PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE2852690C2 09.02.1989
Titel Anlaufscheibe
Anmelder Glyco-Metall-Werke Daelen & Loos GmbH, 6200 Wiesbaden, DE
Erfinder Maurer, Friedel, 6229 Walluf, DE
Vertreter Seids, H., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 6200 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 06.12.1978
DE-Aktenzeichen 2852690
Offenlegungstag 19.06.1980
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 09.02.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.02.1989
IPC-Hauptklasse F16C 33/08
IPC-Nebenklasse F16C 17/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Anlaufscheibe in geschlossener oder geteilter Ausführung aus Massiv- oder Verbundgleitlagerwerkstoff mit einer Gleitschicht und einer Tragschicht zum Einsatz zwischen der Stirnseite eines Lagergehäuses und einer Wellenanlauffläche, insbesondere der Wange einer Kurbelwelle, wobei die Wellenanlauffläche über eine tangential angesetzte (freistichlose) Wölbung in die zylindrische Zapfenfläche übergeht, die von einem separaten Radiallager getragen ist, und wobei die Anlaufscheibe an ihrem inneren Umfang mit mindestens einem von der Tragschichtseite in axiale Richtung um mehr als das doppelte Axiallagerspiel vorstehenden Sperrelement zur unverwechselbaren, seitengerechten, vom Radiallager unabhängigen Montage versehen ist.

Ein Vorschlag (DE-PS 26 35 061) betrifft ein Anlaufscheibensegment, hergestellt aus Massiv- oder Verbundgleitlagerwerkstoff mit einer Gleitschicht und einer Tragschicht und mindestens einem seitlich vorstehenden Sperrelement zur unverwechselbaren seitengerechten Montage. Hierbei soll dieses Sperrelement bzw. sollen diese Sperrelemente am inneren Umfang an der Tragschichtseite angebracht sein. Dadurch soll sich das Sperrelement bzw. sollen die Sperrelemente seitlich in den zwischen Seitenflächen eines Radialgleitlagers und den Flanschseiten der Welle gebildeten Zwischenraum erstrecken und so ein seitenverkehrtes Einsetzen verhindern. Die Anlaufscheibensegmente zeichnen sich durch besonders einfachen Aufbau und sichere Verhütung eines seitenverkehrten Einsetzens aus. Sie setzen aber voraus, daß zwischen den Seitenflächen eines Radialgleitlagers und den Flanschseiten der Welle ein entsprechender Zwischenraum besteht.

Aus dem DE-GM 19 86 278 ist lediglich eine Verdrehsicherung der Anlaufscheiben durch im Lagergehäuse im Bereich der Trennfläche angebrachte kurze Nuten und an der Trägerseite der Anlaufscheiben angeordnete Vorsprünge offenbart. Ein nachträgliches Einsetzen bzw. Montieren der Anlaufscheiben in die zwischen dem Lagergehäuse und den Wellenbunden gebildeten Zwischenräume ist nicht möglich.

Die DE-OS 26 38 996 zeigt eine Ausführungsform der Anlaufscheiben, bei der Nasen um die Umfangskante des Lagergehäuses greifen und sich bis auf die radiale Fläche, d. h. die Lagerbohrung legen. Die Nasen greifen dabei in Ausnehmungen an den Stirnseiten des Radiallagers. Ein nachträgliches Einsetzen und Montieren der Anlaufscheiben in die Zwischenräume zwischen Lagergehäuse und Wellenbund ist nicht möglich. Das Radialgleitlager weist bei der aus der DE-OS 26 38 996 bekannten Gleitlageranordnung nur eine Gleitflächen-Breite auf, die geringer als die Breite der Lagerbohrung ist.

Demgegenüber ist es Aufgabe der Erfindung, eine Anlaufscheibe für solche Fälle zu schaffen, bei dem ein für die Aufnahme eines Sperrelements genügender Freiraum zwischen den Seitenflächen eines Radialgleitlagers und den Flanschseiten der Welle nicht besteht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Sperrelement in einen speziell geschaffenen Freiraum hineinragt, welcher durch Kantenbrüche an der Stützseite des Radiallagers und Gehäuses bzw. Deckels gebildet ist.

Es hat sich nämlich gezeigt, daß durch diese Maßnahme nicht nur die Anwendung einer solchen Anlaufscheibe bei fehlendem oder nur kleinem Freiraum zwischen den Seitenflächen des Radialgleitlagers und den Flanschseiten der Welle ermöglicht, sondern darüber hinaus auch eine wesentliche Vereinfachung des Sperrelementes bzw. der Sperrelemente erreicht werden kann.

