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Dokumentenidentifikation DE3729162A1 09.03.1989
Titel Werkzeugmaschine zur Bearbeitung von Werkstücken mittels rundlaufender Werkzeuge
Anmelder Gühring Automation GmbH & Co, 7488 Stetten, DE
Erfinder Müller, Hans, 7470 Albstadt, DE
Vertreter Tiedtke, H., Dipl.-Ing.; Bühling, G., Dipl.-Chem.; Kinne, R., Dipl.-Ing.; Grupe, P., Dipl.-Ing.; Pellmann, H., Dipl.-Ing.; Grams, K., Dipl.-Ing.; Struif, B., Dipl.-Chem. Dr.rer.nat.; Winter, K., Dipl.-Ing.; Roth, R., Dipl.-Ing., Pat.-Anwälte, 8000 München
DE-Anmeldedatum 01.09.1987
DE-Aktenzeichen 3729162
Offenlegungstag 09.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 09.03.1989
IPC-Hauptklasse B23Q 39/02
Zusammenfassung Beschrieben wird eine programmgesteuerte Werkzeugmaschine zur Bearbeitung von Werkstücken mittels rundlaufender Werkzeuge, die zeitlich gesteuert in Eingriff mit einem Werkstück bringbar sind. Das Werkstück befindet sich auf einem Kreuztisch, der auf einem programmgesteuerten Werkstück-Drehtisch sitzt, der seinerseits entlang einer ersten Hauptachse geführt ist. Der Werkzeugträgerbereich weist eine vertikale Trägersäule auf, die oberseitig einen in der vertikalen Richtung verstellbaren und quer dazu bewegbaren weiteren Translationsschlitten mit Werkzeug-Halterungen trägt. Die Halterungen sind von einem Revolverkopf gebildet, dessen Drehachse mit der vertikalen Bewegungsachse des weiteren Translationsschlittens zusammenfällt und mindestens zwei programmgesteuerte Werkzeug-Drehtische aufweist, deren Drehachsen die Drehachse des Revolverkopfs in einem Punkt senkrecht schneiden. Die Werkzeug-Drehtische sind ebenfalls programmgesteuert und tragen Aufnahmen für verschiedene Arbeitseinheiten, wie z. B. Arbeitspinolen und/oder zusätzliche Arbeitsaggregate, die jeweils entlang einer vierten Translationsachse einstellbar sind, die senkrecht auf der Drehachse des jeweiligen Werkzeug-Drehtischs steht. Die Drehachse des Revolverkopfs stellt eine programmgesteuerte Stellachse dar, so daß die einzelnen Arbeitseinheiten schrittweise in Eingriff mit dem Werkstück bringbar sind, das somit ohne die Aufspannung zu ändern in einem Arbeitsgang vom Rohling zum Fertigprodukt ...

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Werkzeugmaschine zur Bearbeitung von Werkstücken mittels rundlaufender Werkzeuge, wie z. B. Schleif- oder Fräswerkzeuge, gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Aus der US-PS 41 15 956 ist eine Werkzeugmaschine dieser Art bekannt, die als numerisch steuerbare Schleifmaschine ausgestaltet ist. Die Bewegungsachsen dieser Schleifmaschine sind sämtlich programmgesteuerte Simultanachsen, wodurch eine automatische Fertigung des Werkstücks in einem Programmablauf ermöglicht wird.

Mit dieser Maschine ist zwar ein programmgesteuertes Schleifen von Werkstücken in Form von rundlaufenden Werkzeugen beliebiger Geometrie möglich. Es hat sich jedoch gezeigt, daß bei dieser Werkzeugmaschine der Aufwand für die Programmierung oftmals übermäßig groß sein mußte, um aufeinanderfolgende Bearbeitungsschritte mit geänderter Relativlage zwischen Schleifscheibe und Werkstück mit ausreichender Präzision durchführen zu können. Dies konnte bei der Bearbeitung von sehr komplizierten Werkstücken dazu führen, daß ein wirtschaftlicher Einsatz dieser Werkzeugmaschine unter Ausnützung der numerischen Steuerung nicht mehr möglich war.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Werkzeugmaschine gemäß dem Qberbegriff des Patentanspruchs 1 zu schaffen, mit der unter Anhebung der Wirtschaftlichkeit des Bearbeitungsverfahrens sämtliche Werkstückflächen in einem Arbeitszyklus programmgesteuert gefertigt werden können.

Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmale gelöst.

Erfindungsgemäß wird ein universell einsetzbares Bearbeitungszentrum geschaffen, bei dem unter zeitlicher Steuerung eine Vielzahl von Arbeitsaggregaten, die nicht auf eine bestimmte Gattung festgelegt sind, in Eingriff mit dem zu bearbeitenden Werkstück bringbar sind. Dabei ist der Aufbau erfindungsgemäß so getroffen, daß sich eine extrem sichere und leichte Programmierbarkeit der Simultan- und Stellachsen ergibt. Dies ist darauf zurückzuführen, daß über die vierte Translationsachse W die Einstellung des jeweiligen Arbeitsaggregats derart erfolgen kann, daß der betreffende Eingriffspunkt mit dem Werkstück in die Achse des Werkzeug-Drehtischs bringbar ist. Dies hat zur Folge, daß eine Bewegung des Werkzeug-Drehtischs um die entsprechende Drehachse B den Eingriffspunkt mit dem Werkzeug unberührt läßt, so daß komplexe Koordinatentransformationen entfallen und die Steuerung zur Durchführung der verschiedenen Arbeitsabläufe wesentlich vereinfacht wird. Zwar ist im Vergleich zu der bekannten Maschine gemäß US-PS 41 15 956 der konstruktionstechnische und antriebstechnische Aufwand größer. Es hat sich jedoch gezeigt, daß dieser einmalige Mehraufwand bei weitem durch die Kostenersparnis aufgewogen wird, die durch die einfachere Programmierbarkeit der Maschine begründet ist. Dabei ergibt sich der zusätzliche Vorteil, daß mit der erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine nicht nur Schleifvorgänge durchgeführt werden können, sondern auch andere Bearbeitungsverfahren, wie z. B. das Spanen mit definierter Schneide (Bohren, Fräsen usw.) anwendbar sind, wobei erforderlichenfalls das Wechseln bzw. Umpositionieren des Werkstücks, die Durchführung von Zwischenmessungen usw. vorgenommen werden können. Auf diese Weise kann selbst ein komplizierter gestaltetes Werkstück beliebiger Form unter kontinuierlicher Programmsteuerung vom Rohling zum Endprodukt bearbeitet werden , ohne die Werkzeugmaschine wechseln zu müssen, wodurch die Gesamt-Fertigungsgenauigkeit wesentlich verbessert wird. Der Revolverkopf mit der vorzugsweise identischen Gestaltung der Aufnahmen für die verschiedenen Arbeitseinheiten sorgt dafür, daß die Positionierungsgenauigkeit der aufeinanderfolgend mit dem Werkstück in Eingriff bringbaren Werkzeuge bzw. Aggregate extrem hoch gehalten wird.

