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Dokumentenidentifikation DE3738279A1 23.03.1989
Titel Vorrichtung zum Verändern des statischen, elektrischen Potentials durch Koronaentladung
Anmelder Keesmann, Till, 6900 Heidelberg, DE
Erfinder Keesmann, Till, 6900 Heidelberg, DE
Vertreter Hach, H., Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 6950 Mosbach
DE-Anmeldedatum 11.11.1987
DE-Aktenzeichen 3738279
Offenlegungstag 23.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.03.1989
IPC-Hauptklasse H01T 19/04
IPC-Nebenklasse H01B 1/12   B29C 59/16   B29C 71/04   
Zusammenfassung Eine zur Koronaentladung dienende Koronaelektrode weist Fasern 68 aus organischem Metall auf.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Verändern des statischen, elektrischen Potentials an der aus Isoliermaterial gebildeten Oberfläche eines bewegten Elementes durch Koronaentladung mit Hilfe einer Koronaelektrode aus leitfähigem Faserstoff.

Aus der DE-OS 33 43 063 ist eine Vorrichtung dieser Art bekannt, bei der eine Folienbahn auf dem Umfang einer rotierenden, aus Isolierwerkstoff bestehenden Hohlwalze geführt und umgelenkt wird. Auf der Innenwand der Hohlwalze ist eine an eine Hochspannungsquelle angeschlossene Bürstenelektrode angeordnet, deren Borsten aus einem Kohlenfaserstoff bestehen. Die Borsten schleifen an der Hohlwalze.

Die Herstellung von hinreichend feinen Kohlenfasern und das Bündeln derselben zu einer Koronaelektrode ist aufwendig.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art so auszugestalten, daß sie möglichst einfach herstellbar ist.

Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Koronaelektrode Fasern aus organischem Metall aufweist, die büschelartig, einzeln längs nebeneinander angeordnet sind.

Die Erfindung macht sich den Umstand zunutze, daß bestimmte Polymere in nativem Zustand ausgezeichnete Isolatoren sind und in festem Zustand zu elektrisch leitfähigen Charge-Transfer-Komplexen umgeformt werden können, wie dies unter dem Titel "Polymere mit metallähnlicher Leitfähigkeit - Ein Überblick über Synthese, Struktur und Eigenschaften" von Gerhard Wegner, Angew. Chem. 93, Seite 352-371, Jg. 1981, beschrieben ist. Die entsprechend umgewandelten Polymere gewinnen eine metallähnliche Leitfähigkeit und werden deshalb auch als organische Metalle bezeichnet. Die metallische Leitfähigkeit wird hervorgerufen durch einen von dem Polymer gebildeten Charge-Transfer-Komplex oder kurz CT-Komplex. Die so leitfähig gemachten Polymere können nach den Verfahren der Kunststofftechnik zu Filmen, Folien, anderen Werkstücken und auch Fasern verarbeitet werden.

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, daß die Herstellung dieser metallisch leitfähigen Polymere keine langwierigen Synthesen oder aufwendigen Verfahren erforderlich macht. Man erhält die leitfähigen Polymere vielmehr über sehr einfache Polymerisationsverfahren aus leicht zugänglichen und großtechnisch verfügbaren Monomeren, wie Acetylen, Benzol, Pyrrol und so weiter.

Es ist wünschenswert, daß an der mit der Erfindung angestrebten Spitzenentladung möglichst viele Spitzen beteiligt sind. Dem wird eine Weiterbildung gerecht, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Fasern eines Büschels in einer gemeinsamen freiliegenden Stirnfläche enden und daß 10 000 bis 500 000, vorzugsweise etwa 100 000, Faserenden beziehungsweise -spitzen pro Quadratzentimeter der Stirnfläche angeordnet sind.

Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern aus Polymer, vorzugsweise Polyacetylen, das ein ausgedehntes Pi-Elektronensystem in der Hauptkette hat und im festen Zustand zu einem elektrisch leitfähigen Charge-Transfer-(CT)-Komplex mit einer metallischen Leitfähigkeitscharakteristik oxidiert oder reduziert wurde.

