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Dokumentenidentifikation DE3730670A1 30.03.1989
Titel Vergnügungsgerät
Anmelder Tussinger, Philipp;
Stoll, Volker, 7500 Karlsruhe, DE
Erfinder Tussinger, Philipp;
Stoll, Volker, 7500 Karlsruhe, DE
Vertreter Lichti, H., Dipl.-Ing.; Lempert, J., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anwälte, 7500 Karlsruhe
DE-Anmeldedatum 12.09.1987
DE-Aktenzeichen 3730670
Offenlegungstag 30.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.1989
IPC-Hauptklasse A63G 29/00
Zusammenfassung Ein Vergnügungsgerät weist eine Kabine mit wenigstens einem fest eingebauten Sitz, eine Einrichtung zum Anschnallen des Benutzers, einen Antrieb zum Bewegen der Kabine und eine Lenkeinrichtung für die Fahrbewegungen der Kabine auf. Unter Vermeidung aufwendiger Traggerüste für solche Vergnügungsgeräte und zur Steigerung des Vergnügungseffektes selbst weist die Kabine eine Kugeloberfläche auf und ist auf wenigstens drei Lagern freibeweglich, aber drehstabil gelagert und mittels eines ortsfesten, an der Kugeloberfläche angreifenden Friktionsantriebs um den Kugelmittelpunkt drehbar. Auf diese Weise kann der Benutzer auf beliebigen Kugelerzeugenden bewegt werden. Ist ferner der Friktionsantrieb um eine durch den Kugelmittelpunkt verlaufende Achse mittels der Lenkeinrichtung drehbar, so kann der Benutzer selbst den gesamten Bewegungsablauf und sämtliche Bewegungsarten bestimmen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Vergnügungsgerät mit einer Kabine mit wenigstens einem fest eingebauten Sitz, einer Einrichtung zum Anschnallen des Benutzers, einem Antrieb zum Bewegen der Kabine und einer Lenkeinrichtung für die Fahrbewegungen der Kabine.

Vergnügungsgeräte der vorgenannten Art sind in einer Vielzahl von Ausführungsformen bekannt. Sie dienen insbesondere in Vergnügungsparks, auf Volksfesten etc. zur Volksbelustigung. Sie zählen allgemein zu denjenigen Vergnügungsgeräten, bei denen der Benutzer durch eigenen Eingriff die Fahrbewegungen aus der Kabine heraus mittels der Lenkeinrichtung beeinflussen kann. Dabei sind vornehmlich Geräte bekannt, bei denen die Kabine über Ausleger an einem Traggerüst gelagert ist und Hubbewegungen bei einer gleichzeitigen Umlaufbewegung durchführen kann. Dabei kann der Benutzer in der Regel nur die Hubbewegung beeinflussen, während die Umlaufbewegung zwangsläufig erfolgt. Diese Geräte sind noch dahingehend vervollkommnet worden, daß die Kabine auch um ihre eigene Achse am Ende des Auslegers drehbar ist, wobei allerdings auch diese Drehbewegung in der Regel nicht vom Benutzer beeinflußbar ist. In allen Fällen sind einerseits fertigungs- und montageaufwendige Gerüste und Trageinrichtungen notwendig und sind ferner die unbeeinflußbaren, wie insbesondere auch die beeinflußbaren Fahrbewegungen in ihrer Art begrenzt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Vergnügungsgerät zu schaffen, das einerseits keine umfänglichen Traggerüste benötigt, andererseits dem Benutzer die Möglichkeit gibt, die Fahrbewegungen frei zu beeinflussen, ohne daß damit ein Sicherheitsrisiko verknüpft ist.

Ausgehend von dem eingangs genannten Vergnügungsgerät wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Kabine eine Kugeloberfläche aufweist und auf wenigstens drei Lagern freibeweglich aber drehstabil gelagert und mittels eines ortsfesten, an der Kugeloberfläche angreifenden Friktionsantriebs um den Kugelmittelpunkt drehbar ist.

Das erfindungsgemäß ausgebildete Gerät gibt dem Benutzer die Möglichkeit, die auf ihrer Kugeloberfläche gelagerte Kabine durch Antrieb auf beliebigen Kugelerzeugenden zu bewegen. Dieser Bewegung folgt der in der Kabine fest eingebaute Sitz, so daß sich auch der Benutzer in beliebiger Weise auf einer Kugelfläche bewegt, also zwischen einer aufrechten Sitzlage im unteren Scheitel der Kugel und der Über-Kopf-Lage im oberen Scheitel jede beliebig geneigte Lage einnehmen kann. Alle diese Bewegungsarten kann er mittels der in der Kabine angeordneten Lenkeinrichtung beeinflussen. Dabei wirkt diese Lenkeinrichtung vorzugsweise über eine Fernsteuerung auf den außen auf die Kugeloberfläche einwirkenden, ortsfest angeordneten Antrieb, so daß auf jegliche Leitungsdurchführungen etc. verzichtet werden kann. Da ein kugelförmiges Gebilde von Hause aus bei geringstem Materialaufwand stabil genug ausgeführt werden kann und diese Kugel ferner nur auf drei Punkten in jeder Lage drehstabil gelagert werden kann, bedarf es nur entsprechender Lagerböcke, nicht aber umfänglicher Traggerüste od. dgl.