Der Aufbau der erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine erlaubt selbstverständlich die Nutzung herkömmlicher Werkzeugwechselsysteme, um beispielsweise die gerade nicht im Arbeitsprozeß befindlichen Arbeitsaggregate laufend umrüsten zu können. Die Schnittstelle für das Auswechseln des Werkzeugs bzw. des Aggregats kann dabei in verschiedene Bereiche gelegt werden, wobei man sich am jeweiligen Produktionsablauf orientiert. Besonders vorteilhaft ist es, die Schnittstelle gemäß Patentanspruch 2 zwischen Aufnahme und Werkzeug-Drehtisch zu legen. Auf diese Weise können während der Bearbeitung eines Werkstücks bereits weitere Arbeitseinheiten außerhalb des Bearbeitungszentrums zusammengestellt und so weit vorbereitet werden, daß nach dem Ankoppeln an den Werkzeug-Drehtisch in kürzester Zeit die angestrebte Positionierung erreicht ist.

Es hat sich herausgestellt, daß insbesondere mit der Weiterbildung gemäß Patentanspruch 3 die Programmierbarkeit des Bearbeitungszentrums außerordentlich vereinfacht werden kann. Der Schnittpunkt zwischen den Drehachsen A und B des Werkstück-Drehtischs und des Werkzeug-Drehtischs stellt dadurch, daß über die vierte Translationsachse W der jeweilige Eingriffspunkt der Arbeitseinheit mit dem Werkstück in die Achse B des Werkzeug-Drehtischs bringbar ist, den idealen Ausgangs-Nullpunkt für die Programmierung der Maschine dar, wodurch sich nicht nur einfachere Programmschritte ergeben. Diese einfacheren Programmschritte können durch die beim Erfindungsgegenstand vorgesehenen Bewegungsfreiheitsgrade der Maschinen-Module unmittelbar in einfache Bewegungen des Werkstücks bzw. des Arbeitsaggregats umgesetzt werden. Dies ist letztlich darin begründet, daß die Anzahl der programmgesteuerten Achsen gegenüber dem Stand der Technik angehoben ist, so daß für einen erforderlichen Programmschritt die jeweils günstigste programmgesteuerte Simultanachse ausgewählt werden kann.

Mit der Weiterbildung gemäß Patentanspruch 4 kann das Bearbeitungszentrum noch flexibler eingesetzt werden. Mit dieser Ausgestaltung ist es beispielsweise möglich, mit der betreffenden Arbeitseinheit auch Bohrvorgänge mit beliebiger Orientierung der Bohrung zum Werkstück durchzuführen.

Mit der Weiterbildung gemäß Patentanspruch 5 ist es sogar möglich, in ein und derselben Werkzeugmaschine eine Bohrbearbeitung und anschließend einen Innengewinde-Schneidvorgang durchzuführen.

Wenn das Bearbeitungszentrum gemäß Patentanspruch 6 mit einer Einrichtung zum selbsttätigen Wechseln der Arbeitseinheiten ausgestattet ist, ist es von Vorteil, wenn die Aufnahme der Arbeitseinheiten derart gewählt ist, daß die Eingriffspunkte dieser Arbeitseinheiten mit dem Werkstück in den oben erwähnten Schnittpunkt der Drehachsen der Drehtische bringbar sind.

Die Ausgestaltung gemäß Patentanspruch 8 erlaubt die Fertigung komplex gestalteter Körper. Der weitere programmgesteuerte Freiheitsgrad kann dabei von einer Simultan- oder Stellachse bereitgestellt sein.

Durch die Ausrichtbarkeit der Spanneinrichtung durch den zusätzlichen Freiheitsgrad gemäß Patentanspruch 9 wird der Programmablauf zur Bearbeitung der Funktionsflächen am Werkstück zusätzlich vereinfacht. Wenn die Bearbeitungsebene für das Werkstück beispielsweise mit einer programmgesteuerten Maschinenachse zusammenfällt, ergibt sich für bestimmte Bearbeitungsvorgänge eine einfachere Bewegungssteuerung, wodurch wiederum der Programmieraufwand vermindert und leichter überschaubar wird.

