| Dokumentenidentifikation |
DE3809131C1 24.05.1989 |
| Titel |
Ballenpresse |
| Anmelder |
Karl Mengele & Söhne Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH & Co, 8870 Günzburg, DE |
| Erfinder |
Beck, Gerhard, 8876 Jettingen-Scheppach, DE |
| DE-Anmeldedatum |
18.03.1988 |
| DE-Aktenzeichen |
3809131 |
| Veröffentlichungstag der Patenterteilung |
24.05.1989 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
24.05.1989 |
| IPC-Hauptklasse |
A01F 15/04
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| IPC-Nebenklasse |
A01F 15/10
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| IPC additional class |
// B30B 9/30
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| Zusammenfassung |
Zur Verbesserung der Ballengleichförmigkeit und Verringerung des Antriebskraftbedarfs bei einer landwirtschaftlichen Ballenpresse, wird vorgeschlagen, den zugeführten Erntegutstrang mit einer Schneidvorrichtung abzutrennen, die während dem Preßhub gegenüber dem Preßkolben vorauseilt und während der Preßgutzuführung bündig mit dem Preßkolben abschließt. Hierdurch wird eine unbehinderte Preßgutzuführung zum Preßkanal und zugleich eine glattfläche Abtrennung des Preßgutstranges erreicht, wodurch sich Ballengleichmäßigkeit und Preßkraftbedarf verbessern lassen.
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| Beschreibung[de] |
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Die Erfindung betrifft eine Ballenpresse für landwirtschaftliches
Erntegut nach den oberbegrifflichen Merkmalen des Patentanspruchs 1.
Eine derartige Ballenpresse ist beispielsweise aus der DE-AS 12 12 765
bekannt, wobei die Schneideinrichtung in Form einer Messerklinge am
Preßkolben befestigt und mit diesem beim Preßhub im Preßkanal bewegbar ist.
Eine solche, über die vordere Preßplatte des Preßkolbens hinausstehende
Schneide weist den Nachteil auf, daß sich beim Zuführen des Erntegutes
in den Preßkanal Erntegut daran verfängt bzw. bei weiter zurückgezogenem
Preßkolben das bereits etwas vorverdichtete Futter wieder ausdehnt. Bei
der bekannten Ballenpresse ist diese Vorverdichtung durch die seitlichen
Zuführraffer relativ gering, so daß auch die Rückfederung des Erntegutes
gering ist. Bei neueren Ballenpressen mit Längsflußprinzip ist man
jedoch bestrebt, eine möglichst hohe Vorverdichtung zu erreichen, so daß
eine vorstehende Schneide bzw. eine gegenüber dem Zuführschacht
zurückstehende Preßplatte zur Vermeidung einer Rückfederung und damit
Verdichtungsverringerung möglichst vermieden werden sollte. Zudem ist bei
höheren Verdichtungsgraden eine saubere Schnittkante der jeweils
eingeführten Ballenschicht mit geringfügig vorstehenden Schneiden kaum erreichbar,
so daß die oben beschriebenen Behinderungen des Erntegutflusses bzw.
Auflösung der Vorverdichtung bei für sauberen Schnitt nötigen, gegenüber
der Preßplatte weiter herausragenden Schneiden noch verstärkt werden.
Demzufolge liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Ballenpresse
zu schaffen, die zugleich ungehinderten Gutfluß, Erhaltung der
Vorverdichtung und saubere Schnittkanten erreicht.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1
gelöst.
Durch die zeitliche Voreilung der Schneidvorrichtung gegenüber dem
Preßkolben wird ein sauberer Trennschnitt der eingeführten Preßschicht
erreicht, damit ein Rupfen oder Herausreißen bei gleichzeitigem Pressen
vermieden wird.