Vorzugsweise sind die drei Lager und der Friktionsantrieb auf der Kugeloberfläche um einen Zentriwinkel von jeweils 120 Grad versetzt, so daß die Kabine in jeder Lage stabil gehalten ist.

Mit Vorteil sind zwei Lager und der Friktionsantrieb unterhalb des Kugeläquators angeordnet, während das dritte Lager am oberen Kugelscheitel angeordnet ist. Auf diese Weise ist insbesondere der Friktionsantrieb von unten leicht zugänglich.

Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist der Friktionsantrieb um eine durch den Kugelmittelpunkt verlaufende Achse mittels der Lenkeinrichtung drehbar, so daß die Kabine auf einer beliebigen Kugelerzeugenden angetrieben werden kann.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung weisen die Lager ein Gas- oder Hydraulikpolster auf, auf denen die Kabine schwimmend gelagert ist. Statt dessen kann die Kabine auch mittels Elektromagneten schwimmend gelagert sein. Die Auswahl der einen oder anderen Methode wird man einerseits nach der gewünschten Größe des Vergnügungsgerätes und der somit aufzubringenden Lagerkräfte, andererseits aber auch in Abhängigkeit von dem Einsatzort wählen. So wird man für mobile Anlagen zum Betrieb auf Volksfesten etc. in erster Linie eine pneumatische oder elektromagnetische Lagerung vorsehen, um die dort in der Regel vorhandenen Energiequellen nutzen zu können. Bei einer festen Installation, beispielsweise in Vergnügungsparks, größeren Schwimm- Freizeitzentren etc. kann sich auch die hydraulische Lagerung mittels Druckwasser empfehlen, da in solchen Fällen das Druckwasser ins Freie abgelassen werden kann.

Die Lager weisen mit Vorteil kalottenförmige Lagerschalen auf, deren Krümmungsradius dem Krümmungsradius der Kugeloberfläche entspricht. Zwischen die Lagerschale und die Kugel wird entweder Preßluft oder Druckwasser durch die Lagerstützen eingeführt oder es ist die Lagerschale mit Elektromagneten und die Kugeloberfläche mit einer entsprechend magnetisierbaren Schale versehen, um eine magnetische Schwebelagerung zu erhalten.

Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung weist der Friktionsantrieb zwei mit Abstand voneinander auf einer gemeinsamen Achse drehfest sitzende Friktionsrollen auf, die vorzugsweise kegelförmige, der Kugeloberfläche aufliegende Laufflächen aufweisen oder mit herkömmlichen Gummirädern versehen sind. Die Kabine wird also mittels der zwei Friktionsrollen zugleich auf zwei Kugelerzeugenden angetrieben. Aufgrund der schwimmenden Lagerung sind nur geringe Reibungskräfte an den Lagern zu überwinden, was mit einem Friktionsantrieb problemlos möglich ist.

Gemäß einer Weiterbildung weist der Friktionsantrieb eine senkrecht zur Achse der Friktionsrollen verlaufende Antriebswelle auf, die über einen Winkeltrieb die Achse der Friktionsrollen antreibt. Dabei bildet vorzugsweise die Antriebswelle zugleich die durch den Kugelmittelpunkt verlaufende Drehachse des Friktionsantriebs.

Nachstehend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung schematisch wiedergegebenen Ausführungsbeispiels beschrieben. In der Zeichnung zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Ansicht des Vergnügungsgerätes in transparenter Darstellung und

Fig. 2 eine perspektivische Ansicht des Friktionsantriebs in Form eines Ausschnittes der Fig. 1.

Das in den Fig. 1 und 2 dargestellte Vergnügungsgerät weist eine Kabine 1 auf, die zumindest außenseitig eine Kugeloberfläche besitzt. Innerhalb der Kabine 1 ist zumindest ein Sitz 2 fest eingebaut, der mit einer nicht gezeigten Anschnalleinrichtung für den Benutzer bzw. Fahrer ausgestattet ist. Ferner kann die Kabine ein Fenster 3 im Sichtbereich des Fahrers aufweisen. Schließlich ist in Griffnähe des Sitzes 2 eine nicht gezeigte Lenkeinrichtung, vorzugsweise eine Fernsteuerung für den Antrieb der Kabine 1 angeordnet.