In den Unteransprüchen 13 bis 18 sind vorteilhafte Bestückungen des Bearbeitungszentrums mit Arbeitseinheiten angegeben, mit denen es gelingt, ein Werkstück ausgehend vom Rohling zum Endprodukt mit geringstem Aufwand zu bearbeiten. Dadurch daß man mit der erfindungsgemäßen Werkzeugmaschine überwiegend so arbeitet, daß der Eingriffspunkt zwischen Werkzeug und Werkstück auf der Drehachse B des Werkzeug-Drehtisches liegt, ist man hinsichtlich der Bestückung des Revolverkopfs sehr flexibel. Es zeigt sich nämlich, daß durch diese Verlegung des Bearbeitungspunktes die insbesondere bei einer Hochgeschwindigkeitsbearbeitung auftretenden Reaktionskräfte durchwegs innerhalb der Maschinenführungen wirken, wobei sogar die überwiegende Komponente der Schnittkraft auf die Achse des Revolverkopfs zu gerichtet ist. Dies erlaubt sogar die Bestückung des Revolverkopfs mit größeren Fräswerkzeugen, ohne die Stabilität des Revolverkopfs dadurch in Frage zu stellen. Durch die Lage des Eingriffspunktes in vorstehend beschriebener Art und Weise ergibt sich darüber hinaus der zusätzlich vorteilhafte Nebeneffekt einer günstigen Späneflugrichtung und einer vereinfachten Kühlmittelzufuhr, indem der zu kühlende Bereich räumlich quasi stationär ist.

Der Aufwand für eine durchgehende Bearbeitung eines Werkstücks ausgehend vom Rohling zum Endprodukt kann zusätzlich vereinfacht werden, wenn gemäß Patentanspruch 19 vorgegangen wird. Durch den korrigierenden Eingriff eines einem bestimmten Arbeitsaggregat nachgeschalteten Meßaggregats werden Fehlerüberlagerungen so früh wie möglich eliminiert, wodurch die Präzision des Bearbeitungsvorgangs generell angehoben werden kann.

Grundsätzlich ist die Anzahl der Revolverarme des Revolverkopfs nicht beschränkt. Diese Zahl richtet sich vielmehr nach dem Schwerpunkt-Einsatz des Bearbeitungszentrums. Hochkomplexe Bauteile, die eine Vielzahl von Bearbeitungsoperationen und damit den Einsatz vieler verschiedener Werkzeuge erfordern, werden vorzugsweise mit einem Revolverkopf mit drei Revolverarmen gefertigt, wobei vorteilhafterweise dann eine automatische Wechselvorrichtung für die Arbeitseinheiten Anwendung findet. Größere Serien gängiger Werkstücke werden hingegen vorteilhaft mit einem Revolverkopf in der Ausgestaltung gemäß Patentanspruch 20 bearbeitet, wobei in diesem Fall regelmäßig ein mehrfaches Wechseln der Arbeitseinheiten nicht erforderlich ist.

Durch die Indexiereinrichtung gemäß Patentanspruch 21 können die auf den Revolverkopf einwirkenden Kräfte sicher abgefangen werden, ohne Positionierungsungenauigkeiten in Kauf nehmen zu müssen. Die Programmsteuerung für die Stellachse des Revolverkopfs wird vorzugsweise an die Indexiereinrichtung so angepaßt, daß bei Einrasten der Indexiereinrichtung ein Reset-Zustand der Programmsteuerung erreicht ist.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der übrigen Unteransprüche.

Nachstehend werden anhand schematischer Zeichnungen Ausführungsbeispiele der Erfindung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Ansicht der Werkzeugmaschine;

Fig. 2 eine Draufsicht der Werkzeugmaschine gemäß Fig. 1, wobei zur Vereinfachung der Darstellung lediglich eine Arbeitseinheit gezeigt ist;

Fig. 3 eine Frontansicht einer Arbeitseinheit im weitergeschalteten Zustand des Revolverkopfs bei einer Blickrichtung entlang der Drehachse des zugehörigen Werkzeug-Drehtischs;

Fig. 4A bis 4D perspektivische Einzelansichten der in Fig. 1 gezeigten Arbeitseinheiten;

Fig. 5 eine perspektivische ausschnittsweise Ansicht einer über dem Revolverkopf angeordneten Energieversorgungseinrichtung;

Fig. 6 eine vergrößerte perspektivische Ansicht der Werkstückhalterung gemäß Fig. 1;

Fig. 7 eine perspektivische Ansicht einer zweiten Variante der Werkstückhalterung; und

Fig. 8 eine perspektivische Ansicht einer weiteren Variante der Wekstückhalterung.

In Fig. 1 ist mit dem Bezugszeichen 2 allgemein ein Universal-Maschinenzentrum zur Bearbeitung von Werkstücken mittels rundlaufender Werkzeuge, wie z. B. Schleif- oder Fräswerkzeuge, bezeichnet. Dieses Universal-Maschinen- bzw. -Bearbeitungszentrum ist dabei als CNC-Werkzeugmaschine ausgebildet, die eine Vielzahl von nachfolgend näher zu beschreibenden programmgesteuerten Simultan- und/oder Stellachsen hat.

Die Werkzeugmaschine weist einen Werkstückbereich 4 und einen Werkzeugträgerbereich 6 auf. Jeder dieser Bereiche hat ein Maschinenbett, wobei die Bezugsnummer 8 das Bett des Werkstücksbereichs 4 und die Bezugsnummer 10 das Bett des Werkzeugträgerbereichs 6 bezeichnet. Das Maschinenbett 8 ist mit dem Maschinenbett 10 zu einer Einheit fest verbunden.

Das Bett 8 des Werkstückbereichs 4 trägt einen ersten Translationsschlitten 12, der in einer Horizontalebene entlang einer ersten Hauptachse X bewegbar ist. Auf dem ersten Translationsschlitten sitzt ein Werkstück-Drehtisch 14, dem eine vertikale Drehachse A zugeordnet ist. Der Werkstück-Drehtisch wiederum trägt einen Kreuztisch 16 mit einem Längsschlitten 18 und einem Querschlitten 20 und den Bewegungsrichtungen U und V. Auf dem Kreuztisch 16 ist eine Werkstückhalterung 22 angebracht, die eine Spanneinrichtung aufweist. Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform trägt die Werkstückhalterung eine Spannbackeneinrichtung 24, die um eine vertikale Achse F einjustierbar ist, die einen zusätzlichen, programmgesteuerten Freiheitsgrad darstellt, der als programmgesteuerte Stell- oder Simultanachse ausgebildet sein kann. Mit 26 sind Spannklauen bezeichnet, die ein Werkstück 46 in Form eines Schnittstempels spannen.