Eine solche besondere Vereinfachung ergibt sich beispielsweise, wenn das Sperrelement bzw. die Sperrelemente unmittelbar am inneren radialen Umfang an der Tragschichtseite axial vorstehend angebracht ist bzw. sind.

Bei richtigem Einsetzen des erfindungsgemäßen Axialgleitlagers wird jegliche Berührung zwischen dem Sperrelement bzw. den Sperrelementen und der Flanschseite der Welle vermieden sowie auch jegliche Berührung zwischen dem Sperrelement bzw. den Sperrelementen einerseits und einem Radialgleitlager und einem Gehäuse bzw. Deckel andererseits. Bei seitenverkehrtem Einsetzen eines erfindungsgemäßen Axialgleitlagers gelangt jedoch das vorstehende Sperrelement in den Bereich der Flanschfläche der Welle und stößt dort an, bevor es voll eingesetzt worden ist. Es läßt sich dadurch in seitenverkehrter Stellung gar nicht erst vollständig einsetzen. Das erfindungsgemäße Sperrelement ist somit für diesen Anwendungsfall voll wirksam. Es läßt sich darüber hinaus auch noch billiger herstellen als ein Axiallager nach dem älteren Vorschlag (DE-PS 26 35 061). Dadurch, daß die Anlaufscheibe im Bereich der Tragschicht des Radiallagers endet, treten keine Probleme mit der Wölbung zwischen Axiallager-Gleitfläche und zylindrischer Lauffläche der Welle auf.

In bevorzugter Ausführungsform der Erfindung kann das vorstehende Sperrelement in Form einer an der Radialinnenkante des Lagerringes oder Lagerhalbringes ausgebildeten Prägung vorgesehen sein. Es ist aber auch möglich, die Prägung in mehreren Abständen an der radial inneren Kante des Lagerringes bzw. Lagerhalbringes vorzusehen. So können beispielsweise bei einer Axiallagerscheibe zwei Prägungen in einem Abstand von je etwa einem Drittel der Kantenlänge von den äußeren Enden der radialen Innenseite vorgesehen sein. Es ist auch möglich, jeweils nur eine an jedem äußeren Ende der radialen Innenseite vorzusehen.

In anderer Ausführungsform der Erfindung kann die Prägung auch beliebig entlang des Innenradius des Axiallagerringes bzw. der Scheibe ausgebildet sein. Diese Prägung kann sich dabei entweder entlang des gesamten Innenradius oder bei Axiallagerscheibensegmenten nur entlang des mittleren Drittels oder entlang etwa der beiden äußeren Drittel der radialen Innenkante erstrecken, vorzugsweise aber im Bereich vorhandener eingeprägter Schmiermittelnuten.

Einige Ausführungsbeispiele der Erfindung werden im folgenden anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt

Fig. 1 eine Anlaufscheibe nach DE-PS 26 35 061 als Vergleichsgrundlage zu einem Einsatz bei Freiraum im Bereich der Stützflächen zwischen Radiallager und Gehäuse bzw. Deckel;

Fig. 2 eine Anlaufscheibe nach der Erfindung bei Freiraum im Bereich der Stützfläche zwischen Radiallager und Gehäuse bzw. Deckel;

Fig. 3 eine Anlaufscheibe in einer ersten grundsätzlichen Ausführungsform gemäß der Erfindung in Draufsicht;

Fig. 4 die Anlaufscheibe nach Fig. 2 im Schnitt 4-4;

Fig. 5 bis 10 abgewandelte Ausführungen der Anlaufscheibe in Draufsicht bzw. Schnitt in Darstellungsweise entsprechend Fig. 3 und 4;

Fig. 11 bis 16 weitere Abwandlungen der Anlaufscheibe in zweiter grundsätzlicher Ausführungsform der Erfindung in Draufsicht und im Schnitt entsprechend den Darstellungen der Fig. 3 und 4;

Fig. 17 und 19 zwei Ausführungen für geschlossene Anlaufscheiben gemäß der Erfindung in Draufsicht und

Fig. 18 bzw. 20 im Schnitt.

