PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE3114535C2 16.03.1989
Titel Vorrichtung zum fortlaufenden Herstellen und Ablegen von Garnschlingen
Anmelder Lucke-Apparate-Bau GmbH, 7947 Mengen, DE
Vertreter Stellrecht, W., Dipl.-Ing. M.Sc.; Grießbach, D., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat.; Haecker, W., Dipl.-Phys.; Böhme, U., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 10.04.1981
DE-Aktenzeichen 3114535
Offenlegungstag 18.11.1982
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 16.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 16.03.1989
IPC-Hauptklasse B65H 51/20
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum fortlaufenden Herstellen und Ablegen von Garnschlingen (18), bei der die Garnschlingen von einem umlaufenden Wickelflügel (1) auf einen Wickelkörper (12) aufgebracht und von diesem auf einen Bandförderer (21) überführt werden. Um bei einer solchen Vorrichtung zu erreichen, daß ein Garn (4) im wesentlichen ohne Dehnung so auf den Bandförderer abgelegt wird, daß es von diesem unbehindert von oben her wieder abgezogen werden kann, ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß der Wickelkörper ein um seine Symmetrieachse rotierender, drehsymmetrischer Körper ist, daß die Drehachse (5) des Wickelkörpers sowohl zur Drehachse des Wickelflügels als auch zur Laufrichtung (D) des Bandförderers quer verläuft, und daß der Wickelkörper so angetrieben ist, daß seine Drehrichtung an seiner dem Bandförderer zugekehrten Seite mit dessen Laufrichtung übereinstimmt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum fortlaufenden Herstellen und Ablegen von Garnschlingen, bei der die Garnschlingen von einem umlaufenden Wickelflügel auf einen Wickelkörper aufgebracht und von diesem auf einen Bandförderer überführt werden.

Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Art (DE-OS 28 28 535) sind als Wickelkörper mehrere kranzförmig angeordnete Schraubspindeln vorgesehen. Der Wickelflügel legt das Garn in Form einer nahezu geschlossenen Windung oder Schlinge in den jeweils obersten Gang der Schraubspindeln ein, worauf die Schlinge von den rotierenden Schraubspindeln bis in den untersten Schraubgang transportiert wird. Von dort fallen die Schlingen nacheinander und sich gegenseitig überlappend auf ein vorlaufendes Förderband, das sie zu einer Abnahmestellung transportiert.

Bei der bekannten Vorrichtung bestehen zwei Nachteile:

Einmal wird das Garn durch die Schraubspindeln gedehnt. Dies führt bei der gleichzeitigen Verarbeitung von zwei Garnen zu der Schwierigkeit, daß sich die beiden Garne gegenseitig ineinander verhängen und die weitere Behandlung erschweren. Außerdem ist es bei der bekannten Vorrichtung erforderlich, die Schlingen nach ihrem Abfall von den unteren Enden der Schraubspindeln um 180° zu wenden, weil sonst das Garn beim Abziehen jeweils unter darüberliegenden Schlingen hervorgezogen werden muß, was leicht zu Garnverwirrungen führen kann.

Es ist dementsprechend Aufgabe der Erfindung, eine gattungsgemäße Vorrichtung vorzuschlagen, durch die ein Garn ohne wesentliche Dehnung so auf einem Bandförderer ablegbar ist, daß es von diesem unbehindert von oben her wieder abgezogen werden kann.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Wickelkörper ein um seine Symmetrieachse rotierender, drehsymmetrischer Körper ist, daß die Drehachse des Wickelkörpers sowohl zur Drehachse des Wickelflügels als auch zur Laufrichtung des Bandförderers quer verläuft, und daß der Wickelkörper so angetrieben ist, daß seine Drehrichtung an seiner dem Bandförderer zugekehrten Seite mit dessen Laufrichtung übereinstimmt.

Die nachstehende Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung dient im Zusammenhang mit der Zeichnung der weiteren Erläuterung. Es zeigt

Fig. 1 eine Seitenansicht einer Vorrichtung zum fortlaufenden Herstellen und Ablegen von Garnschlingen;

Fig. 2 eine teilweise geschnittene Vorderansicht entlang der Linie 2-2 in Fig. 1;

Fig. 3 die Nebeneinanderanordnung mehrerer Vorrichtungen gemäß Fig. 1 und 2 mit zugehörigem Antrieb und

Fig. 4, 5 und 6 mögliche Ausgestaltungen von Wickelkörpern.

Wie aus der Zeichnung, insbesondere Fig. 1 und 2, hervorgeht, ist ein herkömmlicher Wickelflügel 1 mittels Wälzlagern 2 drehbar an einem Maschinengestell 3 gelagert. Die Drehrichtung ist durch den Pfeil A angegeben. Der Wickelflügel 1 hat die Gestalt eines mehrfach gekrümmten Rohres. Ein in Schleifenform abzulegendes Garn 4 wird am rückwärtigen Ende 5 in den Wickelflügel 1 eingeführt und läuft aus dem auf einer Kreisbahn umlaufenden Vorderende 6 aus. Ein Gegengewicht 7 dient der Auswuchtung des rotierenden Wickelflügels 1. Der Antrieb des Wickelflügels erfolgt ausgehend von einem Motor 8 unter Zwischenschaltung eines stufenlos verstellbaren Getriebes 9 (vgl. insbesondere Fig. 3) über Zahnriemen 11.