Nach dem zumindest teilweisen Abschneiden der Erntegutschicht setzt erst
der Preßhub mit dem Nachhintenschieben der Erntegutschichten ein, so daß
sowohl die Unterseiten und Oberseiten des Gesamtballens eine glatte
Oberfläche aufweisen. Dabei dient die Messeroberseite zugleich als
Trennvorrichtung von dem nachschiebenden, vorverdichteten Erntegutstrang und
als überschiebende Plattform für den abgetrennten Schichtabschnitt, so daß
das beim Stand der Technik beschriebene Mitziehen nichtgeschnittenen
Preßgutes sicher vermieden wird. Nach dem Preßhub ist die Preßplatte des
Preßkolbens flächenbündig in Fortsetzung des Zuführschachtes
ausgerichtet, wobei die Schneidvorrichtung nicht in den Einschubkanal hervorragt,
so daß ein glattflächiger, übergangsloser Gutfluß bei Aufrechterhaltung
der Vorverdichtung erreicht wird.
Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet. Die vom Preßkolben unabhängig
antreibbare Schneidvorrichtung, z. B. oszillierende Messerklinge(n) oder die mit
Betätigung des Preßkolbens zugleich vorgeschobene Messerklinge mit
Langlochführung, ermöglichen höchste Schnittqualität bzw. sehr einfachen
Aufbau und Antrieb.
Anhand zweier Ausführungsbeispiele wird die erfindungsgemäße Ballenpresse
nachfolgend beschrieben. Es zeigt
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Ballenpresse,
Fig. 2 eine vergrößerte Darstellung gemäß Fig. 1 mit der zweiten
Ausführung der Schneidvorrichtung,
Fig. 3 eine frontale Ansicht auf den Preßkolben der Ballenpresse.
In Fig. 1 ist eine Ballenpresse (1) dargestellt, die Erntegut (2) über
eine Aufnahmevorrichtung (Pick-up) aufnimmt, durch eine
Querförderschnecke (4) querverteilt wird und mittels einem Preßrotor (5) vorverdichtet
wird. Der Preßrotor (5) preßt das Erntegut durch einen Zuführschacht (6)
nach oben, wo es durch eine Einführöffnung (12) in einen rechtwinklig
dazu angeordneten Preßkanal (7) gelangt. Durch den Querschnitt des
Zufuhrschachtes (7) ergeben sich mattenartige Preßschichten (8), die durch
Preßhübe eines im Preßkanal (7) nach hinten (in Fahrtrichtung gesehen)
drückbaren Preßkolbens (9) weiterverdichtet werden.
Eine Vielzahl dieser einzelnen Preßschichten (8) ergeben einen Ballen
(10), der durch eine Bindevorrichtung (14), bestehend aus einer
Bindernadel (14a) und Knüpfapparat (14b), umhüllt wird. Die einzelnen
Preßschichten (8) werden von dem kontinuierlich zugeführten Erntegut am Ende des
Zuführschachtes (6) durch eine an der Unterkante (9a) des Preßkolbens (9)
angeordnete Schneideinrichtung (11) abgetrennt, indem die
messerklingenartige Schneideinrichtung (11) durch einen Antrieb (13), hier ein
Hydraulikzylinder, in den Zuführschacht (6) auf Höhe der Einführöffnung (12)
gedrückt wird. Dabei eilt die Schneidvorrichtung (11), wie hier dargestellt,
dem Preßkolben (9) etwa um eine halbe Schichtdicke voraus, um die
obengenannten Vorteile, wie sauberer Trennschnitt, zu erreichen. Hierzu wird
hier der Antriebszylinder (13) z. B. mittels einer Verzögerungsschaltung
geringfügig vor dem Preßzylinder des Preßkolbens (9) mit Druck
beaufschlagt, so daß die Schneideinrichtung (11) aus der ansonsten in
Ruhestellung (also während des Einführens einer neuen Preßschicht (8))
flächenbündigen Anordnung zusammen mit Preßkolben (9) und Zuführschacht
(6) zuerst austritt und gegenüber dem Preßkolben (9), je nach
eingestellter Verzögerung, um etwa die halbe Schichtdicke vorauseilt.
In Fig. 2 ist der Bereich um die Einführöffnung (12) vergrößert mit einer
zweiten Ausführung der Schneidbetätigung dargestellt. Der Preßkolben (9)
ist an Führungen (18) an den Seitenwänden des Preßkanals (7) um jeweils
etwa eine Preßschichtdicke (8) in den Preßkanal (7) hineinbewegbar.