Bei der Umsetzung eines dünnen Films von cis-Poyacetylen, wie er durch Polymerisation von Acetylen auf der Oberfläche einer Lösung geeigneter Katalysatoren in einem inerten Lösungsmittel hergestellt werden kann, mit zum Beispiel Iod, AsF5, Brom oder Naphthalinnatrium, steigt dessen Leitfähigkeit erheblich an. Die elektrischen und optischen Eigenschaften des leitfähigen Polymers, zum Beispiel die geringe Temperaturabhängigkeit der Leitfähigkeit und der drastische Anstieg der Absorption im IR-Bereich mit zunehmendem Umsatz, wurden im Sinne einer Phasenumwandlung vom Halbleiter zum Metall gedeutet. Dieses Verhalten wurde mit dem eines klassischen Halbleiters wie Silicium verglichen, der mit Donoren oder Acceptoren dotiert und dadurch leitfähig wird. Die Umsetzung des Polymers mit zum Beispiel Halogenen, Pseudohalogenen, Alkalimetallen oder Alkalimetall-Derivaten wird daher dem Sprachgebrauch der Halbleiterphysik folgend als "Dotieren" bezeichnet. Fasern aus in diesem Sinne dotiertem Polyacetylen, vorzugsweise cis-Polyacetylen, bieten ebenfalls vorteilhafte Anwendungen.

Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern aus Polymer, vorzugsweise Poly-p-phenylen, aus einer Folge aromatischer Ringe besteht und im festen Zustand zu einem elektrisch leitfähigen CT-Komplex mit einer metallischen Leitfähigkeitscharakteristik oxidiert oder reduziert wurde.

Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern aus Polymer, vorzugsweise Polypyrol, aus einer Kette von dotierten Pyrolen besteht und im festen Zustand zu einem leitfähigen CT-Komplex mit einer metallischen Leitfähigkeitscharakteristik oxidiert oder reduziert wurde.

Weitere vorteilhaft in Verbindung mit der Erfindung anwendbare organische Metalle bestehen aus Tetrathiofulvalen und Tetracyanchinodimethan.

Es ist wünschenswert, daß an der mit der Erfindung angestrebten Spitzenentladung möglichst viele Spitzen beteiligt sind. Dem wird eine Weiterbildung gerecht, die dadurch gekennzeichnet ist, daß die Fasern eines Büschels in einer gemeinsamen freiliegenden Stirnfläche enden und daß 10 000 bis 500 000, vorzugsweise etwa 100 000, Faserenden beziehungsweise -spitzen pro Quadratzentimeter der Stirnfläche angeordnet sind. Dadurch wird ein gleichmäßiger intensiver Spitzenentladestrom erzeugt, der eine entsprechend gleichmäßige und intensive Potentialänderung ermöglicht. Das ist insbesondere wichtig, wenn mit ein und derselben Elektrode auf einer größeren Breite der vorbeilaufenden Oberfläche des bewegten Elementes eingewirkt werden soll.

Ungleichmäßigkeiten in der Koronabildung sind zu erwarten beim Einsatz weniger Spitzen. Die Vielzahl der Spitzen ermöglicht die gleichmäßige Behandlung auf größerer Arbeitsbreite. Die Arbeitsbreite kann sich dabei über etliche Dezimeter erstrecken.

Es ist wünschenswert, über die gesamte Arbeitsbreite mit ein und derselben Koronaelektrode zu arbeiten, weil bei Verwendung mehrerer Koronaelektroden, die sich jeweils nur über einen Teilabschnitt der Breite erstrecken, an den Anschlußstellen der einzelnen Koronaelektroden zwangsläufig Ungleichmäßigkeiten der Einwirkungen zu erwarten sind.

Bei einer solchen Koronaelektrode sind die Fasern dicht an dicht, weitgehend parallel zueinander und im Bündel zu mehreren hundert bis vielen tausend Fasern in eine Trägersubstanz, vorzugsweise hitzebeständigen, elektrisch isolierenden Kunststoff oder Keramik, eingebettet. Die Enden dieser Fasern ragen an der Stirnfläche, die die Oberfläche des Ionisierelementes bildet aus dem Trägerstoff heraus. Sie bilden so eine Vielzahl von Spitzen, an denen Spitzenentladung stattfinden kann. Die Enden der Fasern, die aus dem Trägerstoff herausragen, sind im Interesse der Spitzenentladung vorzugsweise nicht unmittelbar in elektrischem Kontakt miteinander, sie sind allerdings an den gleichen elektrischen Hochspannungspol angeschlossen, und zwar über ein längeres Stück der jeweils betreffenden Faser.