Wie in Fig. 1 gezeigt, ist bei einer Anlaufscheibe 23a an der inneren Umfangskante 23c eine radial einwärts vorstehende Sperrnase 25 ausgebildet, die an ihrem freien Ende zu einem an der Rückseite der Anlaufscheibe 23a vorstehenden Vorsprung 25a gedrückt ist. Dieser Vorsprung 25a ragt entsprechend dem älteren Vorschlag axial in den an der Seitenkante des Radialgleitlagers 2 gebildeten ringförmigen freien Raum. Zur Bildung dieses Vorsprunges 25a ist eine Eindrückstelle 25b gebildet, die jedoch nicht bis an die Innenumfangskante 23c der Anlaufscheibe 23aheranragen darf, damit nicht der Vorsprung 25a mit dem Lagergehäuse 1 in Berührung kommt. Zu beiden Seiten der Eindrückstelle 25b werden vorspringende Kanten 25c und 25d gebildet. Diese vorspringenden Kanten sind, wie Fig. 1 zeigt, ohne Bedeutung, wenn die Welle 5 mit Freistich 5a ausgebildet ist. Wenn aber die Welle - wie in Fig. 1 gestrichelt dargestellt - freistichlos von der Umfangsfläche in ihre Axiallager-Gleitfläche übergeht, kommen die zu beiden Seiten der Eindrückstelle 25b gebildeten vorspringenden Kanten 25c und 25d in den Bereich der freistichlosen Übergangswölbung. Um diese Gefahr zu beheben, müßten daher bei einer Anlaufscheibe nach der DE-PS 26 35 061 die zu beiden Seiten der Eindrückstelle 25b gebildeten vorspringenden Kanten 25c und 25d gebrochen werden, beispielsweise entlang der in Fig. 1 punktierten Linien 25e. In solchem Fall wäre dann eine Anlaufscheibe nach der DE-PS 26 35 061 sowohl an Wellen mit freigestochenem Übergang als auch bei Wellen mit freistichlosem Übergang zwischen der zylindrischen Wellenfläche und der Axiallager-Gleitfläche verwendbar. Dieses würde jedoch einen zusätzlichen Arbeitsgang erforderlich machen und damit die Anlaufscheiben beträchtlich verteuern.

Demgegenüber zeigt Fig. 2 die Benutzung einer Anlaufscheibe 53 gemäß der vorliegenden Erfindung bei einer Welle 5, deren zylindrische Wellenfläche 50 mit einer freistichlosen Wölbung 51 in die Axiallager- Gleitfläche 52 übergeht. Die Anlaufscheibe 53 weist ebenfalls eine sich axial von der inneren Umfangskante 54 der Anlaufscheibe 53 erstreckende Sperrnase 55 auf. In Abweichung von der Fig. 1 ist jedoch das Radialgleitlager 2 in der Breite des Lagergehäuses 1 bzw. Deckels ausgebildet, so daß das vorstehende Sperrelement 55radial nach außen in einen Freiraum versetzt, gebildet durch Kantenbrüche auf der Stützseite des Radiallagers und Gehäuses bzw. Deckels, untergebracht werden muß. Wie der Vergleich mit Fig. 1 zeigt, ist jedoch die gemäß der Erfindung vereinfachte und damit auch verbilligte Ausführung der Sperrnase 55 für die Benutzung bei Wellen mit freistichlosem Übergang 51 zwischen der zylindrischen Wellenfläche 50 und der Axiallager-Gleitfläche 52 sowie bei breitem Radialgleitlager 2 gedacht.

Die Fig. 3 bis 10 zeigen Ausführungsbeispiele für Anlaufscheiben 53 mit einer oder mehreren, sich an der inneren Umfangskante 54 axial erstreckenden Sperrnase bzw. Sperrnasen 55.

Im Beispiel der Fig. 3 und 4 weist die Anlaufscheibe 53 zwei Sperrnasen 55 auf, die im Bereich der Teilfläche angeordnet sind. Das Beispiel der Fig. 5 und 6 sieht zwei Sperrnasen 55 vor, die um etwa ein Drittel der Kantenlänge der Innenkante 54 von den Teilflächen einwärts verlagert sind, und zwar in den Bereich von zwei auf der Laufseite der Anlaufscheibe 53 ausgebildeten Schmiernuten. Wie die bogenförmigen Ausnehmungen an den beiden Enden der Innenkante 54 zeigen, läßt sich die Anlaufscheibe nach Fig. 5 und 6 im bekannten Sparschnitt ausführen.