Hierbei wird er durch den Antriebszylinder (17), hier in Richtung nach
rechts gedrückt, und zwar über ein Gestänge (15). Mit dem knickhebelartigen
Gestänge (15) ist sogleich die Schneideinrichtung (11), wie z. B. hier als
gezahnte Messerklinge (11a) verbunden, so daß bei Betätigung des Antriebs
(17) die Messerklinge aus ihrer flächenbündigen Ruhestellung nach rechts
in Richtung der strichpunktierten Endstellung durch die zugeführte
Erntegutschicht hindurchgedrückt wird. Hieraus ergibt sich die vorteilhafte
Voreilung, da der Preßkolben (9) selbst noch nicht bewegt wird, sondern
erst durch die Schneidvorrichtung (11) nach einer bestimmten Voreilstrecke
mitgenommen wird. Dies erfolgt hier durch einen Anschlag (16) (z. B. einen
Bolzen, der starr im Preßkolben (9) gelagert ist) und bei nach
Vorneschieben der Schneidvorrichtung (11) in einem Langloch (19) gleiten kann, bis
er an das linke Ende des Langloches (19) anliegt und somit der Preßkolben
(9) ebenfalls in den Preßkanal (7) bewegt wird.
Ebenso kann der Preßkolben (9) durch Anschlagflächen (16&min;) mitgenommen
werden. Die Voreilstrecke der Schneide läßt sich durch die Länge des
Langlochs (19) verändern und entspricht hier etwa der halben Schichtdicke.
In der Endstellung der Messerklinge (11a), entsprechend etwa der
strichpunktierten Darstellung, dient deren Oberseite als glattflächige
Überschiebeplattform für die zugleich abgetrennte Preßschicht (8) (vgl. Pfeil).
Beim Rückwärtshub des Antriebszylinders (17) wird der Preßkolben (9) an
seinem unteren Ende durch Anlagewechsel des Anschlags (16) im Langloch
(19) zurückgezogen, und die Schneidvorrichtung (11) liegt wieder
flächenbündig zwischen Zuführschacht (6) und Preßkolben (9).
In Fig. 3 ist ausschnittweise durch Ansicht auf den Preßkolben (9) und
die in Fig. 1 und 2 linke obere Seite des Zuführschachtes (6) eine hin-
und herbewegbare Schneidvorrichtung (11) dargestellt, die unterhalb der
Kante (9a) besonders zähe Erntegüter durch sägeartige Bewegung trennt.
Die Vorschubbewegung der Messerklinge (11) erfolgt dabei durch einen
Antriebszylinder (13) gemäß Fig. 1. Die Messerklinge (11a) ist z. B. an
Kugelführungen (20) abgestützt.
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| Anspruch[de] |
- 1. Ballenpresse für landwirtschaftliches Erntegut mit einem der
Vorverdichtung dienenden Zuführschacht und einem hier zumindest annähernd
rechtwinkligen Preßkanal, in dem ein Preßkolben bewegbar ist, der an
seiner dem Preßgut und dem Zuführschacht zugewandten Kante eine
Schneidvorrichtung zum Abtrennen des zugeführten vorverdichteten Erntegutes
an der Einführöffnung des Preßkanals aufweist,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidvorrichtung (11) während der
Preßgutzuführung an der Einführöffnung (12) bündig mit dem Preßkolben (9)
und dem Zuführschacht (6) abschließt und während dem Preßhub
gegenüber dem Preßkolben (9) vorauseilend bewegbar ist.
- 2. Ballenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schneidvorrichtung (11) durch einen gemeinsamen Antrieb (17) zusammen mit dem
Preßkolben (9) über ein Gestänge (15) mit Anschlag (10) in dem
Preßkanal (7) bewegbar ist.
- 3. Ballenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schneidvorrichtung (11) unabhängig von dem Preßkolben (9) durch einen
gesonderten Antrieb (13) voreilend in den Preßkanal (7) bewegbar ist.
- 4. Ballenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die
Schneidvorrichtung (11) quer zur Längserstreckung des Preßkanals (7)
antreibbar ist.
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Patent Zeichnungen (PDF)
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