Die Spannbackeneinrichtung 24, die im einzelnen aus der Fig. 6 hervorgeht, ist vorzugsweise auswechselbar an der Werkstückhalterung 22 befestigt, um eine möglichst große Vielfalt an Werkstücken bearbeiten und herstellen zu können. Das im Bearbeitungszentrum 2 herzustellende Werkstück 46 ist deutlicher in Fig. 6 dargestellt. Hierbei handelt es sich um einen Werkstückklotz, in den unter Beibehaltung der Aufspannung programmgesteuert von der Grobbearbeitung zur Feinbearbeitung die hinterschnittenen Schnittflächen 47 eingearbeitet werden können.

Der Werkzeugträgerbereich 6 hat eine im Horizontalabstand zum Werkstück-Drehtisch 14 angeordnete, auf dem Bett 10 ruhende vertikale Trägersäule 28, die an ihrem oberen Ende eine Führung 30 für einen zweiten Translationsschlitten 32 ausbildet. Die Führung 30 ist durch eine nicht näher gezeigte Antriebseinrichtung entlang einer zweiten, vertikalen Hauptachse Y bewegbar. Der Schlitten selbst hat über die Führung 30 einen Bewegungsfreiheitsgrad entlang einer dritten Bewegungs-Hauptachse Z, die auf der ersten und zweiten Hauptachse senkrecht steht.

Der zweite Translationsschlitten 32 trägt oberseitig einen Tisch 34 zur Lagerung eines Revolverkopfs 36 mit einer vertikalen Drehachse C. Diese vertikale Drehachse C ist eine programmgesteuerte Stellachse, um die einzelnen Revolverarme 38, 40, 42, 44 zeitlich gesteuert in eine einem Werkstück 46 zugeordnete Arbeitsposition zu bringen.

Jeder Revolverarm trägt auf einem radial außenliegenden Halterungsblock 48 einen Werkzeug-Drehtisch 50, dessen Drehachsen B1 bis B4 die vertikale Drehachse C des Revolverkopfs 36 rechtwinklig schneiden. Die in Fig. 1 gezeigte Ausführungsform des Revolverkopfs 36 weist vier solcher Werkzeug-Drehtische 50 auf, deren jeweilige Drehachsen B1 bis B4 sich in einem Punkt auf der vertikalen Drehachse C des Revolverkopfs 36 schneiden.

Jeder Werkzeug-Drehtisch trägt seinerseits vorzugsweise lösbar angebrachte Aufnahmen 521 bis 524 für verschiedene Arbeitseinheiten 541 bis 544, wie z. B. Arbeitspinolen und/oder Arbeitsaggregate, wie z. B. für Meßvorrichtungen, Handhabungsgeräte oder dergleichen. Bei der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform sind die Arbeitseinheiten durchwegs von Arbeitspinolen 541 bis 544 gebildet, die ein Fräswerkzeug 561, einen Meßtaster 562, eine Schleifscheibe 563 bzw. einen Bohrer 564 tragen. Die Werkzeuge der unterschiedlichen Arbeitseinheiten werden so ausgewählt und gestaltet, daß mit den verschiedenen Arbeitseinheiten unterschiedliche Bearbeitungsvorgänge am Werkstück 46 vorgenommen werden können. Die Schleifscheibe 563 kann beispielsweise eine Schleifscheibe mit quasi formvariablem Profil sein, bei der ein metallischer Trägerkörper eine CBN- (kubisches Bornitrid) Beschichtung trägt.

In den Fig. 4A bis 4D sind die verschiedenen Aufnahmen 521 bis 524 der Arbeitseinheiten 541 bis 544 gemäß Fig. 1 separat dargestellt. Man erkennt aus diesen Darstellungen, daß die Aufnahmen 521 bis 524 identisch ausgebildet und auf einer Stellführung 531 bis 534 angeordnet sind. Die Verschiebung der Aufnahmen 521 bis 524 auf der Stellführung 531 bis 534 erfolgt beispielsweise über eine Einstellspindel 581 bis 584.

Allen Arbeitseinheiten, unabhängig davon, ob es sich um Arbeitspinolen oder um andere Arbeitsaggregate, wie z. B. Meßvorrichtungen, Handhabungsgeräte, Laser-Bearbeitungsvorrichtungen und dergleichen handelt, ist gemeinsam, daß sie entweder in der betreffenden Aufnahme 52 und/oder durch die Führung auf der Stellführung 53 entlang einer vierten Translationsachse W einstellbar sind, die die jeweilige Drehachse B des zugehörigen Werkzeug-Drehtischs 50 rechtwinklig schneidet. Die Translationsachse W kann dabei als reine Justierachse, aber auch als programmgesteuerte Stell- oder Simultanachse ausgebildet sein, wodurch es beispielsweise ermöglicht wird, mit der Arbeitspinole 544 Bohrvorgänge durchzuführen.

Es ist darüber hinaus möglich, im Bereich einer oder mehrerer Arbeitspinolen - in der Ausführungsform gemäß Fig. 1 im Bereich der Pinole 544 - eine weitere programmgesteuerte Drehachse E vorzusehen, die als Stell- oder Simultanachse fungieren kann. In letzterem Falle ist es sogar möglich, mit der Arbeitseinheit Innengewinde-Schneidvorgänge am Werkstück durchzuführen.

