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Dokumentenidentifikation DE3733163A1 13.04.1989
Titel Abdichtung von Schlitzwänden
Anmelder Niederberg-Chemie GmbH, 4133 Neukirchen-Vluyn, DE
Erfinder Schlütter, Aloys, 4152 Kempen, DE;
Kaewert, Klaus, 4000 Düsseldorf, DE
DE-Anmeldedatum 01.10.1987
DE-Aktenzeichen 3733163
Offenlegungstag 13.04.1989
Veröffentlichungstag im Patentblatt 13.04.1989
IPC-Hauptklasse E02D 5/18
IPC-Nebenklasse E02D 31/02   
Zusammenfassung Nach der Erfindung wird im Falle schadhafter Abdichtung in Bentonitschlitzen parallel zur durch die Schadstelle tangierten Abdichtungsbahn eine weitere Abdichtungsbahn eingezogen. Durch neuartige Schlösser wird deren Verbindung mit den übrigen Abdichtungsbahnen gewährleistet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Abdichtung von Schlitzwänden, insbesondere in Bentonitwänden, wobei Abdichtungsbahnen im Bentonit miteinander verschweißt werden, die an den Bahnenrändern Schlösser aufweisen. Schlitzwände werden zur Abdichtung wasserführender Behältnisse, zur Unterbrechung von Grundwasserströmungen im Erdreich usw. verwendet. Ursprünglich wurden die Schlitzwände einfach dadurch hergestellt, daß ein Erdschlitz ausgehoben und gleichzeitig mit Bentonit verfüllt wurde. Es hat sich aber gezeigt, daß der Bentonit allein größere Dichtigkeitsanforderungen nicht erfüllen kann. Das gilt vor allem für die Abdichtung kontaminierter Bereiche. In derartigen Anwendungsfällen ist eine zusätzliche Abdichtung mittels Kunststoffabdichtungsbahnen vorgesehen. Die Abdichtungsbahnen werden bislang nacheinander im Bentonit abgesenkt. Eine sich in der Entwicklung befindliche Technologie sieht vor, daß die Bahnenränder beim Absenken miteinander verbunden werden. Dazu sind sogenannte Schlösser an den Bahnenrändern vorgesehen. Die Schlösser werden durch Profilstreifen gebildet, die sich beim Absenken der Bahnen ineinanderschieben. Das allein gewährleistet im Dichtspalt zwischen den Schlössern jedoch noch keine ausreichende Abdichtung. Deshalb ist versucht worden, den Dichtspalt durch aufquellende Dichtschnüre oder durch Verpressen von Dichtmittel zu verschließen. Das alles hat jedoch noch nicht die Sicherheitsvorstellungen von Deponiebetreibern erfüllt. Um dem Rechnung zu tragen, ist vorgeschlagen worden, die Bahnenränder im Bentonit miteinander zu verschweißen. Dazu bestehen verschiedene ältere Vorschläge. Der vorteilhafteste dieser Vorschläge sieht vor, in den Schlössern eine Schweißpatrone oder dergleichen hochzuziehen bzw. nach unten zu schieben, die mit einem Temperaturfühler versehen soviel Material aufschmilzt, daß vorhandene Spalte mit Sicherheit verschlossen werden bzw. eine ausreichende Verschweißung zwischen den ineinandergeschobenen Schlössern entsteht. Einer der Vorteile dieses Lösungsvorschlages ist die Anwendbarkeit bisheriger Profile. Das sind widerhakenförmige Profile, wobei der Widerhaken des einen Profils vom anderen Profil umfaßt wird. Vorteilhaft sind dabei Profile, die jeweils einen Widerhaken aufweisen. Derartige widerhakenförmige Profile lassen sich baulich so klein gestalten, daß sie wickelfähig sind. Die Wickelfähigkeit ist insbesondere für größere Schlitzwandtiefen eine notwendige Handhabungsvoraussetzung.

Als ein Problem der verschweißbaren Abdichtungsbahnen wurde bislang angesehen, daß die Bahnen nach einer Verschweißung außerordentlich schlecht zu reparieren sind. Zwar sind Spezialtaucher in der Lage, in den Bentonit einzutauchen und bei schadhafter Schweißstelle oder aber bei steckengebliebenem Schweißaggregat eine Trennung der Abdichtungsbahnen wiedervorzunehmen. Danach war bislang offen, wie eine erneute Verbindung stattfinden sollte. Die Erfindung hat sich die Aufgabe gestellt, dieses Problem zu lösen.

Nach der Erfindung wird das dadurch erreicht, daß jedes Schloß mindestens zwei Anschlußstellen derart aufweist, daß sich nach der Verbindung der Abdichtungsbahnen im Bereich zweier benachbarter Nähte an den die zwischenliegenden Bahn zwischen sich einschließenden Bahnenrändern jeweils zwei offene Anschlußstellen zur Verbindung mit einer weiteren zwischenliegenden Abdichtungsbahn befinden. D. h. nach schadhaft gewordenem Nahtbereich oder im Falle eines verunglückten Schweißvorganges besitzen die mit einer zwischenliegenden Bahn an den Rändern korrespondierenden Schlösser z. B. noch eine Nut und/oder noch eine offene Nut bzw. noch einen freien Widerhaken, so daß parallel zu der bereits eingezogenen zwischenliegenden Bahn eine weitere Bahn unter gleichzeitiger Verbindung mit den offenen Anschlußstellen abgesenkt werden kann. Das gibt ausreichende Sicherheit. Die Sicherheit kann jedoch auch noch weitergetrieben werden, indem beim Einziehen der weiteren Bahn an dieser weiteren Bahn Schlösser vorgesehen sind, die wiederum mehrfache Anschlußstellen aufweisen.

