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Dokumentenidentifikation DE3730165A1 30.03.1989
Titel Kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager
Anmelder Glyco-Metall-Werke Daelen & Loos GmbH, 6200 Wiesbaden, DE
Erfinder Maurer, Friedel, 6229 Walluf, DE;
Hoppe-Boeken, Peter-Clemens, Ing.(grad.), 6927 Bad Rappenau, DE;
Reuter, Manfred, Dipl.-Ing., 6292 Weilmünster, DE
Vertreter Seids, H., Dipl.-Phys., Pat.-Anw., 6200 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 09.09.1987
DE-Aktenzeichen 3730165
Offenlegungstag 30.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.1989
IPC-Hauptklasse F16C 17/10
IPC-Nebenklasse F16C 33/04   
Zusammenfassung Ein kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager in geschlossener oder geteilter Ausführung weist zumindest einen Radiallagerteil (4) und einen Axiallagerteil (6) auf, die miteinander verbunden sind. Um eine einfache und preiswerte Montagehilfe zu erhalten, die insbesondere auch robotergerecht ist, ist vorgesehen, daß die Verbindung zwischen dem Radiallagerteil (4) und dem Axiallagerteil (6) mittels zumindest eines separaten Kunststoff-Verbindungselementes (8) hergestellt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein kombiniertes Radial-Axial- Gleitlager in geschlossener oder geteilter Ausführung, mit zumindest einem Radiallagerteil und zumindest einem damit verbundenen Axiallagerteil, insbesondere einer Anlaufscheibe.

Zur Abstützung von Axialkräften bei Lagerungen, insbesondere Kurbelwellenlagerungen, sind Paßlager oder Anlaufscheiben bekannt. Paßlager haben sich zu diesem Zweck bewährt, sind aber aufgrund ihres hohen Fertigungs- und Kontrollieraufwandes relativ teuer. Außerdem ist hierbei keine unabhängige Wahl der Werkstoffe für Axial- und Radiallagerung möglich. Durch den Einsatz von Anlaufscheiben können diese Nachteile vermieden oder jedenfalls verringert werden. Der relative Preisvorteil kommt hierbei jedoch nicht ganz zum Tragen, da für die Verwendung solcher Anlaufscheiben zusätzliche Einstiche im Gehäuse und im Lagerdeckel nötig sind, um die Scheiben zu fixieren.

Nachdem sich die Robotermontage mehr und mehr durchsetzt, treten bei der Handhabung der Anlaufscheiben Schwierigkeiten auf. Überlegungen zur Abstellung dieses Problems führten zur Entwicklung des K-Flansch-Lagers. Bei diesem Lager ist der Axiallagerteil formschlüssig mit dem Radiallagerteil verbunden. Der Axiallagerteil in Form von Anlaufscheiben weist hierzu radiale Vorsprünge oder Nasen auf, die in entsprechende Ausnehmungen am Radiallagerteil eingreifen. Infolge dieser relativ aufwendigen Verbindung sind derartige K-Flansch-Lager jedoch relativ teuer.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Radial- Axial-Gleitlager zu schaffen, das bei preiswerter Herstellung eine einfache Montage, insbesondere Robotermontage, ermöglicht. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Verbindung zwischen dem Radiallagerteil und dem Axiallagerteil mittels zumindest eines separaten Kunststoffverbindungselementes hergestellt ist.

Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird eine Einbauhilfe geschaffen, die mit einfachen Mitteln und preiswert herstellbar ist. Die Nachteile von Anlaufscheiben bzw. Paßlager werden umgangen, die Positivmerkmale dieser Ausführungen bleiben jedoch erhalten. Insbesondere ist mit der erfindungsgemäßen Lösung auch eine unabhängige Wahl der Werkstoffe für Axialund Radiallagerung möglich. Die Gefahr einer Verwechslung bei der Montage zwischen Stahlrücken und Gleitschicht des Axiallagerteiles wird vermieden. Es erfolgt eine optimale Abstützung des Axiallagerteiles über die gesamte Fläche und damit keine Kantenträger und Schwingungsbrüche. Die Montage des Axiallagers ist in vorteilhafter Weise auch nur in einer Hälfte des Gehäuses möglich.

Eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß zumindest zwei Kunststoff-Verbindungselemente gleichmäßig beabstandet entlang des Umfanges des Lagers angeordnet sind. Durch die Anordnung von zwei oder mehreren Kunststoff-Verbindungselementen, die entlang des Umfanges gleichmäßig beabstandet angeordnet sind, wird eine sichere Verbindung zwischen den Teilen möglich.

Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weist das Kunststoff-Verbindungselement zwei im wesentlichen in einem rechten Winkel zueinander verlaufende Halteabschnitte auf, die über einen Verbindungsabschnitt miteinander verbunden sind. Die Halteabschnitte dienen zur Verbindung des Kunststoff-Verbindungselementes mit dem Radiallagerteil einerseits und dem Axiallagerteil andererseits. Der Verbindungsabschnitt kann in verschiedener Weise gestaltet sein. Er weist insbesondere außen eine abgerundete Oberfläche auf, so daß Einbauprobleme vermieden werden.

