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Dokumentenidentifikation DE3730731A1 30.03.1989
Titel Mittel zur Verhinderung der Resorption von mit der Nahrung aufgenommenen Schwermetallen
Anmelder Siegel, Rolf, Dr., 8700 Würzburg, DE
Erfinder Siegel, Rolf, Dr., 8700 Würzburg, DE
DE-Anmeldedatum 12.09.1987
DE-Aktenzeichen 3730731
Offenlegungstag 30.03.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.03.1989
IPC-Hauptklasse A23L 1/015
IPC-Nebenklasse B01J 20/00   
Zusammenfassung Beschrieben wird ein Mittel zur Verhinderung der Resorption von Schwermetallen. Durch Oberflächenmodifikation von divinylbenzolvernetztem porösen Polystyrol mit Triphenylphosphat und/oder Triphenylphosphinsulfid gelingt es, Schwermetall-Ionen sowohl zu komplexieren als auch in schwerlösliche und damit nicht resorbierbare Schwermetallsulfide überzuführen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Mittel zur Verhinderung der Resorption von mit der Nahrung aufgenommenen Schwermetallen. Die chronische Aufnahme von Schwermetallen mit der Nahrung ist ein Problem, welches zunehmend an Gewicht gewinnt. So sind die aus einer chronischen Blei-, Cadmium- und Quecksilberbelastung resultierenden gesundheitlichen Schäden hinreichend bekannt. Zusätzlich existieren Erkrankungen wie die Thalassämie und die Hämosiderose, bei denen Metalle, in diesen Fällen Eisen in den paren-chymatösen Organen abgelagert werden und zu deren Funktionsausfall führt. Siehe Lehrbücher der Toxikologie, der Arbeitsmedizin und der Inneren Medizin.

Der im weiteren verwendete Begriff Schwermetalle umfaßt nicht nur die in reduzierter Form vorliegenden "metallischen" Schwermetalle, sondern vor allem Schwermetall-Ionen, wie sie im physiologischen Milieu vorliegen. Weiterhin trifft die Definition, die in Joachim Rudolph: Moderne Chemie, Herrsching, o. J., Seite 178 gegeben wird, zu.

Aufgabe der Erfindung ist es, die Resorption von enteral aufgenommenen Schwermetallen in die Blutbahn durch die ebenfalls enterale Aufnahme des erfindungsgemäßen Mittels zu vermindern.

Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß man auf die innere und äußere Oberfläche von porösem, nicht resorbierbarem divinylbenzol-vernetzten Polystyrol Triphenylphosphat (Phosphorsäuretriphenylester) und/oder Triphenylphosphinsulfid adsorbiert, nach erfolgter Adsorption das derart behandelte Polystyrol mit wäßrigem Lösungsmittel gründlich wäscht und dieses Mittel enteral mit reichlich Flüssigkeit einnimmt.

Als poröses, nicht resorbierbares divinylbenzol-vernetztes Polystyrol werden vorzugsweise XAD-2(R) und/oder XAD-4(R) und/oder Bio-Beads aus S-X-Serie bzw. Bio-Beads SM-2 und SM-4 der Fa. Bio-Rad, München eingesetzt.

Die Adsorption von Triphenylphosphat und/oder Triphenylphosphinsulfid auf die innere und äußere Oberfläche o. g. Materialien stellt kein Problem dar: beispielsweise wird Triphenylphosphat, in, beispielsweise, Trichlormethan gelöst und diese Lösung wird mit dem divinylbenzol-vernetztem Polystyrol in innigen Kontakt gebracht und anschließend wird das Lösungsmittel Trichlormethan (durch Verdampfen) wieder vollständig entfernt.

Nach Waschen mit wäßrigen Lösungsmitteln kann das derart behandelte Polystyrol (zusammen mit reichlich Flüssigkeit) enteral aufgenommen werden.

Beispiel

Entweder (I) 5 g Triphenylphosphat oder (II) 2 g Triphenylphosphinsulfid (jeweils Fa. Fluka, Ulm) werden in 50 ml Trichlormethan gelöst. Zu dieser Lösung werden 10 g XAD-4(R) (Fa. Fluka, Ulm) gegeben und diese Suspension wird bis zur Trockene eingeengt. Das derart behandelte trockene XAD-4 wird mit Wasser gründlich gewaschen und im feuchten Zustand aufbewahrt. Die bestimmungsgemäße enterale Einnahme erfolgt dann mit reichlich Flüssigkeit.

In vitro Test der Schwermetallbindungsfähigkeit:

  • 1. 1 ml einer 2%igen wäßrigen AgNO3-Lösung werden mit 200 mg des gemäß der obigen Beschreibung hergestellten Mittels (I) in innigen Kontakt gebracht: nach ca. 10 min zeigt sich ein deutlicher Niederschlag von metallischem Silber, welches ausschließlich an die Polystyrolpartikel gebunden ist.
  • 2. 1 ml einer 2%igen wäßrigen FeCl3-Lösung werden mit 200 mg des gemäß der obigen Beschreibung hergestellten Mittels (II) in innigen Kontakt gebracht: nach einer Stunde ist das modifizierte Polystyrol mit einem schwärzlichen Niederschlag von FeS überzogen.



Anspruch[de]
  1. 1. Mittel zur Verhinderung der Resorption von mit der Nahrung aufgenommenen Schwermetallen bestehend aus porösen, nicht resorbierbarem divinylbenzol-vernetztem Polystyrol mit einer inneren und äußeren Oberfläche, dadurch gekennzeichnet, daß auf die innere und äußere Oberfläche des porösen, nicht resorbierbaren divinylbenzol-vernetzten Polystyrol Triphenylphosphat und/oder Triphenylphosphinsulfid adsorbiert ist und daß man nach Waschen mit wäßrigen Lösungsmitteln dieses triphenylphosphat- und/oder triphenylphosphinsulfidmodifizierte Polystyrol mit reichlich Flüssigkeit enteral zu sich nimmt.
  2. 2. Mittel zur Verhinderung der Resorption von mit der Nahrung aufgenommenen Schwermetallen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als poröses, nicht resorbierbares divinylbenzol-vernetztem Polystyrol mit einer inneren und äußeren Oberfläche XAD-2(R) und/oder XAD-4(R) und/oder Bio-Beads der S-X- Serie und/oder Bio Beads SM-2 und/oder Bio-Beads SM-4 der Fa. Bio-Rad Laboratories GmbH, München einsetzt.
  3. 3. Verfahren zur Herstellung eines Mittels zur Verhinderung der Resorption von mit der Nahrung aufgenommenen Schwermetallen nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Triphenylphosphat und/oder Triphenylphosphinsulfid entweder in Reinsubstanz oder als mengenmäßig definierte Mischungen in einem unpolaren Lösungsmittel löst, diese Lösung mit definierten Mengen von porösen, nicht resorbierbarem divinylbenzol-vernetztem Polystyrol mit einer inneren und äußeren Oberfläche in innigen Kontakt bringt und anschließend das Lösungsmittel durch Verdampfen wieder vollständig entfernt und danach das derart behandelte Polystyrol mit wäßrigem Lösungsmittel gründlich wäscht.






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