Die Stirnfläche der Koronaelektrode kann zur Veränderung des elektrischen Potentials mit dem Isoliermaterial in Berührungskontakt stehen. Vorteilhafter ist es aber, daß die Entladung nach Art einer Spitzenentladung von den Faserenden ausgeht, daß die Stirnfläche der Koronaelektrode freiliegt und daß die Koronaelektrode mit ihrer Stirnfläche der Oberfläche zugekehrt gegenüber der Oberfläche berührungsfrei und mit Abstand zu dieser angeordnet ist, denn auf diese Weise vermeidet man Abrieb an der Stirnfläche der Koronaelektrode. Vorzugsweise bestehen die Fasern aus einer elektrisch leitenden Keramik, vorzugsweise aus einer solchen Keramik, die ein supraleitendes Material ist.

Vorzugsweise sind die Fasern, mit Ausnahme der für den Ionisierungskontakt und der elektrischen Anschlüsse erforderlichen Flächen, in elektrisch isolierende Trägersubstanz, vorzugsweise Kunststoff, eingebettet.

Man kann die Koronaelektrode mit ihrer Halterung aus ein und demselben Material herstellen. Das ist unter Umständen für die Herstellung und auch für den stabilen Aufbau vorteilhaft. Eine dementsprechende Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern in das Polymer eingebettet sind, aus dem sie auch bestehen, und daß dieses Polymer in den für den Ionisierungskontakt und die elektrischen Anschlüsse erforderlichen Bereichen als organisches Metall leitfähig gemacht und im übrigen isolierend ausgebildet ist.

Eine bevorzugte Ausgestaltung einer Koronaelektrode, die sich zur Behandlung breiter Oberflächen eignet, ist im Anspruch 10 gekennzeichnet.

Aufgabe einer Weiterbildung ist es, durch die geometrische Anordnung der Koronaelektrode deren Wirkung zu erhöhen. Die Lösung dieser Aufgabe ist im Anspruch 11 gekennzeichnet.

Der Abstand zwischen der Stirnfläche der Koronaelektrode und der Oberfläche des Elementes ist je nach den zu behandelnden Elementen und den sonstigen Gegebenheiten unterschiedlich gewählt. Er beträgt zwischen 0,1 und 80 mm, vorzugsweise 0,5 bis 30,0 mm, und sollte so gewählt sein, daß ein Berührungskontakt zwischen der Koronaelektrode und der Oberfläche beziehungsweise dem Element sicher vermeidbar ist.

Es empfiehlt sich, eine Massenelektrode einzusetzen, die sich über die ganze Länge der Koronaelektrode erstreckt und über die ganze gemeinsame Länge mit gleichem Abstand zur Stirnfläche der Koronaelektrode angeordnet ist, wobei dieser Abstand der kleinste Abstand ist zwischen der Massenelektrode und freiliegenden Teilen der Fasern der Koronaelektrode und größer ist als der Abstand zwischen der Stirnfläche der Koronaelektrode und der Oberfläche des Elementes.

Durch den größeren Abstand der Massenelektrode wird sichergestellt, daß die Koronaentladung durch die Massenelektrode von der Oberfläche abgezogen wird.

Die durch die Koronaentladung hervorgerufene Ionisierung der umliegenden Atmosphäre wird schnell abgeführt durch eine oder mehrere Preßluftdüsen, die in den Spalt zwischen der Stirnfläche der Koronaelektrode und der Oberfläche des Elementes gerichtet sind.

Die Anwendung solcher Preßluftdüsen ist besonders vorteilhaft, wenn man die Koronaelektrode mit Wechselstrom betreibt, weil dann die mit der einen Phase erzeugten Ionen fortgetragen werden und nicht mit denen der nächstfolgenden Phase erzeugten gegenpoligen Ionen rekombinieren können.

Man kann auch beidseitig an einem bewegten Element jeweils eine Koronaelektrode vorsehen. Das empfiehlt sich besonders bei der Behandlung von Folien.