Der vorstehend beschriebene Aufbau der Werkzeugmaschine mit den Linear-Hauptachsen X, Y und Z, den Drehachsen A bis C und den weiteren linearen Bewegungsachsen U, V und W, die sämtlich programmgesteuert sind, eröffnet die Möglichkeit, Werkstücke beliebiger Gestaltung ohne Umspannung ausgehend vom Rohling bis zum fertigen Endprodukt programmgesteuert zu bearbeiten. Dabei kommt die Anzahl der programmgesteuerten Simultanachsen und die räumliche zuordnung dieser Achsen einer wesentlichen Vereinfachung der Programmierung entgegen. Dies wird im folgenden unter ergänzender Bezugnahme auf die Fig. 2 und 3 näher erläutert:

In diesen Figuren ist der Revolverkopf 36 vereinfacht dargestellt, wobei jeweils nur das gerade im Einsatz befindliche Werkzeug gezeigt ist. Die Fig. 2 zeigt den Revolverkopf 36 in der Position gemäß Fig. 1. In Fig. 3 ist der Revolverkopf um 90° im Uhrzeigersinn verschwenkt dargestellt. Die Besonderheit der Erfindung liegt darin, daß durch das Vorsehen und die Anordnung der Translationsachse W das Werkzeug, wie z. B. der Fräser 561, derart positioniert werden kann, daß der mit P bezeichnete Eingriffspunkt mit dem Werkstück einerseits in die Drehachse B des Werkzeug-Drehtischs 50 und andererseits in die vertikale Drehachse A des Werkstück-Drehtischs 14 bringbar ist. Dies wird dadurch zusätzlich erleichtert, daß der zweite Translationsschlitten 32 auf der Trägersäule 28 bewegbar ist, so daß genügend Freiraum zum Kreuztisch verbleibt, um die Verschiebung des Punktes P des Fräsers 561 in die Achse A zu ermöglichen. Es hat sich gezeigt, daß die Programmierbarkeit der Maschine dann wesentlich vereinfacht und die Arbeitsgenauigkeit zusätzlich angehoben werden kann, wenn die Programmierung der einzelnen, den vorstehend beschriebenen Achsen zugeordneten Antriebseinrichtungen ausgehend von einem sogenannten Programm- Nullpunkt O erfolgt, der den Schnittpunkt der Achsen A und B und zugleich den Eingriffspunkt P am entsprechend einjustierten Werkzeug darstellt. Der besondere Vorteil liegt insbesondere darin, daß sich der Eingriffspunkt P am Fräser 561 in keiner Weise ändert, wenn eine Bewegung der Arbeitseinheit 54 um die Drehachse B erfolgt. Hierdurch werden nicht nur komplexe Programmschritte zur exakten Lagebestimmung des Eingriffspunktes P relativ zu den übrigen Achsen entbehrlich, wodurch der Programmieraufwand bereits erheblich reduziert wird, sondern es wird darüber hinaus dafür gesorgt, daß das nachfolgend einzusetzende Arbeitsaggregat mit dem gleichen Ausgangs-Bezugspunkt zum Werkstück programmiert werden kann, wodurch die Arbeitsgenauigkeit angehoben wird.

Dieser Zusammenhang wird aus der Fig. 3 verständlich, die den Revolverkopf 36 in einer gegenüber der Stellung gemäß Fig. 2 um 90° im Uhrzeigersinn verschwenkten Stellung zeigt. Der Eingriffspunkt P zwischen dem Werkzeug, d. h. dem Bohrer 564, und dem Werkstück ist durch den zusätzlichen Freiheitsgrad entlang der vierten Translationsachse W in den Schnittpunkt der Achsen B und A bringbar, so daß für die Programmierung des nach dem Fräswerkzeug 561 in Eingriff kommenden Bohrwerkzeugs 564 der gleiche Bezugs- Nullpunkt dienen kann, der sich dadurch auszeichnet, daß eine Verschwenkbewegung des Arbeitsaggregats 544 um die Achse B keine komplexe Koordinatenverarbeitung erforderlich macht.

Dadurch daß für die einzelnen, nacheinander in Eingriff gelangenden Arbeitsaggregate der gleiche Ausgangs- Bezugspunkt zum Werkstück als Ausgangspunkt für die Programmierung dienen kann, wird auch die Arbeitsgenauigkeit angehoben. Dies schafft die Voraussetzung dafür, als Arbeitseinheiten auch Meßstationen 542 und/oder Handhabungseinrichtungen am Revolverkopf vorzusehen, wodurch sogar die Möglichkeit eröffnet wird, durch Rückkopplung zwischen Meßstation und Arbeitseinheit korrigierend in den Bearbeitungsvorgang einzugreifen und dadurch das Werkstück 46 in einer Programmschleife so lange zu bearbeiten, bis der angestrebte Toleranzbereich erreicht ist. Die Arbeitsgenauigkeit wird zusätzlich dadurch angehoben, daß bedingt durch die gesteigerte Anzahl programmgesteuerter Simultanachsen bei einem bestimmten Bearbeitungsvorgang aus mehreren Bewegungsachsen die jeweils günstigsten, d. h. diejenigen, mit denen möglichst wenige Achsen aufeinander abgestimmt angesteuert werden müssen, ausgewählt werden können.

Die Meßstation 542 gemäß Fig. 4C weist einen Meßtaster 562 auf, der entweder zwischen den einzelnen Bearbeitungsvorgängen oder aber nach Abschluß sämtlicher Bearbeitungsschritte an das Werkstück 46 herangefahren wird, um eine Überprüfung der Maße vorzunehmen. Für die Programmierung des Meßsystems dient wiederum der Eingriffspunkt des Meßtasters 562 mit der angestrebten fertig bearbeiteten Werkstückfläche, die zur Programmierung der Bewegung des Meßtasters wiederum in den oben erwähnten Programm- Nullpunkt verlegt wird.