Im Beispiel der Fig. 7 und 8 weist die Anlaufscheibe 53 nur eine mittige, an der Innenkante 54 angeordnete Sperrnase 55 auf, die zugleich einer mittigen Schmiernut gegenüberliegt. Auch diese Anlaufscheibe 53 kann im Sparschnitt hergestellt werden.

Im Beispiel der Fig. 9 und 10 unterscheidet sich die Anlaufscheibe 53 nur dadurch von derjenigen nach Fig. 7 und 8, daß zwei Schmiernuten vorgesehen sind, die seitlich gegenüber der Sperrnase 55 versetzt sind.

In den Fig. 11 bis 16 sind Anlaufscheiben 63 gezeigt, die mit einer oder zwei Sperrippen ausgebildet sind. So zeigen die Fig. 11 und 12 ein Ausführungsbeispiel, bei dem eine sich entlang der gesamten Innenkante der Anlaufscheibe, und zwar direkt an dieser Innenkante verlaufende Sperrippe 65 vorgesehen ist. Im Beispiel der Fig. 13 und 14 weist die Anlaufscheibe 63 zwei Sperrippen 67 auf, die sich an der Innenkante der Anlaufscheibe 63 auf jeweils etwa ein Drittel der Kantenlänge von den Teilflächen her einwärts erstrecken, jeweils bis in den Bereich einer Schmiernut an der Laufseite der Anlaufscheibe 63. Im Beispiel der Fig. 15 und 16 weist die Anlaufscheibe 63 eine bogenförmige Sperrippe 68 auf, die im mittleren Drittel der Innenkante 64 angeordnet ist. Den Enden dieser Sperrippe 68 ist in diesem Beispiel je eine Schmiernut zugeordnet.

Die Fig. 17 bis 20 zeigen ein geschlossenes Axialgleitlager bzw. einen Anlaufring 73 mit radial angeordneter Verdrehsicherungslasche 8 bzw. 88. Da eine solche radial angeordnete Verdrehsicherungslasche 8 bzw. 88 keine Absicherung gegen falsches Einsetzen des Anlaufringes 73 bietet, ist der Anlaufring im Beispiel der Fig. 17 und 18 zusätzlich mit einer Sperrnase 55 ausgestattet, die in diesem Beispiel im Bereich der Verdrehsicherungslasche 8 an der inneren Umfangskante 74 des Anlaufringes 73 ausgebildet ist. Im Beispiel der Fig. 19 und 20 sind zwei Sperrnasen 55 an der inneren Umfangskante 74 des Anlaufringes 73 ausgebildet, und zwar im Bereich der zu beiden Seiten der Verdrehsicherungslasche 88 benachbarten Schmiernuten.


Anspruch[de]
  1. 1. Anlaufscheibe in geschlossener oder geteilter Ausführung aus Massiv- oder Verbundgleitlagerwerkstoff mit einer Gleitschicht und einer Tragschicht zum Einsatz zwischen der Stirnseite eines Lagergehäuses und einer Wellenlauffläche, insbesondere der Wange einer Kurbelwelle, wobei die Wellenanlauffläche über eine tangential angesetzte (freistichlose) Wölbung in die zylindrische Zapfenfläche übergeht, die von einem separaten Radiallager getragen ist, und wobei die Anlaufscheibe an ihrem inneren Umfang mit mindestens einem von der Tragschichtseite in axiale Richtung um mehr als das doppelte Axiallagerspiel vorstehenden Sperrelement zur unverwechselbaren, seitengerechten, vom Radiallager unabhängigen Montage versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrelement (55, 65, 67, 68) in einen speziell geschaffenen Freiraum hineinragt, welcher durch Kantenbrüche an der Stützseite des Radiallagers und Gehäuses bzw. Deckels gebildet ist.
  2. 2. Anlaufscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sperrelement (55, 65, 67, 68) aus der Tragschichtfläche der Lagerscheibe vorstehend geprägt ist.
  3. 3. Anlaufscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß am inneren Umfang (54) zwei Sperrnasen (55) angeordnet sind, die zwei Schmiernuten gegenüberliegen, die um etwa ein Drittel der inneren Umfangslänge der Innenkante (54) von den Teilflächen verlagert sind.
  4. 4. Anlaufscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß am inneren Umfang (54) zwei Sperrnasen (55) vorgesehen sind, die an die Teilflächen angrenzend angeordnet sind.
  5. 5. Anlaufscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß am inneren Umfang (54) eine Sperrnase (55) mittig zwischen zwei seitlich versetzten Schmiernuten angeordnet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com