In zweckmäßiger Weise bildet das Verbindungselement im Bereich an den Enden der Halteabschnitte Vorsprünge, die in entsprechende Ausnehmungen an den Lagerteilen formschlüssig eingreifen.

Das Verbindungselement bzw. die Verbindungselemente sind bevorzugt vorgereckt und nach dem Ansetzen an das kombinierte Lager durch Wärmeeinwirkung geschrumpft. Hierdurch wird das Axiallagerteil etwas vom Radiallagerteil abgespreizt, so daß das Einsetzen in ein Lagergehäuse erleichtert wird. Der Radiallagerteil kann eine Lagerbuchse sein, wobei der Axiallagerteil bevorzugt als kreisrunde Anlaufscheibe ausgeführt ist. Das kombinierte Lager kann an beiden Stirnseiten des Radiallagerteils mit einem angesetzten und insbesondere mittels einer Klebverbindung gehaltenen Axiallagerteils versehen sein. Es ist aber auch eine einseitige Anbringung eines Axiallagerteils möglich. Bei einer bevorzugten Ausbildung ist der Radiallagerteil als Halbschale und der Axiallagerteil als Halbring ausgeführt, und zwar an beiden Stirnseiten des Radiallagerteiles.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und im folgenden beschrieben.

Es zeigen:

Fig. 1 eine Vorderansicht eines (nur teilweise dargestellten Radial-Axial-Gleitlagers;

Fig. 2 einen (teilweisen) Längsschnitt durch eine andere Ausführung eines Radial-Axial-Gleitlagers; und

Fig. 3 einen Ausschnitt einer Vorderansicht des Axiallagerteiles des kombinierten Radial- Axial-Gleitlagers gemäß Fig. 2.

Es ist im folgenden zunächst auf die in Fig. 1 dargestellte erste Ausführungsform eines kombinierten Radial- Axial-Gleitlagers 2 Bezug genommen. Dieses weist einen Radiallagerteil 4 und einen Axiallagerteil 6 auf. Der Axiallagerteil 6 in Form einer Anlaufscheibe ist an der Stirnseite des Radiallagerteiles, welcher die Form einer Glattschale aufweist, angeordnet. Zur Verbindung des Axiallagerteiles 6 mit dem Radiallagerteil sind gleichmäßig verteilt über den Umfang sechs Verbindungselemente angeordnet, von denen hier nur drei dargestellt und mit 8 bezeichnet sind. Selbstverständlich kann auch eine andere Anzahl von Verbindungselementen vorgesehen sein. Dies wird sich insbesondere nach der Größe des Lagers richten.

Die Verbindungselemente 8 haben eine im wesentlichen l-förmige Gestalt mit zwei endseitig angeordneten Halteabschnitten bzw. Halteteilen 10, 12 und einem mittleren, die Halteteile 10, 12 verbindenden Verbindungsabschnitt 14. Im Radiallagerteil 4 und im Axiallagerteil 6 ist eine entsprechende Anzahl von Ausnehmungen 16, 18 vorgesehen, die im wesentlichen jeweils etwa T-förmig ausgebildet sind, um die Halteteile bzw. Halteabschnitte 10, 14 der Verbindungselemente 8 aufzunehmen. Die Form und Größe der Ausnehmungen 16, 18 ist mit anderen Worten denen der Halteteile 10, 12 angepaßt.

Bei der in den Fig. 2 und 3 dargestellten anderen Ausführungsform eines Radial-Axial-Gleitlagers 22 ist wiederum ein Radiallagerteil 24 und ein Axiallagerteil 26 vorgesehen, die mittels Verbindungselementen 28 miteinander verbunden sind.

Der Axiallagerteil 26 ist bei dieser Ausführungsform gegenüber dem Radiallagerteil 24 seitlich etwas versetzt angeordnet, so daß zwischen dem stirnseitigen Ende des Radiallagerteiles 24 und dem Axiallagerteil 26 ein kleiner Abstand besteht.

Die Verbindungselemente 28 weisen bei dieser Ausführungsform Halteteile bzw. Halteabschnitte 30, 32 auf, die mittels eines Verbindungsteiles bzw. Verbindungsabschnittes 34 miteinander verbunden sind. Die Halteteile 30, 32 weisen einen Querschnitt auf, der in etwa C-förmige Ausnehmungen 36 am inneren Rand des Axiallagerteiles 26 und an der Stirnseite des Radiallagerteils 24 eingepaßt werden kann. Wie aus Fig. 2 deutlich ersichtlich, weist der Axiallagerteil 26 an seinem inneren Rand eine Schräge 40 (gestrichelt dargestellt) auf. Das stirnseitige Ende des Radiallagerteiles 24 bildet im Bereich der Ausnehmungen 38 eine radial vorspringende Lippe 42 die dem Verbindungselement 28 einen verbesserten Halt gibt. Der Verbindungsteil bzw. Verbindungsabschnitt 34 weist außen eine abgerundete Fläche 44 auf, so daß räumliche Einbauprobleme vermieden werden könnten. Die Kurbelwelle, bei der das Radial-Axial-Gleitlager 22 bevorzugt verwendet wird, ist in Fig. 3 mit 46 bezeichnet. Im Übergangsbereich zwischen den Kurbelzapfenabschnitten 48 der Kurbelwelle 46 und den Backen 50 sind der gerundeten Fläche 44 entsprechende Rundungen 52 vorgesehen.