Die Erfindung wird nun anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.

In der Zeichnung zeigt:

Fig. 1 im Querschnitt eine Koronaelektrode,

Fig. 2 die Ansicht gemäß dem Pfeil II aus Fig. 1, teilweise aufgebrochen,

Fig. 3 eine erste Vorrichtung zur Behandlung einer Folie,

Fig. 4 eine zweite Vorrichtung zur Behandlung einer Folie und

Fig. 5 eine dritte Vorrichtung zur Behandlung einer Folie.

Bei der in Fig. 1 und 2 dargestellten Koronaelektrode 67 ist mit 70 eine aus Karbon oder aus Metall bestehende Klammer bezeichnet, die stabil und selbsttragend ist. In diese Klammer ist ein durchgehendes Büschel 71 von elektrisch leitenden Fasern 68 aus organischem Metall 68 eingefaßt. Diese Fasern können aus Materialien bestehen, wie sie in den Ansprüchen 2 und 3 gekennzeichnet sind. Die einzelnen Fasern 68 erstrecken sich längs nebeneinander, sie enden in einer gemeinsamen Stirnfläche 69. Pro Quadratzentimeter Stirnfläche sind 10 000 bis 500 000, vorzugsweise 100 000, Faserenden angeordnet. An diesen Faserenden erfolgt Spitzenentladung für die Ionisierung. Die Fasern sind in eine elektrisch isolierende Trägersubstanz, vorzugsweise Kunststoff, eingebettet. Aus dieser Trägersubstanz, die in der Zeichnung nicht sichtbar ist, ragen nur die Spitzen beziehungsweise die Enden der Fasern an der Stirnfläche 69 heraus.

Eine solche Koronaelektrode kann beispielsweise folgende Abmessungen haben: Länge gemäß Pfeil 73, 500 mm (Millimeter), Höhe gemäß Pfeil 74, 5 mm, Breite gemäß Pfeil 76, 3 mm, Gesamthöhe gemäß Pfeil 77, 7 mm, Büschelbreite gemäß Pfeil 78, 2 mm.

Die Koronaelektroden können auch noch mit erheblich kleineren Abmessungen hergestellt werden. Die Koronaelektrode 67 ist stabförmig und selbsttragend. Zwischen der Klammer 70 und sämtlichen Fasern 68 des Büschels 71 besteht elektrisch leitende Verbindung. Koronaelektroden nach Fig. 1 und 2 kann man zu mehreren nebeneinander an einer Wand anordnen. Die Klammer 70 ist langgestreckt und demzufolge ist auch die Stirnfläche 69 langgestreckt und die Stirnfläche hat die Form eines langgestreckten Rechteckes.

In Abänderung des Beispiels nach Fig. 1 und 2 kann die Klammer 70 aus dem gleichen Polymer bestehen wie die Fasern 68. Die Klammer 70 ist dann in den für den Ionisierungskontakt und die elektrischen Anschlüsse erforderlichen Bereichen als organisches Metall leitfähig gemacht und in den übrigen Bereichen elektrisch isolierend belassen.

Fig. 3 zeigt den Ausschnitt einer in Pfeilrichtung 1 geförderten Kunststoff-Folie 2, die auf ihrer Oberfläche 3 behandelt werden soll. Dieser Oberfläche 3 gegenüber steht eine langgestreckte Koronaelektrode 4 der Art, wie sie in Fig. 1 und 2 beschrieben ist, die sich mit der Längserstreckung ihrer Stirnfläche 7 über die ganze Breite der Folie 2 also quer zum Pfeil 1 erstreckt und der Oberfläche 3 mit einem Abstand gemäß Doppelpfeil 6 von 5 mm gegenübersteht. Die Stirnfläche 7 erstreckt sich planparallel zur Oberfläche 3.

Auf der Unterseite der Folie 2 ist eine Massenelektrode 8 angeordnet, die eine Elektrodenfläche 9 aufweist, die sich planparallel zur Stirnfläche 7 erstreckt und die Unterseite 10 der Folie 2 berührt. Die Elektrodenfläche 9 und die Stirnfläche 7 erstrecken sich mithin planparallel zueinander mit dem Abstand gemäß Doppelpfeil 6 zuzüglich der Stärke der Folie 2.

