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Dokumentenidentifikation DE2906636C2 30.03.1989
Titel Druckzylindervorrichtung für Fahrzeuggespanne mit Knicklenkung
Anmelder Aktiebolaget Hägglund & Söner, Örnsköldsvik, SE
Vertreter Wolf, E., Dipl.-Phys. Dr.-Ing., Pat.-Anw., 7000 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 21.02.1979
DE-Aktenzeichen 2906636
Offenlegungstag 29.11.1979
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.1989
IPC-Hauptklasse B62D 11/00
IPC-Nebenklasse B62D 12/00   B60D 7/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine hydraulische Druckzylindervorrichtung für Fahrzeuggespanne mit Knicklenkung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Gattung.

Gleitkettenfahrzeuge mit Knicklenkung weisen meist eine wesentlich bessere Geländegängigkeit als solche ohne Knicklenkung auf. Mit zunehmender Länge verlieren Gleiskettenfahrzeuge jedoch ihre Manövrierbarkeit. Um dies zu vermeiden, ist es bekannt (US-Fachzeitschrift "The Engineer", 24. 11. 1961, Seiten 849 bis 854), derartige Gleitkettenfahrzeuge als Gespann auszubilden und durch die Verbindung des Gespanns mittels einer Knicklenkung den Wenderadius zu verringern. Insbesondere ist es bei einem der vorbekannten Gleiskettenfahrzeuge bekannt, zusätzlich zu den beiden Hydraulikzylindern der Knicklenkung noch einen weiteren Zylinder zwischen den gegenüberliegenden Stirnseiten der beiden Fahrzeuge vorzusehen, um deren Relativbewegung in vertikaler Ebene zu dämpfen. Dadurch wird erreicht, daß bei unebenem Gelände die Antriebskraft über eine größere Fahrzeuglänge verteilt wird. Der weitere Zylinder ist jedoch nicht in seiner Länge einstellbar und deshalb nicht dazu geeignet, den vertikalen Neigungswinkel der beiden Fahrzeuge des Gespanns und damit dessen Wenderadius zu verändern.

Weiter ist es bei einem aus einem Traktor und einem Anhänger bestehenden Fahrzeuggespann an sich bekannt (US-PS 29 36 038), eine Knicklenkvorrichtung mit hydraulischem Druckzylinder vorzusehen. Die Druckzylindervorrichtung dient dort dazu, die Vorderachse des zweiachsigen Traktors anzuheben, um die Traktion der Antriebsräder durch stärkere Belastung zu erhöhen. Der Wenderadius des Fahrzeuggespanns wird dadurch jedoch nicht verringert.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Vorkehrungen zu treffen, mit denen der Radius des Wendekreises zweier aneinandergekoppelter Fahrzeuge, insbesondere Gleitskettenfahrzeuge, verkleinert und damit die Manövrierbarkeit erhöht werden kann.

Zur Lösung dieser Aufgabe werden die im Patentanspruch 1 angegebenen kennzeichnenden Merkmale vorgeschlagen. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.

Die Erfindung geht von der Überlegung aus, daß beim Fahren auf ebener oder gleichmäßig geneigter Strecke der Bodendruck der beiden Fahrzeuge über die Länge der Gleisketten im wesentlichen derselbe ist, so daß bei einer Fahrtrichtungsänderung das einzelne Fahrzeug etwa um seine Mitte geschwenkt werden muß. Wird der Abstand der beiden Schwenkpunkte verkürzt, so ergibt sich hierdurch eine Verkleinerung des Wendekreisradius und damit eine bessere Manövrierbarkeit der beiden aneinandergekoppelten Fahrzeuge.

Gemäß der Erfindung wird eine Verlagerung des Schwerpunkts der beiden Fahrzeuge im Sinne einer Verkürzung des Abstandes der Schwenkpunkte dadurch erreicht, daß zwischen den beiden Fahrzeugen zusätzlich zu der Knicklenkvorrichtung eine die beiden Fahrzeuge miteinander verbindende Vorrichtung angeordnet ist, die in ihrer Länge einstellbar ist und so die Möglichkeit bietet, den vertikalen Neigungswinkel der beiden Fahrzeuge zu verändern.