Der vorstehend beschriebene Aufbau der Werkzeugmaschine, erleichtert nicht nur die Programmierung der Bearbeitungsschritte und trägt auf diese Weise nicht nur zur Anhebung der Wirtschaftlichkeit des Bearbeitungsverfahrens bei, sondern er schafft auch die Voraussetzung für den Einsatz von extrem leistungsfähigen Werkzeugen, wie z. B. von Fräswerkzeugen und Hochgeschwindigkeits-Schleifwerkzeugen, bei denen erhebliche Kräfte von der Werkzeugmaschine abgefangen werden müssen. Denn die Haupt-Schnittkräfte liegen innerhalb der Maschinenführungen und sind sogar so gerichtet, daß die größten Komponenten zur Revolverkopfachse zeigen sind. Auf diese Art und Weise eignet sich die Werkzeugmaschine als universell einsetzbares Bearbeitungszentrum für Werkstücke unterschiedlichster Gestaltung und Größe. So ist es beispielsweise möglich, mit einem Aufspannvorgang Senkformen, Schnittwerkzeuge und sogar Turbinenschaufeln herzustellen. Die günstigere Schnittkrafteinleitung sorgt wiederum dafür, daß sich die gegenüber herkömmlichen Maschinen erhöhte Zahl von Bewegungsfreiheitsgraden nicht negativ auf die Positionierungsgenauigkeit auswirkt. Für die Halterung des Werkstücks können dann weitere Bewegungsachsen vorgesehen sein, die als programmgesteuerte Steil- oder Simultanachsen fungieren können.

Die Vielzahl der Arbeitseinheiten der Werkzeugmaschine benötigen selbstverständlich ein entsprechend komplexes Versorgungssystem, d. h. Versorgungsleitungen für die Hydraulik und die elektrische Anlage. Zu diesem Zweck ist oberhalb des Revolverkopfs 36 eine zentrale Energieversorgung vorgesehen, von der Einzelheiten aus der Fig. 5 ersichtlich sind. Mit dem Bezugszeichen 60 ist ein an einem nicht näher dargestellten Gehäuse 62 des Bearbeitungszentrum befestigter Stützring bezeichnet, an dem sich ein Gleitteller 64 abstützt, der oberseitig die Verbindung zu einem nicht dargestellten Kabelschlepp herstellt. Der Stützteller weist Öffnungen für die elektrischen Steuerleitungen 66 und auf seiner Unterseite einen mittigen Gehäusefortsatz 68 auf, der als Verteiler für die hydraulischen Versorgungsleitungen 70 dient. Zusätzlich sind radiale Stützarme 72 vorgesehen, die zur Führung der Versorgungsleitungen 66 bzw. 70 zu den einzelnen Arbeitseinheiten hin dienen.

Der Stützteller 64 ist zusammen mit dem Gehäusefortsatz 68 antriebsmäßig mit dem Revolverkopf 36 gekoppelt. zu diesem Zweck ist eine Teleskop-Wellenverbindung 74 vorgesehen, in die ein nicht näher dargestelltes Kardangelenk integriert ist, um die Mitnahme des Stütztellers 64 unabhängig von der Position des zweiten Translationsschlittens 32 zu halten. Diese Art der Energieversorgung eröffnet in vorteilhafter Weise die Möglichkeit, die Drehbewegung des Stütztellers 64 gleichzeitig dazu heranzuziehen, ein hydraulisches Wegeventil für die Hydraulik-Steuerleitungen 70 anzusteuern. Auf dieses Weise kann beispielsweise die Drehbewegung des Revolverkopfs 36 dazu dienen, immer nur diejenige Hydraulik-Versorgungsleitung 70 anzusteuern, die dem dem Werkstück zugewandten Revolverarm zugeordnet ist.

Die Schaltschritte des Revolverkopfs erfolgen vorteilhafterweise so, daß der Revolverkopf schrittweise in einer Drehrichtung um bis zu 270° verschwenkt wird, daß anschließend jedoch der Revolverkopf um über 270° in der entgegengesetzten Richtung verschwenkt wird, um die restlichen Arbeitseinheiten in Eingriff mit dem Werkstück zu bringen. Auf diese Weise können Schleifringkontakte, die bei einer CNC-Steuerung Fehlerquellen darstellen konnten, entfallen.

Um für jedes Arbeitsaggregat, das subzessive in Arbeitsposition gegenüber dem Werkstück gebracht wird, ein Höchstmaß an Positionierungsgenauigkeit bereitzustellen, ist es von Vorteil, wenn dem Revolverkopf 36 zusätzlich eine nicht näher dargestellte Indexiereinrichtung zugeordnet wird. Durch diese Maßnahme ergibt sich darüber hinaus der Vorteil, daß der Stellantrieb für den Revolverkopf unabhängig von den maximal auftretenden Schnittkräften ausgelegt werden kann.

In Fig. 7 ist eine weitere Variante einer Werkstückhalterung 22 dargestellt, die auf dem Kreuztisch 16 abnehmbar montiert werden kann. Zur Montage auf dem Kreuztisch 16 ist eine Grundplatte 80 vorgesehen, auf der über einen Drehteller 81 mit einer Drehachse F ein Spannblock 82 für das Werkstück 84 sitzt. Die eigentliche Spanneinrichtung wird von einer Spannpratzeneinrichtung 86 gebildet. Ebenso wie dies bei der Werkstückhalterung gemäß Fig. 1 und 6 vorgesehen sein kann, ist somit beim Ausführungsbeispiel der Werkstückhalterung gemäß Fig. 7 ein zusätzlicher programmgesteuerter Freiheitsgrad in Form der Drehachse F vorgesehen. Selbstverständlich kann dieser Bewegungsfreiheitsgrad auch eine andere Orientierung im Raum haben. Er sollte jedoch so orientiert sein, daß er in eine parallele Lage zu irgendeiner der Hauptachsen X, Y oder Z gebracht werden kann.