In den durch den Abstand gemäß Doppelpfeil 6 bedingten Zwischenraum 11 zwischen Stirnfläche 7 und Oberfläche 3 sind Preßluftdüsen 12 bis 16 einer Preßluftdüsenanordnung 17 gerichtet. Die Preßluftdüsenanordnung 17 ist an die Druckseite des Preßluftgenerators 18 über ein Absperrventil 19 angeschlossen. Die Koronaelektrode 4 ist an einen Spannungsgenerator 20 angeschlossen, der eine Ausgangswechselspannung oder Gleichspannung von 5000 bis 10 000 Volt, vorzugsweise im Bereich von 5000 Volt, erzeugt.

Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 ist die Koronaelektrode 30 mit sehr schmaler Stirnfläche 31 ausgebildet. Sie ist, bezogen auf die Flächennormale 32 dieser Stirnfläche im Anstellwinkel 33 gegen die Richtung 34 senkrecht auf Oberfläche 35 einer zu behandelnden Folie 36 gerichtet, und zwar geneigt gegen die durch den Pfeil 37 angezeigte Förderrichtung. Eine Massenelektrode 38 ist förderabwärts von der Koronaelektrode angeordnet mit einem Abstand gemäß Doppelpfeil 39 von den Fasern der Koronaelektrode, der wesentlich größer ist als der Abstand gemäß Doppelpfeil 40 zwischen Stirnfläche 31 und Oberfläche 35. Der Abstand gemäß Doppelpfeil 40 beträgt beispielsweise 5 mm und der Abstand gemäß Doppelpfeil 39 beispielsweise 70 mm. Die Folie 36 besteht aus Kunststoff.

Die Koronaelektrode 30 ist an eine Gleichspannungsquelle 51 angeschlossen, deren Ausgangsspannung 5000 bis 10 000 Volt, vorzugsweise etwa 5000 Volt beträgt.

Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 ist eine Kunststoff-Folie 52 in Pfeilrichtung 53 zwischen zwei Koronaelektroden 54 und 41 hindurchgeführt. Die beiden Koronaelektroden sind, jede für sich, genauso ausgebildet und gegenüber der Folie angeordnet wie die Koronaelektrode 4 aus Fig. 3, mithin also mit gleichem Abstand gemäß Doppelpfeil 42 beziehungsweise 43 der Stirnfläche 44 beziehungsweise 45 gegenüber der jeweils zugekehrten Oberfläche 46 beziehungsweise 47 der Folie.

Förderabwärts sind auf beiden Seiten Massenelektroden 48, 49 angeordnet, deren Abstand zur Folienbahn etwa genauso groß ist wie der der Stirnflächen 44, 45, und deren Abstand gemäß Doppelpfeil 55, 56 zu den Fasern der Koronaelektroden 54, 41 ein Vielfaches des Abstandes gemäß Doppelpfeil 42 beziehungsweise 43 beträgt.

Die Koronaelektroden sind an eine Spannungsquelle 50 angeschlossen, deren Ausgangsspannung 5000 bis 10 000 Volt Gleichspannung oder Wechselspannung beträgt.

Die Erfindung ist vielfältig anwendbar, zum Beispiel zur Behandlung des Druckmaterials oder der das Druckmaterial fördernden oder behandelnden Teile, insbesondere der Zylinder einer Druckmaschine. Sie ist vorzugsweise anwendbar bei Fotokopiergeräten zur Behandlung des Fotokopiermaterials und/oder der auf das Fotokopiermaterial einwirkenden Oberflächen von Teilen des Fotokopiergerätes, insbesondere von umlaufenden Walzen.