Im Umlaufbereich des vorderen oder Auslaufendes 6 des Wickelflügels 1 ist ein drehend angetriebener Wickelkörper 12 angeordnet. Die Drehrichtung des Wickelkörpers 12 ist durch den Pfeil B angegeben. Bei der dargestellten Ausführungsform umfaßt der Wickelkörper zwei scheibenartige Schlingenträger 13, 14, die auf einer drehbar gelagerten Welle 15 derart verstellbar angeordnet sind, daß ihr gegenseitiger Abstand in Richtung des Doppelpfeils C (vgl. Fig. 2) innerhalb des Umlaufbereichs des Wickelflügels 1 einstellbar ist. Die im Maschinengestell 3 drehbar gelagerte Welle 15 wird über einen Zahnriemen 16 unter Zwischenschaltung eines stufenlos regelbaren Getriebes 17 (Fig. 3) angetrieben. Im Randbereich der Schlingenträger 13, 14 ist die Oberfläche des Wickelkörpers aufgerauht, d. h. im vorliegenden Fall gerändelt, so daß die auf den Wickelkörper aufgebrachten Garnschlingen nicht ohne weiteres abrutschen können.

Wie insbesondere aus Fig. 1 hervorgeht, werden bei rotierendem Wickelflügel 1 und rotierendem Wickelkörper 12 auf letzteren fortlaufend Garnschlingen 18 nebeneinander aufgelegt. Wenn der Wickelkörper 12 dabei in Richtung des Pfeiles B umläuft, werden die gebildeten Schlingen 18 nacheinander und einander teilweise überlappend auf ein in Richtung des Pfeiles D vorlaufendes Förderband 19 eines angetriebenen Bandförderers 21 abgelegt. Dabei werden die Schlingen zwischen dem Auflegen auf den Wickelkörper 12 und ihrer Überführung auf den Bandförderer 21 um etwa 90° gewendet, so daß das Garn 4 an der gegenüberliegenden, in Fig. 1 nicht mehr dargestellten Seite des Bandförderers 21 stets von oben her wieder abgezogen werden kann, ohne daß es dabei von jeweils darüberliegenden Schlingen behindert wird. Beim Abziehen des Garnes können also die auf dem Förderband 19 liegenden Schlingen nicht in ihrer Konfiguration gestört werden und es findet kein unerwünschtes Verwickeln des Garns 4 statt. Würde der Wickelkörper 12 entgegengesetzt dem Pfeil B rotieren, so müßte das Garn jeweils von unten aus darüberliegenden Schlingen hervorgezogen werden, was zu den erwähnten, unerwünschten Garnverwicklungen führen kann.

Der Bandförderer 21 umfaßt in herkömmlicher Weise zwei Walzen, von denen in der Zeichnung lediglich die dem Wickelkörper 12 benachbarte Walze 22 dargestellt ist. Die Walze 22 sitzt auf einer Welle 23, die ausgehend von einem Motor 24 unter Zwischenschaltung eines stufenlos einstellbaren Getriebes 25 über einen Zahnriemen 26 angetrieben ist. Ausgehend von der Welle 23 erfolgt im übrigen auch der Antrieb der den Wickelkörper 12 tragenden Welle 15, wie dies in Fig. 3 dargestellt ist. Das Förderband 19 ist, wie in Fig. 3 bei 27 angedeutet, perforiert ausgebildet, so daß ein auf einem solchen Förderband in Gestalt lockerer Schlingen oder Schleifen 18 liegendes Garn auch von unten her mit heißem Wasserdampf od. dgl. beaufschlagt werden kann.

Wie aus Fig. 3 hervorgeht, ist es vorteilhaft, mehrere, jeweils aus Wickelflügel 1, Wickelkörper 12 und Förderband 19 bestehende Einheiten nebeneinander anzuordnen. Aufgrund der verstellbaren Getriebe 9, 17 und 25 sind dabei die Umlaufgeschwindigkeiten von Wickelflügel 1, Wickelkörper 12 und Bandförderer 21 jeweils einzeln verstellbar. Bei der in Fig. 3 dargestellten Anordnung werden alle aus Wickelflügel 1, Wickelkörper 12 und Förderband 19 gebildeten Einheiten gemeinsam von den Motoren 8 und 24 angetrieben. Bei einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, den Einheiten jeweils Einzelantriebe zuzuordnen, so daß sie jeweils für sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten betrieben oder stillgesetzt werden können.

Wie aus der Zeichnung hervorgeht, ist es für eine einwandfreie Schlingenbildung und Überführung der Schlinge auf den Bandförderer 21 wichtig, daß die Drehachse des Wickelkörpers 12 sowohl zur Drehachse des Wickelflügels 1 als auch zur Laufrichtung D des Förderbandes 19 quer verläuft, und daß der Wickelkörper in Richtung des Pfeiles B also derart angetrieben ist, daß seine Drehrichtung an seiner dem Förderband 19 zugekehrten Seite mit dessen Laufrichtung D übereinstimmt. Besonders günstig ist es, wenn die Drehachse des Wickelkörpers 12 senkrecht zur Drehachse des Wickelflügels 1 und zur Laufrichtung D des Bandförderers 21 steht.