Wahlweise besitzen die Schlösser für die erfindungsgemäße Verbindung mindestens zwei parallel verlaufende Nuten für widerhakenförmige Spitzen.

In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Fig. 1 zeigt wickelfähige Schlösser 1 und 2 nach dem älteren Vorschlag. Die Schlösser 1 und 2 sind im Querschnitt identisch und unterscheiden sich lediglich durch unterschiedliche Anordnung an den zugehörenden Bahnenrändern. Jedes Schloß besitzt eine widerhakenförmige Spitze 3, die vom anderen Schloß umfaßt wird. Der widerhakenförmigen Spitze 3 gegenüber liegt eine etwa kreisförmige Nut 4 mit 8 bis 10 mm Durchmesser. Zum Verschweißen (Verbinden) der Schlösser 1 und 2 wird durch die Nuten 4 eine Schweißpatrone gezogen. Die Schweißpatrone befindet sich in einer Metallhülse, die im Bereich ihrer Erwärmung auf Schweißhitze eine Verdickung von 1 bis 2 mm gegenüber den Nuten 4 aufweist. Das bewirkt eine Fließbewegung des plastifizierten Materials in den Dichtspalt zwischen den Schlössern und den widerhakenförmigen Spitzen 3.

Die Schweißpatrone wird im Ausführungsbeispiel mit Hilfe eines Seiles von unten nach oben durch die Profile gezogen.

Die Schweißpatrone wird vorzugsweise elektrisch beheizt. Die stromzuführenden Kabel finden neben dem Zugseil in der Nut 4 Platz. Ferner findet eine Stromleitung für ein Temperaturmeßgerät in der Nut 4 Platz. Das Temperaturmeßgerät (Temperaturfühler) zeigt die jeweilige Temperatur des Schweißgerätes. Durch Nachregeln der Stromstärke und/oder Regeln der Vorschubgeschwindigkeiten der Schweißpatrone in den Schlössern läßt sich eine definierte Schweißtemperatur sicherstellen.

Fig. 2 zeigt die Schlösser 1 und 2 in schematischer Darstellung beim Einbau in der Abdichtungsbahn. Dabei sind zwei Schlösser 1 mit einer zwischenliegenden Abdichtungsbahn 5 verschweißt. Die Schlösser 2 sind mit den die Bahn 5 zwischen sich einschließenden weiteren Abdichtungsbahnen 6 und 7 verschweißt. In der Anordnung nach Fig. 1 und 2 ist die Reparatur undichter Bahnen und/oder die Beseitigung von Schweißstörungen mit den oben beschriebenen Schwierigkeiten verbunden.

Fig. 3 zeigt in einem weiteren Ausführungsbeispiel Schlösser 10, die derart gestaltet sind, daß sie im Profil dreizack-ähnlich sind. Die Schlösser 10 besitzen zwei parallele Nuten 11 und 12. In der Nut 11 nehmen die Schlösser 10 die Abdichtungsbahn 5 mit Schlössern 13 auf, die ihrerseits im Querschnitt nur einfache widerhakenförmige Spitzen aufweisen, das Schloß 10 jedoch nicht umfassen.

Nach Fig. 3 bleiben die einander gegenüberliegenden Nuten 12 offen, so daß im Falle der oben beschriebenen Schwierigkeiten eine weitere Bahn 14 mit Schlössern 15 in die Nut 12 geschoben werden kann, die der Abdichtungsbahn 5 und den Schlössern 13 gleicht. Mit der weiteren Bahn 14 kann dann die notwendige Abdichtung erzielt werden.

Fig. 4 unterscheidet sich von der Lösung nach Fig. 3 dadurch, daß statt der weiteren Abdichtungsbahn 14 eine Abdichtungsbahn 20 mit Schlössern 21 verwendet wird, die ein gleiches Profil wie die Schlösser 10 aufweisen, jedoch in der dargestellten Anordnung nach Fig. 4 mit einer Spitze in die offene Nut 12 der Schlösser 10 greifen und zugleich mit der mittleren Spitze das Schloß 10 umgreifen. Darüber hinaus besitzen die Schlösser 21 in der dargestellten Anordnung noch offene Nuten (Anschlußstellen für weitere Bahnen). Im Unterschied zu Fig. 3 ist damit an dieser Stelle noch eine zusätzliche Reparaturmöglichkeit gegeben.


Anspruch[de]
  1. 1. Abdichtung von Schlitzwänden, inbesondere Bentonitwänden, wobei Abdichtungsbahnen im Bentonit miteinander verschweißt werden, die an den Rändern Schlösser aufweisen, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Schloß (10) mit mindestens zwei Anschlußstellen (11, 12) derart versehen ist, daß sich nach der Verbindung der Abdichtungsbahnen im Bereich zweier Nähte an den die zwischenliegende Bahn (5) zwischen sich einschließenden Bahnenrändern jeweils zwei offene Anschlußstellen (12) zur Verbindung mit einer weiteren zwischenliegenden Abdichtungsbahn (14) befinden.
  2. 2. Abdichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Schlösser (10) mit zwei parallel verlaufenden Nuten (11, 12) und zwischenliegende Bahnen mit einer widerhakenförmigen Spitze (13) am Rand.
  3. 3. Abdichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlösser der zwischenliegenden Bahn gleichfalls zwei Anschlußstellen aufweisen und die korrespondierenden Schlösser (10, 21) mit widerhakenförmigen Spitzen ineinandergreifen.






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