Bei den Ausführungsformen bestehen die Verbindungselemente 8 bzw. 28 aus Kunststoff. Die Kunststoff-Verbindungselemente 8 bzw. 28 sind bevorzugt vorgereckt und nach dem Ansetzen an das kombinierte Lager durch Wärmeeinwirkung geschrumpft. Hiermit werden die Axiallagerteile 6 bzw. 26 etwas von den Radiallagerteilen 4 bzw. 24 abgespreizt, so daß das Einsetzen in ein Lagergehäuse erleichtert wird. Die Radiallagerteile 4, 24 können Lagerbuchsen sein und der Axiallagerteil 6, 26 kann bevorzugt in Form einer kreisrunden Anlaufscheibe ausgeführt sein. Das kombinierte Lager kann an beiden Stirnseiten des Radiallagerteils 4 bzw. 24 mit einem angesetzten und mittels Klebverbindung gehaltenen Axiallagerteiles 6, 26 versehen sein. Es ist aber auch eine einseitige Anbringung eines Axiallagerteiles 6, 26 an dem Radiallagerteil 4, 24 möglich. Bevorzugte Ausbildung ist ein Radiallagerteil 4, 24 als Halbschale und ein Axiallagerteil 6, 26 als Halbring und zwar an beiden Stirnseiten des Radiallagerteiles 4, 24.

Die Halteteile 30, 32 verlaufen in einem rechten Winkel zueinander entsprechend der Achse des Radiallagerteiles 24 und der Ebene der Axiallagerteile 26. Falls dieser Winkel etwas geringer als 90° ist, kann eine vorgespannte Anlage der Axiallagerteile 26 im eingebauten Zustand erreicht werden.

Bezugszeichenliste

2 Axial-Gleitlager

4 Radiallagerteil

6 Axiallagerteil

8 Verbindungselement

10 Halteteil

12 Halteteil

14 Verbindungsabschnitt

16 Ausnehmung

18 Ausnehmung

22 Radial-Axial-Gleitlager

24 Radiallagerteil

26 Axiallagerteil

28 Verbindungselement

30 Halteteil

32 Halteteil

34 Verbindungsabschnitte

36 Ausnehmungen

38 Ausnehmungen

40 Schräge

42 Lippe

44 abgerundete Fläche

46 Kurbelwelle

48 Kurbelzapfenabschnitt

50 Backen

52 Rundungen


Anspruch[de]
  1. 1. Kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager in geschlossener oder geteilter Ausführung, mit zumindest einem Radiallagerteil und zumindest einem damit verbundenem Axiallagerteil, insbesondere einer Anlaufscheibe, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung zwischen dem Radiallagerteil (4, 24) und dem Axiallagerteil (6, 26) mittels zumindest eines separaten Kunststoff-Verbindungselementes (8, 28) hergestellt ist.
  2. 2. Kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest zwei Kunststoff- Verbindungselemente (8, 28) gleichmäßig beabstandet entlang des Umfanges des Lagers angeordnet sind.
  3. 3. Kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoff-Verbindungselement (8, 28) zwei, insbesondere im wesentlichen in einem rechten Winkel zueinander verlaufende Halteabschnitte (10, 12, 30, 32) aufweist, die über einen Verbindungsabschnitt (14, 34) miteinander verbunden sind.
  4. 4. Kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Kunststoff-Verbindungselement (28) im Bereich des Verbindungsabschnittes (34) außen eine Rundung (44) aufweist.
  5. 5. Kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (8, 28) im Bereich an den Enden der Halteabschnitte (10, 12, 30, 32) Vorsprünge bildet, die in entsprechende Ausnehmungen (16, 18, 36, 38) an den Lagerteilen formschlüssig eingreifen.
  6. 6. Kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Verbindungselement (8, 28) vorgereckt und nach dem Ansetzen an die Lagerteile durch Wärmeeinwirkung geschrumpft ist.
  7. 7. Kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Lagerteilen und den Verbindungselementen (8, 28) eine Klebeverbindung vorgesehen ist, die insbesondere zusätzlich zu der formschlüssigen Verbindung vorgesehen ist.
  8. 8. Kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Radiallagerteil (4, 24) mit Halbschalen und der Axiallagerteil (6, 26) mit Halbringen gebildet sind.
  9. 9. Kombiniertes Radial-Axial-Gleitlager nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an beiden Stirnseiten des Radiallagerteiles (4, 24) Axiallagerteile (6, 26) mittels Verbindungselementen (8, 28) befestigt sind.






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