Der Wickelkörper 12 selbst ist ein um seine Symmetrieachse rotierender, drehsymmetrischer Körper. Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 1 und 2 besteht er aus den beiden separaten Schlingenträgern 13, 14. Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 sind den beiden scheibenförmigen Schlingenträgern 41, 42 scheibenförmige Hilfsträger 43, 44 zugeordnet. In Fig. 5 sind als Schlingenträger Kugelhälften 51, 52 auf der Welle 15 angeordnet. Anstelle von Kugelhälften können auch kugelartige Gebilde vorgesehen werden. Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform, bei welcher die Schlingenträger die Gestalt von Kegelstümpfen 61 und 62 haben. Der Abstand der Schlingenträger in Fig. 4, 5 und 6 kann ebenfalls verstellbar sein. Die Oberfläche dieser Schlingenträger kann zur besseren Halterung der aufgebrachten Schlingen aufgerauht, z. B. gezahnt oder gerändelt, sein. Statt zwei separate Schlingenträger zu verwenden, kann auch ein in sich geschlossener drehsymmetrischer Rotationskörper Verwendung finden, beispielsweise ein Rotationsellipsoid.

Um eine sichere Überführung der vom Wickelflügel 1 auf dem Wickelkörper 12 gebildeten Garnschleifen oder Schlingen 18 auf das Förderband 19 zu gewährleisten, ist es vorteilhaft, einen Schlingenabstreifer 31 vorzusehen. Wie aus Fig. 1 und 2 hervorgeht, besteht der Schlingenabstreifer 31 aus zwei etwa rechtwinklig abgebogenen Metallbügeln 32, 33, die mit einem Ende am Maschinengestell 3 befestigt sind. Ihr freies Ende ragt von unten schräg nach oben in den Wickelkörper 12 hinein, und zwar vorzugsweise in eine an jedem Schleifenträger ausgebildete, ringförmige Stufe. Auf diese Weise werden die Schlingen sicher vom Wickelkörper 12 abgestreift und auf dem Förderband 19 abgelegt.

Der wesentliche Vorteil der Erfindung gegenüber der eingangs erwähnten bekannten Vorrichtung besteht darin, daß der Wickelkörper 12, welcher die Schlingen zunächst trägt, gleichzeitig auch der Umwendung der Schlingen 18 derart dient, daß das die Schlingen bildende Garn 4 am gegenüberliegenden Ende des Bandförderers 21 von oben her wieder abgezogen werden kann, ohne daß es dabei zu einer Verwirrung des Garns kommt.

Wie insbesondere aus Fig. 1 hervorgeht, werden die Garnschlingen 18 jeweils in dem zwischen der Drehachse (Welle 15) des Wickelkörpers 12 und dem Drehlager 2 des Wickelflügels 1 gelegenen Bereich auf dem Wickelflügel 1 gebildet und anschließend unter Wendung um etwa 90° zum Bandförderer 21 hin überführt.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum fortlaufenden Herstellen und Ablegen von Garnschlingen, bei der die Garnschlingen von einem umlaufenden Wickelflügel auf einen Wickelkörper aufgebracht und von diesem auf einen Bandförderer überführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelkörper (12) ein um seine Symmetrieachse rotierender, drehsymmetrischer Körper ist, daß die Drehachse des Wickelkörpers (12) sowohl zur Drehachse des Wickelflügels (1) als auch zur Laufrichtung (D) des Bandförderers (19, 21) quer verläuft, und daß der Wickelkörper (12) so angetrieben ist, daß seine Drehrichtung (B) an seiner dem Bandförderer zugekehrten Seite mit dessen Laufrichtung (D) übereinstimmt.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse des Wickelkörpers (12) senkrecht zur Drehachse des Wickelflügels (1) und zur Laufrichtung (D) des Bandförderers (21) steht.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Wickelkörper (12) wenigstens zwei, in gegenseitigem Abstand auf einer gemeinsamen Welle (15) angeordnete Schlingenträger (13, 14) umfaßt.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Schlingenträger (13, 14) verstellbar ist.
  5. 5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlingenträger als Scheiben (13, 14; 41, 42, 43, 44), Kugelhälften (51, 52), Kegelstümpfe (61, 62) od. dgl. drehsymmetrische Körper ausgebildet sind.
  6. 6. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Umlaufgeschwindigkeiten von Wickelflügel (1), Wickelkörper (12) und Bandförderer (21) einzeln verstellbar sind.
  7. 7. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche des Wickelkörpers (12) wenigstens teilweise aufgerauht, insbesondere gerändelt oder gezahnt ist.
  8. 8. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß dem Wickelkörper (12) ein Schlingenabstreifer (31) zugeordnet ist, der die auf dem Wickelkörper gebildeten Schlingen (18) zum Bandförderer (21) überführt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com