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Dokumentenidentifikation DE3730723A1 30.03.1989
Titel Anordnung zur Versorgung von Tieren mit Trinkwasser
Anmelder Ibo-Stalltechnik GmbH, 4281 Raesfeld, DE
Erfinder Icking, Paul, 4280 Borken, DE
DE-Anmeldedatum 12.09.1987
DE-Aktenzeichen 3730723
Offenlegungstag 30.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.1989
IPC-Hauptklasse A01K 7/06
Zusammenfassung Die neue Anordnung der im Prinzip bekannten Tränkezapfen eignet sich nicht nur für neue Stalleinrichtungen als separates oder mit dem Futtertrog zu kombinierendes Tränkesystem, sondern ist auch bestens geeignet, bestehende Tierhaltungen, gleich welcher Aufstallungsart, kostengünstig nach- bzw. umzurüsten, um diese wirtschaftlicher und tiergerechter zu gestalten.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Anordnung zur Versorgung von kleinen und großen Tieren mit Trinkwasser.

Einrichtungen, die den Tieren permanent oder über eine vorgeschaltete Steuereinrichtung nur zu bestimmten Zeiten die Wasserentnahme ermöglichen, sind in der Tierhaltung seit langem bekannt.

Beim Tränkebecken wird ein Ventil durch Betätigung eines Stößels bzw. einer Druckplatte durch die Tiere geöffnet und beim Loslassen wieder geschlossen. Zur Befriedigung des Spieltriebes bzw. zur Kühlung bei hohen Stalltemperaturen drücken die Tiere mit dem Rüssel das Ventil oft länger auf als zur Deckung des Wasserbedarfs erforderlich ist. Durch überlaufende Tränkebecken werden Stallflächen bzw. Einstreu verschmutzt und Jauche- oder Güllelagerräume unnötig gefüllt.

Die Wassermulden dieses Tränkesystems müssen zudem noch häufig manuell gereinigt werden, um Krankheiten zu vermeiden. Außerdem sind die Kosten für Tränkebecken sehr hoch. Tränkezapfen oder Beißnippel funktionieren ohne Wasserschale und werden etwa in Rückenhöhe des Tieres an der Boxenwand schräg von oben nach unten gerichtet, dem Tier zugewandt, installiert.

Beim Trinken beißen die Tiere auf den wasserähnlichen Wasserspender und öffnen damit das Ventil. Obwohl dieses System gute Hygienebedingungen erfüllt, hat es die Nachteile, daß es den Körpergrößen der Tiere entsprechend montiert sein muß, d. h. bei wachsenden Tiere werden mehrere Wasserspender fest übereinander oder es wird ein Zapfen zur Anpassung höhenverstellbar eingebaut.

Die Wasserentnahme durch die Tiere bei hochgestreckter Kopfhaltung erhöht die Verschmutzung und Erkältungsgefahren, weil ein Teil des vom Ventil freigegebenen Wassers wieder aus dem Maul fließt und auf dem Weg zum tiefsten Punkt ganze Körperpartien des trinkenden Tieres, wie Hals, Brust und Vorderläufe, benetzt.

Beim sogenannten Trogsprüher handelt es sich um ein indirektes Tränkesystem, das oberhalb des Freßtroges angebracht wird. Bevor die Tiere aus der Freßmulde trinken können, müssen sie mit dem Rüssel einen Ventilstößel bzw. eine -platte betätigen und das Wasser in den Trog fließen lassen. Hierdurch müssen die Tiere beim Trinken oft zwangsweise Futter aufnehmen oder umgekehrt. Sie müssen mehr Wasser als notwendig trinken, um das Futter zu erreichen.

In der Abferkelbucht können die mit Sprühnippeln ausgerüsteten Sauentröge für die Ferkel in den ersten Lebenstagen zu Todesfallen werden, wenn zu viel Wasser im Trog steht und die Jungtiere über den Körper des liegenden Muttertieres in den Trog klettern.

Der Saugnippel arbeitet nach dem Strohhalmprinzip. Die tiefliegende Versorgungsleitung wird über ein Schwimmerventil mit Wasser gespeist. Aus schräg nach oben gerichteten Rohrzapfen saugen sich die Tiere das Wasser ins Maul.

Die Verstopfung der offenen und drucklos betriebenen Rohrzitzen durch Futter- und Kotreste, die damit verbundene Infektionsgefahr über das Tränkewasser und enorme Anlernschwierigkeiten bei ungeübten und andersgewohnten Tieren stellen fast unüberwindliche Probleme dar.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung zu schaffen, die sowohl kleinen als auch großen Tieren bei natürlicher Körperhaltung eine bequeme Aufnahme von sauberem Trinkwasser ermöglicht und dabei Tiere und Stallflächen vor der Tränke trocken halten und Wartungs- und Anpassungsarbeiten überflüssig machen soll und in Verbindung mit einem Futtertrog den Tieren die freie Wahl zur Aufnahme von nur Wasser oder nur Futter zu bieten, wobei Vergeudung und Verschmutzung ausgeschlossen sowie energiezehrende und unruhefördernde Wege zwischen Futter- und Wasserangebot eingespart werden sollen.

