceolus L. wurden desinfektiert und in denselben Boden ausgesät wie in Beispiel 6, in welchen ein Sulfat der N-(4&min;-Dimethylaminobenzyliden)4-aminobenzoesäure in einer Menge zugefügt wurde, daß seine Konzentration im Boden 1.10-3 g/l betrug. Nach 200 Tagen keimten etwa 15% der Samen und die Protocorma erreichten eine Länge von 1 bis 1,5 mm.


Anspruch[de]
  1. 1. Mittel zum Erhöhen der Keimfähigkeit von Orchideasamen bei asymbiotischen Aussaaten, dadurch gekennzeichnet, daß es als Wirkstoff N-(4&min;-Dimethylaminobenzyliden)-4-aminobenzoesäure oder deren cytophysiologisch tolerantes Salz enthält.
  2. 2. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es den Wirkstoff in einer Konzentration von 10-6 bis 10-2 g für 1 Liter neben üblichen Verdünnungsmitteln enthält.
  3. 3. Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es in das Medium für die Aussaat in einer Konzentration von 10-6 bis 10-2 g für 1 Liter des Mediums beigefügt wird.






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