Die Kabine 1 ist an insgesamt vier Stellen abgestützt, wobei drei Stellen als Lager 4 ausgebildet sind, während an der vierten Stelle ein Antrieb 5 angreift. Die Lager 4 sind über Stützen 6 ortsfest am Boden festgelegt und weisen kalottenförmige Lagerschalen 7 auf, deren Krümmungsradius dem Krümmungsradius der Kugeloberfläche entspricht. Auf diesen Lagern 4 ist die Kabine 1 frei drehbar und schwimmend gelagert, indem entweder eine magnetische Schwebelagerung oder aber eine Lagerung auf pneumatischen bzw. hydraulischen Druckpolstern vorgesehen ist. Die Energiezufuhr zu entsprechenden Elektromagneten an den Lagerschalen 7 bzw. die Zuführung von Druckluft bzw. Druckwasser kann durch die Stützen 6 erfolgen.

Die Lager 4 sind voneinander jeweils unter einem Zentriwinkel von 120 Grad angeordnet. In gleicher Weise ist der Antrieb 5 jeweils unter einem Zentriwinkel von 120 Grad gegenüber jedem der Lager 4 angeordnet.

Der Friktionsantrieb 5 weist, wie Fig. 2 zeigt, zwei Friktionsrollen 8 mit jeweils konischer Lauffläche 9 auf, die auf einer gemeinsamen Achse 10 drehfest sitzen. Die Achse 10 ist in einem Drehgestell 11 gelagert, in dem ferner eine Antriebswelle 12 untergebracht ist, die senkrecht zur Drehachse 10 und durch den Mittelpunkt der Kugeloberfläche der Kabine 1 verläuft. Die Antriebswelle 12 bildet somit zugleich die Drehachse für das Drehgestell 11. Das über die Antriebswelle 12 eingeleitete Drehmoment wird über einen Winkeltrieb 13, z. B. in Form von Kegelrädern, auf die Achse 10 der Friktionsrollen 8 übertragen.

Auf diese Weise kann die Kabine 1 mittels der Friktionsrollen 8 auf jeder beliebigen Kugelerzeugenden angetrieben werden, so daß der Benutzer mit seinem Sitz 2 sich gleichfalls in jeder beliebigen Art und Weise auf einer Kugeloberfläche bewegt. Die Antriebswelle 12 kann elektrisch oder hydraulisch angetrieben werden. Gleiches gilt für den Antrieb des Drehgestells 11. Dabei ist mittels der Lenkeinrichtung in der Kabine 1 zumindest der Antrieb des Drehgestells 11 beeinflußbar. Es kann aber zusätzlich auch die Drehzahl der Antriebswelle 12 vom Benutzer beeinflußt werden.


Anspruch[de]
  1. 1. Vergnügungsgerät mit einer Kabine mit wenigstens einem fest eingebauten Sitz, einer Einrichtung zum Anschnallen des Benutzers, einem Antrieb zum Bewegen der Kabine und einer Lenkeinrichtung für die Fahrbewegungen der Kabine, dadurch gekennzeichnet, daß die Kabine (1) eine Kugeloberfläche aufweist und auf wenigstens drei Lagern (4) freibeweglich aber drehstabil gelagert und mittels eines ortsfesten, an der Kugeloberfläche angreifenden Friktionsantriebs (5) um den Kugelmittelpunkt drehbar ist.
  2. 2. Vergnügungsgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Friktionsantrieb (5) um eine durch den Kugelmittelpunkt verlaufende Achse (12) mittels der Lenkeinrichtung drehbar ist und die Kabine (1) auf einer beliebigen Kugelerzeugenden antreibt.
  3. 3. Vergnügungsgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Lager (4) ein Gas- oder Hydraulikpolster aufweisen, auf denen die Kabine (1) schwimmend gelagert ist.
  4. 4. Vergnügungsgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Kabine (1) mittels Elektromagneten schwimmend gelagert sind.
  5. 5. Vergnügungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Friktionsantrieb (5) zwei mit Abstand voneinander auf einer gemeinsamen Achse (10) drehfest sitzende Friktionsrollen (8) aufweist.
  6. 6. Vergnügungsgerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Friktionsrollen (8) kegelförmige, der Kugeloberfläche aufliegende Laufflächen (9) aufweisen.
  7. 7. Vergnügungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Friktionsantrieb (5) eine senkrecht zur Achse (10) der Friktionsrollen (8) verlaufende Antriebswelle (12) aufweist, die über einen Winkeltrieb (13) die Achse (10) der Friktionsrollen (8) antreiben.
  8. 8. Vergnügungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebswelle (12) zugleich die durch den Kugelmittelpunkt verlaufende Drehachse des Friktionsantriebs (5) bildet.






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