Anspruch[de]
  1. 1. Vorrichtung zum Verändern des statischen, elektrischen Potentials an der aus Isoliermaterial gebildeten Oberfläche eines bewegten Elementes durch Koronaentladung mit Hilfe einer Koronaelektrode aus leitfähigem Faserstoff, dadurch gekennzeichnet, daß die Koronaelektrode (4) Fasern aus organischem Metall aufweist, die büschelartig, einzeln längs nebeneinander angeordnet sind.
  2. 2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern aus Polymer, vorzugsweise Polyacetylen, das ein ausgedehntes Pi-Elektronensystem in der Hauptkette hat und im festen Zustand zu einem elektrisch leitfähigen Charge-Transfer-(CT)-Komplex mit einer metallischen Leitfähigkeitscharakteristik oxidiert oder reduziert wurde.
  3. 3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern aus Polymer, vorzugsweise Poly-p-phenylen, aus einer Folge aromatischer Ringe besteht und im festen Zustand zu einem elektrisch leitfähigen CT-Komplex mit einer metallischen Leitfähigkeitscharakteristik oxidiert oder reduziert wurde.
  4. 4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern aus Polymer, vorzugsweise Polypyrol, aus einer Kette von dotierten Pyrolen besteht und im festen Zustand zu einem leitfähigen CT-Komplex mit einer metallischen Leitfähigkeitscharakteristik oxidiert oder reduziert wurde. 5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern eines Büschels in einer gemeinsamen freiliegenden Stirnfläche (69) enden und daß 10 000 bis 50 0000, vorzugsweise etwa 100 000, Faserenden beziehungsweise -spitzen pro Quadratzentimeter der Stirnfläche angeordnet sind.
  5. 6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

    daß die Entladung nach Art einer Spitzenentladung von diesen Faserenden ausgeht,

    daß die Stirnfläche (69) der Koronaelektrode (4) freiliegt und

    daß die Koronaelektrode mit ihrer Stirnfläche der Oberfläche (3) zugekehrt gegenüber der Oberfläche berührungsfrei und mit Abstand (6) zu dieser angeordnet ist.
  6. 7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern aus einer elektrisch leitenden Keramik, vorzugsweise einem supraleitenden Material, bestehen.
  7. 8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Fasern, mit Ausnahme der für den Ionisierungskontakt und der elektrischen Anschlüsse erforderlichen Flächen, in elektrisch isolierende Trägersubstanz, vorzugsweise Kunststoff, eingebettet sind.
  8. 9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,

    daß die Fasern in das Polymer eingebettet sind, aus dem sie auch bestehen, und

    daß dieses Polymer in den für den Ionisierungskontakt und die elektrischen Anschlüsse erforderlichen Bereichen als organisches Metall leitfähig gemacht und im übrigen isolierend ausgebildet ist.
  9. 10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Koronaelektrode eine langgestreckte Stirnfläche (69) aufweist, die mit ihrer Schmalseite gegen die Bewegungsrichtung der Oberfläche (3) des Elementes (2) gerichtet ist und sich mit ihrer Längserstreckung quer zur Bewegungsrichtung über die Oberfläche des Elementes erstreckt.
  10. 11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Koronaelektrode bezogen auf die Flächennormale (32) ihrer Stirnfläche (31) gegenüber der Richtung senkrecht auf die Oberfläche (35) im Anstellwinkel (33) von 10 bis 40° (Grad), vorzugsweise 20 bis 30°, gegen die Bewegungsrichtung des Elementes (36) geneigt angeordnet ist.
  11. 12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand zwischen der Stirnfläche (7) der Koronaelektrode und der Oberfläche (3) des Elementes (2) 0,1 bis 80,0 mm (Millimeter), vorzugsweise 0,5 bis 30 mm, beträgt.
  12. 13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine Massenelektrode (48, 49) vorgesehen ist, die sich über die ganze Länge der Koronaelektrode (41, 54) erstreckt und über die ganze gemeinsame Länge mit gleichem Abstand (42, 43) zur Stirnfläche (55, 56) der zugeordneten Koronaelektrode angeordnet ist, daß dieser Abstand der kleinste Abstand ist zwischen der Massenelektrode und freiliegenden Teilen der Fasern der Koronaelektrode und größer ist als der Abstand (44, 45) zwischen der Stirnfläche der Koronaelektrode und der Oberfläche des Elementes.
  13. 14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere Preßluftdüsen (12-16) vorgesehen sind, die in den Spalt (11) zwischen der Stirnfläche (7) der Koronaelektrode (4) und der Oberfläche (3) des Elementes (2) gerichtet sind.
  14. 15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Behandlung eines folienförmigen Elementes (52) Koronaelektroden (41, 54) auf beiden Seiten dieses Elementes angeordnet sind.






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