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Dokumentenidentifikation DE2912194C2 30.03.1989
Titel Kettenbahn, insbesondere für Doppelendprofiler, Kantenbearbeitungsautomaten o.dgl.
Anmelder SBR Maschinen-Handelsgesellschaft mbH & Co KG, 4900 Herford, DE
Erfinder Wessel, Karl-Heinz, 4973 Vlotho, DE;
Rottmann, Manfred, 4901 Hiddenhausen, DE
Vertreter Gramm, W., Prof.Dipl.-Ing.; Lins, E., Dipl.-Phys., Pat.-Anwälte, 3300 Braunschweig
DE-Anmeldedatum 28.03.1979
DE-Aktenzeichen 2912194
Offenlegungstag 09.10.1980
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.1989
IPC-Hauptklasse B65G 17/40
IPC-Nebenklasse B65G 21/22   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Kettenbahn, insbesondere für Doppelendprofiler, Kantenbearbeitungsautomaten o. dergl., bestehend aus Kettengliedern, die ein endloses, um Kettenräder umgelenktes Kettenband mit im wesentlichen durchgehender Lasttragfläche bilden, durch Verbindungsstücke und parallele Kettenbolzen miteinander verbunden sind und sich auf zwei parallel und im Abstand voneinander angeordneten stationären Schienen abstützen, von denen die eine Schiene eine Führungsleiste ist, die gegenüber den Kettengliedern eine Prismenführung bildet, während die andere Schiene eine Stützleiste ist.

Eine derartige Ausführungsform läßt sich dem DE-GM 73 20 344 entnehmen. Die Kettenglieder sind im Querschnitt U-förmig ausgebildet und tragen auf ihrem oben liegenden U-Steg eine gegenüber dem Kettenglied verbreiterte Lasttragfläche, die die beiden Schienen seitlich überragt. Das Verbindungsstück zwischen zwei Kettengliedern ist in Form eines Blocks ausgebildet, der etwa quadratischen Querschnitt aufweist und zwischen den U-Schenkeln eines Kettengliedes liegt. Die Kettenbolzen sind jeweils durch die beiden U-Schenkel des Kettengliedes sowie das dazwischen liegende Verbindungsstück gesteckt und über ein Nadellager im Verbindungsstück selbst gelagert. Jeder Kettenbolzen ragt mit seinen beiden Bolzenenden über die U-Schenkel des Kettengliedes seitlich hinaus und trägt auf seinen Bolzenenden jeweils ein Kugellager, über die sich das Kettenglied auf den beiden Schienen abstützt. Diese Kugellager bilden also Laufrollen, wobei die der genannten Stützleiste zugeordneten Kugellager eine zylindrische Außenmantelfläche aufweisen, die auf einer eben ausgebildeten Stützleiste abrollen. Die der Führungsleiste zugeordneten Kugellager weisen in der äußeren Lauffläche ihres Außenkranzes eine kreisbogenförmige Einkerbung auf, mit der diese Kugellager auf einer gestellfesten Stange mit rundem Querschnitt abrollen. Diese Stange kann auch einen prismatischen Querschnitt aufweisen; die kreisbogenförmige Einkerbung in den Führungsrollen weist dann einen angepaßten Querschnitt auf. Die die Stützund Führungslager bildenden Kugellager zahnen beim Umlenken des Kettenbandes in die Kettenräder ein.

Ein wesentlicher Nachteil dieser vorbekannten Ausführungsform ist darin zu sehen, daß sich durch das wiederholte Einzahnen der die Laufrollen bildenden Kugellager in die Kettenräder sich ein ständiges Abbremsen und erneutes Anlaufen der Lager beim Umlauf des Kettenbandes ergeben. Hieraus resultiert ein entsprechend hoher Verschleiß. Verbindungsstück und Kettenbolzen liegen oberhalb der Auflagerebene zwischen den Schienen und den Kettengliedern, so daß sich ein verhältnismäßig hoher Abstand zwischen der Führung der Kettenglieder sowie ihrer Lasttragfläche und damit bezogen auf die zu befördernde Last ein nachteilig hohes Kippmoment ergeben.

Der US-PS 32 62 550 läßt ist eine Kettenbahn entnehmen, deren Kettenglieder an ihrer Vorder- und Hinterkante nasenförmige Ansätze aufweisen, die in entsprechende Schlitze des jeweils benachbarten Kettengliedes eingreifen und hier durch einen Kettenbolzen gelenkig festgelegt sind. Die zahnförmig ineinandergreifenden Nasen der Kettenglieder liegen innerhalb der Lasttragfläche, so daß die Lasttragfläche durch zahlreiche zick-zack-förmig verlaufende Schlitze unterbrochen ist, durch die die Kettenbolzen einem hohen Verschmutzungsgrad ausgesetzt sind. Die Kettenglieder liegen mit jeweils einer flachen Unterseite auf den beiden ebenfalls glatt ausgebildeten Schienen verschiebbar auf. Die Kettenglieder ragen mit ihren genannten Nasen mit Spiel zwischen die beiden Schienen, so daß keine exakte Führung des Kettenbandes gewährleistet ist. Die Nasen der Kettenglieder sind auf ihrer Unterseite abgerundet und zahnen beim Umlenken des Kettenbandes in die Kettenräder ein und unterliegen daher einem starken Verschleiß.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs erläuterte Kettenbahn hinsichtlich des Verschleißes sowie der auf die Kettenglieder einwirkenden Kippmomente zu verbessern.

Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den eingangs aufgeführten Merkmalen erfindungsgemäß durch zusätzlich folgende Merkmale gelöst:

  • a) Das jeweils zwei Kettenglieder miteinander verbindende Verbindungsstück besteht aus zwei Kettenlaschen, zwischen denen ein Abschnitt der Kettenglieder ragt, in dem die Kettenbolzen gelagert sind;
  • b) die genannte Prismenführung greift in eine entsprechend negativ ausgebildete Prismenbahn in den Kettengliedern ein;
  • c) die Kettenlaschen und Kettenbolzen liegen unterhalb der Schienen-Auflagerebene zwischen Führungs- und Stützleiste;
  • d) zum Einzahnen in die Kettenräder ragen die Kettenbolzen mit ihren Bolzenenden über die Kettenlaschen hinaus.


Bei der erfindungsgemäßen Ausführungsform erfolgt kein Einzahnen der Führungs- und Stützlager sondern ausschließlich der drehbar gelagerten Kettenbolzen. Insgesamt ergibt sich dadurch ein erheblich verringerter Verschleiß bei nur noch geringer Wartung der Kettenbahn. Dadurch, daß die Kettenlaschen sowie die Kettenbolzen unterhalb der Auflagerebene zwischen den Schienen und den Kettengliedern liegen, erhält man einen sehr geringen Abstand zwischen der Führung der Kettenglieder sowie ihrer Lasttragfläche und damit bezogen auf die zu befördernde Last ein sehr geringes Kippmoment. Unterstützt wird dies durch die erfindungsgemäße Anordnung der Prismenbahn unmittelbar in den Kettengliedern. Die Antriebsleistungen sowie die Kettenzugbelastung sind gering. Man erhält eine verringerte Vorschubwellenverdrehung und dadurch eine höhere Bearbeitungsgenauigkeit an den von dem Kettenband transportierten Werkstücken.

Die Prismenführung seitens der Führungsleiste kann durch Kugellager mit entsprechend positiv profiliertem Außenring gebildet sein, die in eine entsprechend negativ ausgebildete Prismenbahn der Kettenglieder eingreifen. Die Prismengleitführung kann also durch eine rollende Prismenführung ersetzt werden. Ebenso kann die Stützleiste mit Stützlagern mit glattem Außenring bestückt sein, so daß sich auch hier eine rollende Abstützung ergibt. Die zentrierende Führung erfolgt jedoch in jedem Fall durch die Führungsleiste. Die Verwendung von Kugellagern erweist sich bei der neuen Konstruktion als unproblematisch, da diese Führungsund Stützlager nicht einzahnen und so eine konstante Drehzahl aufweisen. Der Verschleiß der rollenden Führungen ist daher sehr gering.

Überall dort, wo sehr hohe Anforderungen an die Führungsgenauigkeit des Kettenbandes gestellt werden, kann eine Prismengleitführung vorgesehen werden, während in anderen Bereichen der Kettenbahn eine rollende Prismenführung ausreicht. In gleicher Weise läßt sich die rollende bzw. gleitende Ausbildung der Stützleiste kombinieren.

Die Prismen-Kugellager sowie die Stützlager sind vorzugsweise beidseitig abgedichtet. In einer zweckmäßigen Ausführungsform können die Führungsleiste und/oder die Stützleiste im Querschnitt U-förmig ausgebildet und die Prismen-Kugellager bzw. die Stützlager jeweils zwischen den U-Schenkeln dieser beiden Schienen gelagert sein. Dadurch können zusätzliche Abdeckbleche vermieden werden, wie sie bei der eingangs zum Stand der Technik erläuterten Ausführungsform vorgesehen sind.

In der Zeichnung sind drei als Beispiele dienende Ausführungsformen der Erfindung dargestellt. Es zeigen:

Fig. 1 einen Querschnitt gemäß der Linie I-I in Fig. 2 durch den Obertrum einer Kettenbahn;

Fig. 2 die Darstellung gemäß Fig. 1 in Seitenansicht und in zwei verschiedenen Längsschnitten;

Fig. 3 eine abgewandelte Ausführungsform in einer Darstellung gemäß Fig. 1;

Fig. 4 die Kettenbahn gemäß Fig. 3 in Seitenansicht und

Fig. 5 eine abgewandelte Ausführungsform in einer Darstellung gemäß den Fig. 1 oder 3.