In der Zeichnung ist in schematischer Weise ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt. Es zeigt

Fig. 1 die Seitenansicht zweier in herkömmlicher Weise miteinander gekuppelter Fahrzeuge,

Fig. 2 die Draufsicht auf die beiden nach Fig. 1 miteinander gekuppelten Fahrzeuge beim Wenden bzw. einer Änderung der Fahrtrichtung,

Fig. 3 eine Seitenansicht der beiden in Fig. 1 dargestellten, in ihren Längsebenen gegeneinander geneigten Fahrzeuge,

Fig. 4 eine Draufsicht auf die in Fig. 3 dargestellten Fahrzeuge in einer Stellung, in der die senkrechten Längsmittelebenen der beiden Fahrzeuge einen Winkel miteinander bilden,

Fig. 5 eine Draufsicht auf die beiden Fahrzeuge in einem gegenüber Fig. 4 kleineren Wendekreis,

Fig. 6 eine Teilansicht der beiden mittels der zusätzlichen erfindungsgemäßen Vorrichtung verbundenen Fahrzeuge,

Fig. 7 eine Teilansicht der beiden Fahrzeuge in einer gegenüber der Darstellung in Fig. 6 gegeneinander geneigten Stellung.

Die beiden in Fig. 1 dargestellten, den Fahrzeugzug 10 bildenden, auf ebener Strecke bewegten Fahrzeuge 11 und 12 üben einen über die Länge der Gleisketten gleichmäßig verteilten Bodendruck 13 und 14 aus. Bei der in Fig. 2 dargestellten Kurvenfahrt auf ebener Strecke (a1 = 180°) ergibt sich ein Radius r1 des Wendekreises mit dem Mittelpunkt 15 von verhältnismäßig großer Länge. Weisen die beiden Fahrzeuge 11 und 12, wie in Fig. 3 dargestellt, in der Vertikalen eine Neigung entsprechend dem Winkel α2 gegeneinander auf, so verlagern sich die Schwerpunkte der Angriffsflächen der Ketten 16 und 17 des Fahrzeugs 11 und der Ketten 18 und 19 des Fahrzeugs 12 und damit die Bodendrücke in einer Weise, wie es in den Diagrammen 20 und 21 dargestellt ist. Der Radius r2 des Wendekreises mit dem Mittelpunkt 15 verkürzt sich damit in der in Fig. 4 dargestellten Weise. Dieser Radius kann, wie in Fig. 5 dargestellt, noch verkleinert werden, so daß er den geringen Wert r3 annimmt, wenn bei der Kurvenfahrt die Innenkreisketten 16 und 18 festgestellt und nur die Außenkreisketten 17 und 19 angetrieben werden. Der Wendekreisradius r3 entspricht hierbei etwa der halben Länge des Fahrzeugzuges 10.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung besteht, wie in Fig. 6 dargestellt, aus einem Druckzylinder 22, der bzw. dessen Kolbenstange 28 gelenkig mit einer an der Rückwand 29 des Fahrzeugs 11 bzw. der Vorderwand 27 des Fahrzeugs 12 befestigten Halterung 26 verbunden ist. Die gelenkige Verbindung besteht aus je einem waagerechten Bolzen 23, der in einem bügelförmigen Gelenkstück 24 gelagert ist, das seinerseits mittels eines senkrechten Bolzens 25 schwenkbar an der Halterung 26 gelagert ist. Die Knicklenkkupplung 30 besteht aus den beiden mittels des Bolzens 33 gelenkig miteinander verbundenen Armen 31 und 32, die über waagerechte Gelenkbolzen 34 mit den beiden Fahrzeugen verbunden sind.


Anspruch[de]
  1. 1. Gelenkig mit den einander zugekehrten Stirnseitenteilen zweier mittels einer Knicklenkvorrichtung miteinander verbundener Fahrzeuge, insbesondere Gleiskettenfahrzeuge, verbundene hydraulische Druckzylindervorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß die aus der Stellung des Kolbens der Druckzylindervorrichtung (22) sich ergebende, den vertikalen Neigungswinkel der beiden Fahrzeuge (11, 12) festlegende Länge der Vorrichtung (22) einstellbar ist.
  2. 2. Druckzylindervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (22) kardanisch an den Stirnseitenteilen (27, 29) der beiden Fahrzeuge (11, 12) angelenkt ist.
  3. 3. Druckzylindervorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung (22) oberhalb der Knicklenkvorrichtung (30) angeordnet ist.






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