Eine weitere Abwandlung der Werkstückhalterung ist in Fig. 8 dargestellt. Das Werkstück 94 in Form eines Materialblocks, aus dem eine Reliefstruktur herausgearbeitet werden soll, ist von einer Spannklauenanordnung 90 an einem Spannblock 92 gehalten. Der Spannblock 92 weist zu beiden Seiten der Spannklauenanordnung Lagerklötze 96 für eine Schwenkachse D auf, die ortsfest in Lagerwangen 97 aufgenommen ist. Die Lagerwangen 97 sind an einem Halteblock 98 angebracht. Die Achse D, die als Justierachse, aber auch als programmgesteuerte Stell- oder Simultanachse ausgebildet sein kann, ist so gelegt, daß sie vorzugsweise durch die Mitte des Werkstücks, z.B. durch eine Haupt-Symmetrieachse des Werkstücks verläuft. Die Anordnung des Halteblocks 98auf dem Kreuztisch ist derart gewählt, daß die Drehachse D mit einer programmgesteuerten Maschinenachse - bei der Ausführungsform gemäß Fig. 8 mit der Hauptachse Z - in Deckung bringbar ist, um den Programmablauf bei der Herstellung komplexer Funktionsflächen zu vereinfachen und die Zahl der Werkzeuge reduzieren zu können.

Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf das konkrete, in den Figuren dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. Vielmehr sind Abwandlungen möglich, ohne den Gedanken der Erfindung zu verlassen. So ist es beispielsweise möglich, mit anderen Werkzeugen, wie z. B. mit Schleifstiften, Gewindebohrwerkzeugen oder Laser-Werkzeugen zu arbeiten. Ferner kann der Revolverarm andere Arbeitseinheiten, wie z. B. eine Lade- und Entladevorrichtung für Werkstücke, eine Einrichtung zum Wenden des bearbeiteten Teils oder ein Handhabungsgerät tragen. Schließlich können die Aufnahmen 521 bis 524 Adapter für die verschiedenen Arbeitsaggregate tragen, um die Anschlüsse dieser verschiedenen Geräte zu vereinfachen.

Darüber hinaus kann auch der Revolverkopf abweichend von der Darstellung gemäß Fig. 1 bis 3 mit mehr oder weniger Revolverarmen ausgestattet sein, um die Maschine an das vorherrschende Einsatzgebiet anzupassen. Wenn bei der Fertigung eines Werkstücks aufgrund der Komplexität der Formgebung ein extrem häufiges Wechseln der Arbeitsaggregate erforderlich ist, wird es von Vorteil sein, die Anzahl der Revolverarme auf drei zu beschränken. In der Zeit, in der sich ein Arbeitsaggregat in Eingriff mit dem Werkstück befindet, können dann an den beiden weiteren freien Stationen Umrüstarbeiten vorgenommen werden. Für den Einsatz des Bearbeitungszentrums in der Produktion von größeren Serien dürfte es jedoch von Vorteil sein, mit vier Revolverarmen zu arbeiten, da sich herausgestellt hat, daß mit dieser Anzahl von Arbeitseinheiten sämtliche Bearbeitungsvorgänge in einem Aufspannvorgang durchgeführt werden können, wenn eine geeignete Bestückung mit Werkzeugen vorgenommen wird. In diesem Zusammenhang ist es von Vorteil, daß die Revolverarme des erfindungsgemäßen Bearbeitungszentrums gleichberechtigt strukturiert sind, so daß auch die zeitliche Folge des Eingriffs verschiedener Arbeitsaggregate in keiner Weise auf eine bestimmte Struktur beschränkt ist.

Die Erfindung schafft somit eine programmgesteuerte Werkzeugmaschine zur Bearbeitung von Werkstücken mittels rundlaufender Werkzeuge, die zeitlich gesteuert in Eingriff mit einem Werkstück bringbar sind. Das Werkstück befindet sich auf einem Kreuztisch, der auf einem programmgesteuerten Werkstück-Drehtisch sitzt, der seinerseits entlang einer ersten Hauptachse geführt ist. Der Werkzeugträgerbereich weist eine vertikale Trägersäule auf, die oberseitig einen in der vertikalen Richtung verstellbaren und quer dazu bewegbaren weiteren Translationsschlitten mit Werkzeug-Halterungen trägt. Die Halterungen sind von einem Revolverkopf gebildet, dessen Drehachse mit der vertikalen Bewegungsachse des weiteren Translationsschlittens zusammenfällt und mindestens zwei programmgesteuerte Werkzeug-Drehtische aufweist, deren Drehachsen die Drehachse des Revolverkopfs in einem Punkt senkrecht schneiden. Die Werkzeug-Drehtische sind ebenfalls programmgesteuert und tragen Aufnahmen für verschiedene Arbeitseinheiten, wie z. B. Arbeitspinolen und/oder zusätzliche Arbeitsaggregate, die jeweils entlang einer vierten Translationsachse einstellbar sind, die senkrecht auf der Drehachse des jeweiligen Werkzeug-Drehtischs steht. Die Drehachse des Revolverkopfs stellt eine programmgesteuerte Stellachse dar, so daß die einzelnen Arbeitseinheiten schrittweise in Eingriff mit dem Werkstück bringbar sind, das somit ohne die Aufspannung zu ändern in einem Arbeitsgang vom Rohling zum Fertigprodukt bearbeitet werden kann. Auf diese Weise wird ein universell einsetzbares Bearbeitungszentrum geschaffen, das sich durch den neuen Aufbau durch eine vereinfachte Programmierbarkeit und eine hohe Bearbeitungspräzision auszeichnet.