Gemäß den Fig. 1 und 2 besteht die dort dargestellte Kettenbahn aus einem Kettenbahnkörper 1, einer Führungsleiste 2, einer Stützleiste 3 sowie Kettengliedern 4, die eine im wesentlichen durchgehende Lasttragfläche 5 bilden.

Die Führungsleiste 2 ist mit dem Kettenbahnkörper 1 verschraubt und weist einen U-förmigen Querschnitt auf. Zwischen den U-Schenkeln 2a sind Kugellager 6 gelagert, deren Außenringe im Querschnitt prismenförmig ausgebildet sind und in eine entsprechend negativ ausgebildete Prismenbahn 4a der Kettenglieder 4 eingreifen.

Auch die Stützleiste 3 ist mit dem Kettenbahnkörper 1 verschraubt und im Querschnitt U-förmig ausgebildet, wobei zwischen den U-Schenkeln 3a Stützlager 7 mit glattem, also flachem Außenring gelagert sind, auf denen sich die andere Seite der Kettenglieder 4 abstützt.

Die Kettenglieder 4 sind durch Kettenlaschen 8 und parallele Kettenbolzen 9 miteinander verbunden. Letztere sind in Nadellagern 10 gelagert und ragen mit ihren Bolzenenden 9a über diese Nadellager hinaus, um so ein Einzahnen beim Umlauf um die in der Zeichnung nicht dargestellten Kettenräder zu ermöglichen. Fig. 1 läßt erkennen, daß die Kettenlaschen 8 sowie die Kettenbolzen 9 mit den Nadellagern 10 unterhalb der Auflagerebene zwischen den Kettengliedern 4 und den Leisten 2, 3 liegen.

Die in den Fig. 3 und 4 dargestellte Ausführungsform unterscheidet sich von der vorstehend beschriebenen Konstruktion lediglich dadurch, daß die Führungsleiste 2 mit ihren Prismen-Kugellagern 6 ersetzt ist durch eine eine Gleitführung bildende Prismenleiste 11.

Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 5 ist die Stützleiste 3 mit ihren Stützlagern 7 ersetzt durch eine Stützleiste 12 mit flacher Gleitfläche.


Anspruch[de]
  1. 1. Kettenbahn, insbesondere für Doppelendprofiler, Kantenbearbeitungsautomaten o.dergl., bestehend aus Kettengliedern (4), die ein endloses, um Kettenräder umgelenktes Kettenband mit im wesentlichen durchgehender Lasttragfläche (5) bilden, durch Verbindungsstücke und parallele Kettenbolzen (7) miteinander verbunden sind und sich auf zwei parallel und im Abstand voneinander angeordneten stationären Schienen abstützen, von denen die eine Schiene eine Führungsleiste (2, 6; 11) ist, die gegenüber den Kettengliedern (4) eine Prismenführung (6, 4a; 11, 4a) bildet, während die andere Schiene eine Stützleiste (3; 12) ist, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
    1. a) Das jeweils zwei Kettenglieder (4) miteinander verbindende Verbindungsstück besteht aus zwei Kettenlaschen (8), zwischen denen ein Abschnitt der Kettenglieder (4) ragt, in dem die Kettenbolzen (9) gelagert sind;
    2. b) die genannte Prismenführung (6, 4a; 11, 4a) greift in eine entsprechend negativ ausgebildete Prismenbahn (4a) in den Kettengliedern (4) ein;
    3. c) die Kettenlaschen (8) und Kettenbolzen (9) liegen unterhalb der Schienen-Auflagerebene zwischen Führungsund Stützleiste (2, 6; 11 und 3; 12);
    4. d) zum Einzahnen in die Kettenräder ragen die Kettenbolzen (9) mit ihren Bolzenenden (9a) über die Kettenlaschen (8) hinaus.
  2. 2. Kettenbahn nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Prismenführung seitens der Führungsleiste (2) durch Kugellager (6) mit entsprechend positiv profiliertem Außenring gebildet ist, die in eine entsprechend negativ ausgebildete Prismenbahn (4a) der Kettenglieder (4) eingreifen.
  3. 3. Kettenbahn nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Prismen-Kugellager (6) beidseitig abgedichtet sind.
  4. 4. Kettenbahn nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützleiste (3) mit Stützlagern (7) mit glattem Außenring bestückt ist.
  5. 5. Kettenbahn nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützlager (7) beidseitig abgedichtet sind.
  6. 6. Kettenbahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Kettenbolzen (9) in Nadellagern (10) gelagert sind.
  7. 7. Kettenbahn nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsleiste (2) und/oder die Stützleiste (3) im Querschnitt U-förmig ausgebildet und die Prismen-Kugellager (6) bzw. die Stützlager (7) jeweils zwischen den U-Schenkeln (2a bzw. 3a) dieser beiden Schienen gelagert sind.






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