Diese der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe wird dadurch gelöst, daß ein Tränkezapfen bzw. Beißnippel, von unten schräg nach oben gerichtet, im wesentlichen dem Tierstandort zugewandt, installiert ist.

Kleine und große Tiere können beim Trinken mit gesenktem Kopf auf den Nippel beißen, das Wasser fließt bei passendem Wasserdruck, der durch einen vorgeschalteten Druckminderer oder ventilbestückten Schwimmer konstant gehalten werden kann, direkt ins Maul der Tiere. Dabei hat sich in praktischen Versuchen mit Tieren gezeigt, daß beim Beißnippelprinzip die Tiere, entgegen der Erfahrung, bei rüsselbetätigten Tränkesystemen wie z. B. Tränkebecken oder Trogsprühern, nur so lange das Ventil offen halten, wie es für das Stillen des Durstes unbedingt erforderlich ist.

Durch die erfindungsgemäße Anordnung selbst und die dadurch bedingte natürliche Körperhaltung des Tieres bei der Wasseraufnahme fließt das evtl. aus dem Maul austretende Wasser vom Tier weg zum tiefsten Punkt der Tränkebasis, um von dort aus, ohne den Liegeflächenbereich vor der Tränke zu beeinträchtigen, direkt in das Güllelager bzw. in die Trogschale abzutropfen. Im letzteren Fall befeuchtet das Tropfwasser in der geringen Menge das vorgelegte Futter, macht es schmackhafter und aufnahmefähiger.

Die Anordnung der erfindungsgemäßen Tränkelösung im Futtertrog zwingt das Tier, sowohl bei der Futter- als auch bei der Wasseraufnahme, vom gleichen Standort aus mit dem Maul im Muldenbereich des Troges zu bleiben und verhindert so Vergeudung und Verschmutzung.

Die Erfindung wird im folgenden anhand der Figuren an Ausführungsbeispielen näher erläutert.

Fig. 1 zeigt in seitlicher Darstellung die Anordnung eines Tränkezapfens auf einer Spaltenbodenfläche.

Fig. 2 stellt die nachgerüstete Anordnung einer Beißtränke am Freßtrog dar.

Fig. 3 verdeutlicht in seitlicher Darstellung die Anordnung eines Tränkezapfens durch die Wand des Freßtroges mit Futtervorratsbehälter.

In der Zeichnung in Fig. 1 zweigt von der zentralen Wasserleitung 1 eine Stichleitung 2 senkrecht an der Buchtentrennwand 3 nach unten zum perforierten Stallboden 4 ab.

Am freien Ende 5 der vom Stallboden 4 aus wieder schräg nach oben gerichteten und dem Tier zugewandten Stichleitung 2 ist ein Tränkezapfen 6 montiert, dessen Ventil durch ein Beißelement vom Tier geöffnet werden kann.

Eventuelles Tropfwasser 8 fließt vom tiefsten Punkt der Anordnung durch den Spaltenboden 4 direkt in das darunter befindliche, jedoch nicht dargestellte Güllelager, ohne andere Bereiche des Tieraufenthaltes zu beeinträchtigen.

In der Fig. 2 ragt die Stichleitung 2 von der zentralen Wasserleitung 1 aus kommend, von oben in die Mulde des Troges 9 und eignet sich so besonders für das Nachrüsten der erfindungsgemäßen Anordnung von vorhandenen Trögen 9.

Die zentrale Wasserleitung 1 wird hier aus einem Wasservorlaufbehälter 10 gespeist, dessen Füllstand 11 durch ein Schwimmerventil 12 konstant gehalten wird.

In der Zeichnung in Fig. 3 zweigt von der zentralen Wasserleitung 1 die Stichleitung 2 ab und wird durch eine Öffnung 13 im unteren Bereich des Troges 9 in die Mulde des Troges 9 geführt und trägt am freien Ende 5 einen Tränkezapfen 6. Die Futterrutsche 14 des Futtervorratsbehälters 15 verhindert, daß Futter in den schräg nach oben gerichteten Tränkezapfen 6 fallen kann.


Anspruch[de]
  1. 1. Anordnung zur Versorgung von Tieren unterschiedlicher Körpergröße mit Trinkwasser, das von einer zentralen Versorgungsleitung über eine Stichleitung bis zum Tränkezapfen für die Tiere zur freien oder durch ein Absperrventil in der Versorgungsleitung zeitlich begrenzt zur Verfügung steht, wobei der Tränkezapfen einen Ventilmechanismus aufweist, der für die Wasserentnahme von den Tieren betätigt wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Tränkezapfen 6, von unten schräg nach oben gerichtet, dem Tier im wesentlichen zugewandt, angebracht ist.
  2. 2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Tränkezapfen 6 im unteren Bereich der Mulde an der dem Tier gegenüberliegenden Seite des Freßtroges 9 angebracht ist.
  3. 3. Anordnung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Tränkezapfen 6 als Beißnippel ausgebildet ist.






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