Anspruch[de]
  1. 1. Werkzeugmaschine zur Bearbeitung von Werkstücken mittels rundlaufender Werkzeuge, wie zum Beispiel Schleif- oder Fräswerkzeuge, die zeitlich gesteuert in Eingriff mit einem Werkstück bringbar sind, mit

    einem Werkstückbereich und Werkzeugträgerbereich, von denen

    der Werkstückbereich einen auf einem Bett horizontal entlang einer ersten Hauptachse X geführten ersten Translationsschlitten, auf dem über einen Werkstück-Drehtisch mit vertikaler Drehachse ein Kreuztisch mit zwei zueinander senkrechten Bewegungsachsen U und V zur Aufnahme eines Werkstücks sitzt, und

    der Werkzeugträgerbereich eine im Horizontalabstand zum Werkstück-Drehtisch angeordnete Trägersäule aufweist, die oberseitig einen entlang einer zweiten, vertikalen Hauptachse Y geführten zweiten Translationsschlitten mit einer auf der ersten und der zweiten Hauptachse senkrechten dritten Bewegungs-Hauptachse Z trägt, wobei

    der zweite Translationsschlitten eine Halterung zur Lagerung eines Werkzeug-Drehtischs trägt, dessen Drehachse die zweite Hauptachse Y im rechten Winkel schneidet, und

    eine Programmsteuerung vorgesehen ist, mit der sämtliche Bewegungsachsen unabhängig voneinander ansteuerbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Halterung von einem Revolverkopf (36 bis 44) gebildet ist, dessen Drehachse (C) mit der zweiten Hauptachse Y zusammenfällt und der zumindest zwei programmgesteuerte Werkzeug-Drehtische (50), deren Drehachsen (B1, B2, B3 bzw. B4) die Drehachse (C) des Revolverkopfs in einem Punkt senkrecht schneiden, sowie die Aufnahmen (521 bis 524) für verschiedene Arbeitseinheiten, wie zum Beispiel Arbeitspinolen (541 bis 544) und zusätzliche Arbeitsaggregate, beispielsweise Meßeinrichtungen, Handhabungsgeräte oder dergleichen, aufweist, die jeweils entlang einer vierten Translationsachse (W), die senkrecht auf der Drehachse (B) des Werkzeug- Drehtischs (50) steht, einstellbar sind, wobei die Drehachse (C) des Revolverkopfs (36) eine programmgesteuerte Stellachse ist.
  2. 2. Werkzeugmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmen (521 bis 524) lösbar am Werkzeug-Drehtisch (50) befestigt sind.
  3. 3. Werkzeugmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufnahmen (521 bis 524) derart an die darin aufzunehmenden Arbeitseinheiten (541 bis 544) angepaßt sind, daß die jeweiligen Eingriffspunkte (P) der Arbeitseinheiten mit dem Werkstück (46) in den Schnittpunkt (O) der Drehachsen (A, B) des Werkstück- Drehtischs (14) und des betreffenden Werkzeug-Drehtischs (50) bringbar sind.
  4. 4. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die vierte Translationsachse (W) als programmgesteuerte Simultanachse ausführbar ist.
  5. 5. Werkzeugmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine Aufnahme (52) des Revolverkopfs (36) eine weitere programmgesteuerte Drehachse (E) hat, die entlang der vierten Translationsachse (W) orientiert ist.
  6. 6. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine Einrichtung zum selbsttätigen Wechseln der Arbeitseinheiten (52, 54) in der Weise, daß die Eingriffspunkte (P) der Arbeitseinheiten mit dem Werkstück (46) in den Schnittpunkt (O) der Drehachsen (A, B) des Werkstück-Drehtischs (14) und des betreffenden Werkzeug-Drehtischs (50) bringbar sind.
  7. 7. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Kreuztisch (16) eine auswechselbare Spanneinrichtung (24; 82) trägt.
  8. 8. Werkzeugmaschine nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Spanneinrichtung (24; 82; 92 bis 98) zumindest ein zusätzlicher programmgesteuerter Freiheitsgrad (F; D) zugeordnet ist.
  9. 9. Werkzeugmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß durch den zumindest einen weiteren Freiheitsgrad (F; D) der Spanneinrichtung das Werkstück definiert zu einer programmgesteuerten Maschinenachse ausrichtbar ist.
  10. 10. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Spanneinrichtung (92 bis 98) zusätzlich eine Drehachse (D; F) hat, die vorzugsweise mit einer Werkstück-Hauptachse zusammenfällt.
  11. 11. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest eine der Arbeitspinolen (541 bis 544) mehrere axial versetzte Werkzeuge trägt und der jeweilige Werkzeug-Eingriffspunkt über die vierte Translationsachse (W) einstellbar ist.
  12. 12. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb des Revolverkopfs (36) eine diesen zentral versorgende Energie-Versorgungseinrichtung (64, 68) vorgesehen ist.
  13. 13. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß als Arbeitseinheiten Lade- und Entladevorrichtungen für das Werkstück vorgesehen sind.
  14. 14. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß als Arbeitseinheiten Werkstück-Wendevorrichtungen vorgesehen sind.
  15. 15. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß als Arbeitseinheiten Meßeinrichtungen (562) vorgesehen sind.
  16. 16. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß als Arbeitseinheiten Schleifscheibenaggregate, insbesondere Hochgeschwindigkeits-Schleifscheibenaggregate vorgesehen sind.
  17. 17. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß als Arbeitseinheiten Fräs- und/oder Bohr- und/oder Gewindeschneidaggregate vorgesehen sind.
  18. 18. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß als Arbeitseinheiten Laser-Bearbeitungsaggregate vorgesehen sind.
  19. 19. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 18, gekennzeichnet durch eine Meß-Steuereinrichtung, mit der in Abhängigkeit von einem Steuersignal des Meßaggregats korrigierend auf den Arbeitsablauf des vorangegangenen Bearbeitungsschritts eingegriffen werden kann.
  20. 20. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Revolverkopf (36) vier Revolverarme (38 bis 44) aufweist, auf denen jeweils eine Aufnahme (521 bis 524) für die Arbeitseinheiten (541 bis 544) sitzt.
  21. 21. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 20, gekennzeichnet durch eine Indexiereinrichtung für den Revolverkopf (36).
  22. 22. Werkzeugmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß als Arbeitseinheit eine Schleifscheiben-Abrichtvorrichtung vorgesehen und die abzurichtende Schleifscheibe in einer Werkstück-Spanneinrichtung aufgenommen ist.






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